<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki.xiduria.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Guinevra</id>
	<title>Xidurianische unabhängige Bibliothek - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki.xiduria.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Guinevra"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Guinevra"/>
	<updated>2026-04-20T13:39:21Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.45.1</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=304</id>
		<title>Tizio</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=304"/>
		<updated>2024-04-19T14:18:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{TwoColumns}}&lt;br /&gt;
Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die eigentliche Stadt, die auf einem Hügel gegenüber dem Tempelbezirk erbaut wurde. Die Stadt ist wiederum aufgeteilt in Dutzende kleinerer Viertel, welche üblicherweise durch eine Familie kontrolliert werden. Nach der jüngsten Volkszählung leben in Tizio über 16.000 Einwohner, wobei ein knappes Viertel entweder als Slumbewohner nicht beachtet wurde oder sich der Zählung entzogen hat, so daß man von einer tatsächlichen Einwohnerzahl von ca. 20.000 Menschen ausgehen kann. Die Stadtsicherung obliegt der etwa 250 Personen starken Garde, deren Befehlshaber durch den Priesterrat eingesetzt wird und dessen Posten einer der Einträglichsten in ganz Xiduria sein soll. Allerdings nicht einer der Sichersten: seit der Plünderung durch die Tarai hatten diesen Posten schon 4 Männer und Frauen inne.&lt;br /&gt;
{{EndTwoColumns}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Vorlage:EndTwoColumns&amp;diff=303</id>
		<title>Vorlage:EndTwoColumns</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Vorlage:EndTwoColumns&amp;diff=303"/>
		<updated>2024-04-19T14:17:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;/div&amp;gt;“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=302</id>
		<title>Tizio</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=302"/>
		<updated>2024-04-19T14:14:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{TwoColumns}}&lt;br /&gt;
Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die eigentliche Stadt, die auf einem Hügel gegenüber dem Tempelbezirk erbaut wurde. Die Stadt ist wiederum aufgeteilt in Dutzende kleinerer Viertel, welche üblicherweise durch eine Familie kontrolliert werden. Nach der jüngsten Volkszählung leben in Tizio über 16.000 Einwohner, wobei ein knappes Viertel entweder als Slumbewohner nicht beachtet wurde oder sich der Zählung entzogen hat, so daß man von einer tatsächlichen Einwohnerzahl von ca. 20.000 Menschen ausgehen kann. Die Stadtsicherung obliegt der etwa 250 Personen starken Garde, deren Befehlshaber durch den Priesterrat eingesetzt wird und dessen Posten einer der Einträglichsten in ganz Xiduria sein soll. Allerdings nicht einer der Sichersten: seit der Plünderung durch die Tarai hatten diesen Posten schon 4 Männer und Frauen inne.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=301</id>
		<title>Tizio</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Tizio&amp;diff=301"/>
		<updated>2024-04-19T14:13:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die eigentliche Stadt, die auf einem Hügel gegenüber dem Tempelbezirk erbaut wurde. Die Stadt ist wiederum aufgeteilt in Dutzende kleinerer Viertel, welche üblicherweise durch eine Familie kontrolliert werden. Nach der jüngsten Volkszählung leben in Tizio über 16.000 Einwohner, wobei ein knappes Viertel entweder als Slumbewohner nicht beachtet wurde oder sich der Zählung entzogen hat, so daß man von einer tatsächlichen Einwohnerzahl von ca. 20.000 Menschen ausgehen kann. Die Stadtsicherung obliegt der etwa 250 Personen starken Garde, deren Befehlshaber durch den Priesterrat eingesetzt wird und dessen Posten einer der Einträglichsten in ganz Xiduria sein soll. Allerdings nicht einer der Sichersten: seit der Plünderung durch die Tarai hatten diesen Posten schon 4 Männer und Frauen inne.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Vorlage:TwoColumns&amp;diff=300</id>
		<title>Vorlage:TwoColumns</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Vorlage:TwoColumns&amp;diff=300"/>
		<updated>2024-04-19T14:12:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;column-gap: 35px;&amp;quot;&amp;gt;“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;column-gap: 35px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Enzy&amp;diff=299</id>
		<title>Enzy</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Enzy&amp;diff=299"/>
		<updated>2024-04-06T23:22:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;column-gap: 35px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Präambel&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, Imperator MAGHAN, bestätige hiermit, daß die Provinzen Xanathoria Inferiors, befindlich auf der Yddia und derzeit im Besitz des Reichs des Feuers, als Besitz an Lucius Scaevola argens und das Volk von Xiduria übergeben werden, auf das sie dorten ihr Glück finden mögen. Diese Übergabe schließt die Enzyhoheit für die oben genannten Gebiete mit ein und alle folgenden Punkte, die das Reich des Feuers betreffen sind mit mir abgeklärt und genießen mein Wohlwollen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Danksagung&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein langer Weg von dem Zeitpunkt, an dem ein Mensch in FOLLOW eintritt, bis zu dem Moment, da er das Recht erwirbt, ein eigene Kultur zu erschaffen und dieses Recht auch wahrnimmt. Vielen möchte für ihre Freundschaft danken, für die vielen schönen Momente, die ich mit ihnen verbringen durfte und auch weiterhin werde. Mein Dank gilt Rainer Daub, der in mir das Potenzial sah, Lord zu werden und Oliver Groß, der mir Rechte und Pflichten eines Lords erklärte und ohne dessen Rat diese Enzy nie vollendet worden wäre. Doch besonders möchte ich Mareikje Groß, Andrej Pfeiffer-Perkuhn, Peter Schlösser und Thomas Holzwarth danken, die in den letzten fünf Jahren zusammen mit mir den Grundstein Xidurias gelegt und mit Leben erfüllt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historie und Mythen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Legende der Wolkenstadt=====&lt;br /&gt;
Die folgende Legende erzählen sich die Ureinwohner Xidurias in mehr oder weniger dieser Form: Es war zu jener Zeit, als die Welt noch jung war und voller Wunder. Da gab es eine schwebende Stadt in den Wolken, Laisutasa genannt, die Prächtig Leuchtende. Ihre Einwohner lebten in Frieden und Harmonie. Sie waren sehr gebildete, künstlerische Lebewesen, denn in ihren Herzen gab es keinen Platz für jegliche Art von Bösartigkeit. Sie befanden sich allesamt auf dem Weg zur Erleuchtung. Die Achtung und der Respekt vor anderen Lebewesen war sehr hoch. Er ging sogar soweit, daß die Laisutaner mit der Zeit lernten, auf jegliche Nahrung, für die man Tiere tötete oder Pflanzen gebrauchte, zu verzichten. Statt dessen lernten sie, sich von der Luft und dem Licht zu nähren, das alles umgab und sich in Allem befand. In Laisutasa wohnte auch ein gar seltsames Tier. Es besaß fünf Köpfe und zum Flug hatte ihm die Natur zwei wundervolle Flügel verliehen. Der Name des Tieres ist in Vergessenheit geraten, aber man erzählt sich noch heute, daß durch seine Güte und Weisheit es mit den Laisutaner auf eine ganz besondere Weise verbunden war, denn es half die Gefühle eines Jeden zu empfangen und zum äußerlichen Zeichen dieser Verbundenheit trug jeder Laisutaner ein Amulett. Doch dieses Glück zog die dunklen Mächte geradezu magisch an. Beseelt vom Haß auf alles Schöne und immerwährendem Neid auf das, was unerreichbar schien, versuchten sie lange Zeit vergeblich, in die Stadt einzudringen und ihre Bewohner zu korrumpieren. Aber das Böse hat Geduld, unendlich viel Geduld, und Generationen später schlug es zu: Geschwächt von immerwährenden Angriffen der dunklen Mächte breiteten sich langsam und schleichend unbekannte Gefühle in der Stadt aus: Neid und Zwietracht, Mißgunst und Begierde, Haß und Eifersucht und noch viele mehr erfaßte die Herzen der Bewohner. Sie respektierten einander nicht mehr, sondern fingen an, sich zu streiten. Mit jedem Tag, an dem man sich von der Eintracht entfernte, gewannen die dunklen Mächte mehr an Macht. Und die Macht wuchs derart an, daß sie genügte, das Tier, welches über diese Stadt gewacht hatte, einzufangen und einzusperren und auf ewig in ein Gefängnis zu verbannen, aus dem es ohne Hilfe kein entkommen gab. Die törichten Laisutaner bemerkten nicht, wie der Glanz der Stadt abnahm. Ohne die innere Verbundenheit erloschen in Vielen sämtliche Hemmungen. Offen fielen sie über jene her, die noch die alte Lebensweise bewahrt hatten, und töteten sie auf grauenhafte Weise. Mord war nach Laisutasa gekommen. Und mit dem ersten Mord begannen die Amulette ins Unbekannte zu verschwinden. Die Stadt aber stürzte in die Tiefe und jedes Gefühl, welches sich im Moment des Todes in jedem Einwohner befand, verteilte sich weit über dem Land und alle Lebewesen nahmen sie in sich auf. Mit der Zeit verwischten der Wind und die Erde jegliche Spuren dieses Unglücks und der Namen des Landes änderte sich oft. Viel Eroberer kamen und gingen, doch keiner fand sein Glück in diesem Land. Es wird erzählt, wenn die Menschen dieses Landes, wieder lernen, Barmherzigkeit, Glück und Opferbereitschaft in ihre Herzen lassen, wenn sie Feindschaften aufgeben und die Freundschaft wieder etwas zählt, wenn Besitztum nebensächlich wird, wenn sie erkennen, wessen Kinder sie sind und diesen Weg erneut beschreiten wollen, wenn sie jede Lebensform respektieren, dann, und erst dann wird sich diese Stadt erneut über die Wolken erheben. Sie wird in ihrem alten Glanz erstrahlen und diesen Lebewesen eine neue Heimstadt bieten. Aber es heißt auch, das Jene auf diesem Weg nicht alleine gelassen werden. Hilfe wird ihnen zur Seite stehen, sie prüfen und beraten, wenn sie bereit dafür sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Hintergrund=====&lt;br /&gt;
Seitdem die Provinzen Dithorno und Tizio zum Reich des Feuers gehörten, waren sie der Ort, an den man unliebsame Bürger und Straftäter hin abschob. Im Reich selbst nahmen die Provinzen, allgemein als Xanathoria Inferior bekannt, keinen hohen Stellenwert ein, man ging sogar soweit, die Anweisung zu erteilen, die Provinzen solange zu ignorieren, wie sie den Staat nichts kosten würden. Niemand in der Alten Welt hatte je zu träumen gewagt, daß aus den Strafkolonien der Yddia jemals ein blühender Hort des Wohlstandes, wenn auch nicht der Eintracht, werden könne. Den Bürgern ging es gut, Einheimische und Siedler hatten die gleichen Rechte und denselben Stellenwert. Die Provinzen wurden von Legionen geschützt, die Steuern waren erträglich und die Speicher immer gefüllt, kurz: es war ein gutes Leben. Hier konnte ein Mann noch sein Glück machen. Seit dem Jahr 36 ndF herrschte Krieg auf der alten Welt. Das Reich des Feuers wurde von seinen Feinden ohne Unterlaß bestürmt und langsam begannen die unendlich scheinenden Ressourcen zu schrumpfen. Da besann man sich der ungeliebten Provinzen und ihrer reichen Pfründe. Steuern wurden ins Unermeßliche erhöht und Truppen abgezogen, so daß die Bevölkerung schutzlos den Angriffen der Ao‘Laischen Lichtflotte ausgesetzt war. Die erwachsenen Männer der Bevölkerung wurden zum Dienst in den Legionen gepreßt, um für ein Reich zu kämpfen, das die meisten nur vom Hörensagen her kannten, und später wurden auch Jugendliche und Kinder für das Reich in den Krieg gezwungen. Die Lage in Xanathoria Inferior wurde immer kritischer. Zuerst unter vorgehaltener Hand, dann immer lauter forderte man, die Besatzer zu verjagen und die Verwaltung in eigene Hände zu nehmen. Es gab kaum noch Truppen, die einen Aufstand hätten beenden können, und auch diese wurden immer weiter abgezogen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis der eingesetzte Protector Lucius Scaevola argens und seine Getreuen alles verloren hätten, was sie sich innerhalb der letzen Jahre so mühsam aufgebaut hatten, das eigene Leben inbegriffen. Scaevola argens entschloß sich zu einem gewagten Schritt nach vorne. Offiziell begann er für das Reich die erlassenen Anweisungen durchzuführen und sogar zu verschärfen und wurde schnell zum gehaßtesten Mann der Kolonien. Inoffiziell und unerkannt begannen seine Vertrauten und er die Fäden der Unabhängigkeitsbewegung zu ziehen und einen Aufstand zu planen. Das gigantische Vermögen, das diese Gruppe in den letzten Jahren mühelos hatte anhäufen können, floß in Bestechungen, Söldner und Logistik. Doch auch die Gruppe um den Protector war nur Marionetten im Spiel der Mächte. Das Land selbst, müde vom unablässigen Wechsel fremder Eroberer, hatte genug vom Blut, der Gewalt und den Schreien hungernder Kinder und beschloß, die Verantwortung in die Hände derer zu legen, die das Land und seine Bewohner liebten. Warum die Wahl dabei auf Scaevola und seine Gefolgsleute fiel bleibt im Nebel verborgen. Es beauftragte die Sarinkay, die Schicksalsweberinnen, ihnen alle nur erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen. Nach und nach wurde jedem Verschwörer alte Amulette Laisutasas zugespielt, mit deren Hilfe sie das Land vereinen und befrieden konnten. Mit Absicht allerdings wurde ihnen die Bedeutung der Artefakte vorenthalten. Als letzte Prüfung, die den Sarinkay zeigte, daß die Verschwörer die richtige Wahl gewesen waren, schanzte man ihnen eine Karte jenes Ortes zu, an dem der Wächter Laisutasas seit Äonen gefangen gehalten wurde. Keiner ahnte, daß das steinerne Ei, das Scaevola und seine Mannen nur mitnahmen, weil es in einer Schatzkammer lag und somit wertvoll sein mußte, das Gefängnis des Wächters war. Wieder in Dithorno angekommen siegte die Neugierde und man begann das Ei auszubrüten. Das Wesen, daß ihm entschlüpfte war eine fünfköpfige Hydra, die zum Sinnbild der Einheit und zum Symbol des Freiheitskampfes werden sollte. Die Verschwörer hatten nun endgültig bewiesen, daß sie die „Vom Land Erwählten“ waren. Scaevola hatte nun alles, was für einen Aufstand nötig war: Gold für Söldner und ein Symbol, unter dem sich die Freiheitsliebenden vereinen konnten, es fehlten ihm nur Schiffe, die Truppen ins Land zu schaffen. Da traf er auf einen alten Fischer, Llaixull mit Namen, der ihn an eine der wenigen Steilküsten Dithornos brachte und ihm dort eine Höhle zeigte, deren Eingang nur für Amulettträgern sichtbar war. Die Höhle hatte einen direkten Zugang zum Meer und enthielt Schiffe. Alles an ihnen bestand aus dem hier vorkommenden grünlichen, Karant genannten, Granit und, obwohl es unmöglich schien, schwammen sie auf dem Wasser, als ob sie aus Holz gebaut wären. Llaixull erklärte, die Karant- Schiffe wären ein Geschenk und wann immer Scaevola weitere benötige, würde er sie hier „wachsen“ lassen. Scaevola, der in seinem Leben viel Merkwürdiges erlebt hatte, wunderte sich nicht weiter darüber, bedankte sich und begann den nächsten Akt des Stückes zu inszenieren. Angeworbene Söldner wurden mit den gewachsenen Schiffen zu ihren Einsatzorten befördert und entwaffneten im Handstreich binnen einer Nacht die wenigen Truppen des Reiches unblutig. Die Legionen und reichstreue Bürger wurden in Ehren in ihre Heimat geschickt, das Land war frei, und sein neuer Name ward Xiduria. Frei von Fremdherrschaft begannen die einzelnen Machtblöcke jetzt, um die Vorherrschaft im Land zu streiten. Um Blutvergießen und einen Bürgerkrieg zu vermeiden wurde die Ayunta geschaffen, eine Regierungsversammlung, die einmal im Jahr tagte und der Abgesandte aller befreiten Gebiete angehörten. Lucius Scaevola argens wurde die Stellung des X’uja’rey angetragen, des ersten Manns im Staate, und er nahm dankend und nicht ganz uneigennützig an. Somit wäre alles bereit gewesen friedlich das Land wieder aufblühen zu lassen, hätte es nicht Gruppen wie die Torreón gegeben, die die Amulette und ihre Kräfte für sich selbst nutzen wollten. Diverse Machtblöcke im Land waren beflissen alte Götter wieder aufleben zu lassen und wieder andere hatten einfach nur Macht und Reichtum als ihr Ziel auserkoren. Lucius Scaevola argens und seine Gefährten würden sich auch weiterhin nicht auf ihren Erfolgen ausruhen können. Aber sie waren sicher, daß die Aufgaben nicht alleine auf ihren Schultern lasten würden. Andere würden auf die Bühne des Schicksals treten, Fremde erst, Freunde bald, die sie im Ringen um Frieden und Glück für Xiduria unterstützen würden. Und auch sie würden diese Amulette tragen, von denen sie nicht wirklich sagen konnten, warum gerade sie die Artefakte erhalten hatten. Aber das wird die Zukunft zeigen… &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Allgemeines===&lt;br /&gt;
Von der Landesbezeichnung leitet sich der Name ab, den sich die Einwohner Xidurias selbst geben. Man spricht von dem oder den Xidur. Eine eigene weibliche Form oder ein Plural ist hier und bei vielen weiteren Worten nicht existent. Die Wolkenstadt Laisutasa ist in Xiduria einzigartig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geographie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Klima=====&lt;br /&gt;
Das Klima in den Provinzen ist geprägt vom warmen Strom, der die Küste der Yddia entlang fließt und dem nor-sud verlaufendem Gebirge, das den vom Meer kommenden Wolken gebietet, sich abzuregnen. Dieses fast subtropische Klima ist ideal geeignet für Landwirtschaft und erlaubt wenigstens drei Ernten im Jahr. Die meiste Zeit des Jahres herrschen also fast tropenhafte Zustände. Nur im Winter kann es vorkommen, daß die eisigen Winde aus dem Nor Eis und Schnee herantragen. Während Dithorno des öfteren einen Wintereinbruch verzeichnet, kann man sich allerdings in Tizio kaum noch erinnern, wann es hier das letzte Mal geschneit hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Landschaft=====&lt;br /&gt;
generell Beide Provinzen zeichnen sich durch vorwiegend baumloses Tiefland aus. Vereinzelt triff man auf kleinere Gebirgsformationen oder Wälder. Die Kombination aus Landschaft und Klima führt zwangsläufig zu Plantagenwirtschaft. (siehe 5) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Küstensümpfe=====&lt;br /&gt;
Eine subtropische Sumpflandschaft, die in Dithorno Mangrovenküste, in Tizio dagegen Smaragdküste genannt wird, erstreckt sich die fast gesamte Küste Xidurias entlang. Die Mangrovenwälder sind auf normalen Wege unpassierbar und reichen an ihrer breitesten Stelle ca. 30 km in das Land hinein. Fauna und Flora sind ebenso für Menschen tödlich wie die Sümpfe selbst. Die Wälder dienen den Toquateken als Rückzugsgebiet (siehe 6.3), die von dort ihre Überfälle und Kriegszüge führen. Salzwasserkrokodile sind die bekanntesten Bewohner der Sümpfe. (siehe 12.1) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Bodenschätze=====&lt;br /&gt;
Xiduria besitzt keine nennenswerten Bodenschätze. Vereinzelt sind kleinere Fundstätten von Nutz- oder Edelmetalle bekannt und die einzigen Halbedelsteinvorkommen des Landes sind in der Gegend um Tizio zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Städte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Dithorno]]=====&lt;br /&gt;
Dithorno ist die norlichste Stadt Xidurias und wurde an sich schon vor langer Zeit gegründet. Jenes Dithorno wurde allerdings durch den Reiter der Finsternis vollständig dem Erdboden gleichgemacht. An der Stelle, an der einst eine blühende Stadt stand, erstreckt sich nur noch ein tiefer Kratersee, auf dessen Grund man, wenn man Glück hat, die Ruinen des alten Dithornos sehen kann. Fischer erzählen sich, daß in dunklen Nächten Lichter am Grund hin- und herhuschen. Sie sagen, dies wären die Geister der während der Katastrophe Gestorbenen, die noch nicht bemerkt haben, daß sie tot sind. Der Neuaufbau Dithornos, noch unter Verwaltung des Reich des Feuers, wurde von den besten wolsichen Architekten geplant und durchgeführt. Dadurch wurde Dithorno zur modernsten Stadt der Yddia. Ihre Straßen ziehen sich gerade durch die Stadt und teilen sie in quadratische Viertel auf. Die Hauptstraßen sind an jeder Stelle breit genug für nebeneinander fahrende Wagen. Es gibt eine Kanalisation und die Wasserversorgung erfolgt über Aquädukte, die Wasser aus den nahen Hügelketten in die Stadt transportieren. Der Palastbereich ist beeindruckend, genauso der Tempelbezirk, doch das Juwel der Baukunst sind die öffentlichen Bäder, die selbst in Magramor oder Nga ihres Gleichen suchen. Die Dächer der Gebäude erstrahlen im Rot gebrannter Ziegel, Die bevorzugte Farbe der Fassaden ist weiß, ob nur getüncht oder mit Marmor verkleidet. Reisende erzählen immer wieder von dem ‚strahlenden‘ Dithorno, daß bei Sonnenschein weit hin sichtbar ist. Dithorno selbst liegt im Landesinneren, mehrere Tage von der Küste entfernt. Um die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Handelsgütern zu gewährleisten wurde die Stadt Nga-Nova gegründet, die als Militär- und Handelshafen fungiert. Dithorno zählt derzeit ca. 20.000 Einwohner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Tizio]]=====&lt;br /&gt;
Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die eigentliche Stadt, die auf einem Hügel gegenüber dem Tempelbezirk erbaut wurde. Die Stadt ist wiederum aufgeteilt in Dutzende kleinerer Viertel, welche üblicherweise durch eine Familie kontrolliert werden. Nach der jüngsten Volkszählung leben in Tizio über 16.000 Einwohner, wobei ein knappes Viertel entweder als Slumbewohner nicht beachtet wurde oder sich der Zählung entzogen hat, so daß man von einer tatsächlichen Einwohnerzahl von ca. 20.000 Menschen ausgehen kann. Die Stadtsicherung obliegt der etwa 250 Personen starken Garde, deren Befehlshaber durch den Priesterrat eingesetzt wird und dessen Posten einer der Einträglichsten in ganz Xiduria sein soll. Allerdings nicht einer der Sichersten: seit der Plünderung durch die Tarai hatten diesen Posten schon 4 Männer und Frauen inne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Nga-Nova]]=====&lt;br /&gt;
Nga-Nova wurde aus einer Notwendigkeit heraus geschaffen: Immer mehr Einwanderer strömten in das Land, um ihr Glück zu machen. Das Problem war, daß die Kolonie Dithorno über keinen Seehafen verfügte. Also wurde dieser an einer günstigen Stelle aus dem Boden gestampft. Nga-Nova liegt wenige Tagesreisen im Ydd-Wes von Dithorno und dient außer als Schleuse für Immigranten auch als Kriegs- und Handelshafen. Die Bevölkerungsdichte wächst schneller, als man in dem sumpfigen Küstengelände Gebäude errichten kann und daher ist das Stadtbild geprägt von schlammigen Straßen und Hütten aus Segeltuch und Holz. Nur wenige Gebäude der Stadt wurden vollständig aus Stein errichtet, wie z.B. die Kaserne und die Residenz des Stadthalters. In Nga-Nova stranden viele Hoffnungen. Banden nehmen den Einwanderer die spärlichen Besitztümer ab, Mord ist an der Tagesordnung. Nga-Nova ist ein Sündenpfuhl in dem Glücksspiel, Prostitution und Drogenhandel genauso zu finden sind wie Menschenopfer und geheime Kulte. Wer kann, verläßt Nga-Nova, am Besten noch bevor er dort angekommen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Quatodon]]=====&lt;br /&gt;
Quatodon liegt an der Sudspitze Xidurias. Sie ist eine Küstenstadt mit einem Labyrinth vorgelagerter Inseln und Kanälen voller Untiefen, was es schwierig, wenn nicht unmöglich macht, ihren Hafen ohne kundigen Lotsen anzusteuern. Über Quatodon ranken sich aus diesem Grund zahlreiche Gerüchte. Für die einen ist es ein Piratennest, eine verkommene Lasterhöhle, für die anderen eine kultivierte Stadt, in der Philosophen abgeschieden von allen Einflüssen leben. Nach Meinung Dritter ist es wiederum nur ein Kaff, das vom Fischfang lebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Sumano]]=====&lt;br /&gt;
Sumano liegt an der Yddküste Xidurias, nicht weit entfernt von Tizio. Schon früh wurde die Stadt bekannt für ihr wohltuendes Seeklima und ihre Heilquellen. Besonders berühmt ist die ‚Höhle‘, die viele Gäste auch als ‚Hölle‘ bezeichnen: eine Tropfsteinhöhle, in der heiße Quellen für eine Temperatur sorgen, die fast schon der Mittagshitze der gybalischen Wüste gleicht, wenn auch die Luft feucht und schwer ist, und daher als natürliche Sauna für vielerlei Gebrechen genutzt wird. Sumano wird besonders im Sommer von den oberen Zehntausend der näheren und weiteren Umgebung als Aufenthaltsort bevorzugt. Angenehmes, nicht zu heißes Klima mit dem nötigen Komfort eines Kurortes bieten Gelegenheit zum Entspannen, alte Kontakte zu pflegen und Neue zu knüpfen. Wer hier residiert vergnügt sich tagsüber mit Kuren und Ausflügen, abends jedoch findet man den Gast auf einem der zahlreichen Empfänge oder im hiesigen Spielkasino. Viele Ehen des Adels sind hier während der Saison geknüpft worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Enzy#Wirtschaft|Wirtschaft]]===&lt;br /&gt;
Xiduria ist zwar landwirtschaftlich selbstständig, jedoch fehlt es an allem Anderen. Vor allem Metalle und Hölzer müssen über zum Teil weite Strecken importiert werden. Man ist also vom Handel abhängig. Die Haupteinnahmequelle der Yaykuy [[Enzy#Yaykuy|(siehe 11.1)]] ist zwangsläufig die Landwirtschaft. Auf großen Plantagen werden alle Sorten an Getreide, besonders Mais und Baumwolle, die heimischen Xoxlatl-Bohnen und vor allem T‘chubac [[Enzy#T‘chubac|(siehe 12.8)]] angebaut. Die Bewirtschaftung der Plantagen erfolgt durch Sklaven (siehe 6.4). Der Einsatz bezahlter Arbeiter würde die Preise horrend verteuern, daß sich jedweder Anbau kaum noch rechnen würde. Berühmt geworden sind die „Dithornos“, getrocknete und gerollte T’chubacblätter, deren Liebhaber mittlerweile auf allen drei Welten zu finden sind [[Enzy#T‘chubac|(siehe 12.8)]]. Erwähnenswert sind auch die Farben, die in Tizio hergestellt werden. Sie sind wegen ihrer Qualität und Leuchtkraft auf der ganzen Yddia begehrt. Das Geheimnis der genauen Mischungsverhältnisse ist innerhalb Tizios nur wenigen bekannt und wird eifersüchtig gehütet. Außenstehende wissen nur, daß viele der in der Umgebung von Tizio gewonnenen Halbedelsteine (siehe 3.4) für die Farben verarbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bevölkerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Eingewanderte=====&lt;br /&gt;
Über viele Jahre hinweg haben sich in Xiduria diverse Völker ein Stelldichein gegeben. Die meisten sind weitergezogen oder wurden vertrieben, jedoch nie vollständig. Zurückgeblieben ist ein Schmelztiegel unterschiedlichster Völker- und Kulturfragmente. Und täglich treffen Einwanderer von allen Welten her im Hafen von Nga-Nova ein. Die größte, nicht einheimische Bevölkerungsschicht in Dithorno und Umgebung ist wolsicher Abstammung. Viele der aus der Alten Welt ausgewanderten oder deportierten Wolsen waren aktiv an dem Aufstand beteiligt, denn sie hoffen hier ihr Glück zu machen. Derzeit beginnen die Wolsen sich mit der einheimischen Bevölkerung zu mischen. Im Sud Xidurias, in Tizio, lebt ein besonderer Menschenschlag. Die Tizianer, ursprünglich Toqui, die auf der Yddia geblieben sind, haben sich über die Jahrhunderte mit anderen Völkern vermischt, wodurch fast jeder Tizianer Blut der Ureinwohner in seinen Adern fließen hat. Auch Zuwanderung aus Gybal-Sham dürfte es häufiger gegeben haben. Tizianer sind, männlich wie weiblich, ein recht durchschnittlicher Menschenschlag, meist dunkelhaarig, ein eher mediteraner Typ, der im Alter ein wenig zur Korpulenz neigt, und sind selten über 1,90 m und unter 1,60 m groß. Tizianer sind von Natur auf temperamentvoll, aufbrausend und schnell beleidigt. Daher sind Duelle an der Tagesordnung. Es ist kein Wunder, daß sich die deportierten Tarcyri in Tizio heimisch fühlten und hier ansiedelten, entsprach doch das Naturell der Tizianer ihrem Eigenen. Innerhalb der letzen Jahre haben sich beide Bevölkerungsgruppen vermischt, so daß äußerlich kaum noch ein Unterschied erkannt werden kann. Generell trägt man einfache, der schwül-warmen Witterung angepaßte einfache Kleidung. Jedoch scheuen Personen von Reichtum und Stand weder Kosten noch Mühen, sich ihrer Umwelt zu präsentieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Chinche=====&lt;br /&gt;
Die Chinche gehören zu den Ureingeborenen. Sie leben in kleinen Dörfern von nicht mehr als 100 Bewohnern. Chinche sind friedfertig und betreiben Ackerbau, wobei sie vorwiegend Mais anbauen. Die Häuser der Chinche sind charakteristische Lehmpueblos. Ihre Kleidung ist einfach, aber farbig. Hosen und Überwürfe herrschen bei den Männern vor, die Frauen bevorzugen einfarbige Blusen mit weiten, in allen Farben des Regenbogens gestreiften Röcken. Chinche leiden wie auch die ‚Fremden‘ unter den Überfällen der Toquateken, die die Chinche wegen der Abkehr von der alten Lebensweise verachten. Um ihr Volk vor den Übergriffen und vor allem den folgenden Blutopfern zu schützen, haben sich eine Handvoll Chinche als Scouts und Fährtensucher der Armee angeschlossen. Chinche kommen in allen kultivierten Teilen Xidurias vor.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Toquateken=====&lt;br /&gt;
Der klassische Toquateke hat eine bronzefarbene Haut, ist groß gewachsen, hat dunkle, fast schwarze Haare und eine scharf geschnittene, oft geknickte Nase. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die Mangrovensümpfe. Es geht die Sage, daß sie dorthin von einem Eroberervolk vertrieben wurden. Mittlerweile haben sie diesen Umstand zu ihrem Vorteil genutzt. Die Sümpfe geben ihnen alles, was sie benötigen: Schutz, Waffen, Nahrung und Gifte. Vor hier starten sie ihre Raubzüge. Dabei ist ihr Hauptanliegen, die Eroberer aus Xiduria zu vertreiben und wider ihren angestammten Platz als herrschendes Volk einzunehmen. Wäre die Zahl der Toquateken größer, würden sie dieses Vorhaben sicher mit Erfolg in die Tat umsetzen können. So bleiben ihnen nur Angriffe auf Außenposten und Siedler der Fremden oder auf Dörfer der Verräter, wie andere friedliche Stämme genannt werden, die in den Augen der Toquateken mit den Fremden kollaborieren. Nach ihren Angriffen ziehen sich die Toquateken in die Sümpfe zurück. Verfolger haben dabei wenig Chancen, sie einzuholen, zu undurchdringlich ist das Gebiet für Fremde. Es kursieren auch Geschichten, daß Verfolgertrupps durch den Angriff zahmer Krokodile aufgerieben wurden, aber solche Geschichten gehören wohl in das Reich der Fabel. Der Führer der Toquateken wird als Inch‘qua X’u bezeichnet, was soviel bedeutet wie „Herr über Leben und Tod“ und hat absolute Macht. Etwas unter ihm in der Hierarchie angeordnet sind die Sumi (siehe 8.5), die in der Realität die eigentliche Macht im Staate inne haben. Mit dem Gott der Toquateken, Baba Croqua (siehe 8.3) und den ihn gnädig stimmenden Blutopfern führen sie eine für Außenstehende Herrschaft des Schreckens. Die Toquateken selbst empfinden dies nicht so, denn Baba Croqua gibt ihnen schließlich die Kraft, ihre Feinde zu besiegen und sich von ihnen die Opfer für die Rituale zu holen. Sind die Toquateken zu schwach ihre Feinde zu unterwerfen ist es nur Recht und billig, daß sie selbst geopfert werden. Tchi‘chen’tolpac oder auch Xaquatl genannt, einer der ‚Lost Cities‘ auf der Yddia, ist eine ihrer Hauptstützpunke. Diese uralte Stadt der Stufenpyramiden wurde auf den Überresten einer noch älteren Stadt erbaut, deren Gründer unbekannt sind.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sklaven=====&lt;br /&gt;
Die Größe der Plantagen macht den Einsatz von Sklaven unverzichtbar. Die Regierung von Xiduria hat erkannt, daß das System von Staatssklaverei, wie es im Reich des Feuers angewandt wird, vor allem finanzielle Vorteile birgt. Daher wurde es mit kleinen Änderungen übernommen. Staatssklaverei bietet den Sklaven auch genügend Schutz ihren &#039;Herren&#039; oder besser ‚Mietern‘ gegenüber, denn Staatseigentum zu beschädigen wird hart bestraft Die wesentliche Anderung besteht darin, daß Sklaven in der dritten Generation frei gelassen werden und volle Bürgerrechte und –pflichten erhalten. Derzeit gibt es zwischen 50.000 und 80.000 Sklaven in Xiduria, meistens Longoten, die mit Erlaubnis der Regierung Caswallons direkt dort gefangen wurden.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Struktur===&lt;br /&gt;
An der Spitze der sozialen Struktur Xidurias stehen die Großfamilien und ihre jeweiligen Anführer, die oft hochtrabende Titel für sich beanspruchen. Der Einfachheit halber sprechen wir im Folgenden von einem oder einer ‚Qaom’de‘, denn es ist nicht zwingend, daß das Oberhaupt männlich ist. Diese Familien bestehen keinesfalls nur aus Blutsverwandten, viel eher spiegeln sie alte Clanmuster wieder, wie sie seit Jahrhunderten in Xiduria verbreitet sind. Neben den miteinander verwandten Familien, die den Kern einer solchen Großfamilie ausmachen, zählt nahezu jeder Bewohner Xidurias als „Khuchi“ zu einer Großfamilie. Dazu genügt es, daß er auf ihrem Land lebt oder in einem Stadtviertel beheimatet ist, das diese Familie beansprucht. Möglicherweise ist er Mitglied einer Zunft, die von dieser Familie dominiert wird. Diese Khuchi haben Abgaben an die Familie zu entrichten und ihren Qaom’de zu ehren. Dafür sorgt die Familie mehr oder weniger für ihren Schutz und vertritt sie in Rechtsangelegenheiten. Im Allgemeinen werden Verträge nur anerkannt, wenn sie von den Familien geschlossen werden. Dieses Khuchisystem zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Vom kleinen Handwerker, dem seine Helfer und Lehrlinge verpflichtet sind, der aber wiederum seinen Zunftmeistern oder Viertelvorstehern untergeordnet ist, bis zum Edelmann, der immer noch seinem Familienoberhaupt Treue und Respekt schuldet, hat im Grunde genommen jeder einen Qaom’de und mehr oder minder viele Khuchi. Die Stellung des Qaom’de ist von großer Wichtigkeit für einen Xidur, denn dadurch spiegelt sich die eigene gesellschaftliche Stellung wieder. In den untersten Schichten kann es durchaus sein, daß man mehrere Qaom’de hat. Solche Qaom’de sind aber meist unbedeutende oder junge Adlige, die sich noch eine soziale Position erobern wollen. Aber auch ein Qaom’de zieht gesellschaftlichen Nutzen aus seinen Khuchi, es wird zum Beispiel erwartet, daß die Khuchi ihren Qaom’de bei öffentlichen Auftritten und Tempelbesuchen begleiten. Ebenso sollten sie bei Auseinandersetzungen auf der Seite ihres Beschützers stehen. Auch der Status des Qaom’de wird an der Zahl und der Bedeutung seiner Khuchi gemessen. Die Angehörigen der Großfamilien selbst, also Blutsverwandte des jeweiligen Oberhauptes, bilden so etwas wie die Adelsschicht und werden als „Ché arandé“ bezeichnet. Die einzelnen Großfamilien sind heillos untereinander zerstritten und nicht selten kommt es zu blutigen Zusammenstößen. Es gilt die Regel: Je näher Großfamilien aneinander wohnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß es zu Streit kommt. Daher ist auch jeder Wohnsitz einer Familie in den Städten befestigt. Dies reicht von Palazzos mit geschützten Außenmauern bis hin zu regelrechten Wohntürmen, eine Paranoia, die vielen Menschen z.B. während der Plünderung Tizios durch die Taraiibestien das Leben gerettet hat. Ein Qaom’de hat immer die absolute Gewalt über die Familienmitglieder. Es spricht innerhalb der Familie nach bestem Wissen und Gewissen Recht und kann, wenn notwendig sogar die Todesstrafe verhängen. Diese Struktur ist der Grund dafür, daß es in Xiduria kaum Gesetze, geschweige denn eine Rechtsprechung im üblichen Sinne gibt. Streitigkeiten zwischen den Großfamilien werden zuerst gemäß alten Regeln und Traditionen zwischen den Kontrahenten geklärt, kommt es jedoch zu keiner Einigung wird eine von beiden Seiten gebilligte dritte Partei als Schiedsstelle hinzugezogen. Oft sind es Priester diverser Gottheiten, die diese Aufgaben erhalten.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Religionen und Götter===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Religion im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung Xidurias kennt eine geradezu unglaubliche Anzahl höherer Wesen. Ob Götter oder Dämonen, Geister der Ahnen oder Geister, die jeden Stein und Strauch bevölkern, der Xidur glaubt an alles. Auch an die Existenz der Götter fremder Kulturen ist man gerne bereit zu glauben, es gibt sogar Modeerscheinungen in der Verehrung fremder Götter. Ob die Verehrung eines Gottes statthaft ist, bestimmt der Rat der Priester, nur mit seiner Zustimmung sind kultische Handlungen innerhalb der Städte gestattet. An den Ausfallstraßen der meisten Städte Xidurias finden sich daher auch Dutzende Schreine minderer Götter, die auf diese Art und Weise geehrt werden. Einzige Ausnahme bildet der Tempel der unbekannten Götter, in dem jedoch keinerlei kultischen Handlungen fremder Gläubigen erlaubt sind, da denen der jeweilige Gott ja sehr wohl bekannt ist. Die meisten Xidur haben eine Hauptgottheit, deren Regeln sie sich unterwerfen, aber kein Xidur wäre ohne den einen oder anderen Talisman denkbar, der Flüche abhalten soll. Es folgt eine kleine Auswahl von Gottheiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Der geflügelte Wächter des Lebens=====&lt;br /&gt;
Der einstmalige Wächter Laisutasas ist mit den Jahren für die Ureinwohner immer mehr von einem realen Wesen zu einer mythischen Gottheit geworden. Der Wächter steht für den Schutz des Lebens vor der Finsternis, für Einigkeit und Frieden. Die Gestalt, die der Wächter gewählt hat, ist die einer fünfköpfigen Hydra (siehe 13.3).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Baba Croqua|Baba Croqua]]=====&lt;br /&gt;
Die Toquateken beschreiben Baba Croqua als den Urvater aller Krokodile, die in den Sümpfen leben. Er ist uralt und böse und schläft, den Sumi [[Enzy#Sumi|(siehe 9.4)]] nach, unter Xiduria. Dabei ist er so groß, daß sein Schwanz im Nor Dithornos endet und sein Maul im Sud von Tizio in den Ozean ragt. Ein dortiger Meerbusen mit vielen kleinen, felsigen Inseln ist als „Baba’s Maul“ bekannt. Baba Croqua wird von den Toquateken als Gott verehrt. Um ihn nicht zu wecken, werden seine Träume mit Menschenopfern versüßt. Kandidaten für diese Opfer werden durch Raubzüge erbeutet und sind definitiv keine Freiwilligen. Die Sumi glauben, daß, wenn der Gott erwacht, die Welt untergeht. Große, uralte Krokodile, wie sie vereinzelt in den Sümpfen vorkommen, werden als Traumabbilder Baba Croquas von den Toquateken verehrt. Ein Tropfen des Lumen Vita, das Baba Croqua absondert, soll ewige Jugend und Schönheit, ewiges Leben und absolute Macht bringen. Der Wächter vs. Baba Croqua So wie die Hydra, der fünfköpfige, geflügelte Wächter für das Leben und alles Gute steht, ist Baba Croqua, das größte und älteste Krokodil Xidurias, Symbol für alles Böse. Seit Anbeginn der Zeiten sind beide Geschöpfe Widersacher. In diesem ewig währenden Krieg gelang es den Anhängern Baba Croquas vor Äonen die Hydra zu überwältigen und sie in ein Gefängnis zu sperren, aus dem eine Flucht trotz aller magischer Macht, über die sie verfügte, unmöglich war. In diesem Gefängnis, einem Ei, befand sich die Hydra bis die „Vom Land Erwählten“ es fanden und sie befreiten. Damit startete in diesem Kampf eine neuen Runde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sumi Sumi=====&lt;br /&gt;
bezeichnet die Gruppe der von den Eroberern als Schamanen und Medizinmänner bezeichnetet Priester der Toquateken. Die Sumi besitzen große magische Macht, die sie nach Belieben zum Wohl oder Wehe des Einzelnen einsetzen. Sumi heißt in der Sprache der Urbevölkerung soviel wie „Onkel“. Man versucht dadurch den Sumi zu schmeicheln, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erwecken, denn welcher Onkel schadet schon seinen Verwandten. Die Sumi teilen sich in zwei Lager: Das Größere von Beiden betet Baba Croqua an und ist bestrebt, die fremden Eroberer zu vertreiben und zu vernichten und die alten Blutrieten der Ahnen wieder einzuführen. Schwarze Magie und Flüche setzen sie ohne Skrupel ein. Die Quellen ihrer Macht sind Blutopfer und das Lumen Vita (siehe 13.5). Die Sumi sind in der Lage, Krokodile zu melken, d.h. diese Droge zu gewinnen, ohne das Tier zu töten. Die zweite Gruppe ist kaum noch existent. Ihre wenigen Mitglieder verehren das Land und als sein Symbol die Hydra. Ihre Macht war dadurch beschränkt, solange ihr Symbol eingekerkert war.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Ñaña k&#039;anchay|Ñaña k&#039;anchay, die Schwestern des Lichts]]=====&lt;br /&gt;
Dieser Orden hat sich zur Aufgabe gesetzt, dem Leben zu dienen. Sinnbild des Lebens ist das ‚heilige Feuer‘, das in ihrem Heiligsten mit violetter Flamme brennt, nur von der Liebe zum Leben gespeist . Eine einfache Schwester wird als ‚Aya‘ bezeichnet, die Oberin trägt den Titel der ‚Agia‘ und sie steht traditionell dem Priesterrat Tizios vor. Helfen bis zur Selbstaufopferung ist eine Eigenschaften, die viele der Schwestern auszeichnet. Sie sind ausgebildet als Hebammen und auch als Heiler und stellen ihre Künste jedem zur Verfügung. An vielen Orten bewirtschaften sie kleine Ordenshäuser, die immer auch ein Hospiz besitzen. Die Schwestern des Lichts nehmen bevorzugt junge weibliche Waise auf und geben ihnen Hoffnung und eine Zukunft. Viele der angesehen Familien Tizios schicken ihre Töchter zu den Schwestern in die Schule. Der Beitritt zum Orden ist keine Pflicht für die Schülerinnen. Daher ist es nicht selten, daß ehemalige Schülerinnen des Ordens in ihren Familien eine hohe Stellung einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Aece’tjpo=====&lt;br /&gt;
Oberste Gottheit des Xjelo Path, eines der vielen Pantheon Xiduria Aece’tjpo ist sowohl männlich als auch weiblich. In diesem Wesen steckt die unbändige Urkraft. Dieses Wesen gebar zahlreiche Kinder, die den Xidur als Gottheiten bekannt sind.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Ix Xel Ix Xel=====&lt;br /&gt;
ist die Herrin des Regenbogens, die Göttin der Geburt und der Weissagung. Ix Xel existiert am Rande der Morgenröte. Sie ist den Menschen wohl gesonnen und greift auch schon mal persönlich ein, wenn ihre Hilfe dringend benötgt wird. Sie wird immer mit vielen Brüsten dargestellt, welche die Gebärfreudigkeit erkennen lassen. In ihrer Rechten hält sie einen Zweig des Lorbeerbaumes, der -16-ihre Weisheit symbolisiert. Um ihren Kopf rankt sich ein halbrunder, streifenförmiger Kranz als Synonym des Regenbogens.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Tjerratatei Centeotl=====&lt;br /&gt;
Tjerratatei Centeotl ist eine Tochter Aece’tjpos und wird als große Erdmutter verehrt. Sie wandelt in der Gestalt eines großen Ocelotl umher. Ihr Körper besteht halb aus Fell und halb aus einer schuppenartigen Panzerung. Ihre Flügel sind gewaltig und gefiedert. Tjerratatei Centeotl wird gerne nachgesagt, daß sie Ernten schlecht ausfallen läßt. Deshalb steht sie vor allem für Mißernten und Naturkatastrophen. Um die Gottheit gnädig zu stimmen, bringen ihre Priester regelmäßig Blutopfer dar, die in Form von Menschenopfern das Wertvollste darstellen, was das Volk den Göttern anbieten kann. Oftmals melden sich dazu Krüppel oder Kriegsversehrte, um den Segen einer guten Ernte ihrem Volk zu ermöglichen. Als Belohnung leben sie ein volle Jahr wie die Könige, ehe sie dann Tjerratatei Centeotl geopfert werden. Tjerratatei Centeotl giert nicht nur nach Blut und Verwüstung. Sie hat auch besondere Lieblinge unter den Menschen und sorgt auf unterschiedlichste Weise für deren Schutz.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Golrooxquos=====&lt;br /&gt;
Der Kriegsgott Golrooxquos, ein Sohn Aece’tjpos, ist ein finsterer Kriegsgott. In ihm vereinen sich Grausamkeit, Blutgier und Kampfkunst auf unvorstellbare Weise. Er lechzt nach Macht und weidet sich an der Angst der Opfer, die auf möglichst grauenhafte Art und Weise getötet werden. Er manipuliert seine Anhänger, hat aber keine Skrupel, sie zu töten, wenn sie ihm lästig werden. 8.10Noctuna Eine weitere Tochter Aece’Tjpos. Sie ist die Herrin der Nacht und die Gefährtin Golrooxquos. Ihr Reich beschränkt sich allerdings auf die Finsteren Winkel der Dunkelheit, in denen schreckliche Alpträume und Gefahren lauern. Diese schickt Noctuna mit großer Freude den Menschen. Sie labt sich an den dadurch entstandenen Ängsten. Jegliche nachtaktive Lebewesen und Pflanzen werden als Noctunas Gehilfen angesehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Astrelja=====&lt;br /&gt;
Eine Schwester Nocturnas die die „Leuchtende Göttin der Nacht“. Anders als ihre Schwester gibt sie Hoffnung und Frieden. Astrelja zeigt den Menschen, daß in der Dunkelheit nicht nur Gefahren lauern, sondern auch das Gute zu finden ist. Sie besitzt eine blasse, durchscheinende Haut, ihre Haare sind fast bodenlang und leuchten, wie ihre Kleidung, silbrig blau. Ihre Augen funkeln immer und lassen eine unendliche Weiter erahnen. Schon oft retteten ihre strahlenden Augen so manchen in finsterer Nacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Tijzentel=====&lt;br /&gt;
Die hiesige Gottheit des Denkens und der Intelligenz heißt Tijzentel. Er wird immer als Flötenspieler dargestellt, der eine Maske trägt. Zahlreiche Streiche, die er Göttern und Dämonen gespielt hat oder Situationen, in denen Tijzentel durch seine Intelligenz Fallen der oben genannten zu seinem Vorteil verwandelt hat, gehören zu den beliebtesten und am meisten erzählten Geschichten bei Xidurias Ureinwohnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders hervorzuhebende Gruppierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die „Vom Land Erwählten“=====&lt;br /&gt;
Dieser Name steht nicht für eine Gruppierung oder Geheimgesellschaft im üblichen Sinne. Das Land Xiduria selbst wählt Personen aus, die es aus irgendwelchen Gründen für besonders geeignet hält, ihm, dem Land und seinen Bewohnern selbst, Frieden und Einigkeit zu bescheren. Jedem dieser Personen wird auf wundersame Weise eines der Amulette Laisutasas zugespielt. Keiner der „Vom Land Erwählten“ weiß, wer dafür verantwortlich ist, denn der Weg, solch ein Amulett zu erhalten, ist immer ein anderer und scheint zufällig. Durch das Amulett stehen sie mit den anderen „Vom Land Erwählten“ und auch dem Wächter, der Hydra, auf Wunsch in Kontakt. Dies geschieht durch Gefühlsübertragung. Daher können sich auch „Erwählte“ leicht untereinander identifizieren, ohne sich vorher begegnet zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sarinkay=====&lt;br /&gt;
Die auch als „Schicksalsweberinnen“ bekannten Sarinkay bilden eine Geheimgesellschaft, deren Ursprünge im Dunkeln liegt. Meist sind es alte, weise Frauen, z.B. Medizinfrauen der Ureinwohner, die ihnen angehören, aber auch junge Mädchen können zur Sarinkay werden. Die Kriterien, nach denen diese Auswahl geschieht, sind nur den Sarinkay selbst bekannt. Im Volk munkelt man aber, daß das Land selbst diejenige bestimmt, die berufen ist, Sarinkay zu werden. Ihre Fertigkeiten sind mystisch, keiner kann genau sagen, wessen sie fähig sind, aber man ist sich sicher, daß sie das Schicksal eines jeden beeinflussen und sogar ändern können. Eine Sarinkay zu reizen, gar zu beleidigen, kommt einem Selbstmordversuch gleich. Zu viele Geschichten kreisen in Xiduria über die Unglücklichen, die es wagten, eine Sarinkay herauszufordern. Eine Sarinkay ist durch nichts von anderen Frauen zu unterscheiden, doch aufmerksame Beobachter wissen instinktiv, wenn sie einer Sarinkay gegenüber stehen. Weniger aufmerksame Menschen sind besser allen Frauen gegenüber höflich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Torreón=====&lt;br /&gt;
Die Torreón sind eine Vereinigung von Menschen, die nach absoluter Macht streben. „Der Turm“ ist die Übersetzung des Wortes Torreón und bezeichnet den Gründungsort der Gruppe. Wo dieser Turm steht ist nur den Mitgliedern bekannt, er dient als Sitz ihrer Führungsspitze. Nur Männer und Frauen werden eingeladen dieser Gruppe beizutreten, deren Charakter von skrupelloser Effizienz und mangelndem Gewissen geprägt ist. Ihr Wirkungsgebiet ist Xiduria und die Grenzgebiete zu anderen Reichen, jedoch träumen sie davon, ihren Einfluß auszudehnen. Erst soll ihnen die Yddia gehören, dann ganz Magira. Seit die Torreón von Laisutana‘s Amuletten (siehe 13.2) und den ihnen damit offenstehenden Möglichkeiten erfahren haben, sind sie bestrebt, jedes Amulett in ihren Besitz zu bringen, dessen sie habhaft werden können. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Sumi|Sumi]]=====&lt;br /&gt;
Das Wirken der Baba Croqua anbetenden Sumi auf die Gesellschaft Xidurias hat zum Ziel, ihrem Gott (siehe 8.5) die nach ihrer Meinung zustehende Position wieder zu verschaffen und alle Bemühungen, das Land wieder zum Licht zu führen, zu vereiteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militär ===&lt;br /&gt;
Nach dem Umsturz wurden die Legionen des Reich des Feuers durch ein Stehendes Heer aus Freiwilligen ersetzt, das in Dithorno und dem Umland stationiert ist. Unterstützt wird dieses Heer im Ernstfall durch Söldner und Milizen Söldner bilden den Hauptanteil des Militärs in Tizio und Umgebung. Natürlich besitzt jede Familie Haustruppen, die im Ernstfall zu einem Heer vereinigt werden. Eine in Tizio stationierte tarcyrische Söldnertruppe, die keinem der Häuser angehört, sorgt für die Aufrechterhaltung des Status Quo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verwaltung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Yaykuy|Yaykuy]]=====&lt;br /&gt;
Das Land Xiduria ist ein Zusammenschluß vieler einzelner Gebiete, die alle unter der Knute des Reich des Feuers gestanden und gemeinsam den Kampf um die Freiheit gewonnen haben. Organisierte Bereiche (ganze Gebiete oder auch einzelne Städte) werden als „Yaykuy“ bezeichnet, was soviel heißt wie Gemeinschaft oder Provinz, und versuchen als eigenständige Einheit innerhalb Xidurias an Einfluß zu gewinnen. In jeder Provinz gibt es eine Stadt, die als Regierungssitz dient und meistens der Yaykuy ihren Namen gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Ayunta =====&lt;br /&gt;
Die Ayunta ist die Versammlung der Abgesandten aller Yaykuy. Sie sollte mindestens einmal im Jahr stattfinden, kann aber in Krisenzeiten oder bei zu geringer Beteiligung verschoben werden. Sie tagt in Dithorno. Wie viele Mitglieder der Ayunta eine Yaykuy einsenden darf, hängt von der Größe und ihrem Status innerhalb Xidurias ab. Die Yaykuy Dithorno z.B. stellt 49% der Mitglieder. Die Ayunta tagt über Probleme, die alle Yaykuy angehen, verifiziert Gesetze, erhöht oder senkt Steuersätze und entscheidet über den Einsatz von Truppen bzw. bestätigt den Ebensolchen. Eine der wichtigsten Aufgaben obliegt der Ayunta in der Wahl des X’uja’rey&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====X’uja‘rey=====&lt;br /&gt;
Der X’uja’rey, der oberste Lenker Xidurias, leitet die Gemeinschaft der Yaykuy. Der Name bedeutet frei übersetzt soviel wie „Mit der Zustimmung aller“ Man kann den X’uja’rey von seinen Befugnissen her mit einem König oder Herrscher vergleichen, jedoch sollte man immer beachten, daß ihm nach seiner Amtszeit, sollte er seine Befugnisse mißbraucht haben, der Prozeß gemacht werden kann. X’uja’rey wird man nicht durch Geburt oder Bestimmung, man wird von der Ayunta gewählt. Der erste Amtsinhaber wurde von der Interimsregierung direkt nach der erfolgreich durchgeführten Revolution ernannt. Die Amtszeit beträgt sieben Jahre, dann erfolgen Neuwahlen (sofern die Ayunta zusammen tritt). Es gibt keine Einschränkung in der Anzahl der Wiederwahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Korruption=====&lt;br /&gt;
Kleine Geschenke in den richtigen Händen dienen seit je her in Xiduria dazu sich für einen Gefallen zu bedanken oder die Bearbeitung eines Vorganges zu beschleunigen. Dieser Brauch stammt noch aus der ‚alten Zeit‘, da ein Staatsamt im Reich des Feuers ehrenamtlich ist und somit keine Vergütung erhält. Trotzdem wird Korruption nach außen hin mißbilligt. Beamten, die in bei der Höhe der Wertschätzungen durch andere übertreiben, drohen hohe Strafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Curie=====&lt;br /&gt;
Tizio hat durch seine Geschichte eine eigene Form der Regierung: vor der Besetzung Tizios durch fremde Völker wurde die Regierung durch einen Rat aller großen Familien gebildet, der Curie. Diese kam in Tizio zusammen und hatte theoretisch die gesamte Staatsgewalt inne. Sie war gleichzeitig Parlament und oberster Gerichtshof und berief alle öffentlichen Beamten und militärischen Ränge. Bei Abstimmungen gilt die Mehrheit, was zu allen Arten der Mehrheitsbildung führt, legalen wie auch illegalen. Durch die Konflikte der Familien untereinander ist die Curie jedoch kaum fähig bedeutende Entscheidungen zu treffen, so das die Verwaltung Xidurias eine gut funktionierende, unauffällige Administration der alltäglichen Dinge aufgebaut hat. So entsteht bei den Tizianern ein Eindruck der Selbstverwaltung, der nicht unerheblich zu ihrem Wohlbefinden beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Priesterrat=====&lt;br /&gt;
Tizios Priesterrat kümmert sich um spirituellen Belange. Jede Religion, jeder Orden hat hier einen Sitz. Den Vorsitz führt traditionell die Agia der Schwestern des Lichts (siehe 8.5). Eine Aufgabe des Priesterrats besteht darin Verfehlungen der einzelnen Glaubensgemeinschaften zu bewerten und gegebenenfalls mit Strafen zu belegen. Die schlimmste Strafe, die einer Glaubensgemeinschaft auferlegt werden kann, ist das Aberkennen des Religionsstatus und die damit verbundene Verbannung aus der Provinz, nicht jedoch aus Xiduria selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nachrichtenübermittlung=====&lt;br /&gt;
Die immensen Entfernungen Xidurias machen es notwendig, Nachrichten innerhalb der Yaykuy Tizio und Dithorno möglichst effektiv hin und zurück zu transportieren. Daher wurden zwei schnelle Botenschiffe eingesetzt, die Thuron und die Thaxes, die zwischen den Städten via Nga-Nova zeitversetzt hin und her fahren, so daß optimaler Weise Nachrichten zwei mal pro Monat ihr Ziel erreichen. Ein eher selten auftretendes Phänomen mit dem Nachrichten übermittelt werden können, hat keine eigene Bezeichnung. Es ist nur als Zwillingsphänomen bekannt. Wenigen Zwillingen Xidurias ist die Gabe der Nachrichtenweitergabe über große Entfernungen gegeben: Während der eine Zwilling z.B. sich in Tizio befindet und eine Nachricht liest, schreibt der zweite Zwilling in Dithorno ihren Inhalt auf. Solche Zwillinge sind natürlich gesuchte und wegen ihrer Seltenheit hoch bezahlte Spezialisten. Über die maximale Entfernung, über die eine Nachricht übermittelt werden kann, ist noch nichts bekannt, es wird jedoch vermutet, daß die Grenzen der Yddia auch die Grenzen dieses Talentes darstellen, da die Entfernung und Qualität der Übermittlung abnimmt, je mehr fließendes Wasser sich zwischen den Zwillingen befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fauna/Flora ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Krokodile=====&lt;br /&gt;
Die in Xiduria beheimateten Krokodile unterscheiden sich vom Aussehen nicht besonders von ihren auf ganz Magira vorkommenden Artgenossen. Anders als die meisten anderen Arten ernähren sie sich vorwiegend von Fischen und anderem Meeresgetier, die sie im küstennahen Bereich des Ozeans jagen, aber auch manches vermißtes Fischerboot geht wohl auf ihr Konto. Ihre Rast und Nistplätze liegen versteckt in den Mangrovensümpfen Xidurias. Laut einer Sage sind die Krokodile die Kinder Baba Croquas (siehe 8.3). Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, daß aus ihrer Hirnanhangdrüse das Lumen Vita (siehe 13.5) gewonnen werden kann. Das Lumen Vita ist zwar illegal, aber sehr begehrt, und daher ist Krokodiljäger ein sehr einträglicher, wenn auch äußerst gefährlicher Beruf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Armadillo=====&lt;br /&gt;
In vielen Gegenden Xidurias haben sich Pferde als Last und Reittiere nicht durchsetzen können. Das am meisten eingesetzte Tier für den Transport von Menschen und Lasten ist das Armadillo, ein Verwandter des Gürteltieres. Armadillos können bis zu 3 m lang werden. Normalerweise sind diese Vegetarier ausdauernde und friedfertige Kreaturen, aber in Panik können sie über kurze Distanz schneller laufen als ein Pferd. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nandu=====&lt;br /&gt;
Als Reittier dienen den Einwohner Xidurias große Laufvögel, die Nandus. Auch gezähmt behalten die Tiere einen Teil ihrer natürlichen Wildheit und Nandu-Reiter tun immer gut daran einen Stachelstock bei sich zu führen, mit dem sie Kommandos geben und die Nandus daran hindern, nach ihnen zu schnappen. Nandu-Hennen werden vor allem in der oberen Gesellschaftsschicht selten benutzt, denn die männlichen Nandus besitzen am Kopf buntschillernde Federn und sind daher als Statussymbol sehr begehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Yopok=====&lt;br /&gt;
Das Yopok ist ein kleiner Wasserbewohner aus der Familie der Nagetiere. Sein langer Greifschwanz macht ihn auch zu einem geschickten Kletterer. Sein weiches Fell und sein wohlschmeckendes, zartes Fleisch machen ihn zu einem bevorzugten Jagdobjekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Dypodi=====&lt;br /&gt;
Das Dypodi ist ein Baumbewohner. Dypodi können bis zu 3 m lang werden und männliche Tiere erreichen mehr als einen Zentner Gewicht. Dypodi sind genügsame und friedliche Tiere und daher schon lange domestiziert worden. Sie sind Hauptlieferant für Fleisch in Xiduria, aber auch ihre Wolle wird gerne verarbeitet. 12.6Ocelotl Der Ocelotl ist das größte Landraubtier Xidurias. Ausgewachsen besteht er aus über fünf Zentnern reinen Muskeln. Die untere Körperhälfte eines Ocelotl ist mit Fell bedeckt, die obere Hälfte ist mit Schuppen gepanzert. Ocelotl sind Einzelgänger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Gras in Tizio=====&lt;br /&gt;
Das Gras in Tizio hat eine besondere Beschaffenheit. Pferde, die von den erobernden Völkern eingeführt wurden, sind als einzige Gattung nicht in der Lage, es zu verdauen, obwohl es ungiftig ist. Daher zählen Pferde in Tizio als Symbol für Reichtum, den nur derjenige kann sich ein Pferd leisten, der finanziell in der Lage ist, das Futter für das Tier von außerhalb einzuführen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#T`chubac|T‘chubac]]=====&lt;br /&gt;
T’chubac ist eine Blattpflanze, deren Blätter geraucht oder gekaut eine belebende, stimulierende Wirkung entfalten. Meistens werden die geernteten Blätter getrocknet, dann gebeizt und anschließend gerollt. Die so entstandenen „Dithornos“ sind in allen drei Welten bekannt und begehrt ob ihres kräftigen und doch mildem Geschmacks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Gewirrmoos=====&lt;br /&gt;
Besondere Eigenschaften hat das in den Mangrovensümpfen vorkommende Gewirrmoos zu einem begehrten Handelsartikel gemacht. Das Moos wirkt blutstillend und ist zudem ein natürlich vorkommendes Antibiotikum. Den Namen hat das Gewirrmoos durch seine Form erhalten: Dünne, weiche Äste bilden ein miteinander verknüpftes Gewirr. Die Farbe des Mooses ist ein leichtes Hellgrün mit einem Stich ins Gelbliche. Das Moos kann nur mit einigem Aufwand geerntet werden, da es nicht am Boden wächst, sondern sich parasitär in den Kronen der Mangroven einnistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Xoxlatl=====&lt;br /&gt;
Die Xoxlatl ist eine sehr fetthaltige Bohne, die an Sträuchern wächst. Man preßt die Frucht und gewinnt aus ihr ein sehr aromatisches, aber bitteres Öl, das auf viele verschiedene Arten zum Kochen verwendet wird. Scharfe Fleischgerichte sind genauso unter den Rezepten zu finden, in denen Xoxlatl-Öl verwendet wird, wie eine heißes Getränk, wobei dem Öl Rohrzucker oder Honig sowie Milch zugegeben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Magie im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
Die Magie im allgemeinen in Xiduria basiert auf Fremdquellen, wie Amulette, Fetische oder sonstigen Gegenständen mit Macht. Selbst ein unscheinbarer Kieselstein, der am richtigen Ort gelegen hat. kann es einem Menschen ermöglichen, gewollt oder ungewollt Zauber zu wirken. Solche Zauber sind eher schwach und unbedeutend, die Magie, die ein Gegenstand mit Macht besitzt, kann immens stark sein. Somit könnte jeder Bewohner Xidurias theoretisch Magie wirken. Innerhalb der Bevölkerung Xidurias gibt es jedoch quasi keine ausgebildeten Magier. Magie als Wissenschaft ist völlig unbekannt, und auch echtes magisches Talent ist ausgesprochen selten. Auch die Urbevölkerung verfügt nicht über das, was man als klassische Spruchmagie bezeichnen könnte. Dafür ist aber eine Art Fluchmagie bekannt, und beinahe jede Familie verfügt über einen eigenen überlieferten Fluch. Diese Flüche müssen im genau überlieferten Wortlaut zu mehr oder minder festgelegten Bedingungen ausgesprochen werden, um ihre Wirkung zu zeigen. Diese Wirkung kann nur von einem Talisman oder durch die Hilfe eines Priesters aufgehalten werden. Die Wenigen, die sich mit Magie beschäftigen, sind immer bestrebt, an stärkere, mächtigere Artefakte zu gelangen, um ihre magische Macht zu verstärken. Der Gemeine hingegen, der normalerweise über die magische Begabung einer Holzplanke verfügt, wird sich höchsten erstaunt zeigen oder verängstigt sein, sollte er an ein starkes Artefakt gelangen und ihm dadurch unbewußt unerklärliche Dinge gelingen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Amulette Laisutasas=====&lt;br /&gt;
Die Amulette Laisutasas sind mächtige magische Gegenstände. Da die Zahl der Einwohner der Wolkenstadt verloren gegangen ist, ist nicht bekannt, wie viele einstmals davon geschaffen wurden oder wie viele noch existieren. Ihr Aussehen wird als eher schlicht beschrieben. Eine silberne Scheibe in einem Bogen aus Holz, der an eine Lyra erinnert. Es scheint keine bestimmte Holzsorte zu geben, die bevorzugt wird. Man sagt, ein Amulett alleine sei bedeutungslos, erst zwei Träger zusammen wären in der Lage, ihre Macht zu wecken. Jedes weitere Amulett verstärkt die Wirkung und wenn alle Amulette zusammen sind und ihre Träger das gleiche Ziel hätten, könnten sie die Welt aus den Angeln heben. Mit diesem Märchen erschrecken die Ureinwohner ihre Kinder. Die wirkliche Kraft der Amulette besteht darin, ihren Träger zu befähigen, Gefühle manipulieren zu können. So können mit ihrer Hilfe sowohl Kriege verhindert als auch verursacht werden, denn die Amulette sind weder dem Licht noch der Finsternis zugeordnet und können von beiden Seiten angewendet werden. Bestehende Gefühle können geweckt und verstärkt, aber nicht erzeugt werden. Die Amulette schaffen eine Verbindung der Träger, die dem gleichen Ziel folgen, untereinander auf emphatischer Ebene. Somit schaffen sie z.B. eine emphatische Verbindung zwischen den „Vom Land Erwählten“ und dem Wächter der Wolkenstadt, der Hydra. Die Amulette müssen freiwillig weitergegeben werden. Ein Diebstahl ist unmöglich. Verstirbt ein Träger, ohne sein Amulett weitergegeben zu haben, verschwindet es, nur um sich an anderer Stelle von einem neuen Träger wieder finden zu lassen. Es ist nicht möglich, zur gleichen Zeit zwei Amulette zu tragen, um ihre Kraft nutzen zu können. Es ist die Einigkeit Mehrerer, die zählt, nicht der Wille eines Einzelnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Der geflügelte Wächter des Lebens=====&lt;br /&gt;
Der ehemalige, einmalige Wächter der Wolkenstadt Laisutasa wurde von seinem Erzgegner Baba Croqua und seinen Anhängern gefangen genommen und in einem steinernen Ei eingesperrt. Derzeit ist seine Gestalt eine fünfköpfige Hydra. Sie ist erst vor wenigen Monden geschlüpft und kräftig am Wachsen. Jeder der Köpfe ist der Sprache mächtig, nur sind sich nicht immer alle Köpfe eins und diskutieren öfters miteinander. Ihre Stimmen klingen immer leicht zischen. Die Hydra ist mit den „Vom Land Erwählten“ emphathisch verbunden. Sollte einer oder mehrere in Lebensgefahr sein, wird die Hydra dort wie aus dem Nichts auftauchen, um zu helfen. Sollte andererseits jedoch der Hydra Gefahr drohen, kann sie die „Vom Land Erwählten“ zu sich „rufen“. Zu welchen Dingen die Hydra sonst fähig ist, ist nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Karant - Schiffe=====&lt;br /&gt;
Bei der Vorbereitung des Aufstands bestand das Problem genügend Schiffe zu organisieren, die die benötigten Söldnertruppen schnell von außerhalb zu ihren Einsatzorten transportieren konnten. Nicht die Kosten für diese Flotte waren das Problem, es war die gigantische Menge an Holz, deren Transport nicht hätte verheimlicht werden können, denn Holz ist ein Rohstoff in Xiduria, der selten ist. Die Lösung bot ein Fischer namens Llaixull an. Llaixull ist der letzte Überlebende der Wolkenstadt Laisutasa, eine Tatsache, die niemandem außer den Sarinkay bekannt ist. Sein Ziel ist es, die Wolkenstadt wieder in den Himmel zu heben, daher unterstützt er die vom Land gewählten durch ein besonderes Geschenk, die Karant- Schiffe. Der Rumpf der Karant- Schiffe bestehen vollständig aus einer grünen Granit Art, die an der Küste der Provinz Dithorno vorkommt. Der Mast, die Ruder und die Aufbauten dieser Langschiffe sind aus Holz und müssen ergänzt werden. Llaixull baut die Schiffe nicht, er bewacht die alte Kriegsflotte aus den letzten Tagen Laisutasas, die in einer Höhle mit Seezugang liegt. Er behauptet, sie wachsen lassen zu können. Wie er das bewerkstelligen kann, ist ein Rätsel, aber wann immer ein neues Schiff benötigt wird, ist es, laut seiner Aussage, verfügbar. Mindestens ein genau so großes Mysterium ist, wodurch die Schiffe ihren Auftrieb erhalten. Fakt ist, daß sie schwimmen. Die Karant Langschiffe erreichen ähnliche Geschwindigkeiten wie ihre Holzpendantes und lassen sich genauso wendig und leicht steuern. Den Schiffen fehlt die wahre Härte des Steins, dadurch sind sie im Gefecht genauso leicht oder schwer zu zerstören wie normale Schiffe. Karant- Schiffe sind ausschließlich für den Kriegseinsatz bestimmt, auch wenn dies Llaixull immer wieder in Gewissenskonflikte bringt. Er sieht jedoch ein, daß noch ein weiter, dorniger Weg vor dem Land und seinen Bewohnern liegt und es Verteidigung bedarf. Die Matrosen nennen diesen Schiffstyp ‚Karantelle‘ und reagieren sehr verärgert auf das spöttische ‚Karantene‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Lumen Vita=====&lt;br /&gt;
Das Lumen Vita ist eine Droge, die aus dem Hirn der in den Mangrovensümpfen Xidurias beheimateten Salzwasser-Krokodile gewonnen wird. Es ist von milchiger Konsistenz und fluoresziert leicht grünlich. Das Lumen Vita ist nicht lichtresistent, es zersetzt sich bei direkter Tageslichteinwirkung binnen Sekunden. Das Licht einer Kerze benötigt dagegen Stunden das Lumen Vita zu zerstören Während die „zivilisierten“ Xidur das Lumen Vita nur extrahieren können, indem sie Krokodile töten, scheinen die Sumi die Tiere „melken“ zu können, um an die Droge zu kommen. Das Elixier bewirkt eine körperliche Verjüngung des Abhängigen. Der Wirkungsgrad hängt vom Alter der erlegten Tieres ab und kann von mehreren Monaten bis einige Jahre oder sogar Jahrzehnte differieren. Die Abhängigkeit tritt mit der ersten Dosis ein, eine Möglichkeit des Entzugs ist nicht bekannt. Aus einer Drüse können bis zu 20 Anwendungen gewonnen werden. Eine Anwendung hält, abhängig von Reinheitsgrad und dem Alter des Krokodils zwischen ein und drei Jahren. Je älter das Krokodil war, desto stärker wirkt das Elixier, das aus ihm gewonnen wurde. Das Ende der Wirkung macht sich rechtzeitig durch Falten und langsames Altern bemerkbar, sonst sind keine Entzugserscheinungen bekannt. Der Abhängige erhält dadurch genügend Zeit sich Nachschub zu beschaffen. Ob Lumen Vita die natürliche Lebensspanne erhöht, ist nicht bekannt, wird aber vermutet. Schafft es ein Abhängiger nicht rechtzeitig, sich eine neue Dosis zu organisieren, stirbt er durch abrupt einsetzenden, rapiden Zellverfall. Kaum einer überlebt dies und wenn doch, nur, um dann durch die Schmerzen völlig wahnsinnig geworden, als ein völlig entstelltes Etwas, das kaum noch einem Lebenden gleicht, umherzuirren und Schrecken zu verbreiten. Das Aussehen ähnelt einer Moorleiche. Die Abhängigen können durch einige doch eindeutige Merkmale erkannt werden. Die Augen spiegeln die Erfahrung und das wirkliche Alter wieder. Zudem heilen Verletzungen schneller. Dadurch verbraucht sich aber etwas Lumen Vita im Blut. Blutet einer der Abhängigen, so ist für eine kurze Zeitspanne (bis das - 25 -Sonnenlicht das Lumen Vita im Blut zersetzt hat) eine leichte Fluoreszenz zu bemerken. Wichtig ist auch, daß immer nur die Erste während einer Wirkungsphase eingenommene Dosis wirkt. Eine Potenzierung des Effekts ist nicht möglich. Lumen Vita verstärkt auch Magie. So kann es geschehen, das latente Magie unkontrolliert zum Ausbruch kommt. Bei ausgebildeten Magiern wird ihre magische Kraft verstärkt, fast schon potenziert. Je nach Stärke des anschließend angewandten Zaubers baut sich die Dosis schneller oder langsamer ab. Der Besitz oder der Verkauf dieser Droge ist verboten und wird aufs Schärfste geahndet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ränge===&lt;br /&gt;
Die Ränge sind wie folgt umgesetzt: &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Aussprache&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Herrscher&lt;br /&gt;
|X‘uja’rey&lt;br /&gt;
|Gsuja~Reij&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Edler&lt;br /&gt;
|Azuxa’rey&lt;br /&gt;
|Aschiugsa~Reij&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Lehnsmann&lt;br /&gt;
|Ché arandé&lt;br /&gt;
|Tscheh~Arandeh&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gefolgsmann&lt;br /&gt;
|Enqua’gado&lt;br /&gt;
|Enka~Gado&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Knappe&lt;br /&gt;
|Quechua t’on&lt;br /&gt;
|Kechua Te~ón&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ehrenmitglied&lt;br /&gt;
|Criceti d’uro&lt;br /&gt;
|Kriketi D~uro&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wappen===&lt;br /&gt;
Das folgende Wappen Xidurias wurde sowohl farbig, als auch in Schwarz-Weiß jeweils in verschiedenen Größen beigelegt. Es zeigt einen Kopf der Hydra, der in einem imaginären Sechseck ruht. Die unteren drei Seiten des Sechsecks werden durch fünf Säulen begrenzt, die das Fundament der Eintracht beschreiben Das Grün des Wappens steht für das Land und der waagrechte Balken unter dem Kopf ist das toquatekische Zahlzeichen für Fünf und repräsentiert die Anzahl der Hydra-Köpfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Enzy&amp;diff=298</id>
		<title>Enzy</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Enzy&amp;diff=298"/>
		<updated>2024-04-06T23:22:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;column-gap: 40px;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Präambel&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, Imperator MAGHAN, bestätige hiermit, daß die Provinzen Xanathoria Inferiors, befindlich auf der Yddia und derzeit im Besitz des Reichs des Feuers, als Besitz an Lucius Scaevola argens und das Volk von Xiduria übergeben werden, auf das sie dorten ihr Glück finden mögen. Diese Übergabe schließt die Enzyhoheit für die oben genannten Gebiete mit ein und alle folgenden Punkte, die das Reich des Feuers betreffen sind mit mir abgeklärt und genießen mein Wohlwollen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Danksagung&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein langer Weg von dem Zeitpunkt, an dem ein Mensch in FOLLOW eintritt, bis zu dem Moment, da er das Recht erwirbt, ein eigene Kultur zu erschaffen und dieses Recht auch wahrnimmt. Vielen möchte für ihre Freundschaft danken, für die vielen schönen Momente, die ich mit ihnen verbringen durfte und auch weiterhin werde. Mein Dank gilt Rainer Daub, der in mir das Potenzial sah, Lord zu werden und Oliver Groß, der mir Rechte und Pflichten eines Lords erklärte und ohne dessen Rat diese Enzy nie vollendet worden wäre. Doch besonders möchte ich Mareikje Groß, Andrej Pfeiffer-Perkuhn, Peter Schlösser und Thomas Holzwarth danken, die in den letzten fünf Jahren zusammen mit mir den Grundstein Xidurias gelegt und mit Leben erfüllt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Historie und Mythen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die Legende der Wolkenstadt=====&lt;br /&gt;
Die folgende Legende erzählen sich die Ureinwohner Xidurias in mehr oder weniger dieser Form: Es war zu jener Zeit, als die Welt noch jung war und voller Wunder. Da gab es eine schwebende Stadt in den Wolken, Laisutasa genannt, die Prächtig Leuchtende. Ihre Einwohner lebten in Frieden und Harmonie. Sie waren sehr gebildete, künstlerische Lebewesen, denn in ihren Herzen gab es keinen Platz für jegliche Art von Bösartigkeit. Sie befanden sich allesamt auf dem Weg zur Erleuchtung. Die Achtung und der Respekt vor anderen Lebewesen war sehr hoch. Er ging sogar soweit, daß die Laisutaner mit der Zeit lernten, auf jegliche Nahrung, für die man Tiere tötete oder Pflanzen gebrauchte, zu verzichten. Statt dessen lernten sie, sich von der Luft und dem Licht zu nähren, das alles umgab und sich in Allem befand. In Laisutasa wohnte auch ein gar seltsames Tier. Es besaß fünf Köpfe und zum Flug hatte ihm die Natur zwei wundervolle Flügel verliehen. Der Name des Tieres ist in Vergessenheit geraten, aber man erzählt sich noch heute, daß durch seine Güte und Weisheit es mit den Laisutaner auf eine ganz besondere Weise verbunden war, denn es half die Gefühle eines Jeden zu empfangen und zum äußerlichen Zeichen dieser Verbundenheit trug jeder Laisutaner ein Amulett. Doch dieses Glück zog die dunklen Mächte geradezu magisch an. Beseelt vom Haß auf alles Schöne und immerwährendem Neid auf das, was unerreichbar schien, versuchten sie lange Zeit vergeblich, in die Stadt einzudringen und ihre Bewohner zu korrumpieren. Aber das Böse hat Geduld, unendlich viel Geduld, und Generationen später schlug es zu: Geschwächt von immerwährenden Angriffen der dunklen Mächte breiteten sich langsam und schleichend unbekannte Gefühle in der Stadt aus: Neid und Zwietracht, Mißgunst und Begierde, Haß und Eifersucht und noch viele mehr erfaßte die Herzen der Bewohner. Sie respektierten einander nicht mehr, sondern fingen an, sich zu streiten. Mit jedem Tag, an dem man sich von der Eintracht entfernte, gewannen die dunklen Mächte mehr an Macht. Und die Macht wuchs derart an, daß sie genügte, das Tier, welches über diese Stadt gewacht hatte, einzufangen und einzusperren und auf ewig in ein Gefängnis zu verbannen, aus dem es ohne Hilfe kein entkommen gab. Die törichten Laisutaner bemerkten nicht, wie der Glanz der Stadt abnahm. Ohne die innere Verbundenheit erloschen in Vielen sämtliche Hemmungen. Offen fielen sie über jene her, die noch die alte Lebensweise bewahrt hatten, und töteten sie auf grauenhafte Weise. Mord war nach Laisutasa gekommen. Und mit dem ersten Mord begannen die Amulette ins Unbekannte zu verschwinden. Die Stadt aber stürzte in die Tiefe und jedes Gefühl, welches sich im Moment des Todes in jedem Einwohner befand, verteilte sich weit über dem Land und alle Lebewesen nahmen sie in sich auf. Mit der Zeit verwischten der Wind und die Erde jegliche Spuren dieses Unglücks und der Namen des Landes änderte sich oft. Viel Eroberer kamen und gingen, doch keiner fand sein Glück in diesem Land. Es wird erzählt, wenn die Menschen dieses Landes, wieder lernen, Barmherzigkeit, Glück und Opferbereitschaft in ihre Herzen lassen, wenn sie Feindschaften aufgeben und die Freundschaft wieder etwas zählt, wenn Besitztum nebensächlich wird, wenn sie erkennen, wessen Kinder sie sind und diesen Weg erneut beschreiten wollen, wenn sie jede Lebensform respektieren, dann, und erst dann wird sich diese Stadt erneut über die Wolken erheben. Sie wird in ihrem alten Glanz erstrahlen und diesen Lebewesen eine neue Heimstadt bieten. Aber es heißt auch, das Jene auf diesem Weg nicht alleine gelassen werden. Hilfe wird ihnen zur Seite stehen, sie prüfen und beraten, wenn sie bereit dafür sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Hintergrund=====&lt;br /&gt;
Seitdem die Provinzen Dithorno und Tizio zum Reich des Feuers gehörten, waren sie der Ort, an den man unliebsame Bürger und Straftäter hin abschob. Im Reich selbst nahmen die Provinzen, allgemein als Xanathoria Inferior bekannt, keinen hohen Stellenwert ein, man ging sogar soweit, die Anweisung zu erteilen, die Provinzen solange zu ignorieren, wie sie den Staat nichts kosten würden. Niemand in der Alten Welt hatte je zu träumen gewagt, daß aus den Strafkolonien der Yddia jemals ein blühender Hort des Wohlstandes, wenn auch nicht der Eintracht, werden könne. Den Bürgern ging es gut, Einheimische und Siedler hatten die gleichen Rechte und denselben Stellenwert. Die Provinzen wurden von Legionen geschützt, die Steuern waren erträglich und die Speicher immer gefüllt, kurz: es war ein gutes Leben. Hier konnte ein Mann noch sein Glück machen. Seit dem Jahr 36 ndF herrschte Krieg auf der alten Welt. Das Reich des Feuers wurde von seinen Feinden ohne Unterlaß bestürmt und langsam begannen die unendlich scheinenden Ressourcen zu schrumpfen. Da besann man sich der ungeliebten Provinzen und ihrer reichen Pfründe. Steuern wurden ins Unermeßliche erhöht und Truppen abgezogen, so daß die Bevölkerung schutzlos den Angriffen der Ao‘Laischen Lichtflotte ausgesetzt war. Die erwachsenen Männer der Bevölkerung wurden zum Dienst in den Legionen gepreßt, um für ein Reich zu kämpfen, das die meisten nur vom Hörensagen her kannten, und später wurden auch Jugendliche und Kinder für das Reich in den Krieg gezwungen. Die Lage in Xanathoria Inferior wurde immer kritischer. Zuerst unter vorgehaltener Hand, dann immer lauter forderte man, die Besatzer zu verjagen und die Verwaltung in eigene Hände zu nehmen. Es gab kaum noch Truppen, die einen Aufstand hätten beenden können, und auch diese wurden immer weiter abgezogen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis der eingesetzte Protector Lucius Scaevola argens und seine Getreuen alles verloren hätten, was sie sich innerhalb der letzen Jahre so mühsam aufgebaut hatten, das eigene Leben inbegriffen. Scaevola argens entschloß sich zu einem gewagten Schritt nach vorne. Offiziell begann er für das Reich die erlassenen Anweisungen durchzuführen und sogar zu verschärfen und wurde schnell zum gehaßtesten Mann der Kolonien. Inoffiziell und unerkannt begannen seine Vertrauten und er die Fäden der Unabhängigkeitsbewegung zu ziehen und einen Aufstand zu planen. Das gigantische Vermögen, das diese Gruppe in den letzten Jahren mühelos hatte anhäufen können, floß in Bestechungen, Söldner und Logistik. Doch auch die Gruppe um den Protector war nur Marionetten im Spiel der Mächte. Das Land selbst, müde vom unablässigen Wechsel fremder Eroberer, hatte genug vom Blut, der Gewalt und den Schreien hungernder Kinder und beschloß, die Verantwortung in die Hände derer zu legen, die das Land und seine Bewohner liebten. Warum die Wahl dabei auf Scaevola und seine Gefolgsleute fiel bleibt im Nebel verborgen. Es beauftragte die Sarinkay, die Schicksalsweberinnen, ihnen alle nur erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen. Nach und nach wurde jedem Verschwörer alte Amulette Laisutasas zugespielt, mit deren Hilfe sie das Land vereinen und befrieden konnten. Mit Absicht allerdings wurde ihnen die Bedeutung der Artefakte vorenthalten. Als letzte Prüfung, die den Sarinkay zeigte, daß die Verschwörer die richtige Wahl gewesen waren, schanzte man ihnen eine Karte jenes Ortes zu, an dem der Wächter Laisutasas seit Äonen gefangen gehalten wurde. Keiner ahnte, daß das steinerne Ei, das Scaevola und seine Mannen nur mitnahmen, weil es in einer Schatzkammer lag und somit wertvoll sein mußte, das Gefängnis des Wächters war. Wieder in Dithorno angekommen siegte die Neugierde und man begann das Ei auszubrüten. Das Wesen, daß ihm entschlüpfte war eine fünfköpfige Hydra, die zum Sinnbild der Einheit und zum Symbol des Freiheitskampfes werden sollte. Die Verschwörer hatten nun endgültig bewiesen, daß sie die „Vom Land Erwählten“ waren. Scaevola hatte nun alles, was für einen Aufstand nötig war: Gold für Söldner und ein Symbol, unter dem sich die Freiheitsliebenden vereinen konnten, es fehlten ihm nur Schiffe, die Truppen ins Land zu schaffen. Da traf er auf einen alten Fischer, Llaixull mit Namen, der ihn an eine der wenigen Steilküsten Dithornos brachte und ihm dort eine Höhle zeigte, deren Eingang nur für Amulettträgern sichtbar war. Die Höhle hatte einen direkten Zugang zum Meer und enthielt Schiffe. Alles an ihnen bestand aus dem hier vorkommenden grünlichen, Karant genannten, Granit und, obwohl es unmöglich schien, schwammen sie auf dem Wasser, als ob sie aus Holz gebaut wären. Llaixull erklärte, die Karant- Schiffe wären ein Geschenk und wann immer Scaevola weitere benötige, würde er sie hier „wachsen“ lassen. Scaevola, der in seinem Leben viel Merkwürdiges erlebt hatte, wunderte sich nicht weiter darüber, bedankte sich und begann den nächsten Akt des Stückes zu inszenieren. Angeworbene Söldner wurden mit den gewachsenen Schiffen zu ihren Einsatzorten befördert und entwaffneten im Handstreich binnen einer Nacht die wenigen Truppen des Reiches unblutig. Die Legionen und reichstreue Bürger wurden in Ehren in ihre Heimat geschickt, das Land war frei, und sein neuer Name ward Xiduria. Frei von Fremdherrschaft begannen die einzelnen Machtblöcke jetzt, um die Vorherrschaft im Land zu streiten. Um Blutvergießen und einen Bürgerkrieg zu vermeiden wurde die Ayunta geschaffen, eine Regierungsversammlung, die einmal im Jahr tagte und der Abgesandte aller befreiten Gebiete angehörten. Lucius Scaevola argens wurde die Stellung des X’uja’rey angetragen, des ersten Manns im Staate, und er nahm dankend und nicht ganz uneigennützig an. Somit wäre alles bereit gewesen friedlich das Land wieder aufblühen zu lassen, hätte es nicht Gruppen wie die Torreón gegeben, die die Amulette und ihre Kräfte für sich selbst nutzen wollten. Diverse Machtblöcke im Land waren beflissen alte Götter wieder aufleben zu lassen und wieder andere hatten einfach nur Macht und Reichtum als ihr Ziel auserkoren. Lucius Scaevola argens und seine Gefährten würden sich auch weiterhin nicht auf ihren Erfolgen ausruhen können. Aber sie waren sicher, daß die Aufgaben nicht alleine auf ihren Schultern lasten würden. Andere würden auf die Bühne des Schicksals treten, Fremde erst, Freunde bald, die sie im Ringen um Frieden und Glück für Xiduria unterstützen würden. Und auch sie würden diese Amulette tragen, von denen sie nicht wirklich sagen konnten, warum gerade sie die Artefakte erhalten hatten. Aber das wird die Zukunft zeigen… &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Allgemeines===&lt;br /&gt;
Von der Landesbezeichnung leitet sich der Name ab, den sich die Einwohner Xidurias selbst geben. Man spricht von dem oder den Xidur. Eine eigene weibliche Form oder ein Plural ist hier und bei vielen weiteren Worten nicht existent. Die Wolkenstadt Laisutasa ist in Xiduria einzigartig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geographie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Klima=====&lt;br /&gt;
Das Klima in den Provinzen ist geprägt vom warmen Strom, der die Küste der Yddia entlang fließt und dem nor-sud verlaufendem Gebirge, das den vom Meer kommenden Wolken gebietet, sich abzuregnen. Dieses fast subtropische Klima ist ideal geeignet für Landwirtschaft und erlaubt wenigstens drei Ernten im Jahr. Die meiste Zeit des Jahres herrschen also fast tropenhafte Zustände. Nur im Winter kann es vorkommen, daß die eisigen Winde aus dem Nor Eis und Schnee herantragen. Während Dithorno des öfteren einen Wintereinbruch verzeichnet, kann man sich allerdings in Tizio kaum noch erinnern, wann es hier das letzte Mal geschneit hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Landschaft=====&lt;br /&gt;
generell Beide Provinzen zeichnen sich durch vorwiegend baumloses Tiefland aus. Vereinzelt triff man auf kleinere Gebirgsformationen oder Wälder. Die Kombination aus Landschaft und Klima führt zwangsläufig zu Plantagenwirtschaft. (siehe 5) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Küstensümpfe=====&lt;br /&gt;
Eine subtropische Sumpflandschaft, die in Dithorno Mangrovenküste, in Tizio dagegen Smaragdküste genannt wird, erstreckt sich die fast gesamte Küste Xidurias entlang. Die Mangrovenwälder sind auf normalen Wege unpassierbar und reichen an ihrer breitesten Stelle ca. 30 km in das Land hinein. Fauna und Flora sind ebenso für Menschen tödlich wie die Sümpfe selbst. Die Wälder dienen den Toquateken als Rückzugsgebiet (siehe 6.3), die von dort ihre Überfälle und Kriegszüge führen. Salzwasserkrokodile sind die bekanntesten Bewohner der Sümpfe. (siehe 12.1) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Bodenschätze=====&lt;br /&gt;
Xiduria besitzt keine nennenswerten Bodenschätze. Vereinzelt sind kleinere Fundstätten von Nutz- oder Edelmetalle bekannt und die einzigen Halbedelsteinvorkommen des Landes sind in der Gegend um Tizio zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Städte===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Dithorno]]=====&lt;br /&gt;
Dithorno ist die norlichste Stadt Xidurias und wurde an sich schon vor langer Zeit gegründet. Jenes Dithorno wurde allerdings durch den Reiter der Finsternis vollständig dem Erdboden gleichgemacht. An der Stelle, an der einst eine blühende Stadt stand, erstreckt sich nur noch ein tiefer Kratersee, auf dessen Grund man, wenn man Glück hat, die Ruinen des alten Dithornos sehen kann. Fischer erzählen sich, daß in dunklen Nächten Lichter am Grund hin- und herhuschen. Sie sagen, dies wären die Geister der während der Katastrophe Gestorbenen, die noch nicht bemerkt haben, daß sie tot sind. Der Neuaufbau Dithornos, noch unter Verwaltung des Reich des Feuers, wurde von den besten wolsichen Architekten geplant und durchgeführt. Dadurch wurde Dithorno zur modernsten Stadt der Yddia. Ihre Straßen ziehen sich gerade durch die Stadt und teilen sie in quadratische Viertel auf. Die Hauptstraßen sind an jeder Stelle breit genug für nebeneinander fahrende Wagen. Es gibt eine Kanalisation und die Wasserversorgung erfolgt über Aquädukte, die Wasser aus den nahen Hügelketten in die Stadt transportieren. Der Palastbereich ist beeindruckend, genauso der Tempelbezirk, doch das Juwel der Baukunst sind die öffentlichen Bäder, die selbst in Magramor oder Nga ihres Gleichen suchen. Die Dächer der Gebäude erstrahlen im Rot gebrannter Ziegel, Die bevorzugte Farbe der Fassaden ist weiß, ob nur getüncht oder mit Marmor verkleidet. Reisende erzählen immer wieder von dem ‚strahlenden‘ Dithorno, daß bei Sonnenschein weit hin sichtbar ist. Dithorno selbst liegt im Landesinneren, mehrere Tage von der Küste entfernt. Um die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Handelsgütern zu gewährleisten wurde die Stadt Nga-Nova gegründet, die als Militär- und Handelshafen fungiert. Dithorno zählt derzeit ca. 20.000 Einwohner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Tizio]]=====&lt;br /&gt;
Die größte und wichtigste Stadt im Sud Xidurias heißt Tizio. Tizio gilt als geistiges und gesellschaftliches Zentrum der Region, und jede Großfamilie (siehe 7) der Gegend hat zumindest eine repräsentative Behausung in der Stadt. Die Stadt gliedert sich in vier Bereiche: die Vororte und Slums außerhalb der Mauern, die Zitadelle, hoch erhoben auf einem Felsmassiv über Stadt und Hafen thronend, dem Tempelbezirk, unterhalb der Zitadelle gelegen und die eigentliche Stadt, die auf einem Hügel gegenüber dem Tempelbezirk erbaut wurde. Die Stadt ist wiederum aufgeteilt in Dutzende kleinerer Viertel, welche üblicherweise durch eine Familie kontrolliert werden. Nach der jüngsten Volkszählung leben in Tizio über 16.000 Einwohner, wobei ein knappes Viertel entweder als Slumbewohner nicht beachtet wurde oder sich der Zählung entzogen hat, so daß man von einer tatsächlichen Einwohnerzahl von ca. 20.000 Menschen ausgehen kann. Die Stadtsicherung obliegt der etwa 250 Personen starken Garde, deren Befehlshaber durch den Priesterrat eingesetzt wird und dessen Posten einer der Einträglichsten in ganz Xiduria sein soll. Allerdings nicht einer der Sichersten: seit der Plünderung durch die Tarai hatten diesen Posten schon 4 Männer und Frauen inne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Nga-Nova]]=====&lt;br /&gt;
Nga-Nova wurde aus einer Notwendigkeit heraus geschaffen: Immer mehr Einwanderer strömten in das Land, um ihr Glück zu machen. Das Problem war, daß die Kolonie Dithorno über keinen Seehafen verfügte. Also wurde dieser an einer günstigen Stelle aus dem Boden gestampft. Nga-Nova liegt wenige Tagesreisen im Ydd-Wes von Dithorno und dient außer als Schleuse für Immigranten auch als Kriegs- und Handelshafen. Die Bevölkerungsdichte wächst schneller, als man in dem sumpfigen Küstengelände Gebäude errichten kann und daher ist das Stadtbild geprägt von schlammigen Straßen und Hütten aus Segeltuch und Holz. Nur wenige Gebäude der Stadt wurden vollständig aus Stein errichtet, wie z.B. die Kaserne und die Residenz des Stadthalters. In Nga-Nova stranden viele Hoffnungen. Banden nehmen den Einwanderer die spärlichen Besitztümer ab, Mord ist an der Tagesordnung. Nga-Nova ist ein Sündenpfuhl in dem Glücksspiel, Prostitution und Drogenhandel genauso zu finden sind wie Menschenopfer und geheime Kulte. Wer kann, verläßt Nga-Nova, am Besten noch bevor er dort angekommen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Quatodon]]=====&lt;br /&gt;
Quatodon liegt an der Sudspitze Xidurias. Sie ist eine Küstenstadt mit einem Labyrinth vorgelagerter Inseln und Kanälen voller Untiefen, was es schwierig, wenn nicht unmöglich macht, ihren Hafen ohne kundigen Lotsen anzusteuern. Über Quatodon ranken sich aus diesem Grund zahlreiche Gerüchte. Für die einen ist es ein Piratennest, eine verkommene Lasterhöhle, für die anderen eine kultivierte Stadt, in der Philosophen abgeschieden von allen Einflüssen leben. Nach Meinung Dritter ist es wiederum nur ein Kaff, das vom Fischfang lebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Sumano]]=====&lt;br /&gt;
Sumano liegt an der Yddküste Xidurias, nicht weit entfernt von Tizio. Schon früh wurde die Stadt bekannt für ihr wohltuendes Seeklima und ihre Heilquellen. Besonders berühmt ist die ‚Höhle‘, die viele Gäste auch als ‚Hölle‘ bezeichnen: eine Tropfsteinhöhle, in der heiße Quellen für eine Temperatur sorgen, die fast schon der Mittagshitze der gybalischen Wüste gleicht, wenn auch die Luft feucht und schwer ist, und daher als natürliche Sauna für vielerlei Gebrechen genutzt wird. Sumano wird besonders im Sommer von den oberen Zehntausend der näheren und weiteren Umgebung als Aufenthaltsort bevorzugt. Angenehmes, nicht zu heißes Klima mit dem nötigen Komfort eines Kurortes bieten Gelegenheit zum Entspannen, alte Kontakte zu pflegen und Neue zu knüpfen. Wer hier residiert vergnügt sich tagsüber mit Kuren und Ausflügen, abends jedoch findet man den Gast auf einem der zahlreichen Empfänge oder im hiesigen Spielkasino. Viele Ehen des Adels sind hier während der Saison geknüpft worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Enzy#Wirtschaft|Wirtschaft]]===&lt;br /&gt;
Xiduria ist zwar landwirtschaftlich selbstständig, jedoch fehlt es an allem Anderen. Vor allem Metalle und Hölzer müssen über zum Teil weite Strecken importiert werden. Man ist also vom Handel abhängig. Die Haupteinnahmequelle der Yaykuy [[Enzy#Yaykuy|(siehe 11.1)]] ist zwangsläufig die Landwirtschaft. Auf großen Plantagen werden alle Sorten an Getreide, besonders Mais und Baumwolle, die heimischen Xoxlatl-Bohnen und vor allem T‘chubac [[Enzy#T‘chubac|(siehe 12.8)]] angebaut. Die Bewirtschaftung der Plantagen erfolgt durch Sklaven (siehe 6.4). Der Einsatz bezahlter Arbeiter würde die Preise horrend verteuern, daß sich jedweder Anbau kaum noch rechnen würde. Berühmt geworden sind die „Dithornos“, getrocknete und gerollte T’chubacblätter, deren Liebhaber mittlerweile auf allen drei Welten zu finden sind [[Enzy#T‘chubac|(siehe 12.8)]]. Erwähnenswert sind auch die Farben, die in Tizio hergestellt werden. Sie sind wegen ihrer Qualität und Leuchtkraft auf der ganzen Yddia begehrt. Das Geheimnis der genauen Mischungsverhältnisse ist innerhalb Tizios nur wenigen bekannt und wird eifersüchtig gehütet. Außenstehende wissen nur, daß viele der in der Umgebung von Tizio gewonnenen Halbedelsteine (siehe 3.4) für die Farben verarbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bevölkerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Eingewanderte=====&lt;br /&gt;
Über viele Jahre hinweg haben sich in Xiduria diverse Völker ein Stelldichein gegeben. Die meisten sind weitergezogen oder wurden vertrieben, jedoch nie vollständig. Zurückgeblieben ist ein Schmelztiegel unterschiedlichster Völker- und Kulturfragmente. Und täglich treffen Einwanderer von allen Welten her im Hafen von Nga-Nova ein. Die größte, nicht einheimische Bevölkerungsschicht in Dithorno und Umgebung ist wolsicher Abstammung. Viele der aus der Alten Welt ausgewanderten oder deportierten Wolsen waren aktiv an dem Aufstand beteiligt, denn sie hoffen hier ihr Glück zu machen. Derzeit beginnen die Wolsen sich mit der einheimischen Bevölkerung zu mischen. Im Sud Xidurias, in Tizio, lebt ein besonderer Menschenschlag. Die Tizianer, ursprünglich Toqui, die auf der Yddia geblieben sind, haben sich über die Jahrhunderte mit anderen Völkern vermischt, wodurch fast jeder Tizianer Blut der Ureinwohner in seinen Adern fließen hat. Auch Zuwanderung aus Gybal-Sham dürfte es häufiger gegeben haben. Tizianer sind, männlich wie weiblich, ein recht durchschnittlicher Menschenschlag, meist dunkelhaarig, ein eher mediteraner Typ, der im Alter ein wenig zur Korpulenz neigt, und sind selten über 1,90 m und unter 1,60 m groß. Tizianer sind von Natur auf temperamentvoll, aufbrausend und schnell beleidigt. Daher sind Duelle an der Tagesordnung. Es ist kein Wunder, daß sich die deportierten Tarcyri in Tizio heimisch fühlten und hier ansiedelten, entsprach doch das Naturell der Tizianer ihrem Eigenen. Innerhalb der letzen Jahre haben sich beide Bevölkerungsgruppen vermischt, so daß äußerlich kaum noch ein Unterschied erkannt werden kann. Generell trägt man einfache, der schwül-warmen Witterung angepaßte einfache Kleidung. Jedoch scheuen Personen von Reichtum und Stand weder Kosten noch Mühen, sich ihrer Umwelt zu präsentieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Chinche=====&lt;br /&gt;
Die Chinche gehören zu den Ureingeborenen. Sie leben in kleinen Dörfern von nicht mehr als 100 Bewohnern. Chinche sind friedfertig und betreiben Ackerbau, wobei sie vorwiegend Mais anbauen. Die Häuser der Chinche sind charakteristische Lehmpueblos. Ihre Kleidung ist einfach, aber farbig. Hosen und Überwürfe herrschen bei den Männern vor, die Frauen bevorzugen einfarbige Blusen mit weiten, in allen Farben des Regenbogens gestreiften Röcken. Chinche leiden wie auch die ‚Fremden‘ unter den Überfällen der Toquateken, die die Chinche wegen der Abkehr von der alten Lebensweise verachten. Um ihr Volk vor den Übergriffen und vor allem den folgenden Blutopfern zu schützen, haben sich eine Handvoll Chinche als Scouts und Fährtensucher der Armee angeschlossen. Chinche kommen in allen kultivierten Teilen Xidurias vor.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Toquateken=====&lt;br /&gt;
Der klassische Toquateke hat eine bronzefarbene Haut, ist groß gewachsen, hat dunkle, fast schwarze Haare und eine scharf geschnittene, oft geknickte Nase. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die Mangrovensümpfe. Es geht die Sage, daß sie dorthin von einem Eroberervolk vertrieben wurden. Mittlerweile haben sie diesen Umstand zu ihrem Vorteil genutzt. Die Sümpfe geben ihnen alles, was sie benötigen: Schutz, Waffen, Nahrung und Gifte. Vor hier starten sie ihre Raubzüge. Dabei ist ihr Hauptanliegen, die Eroberer aus Xiduria zu vertreiben und wider ihren angestammten Platz als herrschendes Volk einzunehmen. Wäre die Zahl der Toquateken größer, würden sie dieses Vorhaben sicher mit Erfolg in die Tat umsetzen können. So bleiben ihnen nur Angriffe auf Außenposten und Siedler der Fremden oder auf Dörfer der Verräter, wie andere friedliche Stämme genannt werden, die in den Augen der Toquateken mit den Fremden kollaborieren. Nach ihren Angriffen ziehen sich die Toquateken in die Sümpfe zurück. Verfolger haben dabei wenig Chancen, sie einzuholen, zu undurchdringlich ist das Gebiet für Fremde. Es kursieren auch Geschichten, daß Verfolgertrupps durch den Angriff zahmer Krokodile aufgerieben wurden, aber solche Geschichten gehören wohl in das Reich der Fabel. Der Führer der Toquateken wird als Inch‘qua X’u bezeichnet, was soviel bedeutet wie „Herr über Leben und Tod“ und hat absolute Macht. Etwas unter ihm in der Hierarchie angeordnet sind die Sumi (siehe 8.5), die in der Realität die eigentliche Macht im Staate inne haben. Mit dem Gott der Toquateken, Baba Croqua (siehe 8.3) und den ihn gnädig stimmenden Blutopfern führen sie eine für Außenstehende Herrschaft des Schreckens. Die Toquateken selbst empfinden dies nicht so, denn Baba Croqua gibt ihnen schließlich die Kraft, ihre Feinde zu besiegen und sich von ihnen die Opfer für die Rituale zu holen. Sind die Toquateken zu schwach ihre Feinde zu unterwerfen ist es nur Recht und billig, daß sie selbst geopfert werden. Tchi‘chen’tolpac oder auch Xaquatl genannt, einer der ‚Lost Cities‘ auf der Yddia, ist eine ihrer Hauptstützpunke. Diese uralte Stadt der Stufenpyramiden wurde auf den Überresten einer noch älteren Stadt erbaut, deren Gründer unbekannt sind.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sklaven=====&lt;br /&gt;
Die Größe der Plantagen macht den Einsatz von Sklaven unverzichtbar. Die Regierung von Xiduria hat erkannt, daß das System von Staatssklaverei, wie es im Reich des Feuers angewandt wird, vor allem finanzielle Vorteile birgt. Daher wurde es mit kleinen Änderungen übernommen. Staatssklaverei bietet den Sklaven auch genügend Schutz ihren &#039;Herren&#039; oder besser ‚Mietern‘ gegenüber, denn Staatseigentum zu beschädigen wird hart bestraft Die wesentliche Anderung besteht darin, daß Sklaven in der dritten Generation frei gelassen werden und volle Bürgerrechte und –pflichten erhalten. Derzeit gibt es zwischen 50.000 und 80.000 Sklaven in Xiduria, meistens Longoten, die mit Erlaubnis der Regierung Caswallons direkt dort gefangen wurden.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Soziale Struktur===&lt;br /&gt;
An der Spitze der sozialen Struktur Xidurias stehen die Großfamilien und ihre jeweiligen Anführer, die oft hochtrabende Titel für sich beanspruchen. Der Einfachheit halber sprechen wir im Folgenden von einem oder einer ‚Qaom’de‘, denn es ist nicht zwingend, daß das Oberhaupt männlich ist. Diese Familien bestehen keinesfalls nur aus Blutsverwandten, viel eher spiegeln sie alte Clanmuster wieder, wie sie seit Jahrhunderten in Xiduria verbreitet sind. Neben den miteinander verwandten Familien, die den Kern einer solchen Großfamilie ausmachen, zählt nahezu jeder Bewohner Xidurias als „Khuchi“ zu einer Großfamilie. Dazu genügt es, daß er auf ihrem Land lebt oder in einem Stadtviertel beheimatet ist, das diese Familie beansprucht. Möglicherweise ist er Mitglied einer Zunft, die von dieser Familie dominiert wird. Diese Khuchi haben Abgaben an die Familie zu entrichten und ihren Qaom’de zu ehren. Dafür sorgt die Familie mehr oder weniger für ihren Schutz und vertritt sie in Rechtsangelegenheiten. Im Allgemeinen werden Verträge nur anerkannt, wenn sie von den Familien geschlossen werden. Dieses Khuchisystem zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Vom kleinen Handwerker, dem seine Helfer und Lehrlinge verpflichtet sind, der aber wiederum seinen Zunftmeistern oder Viertelvorstehern untergeordnet ist, bis zum Edelmann, der immer noch seinem Familienoberhaupt Treue und Respekt schuldet, hat im Grunde genommen jeder einen Qaom’de und mehr oder minder viele Khuchi. Die Stellung des Qaom’de ist von großer Wichtigkeit für einen Xidur, denn dadurch spiegelt sich die eigene gesellschaftliche Stellung wieder. In den untersten Schichten kann es durchaus sein, daß man mehrere Qaom’de hat. Solche Qaom’de sind aber meist unbedeutende oder junge Adlige, die sich noch eine soziale Position erobern wollen. Aber auch ein Qaom’de zieht gesellschaftlichen Nutzen aus seinen Khuchi, es wird zum Beispiel erwartet, daß die Khuchi ihren Qaom’de bei öffentlichen Auftritten und Tempelbesuchen begleiten. Ebenso sollten sie bei Auseinandersetzungen auf der Seite ihres Beschützers stehen. Auch der Status des Qaom’de wird an der Zahl und der Bedeutung seiner Khuchi gemessen. Die Angehörigen der Großfamilien selbst, also Blutsverwandte des jeweiligen Oberhauptes, bilden so etwas wie die Adelsschicht und werden als „Ché arandé“ bezeichnet. Die einzelnen Großfamilien sind heillos untereinander zerstritten und nicht selten kommt es zu blutigen Zusammenstößen. Es gilt die Regel: Je näher Großfamilien aneinander wohnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß es zu Streit kommt. Daher ist auch jeder Wohnsitz einer Familie in den Städten befestigt. Dies reicht von Palazzos mit geschützten Außenmauern bis hin zu regelrechten Wohntürmen, eine Paranoia, die vielen Menschen z.B. während der Plünderung Tizios durch die Taraiibestien das Leben gerettet hat. Ein Qaom’de hat immer die absolute Gewalt über die Familienmitglieder. Es spricht innerhalb der Familie nach bestem Wissen und Gewissen Recht und kann, wenn notwendig sogar die Todesstrafe verhängen. Diese Struktur ist der Grund dafür, daß es in Xiduria kaum Gesetze, geschweige denn eine Rechtsprechung im üblichen Sinne gibt. Streitigkeiten zwischen den Großfamilien werden zuerst gemäß alten Regeln und Traditionen zwischen den Kontrahenten geklärt, kommt es jedoch zu keiner Einigung wird eine von beiden Seiten gebilligte dritte Partei als Schiedsstelle hinzugezogen. Oft sind es Priester diverser Gottheiten, die diese Aufgaben erhalten.         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Religionen und Götter===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Religion im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung Xidurias kennt eine geradezu unglaubliche Anzahl höherer Wesen. Ob Götter oder Dämonen, Geister der Ahnen oder Geister, die jeden Stein und Strauch bevölkern, der Xidur glaubt an alles. Auch an die Existenz der Götter fremder Kulturen ist man gerne bereit zu glauben, es gibt sogar Modeerscheinungen in der Verehrung fremder Götter. Ob die Verehrung eines Gottes statthaft ist, bestimmt der Rat der Priester, nur mit seiner Zustimmung sind kultische Handlungen innerhalb der Städte gestattet. An den Ausfallstraßen der meisten Städte Xidurias finden sich daher auch Dutzende Schreine minderer Götter, die auf diese Art und Weise geehrt werden. Einzige Ausnahme bildet der Tempel der unbekannten Götter, in dem jedoch keinerlei kultischen Handlungen fremder Gläubigen erlaubt sind, da denen der jeweilige Gott ja sehr wohl bekannt ist. Die meisten Xidur haben eine Hauptgottheit, deren Regeln sie sich unterwerfen, aber kein Xidur wäre ohne den einen oder anderen Talisman denkbar, der Flüche abhalten soll. Es folgt eine kleine Auswahl von Gottheiten.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Der geflügelte Wächter des Lebens=====&lt;br /&gt;
Der einstmalige Wächter Laisutasas ist mit den Jahren für die Ureinwohner immer mehr von einem realen Wesen zu einer mythischen Gottheit geworden. Der Wächter steht für den Schutz des Lebens vor der Finsternis, für Einigkeit und Frieden. Die Gestalt, die der Wächter gewählt hat, ist die einer fünfköpfigen Hydra (siehe 13.3).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Baba Croqua|Baba Croqua]]=====&lt;br /&gt;
Die Toquateken beschreiben Baba Croqua als den Urvater aller Krokodile, die in den Sümpfen leben. Er ist uralt und böse und schläft, den Sumi [[Enzy#Sumi|(siehe 9.4)]] nach, unter Xiduria. Dabei ist er so groß, daß sein Schwanz im Nor Dithornos endet und sein Maul im Sud von Tizio in den Ozean ragt. Ein dortiger Meerbusen mit vielen kleinen, felsigen Inseln ist als „Baba’s Maul“ bekannt. Baba Croqua wird von den Toquateken als Gott verehrt. Um ihn nicht zu wecken, werden seine Träume mit Menschenopfern versüßt. Kandidaten für diese Opfer werden durch Raubzüge erbeutet und sind definitiv keine Freiwilligen. Die Sumi glauben, daß, wenn der Gott erwacht, die Welt untergeht. Große, uralte Krokodile, wie sie vereinzelt in den Sümpfen vorkommen, werden als Traumabbilder Baba Croquas von den Toquateken verehrt. Ein Tropfen des Lumen Vita, das Baba Croqua absondert, soll ewige Jugend und Schönheit, ewiges Leben und absolute Macht bringen. Der Wächter vs. Baba Croqua So wie die Hydra, der fünfköpfige, geflügelte Wächter für das Leben und alles Gute steht, ist Baba Croqua, das größte und älteste Krokodil Xidurias, Symbol für alles Böse. Seit Anbeginn der Zeiten sind beide Geschöpfe Widersacher. In diesem ewig währenden Krieg gelang es den Anhängern Baba Croquas vor Äonen die Hydra zu überwältigen und sie in ein Gefängnis zu sperren, aus dem eine Flucht trotz aller magischer Macht, über die sie verfügte, unmöglich war. In diesem Gefängnis, einem Ei, befand sich die Hydra bis die „Vom Land Erwählten“ es fanden und sie befreiten. Damit startete in diesem Kampf eine neuen Runde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sumi Sumi=====&lt;br /&gt;
bezeichnet die Gruppe der von den Eroberern als Schamanen und Medizinmänner bezeichnetet Priester der Toquateken. Die Sumi besitzen große magische Macht, die sie nach Belieben zum Wohl oder Wehe des Einzelnen einsetzen. Sumi heißt in der Sprache der Urbevölkerung soviel wie „Onkel“. Man versucht dadurch den Sumi zu schmeicheln, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erwecken, denn welcher Onkel schadet schon seinen Verwandten. Die Sumi teilen sich in zwei Lager: Das Größere von Beiden betet Baba Croqua an und ist bestrebt, die fremden Eroberer zu vertreiben und zu vernichten und die alten Blutrieten der Ahnen wieder einzuführen. Schwarze Magie und Flüche setzen sie ohne Skrupel ein. Die Quellen ihrer Macht sind Blutopfer und das Lumen Vita (siehe 13.5). Die Sumi sind in der Lage, Krokodile zu melken, d.h. diese Droge zu gewinnen, ohne das Tier zu töten. Die zweite Gruppe ist kaum noch existent. Ihre wenigen Mitglieder verehren das Land und als sein Symbol die Hydra. Ihre Macht war dadurch beschränkt, solange ihr Symbol eingekerkert war.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Ñaña k&#039;anchay|Ñaña k&#039;anchay, die Schwestern des Lichts]]=====&lt;br /&gt;
Dieser Orden hat sich zur Aufgabe gesetzt, dem Leben zu dienen. Sinnbild des Lebens ist das ‚heilige Feuer‘, das in ihrem Heiligsten mit violetter Flamme brennt, nur von der Liebe zum Leben gespeist . Eine einfache Schwester wird als ‚Aya‘ bezeichnet, die Oberin trägt den Titel der ‚Agia‘ und sie steht traditionell dem Priesterrat Tizios vor. Helfen bis zur Selbstaufopferung ist eine Eigenschaften, die viele der Schwestern auszeichnet. Sie sind ausgebildet als Hebammen und auch als Heiler und stellen ihre Künste jedem zur Verfügung. An vielen Orten bewirtschaften sie kleine Ordenshäuser, die immer auch ein Hospiz besitzen. Die Schwestern des Lichts nehmen bevorzugt junge weibliche Waise auf und geben ihnen Hoffnung und eine Zukunft. Viele der angesehen Familien Tizios schicken ihre Töchter zu den Schwestern in die Schule. Der Beitritt zum Orden ist keine Pflicht für die Schülerinnen. Daher ist es nicht selten, daß ehemalige Schülerinnen des Ordens in ihren Familien eine hohe Stellung einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Aece’tjpo=====&lt;br /&gt;
Oberste Gottheit des Xjelo Path, eines der vielen Pantheon Xiduria Aece’tjpo ist sowohl männlich als auch weiblich. In diesem Wesen steckt die unbändige Urkraft. Dieses Wesen gebar zahlreiche Kinder, die den Xidur als Gottheiten bekannt sind.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Ix Xel Ix Xel=====&lt;br /&gt;
ist die Herrin des Regenbogens, die Göttin der Geburt und der Weissagung. Ix Xel existiert am Rande der Morgenröte. Sie ist den Menschen wohl gesonnen und greift auch schon mal persönlich ein, wenn ihre Hilfe dringend benötgt wird. Sie wird immer mit vielen Brüsten dargestellt, welche die Gebärfreudigkeit erkennen lassen. In ihrer Rechten hält sie einen Zweig des Lorbeerbaumes, der -16-ihre Weisheit symbolisiert. Um ihren Kopf rankt sich ein halbrunder, streifenförmiger Kranz als Synonym des Regenbogens.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Tjerratatei Centeotl=====&lt;br /&gt;
Tjerratatei Centeotl ist eine Tochter Aece’tjpos und wird als große Erdmutter verehrt. Sie wandelt in der Gestalt eines großen Ocelotl umher. Ihr Körper besteht halb aus Fell und halb aus einer schuppenartigen Panzerung. Ihre Flügel sind gewaltig und gefiedert. Tjerratatei Centeotl wird gerne nachgesagt, daß sie Ernten schlecht ausfallen läßt. Deshalb steht sie vor allem für Mißernten und Naturkatastrophen. Um die Gottheit gnädig zu stimmen, bringen ihre Priester regelmäßig Blutopfer dar, die in Form von Menschenopfern das Wertvollste darstellen, was das Volk den Göttern anbieten kann. Oftmals melden sich dazu Krüppel oder Kriegsversehrte, um den Segen einer guten Ernte ihrem Volk zu ermöglichen. Als Belohnung leben sie ein volle Jahr wie die Könige, ehe sie dann Tjerratatei Centeotl geopfert werden. Tjerratatei Centeotl giert nicht nur nach Blut und Verwüstung. Sie hat auch besondere Lieblinge unter den Menschen und sorgt auf unterschiedlichste Weise für deren Schutz.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Golrooxquos=====&lt;br /&gt;
Der Kriegsgott Golrooxquos, ein Sohn Aece’tjpos, ist ein finsterer Kriegsgott. In ihm vereinen sich Grausamkeit, Blutgier und Kampfkunst auf unvorstellbare Weise. Er lechzt nach Macht und weidet sich an der Angst der Opfer, die auf möglichst grauenhafte Art und Weise getötet werden. Er manipuliert seine Anhänger, hat aber keine Skrupel, sie zu töten, wenn sie ihm lästig werden. 8.10Noctuna Eine weitere Tochter Aece’Tjpos. Sie ist die Herrin der Nacht und die Gefährtin Golrooxquos. Ihr Reich beschränkt sich allerdings auf die Finsteren Winkel der Dunkelheit, in denen schreckliche Alpträume und Gefahren lauern. Diese schickt Noctuna mit großer Freude den Menschen. Sie labt sich an den dadurch entstandenen Ängsten. Jegliche nachtaktive Lebewesen und Pflanzen werden als Noctunas Gehilfen angesehen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Astrelja=====&lt;br /&gt;
Eine Schwester Nocturnas die die „Leuchtende Göttin der Nacht“. Anders als ihre Schwester gibt sie Hoffnung und Frieden. Astrelja zeigt den Menschen, daß in der Dunkelheit nicht nur Gefahren lauern, sondern auch das Gute zu finden ist. Sie besitzt eine blasse, durchscheinende Haut, ihre Haare sind fast bodenlang und leuchten, wie ihre Kleidung, silbrig blau. Ihre Augen funkeln immer und lassen eine unendliche Weiter erahnen. Schon oft retteten ihre strahlenden Augen so manchen in finsterer Nacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Tijzentel=====&lt;br /&gt;
Die hiesige Gottheit des Denkens und der Intelligenz heißt Tijzentel. Er wird immer als Flötenspieler dargestellt, der eine Maske trägt. Zahlreiche Streiche, die er Göttern und Dämonen gespielt hat oder Situationen, in denen Tijzentel durch seine Intelligenz Fallen der oben genannten zu seinem Vorteil verwandelt hat, gehören zu den beliebtesten und am meisten erzählten Geschichten bei Xidurias Ureinwohnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Besonders hervorzuhebende Gruppierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Die „Vom Land Erwählten“=====&lt;br /&gt;
Dieser Name steht nicht für eine Gruppierung oder Geheimgesellschaft im üblichen Sinne. Das Land Xiduria selbst wählt Personen aus, die es aus irgendwelchen Gründen für besonders geeignet hält, ihm, dem Land und seinen Bewohnern selbst, Frieden und Einigkeit zu bescheren. Jedem dieser Personen wird auf wundersame Weise eines der Amulette Laisutasas zugespielt. Keiner der „Vom Land Erwählten“ weiß, wer dafür verantwortlich ist, denn der Weg, solch ein Amulett zu erhalten, ist immer ein anderer und scheint zufällig. Durch das Amulett stehen sie mit den anderen „Vom Land Erwählten“ und auch dem Wächter, der Hydra, auf Wunsch in Kontakt. Dies geschieht durch Gefühlsübertragung. Daher können sich auch „Erwählte“ leicht untereinander identifizieren, ohne sich vorher begegnet zu sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Sarinkay=====&lt;br /&gt;
Die auch als „Schicksalsweberinnen“ bekannten Sarinkay bilden eine Geheimgesellschaft, deren Ursprünge im Dunkeln liegt. Meist sind es alte, weise Frauen, z.B. Medizinfrauen der Ureinwohner, die ihnen angehören, aber auch junge Mädchen können zur Sarinkay werden. Die Kriterien, nach denen diese Auswahl geschieht, sind nur den Sarinkay selbst bekannt. Im Volk munkelt man aber, daß das Land selbst diejenige bestimmt, die berufen ist, Sarinkay zu werden. Ihre Fertigkeiten sind mystisch, keiner kann genau sagen, wessen sie fähig sind, aber man ist sich sicher, daß sie das Schicksal eines jeden beeinflussen und sogar ändern können. Eine Sarinkay zu reizen, gar zu beleidigen, kommt einem Selbstmordversuch gleich. Zu viele Geschichten kreisen in Xiduria über die Unglücklichen, die es wagten, eine Sarinkay herauszufordern. Eine Sarinkay ist durch nichts von anderen Frauen zu unterscheiden, doch aufmerksame Beobachter wissen instinktiv, wenn sie einer Sarinkay gegenüber stehen. Weniger aufmerksame Menschen sind besser allen Frauen gegenüber höflich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Torreón=====&lt;br /&gt;
Die Torreón sind eine Vereinigung von Menschen, die nach absoluter Macht streben. „Der Turm“ ist die Übersetzung des Wortes Torreón und bezeichnet den Gründungsort der Gruppe. Wo dieser Turm steht ist nur den Mitgliedern bekannt, er dient als Sitz ihrer Führungsspitze. Nur Männer und Frauen werden eingeladen dieser Gruppe beizutreten, deren Charakter von skrupelloser Effizienz und mangelndem Gewissen geprägt ist. Ihr Wirkungsgebiet ist Xiduria und die Grenzgebiete zu anderen Reichen, jedoch träumen sie davon, ihren Einfluß auszudehnen. Erst soll ihnen die Yddia gehören, dann ganz Magira. Seit die Torreón von Laisutana‘s Amuletten (siehe 13.2) und den ihnen damit offenstehenden Möglichkeiten erfahren haben, sind sie bestrebt, jedes Amulett in ihren Besitz zu bringen, dessen sie habhaft werden können. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Sumi|Sumi]]=====&lt;br /&gt;
Das Wirken der Baba Croqua anbetenden Sumi auf die Gesellschaft Xidurias hat zum Ziel, ihrem Gott (siehe 8.5) die nach ihrer Meinung zustehende Position wieder zu verschaffen und alle Bemühungen, das Land wieder zum Licht zu führen, zu vereiteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militär ===&lt;br /&gt;
Nach dem Umsturz wurden die Legionen des Reich des Feuers durch ein Stehendes Heer aus Freiwilligen ersetzt, das in Dithorno und dem Umland stationiert ist. Unterstützt wird dieses Heer im Ernstfall durch Söldner und Milizen Söldner bilden den Hauptanteil des Militärs in Tizio und Umgebung. Natürlich besitzt jede Familie Haustruppen, die im Ernstfall zu einem Heer vereinigt werden. Eine in Tizio stationierte tarcyrische Söldnertruppe, die keinem der Häuser angehört, sorgt für die Aufrechterhaltung des Status Quo. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verwaltung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#Yaykuy|Yaykuy]]=====&lt;br /&gt;
Das Land Xiduria ist ein Zusammenschluß vieler einzelner Gebiete, die alle unter der Knute des Reich des Feuers gestanden und gemeinsam den Kampf um die Freiheit gewonnen haben. Organisierte Bereiche (ganze Gebiete oder auch einzelne Städte) werden als „Yaykuy“ bezeichnet, was soviel heißt wie Gemeinschaft oder Provinz, und versuchen als eigenständige Einheit innerhalb Xidurias an Einfluß zu gewinnen. In jeder Provinz gibt es eine Stadt, die als Regierungssitz dient und meistens der Yaykuy ihren Namen gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Ayunta =====&lt;br /&gt;
Die Ayunta ist die Versammlung der Abgesandten aller Yaykuy. Sie sollte mindestens einmal im Jahr stattfinden, kann aber in Krisenzeiten oder bei zu geringer Beteiligung verschoben werden. Sie tagt in Dithorno. Wie viele Mitglieder der Ayunta eine Yaykuy einsenden darf, hängt von der Größe und ihrem Status innerhalb Xidurias ab. Die Yaykuy Dithorno z.B. stellt 49% der Mitglieder. Die Ayunta tagt über Probleme, die alle Yaykuy angehen, verifiziert Gesetze, erhöht oder senkt Steuersätze und entscheidet über den Einsatz von Truppen bzw. bestätigt den Ebensolchen. Eine der wichtigsten Aufgaben obliegt der Ayunta in der Wahl des X’uja’rey&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====X’uja‘rey=====&lt;br /&gt;
Der X’uja’rey, der oberste Lenker Xidurias, leitet die Gemeinschaft der Yaykuy. Der Name bedeutet frei übersetzt soviel wie „Mit der Zustimmung aller“ Man kann den X’uja’rey von seinen Befugnissen her mit einem König oder Herrscher vergleichen, jedoch sollte man immer beachten, daß ihm nach seiner Amtszeit, sollte er seine Befugnisse mißbraucht haben, der Prozeß gemacht werden kann. X’uja’rey wird man nicht durch Geburt oder Bestimmung, man wird von der Ayunta gewählt. Der erste Amtsinhaber wurde von der Interimsregierung direkt nach der erfolgreich durchgeführten Revolution ernannt. Die Amtszeit beträgt sieben Jahre, dann erfolgen Neuwahlen (sofern die Ayunta zusammen tritt). Es gibt keine Einschränkung in der Anzahl der Wiederwahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Korruption=====&lt;br /&gt;
Kleine Geschenke in den richtigen Händen dienen seit je her in Xiduria dazu sich für einen Gefallen zu bedanken oder die Bearbeitung eines Vorganges zu beschleunigen. Dieser Brauch stammt noch aus der ‚alten Zeit‘, da ein Staatsamt im Reich des Feuers ehrenamtlich ist und somit keine Vergütung erhält. Trotzdem wird Korruption nach außen hin mißbilligt. Beamten, die in bei der Höhe der Wertschätzungen durch andere übertreiben, drohen hohe Strafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Curie=====&lt;br /&gt;
Tizio hat durch seine Geschichte eine eigene Form der Regierung: vor der Besetzung Tizios durch fremde Völker wurde die Regierung durch einen Rat aller großen Familien gebildet, der Curie. Diese kam in Tizio zusammen und hatte theoretisch die gesamte Staatsgewalt inne. Sie war gleichzeitig Parlament und oberster Gerichtshof und berief alle öffentlichen Beamten und militärischen Ränge. Bei Abstimmungen gilt die Mehrheit, was zu allen Arten der Mehrheitsbildung führt, legalen wie auch illegalen. Durch die Konflikte der Familien untereinander ist die Curie jedoch kaum fähig bedeutende Entscheidungen zu treffen, so das die Verwaltung Xidurias eine gut funktionierende, unauffällige Administration der alltäglichen Dinge aufgebaut hat. So entsteht bei den Tizianern ein Eindruck der Selbstverwaltung, der nicht unerheblich zu ihrem Wohlbefinden beiträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Priesterrat=====&lt;br /&gt;
Tizios Priesterrat kümmert sich um spirituellen Belange. Jede Religion, jeder Orden hat hier einen Sitz. Den Vorsitz führt traditionell die Agia der Schwestern des Lichts (siehe 8.5). Eine Aufgabe des Priesterrats besteht darin Verfehlungen der einzelnen Glaubensgemeinschaften zu bewerten und gegebenenfalls mit Strafen zu belegen. Die schlimmste Strafe, die einer Glaubensgemeinschaft auferlegt werden kann, ist das Aberkennen des Religionsstatus und die damit verbundene Verbannung aus der Provinz, nicht jedoch aus Xiduria selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nachrichtenübermittlung=====&lt;br /&gt;
Die immensen Entfernungen Xidurias machen es notwendig, Nachrichten innerhalb der Yaykuy Tizio und Dithorno möglichst effektiv hin und zurück zu transportieren. Daher wurden zwei schnelle Botenschiffe eingesetzt, die Thuron und die Thaxes, die zwischen den Städten via Nga-Nova zeitversetzt hin und her fahren, so daß optimaler Weise Nachrichten zwei mal pro Monat ihr Ziel erreichen. Ein eher selten auftretendes Phänomen mit dem Nachrichten übermittelt werden können, hat keine eigene Bezeichnung. Es ist nur als Zwillingsphänomen bekannt. Wenigen Zwillingen Xidurias ist die Gabe der Nachrichtenweitergabe über große Entfernungen gegeben: Während der eine Zwilling z.B. sich in Tizio befindet und eine Nachricht liest, schreibt der zweite Zwilling in Dithorno ihren Inhalt auf. Solche Zwillinge sind natürlich gesuchte und wegen ihrer Seltenheit hoch bezahlte Spezialisten. Über die maximale Entfernung, über die eine Nachricht übermittelt werden kann, ist noch nichts bekannt, es wird jedoch vermutet, daß die Grenzen der Yddia auch die Grenzen dieses Talentes darstellen, da die Entfernung und Qualität der Übermittlung abnimmt, je mehr fließendes Wasser sich zwischen den Zwillingen befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fauna/Flora ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Krokodile=====&lt;br /&gt;
Die in Xiduria beheimateten Krokodile unterscheiden sich vom Aussehen nicht besonders von ihren auf ganz Magira vorkommenden Artgenossen. Anders als die meisten anderen Arten ernähren sie sich vorwiegend von Fischen und anderem Meeresgetier, die sie im küstennahen Bereich des Ozeans jagen, aber auch manches vermißtes Fischerboot geht wohl auf ihr Konto. Ihre Rast und Nistplätze liegen versteckt in den Mangrovensümpfen Xidurias. Laut einer Sage sind die Krokodile die Kinder Baba Croquas (siehe 8.3). Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, daß aus ihrer Hirnanhangdrüse das Lumen Vita (siehe 13.5) gewonnen werden kann. Das Lumen Vita ist zwar illegal, aber sehr begehrt, und daher ist Krokodiljäger ein sehr einträglicher, wenn auch äußerst gefährlicher Beruf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Armadillo=====&lt;br /&gt;
In vielen Gegenden Xidurias haben sich Pferde als Last und Reittiere nicht durchsetzen können. Das am meisten eingesetzte Tier für den Transport von Menschen und Lasten ist das Armadillo, ein Verwandter des Gürteltieres. Armadillos können bis zu 3 m lang werden. Normalerweise sind diese Vegetarier ausdauernde und friedfertige Kreaturen, aber in Panik können sie über kurze Distanz schneller laufen als ein Pferd. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nandu=====&lt;br /&gt;
Als Reittier dienen den Einwohner Xidurias große Laufvögel, die Nandus. Auch gezähmt behalten die Tiere einen Teil ihrer natürlichen Wildheit und Nandu-Reiter tun immer gut daran einen Stachelstock bei sich zu führen, mit dem sie Kommandos geben und die Nandus daran hindern, nach ihnen zu schnappen. Nandu-Hennen werden vor allem in der oberen Gesellschaftsschicht selten benutzt, denn die männlichen Nandus besitzen am Kopf buntschillernde Federn und sind daher als Statussymbol sehr begehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Yopok=====&lt;br /&gt;
Das Yopok ist ein kleiner Wasserbewohner aus der Familie der Nagetiere. Sein langer Greifschwanz macht ihn auch zu einem geschickten Kletterer. Sein weiches Fell und sein wohlschmeckendes, zartes Fleisch machen ihn zu einem bevorzugten Jagdobjekt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Dypodi=====&lt;br /&gt;
Das Dypodi ist ein Baumbewohner. Dypodi können bis zu 3 m lang werden und männliche Tiere erreichen mehr als einen Zentner Gewicht. Dypodi sind genügsame und friedliche Tiere und daher schon lange domestiziert worden. Sie sind Hauptlieferant für Fleisch in Xiduria, aber auch ihre Wolle wird gerne verarbeitet. 12.6Ocelotl Der Ocelotl ist das größte Landraubtier Xidurias. Ausgewachsen besteht er aus über fünf Zentnern reinen Muskeln. Die untere Körperhälfte eines Ocelotl ist mit Fell bedeckt, die obere Hälfte ist mit Schuppen gepanzert. Ocelotl sind Einzelgänger. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Gras in Tizio=====&lt;br /&gt;
Das Gras in Tizio hat eine besondere Beschaffenheit. Pferde, die von den erobernden Völkern eingeführt wurden, sind als einzige Gattung nicht in der Lage, es zu verdauen, obwohl es ungiftig ist. Daher zählen Pferde in Tizio als Symbol für Reichtum, den nur derjenige kann sich ein Pferd leisten, der finanziell in der Lage ist, das Futter für das Tier von außerhalb einzuführen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====[[Enzy#T`chubac|T‘chubac]]=====&lt;br /&gt;
T’chubac ist eine Blattpflanze, deren Blätter geraucht oder gekaut eine belebende, stimulierende Wirkung entfalten. Meistens werden die geernteten Blätter getrocknet, dann gebeizt und anschließend gerollt. Die so entstandenen „Dithornos“ sind in allen drei Welten bekannt und begehrt ob ihres kräftigen und doch mildem Geschmacks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Gewirrmoos=====&lt;br /&gt;
Besondere Eigenschaften hat das in den Mangrovensümpfen vorkommende Gewirrmoos zu einem begehrten Handelsartikel gemacht. Das Moos wirkt blutstillend und ist zudem ein natürlich vorkommendes Antibiotikum. Den Namen hat das Gewirrmoos durch seine Form erhalten: Dünne, weiche Äste bilden ein miteinander verknüpftes Gewirr. Die Farbe des Mooses ist ein leichtes Hellgrün mit einem Stich ins Gelbliche. Das Moos kann nur mit einigem Aufwand geerntet werden, da es nicht am Boden wächst, sondern sich parasitär in den Kronen der Mangroven einnistet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Xoxlatl=====&lt;br /&gt;
Die Xoxlatl ist eine sehr fetthaltige Bohne, die an Sträuchern wächst. Man preßt die Frucht und gewinnt aus ihr ein sehr aromatisches, aber bitteres Öl, das auf viele verschiedene Arten zum Kochen verwendet wird. Scharfe Fleischgerichte sind genauso unter den Rezepten zu finden, in denen Xoxlatl-Öl verwendet wird, wie eine heißes Getränk, wobei dem Öl Rohrzucker oder Honig sowie Milch zugegeben wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Magie im Allgemeinen=====&lt;br /&gt;
Die Magie im allgemeinen in Xiduria basiert auf Fremdquellen, wie Amulette, Fetische oder sonstigen Gegenständen mit Macht. Selbst ein unscheinbarer Kieselstein, der am richtigen Ort gelegen hat. kann es einem Menschen ermöglichen, gewollt oder ungewollt Zauber zu wirken. Solche Zauber sind eher schwach und unbedeutend, die Magie, die ein Gegenstand mit Macht besitzt, kann immens stark sein. Somit könnte jeder Bewohner Xidurias theoretisch Magie wirken. Innerhalb der Bevölkerung Xidurias gibt es jedoch quasi keine ausgebildeten Magier. Magie als Wissenschaft ist völlig unbekannt, und auch echtes magisches Talent ist ausgesprochen selten. Auch die Urbevölkerung verfügt nicht über das, was man als klassische Spruchmagie bezeichnen könnte. Dafür ist aber eine Art Fluchmagie bekannt, und beinahe jede Familie verfügt über einen eigenen überlieferten Fluch. Diese Flüche müssen im genau überlieferten Wortlaut zu mehr oder minder festgelegten Bedingungen ausgesprochen werden, um ihre Wirkung zu zeigen. Diese Wirkung kann nur von einem Talisman oder durch die Hilfe eines Priesters aufgehalten werden. Die Wenigen, die sich mit Magie beschäftigen, sind immer bestrebt, an stärkere, mächtigere Artefakte zu gelangen, um ihre magische Macht zu verstärken. Der Gemeine hingegen, der normalerweise über die magische Begabung einer Holzplanke verfügt, wird sich höchsten erstaunt zeigen oder verängstigt sein, sollte er an ein starkes Artefakt gelangen und ihm dadurch unbewußt unerklärliche Dinge gelingen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Amulette Laisutasas=====&lt;br /&gt;
Die Amulette Laisutasas sind mächtige magische Gegenstände. Da die Zahl der Einwohner der Wolkenstadt verloren gegangen ist, ist nicht bekannt, wie viele einstmals davon geschaffen wurden oder wie viele noch existieren. Ihr Aussehen wird als eher schlicht beschrieben. Eine silberne Scheibe in einem Bogen aus Holz, der an eine Lyra erinnert. Es scheint keine bestimmte Holzsorte zu geben, die bevorzugt wird. Man sagt, ein Amulett alleine sei bedeutungslos, erst zwei Träger zusammen wären in der Lage, ihre Macht zu wecken. Jedes weitere Amulett verstärkt die Wirkung und wenn alle Amulette zusammen sind und ihre Träger das gleiche Ziel hätten, könnten sie die Welt aus den Angeln heben. Mit diesem Märchen erschrecken die Ureinwohner ihre Kinder. Die wirkliche Kraft der Amulette besteht darin, ihren Träger zu befähigen, Gefühle manipulieren zu können. So können mit ihrer Hilfe sowohl Kriege verhindert als auch verursacht werden, denn die Amulette sind weder dem Licht noch der Finsternis zugeordnet und können von beiden Seiten angewendet werden. Bestehende Gefühle können geweckt und verstärkt, aber nicht erzeugt werden. Die Amulette schaffen eine Verbindung der Träger, die dem gleichen Ziel folgen, untereinander auf emphatischer Ebene. Somit schaffen sie z.B. eine emphatische Verbindung zwischen den „Vom Land Erwählten“ und dem Wächter der Wolkenstadt, der Hydra. Die Amulette müssen freiwillig weitergegeben werden. Ein Diebstahl ist unmöglich. Verstirbt ein Träger, ohne sein Amulett weitergegeben zu haben, verschwindet es, nur um sich an anderer Stelle von einem neuen Träger wieder finden zu lassen. Es ist nicht möglich, zur gleichen Zeit zwei Amulette zu tragen, um ihre Kraft nutzen zu können. Es ist die Einigkeit Mehrerer, die zählt, nicht der Wille eines Einzelnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Der geflügelte Wächter des Lebens=====&lt;br /&gt;
Der ehemalige, einmalige Wächter der Wolkenstadt Laisutasa wurde von seinem Erzgegner Baba Croqua und seinen Anhängern gefangen genommen und in einem steinernen Ei eingesperrt. Derzeit ist seine Gestalt eine fünfköpfige Hydra. Sie ist erst vor wenigen Monden geschlüpft und kräftig am Wachsen. Jeder der Köpfe ist der Sprache mächtig, nur sind sich nicht immer alle Köpfe eins und diskutieren öfters miteinander. Ihre Stimmen klingen immer leicht zischen. Die Hydra ist mit den „Vom Land Erwählten“ emphathisch verbunden. Sollte einer oder mehrere in Lebensgefahr sein, wird die Hydra dort wie aus dem Nichts auftauchen, um zu helfen. Sollte andererseits jedoch der Hydra Gefahr drohen, kann sie die „Vom Land Erwählten“ zu sich „rufen“. Zu welchen Dingen die Hydra sonst fähig ist, ist nicht bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Karant - Schiffe=====&lt;br /&gt;
Bei der Vorbereitung des Aufstands bestand das Problem genügend Schiffe zu organisieren, die die benötigten Söldnertruppen schnell von außerhalb zu ihren Einsatzorten transportieren konnten. Nicht die Kosten für diese Flotte waren das Problem, es war die gigantische Menge an Holz, deren Transport nicht hätte verheimlicht werden können, denn Holz ist ein Rohstoff in Xiduria, der selten ist. Die Lösung bot ein Fischer namens Llaixull an. Llaixull ist der letzte Überlebende der Wolkenstadt Laisutasa, eine Tatsache, die niemandem außer den Sarinkay bekannt ist. Sein Ziel ist es, die Wolkenstadt wieder in den Himmel zu heben, daher unterstützt er die vom Land gewählten durch ein besonderes Geschenk, die Karant- Schiffe. Der Rumpf der Karant- Schiffe bestehen vollständig aus einer grünen Granit Art, die an der Küste der Provinz Dithorno vorkommt. Der Mast, die Ruder und die Aufbauten dieser Langschiffe sind aus Holz und müssen ergänzt werden. Llaixull baut die Schiffe nicht, er bewacht die alte Kriegsflotte aus den letzten Tagen Laisutasas, die in einer Höhle mit Seezugang liegt. Er behauptet, sie wachsen lassen zu können. Wie er das bewerkstelligen kann, ist ein Rätsel, aber wann immer ein neues Schiff benötigt wird, ist es, laut seiner Aussage, verfügbar. Mindestens ein genau so großes Mysterium ist, wodurch die Schiffe ihren Auftrieb erhalten. Fakt ist, daß sie schwimmen. Die Karant Langschiffe erreichen ähnliche Geschwindigkeiten wie ihre Holzpendantes und lassen sich genauso wendig und leicht steuern. Den Schiffen fehlt die wahre Härte des Steins, dadurch sind sie im Gefecht genauso leicht oder schwer zu zerstören wie normale Schiffe. Karant- Schiffe sind ausschließlich für den Kriegseinsatz bestimmt, auch wenn dies Llaixull immer wieder in Gewissenskonflikte bringt. Er sieht jedoch ein, daß noch ein weiter, dorniger Weg vor dem Land und seinen Bewohnern liegt und es Verteidigung bedarf. Die Matrosen nennen diesen Schiffstyp ‚Karantelle‘ und reagieren sehr verärgert auf das spöttische ‚Karantene‘. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Lumen Vita=====&lt;br /&gt;
Das Lumen Vita ist eine Droge, die aus dem Hirn der in den Mangrovensümpfen Xidurias beheimateten Salzwasser-Krokodile gewonnen wird. Es ist von milchiger Konsistenz und fluoresziert leicht grünlich. Das Lumen Vita ist nicht lichtresistent, es zersetzt sich bei direkter Tageslichteinwirkung binnen Sekunden. Das Licht einer Kerze benötigt dagegen Stunden das Lumen Vita zu zerstören Während die „zivilisierten“ Xidur das Lumen Vita nur extrahieren können, indem sie Krokodile töten, scheinen die Sumi die Tiere „melken“ zu können, um an die Droge zu kommen. Das Elixier bewirkt eine körperliche Verjüngung des Abhängigen. Der Wirkungsgrad hängt vom Alter der erlegten Tieres ab und kann von mehreren Monaten bis einige Jahre oder sogar Jahrzehnte differieren. Die Abhängigkeit tritt mit der ersten Dosis ein, eine Möglichkeit des Entzugs ist nicht bekannt. Aus einer Drüse können bis zu 20 Anwendungen gewonnen werden. Eine Anwendung hält, abhängig von Reinheitsgrad und dem Alter des Krokodils zwischen ein und drei Jahren. Je älter das Krokodil war, desto stärker wirkt das Elixier, das aus ihm gewonnen wurde. Das Ende der Wirkung macht sich rechtzeitig durch Falten und langsames Altern bemerkbar, sonst sind keine Entzugserscheinungen bekannt. Der Abhängige erhält dadurch genügend Zeit sich Nachschub zu beschaffen. Ob Lumen Vita die natürliche Lebensspanne erhöht, ist nicht bekannt, wird aber vermutet. Schafft es ein Abhängiger nicht rechtzeitig, sich eine neue Dosis zu organisieren, stirbt er durch abrupt einsetzenden, rapiden Zellverfall. Kaum einer überlebt dies und wenn doch, nur, um dann durch die Schmerzen völlig wahnsinnig geworden, als ein völlig entstelltes Etwas, das kaum noch einem Lebenden gleicht, umherzuirren und Schrecken zu verbreiten. Das Aussehen ähnelt einer Moorleiche. Die Abhängigen können durch einige doch eindeutige Merkmale erkannt werden. Die Augen spiegeln die Erfahrung und das wirkliche Alter wieder. Zudem heilen Verletzungen schneller. Dadurch verbraucht sich aber etwas Lumen Vita im Blut. Blutet einer der Abhängigen, so ist für eine kurze Zeitspanne (bis das - 25 -Sonnenlicht das Lumen Vita im Blut zersetzt hat) eine leichte Fluoreszenz zu bemerken. Wichtig ist auch, daß immer nur die Erste während einer Wirkungsphase eingenommene Dosis wirkt. Eine Potenzierung des Effekts ist nicht möglich. Lumen Vita verstärkt auch Magie. So kann es geschehen, das latente Magie unkontrolliert zum Ausbruch kommt. Bei ausgebildeten Magiern wird ihre magische Kraft verstärkt, fast schon potenziert. Je nach Stärke des anschließend angewandten Zaubers baut sich die Dosis schneller oder langsamer ab. Der Besitz oder der Verkauf dieser Droge ist verboten und wird aufs Schärfste geahndet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ränge===&lt;br /&gt;
Die Ränge sind wie folgt umgesetzt: &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Aussprache&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Herrscher&lt;br /&gt;
|X‘uja’rey&lt;br /&gt;
|Gsuja~Reij&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Edler&lt;br /&gt;
|Azuxa’rey&lt;br /&gt;
|Aschiugsa~Reij&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Lehnsmann&lt;br /&gt;
|Ché arandé&lt;br /&gt;
|Tscheh~Arandeh&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Gefolgsmann&lt;br /&gt;
|Enqua’gado&lt;br /&gt;
|Enka~Gado&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Knappe&lt;br /&gt;
|Quechua t’on&lt;br /&gt;
|Kechua Te~ón&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Ehrenmitglied&lt;br /&gt;
|Criceti d’uro&lt;br /&gt;
|Kriketi D~uro&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wappen===&lt;br /&gt;
Das folgende Wappen Xidurias wurde sowohl farbig, als auch in Schwarz-Weiß jeweils in verschiedenen Größen beigelegt. Es zeigt einen Kopf der Hydra, der in einem imaginären Sechseck ruht. Die unteren drei Seiten des Sechsecks werden durch fünf Säulen begrenzt, die das Fundament der Eintracht beschreiben Das Grün des Wappens steht für das Land und der waagrechte Balken unter dem Kopf ist das toquatekische Zahlzeichen für Fünf und repräsentiert die Anzahl der Hydra-Köpfe&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=297</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=297"/>
		<updated>2023-04-07T18:37:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, davon zehn ständig beleuchtet. Vierundvierzig Türen. Aus zweien davon schwimmen täglich je sechs Jäger zu den Fisch gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal wenigerhell durch die Wasseroberfläche zu brechen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden Tag grüße ich sie mit einem herzlichen Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen. Ich stehe hier mit meiner Lanze und halte Wacht. Die Prunkrüstung aus Perlmutt, die ich als Heerführer und Repräsentant des Wasservolkes noch tragendurfte, ist dem normalen Haifisch-Lederpanzer gewichen, dazu ein Lederring umden Kopf der meine länger werdenden Haare im Zaum hält. Hinter mir ein aufgehäufter Kuppelbau, wenig schmuck, mehr praktisch errichtet, wahrscheinlicheine Lagerhalle, man hatte mir nie mitgeteilt, was ich hier eigentlich bewache. Da die Halle etwas abseits der Stadt stehtund größtenteils schon von Korallen und Algen bewachsen ist, scheint es sich umkeinen wirklich bedeutenden Bau zu han-deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro Tag jemand vorbei und sei es nur, um mich zu kontrollieren. Mein rechter Arm ist schon kräftiger geworden, seit ich den Speer immer auf Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, jedesmal wenn einer der hohen Bewahrer beschließt, meine Wache mit eitlem Gehabe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn er in die Halle hinter mir schwimmt. Mir ist langweilig. Sehr, sehr langweilig. Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine Alge von der Strömung in mein Haar treiben lässt und ich mich daran mache, sie mit eingeübtem Griff zu entheddern, dann sage ich mir zum zweihundert-sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr dumme Idee ist, eine Frage zu beantworten, wenn man weiß, dass die Antwort, die man gleich bereit ist, zu geben, eine andere ist, als die, die der Fragesteller hören möchte. Warum nicht einfach mal mit den Schultern zucken, warum nicht die „richtige“ Antwort geben, warum, warum, warum nur ... Mist. Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es endlich eine schöne Zahl: einhundertundzwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen langweilig ... ich könnte laut schreien! Natürlich stand in dem einen Moment, wo ich das einfach mal ausprobiert hatte, mein Gruppenführer heimlich hinter mir und strich meine Ration. Den Kopf gegen die Lanze klopfen brachte auf Dauer Kopfschmerzen und lockte einen neugierigen Delfin an, der das natürlich gleich einem Jäger petzen musste und ich hatte wieder nichts zu essen an diesem Abend. Wenn ich wirklich schlechte Laune habe, schelte ich mich einen Narren und sage mir, dass ich selber schuld sei. Seit Harrle Davidssons mysteriösem Verschwinden und meiner diesbezüglichen Befragung, in der ich nicht bestätigen wollte, dass er als Spion zum Feind übergelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß erzählte, dass er eben keine Lust auf den täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte und, sein Bündel geschnürt, dem nächstbesten Weibe hinterher geschwommen ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der Feind sich auch ja nicht in die Halle hinter mir einschleicht. Ist ja auch eine richtige und wichtige Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich so sein, dass das einzige Volk Magiras, das im Wasser atmen kann, von einer Übermacht an Feinden, in einer Stadt im Wasser, die niemand kennt, angegriffen wird. Und dann bin glücklicherweise ich mit meinem Speer zur Stelle und halte sie davon ab, durch diese Tür zu schwimmen, in der dermaßen strategisch wichtiges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht mal eine Möglichkeit zum Alarm schlagen gegeben haben. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man wohl überflüssig geworden ist. &lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose, meist dunkle Weite. Schwärme von aneinander desinteressierten Meeresbewohnern schwimmen kreuz und quer, mal mit, mal gegen die Strömung. Man frisst einander auf und schwimmt weiter. Seit fast einem Jahr treibt eine alte Wasserschildkröte hier auf ihrem Weg einmal rund um die Yddia, immer mit dem Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn eines Lebewesens umso langsamer arbeitet, desto länger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr ein halbes Jahr und eine halbe Umrundung der Yddia, bis unsere Schildkröte sich daran erinnerte, jemandem mit Namen Qurääl zu suchen und diesem eine Botschaft zu überbringen. Sie wusste, es handelt sich wohl um einen Menschen, also schildlose Doppelflosser mit beweglichem Stachel, wie sie im Tierreich bekannt waren. Manche nannten sie auch „die Pest“ oder „die Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je nach Weltanschauung. Jedenfalls waren sie zum einen nicht sehr beliebt, zum anderen aber jedem Meeresbewohner bekannt. Das machte die Suche einfach. Als sie nach ein paar weiteren Mondläufen nun an eine Brutstätte dieser Menschen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt, mir kann nicht mehr viel passieren, Menschen waren mir gegenüber immer ungefährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein Doppelflosser neben ihr auftauchte und sie nicht anzugreifen schien, folgte sie ihm in das Nest. Es bestand aus vielen Löchern und Höhlen mit blinkenden Lichtern, überall wuselte der Menschenschwarm, besonders die frisch geschlüpften kleinen, um sie herum. Sie glitt auf den Boden in die Mitte des Platzes und wartete. Ein paar Schlüpflinge gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung. Nach einer langen Weile des Wartens hatte sie sich gerade zum Schlafen vorbereitet, da formte sich in ihren Gedanken ein hochfrequentes Echo, wie von einem schnellsingenden Walrudel. Zuerst sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus der Panzerhöhle und sah vor sich keine tobende Meute mehr sondern nur einen einzelnen Menschen, sehr groß, in äusserst unpraktischem grünen Gewand, mit Funkelzeugs und einem Stachel in der Flosse. Die anderen hielten einen großen Abstand zu ihnen und hatten sich angenehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu sein, deshalb versuchte sie an ihre Botschaft zu denken. Tatsächlich schien er sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedanken und sie beschloss, wieder die Weite und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen. Und ein leicht verwirrter Jäger überlegte, was er nun zuerst tun sollte: Irgendeinen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, suchen oder seinen Freunden erzählen, wie es sich anfühlt mit einer über hundertjährigen Riesenwasserschildkröte gedanklich verbunden zu sein. Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kumpanen im nachfolgenden Saufgelage ein Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der dem Helden dieser Erzählung noch einen Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, herauszufinden, ob es denn geht, durch bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu bekommen ... aber kein Hai erscheint, um mich aus der Lethargie zu erlösen, nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein Jäger. An der unpraktischen weiten Kleidung und dem vielen Schmuck kann man erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger keinen Speer mehr geworfen hatte. Kurz bedauere ich noch, schon wieder nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er sprach ... diese langen Haare, zu vier Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an Tiefseefischen aussahen, das kenne ich irgendwo her. „Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die Dressurversuche mittels Nahrungsentzug haben eindeutig Früchte getragen. Der Fremde nähert sich bis auf einen Meter und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht. „Da sieh mal einer an! Sie sagten mir schon, dass ich dich hier finden würde. Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht sein, der tapfere Held der Polschlacht, abgeschoben, das geheime Alkohollager der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zuzuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“ Ich blicke mich um. Endlich weiß ich, wovor ich da stehe. Anscheinend bewachte ich einen Berg voller Fässer voller Strömung. Meine Aufgabe erscheint plötzlich in ganz anderem Licht, genauso wie die Mitglieder meines Volkes die da ein und aus gingen. Ich muss leise kichern. „He! Alles in Ordnung?“ Ich fahre wieder herum. Ach ja, der Ankömmling ist ja immer noch da, anscheinend war ich eine Weile mit den Neuigkeiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht fest. „Ja, alles in Ordnung. Meine Arme werden immer länger. Meine Beine immer kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich selber in von mir erdachten Rätselaufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich Dich kenne. Aber sonst ...“ „Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat. Wir drehten um, als Du Dich mit einem Beiboot und ein paar Gehilfen durch den Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“ Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die Götter mich für meinen Einsatz belobigt hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk zu dienen sei eine größere Aufgabe, als einen fremden Kontinent mit einer Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre, schön und gut. Ich aber bewachte ein Gewölbe mit herrlich schmeckender, das Dasein wunderbar einnebelnder Strömung, von der ich nichts abbekam, sondern nur diejenigen tranken, deren Welt ich gerettet hatte und die mich danach strafversetzten! Ha! Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um klarer zu werden. Das Wasser streicht mir über die Wangen und tröstet mich wieder einmal. Lachen und Weinen liegen nahe beieinander in diesen Zeiten. Nachdem mir mein alter Weggefährte die Botschaft überbracht hat, dass ich an Land gesucht werde, mache ich mich auch gleich auf den Weg. Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum letzten Mal gesehen habe und bald würde ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt, was die Schildkröte sagte, dann auch ein paar Kinder. Die Möglichkeit, selber schon Kinder zu haben, hat mich gar nicht so umgehauen, wie es hätte sein können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen Leben, Menschen und dergleichen kamen und gingen, ich hatte vielen das Leben genommen. Und jetzt selber Leben erschaffen zu haben, gehört wohl dazu. Aber bis ich dort sein würde, muss ich ohnehin noch die halbe Welt überqueren. Vielleicht werde ich ja nie ankommen. Statt über mein neues Leben nachzudenken, mache ich mir viel mehr Gedanken, mein altes zu beenden. In meine vom stumpfen Wachdienst gelähmten Gedanken kommt langsam wieder Schwung und in vielen Farben plane ich meinen Abgang. Und wieder steigen kleine Bläschen der Freude an die Wasseroberfläche, als ich leise beginne, zu kichern.&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig bestätigen, dass Qurääl in direktem Zusammenhang mit dem Vorfall zu beschuldigen sei. Er hat zwar bekanntermaßen seinen Posten verlassen und ist verschwunden, aber vielleicht ist ihm auch etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen Überfall auf das Lager. Es ist auf der einen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konnten, aber da das einer einzelnen Person nur schwer zuzumuten ist, dies unbemerkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei Tage gedauert, die Überreste meiner alten Truppe zu versammeln. Meine Garda hatte damals bei der Schlacht gegen die Wiemabki zwar hohe Verluste hinnehmen müssen, aber auch wenn sie nur wenige sind, so sind sie noch genauso effizient, wie damals als ich sie auf Geheiß des obersten Kriegers ausgebildet hatte. Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen, Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in Begleitung meiner Leute, in die Richtung des Festlandes schwamm, erzählten wir uns abwechselnd immer wieder die Ge&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden würde: Wie eines Tages eine ganze Stadt des Wasservolkes im Vollrausch darnieder lag und erwachte mit einem roten Punkt auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So leise und unauffällig wie wir kamen, so laut und unauffällig waren wir dann auch verschwunden. Sie würden nie wissen, wer das war, nach einer Zeit auch vergessen und ihre alten Wege gehen. Wie die Gezeiten, die kommen und gehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=296</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=296"/>
		<updated>2023-04-07T18:33:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, davon zehn ständig beleuchtet. Vierundvierzig Türen. Aus zweien davon schwimmen täglich je sechs Jäger zu den Fisch gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal wenigerhell durch die Wasseroberfläche zu brechen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden Tag grüße ich sie mit einem herzlichen Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen. Ich stehe hier mit meiner Lanze und halte Wacht. Die Prunkrüstung aus Perlmutt, die ich als Heerführer und Repräsentant des Wasservolkes noch tragendurfte, ist dem normalen Haifisch-Lederpanzer gewichen, dazu ein Lederring umden Kopf der meine länger werdenden Haare im Zaum hält. Hinter mir ein aufgehäufter Kuppelbau, wenig schmuck, mehr praktisch errichtet, wahrscheinlicheine Lagerhalle, man hatte mir nie mitgeteilt, was ich hier eigentlich bewache. Da die Halle etwas abseits der Stadt stehtund größtenteils schon von Korallen und Algen bewachsen ist, scheint es sich umkeinen wirklich bedeutenden Bau zu han-deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro Tag jemand vorbei und sei es nur, um mich zu kontrollieren. Mein rechter Arm ist schon kräftiger geworden, seit ich den Speer immer auf Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, jedesmal wenn einer der hohen Bewahrer beschließt, meine Wache mit eitlem Gehabe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn er in die Halle hinter mir schwimmt. Mir ist langweilig. Sehr, sehr langweilig. Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine Alge von der Strömung in mein Haar treiben lässt und ich mich daran mache, sie mit eingeübtem Griff zu entheddern, dann sage ich mir zum zweihundert-sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr dumme Idee ist, eine Frage zu beantworten, wenn man weiß, dass die Antwort, die man gleich bereit ist, zu geben, eine andere ist, als die, die der Fragesteller hören möchte. Warum nicht einfach mal mit den Schultern zucken, warum nicht die „richtige“ Antwort geben, warum, warum, warum nur ... Mist. Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es endlich eine schöne Zahl: einhundertundzwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen langweilig ... ich könnte laut schreien! Natürlich stand in dem einen Moment, wo ich das einfach mal ausprobiert hatte, mein Gruppenführer heimlich hinter mir und strich meine Ration. Den Kopf gegen die Lanze klopfen brachte auf Dauer Kopfschmerzen und lockte einen neugierigen Delfin an, der das natürlich gleich einem Jäger petzen musste und ich hatte wieder nichts zu essen an diesem Abend. Wenn ich wirklich schlechte Laune habe, schelte ich mich einen Narren und sage mir, dass ich selber schuld sei. Seit Harrle Davidssons mysteriösem Verschwinden und meiner diesbezüglichen Befragung, in der ich nicht bestätigen wollte, dass er als Spion zum Feind übergelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß erzählte, dass er eben keine Lust auf den täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte und, sein Bündel geschnürt, dem nächstbesten Weibe hinterher geschwommen ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der Feind sich auch ja nicht in die Halle hinter mir einschleicht. Ist ja auch eine richtige und wichtige Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich so sein, dass das einzige Volk Magiras, das im Wasser atmen kann, von einer Übermacht an Feinden, in einer Stadt im Wasser, die niemand kennt, angegriffen wird. Und dann bin glücklicherweise ich mit meinem Speer zur Stelle und halte sie davon ab, durch diese Tür zu schwimmen, in der dermaßen strategisch wichtiges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht mal eine Möglichkeit zum Alarm schlagen gegeben haben. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man wohl überflüssig geworden ist. &lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose, meist dunkle Weite. Schwärme von aneinander desinteressierten Meeresbewohnern schwimmen kreuz und quer, mal mit, mal gegen die Strömung. Man frisst einander auf und schwimmt weiter. Seit fast einem Jahr treibt eine alte Wasserschildkröte hier auf ihrem Weg einmal rund um die Yddia, immer mit dem Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn eines Lebewesens umso langsamer arbeitet, desto länger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr ein halbes Jahr und eine halbe Umrundung der Yddia, bis unsere Schildkröte sich daran erinnerte, jemandem mit Namen Qurääl zu suchen und diesem eine Botschaft zu überbringen. Sie wusste, es handelt sich wohl um einen Menschen, also schildlose Doppelflosser mit beweglichem Stachel, wie sie im Tierreich bekannt waren. Manche nannten sie auch „die Pest“ oder „die Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je nach Weltanschauung. Jedenfalls waren sie zum einen nicht sehr beliebt, zum anderen aber jedem Meeresbewohner bekannt. Das machte die Suche einfach. Als sie nach ein paar weiteren Mondläufen nun an eine Brutstätte dieser Menschen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt, mir kann nicht mehr viel passieren, Menschen waren mir gegenüber immer ungefährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein Doppelflosser neben ihr auftauchte und sie nicht anzugreifen schien, folgte sie ihm in das Nest. Es bestand aus vielen Löchern und Höhlen mit blinkenden Lichtern, überall wuselte der Menschenschwarm, besonders die frisch geschlüpften kleinen, um sie herum. Sie glitt auf den Boden in die Mitte des Platzes und wartete. Ein paar Schlüpflinge gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung. Nach einer langen Weile des Wartens hatte sie sich gerade zum Schlafen vorbereitet, da formte sich in ihren Gedanken ein hochfrequentes Echo, wie von einem schnellsingenden Walrudel. Zuerst sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus der Panzerhöhle und sah vor sich keine tobende Meute mehr sondern nur einen einzelnen Menschen, sehr groß, in äusserst unpraktischem grünen Gewand, mit Funkelzeugs und einem Stachel in der Flosse. Die anderen hielten einen großen Abstand zu ihnen und hatten sich angenehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu sein, deshalb versuchte sie an ihre Botschaft zu denken. Tatsächlich schien er sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedanken und sie beschloss, wieder die Weite und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen. Und ein leicht verwirrter Jäger überlegte, was er nun zuerst tun sollte: Irgendeinen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, suchen oder seinen Freunden erzählen, wie es sich anfühlt mit einer über hundertjährigen Riesenwasserschildkröte gedanklich verbunden zu sein. Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kumpanen im nachfolgenden Saufgelage ein Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der dem Helden dieser Erzählung noch einen Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=295</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=295"/>
		<updated>2023-04-07T18:32:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, davon zehn ständig beleuchtet. Vierundvierzig Türen. Aus zweien davon schwimmen täglich je sechs Jäger zu den Fisch gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal wenigerhell durch die Wasseroberfläche zu brechen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden Tag grüße ich sie mit einem herzlichen Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen. Ich stehe hier mit meiner Lanze und halte Wacht. Die Prunkrüstung aus Perlmutt, die ich als Heerführer und Repräsentant des Wasservolkes noch tragendurfte, ist dem normalen Haifisch-Lederpanzer gewichen, dazu ein Lederring umden Kopf der meine länger werdenden Haare im Zaum hält. Hinter mir ein aufgehäufter Kuppelbau, wenig schmuck, mehr praktisch errichtet, wahrscheinlicheine Lagerhalle, man hatte mir nie mitgeteilt, was ich hier eigentlich bewache. Da die Halle etwas abseits der Stadt stehtund größtenteils schon von Korallen und Algen bewachsen ist, scheint es sich umkeinen wirklich bedeutenden Bau zu han-deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro Tag jemand vorbei und sei es nur, um mich zu kontrollieren. Mein rechter Arm ist schon kräftiger geworden, seit ich den Speer immer auf Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, jedesmal wenn einer der hohen Bewahrer beschließt, meine Wache mit eitlem Gehabe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn er in die Halle hinter mir schwimmt. Mir ist langweilig. Sehr, sehr langweilig. Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine Alge von der Strömung in mein Haar treiben lässt und ich mich daran mache, sie mit eingeübtem Griff zu entheddern, dann sage ich mir zum zweihundert-sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr dumme Idee ist, eine Frage zu beantworten, wenn man weiß, dass die Antwort, die man gleich bereit ist, zu geben, eine andere ist, als die, die der Fragesteller hören möchte. Warum nicht einfach mal mit den Schultern zucken, warum nicht die „richtige“ Antwort geben, warum, warum, warum nur ... Mist. Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es endlich eine schöne Zahl: einhundertundzwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen langweilig ... ich könnte laut schreien! Natürlich stand in dem einen Moment, wo ich das einfach mal ausprobiert hatte, mein Gruppenführer heimlich hinter mir und strich meine Ration. Den Kopf gegen die Lanze klopfen brachte auf Dauer Kopfschmerzen und lockte einen neugierigen Delfin an, der das natürlich gleich einem Jäger petzen musste und ich hatte wieder nichts zu essen an diesem Abend. Wenn ich wirklich schlechte Laune habe, schelte ich mich einen Narren und sage mir, dass ich selber schuld sei. Seit Harrle Davidssons mysteriösem Verschwinden und meiner diesbezüglichen Befragung, in der ich nicht bestätigen wollte, dass er als Spion zum Feind übergelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß erzählte, dass er eben keine Lust auf den täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte und, sein Bündel geschnürt, dem nächstbesten Weibe hinterher geschwommen ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der Feind sich auch ja nicht in die Halle hinter mir einschleicht. Ist ja auch eine richtige und wichtige Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich so sein, dass das einzige Volk Magiras, das im Wasser atmen kann, von einer Übermacht an Feinden, in einer Stadt im Wasser, die niemand kennt, angegriffen wird. Und dann bin glücklicherweise ich mit meinem Speer zur Stelle und halte sie davon ab, durch diese Tür zu schwimmen, in der dermaßen strategisch wichtiges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht mal eine Möglichkeit zum Alarm schlagen gegeben haben. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man wohl überflüssig geworden ist. &lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose, meist dunkle Weite. Schwärme von aneinander desinteressierten Meeresbewohnern schwimmen kreuz und quer, mal mit, mal gegen die Strömung. Man frisst einander auf und schwimmt weiter. Seit fast einem Jahr treibt eine alte Wasserschildkröte hier auf ihrem Weg einmal rund um die Yddia, immer mit dem Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn eines Lebewesens umso langsamer arbeitet, desto länger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr ein halbes Jahr und eine halbe Umrundung der Yddia, bis unsere Schildkröte sich daran erinnerte, jemandem mit Namen Qurääl zu suchen und diesem eine Botschaft zu überbringen. Sie wusste, es handelt sich wohl um einen Menschen, also schildlose Doppelflosser mit beweglichem Stachel, wie sie im Tierreich bekannt waren. Manche nannten sie auch „die Pest“ oder „die Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je nach Weltanschauung. Jedenfalls waren sie zum einen nicht sehr beliebt, zum anderen aber jedem Meeresbewohner bekannt. Das machte die Suche einfach. Als sie nach ein paar weiteren Mondläufen nun an eine Brutstätte dieser Menschen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt, mir kann nicht mehr viel passieren, Menschen waren mir gegenüber immer ungefährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein Doppelflosser neben ihr auftauchte und sie nicht anzugreifen schien, folgte sie ihm in das Nest. Es bestand aus vielen Löchern und Höhlen mit blinkenden Lichtern, überall wuselte der Menschenschwarm, besonders die frisch geschlüpften kleinen, um sie herum. Sie glitt auf den Boden in die Mitte des Platzes und wartete. Ein paar Schlüpflinge gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung. Nach einer langen Weile des Wartens hatte sie sich gerade zum Schlafen vorbereitet, da formte sich in ihren Gedanken ein hochfrequentes Echo, wie von einem schnellsingenden Walrudel. Zuerst sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus der Panzerhöhle und sah vor sich keine tobende Meute mehr sondern nur einen einzelnen Menschen, sehr groß, in äusserst unpraktischem grünen Gewand, mit Funkelzeugs und einem Stachel in der Flosse. Die anderen hielten einen großen Abstand zu ihnen und hatten sich angenehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu sein, deshalb versuchte sie an ihre Botschaft zu denken. Tatsächlich schien er sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedanken und sie beschloss, wieder die Weite und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen. Und ein leicht verwirrter Jäger überlegte, was er nun zuerst tun sollte: Irgendeinen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, suchen oder seinen Freunden erzählen, wie es sich anfühlt mit einer über hundertjährigen Riesenwasserschildkröte gedanklich verbunden zu sein. Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kumpanen im nachfolgenden Saufgelage ein Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der dem Helden dieser Erzählung noch einen Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=294</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=294"/>
		<updated>2023-04-07T18:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, davon zehn ständig beleuchtet. Vierundvierzig Türen. Aus zweien davon schwimmen täglich je sechs Jäger zu den Fisch gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal wenigerhell durch die Wasseroberfläche zu brechen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden Tag grüße ich sie mit einem herzlichen Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen. Ich stehe hier mit meiner Lanze und halte Wacht. Die Prunkrüstung aus Perlmutt, die ich als Heerführer und Repräsentant des Wasservolkes noch tragendurfte, ist dem normalen Haifisch-Lederpanzer gewichen, dazu ein Lederring umden Kopf der meine länger werdenden Haare im Zaum hält. Hinter mir ein aufgehäufter Kuppelbau, wenig schmuck, mehr praktisch errichtet, wahrscheinlicheine Lagerhalle, man hatte mir nie mitgeteilt, was ich hier eigentlich bewache. Da die Halle etwas abseits der Stadt stehtund größtenteils schon von Korallen und Algen bewachsen ist, scheint es sich umkeinen wirklich bedeutenden Bau zu han-deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro Tag jemand vorbei und sei es nur, um mich zu kontrollieren. Mein rechter Arm ist schon kräftiger geworden, seit ich den Speer immer auf Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, jedesmal wenn einer der hohen Bewahrer beschließt, meine Wache mit eitlem Gehabe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn er in die Halle hinter mir schwimmt. Mir ist langweilig. Sehr, sehr langweilig. Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine Alge von der Strömung in mein Haar treiben lässt und ich mich daran mache, sie mit eingeübtem Griff zu entheddern, dann sage ich mir zum zweihundert-sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr dumme Idee ist, eine Frage zu beantworten, wenn man weiß, dass die Antwort, die man gleich bereit ist, zu geben, eine andere ist, als die, die der Fragesteller hören möchte. Warum nicht einfach mal mit den Schultern zucken, warum nicht die „richtige“ Antwort geben, warum, warum, warum nur ... Mist. Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es endlich eine schöne Zahl: einhundertundzwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen langweilig ... ich könnte laut schreien! Natürlich stand in dem einen Moment, wo ich das einfach mal ausprobiert hatte, mein Gruppenführer heimlich hinter mir und strich meine Ration. Den Kopf gegen die Lanze klopfen brachte auf Dauer Kopfschmerzen und lockte einen neugierigen Delfin an, der das natürlich gleich einem Jäger petzen musste und ich hatte wieder nichts zu essen an diesem Abend. Wenn ich wirklich schlechte Laune habe, schelte ich mich einen Narren und sage mir, dass ich selber schuld sei. Seit Harrle Davidssons mysteriösem Verschwinden und meiner diesbezüglichen Befragung, in der ich nicht bestätigen wollte, dass er als Spion zum Feind übergelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß erzählte, dass er eben keine Lust auf den täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte und, sein Bündel geschnürt, dem nächstbesten Weibe hinterher geschwommen ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der Feind sich auch ja nicht in die Halle hinter mir einschleicht. Ist ja auch eine richtige und wichtige Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich so sein, dass das einzige Volk Magiras, das im Wasser atmen kann, von einer Übermacht an Feinden, in einer Stadt im Wasser, die niemand kennt, angegriffen wird. Und dann bin glücklicherweise ich mit meinem Speer zur Stelle und halte sie davon ab, durch diese Tür zu schwimmen, in der dermaßen strategisch wichtiges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht mal eine Möglichkeit zum Alarm schlagen gegeben haben. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man wohl überflüssig geworden ist. &lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose, meist dunkle Weite. Schwärme von aneinander desinteressierten Meeresbewohnern schwimmen kreuz und quer, mal mit, mal gegen die Strömung. Man frisst einander auf und schwimmt weiter. Seit fast einem Jahr treibt eine alte Wasserschildkröte hier auf ihrem Weg einmal rund um die Yddia, immer mit dem Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn eines Lebewesens umso langsamer arbeitet, desto länger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr ein halbes Jahr und eine halbe Umrundung der Yddia, bis unsere Schildkröte sich daran erinnerte, jemandem mit Namen Qurääl zu suchen und diesem eine Botschaft zu überbringen. Sie wusste, es handelt sich wohl um einen Menschen, also schildlose Doppelflosser mit beweglichem Stachel, wie sie im Tierreich bekannt waren. Manche nannten sie auch „die Pest“ oder „die Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je nach Weltanschauung. Jedenfalls waren sie zum einen nicht sehr beliebt, zum anderen aber jedem Meeresbewohner bekannt. Das machte die Suche einfach. Als sie nach ein paar weiteren Mondläufen nun an eine Brutstätte dieser Menschen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt, mir kann nicht mehr viel passieren, Menschen waren mir gegenüber immer ungefährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein Doppelflosser neben ihr auftauchte und sie nicht anzugreifen schien, folgte sie ihm in das Nest. Es bestand aus vielen Löchern und Höhlen mit blinkenden Lichtern, überall wuselte der Menschenschwarm, besonders die frisch geschlüpften kleinen, um sie herum. Sie glitt auf den Boden in die Mitte des Platzes und wartete. Ein paar Schlüpflinge gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung. Nach einer langen Weile des Wartens hatte sie sich gerade zum Schlafen vorbereitet, da formte sich in ihren Gedanken ein hochfrequentes Echo, wie von einem schnellsingenden Walrudel. Zuerst sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus der Panzerhöhle und sah vor sich keine tobende Meute mehr sondern nur einen einzelnen Menschen, sehr groß, in äusserst unpraktischem grünen Gewand, mit Funkelzeugs und einem Stachel in der Flosse. Die anderen hielten einen großen Abstand zu ihnen und hatten sich angenehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu sein, deshalb versuchte sie an ihre Botschaft zu denken. Tatsächlich schien er sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedanken und sie beschloss, wieder die Weite und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen. Und ein leicht verwirrter Jäger überlegte, was er nun zuerst tun sollte: Irgendeinen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, suchen oder seinen Freunden erzählen, wie es sich anfühlt mit einer über hundertjährigen Riesenwasserschildkröte gedanklich verbunden zu sein. Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kumpanen im nachfolgenden Saufgelage ein Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der dem Helden dieser Erzählung noch einen Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/small&amp;gt;Y&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=293</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=293"/>
		<updated>2023-04-07T18:31:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, davon zehn ständig beleuchtet. Vierundvierzig Türen. Aus zweien davon schwimmen täglich je sechs Jäger zu den Fisch gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal wenigerhell durch die Wasseroberfläche zu brechen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden Tag grüße ich sie mit einem herzlichen Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen. Ich stehe hier mit meiner Lanze und halte Wacht. Die Prunkrüstung aus Perlmutt, die ich als Heerführer und Repräsentant des Wasservolkes noch tragendurfte, ist dem normalen Haifisch-Lederpanzer gewichen, dazu ein Lederring umden Kopf der meine länger werdenden Haare im Zaum hält. Hinter mir ein aufgehäufter Kuppelbau, wenig schmuck, mehr praktisch errichtet, wahrscheinlicheine Lagerhalle, man hatte mir nie mitgeteilt, was ich hier eigentlich bewache. Da die Halle etwas abseits der Stadt stehtund größtenteils schon von Korallen und Algen bewachsen ist, scheint es sich umkeinen wirklich bedeutenden Bau zu han-deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro Tag jemand vorbei und sei es nur, um mich zu kontrollieren. Mein rechter Arm ist schon kräftiger geworden, seit ich den Speer immer auf Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, jedesmal wenn einer der hohen Bewahrer beschließt, meine Wache mit eitlem Gehabe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu nehmen, wenn er in die Halle hinter mir schwimmt. Mir ist langweilig. Sehr, sehr langweilig. Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine Alge von der Strömung in mein Haar treiben lässt und ich mich daran mache, sie mit eingeübtem Griff zu entheddern, dann sage ich mir zum zweihundert-sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr dumme Idee ist, eine Frage zu beantworten, wenn man weiß, dass die Antwort, die man gleich bereit ist, zu geben, eine andere ist, als die, die der Fragesteller hören möchte. Warum nicht einfach mal mit den Schultern zucken, warum nicht die „richtige“ Antwort geben, warum, warum, warum nur ... Mist. Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es endlich eine schöne Zahl: einhundertundzwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen langweilig ... ich könnte laut schreien! Natürlich stand in dem einen Moment, wo ich das einfach mal ausprobiert hatte, mein Gruppenführer heimlich hinter mir und strich meine Ration. Den Kopf gegen die Lanze klopfen brachte auf Dauer Kopfschmerzen und lockte einen neugierigen Delfin an, der das natürlich gleich einem Jäger petzen musste und ich hatte wieder nichts zu essen an diesem Abend. Wenn ich wirklich schlechte Laune habe, schelte ich mich einen Narren und sage mir, dass ich selber schuld sei. Seit Harrle Davidssons mysteriösem Verschwinden und meiner diesbezüglichen Befragung, in der ich nicht bestätigen wollte, dass er als Spion zum Feind übergelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß erzählte, dass er eben keine Lust auf den täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte und, sein Bündel geschnürt, dem nächstbesten Weibe hinterher geschwommen ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der Feind sich auch ja nicht in die Halle hinter mir einschleicht. Ist ja auch eine richtige und wichtige Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich so sein, dass das einzige Volk Magiras, das im Wasser atmen kann, von einer Übermacht an Feinden, in einer Stadt im Wasser, die niemand kennt, angegriffen wird. Und dann bin glücklicherweise ich mit meinem Speer zur Stelle und halte sie davon ab, durch diese Tür zu schwimmen, in der dermaßen strategisch wichtiges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht mal eine Möglichkeit zum Alarm schlagen gegeben haben. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man wohl überflüssig geworden ist. &lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose, meist dunkle Weite. Schwärme von aneinander desinteressierten Meeresbewohnern schwimmen kreuz und quer, mal mit, mal gegen die Strömung. Man frisst einander auf und schwimmt weiter. Seit fast einem Jahr treibt eine alte Wasserschildkröte hier auf ihrem Weg einmal rund um die Yddia, immer mit dem Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausgefunden, dass das Gehirn eines Lebewesens umso langsamer arbeitet, desto länger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr ein halbes Jahr und eine halbe Umrundung der Yddia, bis unsere Schildkröte sich daran erinnerte, jemandem mit Namen Qurääl zu suchen und diesem eine Botschaft zu überbringen. Sie wusste, es handelt sich wohl um einen Menschen, also schildlose Doppelflosser mit beweglichem Stachel, wie sie im Tierreich bekannt waren. Manche nannten sie auch „die Pest“ oder „die Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je nach Weltanschauung. Jedenfalls waren sie zum einen nicht sehr beliebt, zum anderen aber jedem Meeresbewohner bekannt. Das machte die Suche einfach. Als sie nach ein paar weiteren Mondläufen nun an eine Brutstätte dieser Menschen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt, mir kann nicht mehr viel passieren, Menschen waren mir gegenüber immer ungefährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein Doppelflosser neben ihr auftauchte und sie nicht anzugreifen schien, folgte sie ihm in das Nest. Es bestand aus vielen Löchern und Höhlen mit blinkenden Lichtern, überall wuselte der Menschenschwarm, besonders die frisch geschlüpften kleinen, um sie herum. Sie glitt auf den Boden in die Mitte des Platzes und wartete. Ein paar Schlüpflinge gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung. Nach einer langen Weile des Wartens hatte sie sich gerade zum Schlafen vorbereitet, da formte sich in ihren Gedanken ein hochfrequentes Echo, wie von einem schnellsingenden Walrudel. Zuerst sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus der Panzerhöhle und sah vor sich keine tobende Meute mehr sondern nur einen einzelnen Menschen, sehr groß, in äusserst unpraktischem grünen Gewand, mit Funkelzeugs und einem Stachel in der Flosse. Die anderen hielten einen großen Abstand zu ihnen und hatten sich angenehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu sein, deshalb versuchte sie an ihre Botschaft zu denken. Tatsächlich schien er sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedanken und sie beschloss, wieder die Weite und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen. Und ein leicht verwirrter Jäger überlegte, was er nun zuerst tun sollte: Irgendeinen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, suchen oder seinen Freunden erzählen, wie es sich anfühlt mit einer über hundertjährigen Riesenwasserschildkröte gedanklich verbunden zu sein. Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kumpanen im nachfolgenden Saufgelage ein Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der dem Helden dieser Erzählung noch einen Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=292</id>
		<title>Nubyry, Malinali und der Protektor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=292"/>
		<updated>2023-04-07T15:24:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, Debora Jarosch, Februar 2007 Prolog Lucrezia war auf dem Weg nach Hause. Es war früher Abend, und ein Sturm tobte über N&#039;ga Nova, wie er in diesen Breiten häufig vorkam. Der Regen stach wie Nadeln auf ihrer Haut, während der Wind an ihrer Kleidung riß. Angst schnürte ihr die Kehle zu, denn in N&#039;ga Nova ging in den letzten Wochen Merkwürdiges vor. Ein Mörder ging um in der Hafenstadt. Ein reißendes Raubtier, der seine Opfer verstümmelte, bevor er ihnen das Leben nahm. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, und dabei machte er zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Ein heller Blitz zuckte auf, und die enge Gasse wurde für einen kurzen Moment in gleißendes Licht getaucht. Lucrezia keuchte vor Angst auf, als vor ihr im hellen Schein eine Ratte über die Gasse huschte. Sie war eine arme Frau, die von einem winzigen Suppenstand am Hafen ihre drei kleinen Kinder versorgen mußte, seit ihr Mann vor drei Jahren auf dem Meer geblieben war. Heute war ihr Geschäft wegen des schlechten Wetters ausgesprochen armselig gelaufen, und sie hatte länger als sonst am Hafen ausharren müssen, bis sie ihre Suppe an die hungrigen Hafenarbeiter hatte verkaufen können. Dann hatte sie eilig von dem Erlös Lebensmittel für ihre hungrigen Kinder eingekauft, doch die Dunkelheit hatte sie eingeholt. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrer kärglichen Hütte, als erneut ein Blitz die Gasse hell erleuchtete und sie verängstigt stehen blieb. Eine Gestalt stand nur wenige Meter vor ihr. Der Mann trug eine schwarze Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Lucrezia war erleichtert. Offensichtlich war der vor ihr stehende Mann ein Priester oder Mönch, wie es viele in der Hafenstadt gab. Von diesem Bruder ging sicherlich keine Gefahr aus. Sie wollte den Mönch gerade freundlich grüßen, als die Gestalt die Hände hob und die Kapuze nach hinten schob. Noch nie hatte Lucrezia ein schöneres Gesicht gesehen. Alles in diesem Gesicht schien perfekt, wären da nicht diese merkwürdigen Augen gewesen. Sie waren gelb und erinnerten an die Augen einer Schlange oder eines Krokodils. Ein dumpfer Druck legte sich auf ihren Geist, während der Mönch auf sie zu ging. Unfähig, sich zu rühren, schien sie von den fremdartigen Augen aufgesogen zu werden. Als der Mann vor ihr stand, blitzte etwas Silbernes auf. Sie spürte keinen Schmerz. Plötzlich hatte sie einen merkwürdigen, metallischen Geschmack im Mund. „Ist das Blut? “ dachte Lucrezia noch, als ihr die Sinne schwanden und sie zu Boden stürzte. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Der Centas Marcus Gnaeus Pulcher hatte auf vielen Schlachtfeldern der Legion gekämpft. Er hatte Leid und Elend in allen erdenklichen Facetten gesehen und hatte sich für einen abgebrühten und harten Mann gehalten. Doch was er in den letzten Wochen hier in N&#039;ga Nova erlebte, zerrte an seinen Nerven. Wieder stand er vor einer grausam zugerichteten weiblichen Toten. Die Frau lag auf dem Rücken. Etwas hatte ihr den Brustkorb geöffnet und das Herz entfernt. Die gebrochenen Augen der Frau starrten in den wolkenverhangenen Himmel über N&#039;ga Nova. An der Kleidung der Frau erkannte der Centas, das sie arm war. Ein  [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]paar kleine Fische und etwas Gemüse lagen um den Körper der toten Frau, offensichtlich hatte sie gerade eingekauft und wollte nach Hause, als sie ihr Schicksal ereilte. Ein paar wenige Münzen trug die Frau fest in ihrer linken Faust. Dem Mörder kam es nur darauf an, ihnen das Herz aus dem Leib zu reißen. „Was macht er nur mit den Herzen?“, dachte Marcus betrübt, während er das abgehärmte Gesicht der Toten betrachte. „Oh Ihr Götter, warum lasst Ihr das zu!“ sagte die Stimme seines Codar Quintus neben ihm, der gerade einen Rekruten beruhigt hatte. Dieser hatte den Anblick der Laiche nicht ertragen können und stand zitternd neben seinem Unteroffizier. „Quintus, schicke mir diesen Waschlappen weg, bevor ich ihm eine Lektion erteilen muss!“, knurrte der alte Centas. „Immerhin sind wir Legionäre aus dem Reich des Feuers und keine Memmen.“ Innerlich schmerzten ihn diese harten Worte, doch durften durch diese Ereignisse die Disziplin und Moral der Truppe nicht untergraben werden. „Wie viele waren es jetzt, 15 oder 16 tote Frauen in den letzten Wochen, Quintus?“, fragte der Centas seinen Unteroffizier. „Ich muß gestehen, daß ich den Überblick verloren habe, doch Eure Schätzung wird richtig sein“, antwortete der Angesprochene. „Wir müssen etwas unternehmen, Quintus, die Bevölkerung wird unruhig, es wird nicht mehr lange dauern, und man wird uns mächtig in den Arsch treten“, sagte Marcus. „Da habt Ihr wohl recht, man wird uns sogar außerordentlich mächtig in den Arsch treten, wenn wir das Schwein nicht bald erwischen“, folgerte der Unteroffizier. „Ist das meine Mama?“ piepste plötzlich eine leise Stimme. Unbemerkt von den zwei Legionären hatte sich ein kleiner Junge durch die Menge der Schaulustigen gedrängt. „Sie ist nicht nach Hause gekommen“, sagte die Stimme weiter „mein kleines Brüderchen und mein Schwesterchen haben großen Hunger“. Beide Männer erstarrten augenblicklich. Marcus faßte sich als erster und drehte sich um. Ein etwa zehnjähriger Junge, in dreckige Lumpen gehüllt, stand vor ihnen und schaute sie mit großen Kinderaugen an. Marcus spürte, wie sein Mund trocken wurde. Ein großer Kloß stieg ihm in die Kehle, als der Junge seine Mutter erkannte und seine Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten. Vorsichtig ging der Junge auf seine tote Mutter zu und kniete neben ihr nieder. Zärtlich strich er ihr über das Haar, und mit einer ruhigen Geste seiner Hand schloss er ihr die gebrochenen Augen, als hätte er in seinem Leben noch nie etwas anderes getan. Das war zuviel für den hartgesottenen Centas. Augenblicklich schossen ihm die Tränen in die Augen. Langsam trat er an die Seite des Jungen und nahm ihn auf den Arm. „Dann werden wir uns wohl um dich und deine kleinen Geschwister kümmern müssen,“ krächzte Marcus, und es wollte ihm das Herz brechen, als der Junge voller Vertrauen seinen Kopf an seine Schultern legte. „Na, wenn wir uns um alle elternlosen kleinen Racker in diesem Rattennest kümmern.....“, hob Quintus an, beendete den Satz aber nicht, als er den kalten und durchdringenden Blick seines Centas gewahr wurde. Er kannte diesen Blick, es war ein gefährlicher Blick, wie ihn der Centas normalerweise nur auf dem Schlachtfeld hatte. Langsam stapfte Marcus mit dem Jungen auf dem Arm davon.  [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]„Unser Centas wird weich“, sagte einer der Legionäre neben Quintus. Sofort verpaßte ihm der Codar einen derben Tritt. „Was verstehst du Esel schon davon, siehe zu das diese Tote endlich von hier verschwindet!“, schrie Quintus seine Untergebenen an. „Diese Geschichte macht uns alle weich“, knurrte der Codar, als es niemand hören konnte. Dann sah er seinem Centas nach, der gerade mit dem Kind auf dem Arm in der schäbigen Hütte der Frau verschwand. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] In der letzten Zeit zog es Turonk an die Orte seiner Verbrechen zurück. Amüsiert hatte er aus der Entfernung die Geschehnisse über das letzte Opfer seiner Jagd verfolgt. Es bereitete ihm Vergnügen, das Grauen und die Angst der Menschen zu beobachten. Niemand beachtete den großen Mann in der schwarzen Kutte, der sich die Kapuze tief in das Gesicht gezogen hatte und nun langsam davonging. Natürlich empfand er kein Mitleid mit seinen Opfern, für ihn waren sie nur Beute und Nahrung. Nur durch das frische Blut, das durch ein noch schlagendes Herz strömte, gewährte ihm das Schicksal, in dieser Realität zu verbleiben, in die ihn ein unvorsichtiger Priester der Toquateken geholt hatte. Die Alternative war ein schneller und zügiger Verfall seines Körpers und das Verschwinden seiner Seele im Nimbus, bis wiederum jemand seinen Geist beschwor. Letztlich war es nicht entscheidend, ob das Herz einer Frau oder eines Mannes verzehrte. Frauenherzen schmeckten einfach besser. Turonk spürte die mentale Erschütterung, als sich der Gott regte. Baba Croqua hatte seine eigenen Pläne, und er war sein Instrument, sein Werkzeug, und der Krokodilgott der Toquateken war kein geduldiger Gott. Plötzlich erschütterte ein mentaler Schrei den Nimbus. Turonk keuchte auf, ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper. Etwas kam in die Welt. Hart schlug Turonk auf dem schmutzigen Boden der Gasse auf, als ihm für einen Moment die Sinne schwanden. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund. Der Schrei wurde immer lauter, und in seinen Gedanken erschien die Gestalt einer Frau. Turonk keuchte und rang nach Atem. „Nubyry!“, sagte Turonk mit matter Stimme. Nubyry war in die Welt gekommen. Das änderte für Turonk alles. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Bericht Aeitus „Hüte dich vor betrunkenen Assassinen“ Seit unseren gemeinsamen Erlebnissen in den Mangrovensümpfen und der wundersamen Errettung waren Rhonda und Caligula Lupus oder Ehecacohuatltzin, wie sein richtiger Name lautete, ein Paar. Die Amazone und der Assassine waren in eine heftige Affäre verstrickt, und so kam es vor, das beide oft für mehrere Tage nicht auffindbar waren. Maximus und ich hatten uns daran gewöhnt. Ohne großes Murren hatte ich meine Interessen und Geschäfte in die kundigen Hände von Caligula gelegt, und seitdem liefen die Geschäfte gut, und meine Geldbörse entwikkelte sich prächtig. Zwar drehten sich die zu erledigenden Aufgaben nicht mehr um Salzwasserkrokodile oder Schätze der Toquateken, sondern um Angelegenheiten der Legion oder der Familie, doch dieses Verschieben der Schwerpunkte fiel mir nicht schwer. Nun waren jedoch weder Rhonda noch Caligula seit einer Woche auffindbar, und beunruhigt beschlossen Maximus und ich, in die traute Zweisamkeit einzubrechen. Natürlich konnten die  [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]beiden machen, was sie wollten, solange der Profit nicht gefährdet war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir fanden den Assassinen in seiner Unterkunft in einem traurigen Zustand vor. Er mußte sich seit mehreren Tagen ununterbrochen betrunken haben, den seine Liegestatt war umstellt von leeren Kallebassen und Weinschläuchen. Seine Kleidung war beschmutzt, und er stank erbärmlich nach Schnaps und diversen Essenzen seines Körpers. Laut und vernehmlich schnarchte er, während er seinen schweren Rausch ausschlief. Maximus und ich sahen uns ratlos an, noch nie hatten wir den Assassinen auch nur einen winzigen Schluck Alkohol trinken sehen. Hatte die Amazone das Weite gesucht? Nun mag es schon unter normalen Umständen schwierig sein, einen schwer betrunkenen Menschen aus seinem Rausch zu erwecken, aber einen Assassinen? „Ich bin nicht lebensmüde“, sagte Maximus. „Wir müssen ihn fesseln, bevor wir ihn aufwecken. Ich erinnere mich da an ein altes Rezept aus der Legion, das ich zubereiten werde, während du ihn fesselst.“ „Nein, nein, mein Lieber“, erwiderte ich, „ich bin auch nicht lebensmüde, entweder wir fesseln ihn gemeinsam, oder wir werden gemeinsam hier warten, bis er aufwacht.“ Widerwillig nickte Maximus, und so machten wir uns an die Arbeit. Bei jedem Zucken des Assassinen brachen wir in Panik aus, und nachdem wir die Aufgabe glücklich gelöst hatten, war von jedem von uns ein erleichtertes Aufseufzen zu vernehmen. Maximus verschwand, um sein Gebräu zuzubereiten, und ich sah mich um. Es mußte hier zu einem Kampf gekommen sein. Ein Stuhl war zerbrochen, überall lagen Scherben, aber die Sachen der Amazone waren noch da. Die Amazone wäre nie ohne ihre geliebten Schwerter von dannen gezogen. Was war hier vorgefallen, hatte Caligula die Amazone in einem Anfall von Wut getötet? Als Maximus zurückkehrte, trug er einen Tonkrug bei sich, aus dem es stechend roch. Vorsichtig flößte er dem Assassinen die Flüssigkeit ein. Zuerst geschah nicht das Geringste, bis Caligula die Augen aufriß und seinen Körper verkrümmte. Ein unmenschliches Gurgeln erklang, während der Assassine Schaum spuckte. Die Krämpfe wollten nicht aufhören, und was ansonsten mit Caligula geschah, möchte ich hier unter dem Mantel des Schweigens verbergen. „Bei den Göttern, was hast du ihm gegeben?“, fragte ich Maximus. Dieser zukkte nur mit den Schultern, als er erwiderte „Oh, ein wenig Brechwurz, feinste und beste zermahlene Chillischoten, und das alles in Chocolatl verrührt.“ „Dafür wird er uns töten, wenn er zu sich kommt!“, sagte ich, als mich etwas traf und es schlagartig dunkel wurde. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Der Protektor“ Offensichtlich hatten wir die unbändige Kraft von Caligula unterschätzt, und so konnte ich nicht eingreifen, als der arme Aeitus von der Faust des Assassinen niedergestreckt wurde. Er hatte die Fessel an seiner rechten Hand zerrissen. Aeitus brach zusammen wie ein nasser Sack. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als ich sah, wie Caligula sich nach und nach unter wütendem Brüllen von seinen Fesseln befreite. Obwohl mir Caligula in den Sümpfen das Leben und auch mein Bein gerettet hatte, trat ich ihm nur mit größtem Mißtrauen entgegen. Er schien eine starke  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bindung zu den Toquateken in den Sümpfen zu haben, und sie nannten ihn „Ehecacohuatltzin“, was soviel wie „Wirbelwind“ in ihrer Sprache bedeutet. Was auch immer die Toquateken aus ihm gemacht hatten, er war gefährlicher als viele der Krieger, die ich in meinem langen Leben als Soldat der Legion kennengelernt hatte. Es war dieser dunkle, animalische Anteil seiner Persönlichkeit und die absolute Kompromisslosigkeit, die ihn zu einem der effizientesten Kämpfer machte, denen ich je die Ehre hatte, zu begegnen. Als er nun auf mich zustürzte, rechnete ich mir keine Chance aus, das Zusammentreffen zu überleben, doch er stürzte nur an mir vorbei zu einer Kanne voller Wasser, die er in gierigen Schlucken austrank, und die nächste Kanne und die nächste und noch eine. Vielleicht hatte ich es mit den Chillischoten übertrieben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“, sagte Caligula zu mir und ließ sich mit einem Becher voll Wasser auf einem Schemel nieder. Er war nicht leicht zu verstehen, da seine Zunge durch die unglaubliche Schärfe des Chillis angeschwollen war. Mühsam stand Aeitus auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war. „Ich glaube, du hast mir die Nase gebrochen!“, stellte er fest, während er sein blutiges Gesicht abtastete. Caligula zukkte nur mit den Schultern. Schließlich erfuhren wir die Lösung unseres Rätsels. Rhonda, die Amazone, war entführt worden. Aeitus verstand die Welt nicht mehr. „Rhonda wird entführt, und du sitzt hier und lässt dich vollaufen!“, rief er empört aus, „wer hat sie entführt…?“ Doch der Assassine winkte ab. Natürlich hätte er alles getan, um die Amazone zu retten, sofern er dazu die Möglichkeit gehabt hätte. „Rhonda und ich kamen vor ein paar Tagen abends nach Hause“, berichtete er mit stockender Stimme. „Als wir diesen Raum betraten, traf mich ein Schlag und warf mich zu Boden. Es war kein körperlicher Schlag, sondern ein geistiger, und er wurde mit solcher Kraft durchgeführt, daß mir keine Möglichkeit zur Gegenwehr blieb. Ich konnte noch die Augen bewegen, das war alles. Rhonda musste es genauso wie mir ergangen sein, denn sie regte sich ebenfalls nicht. Im Raum stand eine schwarz gekleidete Gestalt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Als der Fremde die Kapuze hochhob, sah ich, daß er die ebenmäßigen Züge eines wunderschönen Jünglings trug. Doch seine Augen waren die eines Krokodils. Er stellte sich als Turonk vor und mir war klar, das es sich um den Mann handelte, den die verfluchten Priester des Baba Croqua im Tempel der Urmutter zum Leben erweckt hatten und dessen Wiedererweckung ihr in eurem Tagtraum miterlebt hattet. Dann griff er nach Rhonda und begann, unverständliche Worte zu murmeln, und mit Schrecken sah ich, wie sie immer kleiner wurde, bis sie so groß wie mein kleiner Finger war. Turonk hob die gelähmte Amazone in seiner Hand hoch, zog eine Phiole aus seinem Gewand, in der sich eine milchige, leicht grünlich floureszierende Flüssigkeit befand und steckte Rhonda dort hinein, dann verschloß er die Phiole mit einem kleinen Korken und schüttelte sie, wobei er hässlich lachte. Ich konnte nicht einmal schreien, da sogar meine Zunge gelähmt war. Dann klopfte er mit einer hässlichen Geste an die kleine Phiole, in der meine Geliebte schwamm. Sodann erläuterte mir der Fremde meinen Auftrag. Ich soll eine Frau finden, die sich in Xanathoria Inferior aufhält. Der Name  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; der Frau ist Nubyry. Bis ich diese Frau gefunden und Turonk übergeben habe, lässt er meine geliebte Amazone am Leben, und da er sie in Lumen Vita eingelegt hat, bliebe sie auch jung und frisch.“ Damit beendete der Assassine seinen Bericht. „Welche Nubyry, wo befindet sich diese Frau, wie sieht sie aus, wo kann man sie finden?“, fragte Aeitus. Caligula zuckte wiederum mit den Schultern. „Ich glaube Caligula will dir sagen, das dies alle Informationen sind, über die er verfügt“, sagte ich, und dann wurde es still im Raum. „Ich glaube ich brauche was zu trinken!“, sagte Aeitus. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; So habe ich es aufgeschrieben, wie mir der Cheffe es aufgetragen hat und wie sich damals zugetragen hat. „Schreibt eure Erinnerungen auf!“, sagte er, „an die Tage der Befreiung, an die Revolution, damit unsere Taten nie vergessen werden!“ Doch ich bin ein ehemaliger Centas der Legion, meine Hand ist rauh und voller Schwielen, geübt darin, Hälse durchzuschneiden und nicht, um elegant und weibisch die Schreibfeder zu führen. Möge mir also der Leser, der diese Zeilen liest, das eine oder andere ungehobelte Wort oder die ungeschliffenen Sätze eines alten Soldaten verzeihen. Doch will ich weiter von den Ereignissen berichten, die sich seinerzeit in Xanathoria Inferior zugetragen haben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nachdem wir Ehecacohuatltzin aus seiner mißlichen und traurigen Lage befreit hatten, kam der Waldläufer auf die Idee, daß man ein Wesen wie Turonk, über dessen Macht und Möglichkeiten wir immer noch keine klaren Vorstellungen hatten, am besten mit der Hilfe eines Magiers bekämpfen und vielleicht letztlich auch besiegen kann, um somit die schöne Amazone zu befreien (wobei ich sagen muß, daß ich bis heute nicht verstehen kann, was die beiden an dieser Amazone fanden, mir war sie entschieden zu dünn, aber das tut hier nichts zur Sache). Aeitus hatte in der Vergangenheit des öfteren Salzwasserkrokodile für einen Magier in N&#039;ga Nova gejagt und mit diesem gute Geschäfte gemacht. Der Magier hieß ki’Ansi xa’Waja. Im Haus des Magiers sollte es zu einer Begegnung kommen, die unser aller Leben auf das Nachhaltigste verändern sollte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Die Wohnstatt des Magiers wirkte von außen unauffällig, wenn sie sich auch in einem der besseren Viertel der Hafenstadt befand. Das Haus bezeugte einen bescheidenen Wohlstand. Aeitus ging zuerst allein hinein und winkte uns nach einer kleinen Weile, daß wir nachkommen sollten. Der Magier öffnete uns selbst, und wie wir trug er eine dunkle Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, so daß seine Züge nicht zu erkennen waren. Da es inzwischen schon Abend in N&#039;ga Nova geworden war, mußten wir in unseren dunklen Roben und Gewändern eine merkwürdige Versammlung abgegeben haben. Ebenso hätten wir uns Schilder mit der Aufschrift „Verschwörer“ an die Kleidung heften können. Seltsam war, daß keine Diener herbeieilten, das Haus schien bis auf den Magier unbewohnt. Wortlos führte uns der Magier durch sein Haus, wobei mich sein großes Laboratorium beeindruckte. Der Raum war übersät mit Kolben, Tiegeln und Pfannen. Überall kochten, brodelten und zischten geheimnisvolle Flüssigkeiten und tropften Säure oder Lauge zischend auf den  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; riesigen Tisch inmitten des Raumes, um den unzähligen Verätzungen und Brandflecken noch weitere hinzuzufügen. An den Wänden standen Regale voller unzähliger Tiegel und Töpfe mit Gewürzen und Kräutern, beschriftet mit Namen aus den Sprachen aller bekannten Länder. Überall lagen unzählige Folianten und Pergamente verstreut. Von den Decken hingen Zöpfe mit Knoblauch und Zwiebeln, ein riesiges ausgestopftes Salzwasserkrokdil, Vögel und andere Kuriositäten. „Oh, da hängt auch eine schöne Salami!“, entfuhr es mir. „Manchmal hat ein Magier vielleicht auch nur einfach Hunger!“, knurrte Aeitus hinter mir. Doch am meisten beeindruckte mich der Geruch in diesem Labor. Nie mehr habe ich in meinem Leben ein solches Spektrum an Gerüchen wahrnehmen dürfen. Hier roch es nach den feinsten Düften wie Ambra oder Moschus, und nur wenige Handbreit daneben zog ei-- nem der Gestank einer Abfall- oder Abortgrube in die Nase. ki’Ansi jedenfalls nahm von alledem keine Notiz, als ob an diesem Laboratorium nichts ungewöhnlich wäre und führte uns in ein angrenzendes kleines Schlafgemach. Im Raum stand lediglich ein einzelnes karges Feldbett der Legion. Der Mann, der dort lag, mußte einst eine stattliche Figur besessen haben. Er war jetzt jedoch bis auf die Knochen abgemagert, was man gut erkennen konnte, da er nur eine dünne Tunika trug. Man mußte nur in das Gesicht des Mannes sehen und die silberne Hand erblicken um zu wissen, wer da auf dem Feldbett lag. Die Augen des Protektors glänzten von hohem Fieber und waren tief eingesunken, die haarlose Stirn und Glatze war von Schweiß bedeckt. Das Zahnfleisch war entzündet, und ein Rinnsal aus Blut tropfte Lucius Scaevola argens aus der Nase. Als einzigen Schmuck trug der Protektor seine silbernen Hand und ein Amulett. Auch hätte dem Protektor ein Bad sicherlich nichts geschadet. Als ich das Amulett erblickte, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Ich hörte, wie hinter mir der Assassine, der ein ähnliches Amulett besaß, vor Verblüffung einen toquatekischen Fluch ausstieß, den ich nicht verstand. Auch ki’Ansi schien überrascht und zog ebenfalls ein Amulett unter seiner Kutte hervor, wobei er es aber vermied, sein Gesicht zu zeigen. Zwar waren alle drei Amulette in der Art ihrer Beschaffenheit und Fertigung verschieden, jedoch zeigten alle drei das gleiche Bildnis, der Kopf einer Hydra. Was in den nächsten Minuten am Krankenlager des Protektors der Provinz des Reich des Feuers, Xanathoria Inferior, geschah, kann ich nur schwer in Worte fassen, gehörte es doch zu den großartigsten Erlebnissen und Erfahrungen meines Lebens. Der Assassine, der Magier und der Protektor erstarrten augenblicklich und rührten sich nicht. Aeitus und ich sahen uns derweil ratlos an. Plötzlich durchzog mich eine Wärme, wie ich sie vielleicht als Knabe auf dem Schoß meiner Mutter erfahren hatte. Ein Gefühl großen Glückes durchströmte mich, von meinen äußersten Haarspitzen bis hinunter zu meinen zur Zeit ungewaschen Fußzehen. Plötzlich wurde mir klar, wo mein Platz war und für was es sich lohnte, das Schwert zu erheben. Alles Leid der vergangenen Jahre, die Gefühle der Ohnmacht und des Verlustes der Heimat, waren verschwunden. Kein Platz mehr für Melancholie und Haß. Es erschien mir, als würde mich das Land, auf dem ich stand, der Boden selbst, willkommen heißen und herzlich umarmen und küssen. Ich brauchte mich nicht mehr zu schämen, ein Geächteter ehemaliger  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Centas der Legion zu sein, den man in die Westliche Welt verbannt hatte, ich wurde in diesem Augenblick neu geboren und erhielt eine zweite Chance. Ich wurde Maximus aus dem VOLK VON XIDURIA. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich spürte zwar, wie der magische Moment verging, doch war mir in diesem Moment gleichgültig, ob es sich bei der gemachten Erfahrung um eine Zauberei des Magiers oder um etwas anderes handelte, so erfüllt war ich von dem Erlebten. Als ich mich umblickte, nahm ich wahr, daß Aeitus sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. Sein Blick schien sich in weite Fernen zu verlieren. Als sich unsere Blicke streiften, erkannten wir augenblicklich, daß uns dieses Erlebnis zu Brüdern im Geiste bis zur Ewigkeit gemacht hatte. Doch was war aus unseren Amulettträgern geworden? Was immer auch der Assassine dachte oder fühlte, wurde von der mächtigen Aura des schwarzen Otzelotl verdeckt. Zwar schien das merkwürdige Licht in den Augen mächtiger zu leuchten, doch kann es sein, daß ich mir eine Regung des Assassinen lediglich herbeiwünschte. Der Magier jedoch schien unter starken Schmerzen zu leiden und krümmte sich. Ein leises Wimmern kam unter der Kapuze hervor. Das schloß eigentlich aus, daß es sich um einen Trick des Zauberers handeln konnte. Der Protektor jedoch schien von der gemeinsamen Erfahrung am meisten mitbekommen zu haben. Zwar sah man ihm immer noch an, daß er vom Tode gezeichnet war, jedoch leuchteten seine Augen kraftvoller, und zumindest erschien es so, als habe ihm eine Gottheit oder andere gute Wesenheit einen Aufschub vor dem Tod verschafft. Ehecacohuatltzin bedeutete uns, den Raum zu verlassen, da er den Protektor untersuchen wollte, und so zogen wir uns in das Laboratorium des Magiers zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Aeitus und ich schwiegen beide und hingen unseren Gedanken nach, und so bemerkten wir nicht, wie die Zeit verging. Als der Assassine das Laboratorium betrat, waren ihm die Sorgen um den neu gewonnen Freund, der in diesem winzigen Raum im Sterben lag, anzusehen. Wie kam ich dazu, den Protektor einen Freund zu nennen? ging es mir durch den Kopf. „Lucius Scaevola argens ist über einen sehr langen Zeitraum mit dem Gift der Purpurnen Lilie vergiftet worden, wie mir ki’Ansi berichtete“, sagte der Assassine. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen sofort aufbrechen, wenn wir den Protektor retten wollen!“ Aeitus jedoch sah ihn kopfschüttelnd an. „Du willst allen Ernstes Rhonda diesem Turonk überlassen, um diesen aufgeblasenen Protektor zu retten!“, murrte er. Für einen kurzen Augenblick verlor der Assassine die Kontrolle über seine Aura. Eine Woge des Schmerzes zuckte über sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir deutlich, wie sehr Ehecacohuatlztin die Amazone liebte, und wie groß und unermeßlich sein Verlust und seine Trauer sein mußten. Der Assassine trat zu seinem Freund hin und legte ihm den Arm um die Schultern. „Rhonda würde es verstehen, Aeitus“, sagte er mit leiser Stimme, als würde ihm jedes Wort große Mühe bereiten, „doch hier geht es um einen größeren Einsatz. Der Mann, der dort in diesem Bett im Sterben liegt, ist nur ein Stein von vielen, doch er trägt eine gewaltige und gewich &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; tige Aufgabe in der Zukunft für dieses Land. Meine Aufgabe ist es, diesen Stein auf das Spielbrett zurückzubringen und dafür zu sorgen, das daß Spiel weiter gespielt werden kann. Wie auch immer der Ausgang dieses Spieles sein mag, und wer auch immer der Gewinner sein wird. Wenn wir diese Aufgabe erledigt haben, das verspreche ich dir, suchen wir diese Frau, diese Nubyry, oder rächen Rhondas Tod. Ich schwöre es dir, Aeitus, bei meinem Blut!“ Mit seiner üblichen, fast einer Katze gleichen Gewandtheit hatte er einen langen Dolch aus seiner Robe gezogen und ihn sich durch die Hand gezogen. Blut quoll heraus. Aeitus tat es ihm gleich, und beide besiegelten den Schwur mit ihrem Blut. „Was ist mit mir?“, rief ich aus, zog meinen Dolch und schwor ebenfalls, Rhonda aus den Klauen von Turonk zu befreien. Aber erst mußten wir das Land retten. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Malinali“ Es war zu spät am Abend, um noch aufzubrechen. Also verbrachten wir die Nacht mit den Vorbereitungen. Wir entschlossen uns, als Mitglieder der Bruderschaft von Anghkor zu reisen, die mildtätige Gaben der guten Bürger von N&#039;ga Nova in das Waisenhaus der Bruderschaft in Dithorno bringen sollten. Es war natürlich völlig unmöglich, den Assassinen auf ein Reittier zu bringen. Ich wußte gar nicht, ob er überhaupt reiten konnte. Aber jedes Reittier, egal ob Pferd, Nandu oder Armadillo würde sofort die Aura des schwarzen Otlzelotl spüren und den Assassinen augenblicklich abwerfen, denn nicht umsonst ist der Otzelotl das größte und gefährlichste Raubtier in Xiduria. Wir reisten mit kleinem Gepäck, keine sichtbaren oder auffälligen Waffen, die unsere Tarnung zunichte gemacht hätte. Der Assassine trug einen etwa 1 Meter langen, merkwürdigen schwarzen Stab bei sich, den mal als religiöses Artefakt ansehen konnte, da er jeweils an seinen Enden vergoldete Kappen trug. Außerdem war der Stab mit kostbaren Schnitzereien verziert, die jedoch ausgesprochen fremdartig auf mich wirkten. Ich trug meinen Dolch und Maximus sein Kurzschwert, was sich ebenfalls gut in der Kutte eines schwarzen Bruders verbergen ließ. Die schlechten Nachrichten, die uns ki’Ansi noch in seinem Haus mitgeteilt hatte, taten ein übriges, um unseren Aufbruch zu beschleunigen. Von diesen Nachrichten war vor allem Maximus betroffen, und noch nie hatte ich den alten Haudegen so bestürzt und verwirrt gesehen. Der Magier hatte Lucius Scaevola argens gerade noch aus seinem Palast retten können, bevor dort am Tag darauf mit einem Feuerdämon ein D’Ascas aus dem Reich des Feuers mit frischen Truppen eingetroffen war und die Ablösung von Lucius, sowie seine Verschickung in die Alte Welt angeordnet hatte, um sich vor dem MAGHAN zu verantworten. Dieser D‘Ascas war niemand anderes, als der grausame Marcus Tiberius Scylla, die Geisel von Huanaca, der Schlächter der Tacyrer. Maximus hatte dereinst unter ihm in Huanaca gedient, und obwohl Maximus damals vielen Menschen das Leben rettete, indem er sie versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf, wurde er durch den Imperator zu 10 Jahren Dienst in einer Strafeinheit und anschließender Verbannung nach Xanathoria Inferior verurteilt. Jetzt war der Mann, den Maximus für tot gehalten hatte, in Dithorno, und so musste ich nicht nur den ohnehin unbe &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; rechenbaren Assassinen im Auge behalten, sondern auch noch einen vor Rachegelüsten bebenden, ehemaligen Centas der Legion, der am liebsten mit seinem Schwert in das Schlafzimmer des neuen Protektors in Dithorno marschiert wäre, um diesen umgehend einen Kopf kürzer zu machen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich sorgte am nächsten Morgen für einen zweirädrigen Lastkarren, wie er oft von den Bauern in Xiduria benutzt wurde, und diesen beluden wir mit allerlei Lebensmitteln und Amphoren voller Öl und Wein. Zwei kräftige Armadillos sollten den Wagen ziehen, und als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, bezogen Maximus und ich Platz auf dem Kutschbock, während der Assassine behende auf die hintere Ladefläche kletterte. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Armadillos gemacht. Kaum hatten sie die Aura des schwarzen Otzelotl wahrgenommen, gingen sie durch, als sei die Horde der Finsternis hinter ihnen her. Maximus und ich hatten alle Mühe, die Tiere zu lenken und zu beruhigen. So reisten wir von Nga Nova in die Nähe von Dithorno, und ich sah das Land seit unserem Erlebnis im Haus des Magiers nun mit anderen Augen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Im Gegensatz zu Maximus, hatte es mich in der Vergangenheit bereits an viele Gestade und Lande verschlagen, und niemals hatte ich eigentlich erfahren, wo meine Wurzeln waren. Meine Eltern waren Gaukler gewesen und zogen von Stadt zu Stadt. Sie konnten sich einfach nicht erinnern, in welcher Stadt und in welchem Land ich geboren worden war. Schließlich entdeckte ich meine Liebe zur Jagd und zur Natur und durchstreifte allerlei Länder und Wälder auf der Suche nach nach seltenen Tieren oder Abenteuern. Nach Xiduria war ich gekommen, weil es hier die außerordentlich seltenen Salzwasserkrokodile gab, deren Jagd sehr lukrativ war. Doch nun sah ich dieses Land mit anderen Augen. Ich sah die großen Plantagen, in denen das köstlich duftende T’chubac oder Xoxlatl angebaut wurde. Überall wuchsen Bananenstauden, Wolfsmilchgewächse, Dattelpalmen, Drachenbäume, Wacholdergewächse, Lorbeerbäume, Gagelbäume, Xiduriakiefern, Opuntien-, Agaven und Kakteenarten und unzählige Blumen und Orchideen. Meine Augen erblickten ständig neue Wunder dieses Landes, und mein Herz wollte immer noch überströmen vor Freude über dieses wunderschöne Xiduria. Selbst die Eingeborenen, die Chinche, die ich früher herablassend als Bauern beschimpft hatte, kamen mir mit meinen verliebten Augen wie Brüder und Schwestern vor, und wenn wir abends in einem ihrer Dörfer für die Nacht verweilten, gemütlich beim abendlichen Feuer saßen, die Chinche ihre lustigen Lieder sangen und dazu tanzten und wir uns dem Genuß ihres T’chubacs und ihrer vielen verschiedenen Schnäpse sowie ihrer Töchter hingaben, hatte ich das Gefühl, daß ich nach Hause gekommen war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ehecacohuatltzin hatte uns eines abends erklärt, daß durch eine äußerst seltene Orchidee, die von den Toquateken „Tränen der Urmutter“ genannt wurde, ein verläßliches Gegengift zur Behandlung einer Vergiftung durch die Purpurne Lilie erzeugt werden konnte. Diese wilde Orchidee wuchs jedoch nur an einer ehemaligen Kultstätte der Toquateken, die in einem verlassenen Tempel der Urmutter in einem verwunsche &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; nen Waldstück in der Nähe von Dithorno lag, so hieß es zumindest. Die Orchidee öffne ihre Blüte nur einmal wöchentlich für genau fünf Minuten. Nur, wenn die geöffnete Blüte geerntet und sofort ausgekocht würde, könne der Sud die notwendige Kraft als Gegenmittel für das Gift der Purpurnen Lilie erreichen und somit das Leben von Lucius Sceavola argens retten. „Eine noch schwierigere Aufgabe hättet ihr nicht für uns ersinnen können, Herr Assassine!“, knurrte Maximus, worauf Ehecacohuatltzin nur mit den Schultern zuckte. Schließlich erreichten wir das Dorf Quahopetl, das in unmittelbarer Nähe der alten Kultstätte lag. Sogleich fiel uns auf, daß es diesem Dorf ausgesprochen gut zu gehen schien. Die Maisfelder, durch die wir fuhren, strotzten nur so vor Kraft und Gesundheit. Statt der üblichen Stroh- und Lehmhütten waren alle Häuser aus stabilen gebrannten Ziegeln gebaut und mit für meine Augen schreiend bunten Szenen bemalt, die Straßen bestanden nicht aus dem üblichen Matsch sondern waren trocken, festgestampft und mit Binsen bestreut, und die Chinche, die wir auf den Straßen sahen, trugen Kleidung aus guten Stoffen in hochwertiger Verarbeitung. Auch einen seßhaften Sumi schien das Dorf zu besitzen, bemerkten wir doch einen Schrein am Rande des Dorfplatzes. Auch, wenn das Dorf nicht besonders groß war, strahlte es doch einen für Chinche ungewöhnlich hohen Lebensstandard aus. Dennoch lag eine unerquickliche Stimmung über dem Dorf, die ich nicht ganz greifen konnte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren Chinche, denen es so gut ging, wie diesen hier, nicht nur selten, sondern auch extrem fröhlich und glücklich. Doch hier in Quahopetl sah ich entschieden zu viele traurige und verschlossene Gesichter, man hörte keine spielenden und lachenden Kinder, und eine bedrückende Stimmung lag wie ein Gifthauch über dem schönen Anblick. Wir hatten es alle bemerkt, jedoch konnte keiner von uns sagen, woran dies liegen mochte. Kaum, daß wir den Dorfplatz erreicht hatten, schritten uns auch schon vier junge kräftige Männer entgegen, die uns bedeuteten, den Karren zu verlassen und uns ihnen anzuschließen. Als uns Ehecacohuatltzin mit einer Geste zu verstehen gab, dem Ansinnen zu folgen, sprangen wie aus dem Nichts einige Jungen herbei, die die Zügel der Armadillos ergriffen und diese wegzuführen begannen. Ich wollte schon protestieren, doch der Assassine beruhigte mich mit einer Geste und sagte leise: „Es gehört zur Gastfreundschaft hier. Sie werden sie bestens versorgen und unsere Sachen nicht anrühren.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Also folgten wir den vier Männern zu einem Haus, auf das die breiteste Straße, die vom Dorfplatz wegführte, zulief und vor dessen Tür sie endete. Dieses eine Haus war größer als die anderen und derart farbenprächtig verziert, daß es beinahe in meinen Augen weh tat. „Dies ist das Haus ihres Häuptlings, Hualpa“, sagte Ehecacohuatltzin, nachdem er sich kurz mit den Männern in deren Sprache beraten hatte. „Er wird uns in seinem Dorf begrüßen.“ Als wir das angenehm schattige und kühle Innere des Hauses betraten und sich unsere Augen, die zuvor noch der grellen Sonne widerstehen mußten, an die angenehmeren Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, sahen wir uns neugierig um. Neben der auch hier Wohlstand aus &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; strahlenden Einrichtung und der üblichen Reinlichkeit dieses Volkes fielen uns jedoch sofort die blauen Trauerbanner auf, die, scheinbar im ganzen Haus aufgehängt, aus leichtem, dünnen Xixal gewebt waren und sich in der fast unmerklichen Brise bewegten. Blau war als Farbe so schwierig herzustellen, daß die Chinche es nur zu Trauerzwecken verwendeten. Auch Ehecacohuatltzin und Maximus hatten die Zeichen der Trauer bemerkt und sahen auf einmal recht ernst drein. Doch wir hatten keine Zeit, uns darüber zu unterhalten, da wir fast sofort von einem circa 14-jährigen, ernsten und unter seiner typischen Bräune blaß wirkenden Jungen in schlichter, blauer Kleidung empfangen wurden, der leise, aber fest sagte: „Willkommen, Fremde. Bitte tretet ein und ruht euch von der Reise aus. Ich bin Ninancoro, der älteste Sohn von Häuptling Hualpa. Meine Schwester Quispe-Cusi wird Euch sogleich Erfrischungen bringen.“ Mit diesen Worten hatte er uns in einen recht großen Raum geführt und bedeutete uns, auf bestickten Sitzkissen rund um einen aus Maisstroh geflochtenen und bunt eingefärbten, niedrigen Tisch herum Platz zu nehmen. Sobald wir saßen, ging er wieder und ein hübsches junges, ebenfalls in Blau gekleidetes Mädchen, nicht älter als Elf oder Zwölf, kam mit einem für sie fast zu groß wirkenden Maisstroh-Tablett hereingewankt, welches sie auf dem Tisch abstellte, eine leichte Verbeugung andeutete und sich wieder entfernte. Auf dem Tablett befanden sich zwei tönerne Krüge, der größere mit Wasser, der kleinere, mit einem Korken verschlossene, enthielt einen starken Maisschnaps, wie wir nach einer kleinen Untersuchung feststellten. Für jeden von uns stand eine Trinkschale bereit. In der Mitte des großen runden Tabletts befand sich eine Schale mit kühlem Wasser, auf dem die Blütenblätter des Xibi-xkus schwammen, einer einheimischen Pflanze, die überall als Hecke gepflegt wurde, aber wunderschöne große rote Blüten trieb, die betörend dufteten. Neben jeder der Schalen lag ein XixalTuch. Beides war dafür gedacht, sich den Reisestaub abzuwaschen, wenn es beliebte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Alle drei nutzten wir das Angebot, was uns sehr erfrischte, und wir befeuchteten unsere ausgedörrten Kehlen mit dem kühlen, süßen und erstaunlich klaren Wasser aus dem Krug. Keiner von uns versuchte sich am Schnaps, wir hatten schließlich noch viel Arbeit vor uns. Kaum hatten wir uns erfrischt, kehrte Ninancoro zurück, der jedoch hinter der Erscheinung des Häuptlings, wie wir vermuteten, klein und unbedeutend erschien. Er kündigte an: „Hualpa, Häuptling von Quahopetl“, und dieser ließ sich auf einem stark verzierten Hocker am Ende des Raumes nieder, was ihn natürlich gegenüber seinen Gästen erhöhte. Sein Sohn stellte sich schräg hinter seiner linken Schulter auf. Wir rückten unsere Sitzkissen so, daß wir Hualpa ansehen konnten und verneigten uns leicht im Sitzen, während wir ihn betrachteten. Hualpa war ein beeindruckender Mann – nicht groß, wie alle Chinche, aber mit einer beeindruckenden Statur und breiten Schultern, ein Mann in seinen besten Jahren. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende 30. Auch er trug hauptsächlich Blau und ich vermutete, daß sein üblicher Staat, in dem er Gäste empfing, nicht so schlicht war. Dennoch trug er einen verzierten Kopfputz mit Federn und Halbedelsteinen, den ich nur bewundern konnte. Für einen unbedeu &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; tenden Dorfhäuptling war dies schon ein sehr üppiger Kopfputz. Ehecacohuatltzin stellte uns vor, wohlweißlich seinen „offiziellen“ Namen – Caligula Lupus – nennend, um die Dörfler nicht mit seinem toquatekischen Namen zu verschrecken. Nachdem diese Formalität erledigt war, sprach Hualpa mit wohlklingender, aber trauriger Stimme: „Ich, Hualpa, heiße Euch als Gäste in meinem Dorf willkommen. Bitte nehmt die Gastfreundschaft meines Hauses an. Was führt Euch hierher? Womit können wir Euch, ihr Diener des Reiches des Feuers, behilflich sein?“ Wieder ergriff der Assassine das Wort. „Wir danken dir für deinen Willkommensgruß und deine Gastfreundschaft. Wir sind gekommen, weil wir eine seltene Pflanze suchen, die nur in dem Schrein der Urmutter, der sich in der Nähe deines Dorfes befindet, wachsen soll. Es ist eine Orchidee, die „Tränen der Urmutter“ genannt wird. Kannst du uns helfen, sie zu finden?“ Für einige Herzschläge sah Hualpa verständnislos drein, doch dann erwiderte er: „Seltsame Namen verwendet ihr, wie sie die Toquateken benutzen.“ Für einen Moment glaubte ich, tiefes Mißtrauen und Haß in seinem Blick zu lesen, doch der Eindruck verschwand schnell. Der Assassine hatte wohl recht getan, seinen toquatekischen Namen zu verheimlichen. „So laßt Euch gesagt sein, daß dies die heilige Stätte von Malinalhuatl ist, nicht der Schrein der Urmutter. Dies ist schon seit vielen Generationen so. Die Orchidee, die ihr sucht, kenne ich jedoch nicht.“ Für einen Moment hatte ich das Gefühl, Hualpa wollte noch etwas hinzufügen, doch er stockte nur und schloß dann seinen Mund, auf unsere Erwiderung wartend. „Bitte gestattet uns, die heilige Stätte von Malinalhuatl aufzusuchen. Wir werden selbst nach der Blume suchen. Wir schwören Euch, daß wir die heilige Stätte nicht entweihen werden.“ Hualpa überlegte einen Moment, wobei er uns abschätzend betrachtete. Irgend etwas beunruhigte ihn, das konnte ich deutlich erkennen. Doch schließlich sagte er: „Es liegt nicht in meiner Macht, irgend einem Wesen auf der Welt zu verbieten, Malinalhuatl aufzusuchen. Doch wird Euch unser Sumi begleiten, denn niemand sonst wagt es, Eigentum der Herrin der Pflanzenwelt zu entwenden, ohne Unheil über sich selbst und unser Dorf zu bringen. Tut, was er sagt. Schändet Ihr Malinalhuatls Altar, wird nur Euer Blut ihn wieder rein waschen können.“ Nach dieser feierlichen Drohung, die ich nicht ohne ein heftiges Schlucken hinnehmen konnte – er hatte immerhin ganz klar gemacht, was diese Stätte für sein Dorf bedeutete – entspannte sich seine Haltung sichtlich. Er schickte seinen Sohn los, um den Sumi, einen alten Mann namens Atoc-Suqui, der über und über mit rituellen Narben bedeckt war, zu holen. Dieser sollte uns zur heiligen Stätte der Malinalhuatl führen. Da er nicht über Nacht dort sein wollte – warum, sagte er uns nicht - , beschlossen wir, früh am nächsten Morgen aufzubrechen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Weg führte uns über einige Stunden hinweg zunächst durch üppige Maisfelder, später über trockene Prairie. Wie aus den Nichts erschien am späten Vormittag dann jedoch ein Flecken Dschungel, der so aussah, als gehöre er nicht hierher. Kein Übergang war in der Landschaft erkennbar, die trockene Grasebene hörte auf, der Dschungel begann. Es war nur eine kleine Stelle, die man in einem halben Tag umrunden konnte, doch sie  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; wirkte alt und sehr üppig. Als wir vorsichtig in den Flecken Dschungel eindrangen, wies uns der alte Sumi darauf hin, daß wir kein Blatt knikken und keine Frucht oder Blüte pflücken sollten, ohne ihn vorher zu befragen. Er selbst bewegte sich unglaublich vorsichtig durch den Wald, keine für mich erkennbare Spur dabei hinterlassend. Wir versuchten, es ihm nachzutun, waren dabei jedoch nicht ganz so erfolgreich. Der Dschungel war atemberaubend schön, und wieder sang mein Herz, das erst vor so kurzer Zeit seine Liebe zu diesem Land entdeckt hatte, und ich sah an Maximus&#039; Gesicht, daß es ihm ähnlich gehen mußte. Die sengende Sonne war durch ein dichtes Blätterdach verborgen, durch das sie nur hier und da hindurchblitzte, helle Flecken auf den üppig bewucherten Waldboden malend. Das Licht war grün, der Boden angenehm weich. Die warme, feuchte Luft roch so reichhaltig nach Pflanzen und Leben, daß ich sie tief in meine Lungen einsog, dabei den ungewöhnlichen Geräuschen lauschend, die mir fremde Tiere, die ich nicht sehen konnte, hoch über uns im Blätterwerk erzeugten. Wunderschöne Blüten, pralle Früchte, fremdartige Pflanzen, das Ganze erschien mir so exotisch, daß ich mich tagelang hier hätte aufhalten können. Ein winziger, grünschillernder Vogel mit einem langen Schnabel, dessen Flügel sich so schnell bewegten, daß man nur ein Flirren in der Luft sah, schwebte über einer Blüte und bewegte sich ruckartig weiter zur nächsten. Fasziniert wollte ich stehen bleiben, doch der Sumi drängte uns mit Blicken über die Schulter und Gesten voran. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nach kurzer Zeit kamen wir zum Herzen dieses wundervollen Waldstückes: ein von allen Gewächsen befreiter Platz, so groß wie der Empfangsraum des Häuptlings, mit einem Altar in der Mitte und einer verwitterten Götterstatue darüber, die nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Altar hatten sich dicke, dunkle Krusten gebildet, die ich für Blut hielt, und ein Schwarm Fliegen summte darüber in der Mittagssonne. Der Sumi hielt inne, erstarrte förmlich. Das war nicht das, was er zu finden erwartet hatte, das spürte ich deutlich. Auch mir erschien es befremdlich, daß eine Göttin der Vegetation den Platz rund um ihren Altar von Pflanzen befreien sollte. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, raschelte neben uns etwas im Unterholz. Es schien ein großes Tier zu sein, und ein weißes dazu, denn ich sah einen sehr hellen Schemen, der aus einem Gebüsch aufsprang und wegrannte. Ehecacohuatltzin, der nun einmal phantastische Reflexe hatte, setzte dem flüchtenden Wesen nach, und das brachte mich auf den Gedanken, daß es gar kein Tier gewesen sein mußte. Auch der besorgte Blick des Sumi schien etwas ähnliches zu sagen. Nur einige Augenblicke später kehrte Ehecacohuatltzin zurück, ein junges Mädchen am Arm hinter sich her schleifend, das sich heftig wehrte, jedoch keinen Laut von sich gab. Als der Assassine mit dem Mädchen vor uns stand, schob er sie vor sich und packte sie von hinten an beiden Armen, so daß sie sich kaum noch bewegen konnte, ohne sich selbst weh zu tun. Als sie dies merkte, schien sie sich in ihr Schicksal zu ergeben und stand ruhig, mit hoch erhobenem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck, vor uns, so daß wir Zeit hatten, sie uns zu betrachten. Sie war recht klein, so wie alle Chinche, ging mir nur knapp bis zur Schulter, und  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; ich bin kein großer Mann. Sie trug die hüftlangen, blauschwarz in der Sonne glänzenden Haare zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten, die jedoch struppig aussahen, so als hätte sie sich lange nicht neu frisiert. Auch ihr naturgebleichtes, am Rand aufwändig besticktes Kleid sah so aus, als hätte sie einige Nächte darin auf dem Waldboden gschlafen. Ihr Geruch war jedoch nicht unangenehm, sondern der des Waldes. Das Mädchen war jung – ich hätte sie auf 16 Jahre geschätzt – und eigentlich sehr hübsch. Sie hatte die typischen schwarzen Augen der Chinche und einen wunderschönen bronzenen Hautton. Hätte sie uns nicht so finster angestarrt, ich hätte gerne mein Bett für eine Nacht mit ihr geteilt. Und ihre Haltung war nahezu königlich. Beinahe hätte ich versäumt, den Blick des Sumi zu bemerken. Offensichtlich kannte er das Mädchen! „Wer bist du, und warum folgst du uns?“ fragte Ehecacohuatltzin nun von hinter ihr mit einer leichten Drohung in der Stimme. Sie jedoch antwortete nicht direkt, sondern wandte sich an den Sumi: „Warum hast du diese Leute hergeführt? Du weißt, was passieren könnte.“ Der letzte Satz klang beinahe verzweifelt und resigniert und schien so überhaupt nicht zu ihrer stolzen Haltung zu passen. „Wer ist die Kleine, Atoc-Suqui?“ fragte der Assassine nun den Sumi, da sie offensichtlich nicht vor hatte, ihm zu antworten. Der Sumi schien ein wenig in sich zusammen zu sacken und antwortete leise: „Das ist Malinali, die ältesten Tochter des Häuptlings Hualpa.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Was geht hier vor, wieso lebt sie an dieser Kultstätte im Dschungel, warum bestraft Ihr sie?“, knurrte der Assassine den Sumi an, während die Aura des schwarzen Otzelotl wie eine Flamme im Gesicht des Assassinen aufloderte. Plötzlich schien der Sumi zu begreifen, wen er da zu diesem heiligen Ort geführt hatte. Augenblicklich sank der Sumi zu Boden und führte die uralte rituelle Geste des Erdeküssens der Toquateken vor Ehecacohuatlztin aus. „Oh, Oh, Oh!“, jammerte der Sumi, „verzeiht, dass ich euch den gebührenden Respekt verweigert habe, Diener des Tlitlic Otzelotl, ich werde….. „! Für einen Moment konnte ich den animalischen Zorn, der im Geist des Assassinen tobte, auf seinem Gesicht erkennen und mir war klar, dass das Leben des Sumi an einem seidenen Faden hing. Was musste es den Assassinen für eine Kraft kosten, sich ständig zu kontrollieren und den in ihm wohnenden Geist dieses Raubtieres nicht frei zu lassen? „Du Narr, hältst mich für einen Diener!“ zischte der Assassine. „Schau mich an, was siehst du?“ Der Sumi, der immer noch in der unbequemen Stellung des Erdeküssens verharrte, sah nach oben, und seine Augen quollen ihm aus dem Kopf. Augenblicklich entleerten sich seine Blase und sein Darm, als er die Wahrheit erkannte. Bis dahin wusste ich auch nicht so genau, was der schwarze Otzelotl für die Toquateken und Chinche eigentlich war. Ehecacohuatltzin erklärt es mir später so: Der schwarze Otzelotl war der toquatekische Gott der Geheimnisse, der Niedertracht, der Heimtücke und der List. Wenn Chinche oder toquatekische Eltern Probleme mit unerzogenen Kindern hatten, stellten sie ihnen eine kleine Tonfigur, die Nachbildung eines schwarzen Otzelotls, ins  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Fenster und sagten, die Tonfigur wäre eine Warnung des schwarzen Otzelotl, die er ihnen in der Nacht gebracht hätte. Ändern die Kinder dann ihr Verhalten nicht, so sagten die Priester, würden die Kinder vom schwarzen Otzelotl geholt und natürlich von ihm aufgefressen. Dass der Otzelotl das größte Raubtier in Xiduria war, machte die Angst vor dem Gefressen werden glaubwürdiger. Die Androhung wirkte bei Kindern angeblich immer. Wenn ein Toquateke einen anderen anlog sagte er, er wäre vom schwarzen Otzelotl besessen gewesen, was natürlich meistens nicht stimmte. Jeder Herrscher der Toquateken würde sich, bevor er einen Krieg begann oder führte oder eine Fehde oder einen Rivalen in seinem Reich ausschalten wollte, eines Priester des schwarzen Otzelotl bedienen. Was auch immer die Toquateken mit Caligula gemacht hatten, um ihn zu einem Priester des schwarzen Otzelotl zu machen, es musste ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß voller Entbehrungen gewesen sein, denn soweit mir bekannt war, gab es im Reich der Toquateken und in ganz Xiduria nur noch einen weiteren schwarzen Otzelotl, den Ehecacohuatlztin seinen alten Meister nannte. Alle anderen Anwärter für den Orden des schwarzen Otzelotl hatten die Ausbildung nicht überlebt. Doch kehrten wir nach diesem Ausflug in die Götterwelt der Toquateken zu unserer langweiligen Geschichte „Wir retten den Protektor“ zurück. Was auch immer der Sumi gegessen hatte, ich vermutete, es waren Bohnen, es stank erbärmlich. Maximus und ich hielten uns die Nase zu. Auch das Mädchen, daß sich immer noch im Griff des Assassinen befand, wand sich nun und versuchte, sich die Nase zuzuhalten. Für einen kurzen Moment, so kam es mir vor, hatte Malinali tiefblaue Augen, doch das war unmöglich, kein Chinche oder Toquateke, egal ob Mann oder Frau, wurde je mit blauen Augen gesehen. Wir erlaubten dem Sumi schließlich, sich zu säubern, was dieser unter großem Jammern und Wehklagen tat, nachdem Ehecacohuatltzin offensichtlich beschlossen hatte, ihn am Leben zu lassen. Er beklagte lautstark die Entweihung der Kultstätte durch sein Mißgeschick und schien untröstlich zu sein. Dann befahl uns der Assassine, weder den alten Priester noch Malinali aus den Augen zu lassen. Wie er uns mitteilte, gingen uns die Sorgen und Nöte der Einheimischen nicht das Geringste an, und immerhin hätten wir schwergewichtigere Probleme zu lösen. Nachdem er diese kleine Rede gehalten hatte, was für den schweigsamen Assassinen recht erstaunlich war, verschwand er im Unterholz, um nach der „Träne der Urmutter“ zu suchen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er zurückkehrte. Ich versuchte, während wir warteten und unser Lager bereiteten, mit der schönen Malinali zu tändeln, doch schien diese in ihrer eigenen Welt versunken zu sein, und kein gutes Wort von mir oder Maximus wollte ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nur ab und zu blitzten die Blicke zwischen ihr und dem Sumi hin und her. Schließlich kehrte der Assassine zurück, in jeder Hand eine kleine rote Orchidee mit geschlossener Blüte, und schon jetzt kam es mir so vor, als würde die Orchidee nie mehr blühen wollen. Als Malinali die beiden bedauernswerten Blüten sah, schrie sie entsetzt auf und hielt sich die Hände vor den Mund. „Was habt Ihr mit diesen armen xocoyol xochitl gemacht? S&#039;uquay!“, sagte das Mädchen mit fester und empörter Stimme. Für einen Moment schien der Assassine sprachlos zu sein, dann drückte er die beiden zarten Pflanzen Malinali in  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; die Hände, die ohne zu zögern auf den großen Assassinen zugelaufen war und mit einer entschiedenen Geste die Herausgabe der Pflanzen eingefordert hatte. Sofort begann die Chinche, nach Behältnissen zu suchen, in die sie bedauernswerten Pflanzen setzen konnte und versuchte, diesen alle Pflege und Liebe angedeihen zu lassen, die eine kostbare Orchidee verdient hatte. „Was habt Ihr mit diesen beiden Orchideen vor? Es ist sehr traurig, dass Ihr sie so grob behandelt habt, das ist die einzige Pflanze, aus der ein Gegengift gegen das die purpurnen Lilie gewonnen werden kann, und hier gibt es nur noch diese zwei Pflanzen, und jetzt habt Ihr sie einfach herausgerissen! Wisst Ihr, dass man das Gegengift nur dann gewinnen kann, wenn diese Orchidee blüht, und wisst Ihr auch, dass sie dies nur einmal am Tag eine Stunde……!“, sprudelte Malinali hervor, immer noch empört und sehr autoritär. Dann verstummte sie schlagartig, als sie in das vor Entsetzen verzerrte Gesicht von Ehecacohuatlztin blickte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Nur diese zwei Pflanzen?“, keuchten Maximus und ich überrascht auf. „Sorgt euch nicht!“, sagte Malinali ungerührt. „Ich kann die eine Pflanze wieder verwurzeln, damit sie nicht ausstirbt, und die andere vielleicht noch drei Tage in einem Behälter, getrennt von Malinalhuatl, am Leben erhalten und zum erblühen bringen, also wer von euch ist vom Gift der purpurnen Lilie vergiftet, wem soll durch den Sud der Blüten geholfen werden?“ Für einen Moment sagte keiner der Getreuen ein Wort. Während Maximus verlegen einen Haufen Blätter mit dem Fuß von einer Stelle zur anderen schob, zählte ich angestrengt die umhersirrenden Insekten „Wir haben über eine Woche gebraucht, um von N&#039;ga Nova hierherzukommen“, stellte der Assassine fest, ohne dabei jemanden bestimmtes unserer Gruppe anzusprechen. „Es gibt nur eine Möglichkeit: ich muss selbst gehen, doch dafür brauchen wir jemanden, der bereit ist, freiwillig den Weg des Blumentodes zu gehen.“ „Was meinst du mit Blumentod?“, fragte Maximus. „Ich meine, dass jemand aus unserer Mitte bereit sein muss, sich dem schwarzen Otzelotl als Menschenopfer darzubringen, damit ich das Leben des Lucius Scaevola argens retten kann!“, antwortete Ehecacohuatltzin. Für einen Moment schwiegen wir alle. Dann starrten alle den einen Mann an, den wir in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft entbehren konnten: den Sumi des Dorfes, AtocSuqui. Dieser schaute uns unterdessen einem nach dem anderen in die Augen, verdrehte sodann die seinigen nach oben und stürzte bewusstlos auf den Boden. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Die Errettung“ Nein, wir mussten den bedauernswerten Sumi nicht opfern. Was in den folgenden zwei Tagen geschah, erscheint mir nun, da ich es berichten soll, wie ein finsterer Traum. Ehecacohuatltzin begann umgehend ein langwieriges, mehrere Stunden dauerndes Ritual. Noch immer war uns unklar, was er vorhatte, und wie es seine Art war, hatte er es nicht für nötig gehalten, uns vorher darüber aufzuklären, wie er das Leben des ehemaligen Protektors doch noch retten wollte. Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen. Statt dem Sumi hatten wir mehrere Opoks gefangen, die der Assassine nun seinem finsteren Gott als Opfer darbrachte. Der Sumi hielt sich, so weit  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; wie es noch, ohne unhöflich zu sein, möglich war, von dem Assassinen fern. Schließlich entledigte sich Ehecacohuatltzin seiner Kleidung, und im dämmrigen Licht des Feuers stockte uns der Atem, als wir seinen nackten Körper erblickten. Es schien keine Stelle am Körper des Mannes zu geben, die nicht von einer Narbe oder Narbengewebe bedeckt war. Welche Schmerzen und welche Qualen musste dieser Krieger in seinem Leben bereits erlitten haben. Doch am meisten faszinierten mich die Tätowierungen auf der Brust und auf dem Rücken des Assassinen. Es waren hervorragende Arbeiten. Die Farben hatten eine Intensität und Leuchtkraft wie ich es noch nie bei einer Körperbemalung erblickt hatte. Es waren vier Tierfiguren dargestellt. Auf der Brust waren eine gestreifte Katze im Sprung dargestellt, die Ehecacohuatltzin später einmal einen Tiger nannte und ein bedrohlich wirkender Drache im Flug. Auf dem Rücken ein Insekt, das man Gottesanbeterin nennt und eine gefährlich und giftig aussehende Schlange. „Bei den Göttern!“, wunderte sich Aeitus, „woher hast du diese wunderbaren Tätowierungen?“ „Ich kann mich nicht erinnern!“ antwortete der Assassine mit angestrengter Stimme, während er gerade einem Opok das Herz herausschnitt und das Blut auf seinem Körper verstrich. „Du kannst dich nicht erinnern woher du diese wunderbaren Tätowierungen…? “, sagte ich, als mich dieser mörderische Blick des Assassinen traf, der keine Widerworte und keine Gegenrede zulässt. Also schwiegen Aeitus und ich, doch ich nahm mir vor, dass ich schon irgendwann hinter das Geheimnis des Assassinen kommen würde. Das Ritual schien Stunden zu dauern. Während Aeitus und ich dem merkwürdigen Treiben des Assassinen nur mit halbem Ohr zuhörten, schienen Malinali und der Sumi von dem, was hier geschah, im höchstem Maße fasziniert und entzückt. Schließlich endete das seit Sunden andauernde eintönige Gemurmel und Geseufze in der Sprache der Toquateken, und es wurde totenstill auf dem Lagerplatz. Ehecacohuatltzin stand, leicht schwankend, in allerlei blutigen Tierkadavern, von oben bis unten mit Blut beschmiert, und hielt sich eine kleine Phiole mit einer schwarzen Flüssigkeit an die Lippen. Er trank genau drei Tropfen aus der Phiole, die er sodann mit einem kleinen Korken wieder verschloß. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis ein scharfer Wind über unseren Lagerplatz fuhr und die Pflanzen und Bäume zum schwanken brachte. Ehecacohuatltzin brach mit einem Wimmern in die Knie und stieß dann einen grausigen Schrei aus. Dann hörten wir entsetzt, wie Knochen brachen, aneinanderschabten und sich wieder zusammenfügten. Die Kiefer des Assassinen verlängerten sich um mehrere Handbreit, während sein Gesicht sich zu einem Tiergesicht verformte. Die Hände und Füße wurden zu Klauen und dann zu riesigen Tatzen einer Raubkatze. Einer sehr grossen Raubkatze, einem schwarzen Otzelotl, um genau zu sein. Normalerweise bestand ein Otzelotl aus fünf Zentnern reinen Muskeln, wobei die Beine bis zum Bauch mit Fell in der Struktur und Art eines gefleckten Leoparden oder Jaguars bedeckt war. Der Rest des Tieres bestand aus Schuppen. Dieser Otzelotl jedoch war von einer erschreckenden Schwärze, während seine Schuppen zusätzlich mit langen Knochendornen besetzt waren und leicht rötlich schimmerten. Die Reißzähne waren mindestens eine Handbreit länger ausge &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; bildet, als es bei einem Otzelotl üblich ist, und er war größer, viel größer. Er wog mindestens zehn Zentner. Ehecacohuatltzin hatte uns befohlen, Malinali und mich nach seiner Verwandlung auf seinem Rücken festzubinden, damit er die Rückreise nach N&#039;ga Nova umgehend beginnen konnte, denn wir hatten nur noch drei Tage, bis die letzte der Tränen der Urmutter blühen würde und die letzte Chance vertan war, Lucius Scaevola Argens zu retten. Mich hatte er ausgewählt, da ich kleiner und leichter als Aeitus war, und um Malinali zu beschützen. Vorsichtig näherten wir uns dem riesigen Tier, und Malinali streichelte vorsichtig über das Fell, was sich der Otzelotl ohne weitere Gegenwehr gefallen ließ. Er schnaubte lediglich und ließ ein tiefes ur-weltliches Grollen aus seiner Kehle er-klingen, was uns offensichtlich Ansporn sein sollte, uns ein wenig zu beeilen. Aei-tus sollte dann mit dem Gepäck und un-serem Wagen die Rückreise nach N&#039;ga Nova alleine antreten. Ich hatte nur mein Kurzschwert im Gürtel und die merkwür-dige Waffe des Assassinen, die wie ein Zeremonienstab wirkte, auf den Rücken gebunden. Malinali trug nur vorsichtig die Pflanze, die sie mit ihren Händen vor Unbill und Leid zu beschützen versuchte. Sie fragte sich insgeheim, ob es diesem scheinbar sehr zaubermächtigen Mann, der nun in Gestalt eines schwarzen, wunderschönen Ozelotl vor ihr stand, tatsächlich gelingen sollte, sie von hier weg zu bringen. Alle ihre bisherigen Versuche, aus dem Umfeld ihres Dorfes zu entfliehen, hatten wieder an der Altarstatt des Baba Croqua geendet. Er wollte sie offensichtlich nicht von hier weg lassen. Deshalb hatte sie auch im Wald gehaust – das war so weit wie möglich weg von ihrem Dorf gewesen. Würde dieser Mann es schaffen, sie tatsächlich mitzunehmen? Sie hoffte es sehr. Und dies würde die Gegenleistung dafür sein, daß sie ihre schöneren Kräfte einsetzte, um die xocoyol xochitl lebend und blühend ans Ziel zu bringen. Endlich würde zumindest ihr Dorf frei sein, wenn sie selbst dies wohl auch niemals sein konnte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Als wir auf dem Rücken des riesigen Tieres sassen, stieß dieser wiederum ein tiefes Grollen aus seinem riesigen Maul hervor, rollte die roten Augen und lief los. Es war mehr ein Springen, und schon nach wenigen Minuten begannen mir alle Knochen und Weichteile zu schmerzen und mir wurde deutlich, warum Ehecacohuatltzin darauf bestanden hatte, daß wir uns auf seinem Rücken festbanden. Der wilde Ritt ging über Felder und Wiesen, durch Wälder und Flussläufe. Zwar versuchte Ehecacohuatlztin, alle bewohnten Bereiche zu meiden, doch bin ich sicher, dass wir gesehen wurden, und wenn wir schon nicht gesehen wurden, so waren wir bestimmt zu hören. Denn von Zeit zu Zeit stieß der Assassine in seiner Tierform ein fürchterliches Gebrüll aus. Von Stunde zu Stunde wurde für Malinali und für mich das Reiten auf dem Rücken des schwarzen Otzelotl unerträglicher, und an manche Abschnitte der Reise kann ich mich nur noch wie an einen durchlebten Alptraum erinnern. Trotzdem schien der Assassine instinktiv zu spüren, wenn wir dringend einer Pause bedurften, um zu speisen oder anderen dringenden Geschäften nachzugehen, die für Menschen auch auf einer Reise selbstverständlich sind. In den Pausen verschwand der Otzelotl und kehrte mehr als einmal mit einer blutverschmierten Tatze  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; und Schnauze zurück, was ich mit einem Schaudern zur Kenntnis nahm – Malinali hingegen schien das nicht im Geringsten zu stören. Schließlich erreichten wir am Abend des dritten Tages die Randgebiete von N&#039;ga Nova. Ehecacohuatltzin hatte es geschafft. Schwankend und aus allen Poren dampfend und schwitzend, kam das riesige Tier zum Stehen, und ich stellte ohne jeden Zweifel fest, dass der Schweiß eines schwarzen Otzelotl nicht zu den Gerüchen gehört, die man unbedingt auflegen sollte, wenn man einer Dame imponieren will. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir versteckten uns und warteten darauf, dass die Dunkelheit hereinbrach. Malinali wurde immer nervöser, denn der Zeitpunkt, an dem die Pflanze erblühen sollte, rückte immer näher. Ohne, dass wir es bemerkt hatten, war das riesige Tier im Unterholz verschwunden, und kurz darauf stand der nackte, von oben bis unten mit Schlamm und verkrustetem Blut bedeckte Assassine in seiner menschlichen Gestalt vor uns. Die An-strengung der Verwandlung und der Rei-se waren ihm in tiefen Falten in sein Ge-sicht gegraben, und seine Augen waren blutunterlaufen. Begeistert nahm der As-sassine zur Kenntnis, dass Malinali und ich in der Hektik des Aufbruches seine Kleidung vergessen hatten. Er warf uns einen wahrhaft mörderischen Blick zu, nahm jedoch immer noch schwer keu-chend und nach Atem ringend seinen Stab entgegen. Schließlich bedeutete uns Malinali, dass es nun Zeit sei, aufzubrechen, und so liefen wir los zum Haus des ki’Ansi. Den Assassinen nahmen wir in die Mitte, hoffend, dass seine Nacktheit in der Dunkelheit nicht so auffallen würde. Und diesmal half uns N&#039;ga Novas schlechter Ruf, dass sich niemand um den anderen kümmerte, und so erreichten wir das Haus des Magiers ,ohne angesprochen zu werden, wenn auch so mancher Passant uns verwunderte oder erstaunte Blicke zuwarf. Wir klopften, doch niemand öffnete uns. Schließlich gelang es Ehecacohuatltzin, die Tür zu öffnen, und wir drangen in das Haus ein. Sofort sprang eine dunkle Gestalt auf den Assassinen zu. Ich sah, wie etwas silbern aufblitzte, dann brach der Mann gurgelnd zusammen. Der Assassine hatte mit einem Schlag seines Handballens den Kehlkopf des Angreifers zertrümmert. Ehecacohuatltzin warf mir einen Blick zu, und ich warf ihm seinen Stab hinüber, während ich mein Kurzschwert zog und die neugierige Malinali hinter mich drükkte. Plötzlich tauchte vor mir ein schwarzer Schatten auf, und ich stieß diesem mein Kurzschwert in den Bauch. Inzwischen hatte der Assassine seinen Stab mit beiden Händen gepackt und zog diesen auseinander. „Ein Zweiklingenschwert!“, entfuhr es mir vor Überraschung. Dann trat der Assassine in Aktion. Die Klingen wirbelten wie silberne Blitze um den Assassinen herum, während er sich langsam in das Haus des Magiers hineintastete. Jetzt verstand ich auch, warum die Toquateken den Assassinen „Ehecacohuatltzin“, Wirbelsturm, nannten. Finger, Hände und andere Körperteile flogen durch die Luft, während schwarz gekleidete Angreifer auf uns losstürmten und meistens von dem Assassinen abrupt zum Stillstand gebracht wurden. Blut spritzte an Decken und Wände, und mir blieb keine andere Aufgabe, als die Wenigen, die den Angriff auf den Assassinen mit erheblichen Beschädigungen überstanden hat &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; ten, von ihrem Elend zu befreien. Schließlich erreichten wir das verwüstete Labor und fanden den leblosen Magier auf dem Boden liegend, während Ehecacohuatlztin wie von Sinnen in das Schlafgemach des kranken Exprotektors stürmte. „Malinali, kümmere dich nicht um ki’Ansi, folge Ehecacohuatltzin!“, rief ich der Chinche zu, die beherzt und ohne mit der Wimper zu zucken, die Orchidee mit ihrem Körper schützend, hinter dem Assassinen herlief. Wieder kam es mir so vor, als hätte ich für einen kurzen Moment eine tiefblaue Verfärbung ihrer Augen bemerkt. Der Brustkorb des Magiers hob und senkte sich, er war also noch am Leben. Dann stürmte ich mit meinem blutbefleckten Schwert in die Schlafkammer von Lucius Scaevola argens. Während die beiden Schwerter von Ehecacohuatltzin in einem der gedungenen Mörder steckten, war es offensichtlich einem anderen gelungen, den immer noch geschwächten Assassinen mit einer Keule zu treffen. Betäubt sank dieser auf den Boden und ließ langsam die Schwerter los. Malinali sah unterdessen entsetzt auf die Orchidee, deren Blütenkelch sich gerade zu öffnen begann, und eilte an mir wieder vorbei, in das verwüstete Labor. Eilig suchte sie ein Behältnis, in dem die Orchidee ausgekocht werden konnte, um das Gegengift zu erlangen, was den ehemaligen Protektor retten sollte. Noch ein Gegner lauerte hinter der Tür und begann, mit wilden Hieben seines Krummsäbels auf mich einzuhacken. Natürlich hatte ich damit ein Problem, und so kam es zu einem erhitzten Gefecht, während ich befürchten musste, das Ehecacohuatltzin seinem Gegner unterliegen würde. Gerade holte dieser mit seiner Keule zum letzten und entscheidenden Schlag aus, und falls er traf, würde er dem Assassinen den Schädel einschlagen. Es gelang mir, meinen Gegner durch einen raschen Hieb von seinem Krummsäbel und seiner rechten Hand zu befreien und mit einem weiteren Stoß mein Kurzschwert in die Eingeweide zu rammen, als der Kämpfer mit der Keule zu schwanken begann und mit einem überraschten Gesichtsausdruck erst seine Keule fallen ließ, um dann zusammenzubrechen. Im Bett saß Lucius Scaevola argens aufrecht und hatte seinen silbernen Arm ausgestreckt. Aus einem der Finger stammte der Bolzen, der nun im Hinterkopf des Angreifers steckte. Der kranke Protektor grinste mich an, murmelte „Das war der Torreon!“, verdrehte die Augen und fiel bewusstlos auf sein Lager zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich standen wir alle um das Lager des ehemaligen Protektors und bewunderten Malinali, die diesem vorsichtig einen streng riechenden Sud verabreichte. Ehecacohuatltzin stand schwankend neben mir und hatte sich eine Kutte des Magiers umgebunden, um seine Blösse zu bedecken. Nachdenklich rieb er eine große Beule am Hinterkopf. Malinali kicherte leise vor sich hin, als sie dies bemerkte, doch plötzlich sah sie um den Hals des Assassinen das geheimnisvolle Amulett, mit dem Kopf der Hydra. Ihre Augen wurden groß, die fröhliche Miene – ihr erstes Lächeln übrigens, seit wir ihr begegnet waren – verschwand, und voller Panik zerrte sie an ihrem Kleid, so dass sie fast den kostbaren Trank verschüttet hätte, dessen Ursprung – die Orchidee - wir unter soviel Gefahren hierher gebracht hatten, um den Protektor zu retten. Bis auf Lucius Scaevola argens, der mit sich und dem bitteren und übelriechenden Sud der Orchidee beschäftigt  &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; war, zuckten wir alle vor Überraschung zusammen, als Malinali ein ähnliches Amulett hervorholte, das jedoch trotz seiner Unterschiede – es war mit getrockneten Maiskörnern besetzt, wie passend für eine Bäurin mit einem Händchen für Pflanzen - unverkennbar war. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr verwunderte, dass Malinali auch zu dem erlauchten Kreis derer gehörte, die offensichtlich über ein solches Amulett der Hydra verfügten, oder wie das Amulett von Ehecacohuatlztin, das er vor drei Tagen vor seiner Verwandlung Aeitus zur Aufbewahrung übergeben hatte, nun wie gewohnt an seinem Hals baumelte. Die junge Chinche schien sich jedenfalls als erste von ihrem Schrecken zu erholen, denn rasch verstaute sie das Amulett wieder unter ihrem Gewand, lächelte den Assassinen noch einmal an, diesmal eher etwas verlegen, und wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Das tat sie auch noch in den nächsten paar Tagen – nachdem sie die Beule und die Platzwunde am Kopf von ki&#039;Ansi behandelt und ihn wieder aufgeweckt hatte, pflegte sie den kranken Protektor noch weiter, bis dieser wieder auf den Beinen war. Dies dauerte natürlich einige Tage. Der Sud der Orchidee, die Malinali xocoyol xochitl genannt hatte, reinigte Fleisch und Blut des Protektors von dem Gift, das man ihm so lange verabreicht hatte, doch geschah dies nicht ohne Nebenwirkungen. Bevor es ihm besser ging, ging es ihm zunächst schlechter, er übergab sich mehrmals, litt unter Krämpfen seiner Eingeweide und schwitzte wie ein Schwein übelriechende Körpersäfte aus. Malinali erklärte uns, dass sein Körper sich jetzt mit Hilfe ihres Trankes des Giftes entledigte, und das sei nunmal kein schöner Vorgang. Es klang einleuchtend genug, und sie kümmerte sich um den Kranken, als hätte sie nie zuvor etwas anderes getan. Sie wusch ihn, wechselte seine Kleidung und seine Laken, hielt ihm die Schüssel, wenn er sich übergab, stützte ihn, wenn er sich erleichtern ging und fütterte ihn. Es wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, doch schien uns anhand ihrer meist ernste Miene, dass sie es als Buße ansah – für was auch immer. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich war das Schlimmste vorbei, und Lucuis Scaevola argens war auf dem Wege der Besserung. Er wurde von Tag zu Tag kräftiger, und auch bei seinen kleinen Spaziergängen durch das Haus des Magiers begleitete und stützte ihn die kleine Chinche. Unwillkürlich dachte ich mir, dass sie bei all der intimen Pflege, die sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, hatte angedeihen lassen, auch sein Amulett entdeckt haben mußte, doch sie äußerte sich in keiner Form dazu. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Malinali war erleichtert, dass es dieser zauberkräftige schwarze Ozelotl gschafft hatte, sie mitzunehmen. Dennoch fürchtete sie, dass ihr Entkommen zu genau diesem Zeitpunkt und mit genau diesen Leuten zum Plan des schrecklichen Gottes gehörte, der sie besaß, sonst hätte er sie nie gehen lassen, davon war sie überzeugt. Daher fragte sie sich in diesen Tagen nur eines, in ihrem Inneren davor bangend und zitternd: Wann würde Baba Crocqua wieder zuschlagen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=291</id>
		<title>Nubyry, Malinali und der Protektor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=291"/>
		<updated>2023-04-07T15:20:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, Debora Jarosch, Februar 2007 Prolog Lucrezia war auf dem Weg nach Hause. Es war früher Abend, und ein Sturm tobte über N&#039;ga Nova, wie er in diesen Breiten häufig vorkam. Der Regen stach wie Nadeln auf ihrer Haut, während der Wind an ihrer Kleidung riß. Angst schnürte ihr die Kehle zu, denn in N&#039;ga Nova ging in den letzten Wochen Merkwürdiges vor. Ein Mörder ging um in der Hafenstadt. Ein reißendes Raubtier, der seine Opfer verstümmelte, bevor er ihnen das Leben nahm. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, und dabei machte er zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Ein heller Blitz zuckte auf, und die enge Gasse wurde für einen kurzen Moment in gleißendes Licht getaucht. Lucrezia keuchte vor Angst auf, als vor ihr im hellen Schein eine Ratte über die Gasse huschte. Sie war eine arme Frau, die von einem winzigen Suppenstand am Hafen ihre drei kleinen Kinder versorgen mußte, seit ihr Mann vor drei Jahren auf dem Meer geblieben war. Heute war ihr Geschäft wegen des schlechten Wetters ausgesprochen armselig gelaufen, und sie hatte länger als sonst am Hafen ausharren müssen, bis sie ihre Suppe an die hungrigen Hafenarbeiter hatte verkaufen können. Dann hatte sie eilig von dem Erlös Lebensmittel für ihre hungrigen Kinder eingekauft, doch die Dunkelheit hatte sie eingeholt. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrer kärglichen Hütte, als erneut ein Blitz die Gasse hell erleuchtete und sie verängstigt stehen blieb. Eine Gestalt stand nur wenige Meter vor ihr. Der Mann trug eine schwarze Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Lucrezia war erleichtert. Offensichtlich war der vor ihr stehende Mann ein Priester oder Mönch, wie es viele in der Hafenstadt gab. Von diesem Bruder ging sicherlich keine Gefahr aus. Sie wollte den Mönch gerade freundlich grüßen, als die Gestalt die Hände hob und die Kapuze nach hinten schob. Noch nie hatte Lucrezia ein schöneres Gesicht gesehen. Alles in diesem Gesicht schien perfekt, wären da nicht diese merkwürdigen Augen gewesen. Sie waren gelb und erinnerten an die Augen einer Schlange oder eines Krokodils. Ein dumpfer Druck legte sich auf ihren Geist, während der Mönch auf sie zu ging. Unfähig, sich zu rühren, schien sie von den fremdartigen Augen aufgesogen zu werden. Als der Mann vor ihr stand, blitzte etwas Silbernes auf. Sie spürte keinen Schmerz. Plötzlich hatte sie einen merkwürdigen, metallischen Geschmack im Mund. „Ist das Blut? “ dachte Lucrezia noch, als ihr die Sinne schwanden und sie zu Boden stürzte. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Der Centas Marcus Gnaeus Pulcher hatte auf vielen Schlachtfeldern der Legion gekämpft. Er hatte Leid und Elend in allen erdenklichen Facetten gesehen und hatte sich für einen abgebrühten und harten Mann gehalten. Doch was er in den letzten Wochen hier in N&#039;ga Nova erlebte, zerrte an seinen Nerven. Wieder stand er vor einer grausam zugerichteten weiblichen Toten. Die Frau lag auf dem Rücken. Etwas hatte ihr den Brustkorb geöffnet und das Herz entfernt. Die gebrochenen Augen der Frau starrten in den wolkenverhangenen Himmel über N&#039;ga Nova. An der Kleidung der Frau erkannte der Centas, das sie arm war. Ein Hijklmnopqrsb PQRS[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]abcdefij paar kleine Fische und etwas Gemüse lagen um den Körper der toten Frau, offensichtlich hatte sie gerade eingekauft und wollte nach Hause, als sie ihr Schicksal ereilte. Ein paar wenige Münzen trug die Frau fest in ihrer linken Faust. Dem Mörder kam es nur darauf an, ihnen das Herz aus dem Leib zu reißen. „Was macht er nur mit den Herzen?“, dachte Marcus betrübt, während er das abgehärmte Gesicht der Toten betrachte. „Oh Ihr Götter, warum lasst Ihr das zu!“ sagte die Stimme seines Codar Quintus neben ihm, der gerade einen Rekruten beruhigt hatte. Dieser hatte den Anblick der Laiche nicht ertragen können und stand zitternd neben seinem Unteroffizier. „Quintus, schicke mir diesen Waschlappen weg, bevor ich ihm eine Lektion erteilen muss!“, knurrte der alte Centas. „Immerhin sind wir Legionäre aus dem Reich des Feuers und keine Memmen.“ Innerlich schmerzten ihn diese harten Worte, doch durften durch diese Ereignisse die Disziplin und Moral der Truppe nicht untergraben werden. „Wie viele waren es jetzt, 15 oder 16 tote Frauen in den letzten Wochen, Quintus?“, fragte der Centas seinen Unteroffizier. „Ich muß gestehen, daß ich den Überblick verloren habe, doch Eure Schätzung wird richtig sein“, antwortete der Angesprochene. „Wir müssen etwas unternehmen, Quintus, die Bevölkerung wird unruhig, es wird nicht mehr lange dauern, und man wird uns mächtig in den Arsch treten“, sagte Marcus. „Da habt Ihr wohl recht, man wird uns sogar außerordentlich mächtig in den Arsch treten, wenn wir das Schwein nicht bald erwischen“, folgerte der Unteroffizier. „Ist das meine Mama?“ piepste plötzlich eine leise Stimme. Unbemerkt von den zwei Legionären hatte sich ein kleiner Junge durch die Menge der Schaulustigen gedrängt. „Sie ist nicht nach Hause gekommen“, sagte die Stimme weiter „mein kleines Brüderchen und mein Schwesterchen haben großen Hunger“. Beide Männer erstarrten augenblicklich. Marcus faßte sich als erster und drehte sich um. Ein etwa zehnjähriger Junge, in dreckige Lumpen gehüllt, stand vor ihnen und schaute sie mit großen Kinderaugen an. Marcus spürte, wie sein Mund trocken wurde. Ein großer Kloß stieg ihm in die Kehle, als der Junge seine Mutter erkannte und seine Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten. Vorsichtig ging der Junge auf seine tote Mutter zu und kniete neben ihr nieder. Zärtlich strich er ihr über das Haar, und mit einer ruhigen Geste seiner Hand schloss er ihr die gebrochenen Augen, als hätte er in seinem Leben noch nie etwas anderes getan. Das war zuviel für den hartgesottenen Centas. Augenblicklich schossen ihm die Tränen in die Augen. Langsam trat er an die Seite des Jungen und nahm ihn auf den Arm. „Dann werden wir uns wohl um dich und deine kleinen Geschwister kümmern müssen,“ krächzte Marcus, und es wollte ihm das Herz brechen, als der Junge voller Vertrauen seinen Kopf an seine Schultern legte. „Na, wenn wir uns um alle elternlosen kleinen Racker in diesem Rattennest kümmern.....“, hob Quintus an, beendete den Satz aber nicht, als er den kalten und durchdringenden Blick seines Centas gewahr wurde. Er kannte diesen Blick, es war ein gefährlicher Blick, wie ihn der Centas normalerweise nur auf dem Schlachtfeld hatte. Langsam stapfte Marcus mit dem Jungen auf dem Arm davon. Hijklmnopqrsb PQRS[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]abcdefij „Unser Centas wird weich“, sagte einer der Legionäre neben Quintus. Sofort verpaßte ihm der Codar einen derben Tritt. „Was verstehst du Esel schon davon, siehe zu das diese Tote endlich von hier verschwindet!“, schrie Quintus seine Untergebenen an. „Diese Geschichte macht uns alle weich“, knurrte der Codar, als es niemand hören konnte. Dann sah er seinem Centas nach, der gerade mit dem Kind auf dem Arm in der schäbigen Hütte der Frau verschwand. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] In der letzten Zeit zog es Turonk an die Orte seiner Verbrechen zurück. Amüsiert hatte er aus der Entfernung die Geschehnisse über das letzte Opfer seiner Jagd verfolgt. Es bereitete ihm Vergnügen, das Grauen und die Angst der Menschen zu beobachten. Niemand beachtete den großen Mann in der schwarzen Kutte, der sich die Kapuze tief in das Gesicht gezogen hatte und nun langsam davonging. Natürlich empfand er kein Mitleid mit seinen Opfern, für ihn waren sie nur Beute und Nahrung. Nur durch das frische Blut, das durch ein noch schlagendes Herz strömte, gewährte ihm das Schicksal, in dieser Realität zu verbleiben, in die ihn ein unvorsichtiger Priester der Toquateken geholt hatte. Die Alternative war ein schneller und zügiger Verfall seines Körpers und das Verschwinden seiner Seele im Nimbus, bis wiederum jemand seinen Geist beschwor. Letztlich war es nicht entscheidend, ob das Herz einer Frau oder eines Mannes verzehrte. Frauenherzen schmeckten einfach besser. Turonk spürte die mentale Erschütterung, als sich der Gott regte. Baba Croqua hatte seine eigenen Pläne, und er war sein Instrument, sein Werkzeug, und der Krokodilgott der Toquateken war kein geduldiger Gott. Plötzlich erschütterte ein mentaler Schrei den Nimbus. Turonk keuchte auf, ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper. Etwas kam in die Welt. Hart schlug Turonk auf dem schmutzigen Boden der Gasse auf, als ihm für einen Moment die Sinne schwanden. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund. Der Schrei wurde immer lauter, und in seinen Gedanken erschien die Gestalt einer Frau. Turonk keuchte und rang nach Atem. „Nubyry!“, sagte Turonk mit matter Stimme. Nubyry war in die Welt gekommen. Das änderte für Turonk alles. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Bericht Aeitus „Hüte dich vor betrunkenen Assassinen“ Seit unseren gemeinsamen Erlebnissen in den Mangrovensümpfen und der wundersamen Errettung waren Rhonda und Caligula Lupus oder Ehecacohuatltzin, wie sein richtiger Name lautete, ein Paar. Die Amazone und der Assassine waren in eine heftige Affäre verstrickt, und so kam es vor, das beide oft für mehrere Tage nicht auffindbar waren. Maximus und ich hatten uns daran gewöhnt. Ohne großes Murren hatte ich meine Interessen und Geschäfte in die kundigen Hände von Caligula gelegt, und seitdem liefen die Geschäfte gut, und meine Geldbörse entwikkelte sich prächtig. Zwar drehten sich die zu erledigenden Aufgaben nicht mehr um Salzwasserkrokodile oder Schätze der Toquateken, sondern um Angelegenheiten der Legion oder der Familie, doch dieses Verschieben der Schwerpunkte fiel mir nicht schwer. Nun waren jedoch weder Rhonda noch Caligula seit einer Woche auffindbar, und beunruhigt beschlossen Maximus und ich, in die traute Zweisamkeit einzubrechen. Natürlich konnten die Hijklmnopqrsb PQRS[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]abcdefij beiden machen, was sie wollten, solange der Profit nicht gefährdet war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir fanden den Assassinen in seiner Unterkunft in einem traurigen Zustand vor. Er mußte sich seit mehreren Tagen ununterbrochen betrunken haben, den seine Liegestatt war umstellt von leeren Kallebassen und Weinschläuchen. Seine Kleidung war beschmutzt, und er stank erbärmlich nach Schnaps und diversen Essenzen seines Körpers. Laut und vernehmlich schnarchte er, während er seinen schweren Rausch ausschlief. Maximus und ich sahen uns ratlos an, noch nie hatten wir den Assassinen auch nur einen winzigen Schluck Alkohol trinken sehen. Hatte die Amazone das Weite gesucht? Nun mag es schon unter normalen Umständen schwierig sein, einen schwer betrunkenen Menschen aus seinem Rausch zu erwecken, aber einen Assassinen? „Ich bin nicht lebensmüde“, sagte Maximus. „Wir müssen ihn fesseln, bevor wir ihn aufwecken. Ich erinnere mich da an ein altes Rezept aus der Legion, das ich zubereiten werde, während du ihn fesselst.“ „Nein, nein, mein Lieber“, erwiderte ich, „ich bin auch nicht lebensmüde, entweder wir fesseln ihn gemeinsam, oder wir werden gemeinsam hier warten, bis er aufwacht.“ Widerwillig nickte Maximus, und so machten wir uns an die Arbeit. Bei jedem Zucken des Assassinen brachen wir in Panik aus, und nachdem wir die Aufgabe glücklich gelöst hatten, war von jedem von uns ein erleichtertes Aufseufzen zu vernehmen. Maximus verschwand, um sein Gebräu zuzubereiten, und ich sah mich um. Es mußte hier zu einem Kampf gekommen sein. Ein Stuhl war zerbrochen, überall lagen Scherben, aber die Sachen der Amazone waren noch da. Die Amazone wäre nie ohne ihre geliebten Schwerter von dannen gezogen. Was war hier vorgefallen, hatte Caligula die Amazone in einem Anfall von Wut getötet? Als Maximus zurückkehrte, trug er einen Tonkrug bei sich, aus dem es stechend roch. Vorsichtig flößte er dem Assassinen die Flüssigkeit ein. Zuerst geschah nicht das Geringste, bis Caligula die Augen aufriß und seinen Körper verkrümmte. Ein unmenschliches Gurgeln erklang, während der Assassine Schaum spuckte. Die Krämpfe wollten nicht aufhören, und was ansonsten mit Caligula geschah, möchte ich hier unter dem Mantel des Schweigens verbergen. „Bei den Göttern, was hast du ihm gegeben?“, fragte ich Maximus. Dieser zukkte nur mit den Schultern, als er erwiderte „Oh, ein wenig Brechwurz, feinste und beste zermahlene Chillischoten, und das alles in Chocolatl verrührt.“ „Dafür wird er uns töten, wenn er zu sich kommt!“, sagte ich, als mich etwas traf und es schlagartig dunkel wurde. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Der Protektor“ Offensichtlich hatten wir die unbändige Kraft von Caligula unterschätzt, und so konnte ich nicht eingreifen, als der arme Aeitus von der Faust des Assassinen niedergestreckt wurde. Er hatte die Fessel an seiner rechten Hand zerrissen. Aeitus brach zusammen wie ein nasser Sack. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als ich sah, wie Caligula sich nach und nach unter wütendem Brüllen von seinen Fesseln befreite. Obwohl mir Caligula in den Sümpfen das Leben und auch mein Bein gerettet hatte, trat ich ihm nur mit größtem Mißtrauen entgegen. Er schien eine starke Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Bindung zu den Toquateken in den Sümpfen zu haben, und sie nannten ihn „Ehecacohuatltzin“, was soviel wie „Wirbelwind“ in ihrer Sprache bedeutet. Was auch immer die Toquateken aus ihm gemacht hatten, er war gefährlicher als viele der Krieger, die ich in meinem langen Leben als Soldat der Legion kennengelernt hatte. Es war dieser dunkle, animalische Anteil seiner Persönlichkeit und die absolute Kompromisslosigkeit, die ihn zu einem der effizientesten Kämpfer machte, denen ich je die Ehre hatte, zu begegnen. Als er nun auf mich zustürzte, rechnete ich mir keine Chance aus, das Zusammentreffen zu überleben, doch er stürzte nur an mir vorbei zu einer Kanne voller Wasser, die er in gierigen Schlucken austrank, und die nächste Kanne und die nächste und noch eine. Vielleicht hatte ich es mit den Chillischoten übertrieben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“, sagte Caligula zu mir und ließ sich mit einem Becher voll Wasser auf einem Schemel nieder. Er war nicht leicht zu verstehen, da seine Zunge durch die unglaubliche Schärfe des Chillis angeschwollen war. Mühsam stand Aeitus auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war. „Ich glaube, du hast mir die Nase gebrochen!“, stellte er fest, während er sein blutiges Gesicht abtastete. Caligula zukkte nur mit den Schultern. Schließlich erfuhren wir die Lösung unseres Rätsels. Rhonda, die Amazone, war entführt worden. Aeitus verstand die Welt nicht mehr. „Rhonda wird entführt, und du sitzt hier und lässt dich vollaufen!“, rief er empört aus, „wer hat sie entführt…?“ Doch der Assassine winkte ab. Natürlich hätte er alles getan, um die Amazone zu retten, sofern er dazu die Möglichkeit gehabt hätte. „Rhonda und ich kamen vor ein paar Tagen abends nach Hause“, berichtete er mit stockender Stimme. „Als wir diesen Raum betraten, traf mich ein Schlag und warf mich zu Boden. Es war kein körperlicher Schlag, sondern ein geistiger, und er wurde mit solcher Kraft durchgeführt, daß mir keine Möglichkeit zur Gegenwehr blieb. Ich konnte noch die Augen bewegen, das war alles. Rhonda musste es genauso wie mir ergangen sein, denn sie regte sich ebenfalls nicht. Im Raum stand eine schwarz gekleidete Gestalt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Als der Fremde die Kapuze hochhob, sah ich, daß er die ebenmäßigen Züge eines wunderschönen Jünglings trug. Doch seine Augen waren die eines Krokodils. Er stellte sich als Turonk vor und mir war klar, das es sich um den Mann handelte, den die verfluchten Priester des Baba Croqua im Tempel der Urmutter zum Leben erweckt hatten und dessen Wiedererweckung ihr in eurem Tagtraum miterlebt hattet. Dann griff er nach Rhonda und begann, unverständliche Worte zu murmeln, und mit Schrecken sah ich, wie sie immer kleiner wurde, bis sie so groß wie mein kleiner Finger war. Turonk hob die gelähmte Amazone in seiner Hand hoch, zog eine Phiole aus seinem Gewand, in der sich eine milchige, leicht grünlich floureszierende Flüssigkeit befand und steckte Rhonda dort hinein, dann verschloß er die Phiole mit einem kleinen Korken und schüttelte sie, wobei er hässlich lachte. Ich konnte nicht einmal schreien, da sogar meine Zunge gelähmt war. Dann klopfte er mit einer hässlichen Geste an die kleine Phiole, in der meine Geliebte schwamm. Sodann erläuterte mir der Fremde meinen Auftrag. Ich soll eine Frau finden, die sich in Xanathoria Inferior aufhält. Der Name Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij der Frau ist Nubyry. Bis ich diese Frau gefunden und Turonk übergeben habe, lässt er meine geliebte Amazone am Leben, und da er sie in Lumen Vita eingelegt hat, bliebe sie auch jung und frisch.“ Damit beendete der Assassine seinen Bericht. „Welche Nubyry, wo befindet sich diese Frau, wie sieht sie aus, wo kann man sie finden?“, fragte Aeitus. Caligula zuckte wiederum mit den Schultern. „Ich glaube Caligula will dir sagen, das dies alle Informationen sind, über die er verfügt“, sagte ich, und dann wurde es still im Raum. „Ich glaube ich brauche was zu trinken!“, sagte Aeitus. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; So habe ich es aufgeschrieben, wie mir der Cheffe es aufgetragen hat und wie sich damals zugetragen hat. „Schreibt eure Erinnerungen auf!“, sagte er, „an die Tage der Befreiung, an die Revolution, damit unsere Taten nie vergessen werden!“ Doch ich bin ein ehemaliger Centas der Legion, meine Hand ist rauh und voller Schwielen, geübt darin, Hälse durchzuschneiden und nicht, um elegant und weibisch die Schreibfeder zu führen. Möge mir also der Leser, der diese Zeilen liest, das eine oder andere ungehobelte Wort oder die ungeschliffenen Sätze eines alten Soldaten verzeihen. Doch will ich weiter von den Ereignissen berichten, die sich seinerzeit in Xanathoria Inferior zugetragen haben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nachdem wir Ehecacohuatltzin aus seiner mißlichen und traurigen Lage befreit hatten, kam der Waldläufer auf die Idee, daß man ein Wesen wie Turonk, über dessen Macht und Möglichkeiten wir immer noch keine klaren Vorstellungen hatten, am besten mit der Hilfe eines Magiers bekämpfen und vielleicht letztlich auch besiegen kann, um somit die schöne Amazone zu befreien (wobei ich sagen muß, daß ich bis heute nicht verstehen kann, was die beiden an dieser Amazone fanden, mir war sie entschieden zu dünn, aber das tut hier nichts zur Sache). Aeitus hatte in der Vergangenheit des öfteren Salzwasserkrokodile für einen Magier in N&#039;ga Nova gejagt und mit diesem gute Geschäfte gemacht. Der Magier hieß ki’Ansi xa’Waja. Im Haus des Magiers sollte es zu einer Begegnung kommen, die unser aller Leben auf das Nachhaltigste verändern sollte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Die Wohnstatt des Magiers wirkte von außen unauffällig, wenn sie sich auch in einem der besseren Viertel der Hafenstadt befand. Das Haus bezeugte einen bescheidenen Wohlstand. Aeitus ging zuerst allein hinein und winkte uns nach einer kleinen Weile, daß wir nachkommen sollten. Der Magier öffnete uns selbst, und wie wir trug er eine dunkle Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, so daß seine Züge nicht zu erkennen waren. Da es inzwischen schon Abend in N&#039;ga Nova geworden war, mußten wir in unseren dunklen Roben und Gewändern eine merkwürdige Versammlung abgegeben haben. Ebenso hätten wir uns Schilder mit der Aufschrift „Verschwörer“ an die Kleidung heften können. Seltsam war, daß keine Diener herbeieilten, das Haus schien bis auf den Magier unbewohnt. Wortlos führte uns der Magier durch sein Haus, wobei mich sein großes Laboratorium beeindruckte. Der Raum war übersät mit Kolben, Tiegeln und Pfannen. Überall kochten, brodelten und zischten geheimnisvolle Flüssigkeiten und tropften Säure oder Lauge zischend auf den Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij riesigen Tisch inmitten des Raumes, um den unzähligen Verätzungen und Brandflecken noch weitere hinzuzufügen. An den Wänden standen Regale voller unzähliger Tiegel und Töpfe mit Gewürzen und Kräutern, beschriftet mit Namen aus den Sprachen aller bekannten Länder. Überall lagen unzählige Folianten und Pergamente verstreut. Von den Decken hingen Zöpfe mit Knoblauch und Zwiebeln, ein riesiges ausgestopftes Salzwasserkrokdil, Vögel und andere Kuriositäten. „Oh, da hängt auch eine schöne Salami!“, entfuhr es mir. „Manchmal hat ein Magier vielleicht auch nur einfach Hunger!“, knurrte Aeitus hinter mir. Doch am meisten beeindruckte mich der Geruch in diesem Labor. Nie mehr habe ich in meinem Leben ein solches Spektrum an Gerüchen wahrnehmen dürfen. Hier roch es nach den feinsten Düften wie Ambra oder Moschus, und nur wenige Handbreit daneben zog ei-- nem der Gestank einer Abfall- oder Abortgrube in die Nase. ki’Ansi jedenfalls nahm von alledem keine Notiz, als ob an diesem Laboratorium nichts ungewöhnlich wäre und führte uns in ein angrenzendes kleines Schlafgemach. Im Raum stand lediglich ein einzelnes karges Feldbett der Legion. Der Mann, der dort lag, mußte einst eine stattliche Figur besessen haben. Er war jetzt jedoch bis auf die Knochen abgemagert, was man gut erkennen konnte, da er nur eine dünne Tunika trug. Man mußte nur in das Gesicht des Mannes sehen und die silberne Hand erblicken um zu wissen, wer da auf dem Feldbett lag. Die Augen des Protektors glänzten von hohem Fieber und waren tief eingesunken, die haarlose Stirn und Glatze war von Schweiß bedeckt. Das Zahnfleisch war entzündet, und ein Rinnsal aus Blut tropfte Lucius Scaevola argens aus der Nase. Als einzigen Schmuck trug der Protektor seine silbernen Hand und ein Amulett. Auch hätte dem Protektor ein Bad sicherlich nichts geschadet. Als ich das Amulett erblickte, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Ich hörte, wie hinter mir der Assassine, der ein ähnliches Amulett besaß, vor Verblüffung einen toquatekischen Fluch ausstieß, den ich nicht verstand. Auch ki’Ansi schien überrascht und zog ebenfalls ein Amulett unter seiner Kutte hervor, wobei er es aber vermied, sein Gesicht zu zeigen. Zwar waren alle drei Amulette in der Art ihrer Beschaffenheit und Fertigung verschieden, jedoch zeigten alle drei das gleiche Bildnis, der Kopf einer Hydra. Was in den nächsten Minuten am Krankenlager des Protektors der Provinz des Reich des Feuers, Xanathoria Inferior, geschah, kann ich nur schwer in Worte fassen, gehörte es doch zu den großartigsten Erlebnissen und Erfahrungen meines Lebens. Der Assassine, der Magier und der Protektor erstarrten augenblicklich und rührten sich nicht. Aeitus und ich sahen uns derweil ratlos an. Plötzlich durchzog mich eine Wärme, wie ich sie vielleicht als Knabe auf dem Schoß meiner Mutter erfahren hatte. Ein Gefühl großen Glückes durchströmte mich, von meinen äußersten Haarspitzen bis hinunter zu meinen zur Zeit ungewaschen Fußzehen. Plötzlich wurde mir klar, wo mein Platz war und für was es sich lohnte, das Schwert zu erheben. Alles Leid der vergangenen Jahre, die Gefühle der Ohnmacht und des Verlustes der Heimat, waren verschwunden. Kein Platz mehr für Melancholie und Haß. Es erschien mir, als würde mich das Land, auf dem ich stand, der Boden selbst, willkommen heißen und herzlich umarmen und küssen. Ich brauchte mich nicht mehr zu schämen, ein Geächteter ehemaliger Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Centas der Legion zu sein, den man in die Westliche Welt verbannt hatte, ich wurde in diesem Augenblick neu geboren und erhielt eine zweite Chance. Ich wurde Maximus aus dem VOLK VON XIDURIA. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich spürte zwar, wie der magische Moment verging, doch war mir in diesem Moment gleichgültig, ob es sich bei der gemachten Erfahrung um eine Zauberei des Magiers oder um etwas anderes handelte, so erfüllt war ich von dem Erlebten. Als ich mich umblickte, nahm ich wahr, daß Aeitus sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. Sein Blick schien sich in weite Fernen zu verlieren. Als sich unsere Blicke streiften, erkannten wir augenblicklich, daß uns dieses Erlebnis zu Brüdern im Geiste bis zur Ewigkeit gemacht hatte. Doch was war aus unseren Amulettträgern geworden? Was immer auch der Assassine dachte oder fühlte, wurde von der mächtigen Aura des schwarzen Otzelotl verdeckt. Zwar schien das merkwürdige Licht in den Augen mächtiger zu leuchten, doch kann es sein, daß ich mir eine Regung des Assassinen lediglich herbeiwünschte. Der Magier jedoch schien unter starken Schmerzen zu leiden und krümmte sich. Ein leises Wimmern kam unter der Kapuze hervor. Das schloß eigentlich aus, daß es sich um einen Trick des Zauberers handeln konnte. Der Protektor jedoch schien von der gemeinsamen Erfahrung am meisten mitbekommen zu haben. Zwar sah man ihm immer noch an, daß er vom Tode gezeichnet war, jedoch leuchteten seine Augen kraftvoller, und zumindest erschien es so, als habe ihm eine Gottheit oder andere gute Wesenheit einen Aufschub vor dem Tod verschafft. Ehecacohuatltzin bedeutete uns, den Raum zu verlassen, da er den Protektor untersuchen wollte, und so zogen wir uns in das Laboratorium des Magiers zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Aeitus und ich schwiegen beide und hingen unseren Gedanken nach, und so bemerkten wir nicht, wie die Zeit verging. Als der Assassine das Laboratorium betrat, waren ihm die Sorgen um den neu gewonnen Freund, der in diesem winzigen Raum im Sterben lag, anzusehen. Wie kam ich dazu, den Protektor einen Freund zu nennen? ging es mir durch den Kopf. „Lucius Scaevola argens ist über einen sehr langen Zeitraum mit dem Gift der Purpurnen Lilie vergiftet worden, wie mir ki’Ansi berichtete“, sagte der Assassine. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen sofort aufbrechen, wenn wir den Protektor retten wollen!“ Aeitus jedoch sah ihn kopfschüttelnd an. „Du willst allen Ernstes Rhonda diesem Turonk überlassen, um diesen aufgeblasenen Protektor zu retten!“, murrte er. Für einen kurzen Augenblick verlor der Assassine die Kontrolle über seine Aura. Eine Woge des Schmerzes zuckte über sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir deutlich, wie sehr Ehecacohuatlztin die Amazone liebte, und wie groß und unermeßlich sein Verlust und seine Trauer sein mußten. Der Assassine trat zu seinem Freund hin und legte ihm den Arm um die Schultern. „Rhonda würde es verstehen, Aeitus“, sagte er mit leiser Stimme, als würde ihm jedes Wort große Mühe bereiten, „doch hier geht es um einen größeren Einsatz. Der Mann, der dort in diesem Bett im Sterben liegt, ist nur ein Stein von vielen, doch er trägt eine gewaltige und gewichHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tige Aufgabe in der Zukunft für dieses Land. Meine Aufgabe ist es, diesen Stein auf das Spielbrett zurückzubringen und dafür zu sorgen, das daß Spiel weiter gespielt werden kann. Wie auch immer der Ausgang dieses Spieles sein mag, und wer auch immer der Gewinner sein wird. Wenn wir diese Aufgabe erledigt haben, das verspreche ich dir, suchen wir diese Frau, diese Nubyry, oder rächen Rhondas Tod. Ich schwöre es dir, Aeitus, bei meinem Blut!“ Mit seiner üblichen, fast einer Katze gleichen Gewandtheit hatte er einen langen Dolch aus seiner Robe gezogen und ihn sich durch die Hand gezogen. Blut quoll heraus. Aeitus tat es ihm gleich, und beide besiegelten den Schwur mit ihrem Blut. „Was ist mit mir?“, rief ich aus, zog meinen Dolch und schwor ebenfalls, Rhonda aus den Klauen von Turonk zu befreien. Aber erst mußten wir das Land retten. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Malinali“ Es war zu spät am Abend, um noch aufzubrechen. Also verbrachten wir die Nacht mit den Vorbereitungen. Wir entschlossen uns, als Mitglieder der Bruderschaft von Anghkor zu reisen, die mildtätige Gaben der guten Bürger von N&#039;ga Nova in das Waisenhaus der Bruderschaft in Dithorno bringen sollten. Es war natürlich völlig unmöglich, den Assassinen auf ein Reittier zu bringen. Ich wußte gar nicht, ob er überhaupt reiten konnte. Aber jedes Reittier, egal ob Pferd, Nandu oder Armadillo würde sofort die Aura des schwarzen Otlzelotl spüren und den Assassinen augenblicklich abwerfen, denn nicht umsonst ist der Otzelotl das größte und gefährlichste Raubtier in Xiduria. Wir reisten mit kleinem Gepäck, keine sichtbaren oder auffälligen Waffen, die unsere Tarnung zunichte gemacht hätte. Der Assassine trug einen etwa 1 Meter langen, merkwürdigen schwarzen Stab bei sich, den mal als religiöses Artefakt ansehen konnte, da er jeweils an seinen Enden vergoldete Kappen trug. Außerdem war der Stab mit kostbaren Schnitzereien verziert, die jedoch ausgesprochen fremdartig auf mich wirkten. Ich trug meinen Dolch und Maximus sein Kurzschwert, was sich ebenfalls gut in der Kutte eines schwarzen Bruders verbergen ließ. Die schlechten Nachrichten, die uns ki’Ansi noch in seinem Haus mitgeteilt hatte, taten ein übriges, um unseren Aufbruch zu beschleunigen. Von diesen Nachrichten war vor allem Maximus betroffen, und noch nie hatte ich den alten Haudegen so bestürzt und verwirrt gesehen. Der Magier hatte Lucius Scaevola argens gerade noch aus seinem Palast retten können, bevor dort am Tag darauf mit einem Feuerdämon ein D’Ascas aus dem Reich des Feuers mit frischen Truppen eingetroffen war und die Ablösung von Lucius, sowie seine Verschickung in die Alte Welt angeordnet hatte, um sich vor dem MAGHAN zu verantworten. Dieser D‘Ascas war niemand anderes, als der grausame Marcus Tiberius Scylla, die Geisel von Huanaca, der Schlächter der Tacyrer. Maximus hatte dereinst unter ihm in Huanaca gedient, und obwohl Maximus damals vielen Menschen das Leben rettete, indem er sie versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf, wurde er durch den Imperator zu 10 Jahren Dienst in einer Strafeinheit und anschließender Verbannung nach Xanathoria Inferior verurteilt. Jetzt war der Mann, den Maximus für tot gehalten hatte, in Dithorno, und so musste ich nicht nur den ohnehin unbeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij rechenbaren Assassinen im Auge behalten, sondern auch noch einen vor Rachegelüsten bebenden, ehemaligen Centas der Legion, der am liebsten mit seinem Schwert in das Schlafzimmer des neuen Protektors in Dithorno marschiert wäre, um diesen umgehend einen Kopf kürzer zu machen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich sorgte am nächsten Morgen für einen zweirädrigen Lastkarren, wie er oft von den Bauern in Xiduria benutzt wurde, und diesen beluden wir mit allerlei Lebensmitteln und Amphoren voller Öl und Wein. Zwei kräftige Armadillos sollten den Wagen ziehen, und als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, bezogen Maximus und ich Platz auf dem Kutschbock, während der Assassine behende auf die hintere Ladefläche kletterte. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Armadillos gemacht. Kaum hatten sie die Aura des schwarzen Otzelotl wahrgenommen, gingen sie durch, als sei die Horde der Finsternis hinter ihnen her. Maximus und ich hatten alle Mühe, die Tiere zu lenken und zu beruhigen. So reisten wir von Nga Nova in die Nähe von Dithorno, und ich sah das Land seit unserem Erlebnis im Haus des Magiers nun mit anderen Augen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Im Gegensatz zu Maximus, hatte es mich in der Vergangenheit bereits an viele Gestade und Lande verschlagen, und niemals hatte ich eigentlich erfahren, wo meine Wurzeln waren. Meine Eltern waren Gaukler gewesen und zogen von Stadt zu Stadt. Sie konnten sich einfach nicht erinnern, in welcher Stadt und in welchem Land ich geboren worden war. Schließlich entdeckte ich meine Liebe zur Jagd und zur Natur und durchstreifte allerlei Länder und Wälder auf der Suche nach nach seltenen Tieren oder Abenteuern. Nach Xiduria war ich gekommen, weil es hier die außerordentlich seltenen Salzwasserkrokodile gab, deren Jagd sehr lukrativ war. Doch nun sah ich dieses Land mit anderen Augen. Ich sah die großen Plantagen, in denen das köstlich duftende T’chubac oder Xoxlatl angebaut wurde. Überall wuchsen Bananenstauden, Wolfsmilchgewächse, Dattelpalmen, Drachenbäume, Wacholdergewächse, Lorbeerbäume, Gagelbäume, Xiduriakiefern, Opuntien-, Agaven und Kakteenarten und unzählige Blumen und Orchideen. Meine Augen erblickten ständig neue Wunder dieses Landes, und mein Herz wollte immer noch überströmen vor Freude über dieses wunderschöne Xiduria. Selbst die Eingeborenen, die Chinche, die ich früher herablassend als Bauern beschimpft hatte, kamen mir mit meinen verliebten Augen wie Brüder und Schwestern vor, und wenn wir abends in einem ihrer Dörfer für die Nacht verweilten, gemütlich beim abendlichen Feuer saßen, die Chinche ihre lustigen Lieder sangen und dazu tanzten und wir uns dem Genuß ihres T’chubacs und ihrer vielen verschiedenen Schnäpse sowie ihrer Töchter hingaben, hatte ich das Gefühl, daß ich nach Hause gekommen war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ehecacohuatltzin hatte uns eines abends erklärt, daß durch eine äußerst seltene Orchidee, die von den Toquateken „Tränen der Urmutter“ genannt wurde, ein verläßliches Gegengift zur Behandlung einer Vergiftung durch die Purpurne Lilie erzeugt werden konnte. Diese wilde Orchidee wuchs jedoch nur an einer ehemaligen Kultstätte der Toquateken, die in einem verlassenen Tempel der Urmutter in einem verwunscheHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij nen Waldstück in der Nähe von Dithorno lag, so hieß es zumindest. Die Orchidee öffne ihre Blüte nur einmal wöchentlich für genau fünf Minuten. Nur, wenn die geöffnete Blüte geerntet und sofort ausgekocht würde, könne der Sud die notwendige Kraft als Gegenmittel für das Gift der Purpurnen Lilie erreichen und somit das Leben von Lucius Sceavola argens retten. „Eine noch schwierigere Aufgabe hättet ihr nicht für uns ersinnen können, Herr Assassine!“, knurrte Maximus, worauf Ehecacohuatltzin nur mit den Schultern zuckte. Schließlich erreichten wir das Dorf Quahopetl, das in unmittelbarer Nähe der alten Kultstätte lag. Sogleich fiel uns auf, daß es diesem Dorf ausgesprochen gut zu gehen schien. Die Maisfelder, durch die wir fuhren, strotzten nur so vor Kraft und Gesundheit. Statt der üblichen Stroh- und Lehmhütten waren alle Häuser aus stabilen gebrannten Ziegeln gebaut und mit für meine Augen schreiend bunten Szenen bemalt, die Straßen bestanden nicht aus dem üblichen Matsch sondern waren trocken, festgestampft und mit Binsen bestreut, und die Chinche, die wir auf den Straßen sahen, trugen Kleidung aus guten Stoffen in hochwertiger Verarbeitung. Auch einen seßhaften Sumi schien das Dorf zu besitzen, bemerkten wir doch einen Schrein am Rande des Dorfplatzes. Auch, wenn das Dorf nicht besonders groß war, strahlte es doch einen für Chinche ungewöhnlich hohen Lebensstandard aus. Dennoch lag eine unerquickliche Stimmung über dem Dorf, die ich nicht ganz greifen konnte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren Chinche, denen es so gut ging, wie diesen hier, nicht nur selten, sondern auch extrem fröhlich und glücklich. Doch hier in Quahopetl sah ich entschieden zu viele traurige und verschlossene Gesichter, man hörte keine spielenden und lachenden Kinder, und eine bedrückende Stimmung lag wie ein Gifthauch über dem schönen Anblick. Wir hatten es alle bemerkt, jedoch konnte keiner von uns sagen, woran dies liegen mochte. Kaum, daß wir den Dorfplatz erreicht hatten, schritten uns auch schon vier junge kräftige Männer entgegen, die uns bedeuteten, den Karren zu verlassen und uns ihnen anzuschließen. Als uns Ehecacohuatltzin mit einer Geste zu verstehen gab, dem Ansinnen zu folgen, sprangen wie aus dem Nichts einige Jungen herbei, die die Zügel der Armadillos ergriffen und diese wegzuführen begannen. Ich wollte schon protestieren, doch der Assassine beruhigte mich mit einer Geste und sagte leise: „Es gehört zur Gastfreundschaft hier. Sie werden sie bestens versorgen und unsere Sachen nicht anrühren.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Also folgten wir den vier Männern zu einem Haus, auf das die breiteste Straße, die vom Dorfplatz wegführte, zulief und vor dessen Tür sie endete. Dieses eine Haus war größer als die anderen und derart farbenprächtig verziert, daß es beinahe in meinen Augen weh tat. „Dies ist das Haus ihres Häuptlings, Hualpa“, sagte Ehecacohuatltzin, nachdem er sich kurz mit den Männern in deren Sprache beraten hatte. „Er wird uns in seinem Dorf begrüßen.“ Als wir das angenehm schattige und kühle Innere des Hauses betraten und sich unsere Augen, die zuvor noch der grellen Sonne widerstehen mußten, an die angenehmeren Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, sahen wir uns neugierig um. Neben der auch hier Wohlstand ausHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij strahlenden Einrichtung und der üblichen Reinlichkeit dieses Volkes fielen uns jedoch sofort die blauen Trauerbanner auf, die, scheinbar im ganzen Haus aufgehängt, aus leichtem, dünnen Xixal gewebt waren und sich in der fast unmerklichen Brise bewegten. Blau war als Farbe so schwierig herzustellen, daß die Chinche es nur zu Trauerzwecken verwendeten. Auch Ehecacohuatltzin und Maximus hatten die Zeichen der Trauer bemerkt und sahen auf einmal recht ernst drein. Doch wir hatten keine Zeit, uns darüber zu unterhalten, da wir fast sofort von einem circa 14-jährigen, ernsten und unter seiner typischen Bräune blaß wirkenden Jungen in schlichter, blauer Kleidung empfangen wurden, der leise, aber fest sagte: „Willkommen, Fremde. Bitte tretet ein und ruht euch von der Reise aus. Ich bin Ninancoro, der älteste Sohn von Häuptling Hualpa. Meine Schwester Quispe-Cusi wird Euch sogleich Erfrischungen bringen.“ Mit diesen Worten hatte er uns in einen recht großen Raum geführt und bedeutete uns, auf bestickten Sitzkissen rund um einen aus Maisstroh geflochtenen und bunt eingefärbten, niedrigen Tisch herum Platz zu nehmen. Sobald wir saßen, ging er wieder und ein hübsches junges, ebenfalls in Blau gekleidetes Mädchen, nicht älter als Elf oder Zwölf, kam mit einem für sie fast zu groß wirkenden Maisstroh-Tablett hereingewankt, welches sie auf dem Tisch abstellte, eine leichte Verbeugung andeutete und sich wieder entfernte. Auf dem Tablett befanden sich zwei tönerne Krüge, der größere mit Wasser, der kleinere, mit einem Korken verschlossene, enthielt einen starken Maisschnaps, wie wir nach einer kleinen Untersuchung feststellten. Für jeden von uns stand eine Trinkschale bereit. In der Mitte des großen runden Tabletts befand sich eine Schale mit kühlem Wasser, auf dem die Blütenblätter des Xibi-xkus schwammen, einer einheimischen Pflanze, die überall als Hecke gepflegt wurde, aber wunderschöne große rote Blüten trieb, die betörend dufteten. Neben jeder der Schalen lag ein XixalTuch. Beides war dafür gedacht, sich den Reisestaub abzuwaschen, wenn es beliebte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Alle drei nutzten wir das Angebot, was uns sehr erfrischte, und wir befeuchteten unsere ausgedörrten Kehlen mit dem kühlen, süßen und erstaunlich klaren Wasser aus dem Krug. Keiner von uns versuchte sich am Schnaps, wir hatten schließlich noch viel Arbeit vor uns. Kaum hatten wir uns erfrischt, kehrte Ninancoro zurück, der jedoch hinter der Erscheinung des Häuptlings, wie wir vermuteten, klein und unbedeutend erschien. Er kündigte an: „Hualpa, Häuptling von Quahopetl“, und dieser ließ sich auf einem stark verzierten Hocker am Ende des Raumes nieder, was ihn natürlich gegenüber seinen Gästen erhöhte. Sein Sohn stellte sich schräg hinter seiner linken Schulter auf. Wir rückten unsere Sitzkissen so, daß wir Hualpa ansehen konnten und verneigten uns leicht im Sitzen, während wir ihn betrachteten. Hualpa war ein beeindruckender Mann – nicht groß, wie alle Chinche, aber mit einer beeindruckenden Statur und breiten Schultern, ein Mann in seinen besten Jahren. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende 30. Auch er trug hauptsächlich Blau und ich vermutete, daß sein üblicher Staat, in dem er Gäste empfing, nicht so schlicht war. Dennoch trug er einen verzierten Kopfputz mit Federn und Halbedelsteinen, den ich nur bewundern konnte. Für einen unbedeuHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tenden Dorfhäuptling war dies schon ein sehr üppiger Kopfputz. Ehecacohuatltzin stellte uns vor, wohlweißlich seinen „offiziellen“ Namen – Caligula Lupus – nennend, um die Dörfler nicht mit seinem toquatekischen Namen zu verschrecken. Nachdem diese Formalität erledigt war, sprach Hualpa mit wohlklingender, aber trauriger Stimme: „Ich, Hualpa, heiße Euch als Gäste in meinem Dorf willkommen. Bitte nehmt die Gastfreundschaft meines Hauses an. Was führt Euch hierher? Womit können wir Euch, ihr Diener des Reiches des Feuers, behilflich sein?“ Wieder ergriff der Assassine das Wort. „Wir danken dir für deinen Willkommensgruß und deine Gastfreundschaft. Wir sind gekommen, weil wir eine seltene Pflanze suchen, die nur in dem Schrein der Urmutter, der sich in der Nähe deines Dorfes befindet, wachsen soll. Es ist eine Orchidee, die „Tränen der Urmutter“ genannt wird. Kannst du uns helfen, sie zu finden?“ Für einige Herzschläge sah Hualpa verständnislos drein, doch dann erwiderte er: „Seltsame Namen verwendet ihr, wie sie die Toquateken benutzen.“ Für einen Moment glaubte ich, tiefes Mißtrauen und Haß in seinem Blick zu lesen, doch der Eindruck verschwand schnell. Der Assassine hatte wohl recht getan, seinen toquatekischen Namen zu verheimlichen. „So laßt Euch gesagt sein, daß dies die heilige Stätte von Malinalhuatl ist, nicht der Schrein der Urmutter. Dies ist schon seit vielen Generationen so. Die Orchidee, die ihr sucht, kenne ich jedoch nicht.“ Für einen Moment hatte ich das Gefühl, Hualpa wollte noch etwas hinzufügen, doch er stockte nur und schloß dann seinen Mund, auf unsere Erwiderung wartend. „Bitte gestattet uns, die heilige Stätte von Malinalhuatl aufzusuchen. Wir werden selbst nach der Blume suchen. Wir schwören Euch, daß wir die heilige Stätte nicht entweihen werden.“ Hualpa überlegte einen Moment, wobei er uns abschätzend betrachtete. Irgend etwas beunruhigte ihn, das konnte ich deutlich erkennen. Doch schließlich sagte er: „Es liegt nicht in meiner Macht, irgend einem Wesen auf der Welt zu verbieten, Malinalhuatl aufzusuchen. Doch wird Euch unser Sumi begleiten, denn niemand sonst wagt es, Eigentum der Herrin der Pflanzenwelt zu entwenden, ohne Unheil über sich selbst und unser Dorf zu bringen. Tut, was er sagt. Schändet Ihr Malinalhuatls Altar, wird nur Euer Blut ihn wieder rein waschen können.“ Nach dieser feierlichen Drohung, die ich nicht ohne ein heftiges Schlucken hinnehmen konnte – er hatte immerhin ganz klar gemacht, was diese Stätte für sein Dorf bedeutete – entspannte sich seine Haltung sichtlich. Er schickte seinen Sohn los, um den Sumi, einen alten Mann namens Atoc-Suqui, der über und über mit rituellen Narben bedeckt war, zu holen. Dieser sollte uns zur heiligen Stätte der Malinalhuatl führen. Da er nicht über Nacht dort sein wollte – warum, sagte er uns nicht - , beschlossen wir, früh am nächsten Morgen aufzubrechen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Weg führte uns über einige Stunden hinweg zunächst durch üppige Maisfelder, später über trockene Prairie. Wie aus den Nichts erschien am späten Vormittag dann jedoch ein Flecken Dschungel, der so aussah, als gehöre er nicht hierher. Kein Übergang war in der Landschaft erkennbar, die trockene Grasebene hörte auf, der Dschungel begann. Es war nur eine kleine Stelle, die man in einem halben Tag umrunden konnte, doch sie Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wirkte alt und sehr üppig. Als wir vorsichtig in den Flecken Dschungel eindrangen, wies uns der alte Sumi darauf hin, daß wir kein Blatt knikken und keine Frucht oder Blüte pflücken sollten, ohne ihn vorher zu befragen. Er selbst bewegte sich unglaublich vorsichtig durch den Wald, keine für mich erkennbare Spur dabei hinterlassend. Wir versuchten, es ihm nachzutun, waren dabei jedoch nicht ganz so erfolgreich. Der Dschungel war atemberaubend schön, und wieder sang mein Herz, das erst vor so kurzer Zeit seine Liebe zu diesem Land entdeckt hatte, und ich sah an Maximus&#039; Gesicht, daß es ihm ähnlich gehen mußte. Die sengende Sonne war durch ein dichtes Blätterdach verborgen, durch das sie nur hier und da hindurchblitzte, helle Flecken auf den üppig bewucherten Waldboden malend. Das Licht war grün, der Boden angenehm weich. Die warme, feuchte Luft roch so reichhaltig nach Pflanzen und Leben, daß ich sie tief in meine Lungen einsog, dabei den ungewöhnlichen Geräuschen lauschend, die mir fremde Tiere, die ich nicht sehen konnte, hoch über uns im Blätterwerk erzeugten. Wunderschöne Blüten, pralle Früchte, fremdartige Pflanzen, das Ganze erschien mir so exotisch, daß ich mich tagelang hier hätte aufhalten können. Ein winziger, grünschillernder Vogel mit einem langen Schnabel, dessen Flügel sich so schnell bewegten, daß man nur ein Flirren in der Luft sah, schwebte über einer Blüte und bewegte sich ruckartig weiter zur nächsten. Fasziniert wollte ich stehen bleiben, doch der Sumi drängte uns mit Blicken über die Schulter und Gesten voran. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nach kurzer Zeit kamen wir zum Herzen dieses wundervollen Waldstückes: ein von allen Gewächsen befreiter Platz, so groß wie der Empfangsraum des Häuptlings, mit einem Altar in der Mitte und einer verwitterten Götterstatue darüber, die nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Altar hatten sich dicke, dunkle Krusten gebildet, die ich für Blut hielt, und ein Schwarm Fliegen summte darüber in der Mittagssonne. Der Sumi hielt inne, erstarrte förmlich. Das war nicht das, was er zu finden erwartet hatte, das spürte ich deutlich. Auch mir erschien es befremdlich, daß eine Göttin der Vegetation den Platz rund um ihren Altar von Pflanzen befreien sollte. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, raschelte neben uns etwas im Unterholz. Es schien ein großes Tier zu sein, und ein weißes dazu, denn ich sah einen sehr hellen Schemen, der aus einem Gebüsch aufsprang und wegrannte. Ehecacohuatltzin, der nun einmal phantastische Reflexe hatte, setzte dem flüchtenden Wesen nach, und das brachte mich auf den Gedanken, daß es gar kein Tier gewesen sein mußte. Auch der besorgte Blick des Sumi schien etwas ähnliches zu sagen. Nur einige Augenblicke später kehrte Ehecacohuatltzin zurück, ein junges Mädchen am Arm hinter sich her schleifend, das sich heftig wehrte, jedoch keinen Laut von sich gab. Als der Assassine mit dem Mädchen vor uns stand, schob er sie vor sich und packte sie von hinten an beiden Armen, so daß sie sich kaum noch bewegen konnte, ohne sich selbst weh zu tun. Als sie dies merkte, schien sie sich in ihr Schicksal zu ergeben und stand ruhig, mit hoch erhobenem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck, vor uns, so daß wir Zeit hatten, sie uns zu betrachten. Sie war recht klein, so wie alle Chinche, ging mir nur knapp bis zur Schulter, und Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ich bin kein großer Mann. Sie trug die hüftlangen, blauschwarz in der Sonne glänzenden Haare zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten, die jedoch struppig aussahen, so als hätte sie sich lange nicht neu frisiert. Auch ihr naturgebleichtes, am Rand aufwändig besticktes Kleid sah so aus, als hätte sie einige Nächte darin auf dem Waldboden gschlafen. Ihr Geruch war jedoch nicht unangenehm, sondern der des Waldes. Das Mädchen war jung – ich hätte sie auf 16 Jahre geschätzt – und eigentlich sehr hübsch. Sie hatte die typischen schwarzen Augen der Chinche und einen wunderschönen bronzenen Hautton. Hätte sie uns nicht so finster angestarrt, ich hätte gerne mein Bett für eine Nacht mit ihr geteilt. Und ihre Haltung war nahezu königlich. Beinahe hätte ich versäumt, den Blick des Sumi zu bemerken. Offensichtlich kannte er das Mädchen! „Wer bist du, und warum folgst du uns?“ fragte Ehecacohuatltzin nun von hinter ihr mit einer leichten Drohung in der Stimme. Sie jedoch antwortete nicht direkt, sondern wandte sich an den Sumi: „Warum hast du diese Leute hergeführt? Du weißt, was passieren könnte.“ Der letzte Satz klang beinahe verzweifelt und resigniert und schien so überhaupt nicht zu ihrer stolzen Haltung zu passen. „Wer ist die Kleine, Atoc-Suqui?“ fragte der Assassine nun den Sumi, da sie offensichtlich nicht vor hatte, ihm zu antworten. Der Sumi schien ein wenig in sich zusammen zu sacken und antwortete leise: „Das ist Malinali, die ältesten Tochter des Häuptlings Hualpa.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Was geht hier vor, wieso lebt sie an dieser Kultstätte im Dschungel, warum bestraft Ihr sie?“, knurrte der Assassine den Sumi an, während die Aura des schwarzen Otzelotl wie eine Flamme im Gesicht des Assassinen aufloderte. Plötzlich schien der Sumi zu begreifen, wen er da zu diesem heiligen Ort geführt hatte. Augenblicklich sank der Sumi zu Boden und führte die uralte rituelle Geste des Erdeküssens der Toquateken vor Ehecacohuatlztin aus. „Oh, Oh, Oh!“, jammerte der Sumi, „verzeiht, dass ich euch den gebührenden Respekt verweigert habe, Diener des Tlitlic Otzelotl, ich werde….. „! Für einen Moment konnte ich den animalischen Zorn, der im Geist des Assassinen tobte, auf seinem Gesicht erkennen und mir war klar, dass das Leben des Sumi an einem seidenen Faden hing. Was musste es den Assassinen für eine Kraft kosten, sich ständig zu kontrollieren und den in ihm wohnenden Geist dieses Raubtieres nicht frei zu lassen? „Du Narr, hältst mich für einen Diener!“ zischte der Assassine. „Schau mich an, was siehst du?“ Der Sumi, der immer noch in der unbequemen Stellung des Erdeküssens verharrte, sah nach oben, und seine Augen quollen ihm aus dem Kopf. Augenblicklich entleerten sich seine Blase und sein Darm, als er die Wahrheit erkannte. Bis dahin wusste ich auch nicht so genau, was der schwarze Otzelotl für die Toquateken und Chinche eigentlich war. Ehecacohuatltzin erklärt es mir später so: Der schwarze Otzelotl war der toquatekische Gott der Geheimnisse, der Niedertracht, der Heimtücke und der List. Wenn Chinche oder toquatekische Eltern Probleme mit unerzogenen Kindern hatten, stellten sie ihnen eine kleine Tonfigur, die Nachbildung eines schwarzen Otzelotls, ins Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Fenster und sagten, die Tonfigur wäre eine Warnung des schwarzen Otzelotl, die er ihnen in der Nacht gebracht hätte. Ändern die Kinder dann ihr Verhalten nicht, so sagten die Priester, würden die Kinder vom schwarzen Otzelotl geholt und natürlich von ihm aufgefressen. Dass der Otzelotl das größte Raubtier in Xiduria war, machte die Angst vor dem Gefressen werden glaubwürdiger. Die Androhung wirkte bei Kindern angeblich immer. Wenn ein Toquateke einen anderen anlog sagte er, er wäre vom schwarzen Otzelotl besessen gewesen, was natürlich meistens nicht stimmte. Jeder Herrscher der Toquateken würde sich, bevor er einen Krieg begann oder führte oder eine Fehde oder einen Rivalen in seinem Reich ausschalten wollte, eines Priester des schwarzen Otzelotl bedienen. Was auch immer die Toquateken mit Caligula gemacht hatten, um ihn zu einem Priester des schwarzen Otzelotl zu machen, es musste ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß voller Entbehrungen gewesen sein, denn soweit mir bekannt war, gab es im Reich der Toquateken und in ganz Xiduria nur noch einen weiteren schwarzen Otzelotl, den Ehecacohuatlztin seinen alten Meister nannte. Alle anderen Anwärter für den Orden des schwarzen Otzelotl hatten die Ausbildung nicht überlebt. Doch kehrten wir nach diesem Ausflug in die Götterwelt der Toquateken zu unserer langweiligen Geschichte „Wir retten den Protektor“ zurück. Was auch immer der Sumi gegessen hatte, ich vermutete, es waren Bohnen, es stank erbärmlich. Maximus und ich hielten uns die Nase zu. Auch das Mädchen, daß sich immer noch im Griff des Assassinen befand, wand sich nun und versuchte, sich die Nase zuzuhalten. Für einen kurzen Moment, so kam es mir vor, hatte Malinali tiefblaue Augen, doch das war unmöglich, kein Chinche oder Toquateke, egal ob Mann oder Frau, wurde je mit blauen Augen gesehen. Wir erlaubten dem Sumi schließlich, sich zu säubern, was dieser unter großem Jammern und Wehklagen tat, nachdem Ehecacohuatltzin offensichtlich beschlossen hatte, ihn am Leben zu lassen. Er beklagte lautstark die Entweihung der Kultstätte durch sein Mißgeschick und schien untröstlich zu sein. Dann befahl uns der Assassine, weder den alten Priester noch Malinali aus den Augen zu lassen. Wie er uns mitteilte, gingen uns die Sorgen und Nöte der Einheimischen nicht das Geringste an, und immerhin hätten wir schwergewichtigere Probleme zu lösen. Nachdem er diese kleine Rede gehalten hatte, was für den schweigsamen Assassinen recht erstaunlich war, verschwand er im Unterholz, um nach der „Träne der Urmutter“ zu suchen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er zurückkehrte. Ich versuchte, während wir warteten und unser Lager bereiteten, mit der schönen Malinali zu tändeln, doch schien diese in ihrer eigenen Welt versunken zu sein, und kein gutes Wort von mir oder Maximus wollte ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nur ab und zu blitzten die Blicke zwischen ihr und dem Sumi hin und her. Schließlich kehrte der Assassine zurück, in jeder Hand eine kleine rote Orchidee mit geschlossener Blüte, und schon jetzt kam es mir so vor, als würde die Orchidee nie mehr blühen wollen. Als Malinali die beiden bedauernswerten Blüten sah, schrie sie entsetzt auf und hielt sich die Hände vor den Mund. „Was habt Ihr mit diesen armen xocoyol xochitl gemacht? S&#039;uquay!“, sagte das Mädchen mit fester und empörter Stimme. Für einen Moment schien der Assassine sprachlos zu sein, dann drückte er die beiden zarten Pflanzen Malinali in Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij die Hände, die ohne zu zögern auf den großen Assassinen zugelaufen war und mit einer entschiedenen Geste die Herausgabe der Pflanzen eingefordert hatte. Sofort begann die Chinche, nach Behältnissen zu suchen, in die sie bedauernswerten Pflanzen setzen konnte und versuchte, diesen alle Pflege und Liebe angedeihen zu lassen, die eine kostbare Orchidee verdient hatte. „Was habt Ihr mit diesen beiden Orchideen vor? Es ist sehr traurig, dass Ihr sie so grob behandelt habt, das ist die einzige Pflanze, aus der ein Gegengift gegen das die purpurnen Lilie gewonnen werden kann, und hier gibt es nur noch diese zwei Pflanzen, und jetzt habt Ihr sie einfach herausgerissen! Wisst Ihr, dass man das Gegengift nur dann gewinnen kann, wenn diese Orchidee blüht, und wisst Ihr auch, dass sie dies nur einmal am Tag eine Stunde……!“, sprudelte Malinali hervor, immer noch empört und sehr autoritär. Dann verstummte sie schlagartig, als sie in das vor Entsetzen verzerrte Gesicht von Ehecacohuatlztin blickte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Nur diese zwei Pflanzen?“, keuchten Maximus und ich überrascht auf. „Sorgt euch nicht!“, sagte Malinali ungerührt. „Ich kann die eine Pflanze wieder verwurzeln, damit sie nicht ausstirbt, und die andere vielleicht noch drei Tage in einem Behälter, getrennt von Malinalhuatl, am Leben erhalten und zum erblühen bringen, also wer von euch ist vom Gift der purpurnen Lilie vergiftet, wem soll durch den Sud der Blüten geholfen werden?“ Für einen Moment sagte keiner der Getreuen ein Wort. Während Maximus verlegen einen Haufen Blätter mit dem Fuß von einer Stelle zur anderen schob, zählte ich angestrengt die umhersirrenden Insekten „Wir haben über eine Woche gebraucht, um von N&#039;ga Nova hierherzukommen“, stellte der Assassine fest, ohne dabei jemanden bestimmtes unserer Gruppe anzusprechen. „Es gibt nur eine Möglichkeit: ich muss selbst gehen, doch dafür brauchen wir jemanden, der bereit ist, freiwillig den Weg des Blumentodes zu gehen.“ „Was meinst du mit Blumentod?“, fragte Maximus. „Ich meine, dass jemand aus unserer Mitte bereit sein muss, sich dem schwarzen Otzelotl als Menschenopfer darzubringen, damit ich das Leben des Lucius Scaevola argens retten kann!“, antwortete Ehecacohuatltzin. Für einen Moment schwiegen wir alle. Dann starrten alle den einen Mann an, den wir in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft entbehren konnten: den Sumi des Dorfes, AtocSuqui. Dieser schaute uns unterdessen einem nach dem anderen in die Augen, verdrehte sodann die seinigen nach oben und stürzte bewusstlos auf den Boden. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Die Errettung“ Nein, wir mussten den bedauernswerten Sumi nicht opfern. Was in den folgenden zwei Tagen geschah, erscheint mir nun, da ich es berichten soll, wie ein finsterer Traum. Ehecacohuatltzin begann umgehend ein langwieriges, mehrere Stunden dauerndes Ritual. Noch immer war uns unklar, was er vorhatte, und wie es seine Art war, hatte er es nicht für nötig gehalten, uns vorher darüber aufzuklären, wie er das Leben des ehemaligen Protektors doch noch retten wollte. Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen. Statt dem Sumi hatten wir mehrere Opoks gefangen, die der Assassine nun seinem finsteren Gott als Opfer darbrachte. Der Sumi hielt sich, so weit Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wie es noch, ohne unhöflich zu sein, möglich war, von dem Assassinen fern. Schließlich entledigte sich Ehecacohuatltzin seiner Kleidung, und im dämmrigen Licht des Feuers stockte uns der Atem, als wir seinen nackten Körper erblickten. Es schien keine Stelle am Körper des Mannes zu geben, die nicht von einer Narbe oder Narbengewebe bedeckt war. Welche Schmerzen und welche Qualen musste dieser Krieger in seinem Leben bereits erlitten haben. Doch am meisten faszinierten mich die Tätowierungen auf der Brust und auf dem Rücken des Assassinen. Es waren hervorragende Arbeiten. Die Farben hatten eine Intensität und Leuchtkraft wie ich es noch nie bei einer Körperbemalung erblickt hatte. Es waren vier Tierfiguren dargestellt. Auf der Brust waren eine gestreifte Katze im Sprung dargestellt, die Ehecacohuatltzin später einmal einen Tiger nannte und ein bedrohlich wirkender Drache im Flug. Auf dem Rücken ein Insekt, das man Gottesanbeterin nennt und eine gefährlich und giftig aussehende Schlange. „Bei den Göttern!“, wunderte sich Aeitus, „woher hast du diese wunderbaren Tätowierungen?“ „Ich kann mich nicht erinnern!“ antwortete der Assassine mit angestrengter Stimme, während er gerade einem Opok das Herz herausschnitt und das Blut auf seinem Körper verstrich. „Du kannst dich nicht erinnern woher du diese wunderbaren Tätowierungen…? “, sagte ich, als mich dieser mörderische Blick des Assassinen traf, der keine Widerworte und keine Gegenrede zulässt. Also schwiegen Aeitus und ich, doch ich nahm mir vor, dass ich schon irgendwann hinter das Geheimnis des Assassinen kommen würde. Das Ritual schien Stunden zu dauern. Während Aeitus und ich dem merkwürdigen Treiben des Assassinen nur mit halbem Ohr zuhörten, schienen Malinali und der Sumi von dem, was hier geschah, im höchstem Maße fasziniert und entzückt. Schließlich endete das seit Sunden andauernde eintönige Gemurmel und Geseufze in der Sprache der Toquateken, und es wurde totenstill auf dem Lagerplatz. Ehecacohuatltzin stand, leicht schwankend, in allerlei blutigen Tierkadavern, von oben bis unten mit Blut beschmiert, und hielt sich eine kleine Phiole mit einer schwarzen Flüssigkeit an die Lippen. Er trank genau drei Tropfen aus der Phiole, die er sodann mit einem kleinen Korken wieder verschloß. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis ein scharfer Wind über unseren Lagerplatz fuhr und die Pflanzen und Bäume zum schwanken brachte. Ehecacohuatltzin brach mit einem Wimmern in die Knie und stieß dann einen grausigen Schrei aus. Dann hörten wir entsetzt, wie Knochen brachen, aneinanderschabten und sich wieder zusammenfügten. Die Kiefer des Assassinen verlängerten sich um mehrere Handbreit, während sein Gesicht sich zu einem Tiergesicht verformte. Die Hände und Füße wurden zu Klauen und dann zu riesigen Tatzen einer Raubkatze. Einer sehr grossen Raubkatze, einem schwarzen Otzelotl, um genau zu sein. Normalerweise bestand ein Otzelotl aus fünf Zentnern reinen Muskeln, wobei die Beine bis zum Bauch mit Fell in der Struktur und Art eines gefleckten Leoparden oder Jaguars bedeckt war. Der Rest des Tieres bestand aus Schuppen. Dieser Otzelotl jedoch war von einer erschreckenden Schwärze, während seine Schuppen zusätzlich mit langen Knochendornen besetzt waren und leicht rötlich schimmerten. Die Reißzähne waren mindestens eine Handbreit länger ausgeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij bildet, als es bei einem Otzelotl üblich ist, und er war größer, viel größer. Er wog mindestens zehn Zentner. Ehecacohuatltzin hatte uns befohlen, Malinali und mich nach seiner Verwandlung auf seinem Rücken festzubinden, damit er die Rückreise nach N&#039;ga Nova umgehend beginnen konnte, denn wir hatten nur noch drei Tage, bis die letzte der Tränen der Urmutter blühen würde und die letzte Chance vertan war, Lucius Scaevola Argens zu retten. Mich hatte er ausgewählt, da ich kleiner und leichter als Aeitus war, und um Malinali zu beschützen. Vorsichtig näherten wir uns dem riesigen Tier, und Malinali streichelte vorsichtig über das Fell, was sich der Otzelotl ohne weitere Gegenwehr gefallen ließ. Er schnaubte lediglich und ließ ein tiefes ur-weltliches Grollen aus seiner Kehle er-klingen, was uns offensichtlich Ansporn sein sollte, uns ein wenig zu beeilen. Aei-tus sollte dann mit dem Gepäck und un-serem Wagen die Rückreise nach N&#039;ga Nova alleine antreten. Ich hatte nur mein Kurzschwert im Gürtel und die merkwür-dige Waffe des Assassinen, die wie ein Zeremonienstab wirkte, auf den Rücken gebunden. Malinali trug nur vorsichtig die Pflanze, die sie mit ihren Händen vor Unbill und Leid zu beschützen versuchte. Sie fragte sich insgeheim, ob es diesem scheinbar sehr zaubermächtigen Mann, der nun in Gestalt eines schwarzen, wunderschönen Ozelotl vor ihr stand, tatsächlich gelingen sollte, sie von hier weg zu bringen. Alle ihre bisherigen Versuche, aus dem Umfeld ihres Dorfes zu entfliehen, hatten wieder an der Altarstatt des Baba Croqua geendet. Er wollte sie offensichtlich nicht von hier weg lassen. Deshalb hatte sie auch im Wald gehaust – das war so weit wie möglich weg von ihrem Dorf gewesen. Würde dieser Mann es schaffen, sie tatsächlich mitzunehmen? Sie hoffte es sehr. Und dies würde die Gegenleistung dafür sein, daß sie ihre schöneren Kräfte einsetzte, um die xocoyol xochitl lebend und blühend ans Ziel zu bringen. Endlich würde zumindest ihr Dorf frei sein, wenn sie selbst dies wohl auch niemals sein konnte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Als wir auf dem Rücken des riesigen Tieres sassen, stieß dieser wiederum ein tiefes Grollen aus seinem riesigen Maul hervor, rollte die roten Augen und lief los. Es war mehr ein Springen, und schon nach wenigen Minuten begannen mir alle Knochen und Weichteile zu schmerzen und mir wurde deutlich, warum Ehecacohuatltzin darauf bestanden hatte, daß wir uns auf seinem Rücken festbanden. Der wilde Ritt ging über Felder und Wiesen, durch Wälder und Flussläufe. Zwar versuchte Ehecacohuatlztin, alle bewohnten Bereiche zu meiden, doch bin ich sicher, dass wir gesehen wurden, und wenn wir schon nicht gesehen wurden, so waren wir bestimmt zu hören. Denn von Zeit zu Zeit stieß der Assassine in seiner Tierform ein fürchterliches Gebrüll aus. Von Stunde zu Stunde wurde für Malinali und für mich das Reiten auf dem Rücken des schwarzen Otzelotl unerträglicher, und an manche Abschnitte der Reise kann ich mich nur noch wie an einen durchlebten Alptraum erinnern. Trotzdem schien der Assassine instinktiv zu spüren, wenn wir dringend einer Pause bedurften, um zu speisen oder anderen dringenden Geschäften nachzugehen, die für Menschen auch auf einer Reise selbstverständlich sind. In den Pausen verschwand der Otzelotl und kehrte mehr als einmal mit einer blutverschmierten Tatze Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij und Schnauze zurück, was ich mit einem Schaudern zur Kenntnis nahm – Malinali hingegen schien das nicht im Geringsten zu stören. Schließlich erreichten wir am Abend des dritten Tages die Randgebiete von N&#039;ga Nova. Ehecacohuatltzin hatte es geschafft. Schwankend und aus allen Poren dampfend und schwitzend, kam das riesige Tier zum Stehen, und ich stellte ohne jeden Zweifel fest, dass der Schweiß eines schwarzen Otzelotl nicht zu den Gerüchen gehört, die man unbedingt auflegen sollte, wenn man einer Dame imponieren will. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir versteckten uns und warteten darauf, dass die Dunkelheit hereinbrach. Malinali wurde immer nervöser, denn der Zeitpunkt, an dem die Pflanze erblühen sollte, rückte immer näher. Ohne, dass wir es bemerkt hatten, war das riesige Tier im Unterholz verschwunden, und kurz darauf stand der nackte, von oben bis unten mit Schlamm und verkrustetem Blut bedeckte Assassine in seiner menschlichen Gestalt vor uns. Die An-strengung der Verwandlung und der Rei-se waren ihm in tiefen Falten in sein Ge-sicht gegraben, und seine Augen waren blutunterlaufen. Begeistert nahm der As-sassine zur Kenntnis, dass Malinali und ich in der Hektik des Aufbruches seine Kleidung vergessen hatten. Er warf uns einen wahrhaft mörderischen Blick zu, nahm jedoch immer noch schwer keu-chend und nach Atem ringend seinen Stab entgegen. Schließlich bedeutete uns Malinali, dass es nun Zeit sei, aufzubrechen, und so liefen wir los zum Haus des ki’Ansi. Den Assassinen nahmen wir in die Mitte, hoffend, dass seine Nacktheit in der Dunkelheit nicht so auffallen würde. Und diesmal half uns N&#039;ga Novas schlechter Ruf, dass sich niemand um den anderen kümmerte, und so erreichten wir das Haus des Magiers ,ohne angesprochen zu werden, wenn auch so mancher Passant uns verwunderte oder erstaunte Blicke zuwarf. Wir klopften, doch niemand öffnete uns. Schließlich gelang es Ehecacohuatltzin, die Tür zu öffnen, und wir drangen in das Haus ein. Sofort sprang eine dunkle Gestalt auf den Assassinen zu. Ich sah, wie etwas silbern aufblitzte, dann brach der Mann gurgelnd zusammen. Der Assassine hatte mit einem Schlag seines Handballens den Kehlkopf des Angreifers zertrümmert. Ehecacohuatltzin warf mir einen Blick zu, und ich warf ihm seinen Stab hinüber, während ich mein Kurzschwert zog und die neugierige Malinali hinter mich drükkte. Plötzlich tauchte vor mir ein schwarzer Schatten auf, und ich stieß diesem mein Kurzschwert in den Bauch. Inzwischen hatte der Assassine seinen Stab mit beiden Händen gepackt und zog diesen auseinander. „Ein Zweiklingenschwert!“, entfuhr es mir vor Überraschung. Dann trat der Assassine in Aktion. Die Klingen wirbelten wie silberne Blitze um den Assassinen herum, während er sich langsam in das Haus des Magiers hineintastete. Jetzt verstand ich auch, warum die Toquateken den Assassinen „Ehecacohuatltzin“, Wirbelsturm, nannten. Finger, Hände und andere Körperteile flogen durch die Luft, während schwarz gekleidete Angreifer auf uns losstürmten und meistens von dem Assassinen abrupt zum Stillstand gebracht wurden. Blut spritzte an Decken und Wände, und mir blieb keine andere Aufgabe, als die Wenigen, die den Angriff auf den Assassinen mit erheblichen Beschädigungen überstanden hatHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ten, von ihrem Elend zu befreien. Schließlich erreichten wir das verwüstete Labor und fanden den leblosen Magier auf dem Boden liegend, während Ehecacohuatlztin wie von Sinnen in das Schlafgemach des kranken Exprotektors stürmte. „Malinali, kümmere dich nicht um ki’Ansi, folge Ehecacohuatltzin!“, rief ich der Chinche zu, die beherzt und ohne mit der Wimper zu zucken, die Orchidee mit ihrem Körper schützend, hinter dem Assassinen herlief. Wieder kam es mir so vor, als hätte ich für einen kurzen Moment eine tiefblaue Verfärbung ihrer Augen bemerkt. Der Brustkorb des Magiers hob und senkte sich, er war also noch am Leben. Dann stürmte ich mit meinem blutbefleckten Schwert in die Schlafkammer von Lucius Scaevola argens. Während die beiden Schwerter von Ehecacohuatltzin in einem der gedungenen Mörder steckten, war es offensichtlich einem anderen gelungen, den immer noch geschwächten Assassinen mit einer Keule zu treffen. Betäubt sank dieser auf den Boden und ließ langsam die Schwerter los. Malinali sah unterdessen entsetzt auf die Orchidee, deren Blütenkelch sich gerade zu öffnen begann, und eilte an mir wieder vorbei, in das verwüstete Labor. Eilig suchte sie ein Behältnis, in dem die Orchidee ausgekocht werden konnte, um das Gegengift zu erlangen, was den ehemaligen Protektor retten sollte. Noch ein Gegner lauerte hinter der Tür und begann, mit wilden Hieben seines Krummsäbels auf mich einzuhacken. Natürlich hatte ich damit ein Problem, und so kam es zu einem erhitzten Gefecht, während ich befürchten musste, das Ehecacohuatltzin seinem Gegner unterliegen würde. Gerade holte dieser mit seiner Keule zum letzten und entscheidenden Schlag aus, und falls er traf, würde er dem Assassinen den Schädel einschlagen. Es gelang mir, meinen Gegner durch einen raschen Hieb von seinem Krummsäbel und seiner rechten Hand zu befreien und mit einem weiteren Stoß mein Kurzschwert in die Eingeweide zu rammen, als der Kämpfer mit der Keule zu schwanken begann und mit einem überraschten Gesichtsausdruck erst seine Keule fallen ließ, um dann zusammenzubrechen. Im Bett saß Lucius Scaevola argens aufrecht und hatte seinen silbernen Arm ausgestreckt. Aus einem der Finger stammte der Bolzen, der nun im Hinterkopf des Angreifers steckte. Der kranke Protektor grinste mich an, murmelte „Das war der Torreon!“, verdrehte die Augen und fiel bewusstlos auf sein Lager zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich standen wir alle um das Lager des ehemaligen Protektors und bewunderten Malinali, die diesem vorsichtig einen streng riechenden Sud verabreichte. Ehecacohuatltzin stand schwankend neben mir und hatte sich eine Kutte des Magiers umgebunden, um seine Blösse zu bedecken. Nachdenklich rieb er eine große Beule am Hinterkopf. Malinali kicherte leise vor sich hin, als sie dies bemerkte, doch plötzlich sah sie um den Hals des Assassinen das geheimnisvolle Amulett, mit dem Kopf der Hydra. Ihre Augen wurden groß, die fröhliche Miene – ihr erstes Lächeln übrigens, seit wir ihr begegnet waren – verschwand, und voller Panik zerrte sie an ihrem Kleid, so dass sie fast den kostbaren Trank verschüttet hätte, dessen Ursprung – die Orchidee - wir unter soviel Gefahren hierher gebracht hatten, um den Protektor zu retten. Bis auf Lucius Scaevola argens, der mit sich und dem bitteren und übelriechenden Sud der Orchidee beschäftigt Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij war, zuckten wir alle vor Überraschung zusammen, als Malinali ein ähnliches Amulett hervorholte, das jedoch trotz seiner Unterschiede – es war mit getrockneten Maiskörnern besetzt, wie passend für eine Bäurin mit einem Händchen für Pflanzen - unverkennbar war. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr verwunderte, dass Malinali auch zu dem erlauchten Kreis derer gehörte, die offensichtlich über ein solches Amulett der Hydra verfügten, oder wie das Amulett von Ehecacohuatlztin, das er vor drei Tagen vor seiner Verwandlung Aeitus zur Aufbewahrung übergeben hatte, nun wie gewohnt an seinem Hals baumelte. Die junge Chinche schien sich jedenfalls als erste von ihrem Schrecken zu erholen, denn rasch verstaute sie das Amulett wieder unter ihrem Gewand, lächelte den Assassinen noch einmal an, diesmal eher etwas verlegen, und wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Das tat sie auch noch in den nächsten paar Tagen – nachdem sie die Beule und die Platzwunde am Kopf von ki&#039;Ansi behandelt und ihn wieder aufgeweckt hatte, pflegte sie den kranken Protektor noch weiter, bis dieser wieder auf den Beinen war. Dies dauerte natürlich einige Tage. Der Sud der Orchidee, die Malinali xocoyol xochitl genannt hatte, reinigte Fleisch und Blut des Protektors von dem Gift, das man ihm so lange verabreicht hatte, doch geschah dies nicht ohne Nebenwirkungen. Bevor es ihm besser ging, ging es ihm zunächst schlechter, er übergab sich mehrmals, litt unter Krämpfen seiner Eingeweide und schwitzte wie ein Schwein übelriechende Körpersäfte aus. Malinali erklärte uns, dass sein Körper sich jetzt mit Hilfe ihres Trankes des Giftes entledigte, und das sei nunmal kein schöner Vorgang. Es klang einleuchtend genug, und sie kümmerte sich um den Kranken, als hätte sie nie zuvor etwas anderes getan. Sie wusch ihn, wechselte seine Kleidung und seine Laken, hielt ihm die Schüssel, wenn er sich übergab, stützte ihn, wenn er sich erleichtern ging und fütterte ihn. Es wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, doch schien uns anhand ihrer meist ernste Miene, dass sie es als Buße ansah – für was auch immer. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich war das Schlimmste vorbei, und Lucuis Scaevola argens war auf dem Wege der Besserung. Er wurde von Tag zu Tag kräftiger, und auch bei seinen kleinen Spaziergängen durch das Haus des Magiers begleitete und stützte ihn die kleine Chinche. Unwillkürlich dachte ich mir, dass sie bei all der intimen Pflege, die sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, hatte angedeihen lassen, auch sein Amulett entdeckt haben mußte, doch sie äußerte sich in keiner Form dazu. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Malinali war erleichtert, dass es dieser zauberkräftige schwarze Ozelotl gschafft hatte, sie mitzunehmen. Dennoch fürchtete sie, dass ihr Entkommen zu genau diesem Zeitpunkt und mit genau diesen Leuten zum Plan des schrecklichen Gottes gehörte, der sie besaß, sonst hätte er sie nie gehen lassen, davon war sie überzeugt. Daher fragte sie sich in diesen Tagen nur eines, in ihrem Inneren davor bangend und zitternd: Wann würde Baba Crocqua wieder zuschlagen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=290</id>
		<title>Nubyry, Malinali und der Protektor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=290"/>
		<updated>2023-04-07T15:17:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, Debora Jarosch, Februar 2007 Prolog Lucrezia war auf dem Weg nach Hause. Es war früher Abend, und ein Sturm tobte über N&#039;ga Nova, wie er in diesen Breiten häufig vorkam. Der Regen stach wie Nadeln auf ihrer Haut, während der Wind an ihrer Kleidung riß. Angst schnürte ihr die Kehle zu, denn in N&#039;ga Nova ging in den letzten Wochen Merkwürdiges vor. Ein Mörder ging um in der Hafenstadt. Ein reißendes Raubtier, der seine Opfer verstümmelte, bevor er ihnen das Leben nahm. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, und dabei machte er zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Ein heller Blitz zuckte auf, und die enge Gasse wurde für einen kurzen Moment in gleißendes Licht getaucht. Lucrezia keuchte vor Angst auf, als vor ihr im hellen Schein eine Ratte über die Gasse huschte. Sie war eine arme Frau, die von einem winzigen Suppenstand am Hafen ihre drei kleinen Kinder versorgen mußte, seit ihr Mann vor drei Jahren auf dem Meer geblieben war. Heute war ihr Geschäft wegen des schlechten Wetters ausgesprochen armselig gelaufen, und sie hatte länger als sonst am Hafen ausharren müssen, bis sie ihre Suppe an die hungrigen Hafenarbeiter hatte verkaufen können. Dann hatte sie eilig von dem Erlös Lebensmittel für ihre hungrigen Kinder eingekauft, doch die Dunkelheit hatte sie eingeholt. [[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]] Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrer kärglichen Hütte, als erneut ein Blitz die Gasse hell erleuchtete und sie verängstigt stehen blieb. Eine Gestalt stand nur wenige Meter vor ihr. Der Mann trug eine schwarze Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Lucrezia war erleichtert. Offensichtlich war der vor ihr stehende Mann ein Priester oder Mönch, wie es viele in der Hafenstadt gab. Von diesem Bruder ging sicherlich keine Gefahr aus. Sie wollte den Mönch gerade freundlich grüßen, als die Gestalt die Hände hob und die Kapuze nach hinten schob. Noch nie hatte Lucrezia ein schöneres Gesicht gesehen. Alles in diesem Gesicht schien perfekt, wären da nicht diese merkwürdigen Augen gewesen. Sie waren gelb und erinnerten an die Augen einer Schlange oder eines Krokodils. Ein dumpfer Druck legte sich auf ihren Geist, während der Mönch auf sie zu ging. Unfähig, sich zu rühren, schien sie von den fremdartigen Augen aufgesogen zu werden. Als der Mann vor ihr stand, blitzte etwas Silbernes auf. Sie spürte keinen Schmerz. Plötzlich hatte sie einen merkwürdigen, metallischen Geschmack im Mund. „Ist das Blut? “ dachte Lucrezia noch, als ihr die Sinne schwanden und sie zu Boden stürzte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Centas Marcus Gnaeus Pulcher hatte auf vielen Schlachtfeldern der Legion gekämpft. Er hatte Leid und Elend in allen erdenklichen Facetten gesehen und hatte sich für einen abgebrühten und harten Mann gehalten. Doch was er in den letzten Wochen hier in N&#039;ga Nova erlebte, zerrte an seinen Nerven. Wieder stand er vor einer grausam zugerichteten weiblichen Toten. Die Frau lag auf dem Rücken. Etwas hatte ihr den Brustkorb geöffnet und das Herz entfernt. Die gebrochenen Augen der Frau starrten in den wolkenverhangenen Himmel über N&#039;ga Nova. An der Kleidung der Frau erkannte der Centas, das sie arm war. Ein Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij paar kleine Fische und etwas Gemüse lagen um den Körper der toten Frau, offensichtlich hatte sie gerade eingekauft und wollte nach Hause, als sie ihr Schicksal ereilte. Ein paar wenige Münzen trug die Frau fest in ihrer linken Faust. Dem Mörder kam es nur darauf an, ihnen das Herz aus dem Leib zu reißen. „Was macht er nur mit den Herzen?“, dachte Marcus betrübt, während er das abgehärmte Gesicht der Toten betrachte. „Oh Ihr Götter, warum lasst Ihr das zu!“ sagte die Stimme seines Codar Quintus neben ihm, der gerade einen Rekruten beruhigt hatte. Dieser hatte den Anblick der Laiche nicht ertragen können und stand zitternd neben seinem Unteroffizier. „Quintus, schicke mir diesen Waschlappen weg, bevor ich ihm eine Lektion erteilen muss!“, knurrte der alte Centas. „Immerhin sind wir Legionäre aus dem Reich des Feuers und keine Memmen.“ Innerlich schmerzten ihn diese harten Worte, doch durften durch diese Ereignisse die Disziplin und Moral der Truppe nicht untergraben werden. „Wie viele waren es jetzt, 15 oder 16 tote Frauen in den letzten Wochen, Quintus?“, fragte der Centas seinen Unteroffizier. „Ich muß gestehen, daß ich den Überblick verloren habe, doch Eure Schätzung wird richtig sein“, antwortete der Angesprochene. „Wir müssen etwas unternehmen, Quintus, die Bevölkerung wird unruhig, es wird nicht mehr lange dauern, und man wird uns mächtig in den Arsch treten“, sagte Marcus. „Da habt Ihr wohl recht, man wird uns sogar außerordentlich mächtig in den Arsch treten, wenn wir das Schwein nicht bald erwischen“, folgerte der Unteroffizier. „Ist das meine Mama?“ piepste plötzlich eine leise Stimme. Unbemerkt von den zwei Legionären hatte sich ein kleiner Junge durch die Menge der Schaulustigen gedrängt. „Sie ist nicht nach Hause gekommen“, sagte die Stimme weiter „mein kleines Brüderchen und mein Schwesterchen haben großen Hunger“. Beide Männer erstarrten augenblicklich. Marcus faßte sich als erster und drehte sich um. Ein etwa zehnjähriger Junge, in dreckige Lumpen gehüllt, stand vor ihnen und schaute sie mit großen Kinderaugen an. Marcus spürte, wie sein Mund trocken wurde. Ein großer Kloß stieg ihm in die Kehle, als der Junge seine Mutter erkannte und seine Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten. Vorsichtig ging der Junge auf seine tote Mutter zu und kniete neben ihr nieder. Zärtlich strich er ihr über das Haar, und mit einer ruhigen Geste seiner Hand schloss er ihr die gebrochenen Augen, als hätte er in seinem Leben noch nie etwas anderes getan. Das war zuviel für den hartgesottenen Centas. Augenblicklich schossen ihm die Tränen in die Augen. Langsam trat er an die Seite des Jungen und nahm ihn auf den Arm. „Dann werden wir uns wohl um dich und deine kleinen Geschwister kümmern müssen,“ krächzte Marcus, und es wollte ihm das Herz brechen, als der Junge voller Vertrauen seinen Kopf an seine Schultern legte. „Na, wenn wir uns um alle elternlosen kleinen Racker in diesem Rattennest kümmern.....“, hob Quintus an, beendete den Satz aber nicht, als er den kalten und durchdringenden Blick seines Centas gewahr wurde. Er kannte diesen Blick, es war ein gefährlicher Blick, wie ihn der Centas normalerweise nur auf dem Schlachtfeld hatte. Langsam stapfte Marcus mit dem Jungen auf dem Arm davon. Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij „Unser Centas wird weich“, sagte einer der Legionäre neben Quintus. Sofort verpaßte ihm der Codar einen derben Tritt. „Was verstehst du Esel schon davon, siehe zu das diese Tote endlich von hier verschwindet!“, schrie Quintus seine Untergebenen an. „Diese Geschichte macht uns alle weich“, knurrte der Codar, als es niemand hören konnte. Dann sah er seinem Centas nach, der gerade mit dem Kind auf dem Arm in der schäbigen Hütte der Frau verschwand. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In der letzten Zeit zog es Turonk an die Orte seiner Verbrechen zurück. Amüsiert hatte er aus der Entfernung die Geschehnisse über das letzte Opfer seiner Jagd verfolgt. Es bereitete ihm Vergnügen, das Grauen und die Angst der Menschen zu beobachten. Niemand beachtete den großen Mann in der schwarzen Kutte, der sich die Kapuze tief in das Gesicht gezogen hatte und nun langsam davonging. Natürlich empfand er kein Mitleid mit seinen Opfern, für ihn waren sie nur Beute und Nahrung. Nur durch das frische Blut, das durch ein noch schlagendes Herz strömte, gewährte ihm das Schicksal, in dieser Realität zu verbleiben, in die ihn ein unvorsichtiger Priester der Toquateken geholt hatte. Die Alternative war ein schneller und zügiger Verfall seines Körpers und das Verschwinden seiner Seele im Nimbus, bis wiederum jemand seinen Geist beschwor. Letztlich war es nicht entscheidend, ob das Herz einer Frau oder eines Mannes verzehrte. Frauenherzen schmeckten einfach besser. Turonk spürte die mentale Erschütterung, als sich der Gott regte. Baba Croqua hatte seine eigenen Pläne, und er war sein Instrument, sein Werkzeug, und der Krokodilgott der Toquateken war kein geduldiger Gott. Plötzlich erschütterte ein mentaler Schrei den Nimbus. Turonk keuchte auf, ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper. Etwas kam in die Welt. Hart schlug Turonk auf dem schmutzigen Boden der Gasse auf, als ihm für einen Moment die Sinne schwanden. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund. Der Schrei wurde immer lauter, und in seinen Gedanken erschien die Gestalt einer Frau. Turonk keuchte und rang nach Atem. „Nubyry!“, sagte Turonk mit matter Stimme. Nubyry war in die Welt gekommen. Das änderte für Turonk alles. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Hüte dich vor betrunkenen Assassinen“ Seit unseren gemeinsamen Erlebnissen in den Mangrovensümpfen und der wundersamen Errettung waren Rhonda und Caligula Lupus oder Ehecacohuatltzin, wie sein richtiger Name lautete, ein Paar. Die Amazone und der Assassine waren in eine heftige Affäre verstrickt, und so kam es vor, das beide oft für mehrere Tage nicht auffindbar waren. Maximus und ich hatten uns daran gewöhnt. Ohne großes Murren hatte ich meine Interessen und Geschäfte in die kundigen Hände von Caligula gelegt, und seitdem liefen die Geschäfte gut, und meine Geldbörse entwikkelte sich prächtig. Zwar drehten sich die zu erledigenden Aufgaben nicht mehr um Salzwasserkrokodile oder Schätze der Toquateken, sondern um Angelegenheiten der Legion oder der Familie, doch dieses Verschieben der Schwerpunkte fiel mir nicht schwer. Nun waren jedoch weder Rhonda noch Caligula seit einer Woche auffindbar, und beunruhigt beschlossen Maximus und ich, in die traute Zweisamkeit einzubrechen. Natürlich konnten die Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij beiden machen, was sie wollten, solange der Profit nicht gefährdet war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir fanden den Assassinen in seiner Unterkunft in einem traurigen Zustand vor. Er mußte sich seit mehreren Tagen ununterbrochen betrunken haben, den seine Liegestatt war umstellt von leeren Kallebassen und Weinschläuchen. Seine Kleidung war beschmutzt, und er stank erbärmlich nach Schnaps und diversen Essenzen seines Körpers. Laut und vernehmlich schnarchte er, während er seinen schweren Rausch ausschlief. Maximus und ich sahen uns ratlos an, noch nie hatten wir den Assassinen auch nur einen winzigen Schluck Alkohol trinken sehen. Hatte die Amazone das Weite gesucht? Nun mag es schon unter normalen Umständen schwierig sein, einen schwer betrunkenen Menschen aus seinem Rausch zu erwecken, aber einen Assassinen? „Ich bin nicht lebensmüde“, sagte Maximus. „Wir müssen ihn fesseln, bevor wir ihn aufwecken. Ich erinnere mich da an ein altes Rezept aus der Legion, das ich zubereiten werde, während du ihn fesselst.“ „Nein, nein, mein Lieber“, erwiderte ich, „ich bin auch nicht lebensmüde, entweder wir fesseln ihn gemeinsam, oder wir werden gemeinsam hier warten, bis er aufwacht.“ Widerwillig nickte Maximus, und so machten wir uns an die Arbeit. Bei jedem Zucken des Assassinen brachen wir in Panik aus, und nachdem wir die Aufgabe glücklich gelöst hatten, war von jedem von uns ein erleichtertes Aufseufzen zu vernehmen. Maximus verschwand, um sein Gebräu zuzubereiten, und ich sah mich um. Es mußte hier zu einem Kampf gekommen sein. Ein Stuhl war zerbrochen, überall lagen Scherben, aber die Sachen der Amazone waren noch da. Die Amazone wäre nie ohne ihre geliebten Schwerter von dannen gezogen. Was war hier vorgefallen, hatte Caligula die Amazone in einem Anfall von Wut getötet? Als Maximus zurückkehrte, trug er einen Tonkrug bei sich, aus dem es stechend roch. Vorsichtig flößte er dem Assassinen die Flüssigkeit ein. Zuerst geschah nicht das Geringste, bis Caligula die Augen aufriß und seinen Körper verkrümmte. Ein unmenschliches Gurgeln erklang, während der Assassine Schaum spuckte. Die Krämpfe wollten nicht aufhören, und was ansonsten mit Caligula geschah, möchte ich hier unter dem Mantel des Schweigens verbergen. „Bei den Göttern, was hast du ihm gegeben?“, fragte ich Maximus. Dieser zukkte nur mit den Schultern, als er erwiderte „Oh, ein wenig Brechwurz, feinste und beste zermahlene Chillischoten, und das alles in Chocolatl verrührt.“ „Dafür wird er uns töten, wenn er zu sich kommt!“, sagte ich, als mich etwas traf und es schlagartig dunkel wurde. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Der Protektor“ Offensichtlich hatten wir die unbändige Kraft von Caligula unterschätzt, und so konnte ich nicht eingreifen, als der arme Aeitus von der Faust des Assassinen niedergestreckt wurde. Er hatte die Fessel an seiner rechten Hand zerrissen. Aeitus brach zusammen wie ein nasser Sack. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als ich sah, wie Caligula sich nach und nach unter wütendem Brüllen von seinen Fesseln befreite. Obwohl mir Caligula in den Sümpfen das Leben und auch mein Bein gerettet hatte, trat ich ihm nur mit größtem Mißtrauen entgegen. Er schien eine starke Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Bindung zu den Toquateken in den Sümpfen zu haben, und sie nannten ihn „Ehecacohuatltzin“, was soviel wie „Wirbelwind“ in ihrer Sprache bedeutet. Was auch immer die Toquateken aus ihm gemacht hatten, er war gefährlicher als viele der Krieger, die ich in meinem langen Leben als Soldat der Legion kennengelernt hatte. Es war dieser dunkle, animalische Anteil seiner Persönlichkeit und die absolute Kompromisslosigkeit, die ihn zu einem der effizientesten Kämpfer machte, denen ich je die Ehre hatte, zu begegnen. Als er nun auf mich zustürzte, rechnete ich mir keine Chance aus, das Zusammentreffen zu überleben, doch er stürzte nur an mir vorbei zu einer Kanne voller Wasser, die er in gierigen Schlucken austrank, und die nächste Kanne und die nächste und noch eine. Vielleicht hatte ich es mit den Chillischoten übertrieben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“, sagte Caligula zu mir und ließ sich mit einem Becher voll Wasser auf einem Schemel nieder. Er war nicht leicht zu verstehen, da seine Zunge durch die unglaubliche Schärfe des Chillis angeschwollen war. Mühsam stand Aeitus auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war. „Ich glaube, du hast mir die Nase gebrochen!“, stellte er fest, während er sein blutiges Gesicht abtastete. Caligula zukkte nur mit den Schultern. Schließlich erfuhren wir die Lösung unseres Rätsels. Rhonda, die Amazone, war entführt worden. Aeitus verstand die Welt nicht mehr. „Rhonda wird entführt, und du sitzt hier und lässt dich vollaufen!“, rief er empört aus, „wer hat sie entführt…?“ Doch der Assassine winkte ab. Natürlich hätte er alles getan, um die Amazone zu retten, sofern er dazu die Möglichkeit gehabt hätte. „Rhonda und ich kamen vor ein paar Tagen abends nach Hause“, berichtete er mit stockender Stimme. „Als wir diesen Raum betraten, traf mich ein Schlag und warf mich zu Boden. Es war kein körperlicher Schlag, sondern ein geistiger, und er wurde mit solcher Kraft durchgeführt, daß mir keine Möglichkeit zur Gegenwehr blieb. Ich konnte noch die Augen bewegen, das war alles. Rhonda musste es genauso wie mir ergangen sein, denn sie regte sich ebenfalls nicht. Im Raum stand eine schwarz gekleidete Gestalt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Als der Fremde die Kapuze hochhob, sah ich, daß er die ebenmäßigen Züge eines wunderschönen Jünglings trug. Doch seine Augen waren die eines Krokodils. Er stellte sich als Turonk vor und mir war klar, das es sich um den Mann handelte, den die verfluchten Priester des Baba Croqua im Tempel der Urmutter zum Leben erweckt hatten und dessen Wiedererweckung ihr in eurem Tagtraum miterlebt hattet. Dann griff er nach Rhonda und begann, unverständliche Worte zu murmeln, und mit Schrecken sah ich, wie sie immer kleiner wurde, bis sie so groß wie mein kleiner Finger war. Turonk hob die gelähmte Amazone in seiner Hand hoch, zog eine Phiole aus seinem Gewand, in der sich eine milchige, leicht grünlich floureszierende Flüssigkeit befand und steckte Rhonda dort hinein, dann verschloß er die Phiole mit einem kleinen Korken und schüttelte sie, wobei er hässlich lachte. Ich konnte nicht einmal schreien, da sogar meine Zunge gelähmt war. Dann klopfte er mit einer hässlichen Geste an die kleine Phiole, in der meine Geliebte schwamm. Sodann erläuterte mir der Fremde meinen Auftrag. Ich soll eine Frau finden, die sich in Xanathoria Inferior aufhält. Der Name Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij der Frau ist Nubyry. Bis ich diese Frau gefunden und Turonk übergeben habe, lässt er meine geliebte Amazone am Leben, und da er sie in Lumen Vita eingelegt hat, bliebe sie auch jung und frisch.“ Damit beendete der Assassine seinen Bericht. „Welche Nubyry, wo befindet sich diese Frau, wie sieht sie aus, wo kann man sie finden?“, fragte Aeitus. Caligula zuckte wiederum mit den Schultern. „Ich glaube Caligula will dir sagen, das dies alle Informationen sind, über die er verfügt“, sagte ich, und dann wurde es still im Raum. „Ich glaube ich brauche was zu trinken!“, sagte Aeitus. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; So habe ich es aufgeschrieben, wie mir der Cheffe es aufgetragen hat und wie sich damals zugetragen hat. „Schreibt eure Erinnerungen auf!“, sagte er, „an die Tage der Befreiung, an die Revolution, damit unsere Taten nie vergessen werden!“ Doch ich bin ein ehemaliger Centas der Legion, meine Hand ist rauh und voller Schwielen, geübt darin, Hälse durchzuschneiden und nicht, um elegant und weibisch die Schreibfeder zu führen. Möge mir also der Leser, der diese Zeilen liest, das eine oder andere ungehobelte Wort oder die ungeschliffenen Sätze eines alten Soldaten verzeihen. Doch will ich weiter von den Ereignissen berichten, die sich seinerzeit in Xanathoria Inferior zugetragen haben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nachdem wir Ehecacohuatltzin aus seiner mißlichen und traurigen Lage befreit hatten, kam der Waldläufer auf die Idee, daß man ein Wesen wie Turonk, über dessen Macht und Möglichkeiten wir immer noch keine klaren Vorstellungen hatten, am besten mit der Hilfe eines Magiers bekämpfen und vielleicht letztlich auch besiegen kann, um somit die schöne Amazone zu befreien (wobei ich sagen muß, daß ich bis heute nicht verstehen kann, was die beiden an dieser Amazone fanden, mir war sie entschieden zu dünn, aber das tut hier nichts zur Sache). Aeitus hatte in der Vergangenheit des öfteren Salzwasserkrokodile für einen Magier in N&#039;ga Nova gejagt und mit diesem gute Geschäfte gemacht. Der Magier hieß ki’Ansi xa’Waja. Im Haus des Magiers sollte es zu einer Begegnung kommen, die unser aller Leben auf das Nachhaltigste verändern sollte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Die Wohnstatt des Magiers wirkte von außen unauffällig, wenn sie sich auch in einem der besseren Viertel der Hafenstadt befand. Das Haus bezeugte einen bescheidenen Wohlstand. Aeitus ging zuerst allein hinein und winkte uns nach einer kleinen Weile, daß wir nachkommen sollten. Der Magier öffnete uns selbst, und wie wir trug er eine dunkle Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, so daß seine Züge nicht zu erkennen waren. Da es inzwischen schon Abend in N&#039;ga Nova geworden war, mußten wir in unseren dunklen Roben und Gewändern eine merkwürdige Versammlung abgegeben haben. Ebenso hätten wir uns Schilder mit der Aufschrift „Verschwörer“ an die Kleidung heften können. Seltsam war, daß keine Diener herbeieilten, das Haus schien bis auf den Magier unbewohnt. Wortlos führte uns der Magier durch sein Haus, wobei mich sein großes Laboratorium beeindruckte. Der Raum war übersät mit Kolben, Tiegeln und Pfannen. Überall kochten, brodelten und zischten geheimnisvolle Flüssigkeiten und tropften Säure oder Lauge zischend auf den Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij riesigen Tisch inmitten des Raumes, um den unzähligen Verätzungen und Brandflecken noch weitere hinzuzufügen. An den Wänden standen Regale voller unzähliger Tiegel und Töpfe mit Gewürzen und Kräutern, beschriftet mit Namen aus den Sprachen aller bekannten Länder. Überall lagen unzählige Folianten und Pergamente verstreut. Von den Decken hingen Zöpfe mit Knoblauch und Zwiebeln, ein riesiges ausgestopftes Salzwasserkrokdil, Vögel und andere Kuriositäten. „Oh, da hängt auch eine schöne Salami!“, entfuhr es mir. „Manchmal hat ein Magier vielleicht auch nur einfach Hunger!“, knurrte Aeitus hinter mir. Doch am meisten beeindruckte mich der Geruch in diesem Labor. Nie mehr habe ich in meinem Leben ein solches Spektrum an Gerüchen wahrnehmen dürfen. Hier roch es nach den feinsten Düften wie Ambra oder Moschus, und nur wenige Handbreit daneben zog ei-- nem der Gestank einer Abfall- oder Abortgrube in die Nase. ki’Ansi jedenfalls nahm von alledem keine Notiz, als ob an diesem Laboratorium nichts ungewöhnlich wäre und führte uns in ein angrenzendes kleines Schlafgemach. Im Raum stand lediglich ein einzelnes karges Feldbett der Legion. Der Mann, der dort lag, mußte einst eine stattliche Figur besessen haben. Er war jetzt jedoch bis auf die Knochen abgemagert, was man gut erkennen konnte, da er nur eine dünne Tunika trug. Man mußte nur in das Gesicht des Mannes sehen und die silberne Hand erblicken um zu wissen, wer da auf dem Feldbett lag. Die Augen des Protektors glänzten von hohem Fieber und waren tief eingesunken, die haarlose Stirn und Glatze war von Schweiß bedeckt. Das Zahnfleisch war entzündet, und ein Rinnsal aus Blut tropfte Lucius Scaevola argens aus der Nase. Als einzigen Schmuck trug der Protektor seine silbernen Hand und ein Amulett. Auch hätte dem Protektor ein Bad sicherlich nichts geschadet. Als ich das Amulett erblickte, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Ich hörte, wie hinter mir der Assassine, der ein ähnliches Amulett besaß, vor Verblüffung einen toquatekischen Fluch ausstieß, den ich nicht verstand. Auch ki’Ansi schien überrascht und zog ebenfalls ein Amulett unter seiner Kutte hervor, wobei er es aber vermied, sein Gesicht zu zeigen. Zwar waren alle drei Amulette in der Art ihrer Beschaffenheit und Fertigung verschieden, jedoch zeigten alle drei das gleiche Bildnis, der Kopf einer Hydra. Was in den nächsten Minuten am Krankenlager des Protektors der Provinz des Reich des Feuers, Xanathoria Inferior, geschah, kann ich nur schwer in Worte fassen, gehörte es doch zu den großartigsten Erlebnissen und Erfahrungen meines Lebens. Der Assassine, der Magier und der Protektor erstarrten augenblicklich und rührten sich nicht. Aeitus und ich sahen uns derweil ratlos an. Plötzlich durchzog mich eine Wärme, wie ich sie vielleicht als Knabe auf dem Schoß meiner Mutter erfahren hatte. Ein Gefühl großen Glückes durchströmte mich, von meinen äußersten Haarspitzen bis hinunter zu meinen zur Zeit ungewaschen Fußzehen. Plötzlich wurde mir klar, wo mein Platz war und für was es sich lohnte, das Schwert zu erheben. Alles Leid der vergangenen Jahre, die Gefühle der Ohnmacht und des Verlustes der Heimat, waren verschwunden. Kein Platz mehr für Melancholie und Haß. Es erschien mir, als würde mich das Land, auf dem ich stand, der Boden selbst, willkommen heißen und herzlich umarmen und küssen. Ich brauchte mich nicht mehr zu schämen, ein Geächteter ehemaliger Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Centas der Legion zu sein, den man in die Westliche Welt verbannt hatte, ich wurde in diesem Augenblick neu geboren und erhielt eine zweite Chance. Ich wurde Maximus aus dem VOLK VON XIDURIA. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich spürte zwar, wie der magische Moment verging, doch war mir in diesem Moment gleichgültig, ob es sich bei der gemachten Erfahrung um eine Zauberei des Magiers oder um etwas anderes handelte, so erfüllt war ich von dem Erlebten. Als ich mich umblickte, nahm ich wahr, daß Aeitus sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. Sein Blick schien sich in weite Fernen zu verlieren. Als sich unsere Blicke streiften, erkannten wir augenblicklich, daß uns dieses Erlebnis zu Brüdern im Geiste bis zur Ewigkeit gemacht hatte. Doch was war aus unseren Amulettträgern geworden? Was immer auch der Assassine dachte oder fühlte, wurde von der mächtigen Aura des schwarzen Otzelotl verdeckt. Zwar schien das merkwürdige Licht in den Augen mächtiger zu leuchten, doch kann es sein, daß ich mir eine Regung des Assassinen lediglich herbeiwünschte. Der Magier jedoch schien unter starken Schmerzen zu leiden und krümmte sich. Ein leises Wimmern kam unter der Kapuze hervor. Das schloß eigentlich aus, daß es sich um einen Trick des Zauberers handeln konnte. Der Protektor jedoch schien von der gemeinsamen Erfahrung am meisten mitbekommen zu haben. Zwar sah man ihm immer noch an, daß er vom Tode gezeichnet war, jedoch leuchteten seine Augen kraftvoller, und zumindest erschien es so, als habe ihm eine Gottheit oder andere gute Wesenheit einen Aufschub vor dem Tod verschafft. Ehecacohuatltzin bedeutete uns, den Raum zu verlassen, da er den Protektor untersuchen wollte, und so zogen wir uns in das Laboratorium des Magiers zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Aeitus und ich schwiegen beide und hingen unseren Gedanken nach, und so bemerkten wir nicht, wie die Zeit verging. Als der Assassine das Laboratorium betrat, waren ihm die Sorgen um den neu gewonnen Freund, der in diesem winzigen Raum im Sterben lag, anzusehen. Wie kam ich dazu, den Protektor einen Freund zu nennen? ging es mir durch den Kopf. „Lucius Scaevola argens ist über einen sehr langen Zeitraum mit dem Gift der Purpurnen Lilie vergiftet worden, wie mir ki’Ansi berichtete“, sagte der Assassine. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen sofort aufbrechen, wenn wir den Protektor retten wollen!“ Aeitus jedoch sah ihn kopfschüttelnd an. „Du willst allen Ernstes Rhonda diesem Turonk überlassen, um diesen aufgeblasenen Protektor zu retten!“, murrte er. Für einen kurzen Augenblick verlor der Assassine die Kontrolle über seine Aura. Eine Woge des Schmerzes zuckte über sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir deutlich, wie sehr Ehecacohuatlztin die Amazone liebte, und wie groß und unermeßlich sein Verlust und seine Trauer sein mußten. Der Assassine trat zu seinem Freund hin und legte ihm den Arm um die Schultern. „Rhonda würde es verstehen, Aeitus“, sagte er mit leiser Stimme, als würde ihm jedes Wort große Mühe bereiten, „doch hier geht es um einen größeren Einsatz. Der Mann, der dort in diesem Bett im Sterben liegt, ist nur ein Stein von vielen, doch er trägt eine gewaltige und gewichHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tige Aufgabe in der Zukunft für dieses Land. Meine Aufgabe ist es, diesen Stein auf das Spielbrett zurückzubringen und dafür zu sorgen, das daß Spiel weiter gespielt werden kann. Wie auch immer der Ausgang dieses Spieles sein mag, und wer auch immer der Gewinner sein wird. Wenn wir diese Aufgabe erledigt haben, das verspreche ich dir, suchen wir diese Frau, diese Nubyry, oder rächen Rhondas Tod. Ich schwöre es dir, Aeitus, bei meinem Blut!“ Mit seiner üblichen, fast einer Katze gleichen Gewandtheit hatte er einen langen Dolch aus seiner Robe gezogen und ihn sich durch die Hand gezogen. Blut quoll heraus. Aeitus tat es ihm gleich, und beide besiegelten den Schwur mit ihrem Blut. „Was ist mit mir?“, rief ich aus, zog meinen Dolch und schwor ebenfalls, Rhonda aus den Klauen von Turonk zu befreien. Aber erst mußten wir das Land retten. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Malinali“ Es war zu spät am Abend, um noch aufzubrechen. Also verbrachten wir die Nacht mit den Vorbereitungen. Wir entschlossen uns, als Mitglieder der Bruderschaft von Anghkor zu reisen, die mildtätige Gaben der guten Bürger von N&#039;ga Nova in das Waisenhaus der Bruderschaft in Dithorno bringen sollten. Es war natürlich völlig unmöglich, den Assassinen auf ein Reittier zu bringen. Ich wußte gar nicht, ob er überhaupt reiten konnte. Aber jedes Reittier, egal ob Pferd, Nandu oder Armadillo würde sofort die Aura des schwarzen Otlzelotl spüren und den Assassinen augenblicklich abwerfen, denn nicht umsonst ist der Otzelotl das größte und gefährlichste Raubtier in Xiduria. Wir reisten mit kleinem Gepäck, keine sichtbaren oder auffälligen Waffen, die unsere Tarnung zunichte gemacht hätte. Der Assassine trug einen etwa 1 Meter langen, merkwürdigen schwarzen Stab bei sich, den mal als religiöses Artefakt ansehen konnte, da er jeweils an seinen Enden vergoldete Kappen trug. Außerdem war der Stab mit kostbaren Schnitzereien verziert, die jedoch ausgesprochen fremdartig auf mich wirkten. Ich trug meinen Dolch und Maximus sein Kurzschwert, was sich ebenfalls gut in der Kutte eines schwarzen Bruders verbergen ließ. Die schlechten Nachrichten, die uns ki’Ansi noch in seinem Haus mitgeteilt hatte, taten ein übriges, um unseren Aufbruch zu beschleunigen. Von diesen Nachrichten war vor allem Maximus betroffen, und noch nie hatte ich den alten Haudegen so bestürzt und verwirrt gesehen. Der Magier hatte Lucius Scaevola argens gerade noch aus seinem Palast retten können, bevor dort am Tag darauf mit einem Feuerdämon ein D’Ascas aus dem Reich des Feuers mit frischen Truppen eingetroffen war und die Ablösung von Lucius, sowie seine Verschickung in die Alte Welt angeordnet hatte, um sich vor dem MAGHAN zu verantworten. Dieser D‘Ascas war niemand anderes, als der grausame Marcus Tiberius Scylla, die Geisel von Huanaca, der Schlächter der Tacyrer. Maximus hatte dereinst unter ihm in Huanaca gedient, und obwohl Maximus damals vielen Menschen das Leben rettete, indem er sie versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf, wurde er durch den Imperator zu 10 Jahren Dienst in einer Strafeinheit und anschließender Verbannung nach Xanathoria Inferior verurteilt. Jetzt war der Mann, den Maximus für tot gehalten hatte, in Dithorno, und so musste ich nicht nur den ohnehin unbeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij rechenbaren Assassinen im Auge behalten, sondern auch noch einen vor Rachegelüsten bebenden, ehemaligen Centas der Legion, der am liebsten mit seinem Schwert in das Schlafzimmer des neuen Protektors in Dithorno marschiert wäre, um diesen umgehend einen Kopf kürzer zu machen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich sorgte am nächsten Morgen für einen zweirädrigen Lastkarren, wie er oft von den Bauern in Xiduria benutzt wurde, und diesen beluden wir mit allerlei Lebensmitteln und Amphoren voller Öl und Wein. Zwei kräftige Armadillos sollten den Wagen ziehen, und als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, bezogen Maximus und ich Platz auf dem Kutschbock, während der Assassine behende auf die hintere Ladefläche kletterte. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Armadillos gemacht. Kaum hatten sie die Aura des schwarzen Otzelotl wahrgenommen, gingen sie durch, als sei die Horde der Finsternis hinter ihnen her. Maximus und ich hatten alle Mühe, die Tiere zu lenken und zu beruhigen. So reisten wir von Nga Nova in die Nähe von Dithorno, und ich sah das Land seit unserem Erlebnis im Haus des Magiers nun mit anderen Augen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Im Gegensatz zu Maximus, hatte es mich in der Vergangenheit bereits an viele Gestade und Lande verschlagen, und niemals hatte ich eigentlich erfahren, wo meine Wurzeln waren. Meine Eltern waren Gaukler gewesen und zogen von Stadt zu Stadt. Sie konnten sich einfach nicht erinnern, in welcher Stadt und in welchem Land ich geboren worden war. Schließlich entdeckte ich meine Liebe zur Jagd und zur Natur und durchstreifte allerlei Länder und Wälder auf der Suche nach nach seltenen Tieren oder Abenteuern. Nach Xiduria war ich gekommen, weil es hier die außerordentlich seltenen Salzwasserkrokodile gab, deren Jagd sehr lukrativ war. Doch nun sah ich dieses Land mit anderen Augen. Ich sah die großen Plantagen, in denen das köstlich duftende T’chubac oder Xoxlatl angebaut wurde. Überall wuchsen Bananenstauden, Wolfsmilchgewächse, Dattelpalmen, Drachenbäume, Wacholdergewächse, Lorbeerbäume, Gagelbäume, Xiduriakiefern, Opuntien-, Agaven und Kakteenarten und unzählige Blumen und Orchideen. Meine Augen erblickten ständig neue Wunder dieses Landes, und mein Herz wollte immer noch überströmen vor Freude über dieses wunderschöne Xiduria. Selbst die Eingeborenen, die Chinche, die ich früher herablassend als Bauern beschimpft hatte, kamen mir mit meinen verliebten Augen wie Brüder und Schwestern vor, und wenn wir abends in einem ihrer Dörfer für die Nacht verweilten, gemütlich beim abendlichen Feuer saßen, die Chinche ihre lustigen Lieder sangen und dazu tanzten und wir uns dem Genuß ihres T’chubacs und ihrer vielen verschiedenen Schnäpse sowie ihrer Töchter hingaben, hatte ich das Gefühl, daß ich nach Hause gekommen war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ehecacohuatltzin hatte uns eines abends erklärt, daß durch eine äußerst seltene Orchidee, die von den Toquateken „Tränen der Urmutter“ genannt wurde, ein verläßliches Gegengift zur Behandlung einer Vergiftung durch die Purpurne Lilie erzeugt werden konnte. Diese wilde Orchidee wuchs jedoch nur an einer ehemaligen Kultstätte der Toquateken, die in einem verlassenen Tempel der Urmutter in einem verwunscheHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij nen Waldstück in der Nähe von Dithorno lag, so hieß es zumindest. Die Orchidee öffne ihre Blüte nur einmal wöchentlich für genau fünf Minuten. Nur, wenn die geöffnete Blüte geerntet und sofort ausgekocht würde, könne der Sud die notwendige Kraft als Gegenmittel für das Gift der Purpurnen Lilie erreichen und somit das Leben von Lucius Sceavola argens retten. „Eine noch schwierigere Aufgabe hättet ihr nicht für uns ersinnen können, Herr Assassine!“, knurrte Maximus, worauf Ehecacohuatltzin nur mit den Schultern zuckte. Schließlich erreichten wir das Dorf Quahopetl, das in unmittelbarer Nähe der alten Kultstätte lag. Sogleich fiel uns auf, daß es diesem Dorf ausgesprochen gut zu gehen schien. Die Maisfelder, durch die wir fuhren, strotzten nur so vor Kraft und Gesundheit. Statt der üblichen Stroh- und Lehmhütten waren alle Häuser aus stabilen gebrannten Ziegeln gebaut und mit für meine Augen schreiend bunten Szenen bemalt, die Straßen bestanden nicht aus dem üblichen Matsch sondern waren trocken, festgestampft und mit Binsen bestreut, und die Chinche, die wir auf den Straßen sahen, trugen Kleidung aus guten Stoffen in hochwertiger Verarbeitung. Auch einen seßhaften Sumi schien das Dorf zu besitzen, bemerkten wir doch einen Schrein am Rande des Dorfplatzes. Auch, wenn das Dorf nicht besonders groß war, strahlte es doch einen für Chinche ungewöhnlich hohen Lebensstandard aus. Dennoch lag eine unerquickliche Stimmung über dem Dorf, die ich nicht ganz greifen konnte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren Chinche, denen es so gut ging, wie diesen hier, nicht nur selten, sondern auch extrem fröhlich und glücklich. Doch hier in Quahopetl sah ich entschieden zu viele traurige und verschlossene Gesichter, man hörte keine spielenden und lachenden Kinder, und eine bedrückende Stimmung lag wie ein Gifthauch über dem schönen Anblick. Wir hatten es alle bemerkt, jedoch konnte keiner von uns sagen, woran dies liegen mochte. Kaum, daß wir den Dorfplatz erreicht hatten, schritten uns auch schon vier junge kräftige Männer entgegen, die uns bedeuteten, den Karren zu verlassen und uns ihnen anzuschließen. Als uns Ehecacohuatltzin mit einer Geste zu verstehen gab, dem Ansinnen zu folgen, sprangen wie aus dem Nichts einige Jungen herbei, die die Zügel der Armadillos ergriffen und diese wegzuführen begannen. Ich wollte schon protestieren, doch der Assassine beruhigte mich mit einer Geste und sagte leise: „Es gehört zur Gastfreundschaft hier. Sie werden sie bestens versorgen und unsere Sachen nicht anrühren.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Also folgten wir den vier Männern zu einem Haus, auf das die breiteste Straße, die vom Dorfplatz wegführte, zulief und vor dessen Tür sie endete. Dieses eine Haus war größer als die anderen und derart farbenprächtig verziert, daß es beinahe in meinen Augen weh tat. „Dies ist das Haus ihres Häuptlings, Hualpa“, sagte Ehecacohuatltzin, nachdem er sich kurz mit den Männern in deren Sprache beraten hatte. „Er wird uns in seinem Dorf begrüßen.“ Als wir das angenehm schattige und kühle Innere des Hauses betraten und sich unsere Augen, die zuvor noch der grellen Sonne widerstehen mußten, an die angenehmeren Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, sahen wir uns neugierig um. Neben der auch hier Wohlstand ausHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij strahlenden Einrichtung und der üblichen Reinlichkeit dieses Volkes fielen uns jedoch sofort die blauen Trauerbanner auf, die, scheinbar im ganzen Haus aufgehängt, aus leichtem, dünnen Xixal gewebt waren und sich in der fast unmerklichen Brise bewegten. Blau war als Farbe so schwierig herzustellen, daß die Chinche es nur zu Trauerzwecken verwendeten. Auch Ehecacohuatltzin und Maximus hatten die Zeichen der Trauer bemerkt und sahen auf einmal recht ernst drein. Doch wir hatten keine Zeit, uns darüber zu unterhalten, da wir fast sofort von einem circa 14-jährigen, ernsten und unter seiner typischen Bräune blaß wirkenden Jungen in schlichter, blauer Kleidung empfangen wurden, der leise, aber fest sagte: „Willkommen, Fremde. Bitte tretet ein und ruht euch von der Reise aus. Ich bin Ninancoro, der älteste Sohn von Häuptling Hualpa. Meine Schwester Quispe-Cusi wird Euch sogleich Erfrischungen bringen.“ Mit diesen Worten hatte er uns in einen recht großen Raum geführt und bedeutete uns, auf bestickten Sitzkissen rund um einen aus Maisstroh geflochtenen und bunt eingefärbten, niedrigen Tisch herum Platz zu nehmen. Sobald wir saßen, ging er wieder und ein hübsches junges, ebenfalls in Blau gekleidetes Mädchen, nicht älter als Elf oder Zwölf, kam mit einem für sie fast zu groß wirkenden Maisstroh-Tablett hereingewankt, welches sie auf dem Tisch abstellte, eine leichte Verbeugung andeutete und sich wieder entfernte. Auf dem Tablett befanden sich zwei tönerne Krüge, der größere mit Wasser, der kleinere, mit einem Korken verschlossene, enthielt einen starken Maisschnaps, wie wir nach einer kleinen Untersuchung feststellten. Für jeden von uns stand eine Trinkschale bereit. In der Mitte des großen runden Tabletts befand sich eine Schale mit kühlem Wasser, auf dem die Blütenblätter des Xibi-xkus schwammen, einer einheimischen Pflanze, die überall als Hecke gepflegt wurde, aber wunderschöne große rote Blüten trieb, die betörend dufteten. Neben jeder der Schalen lag ein XixalTuch. Beides war dafür gedacht, sich den Reisestaub abzuwaschen, wenn es beliebte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Alle drei nutzten wir das Angebot, was uns sehr erfrischte, und wir befeuchteten unsere ausgedörrten Kehlen mit dem kühlen, süßen und erstaunlich klaren Wasser aus dem Krug. Keiner von uns versuchte sich am Schnaps, wir hatten schließlich noch viel Arbeit vor uns. Kaum hatten wir uns erfrischt, kehrte Ninancoro zurück, der jedoch hinter der Erscheinung des Häuptlings, wie wir vermuteten, klein und unbedeutend erschien. Er kündigte an: „Hualpa, Häuptling von Quahopetl“, und dieser ließ sich auf einem stark verzierten Hocker am Ende des Raumes nieder, was ihn natürlich gegenüber seinen Gästen erhöhte. Sein Sohn stellte sich schräg hinter seiner linken Schulter auf. Wir rückten unsere Sitzkissen so, daß wir Hualpa ansehen konnten und verneigten uns leicht im Sitzen, während wir ihn betrachteten. Hualpa war ein beeindruckender Mann – nicht groß, wie alle Chinche, aber mit einer beeindruckenden Statur und breiten Schultern, ein Mann in seinen besten Jahren. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende 30. Auch er trug hauptsächlich Blau und ich vermutete, daß sein üblicher Staat, in dem er Gäste empfing, nicht so schlicht war. Dennoch trug er einen verzierten Kopfputz mit Federn und Halbedelsteinen, den ich nur bewundern konnte. Für einen unbedeuHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tenden Dorfhäuptling war dies schon ein sehr üppiger Kopfputz. Ehecacohuatltzin stellte uns vor, wohlweißlich seinen „offiziellen“ Namen – Caligula Lupus – nennend, um die Dörfler nicht mit seinem toquatekischen Namen zu verschrecken. Nachdem diese Formalität erledigt war, sprach Hualpa mit wohlklingender, aber trauriger Stimme: „Ich, Hualpa, heiße Euch als Gäste in meinem Dorf willkommen. Bitte nehmt die Gastfreundschaft meines Hauses an. Was führt Euch hierher? Womit können wir Euch, ihr Diener des Reiches des Feuers, behilflich sein?“ Wieder ergriff der Assassine das Wort. „Wir danken dir für deinen Willkommensgruß und deine Gastfreundschaft. Wir sind gekommen, weil wir eine seltene Pflanze suchen, die nur in dem Schrein der Urmutter, der sich in der Nähe deines Dorfes befindet, wachsen soll. Es ist eine Orchidee, die „Tränen der Urmutter“ genannt wird. Kannst du uns helfen, sie zu finden?“ Für einige Herzschläge sah Hualpa verständnislos drein, doch dann erwiderte er: „Seltsame Namen verwendet ihr, wie sie die Toquateken benutzen.“ Für einen Moment glaubte ich, tiefes Mißtrauen und Haß in seinem Blick zu lesen, doch der Eindruck verschwand schnell. Der Assassine hatte wohl recht getan, seinen toquatekischen Namen zu verheimlichen. „So laßt Euch gesagt sein, daß dies die heilige Stätte von Malinalhuatl ist, nicht der Schrein der Urmutter. Dies ist schon seit vielen Generationen so. Die Orchidee, die ihr sucht, kenne ich jedoch nicht.“ Für einen Moment hatte ich das Gefühl, Hualpa wollte noch etwas hinzufügen, doch er stockte nur und schloß dann seinen Mund, auf unsere Erwiderung wartend. „Bitte gestattet uns, die heilige Stätte von Malinalhuatl aufzusuchen. Wir werden selbst nach der Blume suchen. Wir schwören Euch, daß wir die heilige Stätte nicht entweihen werden.“ Hualpa überlegte einen Moment, wobei er uns abschätzend betrachtete. Irgend etwas beunruhigte ihn, das konnte ich deutlich erkennen. Doch schließlich sagte er: „Es liegt nicht in meiner Macht, irgend einem Wesen auf der Welt zu verbieten, Malinalhuatl aufzusuchen. Doch wird Euch unser Sumi begleiten, denn niemand sonst wagt es, Eigentum der Herrin der Pflanzenwelt zu entwenden, ohne Unheil über sich selbst und unser Dorf zu bringen. Tut, was er sagt. Schändet Ihr Malinalhuatls Altar, wird nur Euer Blut ihn wieder rein waschen können.“ Nach dieser feierlichen Drohung, die ich nicht ohne ein heftiges Schlucken hinnehmen konnte – er hatte immerhin ganz klar gemacht, was diese Stätte für sein Dorf bedeutete – entspannte sich seine Haltung sichtlich. Er schickte seinen Sohn los, um den Sumi, einen alten Mann namens Atoc-Suqui, der über und über mit rituellen Narben bedeckt war, zu holen. Dieser sollte uns zur heiligen Stätte der Malinalhuatl führen. Da er nicht über Nacht dort sein wollte – warum, sagte er uns nicht - , beschlossen wir, früh am nächsten Morgen aufzubrechen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Weg führte uns über einige Stunden hinweg zunächst durch üppige Maisfelder, später über trockene Prairie. Wie aus den Nichts erschien am späten Vormittag dann jedoch ein Flecken Dschungel, der so aussah, als gehöre er nicht hierher. Kein Übergang war in der Landschaft erkennbar, die trockene Grasebene hörte auf, der Dschungel begann. Es war nur eine kleine Stelle, die man in einem halben Tag umrunden konnte, doch sie Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wirkte alt und sehr üppig. Als wir vorsichtig in den Flecken Dschungel eindrangen, wies uns der alte Sumi darauf hin, daß wir kein Blatt knikken und keine Frucht oder Blüte pflücken sollten, ohne ihn vorher zu befragen. Er selbst bewegte sich unglaublich vorsichtig durch den Wald, keine für mich erkennbare Spur dabei hinterlassend. Wir versuchten, es ihm nachzutun, waren dabei jedoch nicht ganz so erfolgreich. Der Dschungel war atemberaubend schön, und wieder sang mein Herz, das erst vor so kurzer Zeit seine Liebe zu diesem Land entdeckt hatte, und ich sah an Maximus&#039; Gesicht, daß es ihm ähnlich gehen mußte. Die sengende Sonne war durch ein dichtes Blätterdach verborgen, durch das sie nur hier und da hindurchblitzte, helle Flecken auf den üppig bewucherten Waldboden malend. Das Licht war grün, der Boden angenehm weich. Die warme, feuchte Luft roch so reichhaltig nach Pflanzen und Leben, daß ich sie tief in meine Lungen einsog, dabei den ungewöhnlichen Geräuschen lauschend, die mir fremde Tiere, die ich nicht sehen konnte, hoch über uns im Blätterwerk erzeugten. Wunderschöne Blüten, pralle Früchte, fremdartige Pflanzen, das Ganze erschien mir so exotisch, daß ich mich tagelang hier hätte aufhalten können. Ein winziger, grünschillernder Vogel mit einem langen Schnabel, dessen Flügel sich so schnell bewegten, daß man nur ein Flirren in der Luft sah, schwebte über einer Blüte und bewegte sich ruckartig weiter zur nächsten. Fasziniert wollte ich stehen bleiben, doch der Sumi drängte uns mit Blicken über die Schulter und Gesten voran. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nach kurzer Zeit kamen wir zum Herzen dieses wundervollen Waldstückes: ein von allen Gewächsen befreiter Platz, so groß wie der Empfangsraum des Häuptlings, mit einem Altar in der Mitte und einer verwitterten Götterstatue darüber, die nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Altar hatten sich dicke, dunkle Krusten gebildet, die ich für Blut hielt, und ein Schwarm Fliegen summte darüber in der Mittagssonne. Der Sumi hielt inne, erstarrte förmlich. Das war nicht das, was er zu finden erwartet hatte, das spürte ich deutlich. Auch mir erschien es befremdlich, daß eine Göttin der Vegetation den Platz rund um ihren Altar von Pflanzen befreien sollte. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, raschelte neben uns etwas im Unterholz. Es schien ein großes Tier zu sein, und ein weißes dazu, denn ich sah einen sehr hellen Schemen, der aus einem Gebüsch aufsprang und wegrannte. Ehecacohuatltzin, der nun einmal phantastische Reflexe hatte, setzte dem flüchtenden Wesen nach, und das brachte mich auf den Gedanken, daß es gar kein Tier gewesen sein mußte. Auch der besorgte Blick des Sumi schien etwas ähnliches zu sagen. Nur einige Augenblicke später kehrte Ehecacohuatltzin zurück, ein junges Mädchen am Arm hinter sich her schleifend, das sich heftig wehrte, jedoch keinen Laut von sich gab. Als der Assassine mit dem Mädchen vor uns stand, schob er sie vor sich und packte sie von hinten an beiden Armen, so daß sie sich kaum noch bewegen konnte, ohne sich selbst weh zu tun. Als sie dies merkte, schien sie sich in ihr Schicksal zu ergeben und stand ruhig, mit hoch erhobenem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck, vor uns, so daß wir Zeit hatten, sie uns zu betrachten. Sie war recht klein, so wie alle Chinche, ging mir nur knapp bis zur Schulter, und Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ich bin kein großer Mann. Sie trug die hüftlangen, blauschwarz in der Sonne glänzenden Haare zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten, die jedoch struppig aussahen, so als hätte sie sich lange nicht neu frisiert. Auch ihr naturgebleichtes, am Rand aufwändig besticktes Kleid sah so aus, als hätte sie einige Nächte darin auf dem Waldboden gschlafen. Ihr Geruch war jedoch nicht unangenehm, sondern der des Waldes. Das Mädchen war jung – ich hätte sie auf 16 Jahre geschätzt – und eigentlich sehr hübsch. Sie hatte die typischen schwarzen Augen der Chinche und einen wunderschönen bronzenen Hautton. Hätte sie uns nicht so finster angestarrt, ich hätte gerne mein Bett für eine Nacht mit ihr geteilt. Und ihre Haltung war nahezu königlich. Beinahe hätte ich versäumt, den Blick des Sumi zu bemerken. Offensichtlich kannte er das Mädchen! „Wer bist du, und warum folgst du uns?“ fragte Ehecacohuatltzin nun von hinter ihr mit einer leichten Drohung in der Stimme. Sie jedoch antwortete nicht direkt, sondern wandte sich an den Sumi: „Warum hast du diese Leute hergeführt? Du weißt, was passieren könnte.“ Der letzte Satz klang beinahe verzweifelt und resigniert und schien so überhaupt nicht zu ihrer stolzen Haltung zu passen. „Wer ist die Kleine, Atoc-Suqui?“ fragte der Assassine nun den Sumi, da sie offensichtlich nicht vor hatte, ihm zu antworten. Der Sumi schien ein wenig in sich zusammen zu sacken und antwortete leise: „Das ist Malinali, die ältesten Tochter des Häuptlings Hualpa.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Was geht hier vor, wieso lebt sie an dieser Kultstätte im Dschungel, warum bestraft Ihr sie?“, knurrte der Assassine den Sumi an, während die Aura des schwarzen Otzelotl wie eine Flamme im Gesicht des Assassinen aufloderte. Plötzlich schien der Sumi zu begreifen, wen er da zu diesem heiligen Ort geführt hatte. Augenblicklich sank der Sumi zu Boden und führte die uralte rituelle Geste des Erdeküssens der Toquateken vor Ehecacohuatlztin aus. „Oh, Oh, Oh!“, jammerte der Sumi, „verzeiht, dass ich euch den gebührenden Respekt verweigert habe, Diener des Tlitlic Otzelotl, ich werde….. „! Für einen Moment konnte ich den animalischen Zorn, der im Geist des Assassinen tobte, auf seinem Gesicht erkennen und mir war klar, dass das Leben des Sumi an einem seidenen Faden hing. Was musste es den Assassinen für eine Kraft kosten, sich ständig zu kontrollieren und den in ihm wohnenden Geist dieses Raubtieres nicht frei zu lassen? „Du Narr, hältst mich für einen Diener!“ zischte der Assassine. „Schau mich an, was siehst du?“ Der Sumi, der immer noch in der unbequemen Stellung des Erdeküssens verharrte, sah nach oben, und seine Augen quollen ihm aus dem Kopf. Augenblicklich entleerten sich seine Blase und sein Darm, als er die Wahrheit erkannte. Bis dahin wusste ich auch nicht so genau, was der schwarze Otzelotl für die Toquateken und Chinche eigentlich war. Ehecacohuatltzin erklärt es mir später so: Der schwarze Otzelotl war der toquatekische Gott der Geheimnisse, der Niedertracht, der Heimtücke und der List. Wenn Chinche oder toquatekische Eltern Probleme mit unerzogenen Kindern hatten, stellten sie ihnen eine kleine Tonfigur, die Nachbildung eines schwarzen Otzelotls, ins Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Fenster und sagten, die Tonfigur wäre eine Warnung des schwarzen Otzelotl, die er ihnen in der Nacht gebracht hätte. Ändern die Kinder dann ihr Verhalten nicht, so sagten die Priester, würden die Kinder vom schwarzen Otzelotl geholt und natürlich von ihm aufgefressen. Dass der Otzelotl das größte Raubtier in Xiduria war, machte die Angst vor dem Gefressen werden glaubwürdiger. Die Androhung wirkte bei Kindern angeblich immer. Wenn ein Toquateke einen anderen anlog sagte er, er wäre vom schwarzen Otzelotl besessen gewesen, was natürlich meistens nicht stimmte. Jeder Herrscher der Toquateken würde sich, bevor er einen Krieg begann oder führte oder eine Fehde oder einen Rivalen in seinem Reich ausschalten wollte, eines Priester des schwarzen Otzelotl bedienen. Was auch immer die Toquateken mit Caligula gemacht hatten, um ihn zu einem Priester des schwarzen Otzelotl zu machen, es musste ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß voller Entbehrungen gewesen sein, denn soweit mir bekannt war, gab es im Reich der Toquateken und in ganz Xiduria nur noch einen weiteren schwarzen Otzelotl, den Ehecacohuatlztin seinen alten Meister nannte. Alle anderen Anwärter für den Orden des schwarzen Otzelotl hatten die Ausbildung nicht überlebt. Doch kehrten wir nach diesem Ausflug in die Götterwelt der Toquateken zu unserer langweiligen Geschichte „Wir retten den Protektor“ zurück. Was auch immer der Sumi gegessen hatte, ich vermutete, es waren Bohnen, es stank erbärmlich. Maximus und ich hielten uns die Nase zu. Auch das Mädchen, daß sich immer noch im Griff des Assassinen befand, wand sich nun und versuchte, sich die Nase zuzuhalten. Für einen kurzen Moment, so kam es mir vor, hatte Malinali tiefblaue Augen, doch das war unmöglich, kein Chinche oder Toquateke, egal ob Mann oder Frau, wurde je mit blauen Augen gesehen. Wir erlaubten dem Sumi schließlich, sich zu säubern, was dieser unter großem Jammern und Wehklagen tat, nachdem Ehecacohuatltzin offensichtlich beschlossen hatte, ihn am Leben zu lassen. Er beklagte lautstark die Entweihung der Kultstätte durch sein Mißgeschick und schien untröstlich zu sein. Dann befahl uns der Assassine, weder den alten Priester noch Malinali aus den Augen zu lassen. Wie er uns mitteilte, gingen uns die Sorgen und Nöte der Einheimischen nicht das Geringste an, und immerhin hätten wir schwergewichtigere Probleme zu lösen. Nachdem er diese kleine Rede gehalten hatte, was für den schweigsamen Assassinen recht erstaunlich war, verschwand er im Unterholz, um nach der „Träne der Urmutter“ zu suchen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er zurückkehrte. Ich versuchte, während wir warteten und unser Lager bereiteten, mit der schönen Malinali zu tändeln, doch schien diese in ihrer eigenen Welt versunken zu sein, und kein gutes Wort von mir oder Maximus wollte ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nur ab und zu blitzten die Blicke zwischen ihr und dem Sumi hin und her. Schließlich kehrte der Assassine zurück, in jeder Hand eine kleine rote Orchidee mit geschlossener Blüte, und schon jetzt kam es mir so vor, als würde die Orchidee nie mehr blühen wollen. Als Malinali die beiden bedauernswerten Blüten sah, schrie sie entsetzt auf und hielt sich die Hände vor den Mund. „Was habt Ihr mit diesen armen xocoyol xochitl gemacht? S&#039;uquay!“, sagte das Mädchen mit fester und empörter Stimme. Für einen Moment schien der Assassine sprachlos zu sein, dann drückte er die beiden zarten Pflanzen Malinali in Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij die Hände, die ohne zu zögern auf den großen Assassinen zugelaufen war und mit einer entschiedenen Geste die Herausgabe der Pflanzen eingefordert hatte. Sofort begann die Chinche, nach Behältnissen zu suchen, in die sie bedauernswerten Pflanzen setzen konnte und versuchte, diesen alle Pflege und Liebe angedeihen zu lassen, die eine kostbare Orchidee verdient hatte. „Was habt Ihr mit diesen beiden Orchideen vor? Es ist sehr traurig, dass Ihr sie so grob behandelt habt, das ist die einzige Pflanze, aus der ein Gegengift gegen das die purpurnen Lilie gewonnen werden kann, und hier gibt es nur noch diese zwei Pflanzen, und jetzt habt Ihr sie einfach herausgerissen! Wisst Ihr, dass man das Gegengift nur dann gewinnen kann, wenn diese Orchidee blüht, und wisst Ihr auch, dass sie dies nur einmal am Tag eine Stunde……!“, sprudelte Malinali hervor, immer noch empört und sehr autoritär. Dann verstummte sie schlagartig, als sie in das vor Entsetzen verzerrte Gesicht von Ehecacohuatlztin blickte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Nur diese zwei Pflanzen?“, keuchten Maximus und ich überrascht auf. „Sorgt euch nicht!“, sagte Malinali ungerührt. „Ich kann die eine Pflanze wieder verwurzeln, damit sie nicht ausstirbt, und die andere vielleicht noch drei Tage in einem Behälter, getrennt von Malinalhuatl, am Leben erhalten und zum erblühen bringen, also wer von euch ist vom Gift der purpurnen Lilie vergiftet, wem soll durch den Sud der Blüten geholfen werden?“ Für einen Moment sagte keiner der Getreuen ein Wort. Während Maximus verlegen einen Haufen Blätter mit dem Fuß von einer Stelle zur anderen schob, zählte ich angestrengt die umhersirrenden Insekten „Wir haben über eine Woche gebraucht, um von N&#039;ga Nova hierherzukommen“, stellte der Assassine fest, ohne dabei jemanden bestimmtes unserer Gruppe anzusprechen. „Es gibt nur eine Möglichkeit: ich muss selbst gehen, doch dafür brauchen wir jemanden, der bereit ist, freiwillig den Weg des Blumentodes zu gehen.“ „Was meinst du mit Blumentod?“, fragte Maximus. „Ich meine, dass jemand aus unserer Mitte bereit sein muss, sich dem schwarzen Otzelotl als Menschenopfer darzubringen, damit ich das Leben des Lucius Scaevola argens retten kann!“, antwortete Ehecacohuatltzin. Für einen Moment schwiegen wir alle. Dann starrten alle den einen Mann an, den wir in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft entbehren konnten: den Sumi des Dorfes, AtocSuqui. Dieser schaute uns unterdessen einem nach dem anderen in die Augen, verdrehte sodann die seinigen nach oben und stürzte bewusstlos auf den Boden. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Die Errettung“ Nein, wir mussten den bedauernswerten Sumi nicht opfern. Was in den folgenden zwei Tagen geschah, erscheint mir nun, da ich es berichten soll, wie ein finsterer Traum. Ehecacohuatltzin begann umgehend ein langwieriges, mehrere Stunden dauerndes Ritual. Noch immer war uns unklar, was er vorhatte, und wie es seine Art war, hatte er es nicht für nötig gehalten, uns vorher darüber aufzuklären, wie er das Leben des ehemaligen Protektors doch noch retten wollte. Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen. Statt dem Sumi hatten wir mehrere Opoks gefangen, die der Assassine nun seinem finsteren Gott als Opfer darbrachte. Der Sumi hielt sich, so weit Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wie es noch, ohne unhöflich zu sein, möglich war, von dem Assassinen fern. Schließlich entledigte sich Ehecacohuatltzin seiner Kleidung, und im dämmrigen Licht des Feuers stockte uns der Atem, als wir seinen nackten Körper erblickten. Es schien keine Stelle am Körper des Mannes zu geben, die nicht von einer Narbe oder Narbengewebe bedeckt war. Welche Schmerzen und welche Qualen musste dieser Krieger in seinem Leben bereits erlitten haben. Doch am meisten faszinierten mich die Tätowierungen auf der Brust und auf dem Rücken des Assassinen. Es waren hervorragende Arbeiten. Die Farben hatten eine Intensität und Leuchtkraft wie ich es noch nie bei einer Körperbemalung erblickt hatte. Es waren vier Tierfiguren dargestellt. Auf der Brust waren eine gestreifte Katze im Sprung dargestellt, die Ehecacohuatltzin später einmal einen Tiger nannte und ein bedrohlich wirkender Drache im Flug. Auf dem Rücken ein Insekt, das man Gottesanbeterin nennt und eine gefährlich und giftig aussehende Schlange. „Bei den Göttern!“, wunderte sich Aeitus, „woher hast du diese wunderbaren Tätowierungen?“ „Ich kann mich nicht erinnern!“ antwortete der Assassine mit angestrengter Stimme, während er gerade einem Opok das Herz herausschnitt und das Blut auf seinem Körper verstrich. „Du kannst dich nicht erinnern woher du diese wunderbaren Tätowierungen…? “, sagte ich, als mich dieser mörderische Blick des Assassinen traf, der keine Widerworte und keine Gegenrede zulässt. Also schwiegen Aeitus und ich, doch ich nahm mir vor, dass ich schon irgendwann hinter das Geheimnis des Assassinen kommen würde. Das Ritual schien Stunden zu dauern. Während Aeitus und ich dem merkwürdigen Treiben des Assassinen nur mit halbem Ohr zuhörten, schienen Malinali und der Sumi von dem, was hier geschah, im höchstem Maße fasziniert und entzückt. Schließlich endete das seit Sunden andauernde eintönige Gemurmel und Geseufze in der Sprache der Toquateken, und es wurde totenstill auf dem Lagerplatz. Ehecacohuatltzin stand, leicht schwankend, in allerlei blutigen Tierkadavern, von oben bis unten mit Blut beschmiert, und hielt sich eine kleine Phiole mit einer schwarzen Flüssigkeit an die Lippen. Er trank genau drei Tropfen aus der Phiole, die er sodann mit einem kleinen Korken wieder verschloß. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis ein scharfer Wind über unseren Lagerplatz fuhr und die Pflanzen und Bäume zum schwanken brachte. Ehecacohuatltzin brach mit einem Wimmern in die Knie und stieß dann einen grausigen Schrei aus. Dann hörten wir entsetzt, wie Knochen brachen, aneinanderschabten und sich wieder zusammenfügten. Die Kiefer des Assassinen verlängerten sich um mehrere Handbreit, während sein Gesicht sich zu einem Tiergesicht verformte. Die Hände und Füße wurden zu Klauen und dann zu riesigen Tatzen einer Raubkatze. Einer sehr grossen Raubkatze, einem schwarzen Otzelotl, um genau zu sein. Normalerweise bestand ein Otzelotl aus fünf Zentnern reinen Muskeln, wobei die Beine bis zum Bauch mit Fell in der Struktur und Art eines gefleckten Leoparden oder Jaguars bedeckt war. Der Rest des Tieres bestand aus Schuppen. Dieser Otzelotl jedoch war von einer erschreckenden Schwärze, während seine Schuppen zusätzlich mit langen Knochendornen besetzt waren und leicht rötlich schimmerten. Die Reißzähne waren mindestens eine Handbreit länger ausgeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij bildet, als es bei einem Otzelotl üblich ist, und er war größer, viel größer. Er wog mindestens zehn Zentner. Ehecacohuatltzin hatte uns befohlen, Malinali und mich nach seiner Verwandlung auf seinem Rücken festzubinden, damit er die Rückreise nach N&#039;ga Nova umgehend beginnen konnte, denn wir hatten nur noch drei Tage, bis die letzte der Tränen der Urmutter blühen würde und die letzte Chance vertan war, Lucius Scaevola Argens zu retten. Mich hatte er ausgewählt, da ich kleiner und leichter als Aeitus war, und um Malinali zu beschützen. Vorsichtig näherten wir uns dem riesigen Tier, und Malinali streichelte vorsichtig über das Fell, was sich der Otzelotl ohne weitere Gegenwehr gefallen ließ. Er schnaubte lediglich und ließ ein tiefes ur-weltliches Grollen aus seiner Kehle er-klingen, was uns offensichtlich Ansporn sein sollte, uns ein wenig zu beeilen. Aei-tus sollte dann mit dem Gepäck und un-serem Wagen die Rückreise nach N&#039;ga Nova alleine antreten. Ich hatte nur mein Kurzschwert im Gürtel und die merkwür-dige Waffe des Assassinen, die wie ein Zeremonienstab wirkte, auf den Rücken gebunden. Malinali trug nur vorsichtig die Pflanze, die sie mit ihren Händen vor Unbill und Leid zu beschützen versuchte. Sie fragte sich insgeheim, ob es diesem scheinbar sehr zaubermächtigen Mann, der nun in Gestalt eines schwarzen, wunderschönen Ozelotl vor ihr stand, tatsächlich gelingen sollte, sie von hier weg zu bringen. Alle ihre bisherigen Versuche, aus dem Umfeld ihres Dorfes zu entfliehen, hatten wieder an der Altarstatt des Baba Croqua geendet. Er wollte sie offensichtlich nicht von hier weg lassen. Deshalb hatte sie auch im Wald gehaust – das war so weit wie möglich weg von ihrem Dorf gewesen. Würde dieser Mann es schaffen, sie tatsächlich mitzunehmen? Sie hoffte es sehr. Und dies würde die Gegenleistung dafür sein, daß sie ihre schöneren Kräfte einsetzte, um die xocoyol xochitl lebend und blühend ans Ziel zu bringen. Endlich würde zumindest ihr Dorf frei sein, wenn sie selbst dies wohl auch niemals sein konnte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Als wir auf dem Rücken des riesigen Tieres sassen, stieß dieser wiederum ein tiefes Grollen aus seinem riesigen Maul hervor, rollte die roten Augen und lief los. Es war mehr ein Springen, und schon nach wenigen Minuten begannen mir alle Knochen und Weichteile zu schmerzen und mir wurde deutlich, warum Ehecacohuatltzin darauf bestanden hatte, daß wir uns auf seinem Rücken festbanden. Der wilde Ritt ging über Felder und Wiesen, durch Wälder und Flussläufe. Zwar versuchte Ehecacohuatlztin, alle bewohnten Bereiche zu meiden, doch bin ich sicher, dass wir gesehen wurden, und wenn wir schon nicht gesehen wurden, so waren wir bestimmt zu hören. Denn von Zeit zu Zeit stieß der Assassine in seiner Tierform ein fürchterliches Gebrüll aus. Von Stunde zu Stunde wurde für Malinali und für mich das Reiten auf dem Rücken des schwarzen Otzelotl unerträglicher, und an manche Abschnitte der Reise kann ich mich nur noch wie an einen durchlebten Alptraum erinnern. Trotzdem schien der Assassine instinktiv zu spüren, wenn wir dringend einer Pause bedurften, um zu speisen oder anderen dringenden Geschäften nachzugehen, die für Menschen auch auf einer Reise selbstverständlich sind. In den Pausen verschwand der Otzelotl und kehrte mehr als einmal mit einer blutverschmierten Tatze Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij und Schnauze zurück, was ich mit einem Schaudern zur Kenntnis nahm – Malinali hingegen schien das nicht im Geringsten zu stören. Schließlich erreichten wir am Abend des dritten Tages die Randgebiete von N&#039;ga Nova. Ehecacohuatltzin hatte es geschafft. Schwankend und aus allen Poren dampfend und schwitzend, kam das riesige Tier zum Stehen, und ich stellte ohne jeden Zweifel fest, dass der Schweiß eines schwarzen Otzelotl nicht zu den Gerüchen gehört, die man unbedingt auflegen sollte, wenn man einer Dame imponieren will. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir versteckten uns und warteten darauf, dass die Dunkelheit hereinbrach. Malinali wurde immer nervöser, denn der Zeitpunkt, an dem die Pflanze erblühen sollte, rückte immer näher. Ohne, dass wir es bemerkt hatten, war das riesige Tier im Unterholz verschwunden, und kurz darauf stand der nackte, von oben bis unten mit Schlamm und verkrustetem Blut bedeckte Assassine in seiner menschlichen Gestalt vor uns. Die An-strengung der Verwandlung und der Rei-se waren ihm in tiefen Falten in sein Ge-sicht gegraben, und seine Augen waren blutunterlaufen. Begeistert nahm der As-sassine zur Kenntnis, dass Malinali und ich in der Hektik des Aufbruches seine Kleidung vergessen hatten. Er warf uns einen wahrhaft mörderischen Blick zu, nahm jedoch immer noch schwer keu-chend und nach Atem ringend seinen Stab entgegen. Schließlich bedeutete uns Malinali, dass es nun Zeit sei, aufzubrechen, und so liefen wir los zum Haus des ki’Ansi. Den Assassinen nahmen wir in die Mitte, hoffend, dass seine Nacktheit in der Dunkelheit nicht so auffallen würde. Und diesmal half uns N&#039;ga Novas schlechter Ruf, dass sich niemand um den anderen kümmerte, und so erreichten wir das Haus des Magiers ,ohne angesprochen zu werden, wenn auch so mancher Passant uns verwunderte oder erstaunte Blicke zuwarf. Wir klopften, doch niemand öffnete uns. Schließlich gelang es Ehecacohuatltzin, die Tür zu öffnen, und wir drangen in das Haus ein. Sofort sprang eine dunkle Gestalt auf den Assassinen zu. Ich sah, wie etwas silbern aufblitzte, dann brach der Mann gurgelnd zusammen. Der Assassine hatte mit einem Schlag seines Handballens den Kehlkopf des Angreifers zertrümmert. Ehecacohuatltzin warf mir einen Blick zu, und ich warf ihm seinen Stab hinüber, während ich mein Kurzschwert zog und die neugierige Malinali hinter mich drükkte. Plötzlich tauchte vor mir ein schwarzer Schatten auf, und ich stieß diesem mein Kurzschwert in den Bauch. Inzwischen hatte der Assassine seinen Stab mit beiden Händen gepackt und zog diesen auseinander. „Ein Zweiklingenschwert!“, entfuhr es mir vor Überraschung. Dann trat der Assassine in Aktion. Die Klingen wirbelten wie silberne Blitze um den Assassinen herum, während er sich langsam in das Haus des Magiers hineintastete. Jetzt verstand ich auch, warum die Toquateken den Assassinen „Ehecacohuatltzin“, Wirbelsturm, nannten. Finger, Hände und andere Körperteile flogen durch die Luft, während schwarz gekleidete Angreifer auf uns losstürmten und meistens von dem Assassinen abrupt zum Stillstand gebracht wurden. Blut spritzte an Decken und Wände, und mir blieb keine andere Aufgabe, als die Wenigen, die den Angriff auf den Assassinen mit erheblichen Beschädigungen überstanden hatHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ten, von ihrem Elend zu befreien. Schließlich erreichten wir das verwüstete Labor und fanden den leblosen Magier auf dem Boden liegend, während Ehecacohuatlztin wie von Sinnen in das Schlafgemach des kranken Exprotektors stürmte. „Malinali, kümmere dich nicht um ki’Ansi, folge Ehecacohuatltzin!“, rief ich der Chinche zu, die beherzt und ohne mit der Wimper zu zucken, die Orchidee mit ihrem Körper schützend, hinter dem Assassinen herlief. Wieder kam es mir so vor, als hätte ich für einen kurzen Moment eine tiefblaue Verfärbung ihrer Augen bemerkt. Der Brustkorb des Magiers hob und senkte sich, er war also noch am Leben. Dann stürmte ich mit meinem blutbefleckten Schwert in die Schlafkammer von Lucius Scaevola argens. Während die beiden Schwerter von Ehecacohuatltzin in einem der gedungenen Mörder steckten, war es offensichtlich einem anderen gelungen, den immer noch geschwächten Assassinen mit einer Keule zu treffen. Betäubt sank dieser auf den Boden und ließ langsam die Schwerter los. Malinali sah unterdessen entsetzt auf die Orchidee, deren Blütenkelch sich gerade zu öffnen begann, und eilte an mir wieder vorbei, in das verwüstete Labor. Eilig suchte sie ein Behältnis, in dem die Orchidee ausgekocht werden konnte, um das Gegengift zu erlangen, was den ehemaligen Protektor retten sollte. Noch ein Gegner lauerte hinter der Tür und begann, mit wilden Hieben seines Krummsäbels auf mich einzuhacken. Natürlich hatte ich damit ein Problem, und so kam es zu einem erhitzten Gefecht, während ich befürchten musste, das Ehecacohuatltzin seinem Gegner unterliegen würde. Gerade holte dieser mit seiner Keule zum letzten und entscheidenden Schlag aus, und falls er traf, würde er dem Assassinen den Schädel einschlagen. Es gelang mir, meinen Gegner durch einen raschen Hieb von seinem Krummsäbel und seiner rechten Hand zu befreien und mit einem weiteren Stoß mein Kurzschwert in die Eingeweide zu rammen, als der Kämpfer mit der Keule zu schwanken begann und mit einem überraschten Gesichtsausdruck erst seine Keule fallen ließ, um dann zusammenzubrechen. Im Bett saß Lucius Scaevola argens aufrecht und hatte seinen silbernen Arm ausgestreckt. Aus einem der Finger stammte der Bolzen, der nun im Hinterkopf des Angreifers steckte. Der kranke Protektor grinste mich an, murmelte „Das war der Torreon!“, verdrehte die Augen und fiel bewusstlos auf sein Lager zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich standen wir alle um das Lager des ehemaligen Protektors und bewunderten Malinali, die diesem vorsichtig einen streng riechenden Sud verabreichte. Ehecacohuatltzin stand schwankend neben mir und hatte sich eine Kutte des Magiers umgebunden, um seine Blösse zu bedecken. Nachdenklich rieb er eine große Beule am Hinterkopf. Malinali kicherte leise vor sich hin, als sie dies bemerkte, doch plötzlich sah sie um den Hals des Assassinen das geheimnisvolle Amulett, mit dem Kopf der Hydra. Ihre Augen wurden groß, die fröhliche Miene – ihr erstes Lächeln übrigens, seit wir ihr begegnet waren – verschwand, und voller Panik zerrte sie an ihrem Kleid, so dass sie fast den kostbaren Trank verschüttet hätte, dessen Ursprung – die Orchidee - wir unter soviel Gefahren hierher gebracht hatten, um den Protektor zu retten. Bis auf Lucius Scaevola argens, der mit sich und dem bitteren und übelriechenden Sud der Orchidee beschäftigt Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij war, zuckten wir alle vor Überraschung zusammen, als Malinali ein ähnliches Amulett hervorholte, das jedoch trotz seiner Unterschiede – es war mit getrockneten Maiskörnern besetzt, wie passend für eine Bäurin mit einem Händchen für Pflanzen - unverkennbar war. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr verwunderte, dass Malinali auch zu dem erlauchten Kreis derer gehörte, die offensichtlich über ein solches Amulett der Hydra verfügten, oder wie das Amulett von Ehecacohuatlztin, das er vor drei Tagen vor seiner Verwandlung Aeitus zur Aufbewahrung übergeben hatte, nun wie gewohnt an seinem Hals baumelte. Die junge Chinche schien sich jedenfalls als erste von ihrem Schrecken zu erholen, denn rasch verstaute sie das Amulett wieder unter ihrem Gewand, lächelte den Assassinen noch einmal an, diesmal eher etwas verlegen, und wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Das tat sie auch noch in den nächsten paar Tagen – nachdem sie die Beule und die Platzwunde am Kopf von ki&#039;Ansi behandelt und ihn wieder aufgeweckt hatte, pflegte sie den kranken Protektor noch weiter, bis dieser wieder auf den Beinen war. Dies dauerte natürlich einige Tage. Der Sud der Orchidee, die Malinali xocoyol xochitl genannt hatte, reinigte Fleisch und Blut des Protektors von dem Gift, das man ihm so lange verabreicht hatte, doch geschah dies nicht ohne Nebenwirkungen. Bevor es ihm besser ging, ging es ihm zunächst schlechter, er übergab sich mehrmals, litt unter Krämpfen seiner Eingeweide und schwitzte wie ein Schwein übelriechende Körpersäfte aus. Malinali erklärte uns, dass sein Körper sich jetzt mit Hilfe ihres Trankes des Giftes entledigte, und das sei nunmal kein schöner Vorgang. Es klang einleuchtend genug, und sie kümmerte sich um den Kranken, als hätte sie nie zuvor etwas anderes getan. Sie wusch ihn, wechselte seine Kleidung und seine Laken, hielt ihm die Schüssel, wenn er sich übergab, stützte ihn, wenn er sich erleichtern ging und fütterte ihn. Es wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, doch schien uns anhand ihrer meist ernste Miene, dass sie es als Buße ansah – für was auch immer. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich war das Schlimmste vorbei, und Lucuis Scaevola argens war auf dem Wege der Besserung. Er wurde von Tag zu Tag kräftiger, und auch bei seinen kleinen Spaziergängen durch das Haus des Magiers begleitete und stützte ihn die kleine Chinche. Unwillkürlich dachte ich mir, dass sie bei all der intimen Pflege, die sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, hatte angedeihen lassen, auch sein Amulett entdeckt haben mußte, doch sie äußerte sich in keiner Form dazu. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Malinali war erleichtert, dass es dieser zauberkräftige schwarze Ozelotl gschafft hatte, sie mitzunehmen. Dennoch fürchtete sie, dass ihr Entkommen zu genau diesem Zeitpunkt und mit genau diesen Leuten zum Plan des schrecklichen Gottes gehörte, der sie besaß, sonst hätte er sie nie gehen lassen, davon war sie überzeugt. Daher fragte sie sich in diesen Tagen nur eines, in ihrem Inneren davor bangend und zitternd: Wann würde Baba Crocqua wieder zuschlagen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=289</id>
		<title>Nubyry, Malinali und der Protektor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=289"/>
		<updated>2023-04-07T15:16:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, Debora Jarosch, Februar 2007 Prolog Lucrezia war auf dem Weg nach Hause. Es war früher Abend, und ein Sturm tobte über N&#039;ga Nova, wie er in diesen Breiten häufig vorkam. Der Regen stach wie Nadeln auf ihrer Haut, während der Wind an ihrer Kleidung riß. Angst schnürte ihr die Kehle zu, denn in N&#039;ga Nova ging in den letzten Wochen Merkwürdiges vor. Ein Mörder ging um in der Hafenstadt. Ein reißendes Raubtier, der seine Opfer verstümmelte, bevor er ihnen das Leben nahm. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, und dabei machte er zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Ein heller Blitz zuckte auf, und die enge Gasse wurde für einen kurzen Moment in gleißendes Licht getaucht. Lucrezia keuchte vor Angst auf, als vor ihr im hellen Schein eine Ratte über die Gasse huschte. Sie war eine arme Frau, die von einem winzigen Suppenstand am Hafen ihre drei kleinen Kinder versorgen mußte, seit ihr Mann vor drei Jahren auf dem Meer geblieben war. Heute war ihr Geschäft wegen des schlechten Wetters ausgesprochen armselig gelaufen, und sie hatte länger als sonst am Hafen ausharren müssen, bis sie ihre Suppe an die hungrigen Hafenarbeiter hatte verkaufen können. Dann hatte sie eilig von dem Erlös Lebensmittel für ihre hungrigen Kinder eingekauft, doch die Dunkelheit hatte sie eingeholt. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrer kärglichen Hütte, als erneut ein Blitz die Gasse hell erleuchtete und sie verängstigt stehen blieb. Eine Gestalt stand nur wenige Meter vor ihr. Der Mann trug eine schwarze Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Lucrezia war erleichtert. Offensichtlich war der vor ihr stehende Mann ein Priester oder Mönch, wie es viele in der Hafenstadt gab. Von diesem Bruder ging sicherlich keine Gefahr aus. Sie wollte den Mönch gerade freundlich grüßen, als die Gestalt die Hände hob und die Kapuze nach hinten schob. Noch nie hatte Lucrezia ein schöneres Gesicht gesehen. Alles in diesem Gesicht schien perfekt, wären da nicht diese merkwürdigen Augen gewesen. Sie waren gelb und erinnerten an die Augen einer Schlange oder eines Krokodils. Ein dumpfer Druck legte sich auf ihren Geist, während der Mönch auf sie zu ging. Unfähig, sich zu rühren, schien sie von den fremdartigen Augen aufgesogen zu werden. Als der Mann vor ihr stand, blitzte etwas Silbernes auf. Sie spürte keinen Schmerz. Plötzlich hatte sie einen merkwürdigen, metallischen Geschmack im Mund. „Ist das Blut? “ dachte Lucrezia noch, als ihr die Sinne schwanden und sie zu Boden stürzte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Centas Marcus Gnaeus Pulcher hatte auf vielen Schlachtfeldern der Legion gekämpft. Er hatte Leid und Elend in allen erdenklichen Facetten gesehen und hatte sich für einen abgebrühten und harten Mann gehalten. Doch was er in den letzten Wochen hier in N&#039;ga Nova erlebte, zerrte an seinen Nerven. Wieder stand er vor einer grausam zugerichteten weiblichen Toten. Die Frau lag auf dem Rücken. Etwas hatte ihr den Brustkorb geöffnet und das Herz entfernt. Die gebrochenen Augen der Frau starrten in den wolkenverhangenen Himmel über N&#039;ga Nova. An der Kleidung der Frau erkannte der Centas, das sie arm war. Ein Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij paar kleine Fische und etwas Gemüse lagen um den Körper der toten Frau, offensichtlich hatte sie gerade eingekauft und wollte nach Hause, als sie ihr Schicksal ereilte. Ein paar wenige Münzen trug die Frau fest in ihrer linken Faust. Dem Mörder kam es nur darauf an, ihnen das Herz aus dem Leib zu reißen. „Was macht er nur mit den Herzen?“, dachte Marcus betrübt, während er das abgehärmte Gesicht der Toten betrachte. „Oh Ihr Götter, warum lasst Ihr das zu!“ sagte die Stimme seines Codar Quintus neben ihm, der gerade einen Rekruten beruhigt hatte. Dieser hatte den Anblick der Laiche nicht ertragen können und stand zitternd neben seinem Unteroffizier. „Quintus, schicke mir diesen Waschlappen weg, bevor ich ihm eine Lektion erteilen muss!“, knurrte der alte Centas. „Immerhin sind wir Legionäre aus dem Reich des Feuers und keine Memmen.“ Innerlich schmerzten ihn diese harten Worte, doch durften durch diese Ereignisse die Disziplin und Moral der Truppe nicht untergraben werden. „Wie viele waren es jetzt, 15 oder 16 tote Frauen in den letzten Wochen, Quintus?“, fragte der Centas seinen Unteroffizier. „Ich muß gestehen, daß ich den Überblick verloren habe, doch Eure Schätzung wird richtig sein“, antwortete der Angesprochene. „Wir müssen etwas unternehmen, Quintus, die Bevölkerung wird unruhig, es wird nicht mehr lange dauern, und man wird uns mächtig in den Arsch treten“, sagte Marcus. „Da habt Ihr wohl recht, man wird uns sogar außerordentlich mächtig in den Arsch treten, wenn wir das Schwein nicht bald erwischen“, folgerte der Unteroffizier. „Ist das meine Mama?“ piepste plötzlich eine leise Stimme. Unbemerkt von den zwei Legionären hatte sich ein kleiner Junge durch die Menge der Schaulustigen gedrängt. „Sie ist nicht nach Hause gekommen“, sagte die Stimme weiter „mein kleines Brüderchen und mein Schwesterchen haben großen Hunger“. Beide Männer erstarrten augenblicklich. Marcus faßte sich als erster und drehte sich um. Ein etwa zehnjähriger Junge, in dreckige Lumpen gehüllt, stand vor ihnen und schaute sie mit großen Kinderaugen an. Marcus spürte, wie sein Mund trocken wurde. Ein großer Kloß stieg ihm in die Kehle, als der Junge seine Mutter erkannte und seine Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten. Vorsichtig ging der Junge auf seine tote Mutter zu und kniete neben ihr nieder. Zärtlich strich er ihr über das Haar, und mit einer ruhigen Geste seiner Hand schloss er ihr die gebrochenen Augen, als hätte er in seinem Leben noch nie etwas anderes getan. Das war zuviel für den hartgesottenen Centas. Augenblicklich schossen ihm die Tränen in die Augen. Langsam trat er an die Seite des Jungen und nahm ihn auf den Arm. „Dann werden wir uns wohl um dich und deine kleinen Geschwister kümmern müssen,“ krächzte Marcus, und es wollte ihm das Herz brechen, als der Junge voller Vertrauen seinen Kopf an seine Schultern legte. „Na, wenn wir uns um alle elternlosen kleinen Racker in diesem Rattennest kümmern.....“, hob Quintus an, beendete den Satz aber nicht, als er den kalten und durchdringenden Blick seines Centas gewahr wurde. Er kannte diesen Blick, es war ein gefährlicher Blick, wie ihn der Centas normalerweise nur auf dem Schlachtfeld hatte. Langsam stapfte Marcus mit dem Jungen auf dem Arm davon. Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij „Unser Centas wird weich“, sagte einer der Legionäre neben Quintus. Sofort verpaßte ihm der Codar einen derben Tritt. „Was verstehst du Esel schon davon, siehe zu das diese Tote endlich von hier verschwindet!“, schrie Quintus seine Untergebenen an. „Diese Geschichte macht uns alle weich“, knurrte der Codar, als es niemand hören konnte. Dann sah er seinem Centas nach, der gerade mit dem Kind auf dem Arm in der schäbigen Hütte der Frau verschwand. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; In der letzten Zeit zog es Turonk an die Orte seiner Verbrechen zurück. Amüsiert hatte er aus der Entfernung die Geschehnisse über das letzte Opfer seiner Jagd verfolgt. Es bereitete ihm Vergnügen, das Grauen und die Angst der Menschen zu beobachten. Niemand beachtete den großen Mann in der schwarzen Kutte, der sich die Kapuze tief in das Gesicht gezogen hatte und nun langsam davonging. Natürlich empfand er kein Mitleid mit seinen Opfern, für ihn waren sie nur Beute und Nahrung. Nur durch das frische Blut, das durch ein noch schlagendes Herz strömte, gewährte ihm das Schicksal, in dieser Realität zu verbleiben, in die ihn ein unvorsichtiger Priester der Toquateken geholt hatte. Die Alternative war ein schneller und zügiger Verfall seines Körpers und das Verschwinden seiner Seele im Nimbus, bis wiederum jemand seinen Geist beschwor. Letztlich war es nicht entscheidend, ob das Herz einer Frau oder eines Mannes verzehrte. Frauenherzen schmeckten einfach besser. Turonk spürte die mentale Erschütterung, als sich der Gott regte. Baba Croqua hatte seine eigenen Pläne, und er war sein Instrument, sein Werkzeug, und der Krokodilgott der Toquateken war kein geduldiger Gott. Plötzlich erschütterte ein mentaler Schrei den Nimbus. Turonk keuchte auf, ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper. Etwas kam in die Welt. Hart schlug Turonk auf dem schmutzigen Boden der Gasse auf, als ihm für einen Moment die Sinne schwanden. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund. Der Schrei wurde immer lauter, und in seinen Gedanken erschien die Gestalt einer Frau. Turonk keuchte und rang nach Atem. „Nubyry!“, sagte Turonk mit matter Stimme. Nubyry war in die Welt gekommen. Das änderte für Turonk alles. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Hüte dich vor betrunkenen Assassinen“ Seit unseren gemeinsamen Erlebnissen in den Mangrovensümpfen und der wundersamen Errettung waren Rhonda und Caligula Lupus oder Ehecacohuatltzin, wie sein richtiger Name lautete, ein Paar. Die Amazone und der Assassine waren in eine heftige Affäre verstrickt, und so kam es vor, das beide oft für mehrere Tage nicht auffindbar waren. Maximus und ich hatten uns daran gewöhnt. Ohne großes Murren hatte ich meine Interessen und Geschäfte in die kundigen Hände von Caligula gelegt, und seitdem liefen die Geschäfte gut, und meine Geldbörse entwikkelte sich prächtig. Zwar drehten sich die zu erledigenden Aufgaben nicht mehr um Salzwasserkrokodile oder Schätze der Toquateken, sondern um Angelegenheiten der Legion oder der Familie, doch dieses Verschieben der Schwerpunkte fiel mir nicht schwer. Nun waren jedoch weder Rhonda noch Caligula seit einer Woche auffindbar, und beunruhigt beschlossen Maximus und ich, in die traute Zweisamkeit einzubrechen. Natürlich konnten die Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij beiden machen, was sie wollten, solange der Profit nicht gefährdet war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir fanden den Assassinen in seiner Unterkunft in einem traurigen Zustand vor. Er mußte sich seit mehreren Tagen ununterbrochen betrunken haben, den seine Liegestatt war umstellt von leeren Kallebassen und Weinschläuchen. Seine Kleidung war beschmutzt, und er stank erbärmlich nach Schnaps und diversen Essenzen seines Körpers. Laut und vernehmlich schnarchte er, während er seinen schweren Rausch ausschlief. Maximus und ich sahen uns ratlos an, noch nie hatten wir den Assassinen auch nur einen winzigen Schluck Alkohol trinken sehen. Hatte die Amazone das Weite gesucht? Nun mag es schon unter normalen Umständen schwierig sein, einen schwer betrunkenen Menschen aus seinem Rausch zu erwecken, aber einen Assassinen? „Ich bin nicht lebensmüde“, sagte Maximus. „Wir müssen ihn fesseln, bevor wir ihn aufwecken. Ich erinnere mich da an ein altes Rezept aus der Legion, das ich zubereiten werde, während du ihn fesselst.“ „Nein, nein, mein Lieber“, erwiderte ich, „ich bin auch nicht lebensmüde, entweder wir fesseln ihn gemeinsam, oder wir werden gemeinsam hier warten, bis er aufwacht.“ Widerwillig nickte Maximus, und so machten wir uns an die Arbeit. Bei jedem Zucken des Assassinen brachen wir in Panik aus, und nachdem wir die Aufgabe glücklich gelöst hatten, war von jedem von uns ein erleichtertes Aufseufzen zu vernehmen. Maximus verschwand, um sein Gebräu zuzubereiten, und ich sah mich um. Es mußte hier zu einem Kampf gekommen sein. Ein Stuhl war zerbrochen, überall lagen Scherben, aber die Sachen der Amazone waren noch da. Die Amazone wäre nie ohne ihre geliebten Schwerter von dannen gezogen. Was war hier vorgefallen, hatte Caligula die Amazone in einem Anfall von Wut getötet? Als Maximus zurückkehrte, trug er einen Tonkrug bei sich, aus dem es stechend roch. Vorsichtig flößte er dem Assassinen die Flüssigkeit ein. Zuerst geschah nicht das Geringste, bis Caligula die Augen aufriß und seinen Körper verkrümmte. Ein unmenschliches Gurgeln erklang, während der Assassine Schaum spuckte. Die Krämpfe wollten nicht aufhören, und was ansonsten mit Caligula geschah, möchte ich hier unter dem Mantel des Schweigens verbergen. „Bei den Göttern, was hast du ihm gegeben?“, fragte ich Maximus. Dieser zukkte nur mit den Schultern, als er erwiderte „Oh, ein wenig Brechwurz, feinste und beste zermahlene Chillischoten, und das alles in Chocolatl verrührt.“ „Dafür wird er uns töten, wenn er zu sich kommt!“, sagte ich, als mich etwas traf und es schlagartig dunkel wurde. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Der Protektor“ Offensichtlich hatten wir die unbändige Kraft von Caligula unterschätzt, und so konnte ich nicht eingreifen, als der arme Aeitus von der Faust des Assassinen niedergestreckt wurde. Er hatte die Fessel an seiner rechten Hand zerrissen. Aeitus brach zusammen wie ein nasser Sack. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als ich sah, wie Caligula sich nach und nach unter wütendem Brüllen von seinen Fesseln befreite. Obwohl mir Caligula in den Sümpfen das Leben und auch mein Bein gerettet hatte, trat ich ihm nur mit größtem Mißtrauen entgegen. Er schien eine starke Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Bindung zu den Toquateken in den Sümpfen zu haben, und sie nannten ihn „Ehecacohuatltzin“, was soviel wie „Wirbelwind“ in ihrer Sprache bedeutet. Was auch immer die Toquateken aus ihm gemacht hatten, er war gefährlicher als viele der Krieger, die ich in meinem langen Leben als Soldat der Legion kennengelernt hatte. Es war dieser dunkle, animalische Anteil seiner Persönlichkeit und die absolute Kompromisslosigkeit, die ihn zu einem der effizientesten Kämpfer machte, denen ich je die Ehre hatte, zu begegnen. Als er nun auf mich zustürzte, rechnete ich mir keine Chance aus, das Zusammentreffen zu überleben, doch er stürzte nur an mir vorbei zu einer Kanne voller Wasser, die er in gierigen Schlucken austrank, und die nächste Kanne und die nächste und noch eine. Vielleicht hatte ich es mit den Chillischoten übertrieben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“, sagte Caligula zu mir und ließ sich mit einem Becher voll Wasser auf einem Schemel nieder. Er war nicht leicht zu verstehen, da seine Zunge durch die unglaubliche Schärfe des Chillis angeschwollen war. Mühsam stand Aeitus auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war. „Ich glaube, du hast mir die Nase gebrochen!“, stellte er fest, während er sein blutiges Gesicht abtastete. Caligula zukkte nur mit den Schultern. Schließlich erfuhren wir die Lösung unseres Rätsels. Rhonda, die Amazone, war entführt worden. Aeitus verstand die Welt nicht mehr. „Rhonda wird entführt, und du sitzt hier und lässt dich vollaufen!“, rief er empört aus, „wer hat sie entführt…?“ Doch der Assassine winkte ab. Natürlich hätte er alles getan, um die Amazone zu retten, sofern er dazu die Möglichkeit gehabt hätte. „Rhonda und ich kamen vor ein paar Tagen abends nach Hause“, berichtete er mit stockender Stimme. „Als wir diesen Raum betraten, traf mich ein Schlag und warf mich zu Boden. Es war kein körperlicher Schlag, sondern ein geistiger, und er wurde mit solcher Kraft durchgeführt, daß mir keine Möglichkeit zur Gegenwehr blieb. Ich konnte noch die Augen bewegen, das war alles. Rhonda musste es genauso wie mir ergangen sein, denn sie regte sich ebenfalls nicht. Im Raum stand eine schwarz gekleidete Gestalt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Als der Fremde die Kapuze hochhob, sah ich, daß er die ebenmäßigen Züge eines wunderschönen Jünglings trug. Doch seine Augen waren die eines Krokodils. Er stellte sich als Turonk vor und mir war klar, das es sich um den Mann handelte, den die verfluchten Priester des Baba Croqua im Tempel der Urmutter zum Leben erweckt hatten und dessen Wiedererweckung ihr in eurem Tagtraum miterlebt hattet. Dann griff er nach Rhonda und begann, unverständliche Worte zu murmeln, und mit Schrecken sah ich, wie sie immer kleiner wurde, bis sie so groß wie mein kleiner Finger war. Turonk hob die gelähmte Amazone in seiner Hand hoch, zog eine Phiole aus seinem Gewand, in der sich eine milchige, leicht grünlich floureszierende Flüssigkeit befand und steckte Rhonda dort hinein, dann verschloß er die Phiole mit einem kleinen Korken und schüttelte sie, wobei er hässlich lachte. Ich konnte nicht einmal schreien, da sogar meine Zunge gelähmt war. Dann klopfte er mit einer hässlichen Geste an die kleine Phiole, in der meine Geliebte schwamm. Sodann erläuterte mir der Fremde meinen Auftrag. Ich soll eine Frau finden, die sich in Xanathoria Inferior aufhält. Der Name Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij der Frau ist Nubyry. Bis ich diese Frau gefunden und Turonk übergeben habe, lässt er meine geliebte Amazone am Leben, und da er sie in Lumen Vita eingelegt hat, bliebe sie auch jung und frisch.“ Damit beendete der Assassine seinen Bericht. „Welche Nubyry, wo befindet sich diese Frau, wie sieht sie aus, wo kann man sie finden?“, fragte Aeitus. Caligula zuckte wiederum mit den Schultern. „Ich glaube Caligula will dir sagen, das dies alle Informationen sind, über die er verfügt“, sagte ich, und dann wurde es still im Raum. „Ich glaube ich brauche was zu trinken!“, sagte Aeitus. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; So habe ich es aufgeschrieben, wie mir der Cheffe es aufgetragen hat und wie sich damals zugetragen hat. „Schreibt eure Erinnerungen auf!“, sagte er, „an die Tage der Befreiung, an die Revolution, damit unsere Taten nie vergessen werden!“ Doch ich bin ein ehemaliger Centas der Legion, meine Hand ist rauh und voller Schwielen, geübt darin, Hälse durchzuschneiden und nicht, um elegant und weibisch die Schreibfeder zu führen. Möge mir also der Leser, der diese Zeilen liest, das eine oder andere ungehobelte Wort oder die ungeschliffenen Sätze eines alten Soldaten verzeihen. Doch will ich weiter von den Ereignissen berichten, die sich seinerzeit in Xanathoria Inferior zugetragen haben. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nachdem wir Ehecacohuatltzin aus seiner mißlichen und traurigen Lage befreit hatten, kam der Waldläufer auf die Idee, daß man ein Wesen wie Turonk, über dessen Macht und Möglichkeiten wir immer noch keine klaren Vorstellungen hatten, am besten mit der Hilfe eines Magiers bekämpfen und vielleicht letztlich auch besiegen kann, um somit die schöne Amazone zu befreien (wobei ich sagen muß, daß ich bis heute nicht verstehen kann, was die beiden an dieser Amazone fanden, mir war sie entschieden zu dünn, aber das tut hier nichts zur Sache). Aeitus hatte in der Vergangenheit des öfteren Salzwasserkrokodile für einen Magier in N&#039;ga Nova gejagt und mit diesem gute Geschäfte gemacht. Der Magier hieß ki’Ansi xa’Waja. Im Haus des Magiers sollte es zu einer Begegnung kommen, die unser aller Leben auf das Nachhaltigste verändern sollte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Die Wohnstatt des Magiers wirkte von außen unauffällig, wenn sie sich auch in einem der besseren Viertel der Hafenstadt befand. Das Haus bezeugte einen bescheidenen Wohlstand. Aeitus ging zuerst allein hinein und winkte uns nach einer kleinen Weile, daß wir nachkommen sollten. Der Magier öffnete uns selbst, und wie wir trug er eine dunkle Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, so daß seine Züge nicht zu erkennen waren. Da es inzwischen schon Abend in N&#039;ga Nova geworden war, mußten wir in unseren dunklen Roben und Gewändern eine merkwürdige Versammlung abgegeben haben. Ebenso hätten wir uns Schilder mit der Aufschrift „Verschwörer“ an die Kleidung heften können. Seltsam war, daß keine Diener herbeieilten, das Haus schien bis auf den Magier unbewohnt. Wortlos führte uns der Magier durch sein Haus, wobei mich sein großes Laboratorium beeindruckte. Der Raum war übersät mit Kolben, Tiegeln und Pfannen. Überall kochten, brodelten und zischten geheimnisvolle Flüssigkeiten und tropften Säure oder Lauge zischend auf den Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij riesigen Tisch inmitten des Raumes, um den unzähligen Verätzungen und Brandflecken noch weitere hinzuzufügen. An den Wänden standen Regale voller unzähliger Tiegel und Töpfe mit Gewürzen und Kräutern, beschriftet mit Namen aus den Sprachen aller bekannten Länder. Überall lagen unzählige Folianten und Pergamente verstreut. Von den Decken hingen Zöpfe mit Knoblauch und Zwiebeln, ein riesiges ausgestopftes Salzwasserkrokdil, Vögel und andere Kuriositäten. „Oh, da hängt auch eine schöne Salami!“, entfuhr es mir. „Manchmal hat ein Magier vielleicht auch nur einfach Hunger!“, knurrte Aeitus hinter mir. Doch am meisten beeindruckte mich der Geruch in diesem Labor. Nie mehr habe ich in meinem Leben ein solches Spektrum an Gerüchen wahrnehmen dürfen. Hier roch es nach den feinsten Düften wie Ambra oder Moschus, und nur wenige Handbreit daneben zog ei-- nem der Gestank einer Abfall- oder Abortgrube in die Nase. ki’Ansi jedenfalls nahm von alledem keine Notiz, als ob an diesem Laboratorium nichts ungewöhnlich wäre und führte uns in ein angrenzendes kleines Schlafgemach. Im Raum stand lediglich ein einzelnes karges Feldbett der Legion. Der Mann, der dort lag, mußte einst eine stattliche Figur besessen haben. Er war jetzt jedoch bis auf die Knochen abgemagert, was man gut erkennen konnte, da er nur eine dünne Tunika trug. Man mußte nur in das Gesicht des Mannes sehen und die silberne Hand erblicken um zu wissen, wer da auf dem Feldbett lag. Die Augen des Protektors glänzten von hohem Fieber und waren tief eingesunken, die haarlose Stirn und Glatze war von Schweiß bedeckt. Das Zahnfleisch war entzündet, und ein Rinnsal aus Blut tropfte Lucius Scaevola argens aus der Nase. Als einzigen Schmuck trug der Protektor seine silbernen Hand und ein Amulett. Auch hätte dem Protektor ein Bad sicherlich nichts geschadet. Als ich das Amulett erblickte, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Ich hörte, wie hinter mir der Assassine, der ein ähnliches Amulett besaß, vor Verblüffung einen toquatekischen Fluch ausstieß, den ich nicht verstand. Auch ki’Ansi schien überrascht und zog ebenfalls ein Amulett unter seiner Kutte hervor, wobei er es aber vermied, sein Gesicht zu zeigen. Zwar waren alle drei Amulette in der Art ihrer Beschaffenheit und Fertigung verschieden, jedoch zeigten alle drei das gleiche Bildnis, der Kopf einer Hydra. Was in den nächsten Minuten am Krankenlager des Protektors der Provinz des Reich des Feuers, Xanathoria Inferior, geschah, kann ich nur schwer in Worte fassen, gehörte es doch zu den großartigsten Erlebnissen und Erfahrungen meines Lebens. Der Assassine, der Magier und der Protektor erstarrten augenblicklich und rührten sich nicht. Aeitus und ich sahen uns derweil ratlos an. Plötzlich durchzog mich eine Wärme, wie ich sie vielleicht als Knabe auf dem Schoß meiner Mutter erfahren hatte. Ein Gefühl großen Glückes durchströmte mich, von meinen äußersten Haarspitzen bis hinunter zu meinen zur Zeit ungewaschen Fußzehen. Plötzlich wurde mir klar, wo mein Platz war und für was es sich lohnte, das Schwert zu erheben. Alles Leid der vergangenen Jahre, die Gefühle der Ohnmacht und des Verlustes der Heimat, waren verschwunden. Kein Platz mehr für Melancholie und Haß. Es erschien mir, als würde mich das Land, auf dem ich stand, der Boden selbst, willkommen heißen und herzlich umarmen und küssen. Ich brauchte mich nicht mehr zu schämen, ein Geächteter ehemaliger Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Centas der Legion zu sein, den man in die Westliche Welt verbannt hatte, ich wurde in diesem Augenblick neu geboren und erhielt eine zweite Chance. Ich wurde Maximus aus dem VOLK VON XIDURIA. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich spürte zwar, wie der magische Moment verging, doch war mir in diesem Moment gleichgültig, ob es sich bei der gemachten Erfahrung um eine Zauberei des Magiers oder um etwas anderes handelte, so erfüllt war ich von dem Erlebten. Als ich mich umblickte, nahm ich wahr, daß Aeitus sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. Sein Blick schien sich in weite Fernen zu verlieren. Als sich unsere Blicke streiften, erkannten wir augenblicklich, daß uns dieses Erlebnis zu Brüdern im Geiste bis zur Ewigkeit gemacht hatte. Doch was war aus unseren Amulettträgern geworden? Was immer auch der Assassine dachte oder fühlte, wurde von der mächtigen Aura des schwarzen Otzelotl verdeckt. Zwar schien das merkwürdige Licht in den Augen mächtiger zu leuchten, doch kann es sein, daß ich mir eine Regung des Assassinen lediglich herbeiwünschte. Der Magier jedoch schien unter starken Schmerzen zu leiden und krümmte sich. Ein leises Wimmern kam unter der Kapuze hervor. Das schloß eigentlich aus, daß es sich um einen Trick des Zauberers handeln konnte. Der Protektor jedoch schien von der gemeinsamen Erfahrung am meisten mitbekommen zu haben. Zwar sah man ihm immer noch an, daß er vom Tode gezeichnet war, jedoch leuchteten seine Augen kraftvoller, und zumindest erschien es so, als habe ihm eine Gottheit oder andere gute Wesenheit einen Aufschub vor dem Tod verschafft. Ehecacohuatltzin bedeutete uns, den Raum zu verlassen, da er den Protektor untersuchen wollte, und so zogen wir uns in das Laboratorium des Magiers zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Aeitus und ich schwiegen beide und hingen unseren Gedanken nach, und so bemerkten wir nicht, wie die Zeit verging. Als der Assassine das Laboratorium betrat, waren ihm die Sorgen um den neu gewonnen Freund, der in diesem winzigen Raum im Sterben lag, anzusehen. Wie kam ich dazu, den Protektor einen Freund zu nennen? ging es mir durch den Kopf. „Lucius Scaevola argens ist über einen sehr langen Zeitraum mit dem Gift der Purpurnen Lilie vergiftet worden, wie mir ki’Ansi berichtete“, sagte der Assassine. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen sofort aufbrechen, wenn wir den Protektor retten wollen!“ Aeitus jedoch sah ihn kopfschüttelnd an. „Du willst allen Ernstes Rhonda diesem Turonk überlassen, um diesen aufgeblasenen Protektor zu retten!“, murrte er. Für einen kurzen Augenblick verlor der Assassine die Kontrolle über seine Aura. Eine Woge des Schmerzes zuckte über sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir deutlich, wie sehr Ehecacohuatlztin die Amazone liebte, und wie groß und unermeßlich sein Verlust und seine Trauer sein mußten. Der Assassine trat zu seinem Freund hin und legte ihm den Arm um die Schultern. „Rhonda würde es verstehen, Aeitus“, sagte er mit leiser Stimme, als würde ihm jedes Wort große Mühe bereiten, „doch hier geht es um einen größeren Einsatz. Der Mann, der dort in diesem Bett im Sterben liegt, ist nur ein Stein von vielen, doch er trägt eine gewaltige und gewichHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tige Aufgabe in der Zukunft für dieses Land. Meine Aufgabe ist es, diesen Stein auf das Spielbrett zurückzubringen und dafür zu sorgen, das daß Spiel weiter gespielt werden kann. Wie auch immer der Ausgang dieses Spieles sein mag, und wer auch immer der Gewinner sein wird. Wenn wir diese Aufgabe erledigt haben, das verspreche ich dir, suchen wir diese Frau, diese Nubyry, oder rächen Rhondas Tod. Ich schwöre es dir, Aeitus, bei meinem Blut!“ Mit seiner üblichen, fast einer Katze gleichen Gewandtheit hatte er einen langen Dolch aus seiner Robe gezogen und ihn sich durch die Hand gezogen. Blut quoll heraus. Aeitus tat es ihm gleich, und beide besiegelten den Schwur mit ihrem Blut. „Was ist mit mir?“, rief ich aus, zog meinen Dolch und schwor ebenfalls, Rhonda aus den Klauen von Turonk zu befreien. Aber erst mußten wir das Land retten. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Aeitus „Malinali“ Es war zu spät am Abend, um noch aufzubrechen. Also verbrachten wir die Nacht mit den Vorbereitungen. Wir entschlossen uns, als Mitglieder der Bruderschaft von Anghkor zu reisen, die mildtätige Gaben der guten Bürger von N&#039;ga Nova in das Waisenhaus der Bruderschaft in Dithorno bringen sollten. Es war natürlich völlig unmöglich, den Assassinen auf ein Reittier zu bringen. Ich wußte gar nicht, ob er überhaupt reiten konnte. Aber jedes Reittier, egal ob Pferd, Nandu oder Armadillo würde sofort die Aura des schwarzen Otlzelotl spüren und den Assassinen augenblicklich abwerfen, denn nicht umsonst ist der Otzelotl das größte und gefährlichste Raubtier in Xiduria. Wir reisten mit kleinem Gepäck, keine sichtbaren oder auffälligen Waffen, die unsere Tarnung zunichte gemacht hätte. Der Assassine trug einen etwa 1 Meter langen, merkwürdigen schwarzen Stab bei sich, den mal als religiöses Artefakt ansehen konnte, da er jeweils an seinen Enden vergoldete Kappen trug. Außerdem war der Stab mit kostbaren Schnitzereien verziert, die jedoch ausgesprochen fremdartig auf mich wirkten. Ich trug meinen Dolch und Maximus sein Kurzschwert, was sich ebenfalls gut in der Kutte eines schwarzen Bruders verbergen ließ. Die schlechten Nachrichten, die uns ki’Ansi noch in seinem Haus mitgeteilt hatte, taten ein übriges, um unseren Aufbruch zu beschleunigen. Von diesen Nachrichten war vor allem Maximus betroffen, und noch nie hatte ich den alten Haudegen so bestürzt und verwirrt gesehen. Der Magier hatte Lucius Scaevola argens gerade noch aus seinem Palast retten können, bevor dort am Tag darauf mit einem Feuerdämon ein D’Ascas aus dem Reich des Feuers mit frischen Truppen eingetroffen war und die Ablösung von Lucius, sowie seine Verschickung in die Alte Welt angeordnet hatte, um sich vor dem MAGHAN zu verantworten. Dieser D‘Ascas war niemand anderes, als der grausame Marcus Tiberius Scylla, die Geisel von Huanaca, der Schlächter der Tacyrer. Maximus hatte dereinst unter ihm in Huanaca gedient, und obwohl Maximus damals vielen Menschen das Leben rettete, indem er sie versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf, wurde er durch den Imperator zu 10 Jahren Dienst in einer Strafeinheit und anschließender Verbannung nach Xanathoria Inferior verurteilt. Jetzt war der Mann, den Maximus für tot gehalten hatte, in Dithorno, und so musste ich nicht nur den ohnehin unbeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij rechenbaren Assassinen im Auge behalten, sondern auch noch einen vor Rachegelüsten bebenden, ehemaligen Centas der Legion, der am liebsten mit seinem Schwert in das Schlafzimmer des neuen Protektors in Dithorno marschiert wäre, um diesen umgehend einen Kopf kürzer zu machen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ich sorgte am nächsten Morgen für einen zweirädrigen Lastkarren, wie er oft von den Bauern in Xiduria benutzt wurde, und diesen beluden wir mit allerlei Lebensmitteln und Amphoren voller Öl und Wein. Zwei kräftige Armadillos sollten den Wagen ziehen, und als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, bezogen Maximus und ich Platz auf dem Kutschbock, während der Assassine behende auf die hintere Ladefläche kletterte. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Armadillos gemacht. Kaum hatten sie die Aura des schwarzen Otzelotl wahrgenommen, gingen sie durch, als sei die Horde der Finsternis hinter ihnen her. Maximus und ich hatten alle Mühe, die Tiere zu lenken und zu beruhigen. So reisten wir von Nga Nova in die Nähe von Dithorno, und ich sah das Land seit unserem Erlebnis im Haus des Magiers nun mit anderen Augen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Im Gegensatz zu Maximus, hatte es mich in der Vergangenheit bereits an viele Gestade und Lande verschlagen, und niemals hatte ich eigentlich erfahren, wo meine Wurzeln waren. Meine Eltern waren Gaukler gewesen und zogen von Stadt zu Stadt. Sie konnten sich einfach nicht erinnern, in welcher Stadt und in welchem Land ich geboren worden war. Schließlich entdeckte ich meine Liebe zur Jagd und zur Natur und durchstreifte allerlei Länder und Wälder auf der Suche nach nach seltenen Tieren oder Abenteuern. Nach Xiduria war ich gekommen, weil es hier die außerordentlich seltenen Salzwasserkrokodile gab, deren Jagd sehr lukrativ war. Doch nun sah ich dieses Land mit anderen Augen. Ich sah die großen Plantagen, in denen das köstlich duftende T’chubac oder Xoxlatl angebaut wurde. Überall wuchsen Bananenstauden, Wolfsmilchgewächse, Dattelpalmen, Drachenbäume, Wacholdergewächse, Lorbeerbäume, Gagelbäume, Xiduriakiefern, Opuntien-, Agaven und Kakteenarten und unzählige Blumen und Orchideen. Meine Augen erblickten ständig neue Wunder dieses Landes, und mein Herz wollte immer noch überströmen vor Freude über dieses wunderschöne Xiduria. Selbst die Eingeborenen, die Chinche, die ich früher herablassend als Bauern beschimpft hatte, kamen mir mit meinen verliebten Augen wie Brüder und Schwestern vor, und wenn wir abends in einem ihrer Dörfer für die Nacht verweilten, gemütlich beim abendlichen Feuer saßen, die Chinche ihre lustigen Lieder sangen und dazu tanzten und wir uns dem Genuß ihres T’chubacs und ihrer vielen verschiedenen Schnäpse sowie ihrer Töchter hingaben, hatte ich das Gefühl, daß ich nach Hause gekommen war. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Ehecacohuatltzin hatte uns eines abends erklärt, daß durch eine äußerst seltene Orchidee, die von den Toquateken „Tränen der Urmutter“ genannt wurde, ein verläßliches Gegengift zur Behandlung einer Vergiftung durch die Purpurne Lilie erzeugt werden konnte. Diese wilde Orchidee wuchs jedoch nur an einer ehemaligen Kultstätte der Toquateken, die in einem verlassenen Tempel der Urmutter in einem verwunscheHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij nen Waldstück in der Nähe von Dithorno lag, so hieß es zumindest. Die Orchidee öffne ihre Blüte nur einmal wöchentlich für genau fünf Minuten. Nur, wenn die geöffnete Blüte geerntet und sofort ausgekocht würde, könne der Sud die notwendige Kraft als Gegenmittel für das Gift der Purpurnen Lilie erreichen und somit das Leben von Lucius Sceavola argens retten. „Eine noch schwierigere Aufgabe hättet ihr nicht für uns ersinnen können, Herr Assassine!“, knurrte Maximus, worauf Ehecacohuatltzin nur mit den Schultern zuckte. Schließlich erreichten wir das Dorf Quahopetl, das in unmittelbarer Nähe der alten Kultstätte lag. Sogleich fiel uns auf, daß es diesem Dorf ausgesprochen gut zu gehen schien. Die Maisfelder, durch die wir fuhren, strotzten nur so vor Kraft und Gesundheit. Statt der üblichen Stroh- und Lehmhütten waren alle Häuser aus stabilen gebrannten Ziegeln gebaut und mit für meine Augen schreiend bunten Szenen bemalt, die Straßen bestanden nicht aus dem üblichen Matsch sondern waren trocken, festgestampft und mit Binsen bestreut, und die Chinche, die wir auf den Straßen sahen, trugen Kleidung aus guten Stoffen in hochwertiger Verarbeitung. Auch einen seßhaften Sumi schien das Dorf zu besitzen, bemerkten wir doch einen Schrein am Rande des Dorfplatzes. Auch, wenn das Dorf nicht besonders groß war, strahlte es doch einen für Chinche ungewöhnlich hohen Lebensstandard aus. Dennoch lag eine unerquickliche Stimmung über dem Dorf, die ich nicht ganz greifen konnte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren Chinche, denen es so gut ging, wie diesen hier, nicht nur selten, sondern auch extrem fröhlich und glücklich. Doch hier in Quahopetl sah ich entschieden zu viele traurige und verschlossene Gesichter, man hörte keine spielenden und lachenden Kinder, und eine bedrückende Stimmung lag wie ein Gifthauch über dem schönen Anblick. Wir hatten es alle bemerkt, jedoch konnte keiner von uns sagen, woran dies liegen mochte. Kaum, daß wir den Dorfplatz erreicht hatten, schritten uns auch schon vier junge kräftige Männer entgegen, die uns bedeuteten, den Karren zu verlassen und uns ihnen anzuschließen. Als uns Ehecacohuatltzin mit einer Geste zu verstehen gab, dem Ansinnen zu folgen, sprangen wie aus dem Nichts einige Jungen herbei, die die Zügel der Armadillos ergriffen und diese wegzuführen begannen. Ich wollte schon protestieren, doch der Assassine beruhigte mich mit einer Geste und sagte leise: „Es gehört zur Gastfreundschaft hier. Sie werden sie bestens versorgen und unsere Sachen nicht anrühren.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Also folgten wir den vier Männern zu einem Haus, auf das die breiteste Straße, die vom Dorfplatz wegführte, zulief und vor dessen Tür sie endete. Dieses eine Haus war größer als die anderen und derart farbenprächtig verziert, daß es beinahe in meinen Augen weh tat. „Dies ist das Haus ihres Häuptlings, Hualpa“, sagte Ehecacohuatltzin, nachdem er sich kurz mit den Männern in deren Sprache beraten hatte. „Er wird uns in seinem Dorf begrüßen.“ Als wir das angenehm schattige und kühle Innere des Hauses betraten und sich unsere Augen, die zuvor noch der grellen Sonne widerstehen mußten, an die angenehmeren Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, sahen wir uns neugierig um. Neben der auch hier Wohlstand ausHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij strahlenden Einrichtung und der üblichen Reinlichkeit dieses Volkes fielen uns jedoch sofort die blauen Trauerbanner auf, die, scheinbar im ganzen Haus aufgehängt, aus leichtem, dünnen Xixal gewebt waren und sich in der fast unmerklichen Brise bewegten. Blau war als Farbe so schwierig herzustellen, daß die Chinche es nur zu Trauerzwecken verwendeten. Auch Ehecacohuatltzin und Maximus hatten die Zeichen der Trauer bemerkt und sahen auf einmal recht ernst drein. Doch wir hatten keine Zeit, uns darüber zu unterhalten, da wir fast sofort von einem circa 14-jährigen, ernsten und unter seiner typischen Bräune blaß wirkenden Jungen in schlichter, blauer Kleidung empfangen wurden, der leise, aber fest sagte: „Willkommen, Fremde. Bitte tretet ein und ruht euch von der Reise aus. Ich bin Ninancoro, der älteste Sohn von Häuptling Hualpa. Meine Schwester Quispe-Cusi wird Euch sogleich Erfrischungen bringen.“ Mit diesen Worten hatte er uns in einen recht großen Raum geführt und bedeutete uns, auf bestickten Sitzkissen rund um einen aus Maisstroh geflochtenen und bunt eingefärbten, niedrigen Tisch herum Platz zu nehmen. Sobald wir saßen, ging er wieder und ein hübsches junges, ebenfalls in Blau gekleidetes Mädchen, nicht älter als Elf oder Zwölf, kam mit einem für sie fast zu groß wirkenden Maisstroh-Tablett hereingewankt, welches sie auf dem Tisch abstellte, eine leichte Verbeugung andeutete und sich wieder entfernte. Auf dem Tablett befanden sich zwei tönerne Krüge, der größere mit Wasser, der kleinere, mit einem Korken verschlossene, enthielt einen starken Maisschnaps, wie wir nach einer kleinen Untersuchung feststellten. Für jeden von uns stand eine Trinkschale bereit. In der Mitte des großen runden Tabletts befand sich eine Schale mit kühlem Wasser, auf dem die Blütenblätter des Xibi-xkus schwammen, einer einheimischen Pflanze, die überall als Hecke gepflegt wurde, aber wunderschöne große rote Blüten trieb, die betörend dufteten. Neben jeder der Schalen lag ein XixalTuch. Beides war dafür gedacht, sich den Reisestaub abzuwaschen, wenn es beliebte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Alle drei nutzten wir das Angebot, was uns sehr erfrischte, und wir befeuchteten unsere ausgedörrten Kehlen mit dem kühlen, süßen und erstaunlich klaren Wasser aus dem Krug. Keiner von uns versuchte sich am Schnaps, wir hatten schließlich noch viel Arbeit vor uns. Kaum hatten wir uns erfrischt, kehrte Ninancoro zurück, der jedoch hinter der Erscheinung des Häuptlings, wie wir vermuteten, klein und unbedeutend erschien. Er kündigte an: „Hualpa, Häuptling von Quahopetl“, und dieser ließ sich auf einem stark verzierten Hocker am Ende des Raumes nieder, was ihn natürlich gegenüber seinen Gästen erhöhte. Sein Sohn stellte sich schräg hinter seiner linken Schulter auf. Wir rückten unsere Sitzkissen so, daß wir Hualpa ansehen konnten und verneigten uns leicht im Sitzen, während wir ihn betrachteten. Hualpa war ein beeindruckender Mann – nicht groß, wie alle Chinche, aber mit einer beeindruckenden Statur und breiten Schultern, ein Mann in seinen besten Jahren. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende 30. Auch er trug hauptsächlich Blau und ich vermutete, daß sein üblicher Staat, in dem er Gäste empfing, nicht so schlicht war. Dennoch trug er einen verzierten Kopfputz mit Federn und Halbedelsteinen, den ich nur bewundern konnte. Für einen unbedeuHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij tenden Dorfhäuptling war dies schon ein sehr üppiger Kopfputz. Ehecacohuatltzin stellte uns vor, wohlweißlich seinen „offiziellen“ Namen – Caligula Lupus – nennend, um die Dörfler nicht mit seinem toquatekischen Namen zu verschrecken. Nachdem diese Formalität erledigt war, sprach Hualpa mit wohlklingender, aber trauriger Stimme: „Ich, Hualpa, heiße Euch als Gäste in meinem Dorf willkommen. Bitte nehmt die Gastfreundschaft meines Hauses an. Was führt Euch hierher? Womit können wir Euch, ihr Diener des Reiches des Feuers, behilflich sein?“ Wieder ergriff der Assassine das Wort. „Wir danken dir für deinen Willkommensgruß und deine Gastfreundschaft. Wir sind gekommen, weil wir eine seltene Pflanze suchen, die nur in dem Schrein der Urmutter, der sich in der Nähe deines Dorfes befindet, wachsen soll. Es ist eine Orchidee, die „Tränen der Urmutter“ genannt wird. Kannst du uns helfen, sie zu finden?“ Für einige Herzschläge sah Hualpa verständnislos drein, doch dann erwiderte er: „Seltsame Namen verwendet ihr, wie sie die Toquateken benutzen.“ Für einen Moment glaubte ich, tiefes Mißtrauen und Haß in seinem Blick zu lesen, doch der Eindruck verschwand schnell. Der Assassine hatte wohl recht getan, seinen toquatekischen Namen zu verheimlichen. „So laßt Euch gesagt sein, daß dies die heilige Stätte von Malinalhuatl ist, nicht der Schrein der Urmutter. Dies ist schon seit vielen Generationen so. Die Orchidee, die ihr sucht, kenne ich jedoch nicht.“ Für einen Moment hatte ich das Gefühl, Hualpa wollte noch etwas hinzufügen, doch er stockte nur und schloß dann seinen Mund, auf unsere Erwiderung wartend. „Bitte gestattet uns, die heilige Stätte von Malinalhuatl aufzusuchen. Wir werden selbst nach der Blume suchen. Wir schwören Euch, daß wir die heilige Stätte nicht entweihen werden.“ Hualpa überlegte einen Moment, wobei er uns abschätzend betrachtete. Irgend etwas beunruhigte ihn, das konnte ich deutlich erkennen. Doch schließlich sagte er: „Es liegt nicht in meiner Macht, irgend einem Wesen auf der Welt zu verbieten, Malinalhuatl aufzusuchen. Doch wird Euch unser Sumi begleiten, denn niemand sonst wagt es, Eigentum der Herrin der Pflanzenwelt zu entwenden, ohne Unheil über sich selbst und unser Dorf zu bringen. Tut, was er sagt. Schändet Ihr Malinalhuatls Altar, wird nur Euer Blut ihn wieder rein waschen können.“ Nach dieser feierlichen Drohung, die ich nicht ohne ein heftiges Schlucken hinnehmen konnte – er hatte immerhin ganz klar gemacht, was diese Stätte für sein Dorf bedeutete – entspannte sich seine Haltung sichtlich. Er schickte seinen Sohn los, um den Sumi, einen alten Mann namens Atoc-Suqui, der über und über mit rituellen Narben bedeckt war, zu holen. Dieser sollte uns zur heiligen Stätte der Malinalhuatl führen. Da er nicht über Nacht dort sein wollte – warum, sagte er uns nicht - , beschlossen wir, früh am nächsten Morgen aufzubrechen. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Der Weg führte uns über einige Stunden hinweg zunächst durch üppige Maisfelder, später über trockene Prairie. Wie aus den Nichts erschien am späten Vormittag dann jedoch ein Flecken Dschungel, der so aussah, als gehöre er nicht hierher. Kein Übergang war in der Landschaft erkennbar, die trockene Grasebene hörte auf, der Dschungel begann. Es war nur eine kleine Stelle, die man in einem halben Tag umrunden konnte, doch sie Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wirkte alt und sehr üppig. Als wir vorsichtig in den Flecken Dschungel eindrangen, wies uns der alte Sumi darauf hin, daß wir kein Blatt knikken und keine Frucht oder Blüte pflücken sollten, ohne ihn vorher zu befragen. Er selbst bewegte sich unglaublich vorsichtig durch den Wald, keine für mich erkennbare Spur dabei hinterlassend. Wir versuchten, es ihm nachzutun, waren dabei jedoch nicht ganz so erfolgreich. Der Dschungel war atemberaubend schön, und wieder sang mein Herz, das erst vor so kurzer Zeit seine Liebe zu diesem Land entdeckt hatte, und ich sah an Maximus&#039; Gesicht, daß es ihm ähnlich gehen mußte. Die sengende Sonne war durch ein dichtes Blätterdach verborgen, durch das sie nur hier und da hindurchblitzte, helle Flecken auf den üppig bewucherten Waldboden malend. Das Licht war grün, der Boden angenehm weich. Die warme, feuchte Luft roch so reichhaltig nach Pflanzen und Leben, daß ich sie tief in meine Lungen einsog, dabei den ungewöhnlichen Geräuschen lauschend, die mir fremde Tiere, die ich nicht sehen konnte, hoch über uns im Blätterwerk erzeugten. Wunderschöne Blüten, pralle Früchte, fremdartige Pflanzen, das Ganze erschien mir so exotisch, daß ich mich tagelang hier hätte aufhalten können. Ein winziger, grünschillernder Vogel mit einem langen Schnabel, dessen Flügel sich so schnell bewegten, daß man nur ein Flirren in der Luft sah, schwebte über einer Blüte und bewegte sich ruckartig weiter zur nächsten. Fasziniert wollte ich stehen bleiben, doch der Sumi drängte uns mit Blicken über die Schulter und Gesten voran. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Nach kurzer Zeit kamen wir zum Herzen dieses wundervollen Waldstückes: ein von allen Gewächsen befreiter Platz, so groß wie der Empfangsraum des Häuptlings, mit einem Altar in der Mitte und einer verwitterten Götterstatue darüber, die nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Altar hatten sich dicke, dunkle Krusten gebildet, die ich für Blut hielt, und ein Schwarm Fliegen summte darüber in der Mittagssonne. Der Sumi hielt inne, erstarrte förmlich. Das war nicht das, was er zu finden erwartet hatte, das spürte ich deutlich. Auch mir erschien es befremdlich, daß eine Göttin der Vegetation den Platz rund um ihren Altar von Pflanzen befreien sollte. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, raschelte neben uns etwas im Unterholz. Es schien ein großes Tier zu sein, und ein weißes dazu, denn ich sah einen sehr hellen Schemen, der aus einem Gebüsch aufsprang und wegrannte. Ehecacohuatltzin, der nun einmal phantastische Reflexe hatte, setzte dem flüchtenden Wesen nach, und das brachte mich auf den Gedanken, daß es gar kein Tier gewesen sein mußte. Auch der besorgte Blick des Sumi schien etwas ähnliches zu sagen. Nur einige Augenblicke später kehrte Ehecacohuatltzin zurück, ein junges Mädchen am Arm hinter sich her schleifend, das sich heftig wehrte, jedoch keinen Laut von sich gab. Als der Assassine mit dem Mädchen vor uns stand, schob er sie vor sich und packte sie von hinten an beiden Armen, so daß sie sich kaum noch bewegen konnte, ohne sich selbst weh zu tun. Als sie dies merkte, schien sie sich in ihr Schicksal zu ergeben und stand ruhig, mit hoch erhobenem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck, vor uns, so daß wir Zeit hatten, sie uns zu betrachten. Sie war recht klein, so wie alle Chinche, ging mir nur knapp bis zur Schulter, und Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ich bin kein großer Mann. Sie trug die hüftlangen, blauschwarz in der Sonne glänzenden Haare zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten, die jedoch struppig aussahen, so als hätte sie sich lange nicht neu frisiert. Auch ihr naturgebleichtes, am Rand aufwändig besticktes Kleid sah so aus, als hätte sie einige Nächte darin auf dem Waldboden gschlafen. Ihr Geruch war jedoch nicht unangenehm, sondern der des Waldes. Das Mädchen war jung – ich hätte sie auf 16 Jahre geschätzt – und eigentlich sehr hübsch. Sie hatte die typischen schwarzen Augen der Chinche und einen wunderschönen bronzenen Hautton. Hätte sie uns nicht so finster angestarrt, ich hätte gerne mein Bett für eine Nacht mit ihr geteilt. Und ihre Haltung war nahezu königlich. Beinahe hätte ich versäumt, den Blick des Sumi zu bemerken. Offensichtlich kannte er das Mädchen! „Wer bist du, und warum folgst du uns?“ fragte Ehecacohuatltzin nun von hinter ihr mit einer leichten Drohung in der Stimme. Sie jedoch antwortete nicht direkt, sondern wandte sich an den Sumi: „Warum hast du diese Leute hergeführt? Du weißt, was passieren könnte.“ Der letzte Satz klang beinahe verzweifelt und resigniert und schien so überhaupt nicht zu ihrer stolzen Haltung zu passen. „Wer ist die Kleine, Atoc-Suqui?“ fragte der Assassine nun den Sumi, da sie offensichtlich nicht vor hatte, ihm zu antworten. Der Sumi schien ein wenig in sich zusammen zu sacken und antwortete leise: „Das ist Malinali, die ältesten Tochter des Häuptlings Hualpa.“ &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Was geht hier vor, wieso lebt sie an dieser Kultstätte im Dschungel, warum bestraft Ihr sie?“, knurrte der Assassine den Sumi an, während die Aura des schwarzen Otzelotl wie eine Flamme im Gesicht des Assassinen aufloderte. Plötzlich schien der Sumi zu begreifen, wen er da zu diesem heiligen Ort geführt hatte. Augenblicklich sank der Sumi zu Boden und führte die uralte rituelle Geste des Erdeküssens der Toquateken vor Ehecacohuatlztin aus. „Oh, Oh, Oh!“, jammerte der Sumi, „verzeiht, dass ich euch den gebührenden Respekt verweigert habe, Diener des Tlitlic Otzelotl, ich werde….. „! Für einen Moment konnte ich den animalischen Zorn, der im Geist des Assassinen tobte, auf seinem Gesicht erkennen und mir war klar, dass das Leben des Sumi an einem seidenen Faden hing. Was musste es den Assassinen für eine Kraft kosten, sich ständig zu kontrollieren und den in ihm wohnenden Geist dieses Raubtieres nicht frei zu lassen? „Du Narr, hältst mich für einen Diener!“ zischte der Assassine. „Schau mich an, was siehst du?“ Der Sumi, der immer noch in der unbequemen Stellung des Erdeküssens verharrte, sah nach oben, und seine Augen quollen ihm aus dem Kopf. Augenblicklich entleerten sich seine Blase und sein Darm, als er die Wahrheit erkannte. Bis dahin wusste ich auch nicht so genau, was der schwarze Otzelotl für die Toquateken und Chinche eigentlich war. Ehecacohuatltzin erklärt es mir später so: Der schwarze Otzelotl war der toquatekische Gott der Geheimnisse, der Niedertracht, der Heimtücke und der List. Wenn Chinche oder toquatekische Eltern Probleme mit unerzogenen Kindern hatten, stellten sie ihnen eine kleine Tonfigur, die Nachbildung eines schwarzen Otzelotls, ins Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij Fenster und sagten, die Tonfigur wäre eine Warnung des schwarzen Otzelotl, die er ihnen in der Nacht gebracht hätte. Ändern die Kinder dann ihr Verhalten nicht, so sagten die Priester, würden die Kinder vom schwarzen Otzelotl geholt und natürlich von ihm aufgefressen. Dass der Otzelotl das größte Raubtier in Xiduria war, machte die Angst vor dem Gefressen werden glaubwürdiger. Die Androhung wirkte bei Kindern angeblich immer. Wenn ein Toquateke einen anderen anlog sagte er, er wäre vom schwarzen Otzelotl besessen gewesen, was natürlich meistens nicht stimmte. Jeder Herrscher der Toquateken würde sich, bevor er einen Krieg begann oder führte oder eine Fehde oder einen Rivalen in seinem Reich ausschalten wollte, eines Priester des schwarzen Otzelotl bedienen. Was auch immer die Toquateken mit Caligula gemacht hatten, um ihn zu einem Priester des schwarzen Otzelotl zu machen, es musste ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß voller Entbehrungen gewesen sein, denn soweit mir bekannt war, gab es im Reich der Toquateken und in ganz Xiduria nur noch einen weiteren schwarzen Otzelotl, den Ehecacohuatlztin seinen alten Meister nannte. Alle anderen Anwärter für den Orden des schwarzen Otzelotl hatten die Ausbildung nicht überlebt. Doch kehrten wir nach diesem Ausflug in die Götterwelt der Toquateken zu unserer langweiligen Geschichte „Wir retten den Protektor“ zurück. Was auch immer der Sumi gegessen hatte, ich vermutete, es waren Bohnen, es stank erbärmlich. Maximus und ich hielten uns die Nase zu. Auch das Mädchen, daß sich immer noch im Griff des Assassinen befand, wand sich nun und versuchte, sich die Nase zuzuhalten. Für einen kurzen Moment, so kam es mir vor, hatte Malinali tiefblaue Augen, doch das war unmöglich, kein Chinche oder Toquateke, egal ob Mann oder Frau, wurde je mit blauen Augen gesehen. Wir erlaubten dem Sumi schließlich, sich zu säubern, was dieser unter großem Jammern und Wehklagen tat, nachdem Ehecacohuatltzin offensichtlich beschlossen hatte, ihn am Leben zu lassen. Er beklagte lautstark die Entweihung der Kultstätte durch sein Mißgeschick und schien untröstlich zu sein. Dann befahl uns der Assassine, weder den alten Priester noch Malinali aus den Augen zu lassen. Wie er uns mitteilte, gingen uns die Sorgen und Nöte der Einheimischen nicht das Geringste an, und immerhin hätten wir schwergewichtigere Probleme zu lösen. Nachdem er diese kleine Rede gehalten hatte, was für den schweigsamen Assassinen recht erstaunlich war, verschwand er im Unterholz, um nach der „Träne der Urmutter“ zu suchen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er zurückkehrte. Ich versuchte, während wir warteten und unser Lager bereiteten, mit der schönen Malinali zu tändeln, doch schien diese in ihrer eigenen Welt versunken zu sein, und kein gutes Wort von mir oder Maximus wollte ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nur ab und zu blitzten die Blicke zwischen ihr und dem Sumi hin und her. Schließlich kehrte der Assassine zurück, in jeder Hand eine kleine rote Orchidee mit geschlossener Blüte, und schon jetzt kam es mir so vor, als würde die Orchidee nie mehr blühen wollen. Als Malinali die beiden bedauernswerten Blüten sah, schrie sie entsetzt auf und hielt sich die Hände vor den Mund. „Was habt Ihr mit diesen armen xocoyol xochitl gemacht? S&#039;uquay!“, sagte das Mädchen mit fester und empörter Stimme. Für einen Moment schien der Assassine sprachlos zu sein, dann drückte er die beiden zarten Pflanzen Malinali in Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij die Hände, die ohne zu zögern auf den großen Assassinen zugelaufen war und mit einer entschiedenen Geste die Herausgabe der Pflanzen eingefordert hatte. Sofort begann die Chinche, nach Behältnissen zu suchen, in die sie bedauernswerten Pflanzen setzen konnte und versuchte, diesen alle Pflege und Liebe angedeihen zu lassen, die eine kostbare Orchidee verdient hatte. „Was habt Ihr mit diesen beiden Orchideen vor? Es ist sehr traurig, dass Ihr sie so grob behandelt habt, das ist die einzige Pflanze, aus der ein Gegengift gegen das die purpurnen Lilie gewonnen werden kann, und hier gibt es nur noch diese zwei Pflanzen, und jetzt habt Ihr sie einfach herausgerissen! Wisst Ihr, dass man das Gegengift nur dann gewinnen kann, wenn diese Orchidee blüht, und wisst Ihr auch, dass sie dies nur einmal am Tag eine Stunde……!“, sprudelte Malinali hervor, immer noch empört und sehr autoritär. Dann verstummte sie schlagartig, als sie in das vor Entsetzen verzerrte Gesicht von Ehecacohuatlztin blickte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; „Nur diese zwei Pflanzen?“, keuchten Maximus und ich überrascht auf. „Sorgt euch nicht!“, sagte Malinali ungerührt. „Ich kann die eine Pflanze wieder verwurzeln, damit sie nicht ausstirbt, und die andere vielleicht noch drei Tage in einem Behälter, getrennt von Malinalhuatl, am Leben erhalten und zum erblühen bringen, also wer von euch ist vom Gift der purpurnen Lilie vergiftet, wem soll durch den Sud der Blüten geholfen werden?“ Für einen Moment sagte keiner der Getreuen ein Wort. Während Maximus verlegen einen Haufen Blätter mit dem Fuß von einer Stelle zur anderen schob, zählte ich angestrengt die umhersirrenden Insekten „Wir haben über eine Woche gebraucht, um von N&#039;ga Nova hierherzukommen“, stellte der Assassine fest, ohne dabei jemanden bestimmtes unserer Gruppe anzusprechen. „Es gibt nur eine Möglichkeit: ich muss selbst gehen, doch dafür brauchen wir jemanden, der bereit ist, freiwillig den Weg des Blumentodes zu gehen.“ „Was meinst du mit Blumentod?“, fragte Maximus. „Ich meine, dass jemand aus unserer Mitte bereit sein muss, sich dem schwarzen Otzelotl als Menschenopfer darzubringen, damit ich das Leben des Lucius Scaevola argens retten kann!“, antwortete Ehecacohuatltzin. Für einen Moment schwiegen wir alle. Dann starrten alle den einen Mann an, den wir in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft entbehren konnten: den Sumi des Dorfes, AtocSuqui. Dieser schaute uns unterdessen einem nach dem anderen in die Augen, verdrehte sodann die seinigen nach oben und stürzte bewusstlos auf den Boden. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Bericht Maximus „Die Errettung“ Nein, wir mussten den bedauernswerten Sumi nicht opfern. Was in den folgenden zwei Tagen geschah, erscheint mir nun, da ich es berichten soll, wie ein finsterer Traum. Ehecacohuatltzin begann umgehend ein langwieriges, mehrere Stunden dauerndes Ritual. Noch immer war uns unklar, was er vorhatte, und wie es seine Art war, hatte er es nicht für nötig gehalten, uns vorher darüber aufzuklären, wie er das Leben des ehemaligen Protektors doch noch retten wollte. Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen. Statt dem Sumi hatten wir mehrere Opoks gefangen, die der Assassine nun seinem finsteren Gott als Opfer darbrachte. Der Sumi hielt sich, so weit Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij wie es noch, ohne unhöflich zu sein, möglich war, von dem Assassinen fern. Schließlich entledigte sich Ehecacohuatltzin seiner Kleidung, und im dämmrigen Licht des Feuers stockte uns der Atem, als wir seinen nackten Körper erblickten. Es schien keine Stelle am Körper des Mannes zu geben, die nicht von einer Narbe oder Narbengewebe bedeckt war. Welche Schmerzen und welche Qualen musste dieser Krieger in seinem Leben bereits erlitten haben. Doch am meisten faszinierten mich die Tätowierungen auf der Brust und auf dem Rücken des Assassinen. Es waren hervorragende Arbeiten. Die Farben hatten eine Intensität und Leuchtkraft wie ich es noch nie bei einer Körperbemalung erblickt hatte. Es waren vier Tierfiguren dargestellt. Auf der Brust waren eine gestreifte Katze im Sprung dargestellt, die Ehecacohuatltzin später einmal einen Tiger nannte und ein bedrohlich wirkender Drache im Flug. Auf dem Rücken ein Insekt, das man Gottesanbeterin nennt und eine gefährlich und giftig aussehende Schlange. „Bei den Göttern!“, wunderte sich Aeitus, „woher hast du diese wunderbaren Tätowierungen?“ „Ich kann mich nicht erinnern!“ antwortete der Assassine mit angestrengter Stimme, während er gerade einem Opok das Herz herausschnitt und das Blut auf seinem Körper verstrich. „Du kannst dich nicht erinnern woher du diese wunderbaren Tätowierungen…? “, sagte ich, als mich dieser mörderische Blick des Assassinen traf, der keine Widerworte und keine Gegenrede zulässt. Also schwiegen Aeitus und ich, doch ich nahm mir vor, dass ich schon irgendwann hinter das Geheimnis des Assassinen kommen würde. Das Ritual schien Stunden zu dauern. Während Aeitus und ich dem merkwürdigen Treiben des Assassinen nur mit halbem Ohr zuhörten, schienen Malinali und der Sumi von dem, was hier geschah, im höchstem Maße fasziniert und entzückt. Schließlich endete das seit Sunden andauernde eintönige Gemurmel und Geseufze in der Sprache der Toquateken, und es wurde totenstill auf dem Lagerplatz. Ehecacohuatltzin stand, leicht schwankend, in allerlei blutigen Tierkadavern, von oben bis unten mit Blut beschmiert, und hielt sich eine kleine Phiole mit einer schwarzen Flüssigkeit an die Lippen. Er trank genau drei Tropfen aus der Phiole, die er sodann mit einem kleinen Korken wieder verschloß. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis ein scharfer Wind über unseren Lagerplatz fuhr und die Pflanzen und Bäume zum schwanken brachte. Ehecacohuatltzin brach mit einem Wimmern in die Knie und stieß dann einen grausigen Schrei aus. Dann hörten wir entsetzt, wie Knochen brachen, aneinanderschabten und sich wieder zusammenfügten. Die Kiefer des Assassinen verlängerten sich um mehrere Handbreit, während sein Gesicht sich zu einem Tiergesicht verformte. Die Hände und Füße wurden zu Klauen und dann zu riesigen Tatzen einer Raubkatze. Einer sehr grossen Raubkatze, einem schwarzen Otzelotl, um genau zu sein. Normalerweise bestand ein Otzelotl aus fünf Zentnern reinen Muskeln, wobei die Beine bis zum Bauch mit Fell in der Struktur und Art eines gefleckten Leoparden oder Jaguars bedeckt war. Der Rest des Tieres bestand aus Schuppen. Dieser Otzelotl jedoch war von einer erschreckenden Schwärze, während seine Schuppen zusätzlich mit langen Knochendornen besetzt waren und leicht rötlich schimmerten. Die Reißzähne waren mindestens eine Handbreit länger ausgeHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij bildet, als es bei einem Otzelotl üblich ist, und er war größer, viel größer. Er wog mindestens zehn Zentner. Ehecacohuatltzin hatte uns befohlen, Malinali und mich nach seiner Verwandlung auf seinem Rücken festzubinden, damit er die Rückreise nach N&#039;ga Nova umgehend beginnen konnte, denn wir hatten nur noch drei Tage, bis die letzte der Tränen der Urmutter blühen würde und die letzte Chance vertan war, Lucius Scaevola Argens zu retten. Mich hatte er ausgewählt, da ich kleiner und leichter als Aeitus war, und um Malinali zu beschützen. Vorsichtig näherten wir uns dem riesigen Tier, und Malinali streichelte vorsichtig über das Fell, was sich der Otzelotl ohne weitere Gegenwehr gefallen ließ. Er schnaubte lediglich und ließ ein tiefes ur-weltliches Grollen aus seiner Kehle er-klingen, was uns offensichtlich Ansporn sein sollte, uns ein wenig zu beeilen. Aei-tus sollte dann mit dem Gepäck und un-serem Wagen die Rückreise nach N&#039;ga Nova alleine antreten. Ich hatte nur mein Kurzschwert im Gürtel und die merkwür-dige Waffe des Assassinen, die wie ein Zeremonienstab wirkte, auf den Rücken gebunden. Malinali trug nur vorsichtig die Pflanze, die sie mit ihren Händen vor Unbill und Leid zu beschützen versuchte. Sie fragte sich insgeheim, ob es diesem scheinbar sehr zaubermächtigen Mann, der nun in Gestalt eines schwarzen, wunderschönen Ozelotl vor ihr stand, tatsächlich gelingen sollte, sie von hier weg zu bringen. Alle ihre bisherigen Versuche, aus dem Umfeld ihres Dorfes zu entfliehen, hatten wieder an der Altarstatt des Baba Croqua geendet. Er wollte sie offensichtlich nicht von hier weg lassen. Deshalb hatte sie auch im Wald gehaust – das war so weit wie möglich weg von ihrem Dorf gewesen. Würde dieser Mann es schaffen, sie tatsächlich mitzunehmen? Sie hoffte es sehr. Und dies würde die Gegenleistung dafür sein, daß sie ihre schöneren Kräfte einsetzte, um die xocoyol xochitl lebend und blühend ans Ziel zu bringen. Endlich würde zumindest ihr Dorf frei sein, wenn sie selbst dies wohl auch niemals sein konnte. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Als wir auf dem Rücken des riesigen Tieres sassen, stieß dieser wiederum ein tiefes Grollen aus seinem riesigen Maul hervor, rollte die roten Augen und lief los. Es war mehr ein Springen, und schon nach wenigen Minuten begannen mir alle Knochen und Weichteile zu schmerzen und mir wurde deutlich, warum Ehecacohuatltzin darauf bestanden hatte, daß wir uns auf seinem Rücken festbanden. Der wilde Ritt ging über Felder und Wiesen, durch Wälder und Flussläufe. Zwar versuchte Ehecacohuatlztin, alle bewohnten Bereiche zu meiden, doch bin ich sicher, dass wir gesehen wurden, und wenn wir schon nicht gesehen wurden, so waren wir bestimmt zu hören. Denn von Zeit zu Zeit stieß der Assassine in seiner Tierform ein fürchterliches Gebrüll aus. Von Stunde zu Stunde wurde für Malinali und für mich das Reiten auf dem Rücken des schwarzen Otzelotl unerträglicher, und an manche Abschnitte der Reise kann ich mich nur noch wie an einen durchlebten Alptraum erinnern. Trotzdem schien der Assassine instinktiv zu spüren, wenn wir dringend einer Pause bedurften, um zu speisen oder anderen dringenden Geschäften nachzugehen, die für Menschen auch auf einer Reise selbstverständlich sind. In den Pausen verschwand der Otzelotl und kehrte mehr als einmal mit einer blutverschmierten Tatze Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij und Schnauze zurück, was ich mit einem Schaudern zur Kenntnis nahm – Malinali hingegen schien das nicht im Geringsten zu stören. Schließlich erreichten wir am Abend des dritten Tages die Randgebiete von N&#039;ga Nova. Ehecacohuatltzin hatte es geschafft. Schwankend und aus allen Poren dampfend und schwitzend, kam das riesige Tier zum Stehen, und ich stellte ohne jeden Zweifel fest, dass der Schweiß eines schwarzen Otzelotl nicht zu den Gerüchen gehört, die man unbedingt auflegen sollte, wenn man einer Dame imponieren will. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Wir versteckten uns und warteten darauf, dass die Dunkelheit hereinbrach. Malinali wurde immer nervöser, denn der Zeitpunkt, an dem die Pflanze erblühen sollte, rückte immer näher. Ohne, dass wir es bemerkt hatten, war das riesige Tier im Unterholz verschwunden, und kurz darauf stand der nackte, von oben bis unten mit Schlamm und verkrustetem Blut bedeckte Assassine in seiner menschlichen Gestalt vor uns. Die An-strengung der Verwandlung und der Rei-se waren ihm in tiefen Falten in sein Ge-sicht gegraben, und seine Augen waren blutunterlaufen. Begeistert nahm der As-sassine zur Kenntnis, dass Malinali und ich in der Hektik des Aufbruches seine Kleidung vergessen hatten. Er warf uns einen wahrhaft mörderischen Blick zu, nahm jedoch immer noch schwer keu-chend und nach Atem ringend seinen Stab entgegen. Schließlich bedeutete uns Malinali, dass es nun Zeit sei, aufzubrechen, und so liefen wir los zum Haus des ki’Ansi. Den Assassinen nahmen wir in die Mitte, hoffend, dass seine Nacktheit in der Dunkelheit nicht so auffallen würde. Und diesmal half uns N&#039;ga Novas schlechter Ruf, dass sich niemand um den anderen kümmerte, und so erreichten wir das Haus des Magiers ,ohne angesprochen zu werden, wenn auch so mancher Passant uns verwunderte oder erstaunte Blicke zuwarf. Wir klopften, doch niemand öffnete uns. Schließlich gelang es Ehecacohuatltzin, die Tür zu öffnen, und wir drangen in das Haus ein. Sofort sprang eine dunkle Gestalt auf den Assassinen zu. Ich sah, wie etwas silbern aufblitzte, dann brach der Mann gurgelnd zusammen. Der Assassine hatte mit einem Schlag seines Handballens den Kehlkopf des Angreifers zertrümmert. Ehecacohuatltzin warf mir einen Blick zu, und ich warf ihm seinen Stab hinüber, während ich mein Kurzschwert zog und die neugierige Malinali hinter mich drükkte. Plötzlich tauchte vor mir ein schwarzer Schatten auf, und ich stieß diesem mein Kurzschwert in den Bauch. Inzwischen hatte der Assassine seinen Stab mit beiden Händen gepackt und zog diesen auseinander. „Ein Zweiklingenschwert!“, entfuhr es mir vor Überraschung. Dann trat der Assassine in Aktion. Die Klingen wirbelten wie silberne Blitze um den Assassinen herum, während er sich langsam in das Haus des Magiers hineintastete. Jetzt verstand ich auch, warum die Toquateken den Assassinen „Ehecacohuatltzin“, Wirbelsturm, nannten. Finger, Hände und andere Körperteile flogen durch die Luft, während schwarz gekleidete Angreifer auf uns losstürmten und meistens von dem Assassinen abrupt zum Stillstand gebracht wurden. Blut spritzte an Decken und Wände, und mir blieb keine andere Aufgabe, als die Wenigen, die den Angriff auf den Assassinen mit erheblichen Beschädigungen überstanden hatHijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij ten, von ihrem Elend zu befreien. Schließlich erreichten wir das verwüstete Labor und fanden den leblosen Magier auf dem Boden liegend, während Ehecacohuatlztin wie von Sinnen in das Schlafgemach des kranken Exprotektors stürmte. „Malinali, kümmere dich nicht um ki’Ansi, folge Ehecacohuatltzin!“, rief ich der Chinche zu, die beherzt und ohne mit der Wimper zu zucken, die Orchidee mit ihrem Körper schützend, hinter dem Assassinen herlief. Wieder kam es mir so vor, als hätte ich für einen kurzen Moment eine tiefblaue Verfärbung ihrer Augen bemerkt. Der Brustkorb des Magiers hob und senkte sich, er war also noch am Leben. Dann stürmte ich mit meinem blutbefleckten Schwert in die Schlafkammer von Lucius Scaevola argens. Während die beiden Schwerter von Ehecacohuatltzin in einem der gedungenen Mörder steckten, war es offensichtlich einem anderen gelungen, den immer noch geschwächten Assassinen mit einer Keule zu treffen. Betäubt sank dieser auf den Boden und ließ langsam die Schwerter los. Malinali sah unterdessen entsetzt auf die Orchidee, deren Blütenkelch sich gerade zu öffnen begann, und eilte an mir wieder vorbei, in das verwüstete Labor. Eilig suchte sie ein Behältnis, in dem die Orchidee ausgekocht werden konnte, um das Gegengift zu erlangen, was den ehemaligen Protektor retten sollte. Noch ein Gegner lauerte hinter der Tür und begann, mit wilden Hieben seines Krummsäbels auf mich einzuhacken. Natürlich hatte ich damit ein Problem, und so kam es zu einem erhitzten Gefecht, während ich befürchten musste, das Ehecacohuatltzin seinem Gegner unterliegen würde. Gerade holte dieser mit seiner Keule zum letzten und entscheidenden Schlag aus, und falls er traf, würde er dem Assassinen den Schädel einschlagen. Es gelang mir, meinen Gegner durch einen raschen Hieb von seinem Krummsäbel und seiner rechten Hand zu befreien und mit einem weiteren Stoß mein Kurzschwert in die Eingeweide zu rammen, als der Kämpfer mit der Keule zu schwanken begann und mit einem überraschten Gesichtsausdruck erst seine Keule fallen ließ, um dann zusammenzubrechen. Im Bett saß Lucius Scaevola argens aufrecht und hatte seinen silbernen Arm ausgestreckt. Aus einem der Finger stammte der Bolzen, der nun im Hinterkopf des Angreifers steckte. Der kranke Protektor grinste mich an, murmelte „Das war der Torreon!“, verdrehte die Augen und fiel bewusstlos auf sein Lager zurück. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich standen wir alle um das Lager des ehemaligen Protektors und bewunderten Malinali, die diesem vorsichtig einen streng riechenden Sud verabreichte. Ehecacohuatltzin stand schwankend neben mir und hatte sich eine Kutte des Magiers umgebunden, um seine Blösse zu bedecken. Nachdenklich rieb er eine große Beule am Hinterkopf. Malinali kicherte leise vor sich hin, als sie dies bemerkte, doch plötzlich sah sie um den Hals des Assassinen das geheimnisvolle Amulett, mit dem Kopf der Hydra. Ihre Augen wurden groß, die fröhliche Miene – ihr erstes Lächeln übrigens, seit wir ihr begegnet waren – verschwand, und voller Panik zerrte sie an ihrem Kleid, so dass sie fast den kostbaren Trank verschüttet hätte, dessen Ursprung – die Orchidee - wir unter soviel Gefahren hierher gebracht hatten, um den Protektor zu retten. Bis auf Lucius Scaevola argens, der mit sich und dem bitteren und übelriechenden Sud der Orchidee beschäftigt Hijklmnopqrsb PQRS&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;abcdefij war, zuckten wir alle vor Überraschung zusammen, als Malinali ein ähnliches Amulett hervorholte, das jedoch trotz seiner Unterschiede – es war mit getrockneten Maiskörnern besetzt, wie passend für eine Bäurin mit einem Händchen für Pflanzen - unverkennbar war. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr verwunderte, dass Malinali auch zu dem erlauchten Kreis derer gehörte, die offensichtlich über ein solches Amulett der Hydra verfügten, oder wie das Amulett von Ehecacohuatlztin, das er vor drei Tagen vor seiner Verwandlung Aeitus zur Aufbewahrung übergeben hatte, nun wie gewohnt an seinem Hals baumelte. Die junge Chinche schien sich jedenfalls als erste von ihrem Schrecken zu erholen, denn rasch verstaute sie das Amulett wieder unter ihrem Gewand, lächelte den Assassinen noch einmal an, diesmal eher etwas verlegen, und wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Das tat sie auch noch in den nächsten paar Tagen – nachdem sie die Beule und die Platzwunde am Kopf von ki&#039;Ansi behandelt und ihn wieder aufgeweckt hatte, pflegte sie den kranken Protektor noch weiter, bis dieser wieder auf den Beinen war. Dies dauerte natürlich einige Tage. Der Sud der Orchidee, die Malinali xocoyol xochitl genannt hatte, reinigte Fleisch und Blut des Protektors von dem Gift, das man ihm so lange verabreicht hatte, doch geschah dies nicht ohne Nebenwirkungen. Bevor es ihm besser ging, ging es ihm zunächst schlechter, er übergab sich mehrmals, litt unter Krämpfen seiner Eingeweide und schwitzte wie ein Schwein übelriechende Körpersäfte aus. Malinali erklärte uns, dass sein Körper sich jetzt mit Hilfe ihres Trankes des Giftes entledigte, und das sei nunmal kein schöner Vorgang. Es klang einleuchtend genug, und sie kümmerte sich um den Kranken, als hätte sie nie zuvor etwas anderes getan. Sie wusch ihn, wechselte seine Kleidung und seine Laken, hielt ihm die Schüssel, wenn er sich übergab, stützte ihn, wenn er sich erleichtern ging und fütterte ihn. Es wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, doch schien uns anhand ihrer meist ernste Miene, dass sie es als Buße ansah – für was auch immer. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Schließlich war das Schlimmste vorbei, und Lucuis Scaevola argens war auf dem Wege der Besserung. Er wurde von Tag zu Tag kräftiger, und auch bei seinen kleinen Spaziergängen durch das Haus des Magiers begleitete und stützte ihn die kleine Chinche. Unwillkürlich dachte ich mir, dass sie bei all der intimen Pflege, die sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, hatte angedeihen lassen, auch sein Amulett entdeckt haben mußte, doch sie äußerte sich in keiner Form dazu. &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt; Malinali war erleichtert, dass es dieser zauberkräftige schwarze Ozelotl gschafft hatte, sie mitzunehmen. Dennoch fürchtete sie, dass ihr Entkommen zu genau diesem Zeitpunkt und mit genau diesen Leuten zum Plan des schrecklichen Gottes gehörte, der sie besaß, sonst hätte er sie nie gehen lassen, davon war sie überzeugt. Daher fragte sie sich in diesen Tagen nur eines, in ihrem Inneren davor bangend und zitternd: Wann würde Baba Crocqua wieder zuschlagen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=288</id>
		<title>Erzählungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=288"/>
		<updated>2023-04-07T15:08:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Die hier gesammelten Werke sind Geschichten wie sie an Herden und  Lagerfeuern von Barden an Kneipengäste oder von Eltern an ihre Kinder erzählt werden, bzw. aus Schriften vorgetragen werden. Soweit bekannt wird der erstmalige Erzähler oder Schreiber genannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Es war einma, in Xiduria|Es war einmal, in Xiduria]]&lt;br /&gt;
*[[Das Spiel beginnt]]&lt;br /&gt;
*[[Marcellus, mein alter Freund]]&lt;br /&gt;
*[[Tausend Schiffe]]&lt;br /&gt;
*[[Der Auftrag]]&lt;br /&gt;
*[[Mayu&#039;ancha&#039;yawar]]&lt;br /&gt;
*[[Auf Messers Schneide]]&lt;br /&gt;
*[[Eine Geschichte – Wie so viele Andere auch....]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte]]&lt;br /&gt;
*[[Die violette Lilie]]&lt;br /&gt;
*[[Das Feldzeichen der XIII. Hastatt]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte (Errata Gesprengte Ketten 4)]]&lt;br /&gt;
*[[Nauyaques 1 Tochter]]&lt;br /&gt;
*[[Geister der Vergangenheit]]&lt;br /&gt;
*[[Scylla]]&lt;br /&gt;
*[[‘Ja, das war es.‘]]&lt;br /&gt;
*[[Nubyry, Malinali und der Protektor]]&lt;br /&gt;
*[[Totgeglaubte leben länger]]&lt;br /&gt;
*[[Apocalypse Now]]&lt;br /&gt;
*[[Die Würfel sind gefallen]]&lt;br /&gt;
*[[Aus dem Leben einer Strohpuppe]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Prima Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Secunda Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Kureel IV]]&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[:Kategorie:Geschichten|Kategorie:Geschichten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Es_war_einma,_in_Xiduria&amp;diff=287</id>
		<title>Es war einma, in Xiduria</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Es_war_einma,_in_Xiduria&amp;diff=287"/>
		<updated>2023-04-07T15:07:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Guinevra verschob die Seite Es war einma, in Xiduria nach Es war einmal, in Xiduria&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Es war einmal, in Xiduria]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Es_war_einmal,_in_Xiduria&amp;diff=286</id>
		<title>Es war einmal, in Xiduria</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Es_war_einmal,_in_Xiduria&amp;diff=286"/>
		<updated>2023-04-07T15:07:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Guinevra verschob die Seite Es war einma, in Xiduria nach Es war einmal, in Xiduria&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
von [[Lucius Scaevola argens]] 2005 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gras war grün und Blumen blühten überall. Die Sonne schien wohlig vom Himmel und die Vöglein zwitscherten auf den Bäumen. Auf den Feldern der nahegelegenen Plantagen sangen die zufriedenen Sklaven beim Arbeiten lustige Liedlein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort, an jenem Wegepunkt, wenig entfernt nur von einem plätchenden Flüßlein, in dem die Fischlein munter schwammen, trafen sich sechs Wege, einer aus jeder Himmelsrichtung und aus Fünfen strebten Reiter der Kreuzung entgegen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem Falben ritt der [[Lucius Scaevola argens|Erste]]. Alt und erfahren schien er, die Weisheit strahlte aus seinem Gesicht. Seine Linke war wohl durch ein Unglück entstellt, trug er doch eine Hand, die in der Sonne silbrig funktelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg zu seiner Rechten ritt ein Kämpe in schimmernder Rüstung. Sein Schnurrbart war beeindruckend, sein Hemd gebügelt und kein Quentchen Staub befand sich auf seiner Kleidung, die sonnengelb und freundlich- schwarz weithin zu bemerken war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Frau ritt den nächsten Weg heran, eine Heilige ohne Zweifel. Wo ihr Pferd, das weiß war wie unschuldiger Schnee, den Boden berührte, sprossen Blumen empor, und wer ihr begegnete vergaß ob ihrer Güte alle Sorgen der Welt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jung war der nächste Reiter, ein Vertreter der weißen Magie, daß war nicht zu übersehen. Die Macht, die von ihm ausging, war reines Licht in ihrem Ursprung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des letzten Reiters Name war Frieden. Wo immer ein Streit enflammte, er schlichtete ihn durch Milde und Verständnis, wie es die weiße Kutte seines Ordens versprach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reiter hatten oft und auf manigfaltige Weise dem Licht gedient. Sie hatten Völker aus der Tyranei der Finsternis geführt, Dämonen erschlagen oder einfach einem alten Weiblein die Einkäufe getragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Wort war nötig als sie sich trafen. Sie nickten einander zu, bereit sich ihrer neuen Aufgabe zu stellen. Sie alle hatten den Ruf des Landes verspürt und waren gekommen, um zu helfen. Wie einer ritten sie den sechsten Weg entlang, Dithorno war ihr Ziel, dort wurden sie gebraucht, um Einigkeit und Harmonie zu verbreiten, gegen Habgier und Eitelkeit zu streiten, so wie sie es schon immer getan hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hufschlag ihrer edlen Rösser schallte wie ein einziger als sie über die Brücke ritten, die das Flüßlein über-spannte, in dem die Fischlein so munter schwammen. Und die Brücke gab nach, brach unter dem Gewicht zusammen und all die hehren Helden wurden von der Strömung mitgerissen und waren nimmer mehr gesehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Land weinte bitterlich. Doch sprach das Schicksal: “Gräm Dich nicht. Dir bleiben doch noch die Anderen.” &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da weinte das Land noch mehr.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=285</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=285"/>
		<updated>2023-04-07T14:57:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, da-&lt;br /&gt;
von zehn ständig beleuchtet. Vierund-&lt;br /&gt;
vierzig Türen. Aus zweien davon schwim-&lt;br /&gt;
men täglich je sechs Jäger zu den Fisch-&lt;br /&gt;
gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die&lt;br /&gt;
Sonne anfängt, mal mehr, mal weniger&lt;br /&gt;
hell durch die Wasseroberfläche zu bre-&lt;br /&gt;
chen. Einige Zeit danach sehe ich auch&lt;br /&gt;
schon meine speziellen Freunde, einen&lt;br /&gt;
kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg&lt;br /&gt;
zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden&lt;br /&gt;
Tag grüße ich sie mit einem herzlichen&lt;br /&gt;
Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen.&lt;br /&gt;
Ich stehe hier mit meiner Lanze und hal-&lt;br /&gt;
te Wacht. Die Prunkrüstung aus Perl-&lt;br /&gt;
mutt, die ich als Heerführer und Reprä-&lt;br /&gt;
sentant des Wasservolkes noch tragen&lt;br /&gt;
durfte, ist dem normalen Haifisch-Leder-&lt;br /&gt;
panzer gewichen, dazu ein Lederring um&lt;br /&gt;
den Kopf der meine länger werdenden&lt;br /&gt;
Haare im Zaum hält. Hinter mir ein auf-&lt;br /&gt;
gehäufter Kuppelbau, wenig schmuck,&lt;br /&gt;
mehr praktisch errichtet, wahrscheinlich&lt;br /&gt;
eine Lagerhalle, man hatte mir nie mitge-&lt;br /&gt;
teilt, was ich hier eigentlich bewache. Da&lt;br /&gt;
die Halle etwas abseits der Stadt steht&lt;br /&gt;
und größtenteils schon von Korallen und&lt;br /&gt;
Algen bewachsen ist, scheint es sich um&lt;br /&gt;
keinen wirklich bedeutenden Bau zu han-&lt;br /&gt;
deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro&lt;br /&gt;
Tag jemand vorbei und sei es nur, um&lt;br /&gt;
mich zu kontrollieren.&lt;br /&gt;
Mein rechter Arm ist schon kräftiger ge-&lt;br /&gt;
worden, seit ich den Speer immer auf&lt;br /&gt;
Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, je-&lt;br /&gt;
desmal wenn einer der hohen Bewahrer&lt;br /&gt;
beschließt, meine Wache mit eitlem Ge-&lt;br /&gt;
habe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu&lt;br /&gt;
nehmen, wenn er in die Halle hinter mir&lt;br /&gt;
schwimmt.&lt;br /&gt;
Mir ist langweilig.&lt;br /&gt;
Sehr, sehr langweilig.&lt;br /&gt;
Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine&lt;br /&gt;
Alge von der Strömung in mein Haar trei-&lt;br /&gt;
ben lässt und ich mich daran mache, sie&lt;br /&gt;
mit eingeübtem Griff zu entheddern,&lt;br /&gt;
dann sage ich mir zum zweihundert-&lt;br /&gt;
sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr&lt;br /&gt;
dumme Idee ist, eine Frage zu beantwor-&lt;br /&gt;
ten, wenn man weiß, dass die Antwort,&lt;br /&gt;
die man gleich bereit ist, zu geben, eine&lt;br /&gt;
andere ist, als die, die der Fragesteller&lt;br /&gt;
hören möchte. Warum nicht einfach mal&lt;br /&gt;
mit den Schultern zucken, warum nicht&lt;br /&gt;
die „richtige“ Antwort geben, warum, wa-&lt;br /&gt;
rum, warum nur ... Mist.&lt;br /&gt;
Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es end-&lt;br /&gt;
lich eine schöne Zahl: einhundertund-&lt;br /&gt;
zwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue&lt;br /&gt;
Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen&lt;br /&gt;
langweilig ... ich könnte laut schreien!&lt;br /&gt;
Natürlich stand in dem einen Moment,&lt;br /&gt;
wo ich das einfach mal ausprobiert hatte,&lt;br /&gt;
mein Gruppenführer heimlich hinter mir&lt;br /&gt;
und strich meine Ration. Den Kopf gegen&lt;br /&gt;
die Lanze klopfen brachte auf Dauer&lt;br /&gt;
Kopfschmerzen und lockte einen neu-&lt;br /&gt;
gierigen Delfin an, der das natürlich&lt;br /&gt;
gleich einem Jäger petzen musste und ich&lt;br /&gt;
hatte wieder nichts zu essen an diesem&lt;br /&gt;
Abend.&lt;br /&gt;
Wenn ich wirklich schlechte Laune ha-&lt;br /&gt;
be, schelte ich mich einen Narren und sa-&lt;br /&gt;
ge mir, dass ich selber schuld sei. Seit&lt;br /&gt;
Harrle Davidssons mysteriösem Ver-&lt;br /&gt;
schwinden und meiner diesbezüglichen&lt;br /&gt;
Befragung, in der ich nicht bestätigen&lt;br /&gt;
wollte, dass er als Spion zum Feind über-&lt;br /&gt;
gelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß er-&lt;br /&gt;
zählte, dass er eben keine Lust auf den&lt;br /&gt;
täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte&lt;br /&gt;
und, sein Bündel geschnürt, dem nächst-&lt;br /&gt;
besten Weibe hinterher geschwommen&lt;br /&gt;
ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der&lt;br /&gt;
Feind sich auch ja nicht in die Halle hin-&lt;br /&gt;
ter mir einschleicht.&lt;br /&gt;
Ist ja auch eine richtige und wichtige&lt;br /&gt;
Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich&lt;br /&gt;
so sein, dass das einzige Volk Magiras,&lt;br /&gt;
das im Wasser atmen kann, von einer&lt;br /&gt;
Übermacht an Feinden, in einer Stadt im&lt;br /&gt;
Wasser, die niemand kennt, angegriffen&lt;br /&gt;
wird. Und dann bin glücklicherweise ich&lt;br /&gt;
mit meinem Speer zur Stelle und halte sie&lt;br /&gt;
davon ab, durch diese Tür zu schwim-&lt;br /&gt;
men, in der dermaßen strategisch wichti-&lt;br /&gt;
ges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht&lt;br /&gt;
mal eine Möglichkeit zum Alarm schla-&lt;br /&gt;
gen gegeben haben. Es ist schmerzhaft,&lt;br /&gt;
sich einzugestehen, dass man wohl über-&lt;br /&gt;
flüssig geworden ist.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose,&lt;br /&gt;
meist dunkle Weite. Schwärme von&lt;br /&gt;
aneinander desinteressierten Meeres-&lt;br /&gt;
bewohnern schwimmen kreuz und quer,&lt;br /&gt;
mal mit, mal gegen die Strömung. Man&lt;br /&gt;
frisst einander auf und schwimmt weiter.&lt;br /&gt;
Seit fast einem Jahr treibt eine alte Was-&lt;br /&gt;
serschildkröte hier auf ihrem Weg einmal&lt;br /&gt;
rund um die Yddia, immer mit dem&lt;br /&gt;
Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausge-&lt;br /&gt;
funden, dass das Gehirn eines Lebewe-&lt;br /&gt;
sens umso langsamer arbeitet, desto län-&lt;br /&gt;
ger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr&lt;br /&gt;
ein halbes Jahr und eine halbe Umrun-&lt;br /&gt;
dung der Yddia, bis unsere Schildkröte&lt;br /&gt;
sich daran erinnerte, jemandem mit Na-&lt;br /&gt;
men Qurääl zu suchen und diesem eine&lt;br /&gt;
Botschaft zu überbringen.&lt;br /&gt;
Sie wusste, es handelt sich wohl um ei-&lt;br /&gt;
nen Menschen, also schildlose Doppel-&lt;br /&gt;
flosser mit beweglichem Stachel, wie sie&lt;br /&gt;
im Tierreich bekannt waren. Manche&lt;br /&gt;
nannten sie auch „die Pest“ oder „die&lt;br /&gt;
Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je&lt;br /&gt;
nach Weltanschauung. Jedenfalls waren&lt;br /&gt;
sie zum einen nicht sehr beliebt, zum an-&lt;br /&gt;
deren aber jedem Meeresbewohner be-&lt;br /&gt;
kannt. Das machte die Suche einfach.&lt;br /&gt;
Als sie nach ein paar weiteren Mond-&lt;br /&gt;
läufen nun an eine Brutstätte dieser Men-&lt;br /&gt;
schen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt,&lt;br /&gt;
mir kann nicht mehr viel passieren, Men-&lt;br /&gt;
schen waren mir gegenüber immer unge-&lt;br /&gt;
fährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein&lt;br /&gt;
Doppelflosser neben ihr auftauchte und&lt;br /&gt;
sie nicht anzugreifen schien, folgte sie&lt;br /&gt;
ihm in das Nest. Es bestand aus vielen&lt;br /&gt;
Löchern und Höhlen mit blinkenden&lt;br /&gt;
Lichtern, überall wuselte der Menschen-&lt;br /&gt;
schwarm, besonders die frisch ge-&lt;br /&gt;
schlüpften kleinen, um sie herum. Sie&lt;br /&gt;
glitt auf den Boden in die Mitte des Plat-&lt;br /&gt;
zes und wartete. Ein paar Schlüpflinge&lt;br /&gt;
gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und&lt;br /&gt;
trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung.&lt;br /&gt;
Nach einer langen Weile des Wartens&lt;br /&gt;
hatte sie sich gerade zum Schlafen vor-&lt;br /&gt;
bereitet, da formte sich in ihren Gedan-&lt;br /&gt;
ken ein hochfrequentes Echo, wie von ei-&lt;br /&gt;
nem schnellsingenden Walrudel. Zuerst&lt;br /&gt;
sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus&lt;br /&gt;
der Panzerhöhle und sah vor sich keine&lt;br /&gt;
tobende Meute mehr sondern nur einen&lt;br /&gt;
einzelnen Menschen, sehr groß, in äus-&lt;br /&gt;
serst unpraktischem grünen Gewand, mit&lt;br /&gt;
Funkelzeugs und einem Stachel in der&lt;br /&gt;
Flosse. Die anderen hielten einen großen&lt;br /&gt;
Abstand zu ihnen und hatten sich ange-&lt;br /&gt;
nehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu&lt;br /&gt;
sein, deshalb versuchte sie an ihre Bot-&lt;br /&gt;
schaft zu denken. Tatsächlich schien er&lt;br /&gt;
sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte&lt;br /&gt;
sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedan-&lt;br /&gt;
ken und sie beschloss, wieder die Weite&lt;br /&gt;
und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen.&lt;br /&gt;
Und ein leicht verwirrter Jäger überleg-&lt;br /&gt;
te, was er nun zuerst tun sollte: Irgend-&lt;br /&gt;
einen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, su-&lt;br /&gt;
chen oder seinen Freunden erzählen, wie&lt;br /&gt;
es sich anfühlt mit einer über hundert-&lt;br /&gt;
jährigen Riesenwasserschildkröte ge-&lt;br /&gt;
danklich verbunden zu sein.&lt;br /&gt;
Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kum-&lt;br /&gt;
panen im nachfolgenden Saufgelage ein&lt;br /&gt;
Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der&lt;br /&gt;
dem Helden dieser Erzählung noch einen&lt;br /&gt;
Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=284</id>
		<title>Erzählungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=284"/>
		<updated>2023-04-07T14:50:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Die hier gesammelten Werke sind Geschichten wie sie an Herden und  Lagerfeuern von Barden an Kneipengäste oder von Eltern an ihre Kinder erzählt werden, bzw. aus Schriften vorgetragen werden. Soweit bekannt wird der erstmalige Erzähler oder Schreiber genannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Es war einma, in Xiduria]]&lt;br /&gt;
*[[Das Spiel beginnt]]&lt;br /&gt;
*[[Marcellus, mein alter Freund]]&lt;br /&gt;
*[[Tausend Schiffe]]&lt;br /&gt;
*[[Der Auftrag]]&lt;br /&gt;
*[[Mayu&#039;ancha&#039;yawar]]&lt;br /&gt;
*[[Auf Messers Schneide]]&lt;br /&gt;
*[[Eine Geschichte – Wie so viele Andere auch....]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte]]&lt;br /&gt;
*[[Die violette Lilie]]&lt;br /&gt;
*[[Das Feldzeichen der XIII. Hastatt]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte (Errata Gesprengte Ketten 4)]]&lt;br /&gt;
*[[Nauyaques 1 Tochter]]&lt;br /&gt;
*[[Geister der Vergangenheit]]&lt;br /&gt;
*[[Scylla]]&lt;br /&gt;
*[[‘Ja, das war es.‘]]&lt;br /&gt;
*[[Nubyry, Malinali und der Protektor]]&lt;br /&gt;
*[[Totgeglaubte leben länger]]&lt;br /&gt;
*[[Apocalypse Now]]&lt;br /&gt;
*[[Die Würfel sind gefallen]]&lt;br /&gt;
*[[Aus dem Leben einer Strohpuppe]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Prima Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Secunda Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Kureel IV]]&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[:Kategorie:Geschichten|Kategorie:Geschichten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=283</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=283"/>
		<updated>2023-03-18T16:37:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte :&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz :&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie :&lt;br /&gt;
*Toquatheke :&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot :&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines :&lt;br /&gt;
*Stefan : &lt;br /&gt;
**Aus der Clanliste entfernen? &lt;br /&gt;
  Ergebnis: Entfernen, da keine Gegenstimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=282</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=282"/>
		<updated>2023-03-18T16:25:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte :&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz :&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie :&lt;br /&gt;
*Toquatheke :&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot :&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines :&lt;br /&gt;
*Stefan : &lt;br /&gt;
**Aus der Clanliste entfernen? &lt;br /&gt;
  Ergebnis: Entfernen, da keine Gegenstimmen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=281</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=281"/>
		<updated>2023-03-18T16:24:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte :&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz :&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie :&lt;br /&gt;
*Toquatheke :&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot :&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines :&lt;br /&gt;
*Stefan : &lt;br /&gt;
**Aus der Clanliste entfernen? &lt;br /&gt;
Ergebnis: Entfernen, da keine Gegenstimmen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=280</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=280"/>
		<updated>2023-03-18T16:23:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte :&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz :&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie :&lt;br /&gt;
*Toquatheke :&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot :&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines :&lt;br /&gt;
*Stefan : Aus der Clanliste entfernen? Entfernen, da keine Gegenstimmen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=279</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=279"/>
		<updated>2023-03-18T16:22:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Toquatheke&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;br /&gt;
*Stefan : Aus der Clanliste entfernen? Entfernen, da keine Gegenstimmen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=278</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=278"/>
		<updated>2023-03-18T16:14:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Toquatheke&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=277</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=277"/>
		<updated>2023-03-18T15:27:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Toquatheke&lt;br /&gt;
**Tequila&lt;br /&gt;
**Pavillion (Wiesbaden - Brumi und Klaus)&lt;br /&gt;
**Induktionplatte&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=276</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=276"/>
		<updated>2023-03-18T15:17:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Toquatheke&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=275</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=275"/>
		<updated>2023-03-18T15:16:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
**&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=274</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=274"/>
		<updated>2023-03-18T14:59:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Allgemeine Fantasy - Deborah&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=273</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=273"/>
		<updated>2023-03-18T14:01:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Deborah verliest offene Punkte&lt;br /&gt;
** Liste kommt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*EWS :&lt;br /&gt;
**Tomolsk an Nekassen&lt;br /&gt;
**Weltenbrand&lt;br /&gt;
*Pubquiz&lt;br /&gt;
**Fragen von Stine - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
**Fragen von Peter - bitte Protokoll&lt;br /&gt;
*Zeremonie&lt;br /&gt;
*Festplot&lt;br /&gt;
*Stories und Deadlines&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=272</id>
		<title>Protokoll 18. März 2023</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokoll_18._M%C3%A4rz_2023&amp;diff=272"/>
		<updated>2023-03-18T13:36:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „Protokoll Nr. 16  Clantreffen im Hause Jarosch:  *“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Protokoll Nr. 16&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clantreffen im Hause Jarosch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokolle&amp;diff=271</id>
		<title>Protokolle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokolle&amp;diff=271"/>
		<updated>2023-03-18T13:34:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* [[Protokoll 18. März 2023]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokolle&amp;diff=270</id>
		<title>Protokolle</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Protokolle&amp;diff=270"/>
		<updated>2023-03-18T13:33:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „* Protokoll 18. März 2023“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Protokoll 18. März 2023&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Auf_Messers_Schneide&amp;diff=269</id>
		<title>Auf Messers Schneide</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Auf_Messers_Schneide&amp;diff=269"/>
		<updated>2022-12-10T19:46:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;NOCH NICHT FORMATIERT&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus den Chroniken des Widerstandes&lt;br /&gt;
” ... Liebe ist eine mächtige Waffe.&lt;br /&gt;
Mächtiger noch als die Kraft des Lichtes ...”&lt;br /&gt;
Aus den Schriften Lli’phllis&lt;br /&gt;
Auf Messers Schneide&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mareikje Groß, Februar/September05/ Januar06&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ärgerlich wanderte der Torreòn in seinem Gemach auf und ab. Im Moment verlief nichts so, wie er es geplant hatte. Die Agia war aus ihrem Gefängnis entkommen, und für ihn bestand nicht die geringste Möglichkeit, in ihre Nähe zu gelangen. Es hieß, sie hätte sich gegen die Belange des Imperiums gestellt. Und er glaubte dies, ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Diese Frau war keine jener Personen, die immer das taten, was andere von ihnen erwarteten oder verlangten. Eigentlich war es ihm aber egal, auf welcher Seite sie stand. Es konnte ihm nur mehr als recht sein, wie sich die Dinge entwickelten und was sich hier abspielte. Wenn ihn das Glück noch nicht gänzlich verlassen hatte, würde es einen blutigen Aufstand geben, und er würde sich am Ende mit Freuden der Übriggebliebenen annehmen. Bei diesem Gedanken erhellte sich das Gesicht des Torreòn für einen kurzen Augenblick. Aber zuerst hatte er wichtigeres zu erledigen, denn er mußte eine Möglichkeit finden, um mit der Agia Kontakt aufzunehmen - sofern er sie überhaupt aufspüren konnte. Eine Sackgasse gab es bereits. Aus Quint, dem alten Schwachkopf, war nichts heraus zu bekommen, und seine eigenen Leute schienen mehr als unfähig zu sein, ihm die benötigten Informationen zu liefern. War er den nur von Versagern umgeben?&lt;br /&gt;
Der Torreòn gönnte sich eine kurze Denkpause, blieb vor einem Tisch stehen und starrte verloren auf dessen Oberfläche. Plötzlich hob er seinen rechten Arm und fegte mit einer wütenden Geste die sich darauf  befindenden Gegenstände herunter, welche krachend auf dem Boden aufkamen, um sich dann darauf zu verteilten. Er begehrte etwas von der Agia, und es lohnte sich, für dieses Amulett über Leichen zu gehen. Die Tür öffnete sich und ein Mann spähte vorsichtig herein. ”Was ist mit Euch, Herr?” Der Angesprochene trat mürrisch gegen einen Kerzenstummel. Als dieser gerade Wegs auf die Tür zuflog, duckte sich der Diener und wich so gerade noch dem Geschoß aus. ”Mein Herr!” Er schloß die Tür hinter sich. ”Mein treuer Jeepo. Sag, warum hat sich alles gegen mich verschworen?” Noch immer verärgert, nahm der Torreòn seine rastlose Wanderung durch das Zimmer wieder auf. Jeepo fing an, die auf dem Boden verteilten Gegenstände aufzusammeln. Dabei beobachtete er immer wieder seinen jungen Herrn. Vor einigen Monaten war dieser noch so zuversichtlich gewesen. Er&lt;br /&gt;
hatte Pläne ausgeheckt, wie er an dieses verfluchte Amulett gelangen konnte, war ihm schon so nahe gewesen, aber dann kam alles ganz anders. Das In’Ret war über die Menschen und über das Land gekommen. Einrichtungen wurden geschlossen, eine Ausgangssperre verhängt. Das Militär kontrollierte alles und jeden aufs Strengste. Dies war keine leichte Zeit für seinen Herrn, da es auch immer schwieriger wurde, mit den anderen Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Aber er hatte ihn ja gewarnt. Diese Frau brachte nichts als Unglück, soviel war sicher. Jeepo stellte die Sachen auf den Tisch zurück und betrachtete dabei eingehend&lt;br /&gt;
seinen Herrn. Der Diener seufzte innerlich, ging zu einer kleinen Anrichte hinüber und goß aus der Karaffe, welche sich darauf befand, Wein in ein recht großes Glas, um es dann seinem Herrn hinzuhalten, der in seiner immer noch rastlosen Wanderung an ihm vorbei zog. ”Danke.” Der Torreòn ließ sich schwer in einen Sessel fallen. ”Ihr werdet sehen, Herr, wir werden diese Frau bald finden.” Aufrichtige Ehrlichkeit schwang in Jeepos Stimme mit, da er sich sehr sicher war, bald einen Erfolg in dieser Angelegenheit verzeichnen zu können. Überall hingen ihre Steckbriefe, die Legion durchsuchte täglich die Räumlichkeiten des Ordens, sie mußte am Leben sein. Und es bedeutete, daß man sie nach wie vor in Tizio vermutete. Bis die Soldaten die Agia jedoch finden würden, konnte es dauern. Sein Herr hatte also alle Zeit der Welt. Wenn die Frau mit dem Orden Kontakt aufnahm, würden sie es sofort erfahren, ihr dortiger Spion war sehr fähig. Man mußte nur genau die Tochter der Agia im Auge behalten, dann würde man sie finden. Das wußte auch sein Herr. ”Ihr hattet bis jetzt so viel Geduld, Herr. Bald schon seid Ihr am Ziel Eurer Träume, und das Land wird Euch gehören.” Mit diesen abschließenden Worten ging Jeepo hinaus und überließ seinen Herrn wieder sich selbst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Bunte Fahnen flatterten im Wind, Musik tönte durch die Gassen, von überall war lautes Lachen zu vernehmen. Die Bewohner Tizios feierten Celebrationis Vernus. Maskierte und bunt gekleidete Menschen überfüllten - mehr noch, als in den vergangenen Jahren - die breiten Straßen und gut zugänglichen Gäßchen der Stadt. Ausgelassen und fröhlich gaben sie sich dem Treiben hin. Eigentlich nichts ungewöhnliches - in normalen Zeiten. Aber die Zeiten waren alles andere als normal. Auch wenn es dem neuem Befehlshaber der Legion, dem D’ascas Conius Corvin nicht behagte, so war er dennoch nicht so verrückt gewesen, dieses wichtige Fest zu verbieten. Noch größeren Unmut konnte er in der Bevölkerung nicht gebrauchen, einen offenen Aufstand wollte er nicht riskieren. Corvins Blick schweifte über die fröhlichen Menschen, die ihn umgaben. Er verstand sie nicht. Wie konnten diese Menschen so ausgelassen feiern, wenn über ihnen das Kriegsrecht hing? Genauso unverständlich war ihm diese Widerstandsbewegung, welche wider Erwarten solch großen Ärger bereitete. So sehr er sich&lt;br /&gt;
auch bemühte, aber seit Monaten gab es keine neuen Erkenntnisse darüber, wer im Hintergrund die Fäden zog. Etliche Soldaten hatten bei dem Versuch, ihm Informationen zu beschaffen, bereits ihr&lt;br /&gt;
Leben verloren. Seine Gesichtszüge verhärteten sich. Nun mußte er auch noch gute Miene zum bösen Spiel machen. Ungehalten setzte er seinen Weg fort. Nach einer gesellschaftlichen Verpflichtung war ihm nicht zumute, aber es half nichts. Von ihm wurde erwartet, daß er sich heute Abend auf dem großen Empfang der Familie Banderini blicken ließ. Dies war eine dem Staat stets treu ergebene Familie, die dem Militär jeden Monat eine&lt;br /&gt;
nicht gerade unbedeutende Menge Gold spendete. Nun, sie konnten es sich aber auch leisten, da sie eine der mächtigsten und größten Tuchfärberfamilien in dieser Stadt war. Grün, in jeder Schattierung, das war ihre Farbe, und sie färbten und fertigten alles daraus an, was man aus Stoff machen konnte. Nachdem Corvin sich durch das dichte Gedränge gezwängt hatte, eilte er mit großen Schritten die Stufen des Palazzos der Banderini hinauf, welches mit dem Wappen der Familie, einem Färbertrog, aus dem grüne Flüssigkeit schwappte, geschmückt war, als ihn ein maskierter Bursche anrempelte, welcher die Stufen herunter gestürmt kam. ”Verzeiht meine Ungeschicktheit.” Der Bursche blickte Corvin flüchtig an. Dann schien er den Sitz seiner Maske zu überprüfen und zog seinen Hut etwas tiefer ins Gesicht. ”Schon gut, Kerl!” schnaufte Corvin ungehalten. Er war eh schon zu spät dran und wollte sich nicht noch länger aufhalten lassen. Der Bursche verbeugte sich noch einmal unterwürfig, bevor er die restlichen Stufen hinunter eilte und im Trubel der Menschenmassen verschwand.&lt;br /&gt;
Am massiven Eingangstor angekommen stutzte der D’ascas. Langsam drehte er sich um und schaute suchend auf die unter ihm flanierende Menge. Seltsam! Er war sich sicher, die Augen des Mannes schon einmal gesehen zu haben. Corvin irrte sich in solchen Dingen nie. Nur - wo und wann, das wollte ihm einfach nicht einfallen. ”Mein lieber Conius. Ich bin entzückt, daß Ihr meiner Einladung gefolgt seid.” Eine Frau war hinter seinem Rücken wie aus dem Nichts aufgetaucht und reichte dem D’ascas, der sich zu ihr herumgedreht hatte, in einer eleganten Bewegung ihre Hand. ”Verehrte Blanca. Ich bin es, der entzückt sein darf, heute abend Eure Gesellschaft genießen zu können.” Er ergriff die ihm dargebotene Hand und deutete einen Kuß an. Nichts ließ mehr erahnen, daß sein Gesicht soeben noch vor lauter Sorgen gezeichnet war. ”Mein Herz freut sich&lt;br /&gt;
um so mehr, als daß ich die Ehre habe, auch noch von der reizenden Hausherrin persönlich empfangen zu werden.” ”Ihr seid ein Charmeur, mein Guter.” Blanca wedelte sich kokett mit ihrem Fächer etwas Luft zu. ”Wollt Ihr mir nun bitte folgen?” Die Qaom’de&lt;br /&gt;
3&lt;br /&gt;
 schenkte&lt;br /&gt;
dem Legionär ihr bezauberndstes Lächeln und rauschte, eingehüllt in einen&lt;br /&gt;
Traum aus grünem Samt und Brokat, in&lt;br /&gt;
das Innere ihres Palazzos.&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Ohne auf die singenden und feiernden&lt;br /&gt;
Menschen zu achten, bahnte sich die Gestalt ihren Weg durch den dichten Trubel. Wie ungeschickt, ausgerechnet dem&lt;br /&gt;
D’ascas in die Arme zu rennen, aber es&lt;br /&gt;
war ja noch einmal gut gegangen.&lt;br /&gt;
Rasch bog die Gestalt in eine Gasse, auf&lt;br /&gt;
der nicht so viel Gedränge herrschte und&lt;br /&gt;
bog nach wenigen Metern erneut ab. Mit&lt;br /&gt;
jedem Schritt, den sich die Gestalt von&lt;br /&gt;
der feiernden Menge entfernte, drangen&lt;br /&gt;
die Geräusche gedämpfter heran. In den&lt;br /&gt;
kleinen Gassen war es menschenleer, da&lt;br /&gt;
bald die große Parade anfangen würde.&lt;br /&gt;
Nun drängelte sich natürlich alles auf den&lt;br /&gt;
Wegen, die diese nehmen würde.&lt;br /&gt;
Den Maskierten interessierten diese&lt;br /&gt;
Banalitäten nicht. Schnellen Schrittes&lt;br /&gt;
setzte er seinen Weg fort. Als er allerdings etwas zu hastig um eine Ecke bog,&lt;br /&gt;
prallte er mit einer Gruppe betrunkener&lt;br /&gt;
Jünglinge zusammen.&lt;br /&gt;
”Verzeihung,” murmelte die Gestalt mit&lt;br /&gt;
tiefer, verstellter Stimme, wobei er den&lt;br /&gt;
Blicken der Halbstarken auszuweichen&lt;br /&gt;
3 Qaom’de: Patron/in versuchte. Eilig wollte er seinen Weg&lt;br /&gt;
fortsetzten, als sie ihm diesen versperrten&lt;br /&gt;
”Nicht so schnell.” Ein breitschultriger&lt;br /&gt;
Rothaariger baute sich in seiner ganzen&lt;br /&gt;
Größe genau vor dem Maskierten auf und&lt;br /&gt;
musterte ihn angriffslustig von Kopf bis&lt;br /&gt;
Fuß.&lt;br /&gt;
”Mir gefällt deine Nase nicht.” Seine&lt;br /&gt;
Kumpane lachten. ”Mir gefällt eigentlich&lt;br /&gt;
gar nichts an dir. Vor allem die Farben..”,&lt;br /&gt;
dabei tippte er mit seinem Finger auf die&lt;br /&gt;
Jacke seines Gegenübers, ” ... die du&lt;br /&gt;
trägst.” Erneut grölten seine Gefährten&lt;br /&gt;
los, so, als hätte ihr Anführer einen besonders guten Witz gemacht.&lt;br /&gt;
”Dafür möchte ich mich entschuldigen.&lt;br /&gt;
Jetzt muß ich aber weiter.”&lt;br /&gt;
”Nicht so hastig, ... mein Freund ...”, nun&lt;br /&gt;
hatte er dem Maskierten seine flache&lt;br /&gt;
Hand auf die Brust gelegt und machte eine flüchtige Bewegung mit dem Kopf, woraufhin zwei seiner Gefährten vortraten&lt;br /&gt;
und ihr Opfer an beiden Armen packten,&lt;br /&gt;
” ... wir sind noch nicht fertig mit Dir!”&lt;br /&gt;
Ein gefährliches und bedrohliches Glitzern spiegelte sich in den Augen des Rothaarigen wider.&lt;br /&gt;
”Sagt, was soll ich mit diesem Burschen&lt;br /&gt;
nur anstellen, meine lieben Freunde?”&lt;br /&gt;
Der Rothaarige hatte sich umgewandt&lt;br /&gt;
und seine Arme theatralisch von sich gestreckt. ”Wollen wir ihm zeigen, was wir&lt;br /&gt;
von ihm halten?” Ohne eine Antwort abzuwarten, wirbelte er herum und rammte&lt;br /&gt;
seine Faust in den Magen des Maskierten. Vor Schmerzen krümmte sich die&lt;br /&gt;
Gestalt zusammen, wurde aber schnell&lt;br /&gt;
hochgezogen.&lt;br /&gt;
”Bist du nicht auch der Meinung, daß du&lt;br /&gt;
in der falschen Gegend unterwegs bist,&lt;br /&gt;
Tuchfärber?” Der Rothaarige grinste&lt;br /&gt;
verächtlich und zog dabei einen Mundwinkel nach oben, was ihm zwar einen&lt;br /&gt;
brutalen, aber nicht besonders intelligenten Gesichtsausdruck verlieh, bevor&lt;br /&gt;
er erneut zuschlug. Abermals versagten&lt;br /&gt;
die Füße seines Opfers, und wie ein nasses Tuch hing er zwischen den Kameraden seines Angreifers.&lt;br /&gt;
”Tuchfärber?” keuchte der Maskierte&lt;br /&gt;
atemlos. Er konnte nicht begreifen, was&lt;br /&gt;
hier eigentlich los war.&lt;br /&gt;
”Oh! Möchte er nicht kapieren, oder will&lt;br /&gt;
er uns etwa für dumm verkaufen, he? Ich&lt;br /&gt;
werde wohl deinem Gedächtnis auf die&lt;br /&gt;
Sprünge helfen müssen.” meinte er zornig. Ohne eine Antwort abzuwarten,&lt;br /&gt;
schlug der Rothaarige ein drittes Mal zu.&lt;br /&gt;
Stöhnend rang der Maskierte um Luft,&lt;br /&gt;
als er in die Knie ging. Alles war so&lt;br /&gt;
schnell gegangen, daß er überhaupt keine&lt;br /&gt;
Gelegenheit hatte, sich zu wehren.&lt;br /&gt;
Maldito, dies ist nicht mein Tag.&lt;br /&gt;
Der Rothaarige beugte sich zu ihm hinunter, faßte grob mit seiner Hand an dessen Kinn und hob es ein Stück in die Höhe. ”Das ist unser Bezirk, Tuchfärber ...”&lt;br /&gt;
”Was geht da vor?” hörte man von weitem. Am Anfang der Gasse tauchte eine&lt;br /&gt;
Wache auf.&lt;br /&gt;
Hastig tauschte der Rothaarige mit seinen Kumpanen Blicke aus. Sie nickten alle kurz.&lt;br /&gt;
Da blitzte ein langer schmaler Gegenstand auf. ”Dich werden wir hier nicht&lt;br /&gt;
mehr wiedersehen”, meinte der Anführer&lt;br /&gt;
verächtlich und stach zu. Der Maskierte&lt;br /&gt;
sackte noch mehr in sich zusammen,&lt;br /&gt;
doch plötzlich, als würde eine unsichtbare Macht ihm neue Kraft und Mut einflößen, richtete er sich halb auf.&lt;br /&gt;
”Rotschopf!” Der Angesprochene, welcher gerade im Begriff war, sich zu entfernen, hielt inne und sah zu seinem Opfer hinunter. Ungläubigkeit lag in seinem&lt;br /&gt;
Blick.&lt;br /&gt;
Der Maskierte hob langsam seine Augen, welche sich unnatürlich verfinstert hatten, und blickte seinem Gegenüber bis&lt;br /&gt;
auf den Grund seiner Seele. Angst&lt;br /&gt;
schnürte dem Rotschopf die Kehle zu,&lt;br /&gt;
und nun war es an ihm, laut nach Luft zu&lt;br /&gt;
schnappen, als ein breiter Strahl Blut aus&lt;br /&gt;
seiner Nase schoß.&lt;br /&gt;
Ein Kamerad packte ihm am Arm und&lt;br /&gt;
wollte ihn mit sich ziehen. ”Was ist mit&lt;br /&gt;
dir?” fragte er ängstlich, als er in das blutende Gesicht seines Freundes sah.&lt;br /&gt;
Der Dolch fiel ihm aus den Händen und&lt;br /&gt;
mit zittrigen Fingern zeigte der Rothaarige nach unten. ”Dùjvel!” stammelte&lt;br /&gt;
er. ”Dùjvel!” Seine Augen waren vor&lt;br /&gt;
Schreck geweitet, und er röchelte immer&lt;br /&gt;
noch nach Luft. Er wollte sich von dem&lt;br /&gt;
tödlichen Blick des Maskierten losreißen,&lt;br /&gt;
doch es gelang ihm nicht. Kälte stieg in&lt;br /&gt;
ihm auf, und seine Beine waren dabei,&lt;br /&gt;
ihren Dienst zu versagen.&lt;br /&gt;
”Komm schon, wir müssen weg!” Erneut, aber diesmal kräftiger, zog der Kamerad am Arm des Rotschopfs.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Der Maskierte grinste trotz seiner&lt;br /&gt;
Schmerzen, preßte seine Hände auf den&lt;br /&gt;
Bauch und erhob sich langsam. Von hinten hörte er das nicht gerade schnelle Herannahen der Wache.&lt;br /&gt;
”Was war hier los?” bellte einer der Legionäre.&lt;br /&gt;
”Nichts.”&lt;br /&gt;
”So, so. Das sah aber anders aus.” meinte der ältere der beiden lasch.&lt;br /&gt;
”Ich bin mir sicher, daß das, was immer&lt;br /&gt;
Sie auch zu sehen geglaubt haben, nichts&lt;br /&gt;
war.”&lt;br /&gt;
”??” Die beiden Wachsoldaten tauschten&lt;br /&gt;
schnell einen Blick miteinander aus.&lt;br /&gt;
”Können sie sich ausweisen?” fragte der&lt;br /&gt;
jüngere Legionär.&lt;br /&gt;
”Aber natürlich.” Der Maskierte öffnete&lt;br /&gt;
eine kleine Tasche, zog ein Schriftstück&lt;br /&gt;
hervor und überreichte es dem jüngeren.&lt;br /&gt;
Dieser studierte es sorgfältig, dann rollte&lt;br /&gt;
er es wieder zusammen und reichte es&lt;br /&gt;
zurück.&lt;br /&gt;
”Danke. Wir wollen sie nicht länger aufhalten. Ich wünsche Ihnen noch einen&lt;br /&gt;
angenehmen Abend.”&lt;br /&gt;
”Ich Danke Ihnen.” Seelenruhig setzte&lt;br /&gt;
der Maskierte seinen Weg fort, um hinter&lt;br /&gt;
der nächsten Ecke zu verschwinden.&lt;br /&gt;
Auch dort ging er normal weiter und&lt;br /&gt;
rannte erst nach einem erneuten Richtungswechsel los. Es sollte zumindest ein&lt;br /&gt;
Rennen sein, obwohl der Körper förmlich&lt;br /&gt;
danach schrie, sich auszuruhen. Als er sicher war, nicht erneut irgend eine Grenze&lt;br /&gt;
verletzt zu haben, hielt er an und lehnte&lt;br /&gt;
sich keuchend gegen eine Mauer.&lt;br /&gt;
Die beiden Wachen schauten dem Burschen noch eine Weile hinterher.&lt;br /&gt;
”Sie werden uns die ganze Arbeit abnehmen und sich gegenseitig die Kehle&lt;br /&gt;
durchschneiden.” meinte der ältere und&lt;br /&gt;
hatte dabei den blutigen Dolch aufgehoben. ”Sag, wer war dieser Kerl überhaupt?”&lt;br /&gt;
”Wer?”&lt;br /&gt;
”Der Maskierte.”&lt;br /&gt;
”Antonio Banderini.” meinte der jüngere&lt;br /&gt;
Legionär nachdenklich.&lt;br /&gt;
”Na, dann ist ja alles klar. Komm, gleich&lt;br /&gt;
fängt die Parade an.” Er zog seinem Kameraden am Arm. ”Ist noch was?”&lt;br /&gt;
Der Angesprochene schüttelte seinen&lt;br /&gt;
Kopf. ”Mmmmh, nein.”&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Maldito! Maldito!&lt;br /&gt;
Es war aber auch zu ärgerlich. Dabei war&lt;br /&gt;
bisher alles so gut verlaufen.&lt;br /&gt;
Trotz der Warnungen, welche sie von&lt;br /&gt;
Lucius erhalten hatte, war Fedora vor&lt;br /&gt;
einigen Wochen nach Tizio&lt;br /&gt;
zurückgekehrt, nachdem sie zuerst bei&lt;br /&gt;
dem Protector Unterschlupf gefunden&lt;br /&gt;
hatte. Was aber auch das mindeste war, was er für sie tun konnte, nachdem er sie&lt;br /&gt;
ja schließlich in diese ganze Sache mit&lt;br /&gt;
hinein gezogen hatte.&lt;br /&gt;
Freundlicherweise hatte ihr Lucius alles&lt;br /&gt;
zur Verfügung gestellt, was sie in ihrer&lt;br /&gt;
momentanen Lage brauchen konnte.&lt;br /&gt;
Trotzdem war sie ihm und den anderen&lt;br /&gt;
immer noch Böse darüber, daß es keiner&lt;br /&gt;
gewagt hatte, ihr zu erzählen, wer sie&lt;br /&gt;
wirklich war. Lautstark hatte sie ihrer&lt;br /&gt;
Verbitterung Luft gemacht, jedes&lt;br /&gt;
Schimpfwort verwendet, daß ihr in den&lt;br /&gt;
Sinn kam und noch dutzende Neue erfunden. Daraufhin war Lucius immerhin&lt;br /&gt;
so gnädig gewesen, ihr zu erklären, daß&lt;br /&gt;
das Sanctum, das er vergeblich zu erreichen versucht hatte, der Ort war, an dem&lt;br /&gt;
sich die Mitglieder des Cron’Ma versammelten, um unter der Oberherrschaft des&lt;br /&gt;
MAGHAN die Geschicke des Imperiums&lt;br /&gt;
zu lenken. Dieser Ort, so erzählte er, sei&lt;br /&gt;
nur mit Hilfe eines Feuerdämons zu erreichen, und nur der MAGHAN selbst&lt;br /&gt;
wußte, wo er sich befand. Diese Märchen&lt;br /&gt;
hatten sie nur wenig besänftigt, aber zumindest erklärten sie die Reisen mit dem&lt;br /&gt;
Feuerdämon. Zumindest einige.&lt;br /&gt;
Fedora griff sich an das Amulett, welches um ihrem Hals baumelte und eine&lt;br /&gt;
angenehme Wärme ausstrahlte.&lt;br /&gt;
Ihr war schon öfters aufgefallen, daß es&lt;br /&gt;
in brenzligen Situationen hilfreich sein&lt;br /&gt;
konnte, dieses Schmuckstück bei sich zu&lt;br /&gt;
haben.&lt;br /&gt;
Nachdem Fedora die Provinz erreichte,&lt;br /&gt;
hatte sie mit einigen Campesinos ein Abkommen treffen können. Die Bauern&lt;br /&gt;
würden ihr bei dem Widerstandskampf&lt;br /&gt;
helfen. Als Gegenleistung hatte sie dafür&lt;br /&gt;
gesorgt, daß ihnen durch Kore finanzielle&lt;br /&gt;
Unterstützung zukam. So hatte ihre&lt;br /&gt;
Freundin es beispielsweise übernommen,&lt;br /&gt;
die völlig überhöhten Steuerabgaben,&lt;br /&gt;
welche einige der ärmsten Campesinos&lt;br /&gt;
abtreten sollten, zu begleichen.&lt;br /&gt;
An Gold fehlte es dem Orden nun wirklich nicht. Außerdem verteilten die&lt;br /&gt;
Schwestern Kleidung und Nahrung. Aber&lt;br /&gt;
der wichtigste Überzeugungspunkt, den&lt;br /&gt;
Fedora angewandt hatte, war das Versprechen, dafür zu sorgen, daß die verschleppten Kinder unbeschadet nach&lt;br /&gt;
Hause zurückkehrten. Nun hoffte sie nur&lt;br /&gt;
inständig, das Lucius sich darum auch zu&lt;br /&gt;
ihrer Zufriedenheit kümmern würde.&lt;br /&gt;
Die Kontakte, welche Fedora vor, wie es&lt;br /&gt;
ihr nun schien, so unendlich langer Zeit&lt;br /&gt;
in Sumano geknüpft hatte, konnte sie zu&lt;br /&gt;
ihren Gunsten nutzen. Sie hatte ein gutes Auge bei der Auswahl dieser Leute&lt;br /&gt;
bewiesen, denn alle unterstützten sie bei&lt;br /&gt;
den Anstrengungen, den Legionen des&lt;br /&gt;
MAGHANS so viel Steine wie möglich in&lt;br /&gt;
den Weg zu legen.&lt;br /&gt;
Oh, Lucius! Auch dies hast du von langer Hand geplant.&lt;br /&gt;
Es würde zwar noch einige Anstrengungen kosten, damit sich die Beteiligten&lt;br /&gt;
des Widerstandes bis zum Ende dieses&lt;br /&gt;
Kampfes einig blieben, aber es würde&lt;br /&gt;
schon alles gut gehen - hoffte Fedora zumindest, denn Diplomatie war nicht einer ihrer Stärken.&lt;br /&gt;
Gaetano hatte sie von Tizio fortgeschickt. Er sollte sich im Namen der&lt;br /&gt;
Schwestern um deren Ländereien kümmern, Kontakte zu den darauf ansässigen&lt;br /&gt;
Campesinos vertiefen, ihnen beistehen&lt;br /&gt;
und, sobald die Zeit dafür Reif war, diese&lt;br /&gt;
zum offenen Widerstand aufrufen.&lt;br /&gt;
So weit der Plan, der bisher auch aufgegangen war.&lt;br /&gt;
Fedora preßte sich eine Hand gegen ihren Unterleib. Mjerda! Vorsichtig hob sie&lt;br /&gt;
Weste und Hemd in die Höhe, betastete&lt;br /&gt;
ihre Wunde und fühlte, wie das Blut an&lt;br /&gt;
ihren Fingern kleben blieb. Sie mußte so&lt;br /&gt;
schnell wie möglich zu ihrem Versteck&lt;br /&gt;
gelangen.&lt;br /&gt;
”Tuchfärber. Maldito!” Sie wurde ein wenig nachlässig. Wie konnte sie sich&lt;br /&gt;
auch bloß in den Farben des Hauses Banderini kleiden? Sie schüttelte über sich&lt;br /&gt;
selbst den Kopf.&lt;br /&gt;
Stimmengewirr und Fußgetrappel ließen&lt;br /&gt;
sie hoch schrecken. Sie trat einen Schritt&lt;br /&gt;
zurück und wurde dadurch vollständig&lt;br /&gt;
vom Schatten eines Torbogens&lt;br /&gt;
verschluckt.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
”Ich bitte Euch, laßt uns von diesem Ort&lt;br /&gt;
verschwinden, Herrin.” Die Stimme der&lt;br /&gt;
Magd klang ängstlich.&lt;br /&gt;
”Halt den Mund Ra’ura.” antwortete ihre Herrin verärgert.&lt;br /&gt;
”Aber Herrin! Glaubt Ihr denn wirklich,&lt;br /&gt;
daß er heute hier ist?”&lt;br /&gt;
”Um genau dies zu erfahren sind wir&lt;br /&gt;
hergekommen, nicht wahr? Und nun sei&lt;br /&gt;
endlich still, und komm hier herüber.”&lt;br /&gt;
Die beiden Frauen wollten sich gerade&lt;br /&gt;
in den Schutz der Mauer zurückziehen,&lt;br /&gt;
als eine von ihnen einen spitzen Schrei&lt;br /&gt;
ausstieß.&lt;br /&gt;
”Herrin! Was ist mit Euch?” Ra’ura war&lt;br /&gt;
dabei, fast vollständig die Nerven zu verlieren.&lt;br /&gt;
”Ich ... aaah ...” Die junge Frau krallte&lt;br /&gt;
sich in die Arme ihrer Magd.&lt;br /&gt;
”Bitte, laßt uns endlich umkehren!”&lt;br /&gt;
Blanke Panik lag in der Stimme.&lt;br /&gt;
”Dafür ist es .... glaube ich zu spät!”&lt;br /&gt;
Erneut schrie die junge Frau auf, als eine&lt;br /&gt;
feuchte Wärme ihre Beine hinunter lief.&lt;br /&gt;
Das kann man sich ja nicht länger mit&lt;br /&gt;
ansehen.&lt;br /&gt;
Fedora stopfte hastig ihr Hemd zurück&lt;br /&gt;
in die Hose, wischte sich ihre Finger ab&lt;br /&gt;
und verließ den Schutz der Dunkelheit.&lt;br /&gt;
Um ihre Wunde konnte sie sich immer&lt;br /&gt;
noch kümmern. Wenigstens bekam sie&lt;br /&gt;
wieder Luft. So schnell es ging, trat sie&lt;br /&gt;
auf die beiden Frauen zu.&lt;br /&gt;
”Kann ich Ihnen behilflich sein?” fragte&lt;br /&gt;
sie freundlich.&lt;br /&gt;
Die Magd schrie kurz auf. ”Ich denke&lt;br /&gt;
nicht.” meinte sie, als sie sich wieder&lt;br /&gt;
unter Kontrolle hatte.&lt;br /&gt;
Ein Blick aus der Nähe genügte und Fedora wußte, um was es ging. ”Ich denke&lt;br /&gt;
aber doch.” Sie reichte der Frau, welche&lt;br /&gt;
offensichtlich gerade dabei war, ein Kind&lt;br /&gt;
zu bekommen, ihren Arm. ”Kommt. Wir&lt;br /&gt;
müssen einen Ort finden, an dem Ihr&lt;br /&gt;
Euch schnellstens hinlegen könnt.”&lt;br /&gt;
Als sie sich bewegten rutschte der&lt;br /&gt;
Schleier, welcher das Gesicht der jungen&lt;br /&gt;
Frau verhüllt hatte, herunter. Fedora sog&lt;br /&gt;
kaum hörbar die Luft ein. Das hatte ihr&lt;br /&gt;
gerade noch gefehlt. Als ob der Tag nicht&lt;br /&gt;
schon schlimm genug für sie gewesen&lt;br /&gt;
war. Die Götter selbst schrieben wirklich&lt;br /&gt;
die besten Komödien.&lt;br /&gt;
”Ihr solltet in Eurem Zustand eigentlich&lt;br /&gt;
zu Hause sein, oder irre ich mich?”&lt;br /&gt;
meinte Fedora, ohne sich etwas&lt;br /&gt;
anmerken zu lassen.&lt;br /&gt;
”Gewiß ...” Erneut zogen Krämpfe durch&lt;br /&gt;
den Körper der jungen Frau, und sie&lt;br /&gt;
klammerte sich fester an die ihr unbekannte Person.&lt;br /&gt;
Fedora sah sich auf der Suche nach&lt;br /&gt;
einem geeignetem Ort für eine Entbindung um, ihr Blick blieb an einer Pforte&lt;br /&gt;
haften. Sie lächelte. Warum eigentlich&lt;br /&gt;
nicht? Aus ihrem Lächeln wurde ein&lt;br /&gt;
breites Grinsen.&lt;br /&gt;
”Hilf mir, deine Herrin dort rüber zu&lt;br /&gt;
schaffen.” befahl sie der Magd.&lt;br /&gt;
”Aber ... aber ... Das geht nicht. Es kann&lt;br /&gt;
unmöglich Euer ernst sein, meine Herrin&lt;br /&gt;
in solch ein Haus zu schleppen.”&lt;br /&gt;
”Stammle nicht rum, sondern pack mit&lt;br /&gt;
an, du einfältiges Ding. Oder möchtest du&lt;br /&gt;
deinem Herrn erklären, warum sein Kind&lt;br /&gt;
auf den Straßen Tizios das Licht der Welt&lt;br /&gt;
erblickte?” Fedora wurde langsam ärgerlich. Bei der Erwähnung ihres Herrn wurde&lt;br /&gt;
die Magd noch blasser. Sie schüttelte als&lt;br /&gt;
Antwort nur ihren Kopf. Nein, das wollte&lt;br /&gt;
sie ihm bestimmt nicht erklären.&lt;br /&gt;
Gemeinsam schafften sie es bis vor den&lt;br /&gt;
Eingang, und Fedora klopfte ununterbrochen an die schwere Holztür. Endlich&lt;br /&gt;
waren von drinnen Schritte zu vernehmen. Langsam öffnete sich die Tür, und&lt;br /&gt;
im Schein des Lichtes, welches auf die&lt;br /&gt;
Gasse fiel, wurde eine nicht gerade unattraktive Frau sichtbar.&lt;br /&gt;
”Aber, aber, mein Hübscher.” meinte&lt;br /&gt;
diese gurrend zu Fedora. ”Du mußt dir&lt;br /&gt;
deine eigenen Frauen nicht mitbringen.&lt;br /&gt;
Wir haben hier für jeden Geschmack die&lt;br /&gt;
Richtige.”&lt;br /&gt;
Fedora sah auf und etwas in ihrem Blick&lt;br /&gt;
ließ die Frau sofort verstummen. ”Wir&lt;br /&gt;
brauchen Hilfe. Und ein Bett für diese&lt;br /&gt;
Dame wäre von Nöten.”&lt;br /&gt;
Bevor die Frau in der Tür antworten&lt;br /&gt;
konnte näherte sich eine weitere Frau.&lt;br /&gt;
”Meine Liebe Lili. Gibt es irgend welche&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten?” Sie lächelte ihre&lt;br /&gt;
Bedienstete an und betrachtete dann&lt;br /&gt;
intensiver die Fremden, dabei brauchte&lt;br /&gt;
sie keine langen Erklärungen um zu verstehen. ”Bei allen Heiligen.”&lt;br /&gt;
”Meinetwegen auch bei denen.”&lt;br /&gt;
erwiderte Fedora ungehaltener, als sie es&lt;br /&gt;
eigentlich beabsichtigt hatte. Die Frau,&lt;br /&gt;
die sich inzwischen wie eine Ertrinkende&lt;br /&gt;
an sie gekrallt hatte, wurde ihr zu schwer.&lt;br /&gt;
”Ein Bett! Bitte?” flehte Fedora hilflos.&lt;br /&gt;
”Aber natürlich. Hier könnt Ihr aber&lt;br /&gt;
nicht herein.” Dabei trat sie vor die Tür&lt;br /&gt;
und zog diese ein wenig zu. ”Die Gäste,&lt;br /&gt;
Ihr versteht das doch sicher? Lili, führe&lt;br /&gt;
die Herrschaften an das hintere Tor. Ich&lt;br /&gt;
werde Euch von drinnen öffnen.” flüsterte die Frau ihnen zu.&lt;br /&gt;
”Eines noch.” sagte Fedora schnell.&lt;br /&gt;
”Verzeiht die Unverschämtheit meiner&lt;br /&gt;
Indiskreten Frage, aber sie ist sehr wichtig. Ihr könntet mir nicht zufällig verraten, ob sich der Ehemann dieser Dame&lt;br /&gt;
bei Euch befindet?” Ein winziges Lächeln&lt;br /&gt;
kehrte in Fedoras Gesicht zurück.&lt;br /&gt;
”In der Tat. Diese Frage ist Unverschämt&lt;br /&gt;
und Indiskret. Ihr werdet verstehen, daß&lt;br /&gt;
ich ...” etwas ließ sie innehalten. Sie betrachtete den Maskierten nun doch eingehender und griff sich plötzlich an den&lt;br /&gt;
Hals. ” ... Nun, verratet Ihr mir auch seinen Namen?”&lt;br /&gt;
”Medaz.”&lt;br /&gt;
Einen kurzen Augenblick lang herrschte&lt;br /&gt;
Stille. ”Nein. Der ist nicht hier. Tut mir&lt;br /&gt;
leid. Ich werde Euch nun die andere Tür&lt;br /&gt;
öffnen.” Danach entfernte sie sich.&lt;br /&gt;
Fedora drehte sich zu der Magd um.&lt;br /&gt;
”Hör mir gut zu, Ra’ura. Du wirst nun&lt;br /&gt;
loslaufen und deinen Herren suchen.&lt;br /&gt;
Und du wirst nicht eher ruhen, bis du ihn&lt;br /&gt;
gefunden hast. Verstanden? Sag ihm, wo&lt;br /&gt;
sich seine Frau befindet!”&lt;br /&gt;
Die Magd nickte eingeschüchtert.&lt;br /&gt;
”Dann los! Auf was wartest du noch?”&lt;br /&gt;
So schnell, als wäre das Böse selbst hinter ihr her, rannte sie los, mehr als froh,&lt;br /&gt;
diesen Ort verlassen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Lili faßte nun mit an, und zu zweit&lt;br /&gt;
schleppten sie die junge Frau zum Hintereingang.&lt;br /&gt;
Als ihnen dieser geöffnet wurde, gelang&lt;br /&gt;
es den drei Frauen, die Schwangere in ein&lt;br /&gt;
geheimes Zimmer des Hauses zu schaffen. Nachdem sie Marzella auf ein Bett&lt;br /&gt;
gelegt hatten, wurde Fedora eine Hand&lt;br /&gt;
entgegengestreckt. ”Ich bin Madame Celia.” Stellte sich die Frau von der Vordertür vor. ”Mir gehört dieses bescheidene&lt;br /&gt;
Etablissement.”&lt;br /&gt;
”Und ich ...”&lt;br /&gt;
”Ist schon gut,” unterbrach sie Celia.&lt;br /&gt;
”Ihr müßt mir nichts erklären.” meinte&lt;br /&gt;
sie wissend. ”Ich werde Euch nun herbringen, was Ihr benötigt. Lili, geh wie der hinauf. Falls Parz auftaucht,&lt;br /&gt;
kümmere dich um ihn.”&lt;br /&gt;
”Natürlich, Madame.”&lt;br /&gt;
”Hier unten seid Ihr ungestört. Bitte&lt;br /&gt;
entschuldigt mich nun für einen Augenblick.” Celia ging und schloß hinter sich&lt;br /&gt;
die Geheimtür.&lt;br /&gt;
Fedora legte ihren Hut und ihre Jacke&lt;br /&gt;
ab. Danach zog sie sich die Maske vom&lt;br /&gt;
Gesicht.&lt;br /&gt;
”Ihr?” hauchte Marzella erschrocken.&lt;br /&gt;
”Nun ja ... Ich. Kommt, wir wollen Euch&lt;br /&gt;
von diesen lästigen Kleidern befreien.”&lt;br /&gt;
Fedora half der Schwangeren aus ihrer&lt;br /&gt;
Kleidung und machte es ihr im Bett so&lt;br /&gt;
bequem, wie möglich. Sie setzte sich auf&lt;br /&gt;
die Bettkante und strich mit einer Hand&lt;br /&gt;
über das nasse Gesicht Marzellas. Aus vor&lt;br /&gt;
Panik geweiteten Augen starrte diese Fedora an. ”Wie ... ich verstehe nicht ...?”&lt;br /&gt;
”Das müßt Ihr doch auch gar nicht,&lt;br /&gt;
meine Liebe. Ich bin hier, und ich helfe&lt;br /&gt;
Euch.” Die Worte schienen keine allzu&lt;br /&gt;
beruhigende Wirkung auf Marzella auszuüben.&lt;br /&gt;
”Alles wird gut. Verlaßt Euch darauf.”&lt;br /&gt;
Sie lächelte der junge Frau aufmunternd&lt;br /&gt;
zu. ”Darf ich?” Ohne auf eine Zustimmung zu warten, tastete sie mit geübten&lt;br /&gt;
Handgriffen den Bauch ab. Erneut lächelte sie Marzella beruhigend zu.&lt;br /&gt;
Celia brachte frisches Wasser, Tücher&lt;br /&gt;
und alles, von dem sie dachte, daß es benötigt würde.&lt;br /&gt;
”Wie sieht es aus?” wollte sie wissen.&lt;br /&gt;
Fedora erhob sich und beide Frauen gingen ein Stück zur Seite. ”Nicht sehr gut.”&lt;br /&gt;
Fedora schloß für einen Moment ihre Augen. Das hatte ihr wirklich noch gefehlt.&lt;br /&gt;
Das Leben von Medaz Frau und das seines Kindes lagen in ihren Händen. Sie&lt;br /&gt;
wollte sich gar nicht ausmalen, was er mit&lt;br /&gt;
ihr machte, wenn es einer von beiden&lt;br /&gt;
nicht schaffte. Warum hatte Marzella&lt;br /&gt;
nicht, wie alle Schwangeren, die sich kurz&lt;br /&gt;
vor der Niederkunft befanden, zu Hause&lt;br /&gt;
bleiben können?&lt;br /&gt;
”Ich will ehrlich sein,” setzte Fedora an.&lt;br /&gt;
”Ich kann froh sein, wenn ich einen von&lt;br /&gt;
beiden retten kann.”&lt;br /&gt;
”Ist es so schlimm?” fragte Celia ernst.&lt;br /&gt;
”Glaubt Ihr an eine bestimmte Gottheit?”&lt;br /&gt;
Celia nickte stumm. ”Dann solltet Ihr zu&lt;br /&gt;
ihr beten.”&lt;br /&gt;
”Kann ich Euch irgend wie helfen?”&lt;br /&gt;
”Nein. – Doch. Haltet mir Medaz, so&lt;br /&gt;
lang es geht, vom Hals, falls er hier eintreffen sollte.”&lt;br /&gt;
Bevor Celia sie alleine ließ, meinte sie&lt;br /&gt;
noch: ”Bitte laß Euch oben nicht sehen.&lt;br /&gt;
Dort wimmelt es nur so von Legionären.&lt;br /&gt;
Auch die wollen heute Nacht ihren Spaß&lt;br /&gt;
haben.”&lt;br /&gt;
”Natürlich. Ich habe verstanden. Danke.”&lt;br /&gt;
Als Fedora alleine war, blickte sie zu&lt;br /&gt;
Marzella hinüber und erkannte erleichtert, daß diese in einen leichten Schlaf gefallen war. Dies verschaffte ihr die nötige&lt;br /&gt;
Zeit, sich nun doch einmal um sich selber&lt;br /&gt;
zu kümmern.&lt;br /&gt;
Rasch zog sie ihre Weste aus. Ihr ehemals weißes Hemd hatte sich dunkelrot&lt;br /&gt;
verfärbt. Fedora wischte sich den kalten&lt;br /&gt;
Schweiß von der Stirn, ergriff eines der&lt;br /&gt;
Handtücher und betupfte sich die Wunde.&lt;br /&gt;
Dankbar darüber, daß Celia an wirklich&lt;br /&gt;
alles gedacht hatte, ergriff sie ein Stück&lt;br /&gt;
Verband und riß von einem der riesigen&lt;br /&gt;
Tücher ein kleineres Stück ab. Sie faltete&lt;br /&gt;
das Stück sorgsam zusammen und preßte&lt;br /&gt;
es sich auf die Wunde. Dann wickelte sie&lt;br /&gt;
sich den Verband so fest es ging darum.&lt;br /&gt;
Ihr Hemd stopfte sie in die Hose zurück&lt;br /&gt;
und zog die Weste darüber. Das mußte&lt;br /&gt;
reichen. Marzellas Stöhnen kam keinen Moment&lt;br /&gt;
zu früh. Langsam ging Fedora zu der&lt;br /&gt;
Frau hinüber, nahm erneut Platz und&lt;br /&gt;
wischte ihr immer wieder mit einem&lt;br /&gt;
feuchten Tuch über das erhitzte Gesicht.&lt;br /&gt;
Warum verging nur die Zeit so langsam?&lt;br /&gt;
Im Stillen betete sie zum Licht. Seit langem hatte sie dies nicht mehr getan.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
”Mein Süßer. Ich bitte dich, bleibe hier&lt;br /&gt;
und dreh nicht durch.” Celia ließ sich auf&lt;br /&gt;
einem Bein von Medaz nieder. ”Du würdest nur stören, glaub mir.” Sie schlang&lt;br /&gt;
ihre Arme um seinen Hals und knabberte&lt;br /&gt;
zärtlich an seinem Ohr. Sie versuchte,&lt;br /&gt;
vollkommen entspannt zu klingen. Hoffentlich wußte diese Priesterin, was sie da&lt;br /&gt;
tat.&lt;br /&gt;
Ohne darüber nachzudenken umschlang&lt;br /&gt;
er ihre Taille.&lt;br /&gt;
Ich werde sie umbringen. Wie kann&lt;br /&gt;
Marzella es nur wagen, in ihrem Zustand durch die halbe Stadt zu laufen?&lt;br /&gt;
Medaz knurrte ungehalten.&lt;br /&gt;
Zum Glück war ihm die tölpelhafte&lt;br /&gt;
Magd seiner Frau über den Weg gelaufen,&lt;br /&gt;
noch bevor er daheim angekommen war.&lt;br /&gt;
Aus lauter Wut hatte er diesem armen&lt;br /&gt;
Ding eine schallende Ohrfeige verpaßt.&lt;br /&gt;
Celia strich sanft über sein Gesicht. ”Du&lt;br /&gt;
siehst müde aus, mein Guter. Welche&lt;br /&gt;
Sorgen quälen dich?”&lt;br /&gt;
Er ergriff ihre Hand und hauchte einen&lt;br /&gt;
Kuß darauf. Es gab genügend Dinge, die&lt;br /&gt;
ihm Kopfzerbrechen bereiteten. Nach&lt;br /&gt;
Marcellus Tod war er nun das neue Oberhaupt, der Qaom’de der Familie Medaz -&lt;br /&gt;
Marinus. Dazu gehörte unter anderem&lt;br /&gt;
auch, daß er den Sitz von Marcellus in&lt;br /&gt;
der Curie mitgeerbt hatte. Parz kam es im&lt;br /&gt;
Moment gar nicht ungelegen, daß diese&lt;br /&gt;
immer noch geschlossen war.&lt;br /&gt;
Außerdem hatte er den Rest des Lumen&lt;br /&gt;
Vita untersucht, und sein Verdacht wurde&lt;br /&gt;
bestätigt. Jemand hatte Marcellus getötet, indem er ihm ein falsches Serum&lt;br /&gt;
verabreichte.&lt;br /&gt;
Ezzo wurde eines Morgens brutal zugerichtet vor dem Haupteingang des Palazzos gefunden. Bis heute gab es keine&lt;br /&gt;
Spur von dessen Mörder. Medaz war sich&lt;br /&gt;
sicher, diesen auch nie zu finden.&lt;br /&gt;
Und Sebastian? Dieser machte noch&lt;br /&gt;
nicht einmal den Versuch, im Geheimen&lt;br /&gt;
gegen ihn zu arbeiten. Nur die Tatsache,&lt;br /&gt;
daß sich dieser junge Mann in einigen&lt;br /&gt;
Dingen als recht nützlich erwies, bewahrte ihn vor Schlimmerem.&lt;br /&gt;
Jeder Tag war ein Kampf um die Vorherrschaft des Oberhauptes in dieser Familie.&lt;br /&gt;
Parz hatte es wenigstens geschafft, von&lt;br /&gt;
den Soldaten der Legion in Ruhe gelassen&lt;br /&gt;
zu werden. Immerhin versorgte er sie mit&lt;br /&gt;
Waffen, und oft saß er mit ihnen bei einem Spiel zusammen, oder brachte sie zu&lt;br /&gt;
Celia.&lt;br /&gt;
Er konnte ein Lächeln nicht unterdrükken, doch dann sah er nervös zur Tür.&lt;br /&gt;
Warum dauert es nur so lange?&lt;br /&gt;
”Ich muß zu ihr.” Er hob Celia von seinem Knie und erhob sich.&lt;br /&gt;
”Bleib hier, du störst da unten nur ...”&lt;br /&gt;
Sein Blick ließ sie Augenblicklich verstummen. ”Du kennst ja den Weg.” rief&lt;br /&gt;
sie ihm noch hinterher.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich! Es war geschafft.&lt;br /&gt;
Erschöpft strich sich Fedora über die&lt;br /&gt;
Stirn. In ihren Händen hielt sie ein kleines Bündel Mensch, gewaschen und gut&lt;br /&gt;
duftend. Sie reichte das Kind zu Marzella&lt;br /&gt;
hinunter. Diese lag zwar bleich, aber dennoch wohlauf in dem Bett und schloß ihr&lt;br /&gt;
Kind glücklich in ihre Arme.&lt;br /&gt;
”Ich sagte Euch doch, daß alles gut&lt;br /&gt;
wird.” Im Stillen dankte Fedora für die&lt;br /&gt;
Erhörung ihrer Gebete.&lt;br /&gt;
Sie mochte gar nicht mehr daran denken, wie dünn der Faden gewesen&lt;br /&gt;
war, der beide vom Tod getrennt hatte.&lt;br /&gt;
”Ich weiß nicht, wie ich Euch jemals für&lt;br /&gt;
Eure Hilfe danken kann.” Marzellas&lt;br /&gt;
Stimme war kaum zu hören. Die junge&lt;br /&gt;
Mutter ergriff Fedoras Hand und drückte&lt;br /&gt;
diese fest. ”Ich stehe tief in Eurer Schuld.&lt;br /&gt;
Seid versichert, daß niemand von mir erfahren wird, was heute hier geschehen&lt;br /&gt;
ist.”&lt;br /&gt;
”Schon gut. Und nun schlaft. Ihr braucht&lt;br /&gt;
noch sehr viel Ruhe. Seht – Euer Kind&lt;br /&gt;
macht es Euch vor.”&lt;br /&gt;
Marzella nickte stumm, hielt ihr Kind&lt;br /&gt;
ganz fest an sich gedrückt und schloß die&lt;br /&gt;
Augen.&lt;br /&gt;
Fedora nahm ihre Sachen und verließ&lt;br /&gt;
leise den Raum. Sie tastete ihren Leib ab&lt;br /&gt;
und zuckte vor Schmerz zusammen. Als&lt;br /&gt;
sie ihr Hemd hob, erkannte sie, daß der&lt;br /&gt;
Verband mittlerweile von Blut durchtränkt war.&lt;br /&gt;
Plötzlich tauchte Medaz vor ihr auf und&lt;br /&gt;
hastig strich sie das Hemd herunter.&lt;br /&gt;
”Wie geht es ihr?” Dunkle Ringe zeichneten sich unter seinen Augen ab. Fedora&lt;br /&gt;
mußte zugeben, daß er schon besser ausge-sehen hatte.&lt;br /&gt;
Sie liß sich müde auf einen Stapel Kisten&lt;br /&gt;
nieder. ”Gut. Mutter und Tochter sind&lt;br /&gt;
wohlauf. Es war für beide zwar ziemlich&lt;br /&gt;
anstrengend, aber ... es geht ihnen gut.&lt;br /&gt;
Ihr solltet trotzdem dafür Sorgen, daß sie&lt;br /&gt;
sich noch einige Wochen Ruhe gönnt.&lt;br /&gt;
Wenn Ihr leise seid, könnt Ihr zu ihnen&lt;br /&gt;
gehen. Sie versuchen gerade, ein wenig&lt;br /&gt;
zu schlafen.”&lt;br /&gt;
Medaz war zu der Geheimtür geeilt,&lt;br /&gt;
doch bevor er an dem Hebel zog, mit dem&lt;br /&gt;
sie sich öffnen ließ, drehte er sich noch&lt;br /&gt;
einmal um.&lt;br /&gt;
”Ich ... Eine Tochter?” Er schaute Fedora&lt;br /&gt;
fragend an. ”Wenn ich sie verloren ... ich&lt;br /&gt;
meine, ... Celia erwähnte ... Ich weiß nicht&lt;br /&gt;
was ich getan hätte .... wie gut, das Ihr in&lt;br /&gt;
der Nähe wart. Ich danke Euch.”&lt;br /&gt;
”Geht hinein. Eure Familie wartet auf&lt;br /&gt;
Euch.” Fedora lächelte sanft. In diesem&lt;br /&gt;
Augenblick unterschied sich dieser Mann&lt;br /&gt;
nicht im geringsten von einem anderen&lt;br /&gt;
Mann, der gerade Vater geworden war.&lt;br /&gt;
Minutenlang starrte Fedora gedankenverloren vor sich hin. So, nun aber nichts&lt;br /&gt;
wie weg von hier, ermahnte sie sich selber. Sie preßte eine Hand fest gegen ihre&lt;br /&gt;
Wunde und erhob sich, woraufhin ihr sofort schwarz vor Augen wurde, dabei stolperte sie unkontrolliert nach vorne. Sie&lt;br /&gt;
riß einige kleinere Kisten um, stolperte&lt;br /&gt;
erneut und prallte gegen eine Wand. Ein&lt;br /&gt;
spitzer Schmerzensschrei löste sich von&lt;br /&gt;
ihren Lippen, danach folgte ein deftiger&lt;br /&gt;
Fluch. Stell dich nicht so an, meinte sie&lt;br /&gt;
zu sich selber, der kleine Kratzer bringt&lt;br /&gt;
dich schon nicht um.&lt;br /&gt;
Fedora fühlte, wie jemand sie stützte&lt;br /&gt;
und ihr auf die wackeligen Beine half.&lt;br /&gt;
”Was ist mit euch?” Medaz stand hinter&lt;br /&gt;
ihr.&lt;br /&gt;
”Es ist .... nichts. Warum seid Ihr nicht&lt;br /&gt;
bei Eurer Frau? ... Ich muß nun gehen ....&lt;br /&gt;
laßt mich los ...” faselte sie.&lt;br /&gt;
”Habt Ihr Fieber? Er packte sie an den&lt;br /&gt;
Armen und drehte sie fast unsanft zu sich&lt;br /&gt;
herum. Entsetzt stöhnte er auf, als er ihr&lt;br /&gt;
blutiges Hemd bemerkte, welches halb&lt;br /&gt;
aus ihrer Hose heraus hing. Langsam hob&lt;br /&gt;
er es in die Höhe und starrte auf den völlig durchtränken Verband.&lt;br /&gt;
”Ihr habt aber auch ein Talent, Euch in&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten zu bringen. Was ist geschehen?” Die Ironie, welche bei dieser&lt;br /&gt;
Frage mit schwang, war nicht zu überhören.&lt;br /&gt;
”Nichts Besonderes ... ein kleines Mißgeschick mit ... einem Dolch ...” Ihr Atem&lt;br /&gt;
ging schneller.&lt;br /&gt;
”Ihr wollt wohl den Umstand, Euch an&lt;br /&gt;
diesem Tag in ein Messer zu stürzen, zur&lt;br /&gt;
Tradition werden lassen, wie?” Sie sah zu ihm auf und beide dachten an&lt;br /&gt;
die Ereignisse zurück, die erst ein Jahr&lt;br /&gt;
zurücklagen. Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor.&lt;br /&gt;
”Das ist ... nichts. Es geht schon. Bitte ...&lt;br /&gt;
ich muß los ...” drängte Fedora.&lt;br /&gt;
”Was glaubt Ihr, wie weit Ihr damit&lt;br /&gt;
kommen werdet?” Medaz schüttelte seinen Kopf über so viel Dummheit. ”Ihr&lt;br /&gt;
bleibt hier.” Er setzte sie auf ein paar&lt;br /&gt;
Kisten und sie lehnte sich dankbar gegen&lt;br /&gt;
die Wand. ”Rührt Euch ja nicht vom&lt;br /&gt;
Fleck.” Danach verschwand er nach oben.&lt;br /&gt;
”Ach was. Als ob ich hier warte.” dachte&lt;br /&gt;
Fedora nach einem Moment und erhob&lt;br /&gt;
sich, strich sich wütend einige Schweißtropfen ab und ging.&lt;br /&gt;
Als Medaz zusammen mit Celia in den&lt;br /&gt;
Raum zurückkehrte, fanden sie in leer&lt;br /&gt;
vor. ”Dieses verrückte Weib.” Wütend&lt;br /&gt;
trat Medaz gegen eine Kiste.&lt;br /&gt;
Celia faßte zärtlich nach seinem Arm.&lt;br /&gt;
”Vielleicht ist es besser so, meinst du&lt;br /&gt;
nicht auch?”&lt;br /&gt;
”Was?” Verwirrt blickte er Celia an. ” ...&lt;br /&gt;
Ja, mit Sicherheit hast du recht.”&lt;br /&gt;
”Kannst du mir eines beantworten? Wen&lt;br /&gt;
liebst du eigentlich mehr? Das arme junge Ding, welches heute dein Kind zur&lt;br /&gt;
Welt gebracht hat, oder dieses arme Wesen, was irgend wo dort draußen herum&lt;br /&gt;
irrt?” Celias Stimme war schneidend vor&lt;br /&gt;
Kälte.&lt;br /&gt;
In diesem Moment kam Lili herein. ”Mir&lt;br /&gt;
wurde soeben berichtet, daß in unserem&lt;br /&gt;
Bezirk verstärkt Wachen unterwegs&lt;br /&gt;
sind.”&lt;br /&gt;
Hilflos sah Medaz zu Celia hinüber.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Fedora stolperte durch die Straßen. Sie&lt;br /&gt;
hätte sich bei Celia versorgen lassen sollen, aber sie konnte nicht mehr klar denken. Ihr einziges Ziel war es, zu Kore zu&lt;br /&gt;
gelangen. Die Umgebung verschwamm&lt;br /&gt;
vor ihren Augen. Jetzt nur nicht einen&lt;br /&gt;
weiteren Fehler begehen, dachte sie. Fast&lt;br /&gt;
hatte sie es geschafft, der Tempelberg&lt;br /&gt;
war nicht mehr weit. Sie bog um eine Ekke und blieb wie angewurzelt stehen. Vor&lt;br /&gt;
ihr standen mehrere Wachen.&lt;br /&gt;
Zum Glück wandten sie ihr alle den&lt;br /&gt;
Rücken zu. Langsam und leise, Schritt für&lt;br /&gt;
Schritt, ging sie rückwärts in die Straße&lt;br /&gt;
zurück, aus der sie gekommen war. Fedora lehnte sich gegen eine Häuserwand&lt;br /&gt;
und atmete tief durch. Was würde sie darum geben, wenn dieser Tag endlich vorüber war. In diesem Zustand konnte sie&lt;br /&gt;
nicht länger herumlaufen.&lt;br /&gt;
”Verzeiht. Aber Ihr scheint mir dringend&lt;br /&gt;
Hilfe zu benötigen?”&lt;br /&gt;
Erschrocken zuckte die Frau zusammen.&lt;br /&gt;
Sie hatte den Mann gar nicht kommen&lt;br /&gt;
gehört. Nun stand er ihr direkt gegenüber&lt;br /&gt;
und musterte sie ganz genau.&lt;br /&gt;
”Ich weiß überhaupt nicht, was Ihr&lt;br /&gt;
meint, mein Herr.”&lt;br /&gt;
”Ich bitte Euch. Ihr seht aus, wie eine&lt;br /&gt;
umherirrende Leiche. Außerdem, meint&lt;br /&gt;
Ihr, es wäre günstig, so umher zu laufen?” Er deutete auf ihr Gesicht. Natürlich hatte sie vergessen, sich ihre Maske&lt;br /&gt;
über zu ziehen.&lt;br /&gt;
”Ich möchte den sehen, der sich das nette Sümmchen entgehen läßt, welches auf&lt;br /&gt;
Euren hübschen Kopf ausgesetzt wurde.”&lt;br /&gt;
”Ich kann Euch ... nicht ganz folgen ...”&lt;br /&gt;
verwirrt studierte sie sein Gesicht.&lt;br /&gt;
”Haltet mich bitte nicht für dumm. Wir&lt;br /&gt;
wissen beide, was ich meine, nicht wahr,&lt;br /&gt;
Agia?”&lt;br /&gt;
”Was wollt Ihr? Euch das nette Sümmchen verdienen? Nur zu, gleich hier um&lt;br /&gt;
die Ecke stehen einige Soldaten ...” Das&lt;br /&gt;
Gespräch ermüdete Fedora langsam.&lt;br /&gt;
”Aber nein. Wenn ich das wollte, hätte&lt;br /&gt;
ich Euch dann meine Hilfe angeboten...?”&lt;br /&gt;
erwiderte der Mann hastig. Fedoras Geduld und ihre Kräfte waren&lt;br /&gt;
am Ende. Langsam rutschte sie an der&lt;br /&gt;
Mauer hinunter. Alles um sie herum&lt;br /&gt;
drehte sich. Sofort fing der Mann sie auf.&lt;br /&gt;
”Kommt, ich weiß einen sicheren Ort für&lt;br /&gt;
Euch.”&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Als Fedora ihre Augen aufschlug, bemerkte sie, daß sie in einem weichen Bett&lt;br /&gt;
lag. Eine angenehme Wärme durchzog&lt;br /&gt;
ihren Körper. Was mit Sicherheit daran&lt;br /&gt;
lag, daß in dem Zimmer, in dem sie sich&lt;br /&gt;
befand, ein prasselndes Feuer im Kamin&lt;br /&gt;
die Umgebung erhizte.&lt;br /&gt;
Fedora schlug die Decke zurück und sah&lt;br /&gt;
auf ihre sauber verbundene Wunde. Als&lt;br /&gt;
sie ihren Blick hob, erkannte sie den&lt;br /&gt;
Mann, der sie auf der Straße angesprochen hatte, und der nun langsam ans Bett&lt;br /&gt;
kam. Fedora hatte nicht gehört, wie er&lt;br /&gt;
den Raum betreten hatte.&lt;br /&gt;
”Ihr seid wach, das ist nett.” Ein Lächeln&lt;br /&gt;
umspielte seine Mundwinkel. ”Habt Ihr&lt;br /&gt;
Hunger, oder seid Ihr durstig?” fragte er&lt;br /&gt;
freundlich.&lt;br /&gt;
Fedora schüttelte ihren Kopf. Hastig zog&lt;br /&gt;
sie die Decke bis an ihr Kinn. ”Wer seid&lt;br /&gt;
Ihr?” wollte sie wissen.&lt;br /&gt;
”Oh, habe ich mich Euch noch nicht&lt;br /&gt;
vorgestellt?” Seine Augen zwinkerten&lt;br /&gt;
lustig. ”Wir dürfen nie die Etikette&lt;br /&gt;
vergessen, nicht wahr.” Er verbeugte sich&lt;br /&gt;
tief, und als er sich wieder aufrichtete,&lt;br /&gt;
meinte er galant, ”Mattia. Arnoldo Mattia, zu Euren Diensten.”&lt;br /&gt;
”Was wollte Ihr von mir ...?” Verunsicherung klang in Fedoras Stimme mit.&lt;br /&gt;
”Von Euch wollen?” Mattia zuckte mit&lt;br /&gt;
den Schultern. ”Nichts.” meinte er fast&lt;br /&gt;
ein Spur zu gleichgültig.&lt;br /&gt;
”Hört auf mit dem Theater. Ich bitte&lt;br /&gt;
Euch. Nun haltet Ihr mich für dumm.”&lt;br /&gt;
Arnoldo zog sich einen Sessel an das&lt;br /&gt;
Bett und ließ sich hinein fallen, hob seine&lt;br /&gt;
Füße und legte sie dreist auf das Bett.&lt;br /&gt;
Seinen linken Arm stützte er auf die Lehne seines Sitzmöbels und bettete seinen&lt;br /&gt;
Kopf, scheinbar lässig, auf die Hand, wobei er seinen Gast interessiert beobachtete.&lt;br /&gt;
”Wollt i ....” begann sie.&lt;br /&gt;
Arnoldo legte einen Zeigefinger auf seine Lippen. ”Schttt ....” Dann betrachtete&lt;br /&gt;
er sie stumm.&lt;br /&gt;
Fedora spürte, wie eine Hitzewelle in ihr&lt;br /&gt;
empor kroch. Was wollte dieser Mann&lt;br /&gt;
von ihr, was hatte er vor?&lt;br /&gt;
”Nun.” meinte er. ”ich soll Euch von&lt;br /&gt;
einem gemeinsamen Freund grüßen.”&lt;br /&gt;
”Ein Freund?” Fedora überlegte&lt;br /&gt;
fieberhaft, wenn er damit wohl meinte.&lt;br /&gt;
”Es tut mir leid, aber ...” Sie zuckte hilflos&lt;br /&gt;
mit den Schultern. ”Ich habe keine Ahnung, von wem Ihr redet.”&lt;br /&gt;
”Dieser Freund gab mir einen Auftrag.”&lt;br /&gt;
Fedora kniff ihre Augen ein wenig zusammen. Was meinte er?&lt;br /&gt;
”Ich soll auf Euch aufpassen, wenn Ihr&lt;br /&gt;
in der Stadt unterwegs seit. Bisher ist mir&lt;br /&gt;
das immer recht gut gelungen, aber heute&lt;br /&gt;
...” Er hob in einer hilflosen Geste seine&lt;br /&gt;
Hände. ”Ich muß gestehen, leider habe&lt;br /&gt;
ich Euch für einen Moment in dem Gedränge aus den Augen verloren. Sonst&lt;br /&gt;
wäre das da nicht passiert, das kann ich&lt;br /&gt;
Euch versichern.” Er deutete auf ihre&lt;br /&gt;
Wunde.&lt;br /&gt;
”Wer gab Euch den Auftrag dazu?” flüsterte sie drohend.&lt;br /&gt;
”Ihr dürft es ihm nicht verdenken. Er&lt;br /&gt;
hängt an Euch, und möchte Euch in&lt;br /&gt;
Sicherheit wissen ...”&lt;br /&gt;
”Wer?”&lt;br /&gt;
” ... er macht sich ... große Sorgen um&lt;br /&gt;
Euch ...” stammelte er verlegen.&lt;br /&gt;
”WER?” Fedoras Augen funkelten gefährlich. ”Maldito, redet endlich, oder ...”&lt;br /&gt;
”Gaetano.” Wenn er nur wüßte, wo er&lt;br /&gt;
hinschauen sollte, der Blick dieser Frau schien ihn ja förmlich zu verbrennen.&lt;br /&gt;
Fedora indes verschlug es die Sprache.&lt;br /&gt;
Ihr Leibwächter, ihr Freund, hatte jemand anderen damit beauftragt, sie zu&lt;br /&gt;
beschatten und auf sie aufzupassen. War&lt;br /&gt;
er denn komplett durchgeknallt?&lt;br /&gt;
Mattia konnte an ihrem Gesicht ablesen,&lt;br /&gt;
was sie dachte. ”Geht nicht zu hart mit&lt;br /&gt;
ihm ins Gericht. Er tat es nur aus Sorge&lt;br /&gt;
um Euer Wohlergehen.” Er mußte für seinen Freund einfach ein gutes Wort einlegen. ”Welches ja auch nicht ganz unbegründet schien.”&lt;br /&gt;
Nun wußte Arnoldo, was Gaetano mit&lt;br /&gt;
den Worten ‘Sie ist nicht einfach‘ zum&lt;br /&gt;
Ausdruck bringen wollte.&lt;br /&gt;
”Er ist Euer Freund?” fragte Fedora ein&lt;br /&gt;
wenig versöhnlicher.&lt;br /&gt;
”Mmmmh, ...ja.”&lt;br /&gt;
”Mehr werdet Ihr mir nicht verraten?”&lt;br /&gt;
”Mmmmh, ... richtig erkannt.” antwortete er mit einem leichten Zögern.&lt;br /&gt;
”Geht es ihm gut?” Eigentlich wollte sie&lt;br /&gt;
ihre Stimme nicht so besorgt klingen lassen.&lt;br /&gt;
”Ich denke schon.”&lt;br /&gt;
”Sagt, ... wie konntet Ihr mir folgen? Ihr&lt;br /&gt;
wußtet nicht, wann ich wo unterwegs sein&lt;br /&gt;
würde ... Bin ich etwa zu unvorsichtig ..?”&lt;br /&gt;
”Seid versichert, dies seid Ihr nicht.&lt;br /&gt;
Aber das kleine Geheimnis meines Erfolges werde ich Euch mit Sicherheit nicht&lt;br /&gt;
verraten.” Er lachte plötzlich erleichtert&lt;br /&gt;
auf.&lt;br /&gt;
”So kann ich nur froh sein, daß Ihr auf&lt;br /&gt;
meiner Seite steht.” erwiderte Fedora. Sie&lt;br /&gt;
schloß müde ihre Augen und dachte&lt;br /&gt;
nach.&lt;br /&gt;
In dem Moment wurde die Tür geöffnet&lt;br /&gt;
und zwei Frauen kamen herein. Die ältere von ihnen fuhr den Mann sofort an.&lt;br /&gt;
”ARNOLDO! Was fällt dir ein? Hast du&lt;br /&gt;
kein Benehmen von mir gelernt?”&lt;br /&gt;
Fedora öffnete ihre Augen und sah, wie&lt;br /&gt;
der Angesprochene nervös zusammen&lt;br /&gt;
zuckte.&lt;br /&gt;
”Nimmst du gefälligst deine Füße da&lt;br /&gt;
runter!” Als die alte Frau dicht vor ihm&lt;br /&gt;
stand, verpaßte sie ihm eine schallende&lt;br /&gt;
Ohrfeige. Sofort sprang er auf und rieb&lt;br /&gt;
sich die schmerzende Stelle.&lt;br /&gt;
Fedora konnte ein Lächeln nicht unterdrücken.&lt;br /&gt;
”Darf ich Euch meine Mutter vorstellen?” meinte Arnoldo, nachdem er sich&lt;br /&gt;
von diesem Vorfall erholt hatte. ”Gioconda Mattia. Und dies ...” Er wirbelte herum und zog die junge Frau näher zu sich&lt;br /&gt;
heran, die Mühe hatte, die Sachen auf&lt;br /&gt;
dem Tablett zu halten, welches sie trug,&lt;br /&gt;
” ... ist meine liebe Frau Estrelle.”&lt;br /&gt;
Fedora nickte höflich zu beiden hinüber.&lt;br /&gt;
”Also wirklich, Arnoldo. Du bist unmöglich.” Gioconda nahm ihrer Schwiegertochter das Tablett aus den Händen und&lt;br /&gt;
stellte es auf einem kleinem Tisch neben&lt;br /&gt;
dem Bett ab.&lt;br /&gt;
Fedora nahm den angenehmen Geruch&lt;br /&gt;
von frisch gestampften Obst und Selbstgebackenem wahr, welcher die Alte umgab. Aufmunternd lächelte Gioconda Fedora an. ”Na, na Kindchen. Was macht&lt;br /&gt;
Ihr den für Sachen? Aber nun wird alles&lt;br /&gt;
gut. Ich werde mich weiter um Euch&lt;br /&gt;
kümmern. Mögen die Götter wissen, was&lt;br /&gt;
mit Euch geschehen wäre, wenn Ihr in&lt;br /&gt;
die falschen Hände geraten wäret. Eure&lt;br /&gt;
Wunde sah ganz schön böse aus, und Ihr&lt;br /&gt;
habt eine ordentliche Portion Blut verloren, das kann ich Euch aber sagen. Da&lt;br /&gt;
muß jemand aber mächtig seine schützende Hand über Euch gehalten haben,&lt;br /&gt;
anders kann ich mir nicht erklären, daß&lt;br /&gt;
ihr nicht .... , nun, jetzt ist ja alles wieder&lt;br /&gt;
in bester Ordnung, und ich lasse Euch&lt;br /&gt;
erst aus diesem Bett heraus, wenn Ihr&lt;br /&gt;
Euch anständig erholt habt, ich hoffe Ihr&lt;br /&gt;
habt mich verstanden ...?” Fedora neigte ihren Kopf zur Seite, um&lt;br /&gt;
besser an dieser resoluten Frau vorbeischauen zu können, deren Redefluß kein&lt;br /&gt;
Ende zu nehmen schien und beobachtete&lt;br /&gt;
Arnoldo, der sich ein Lachen nun wirklich nicht mehr verkneifen konnte.&lt;br /&gt;
” ... Also wirklich, Kindchen. Ihr seid ja&lt;br /&gt;
ganz abgemagert. Oder wart Ihr immer so&lt;br /&gt;
dünn? Das ist bestimmt nicht gesund für&lt;br /&gt;
Euch. Estrelle will ja auch nicht auf mich&lt;br /&gt;
hören.” Sie schüttelte ihr weißes Haupt.&lt;br /&gt;
”Aber so sind nun mal die jungen Dinger.&lt;br /&gt;
Meine Küche wird schon dafür sorgen,&lt;br /&gt;
das Ihr anständig Speck auf die Rippen&lt;br /&gt;
bekommt ...”&lt;br /&gt;
Fedora setzte einen gequälten und entsetzten Gesichtsausdruck auf. Nun warf&lt;br /&gt;
Arnoldo seinen Kopf in den Nacken und&lt;br /&gt;
lachte schallend. Fedora konnte nicht anders, sie mußte einfach mitlachen, und&lt;br /&gt;
schon nach kurzer Zeit standen ihr&lt;br /&gt;
Tränen in den Augen.&lt;br /&gt;
Gioconda schaute verständnislos von&lt;br /&gt;
einem zum anderen.&lt;br /&gt;
”Oh, Mutter. Du bist herrlich. Mir willst&lt;br /&gt;
du etwas von Benehmen erzählen und du&lt;br /&gt;
selber bist keinen Deut besser.”&lt;br /&gt;
”Was willst du damit sagen, mein Kleiner?” erwiderte sie in gespielten Zorn.&lt;br /&gt;
”Nun, du weißt schon, daß du hier mit&lt;br /&gt;
der Agia redest, oder? Ich denke, das&lt;br /&gt;
Letzte was sie möchte, ist anständig&lt;br /&gt;
Speck auf die Rippen kriegen. Außerdem&lt;br /&gt;
redest du wieder einmal, ohne Luft zu&lt;br /&gt;
holen. Unserem Gast wird ja noch ganz&lt;br /&gt;
schwindlig. Und bitte, nenn mich nicht&lt;br /&gt;
immer ‘Kleiner‘!”&lt;br /&gt;
Gioconda zuckte mit den Schultern. ”Na&lt;br /&gt;
und?”&lt;br /&gt;
”Mutter!” mischte sich nun Estrelle ein.&lt;br /&gt;
”Was? Dies ist mein Heim und ich rede&lt;br /&gt;
hier mit den Leuten, wie es mir paßt.&lt;br /&gt;
Daran hat sich bis jetzt noch jeder gewöhnt.” Die Fröhlichkeit, welche dabei in&lt;br /&gt;
ihrer Stimme steckte, machte deutlich,&lt;br /&gt;
das sie es nicht böse meinte.&lt;br /&gt;
”Ich bin Fedora.” Sie streckte der Alten&lt;br /&gt;
ihre Hand entgegen. ”Ich möchte mich&lt;br /&gt;
für Eure Hilfe bedanken.”&lt;br /&gt;
Ein spitzbübisches Grinsen erschien auf&lt;br /&gt;
Giocondas Gesicht, welches sie noch&lt;br /&gt;
sympathischer machte.&lt;br /&gt;
”Natürlich werde ich mich unterstehen,&lt;br /&gt;
Eure Anweisungen in Frage zu stellen.&lt;br /&gt;
Also abgemacht, ich bleibe hier und werde Euch aufs Wort gehorchen ... Aber&lt;br /&gt;
nur, solange es mir noch nicht besser&lt;br /&gt;
geht.”&lt;br /&gt;
Gioconda nickte.&lt;br /&gt;
”Na prima, das wäre ja nun geklärt.” rief&lt;br /&gt;
Arnoldo munter, froh darüber, daß nicht&lt;br /&gt;
Schlimmeres passiert war und er Gaetano&lt;br /&gt;
dies nicht erklären mußte.&lt;br /&gt;
”Ach, noch eines.” Gioconda streichelte&lt;br /&gt;
ihrem Sohn nun liebevoll übers Gesicht.&lt;br /&gt;
”Ich werde so lange ‘Mein Kleiner‘ zu dir&lt;br /&gt;
sagen, solange du dich auch wie ein kleines Kind benimmst.”&lt;br /&gt;
Erneut füllte sich das Zimmer mit&lt;br /&gt;
fröhlichem Gelächter.&lt;br /&gt;
Fedora ahnte nun, warum Gaetanos&lt;br /&gt;
Wahl ausgerechnet auf Arnoldo und seine&lt;br /&gt;
Familie gefallen war. Er mußte einfach&lt;br /&gt;
gewußt haben, das sie früher oder später&lt;br /&gt;
Gioconda begegnete ... und wie die Alte&lt;br /&gt;
versuchen würde mit ihr&lt;br /&gt;
umzuspringen ....&lt;br /&gt;
Du verdammter Halunke. Aber das&lt;br /&gt;
zahl ich dir Heim.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Mayu%27ancha%27yawar&amp;diff=268</id>
		<title>Mayu&#039;ancha&#039;yawar</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Mayu%27ancha%27yawar&amp;diff=268"/>
		<updated>2022-12-10T19:40:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Lucius Scaevola argens, 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NOCH NICHT FORMATIERT&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Todesschrei wurde zuerst zu einem Röcheln, dann erstarb er ganz. Katchmeks Arme waren bis zu den Ellenbogen gefärbt mit dem Blut seiner Opfer. Wieder und immer wieder hatte er auf sie eingehackt, ihr Flehen um ihr jämmerliches Leben ignorierend. Keiner hatte auf das Weinen seiner Kinder oder auf das Flehen seiner Frau Rücksicht genommen, als die Flotte der tönernen Krieger sein Land beschossen und die Erde verbrannt hatte. Keiner der fremden Eroberer war dort gewesen, um ihr Versprechen zu halten, daß sie gegeben hatten: dem Volk Schutz zu gewähren. Sie waren Schuld am Tod seiner Familie und nur das Blut vieler der Ihren konnte den Haß kühlen, der in Katchmek brodelte. Das Rot der Blutlust floß langsam aus Katchmeks Augen. Der ehemalige Pejon schaute sich zufrieden die Ernte einer Nacht an. In dem kleinen Bach, an dessen Ufer die fremden Reisenden ihr Lager in trügerischer Sicherheit errichtet hatten, wusch sich ihr Blut von den Armen. Dann nahm er sich alles, was ihm nützlich schien und überließ die Kadaver den Geiern und Bussarden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Jemand applaudierte. Katchmek fuhr herum, bereit einem weiteren Feind das Leben zu nehmen. Ein Toquateke, gekleidet wie ein Suquay, lehnte an einem Baum. Sein Gesicht hatte die scharfgeschnittenen, klaren Gesichtszüge seines Volkes, aber seine Augen leuchteten gnadenlos und kalt: “Du bist der, den sie den ‚Schlächter’ nennen, oder?” “So nennt mich nur der Feind, Yurak2” Der Fremde zuckte nicht einmal mit einer Wimper, er ignorierte die Beleidigung: “Ich fühle mich geehrt dem Sammler so vieler FremdenSeelen zu begegnen. Mein Name ist Kalchun Qualpaq. Glaube mir: Dein Feind ist auch der meine.” “Ich habe von Deinen Taten gehört, kein BlutRuhm nur Egoismus spricht aus ihnen. Was willst Du?” Katchmek war kurz angebunden, ein Toquateke hatte sich nicht zu kleiden wie ein tizianischer Pfau. “Ich biete Dir einen Weg, Dein Blut mit dem mächtigsten Opfer zu kühlen, daß man in Xiduria finden kann. Ich könnte dies selbst vollbringen, aber Deine Taten&lt;br /&gt;
machen Dich würdiger, als ich es je sein werde. Dir gebührt der Weg, den Protector zu töten und ich bin das Werkzeug, um an Dein Ziel zu gelangen.” &lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Das Mahl war klein und frugal. Nicht mehr als 100 Beamte und Würdenträger aus dem Imperium waren anwesend und es wurden kaum mehr als 20 verschiedene Gerichte serviert. Scaevola lag an der Kopfseite des Raumes zu Tisch und repräsentierte. Dabei schweiften seine Blicke durch die Runde und beobachteten jeden einzelnen der Gäste. Die meisten, feiste Wolsen oder dekadent gewordene Einheimische, stopften die erlesenen Köstlichkeiten in ihren gierigen Schlund. Nur wenigen war die Sache eher unangenehm. Ihnen war bewußt, daß solche Festmähler durch die hemmungslos angehobenen Steuern finanziert wurden, die der Protector erhoben hatte und die das Volk einem Mühlstein auf der Brust gleich belasteten. Einzelne der Gäste hatten zudem Probleme den Haß, den sie nährten, nicht an die Oberfläche zu lassen. Die beiden letzten der Gruppen waren potentiell interessant für den Protector. Sie konnten für den Widerstand rekrutiert werden, sofern dies nicht sogar&lt;br /&gt;
schon geschehen war. Aber nicht heute, nicht während eines offiziellen Essens.&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Es war schon spät, als sich der Protector sich zurückzog. Repräsentieren hieß mit wenig Schlaf auskommen, daran war er gewöhnt, besonders, da er sich auch noch die Zeit stehlen mußte, den Widerstand in rechte Bahnen zu lenken. Scaevola ging den düsteren Gang zu seinen Gemächern entlang. Alles schien wie immer, aber jahrelange Erfahrung im Zwielicht ließ ihn spüren, daß dem nicht so war. Noch konnte er nicht genau sagen, was ihn störte, aber die Bedrohung war fühlbar. Etwas ballte sich wie düstere Wolken an einem Sommertag zusammen, bereit jeden Moment als Sturm loszubrechen. Der Protector öffnete wie immer die Zimmertür, tat eine Schritt in den Raum. Dann ließ er sich fallen und rollte sich ab. Das Hackmesser, bestimmt Zuckerrohr zu schneiden, verfehlte ihn nur knapp. Schweigend, aber mit einer Geschicklichkeit, die viel Übung erforderte, bedrängte der Angreifer den Protector. Viel war in dem Dunkel von ihm nicht zu erkennen, doch der in den Augen lodernde Wahnsinn war unübersehbar. Scaevola konnte nicht mehr tun, als den Schlägen ausweichen. Um Hilfe rufen war Zeitverschwendung. Bis die Wachen den Raum erreicht hätten, hätte der Meuchler sein Ziel erreicht. Nicht, daß Scaevola seinen Gegner nicht hätte ausschalten können. Einen vergifteten Bolzen aus seiner silbernen Hand hatten die Wenigsten überlebt, aber der Protector wollte seinen Angreifer noch befragen und Nekromantie war noch nie sein Steckenpferd gewesen. Nun, er hatte noch andere Tricks auf Lager. Aus der Handwurzel der Prothese schoß ein kleiner Wurfanker an einem Draht und krallte sich in den Wandteppich direkt hinter dem Angreifer. Ein kräftiger Zug und das teure Stück fiel über den Fremden. Zu mehr war der Haken auch nicht fähig. Scaevola bezeichnete ihn gerne als Fehlkonstruktion. Der Verankerung der Hand war nicht in der Lage, Scaevolas Gewicht zu halten, sollte er versuchen, sich mittels des Hakens vor einem Absturz zu bewahren. Solche Erfahrungen waren mehr als schmerzhaft, denn meisten hatte Scaevola am Boden gelegen, die Hand aber hing mehrere Lanzen über ihm. Die plötzliche Nacht überraschte den Meuchler und ein Kinnhaken mit der silbernen Hand besorgte den Rest. Die Tür wurde aufgestoßen und Bewaffnete stürzten herein. Die Wachen hatten tatsächlich bemerkt, daß etwas nicht stimmte. Bevor sie noch etwas sagen konnten befahl der Protector: “Bringt ihn in den Keller, bindet ihn und laßt uns dann alleine. Ich will das Vernügen der Befragung selbst genießen!” &lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Gespenstische Schatten flackernder Fackeln an der Wand unterstrichen die Atmosphäre der Folterkammer. Hier gab es alles, was zur schmerzhaften Wahrheitsfindung dazugehörte: glühende Eisen, eine Streckbank, Maschinen zum Quetschen eines jedwegen Körperteils und ebensolche zum Dehnen. Scaevola hatte den Meuchler auf die Bank binden lassen, seine Gehilfen bereiteten alles weitere vor, dann schickte sie der Protector aus dem Raum und verschloß die Tür. Der haßerfüllte Blick Katchmeks folgte ihm während er in der Kammer hin und herschritt und mal dieses, mal jenes Instrument begutachtetete. “Ich denke, ich habe von Dir gehört”, wandte Scaevola sich wie beiläufig an den ehemaligen Bauern: “Die tönernen Krie-&lt;br /&gt;
ger haben Deine Familie getötet und Du gibst dem Reich die Schuld. Ich sehe Wut und Schmerz und grenzenlosen Haß in Deinem Gesicht.” Katchmek erwiederte kein Wort. “Wäre ich Du, würde ich mich an denen rächen wollen, die mir dieses Leid&lt;br /&gt;
angetan haben, aber deswegen bist Du ja berühmt geworden, Schlächter.” Erneut keine Antwort. “Ich würde mich an meinen Feind schleichen und versuchen, ihn zu töten. Und gelänge dies mir nicht, dann würde ich sterben und kein Laut des Schmerzes oder der Wut käme über meine Lippen, wenn meine Feinde mich marterten.” Der Protector sah seinen Gefangenen erneut an: “Ich würde meinem Feind mißtrauen, besonders , wenn er behauptete, er hätte nur auf Befehl gehandelt und daß wäre eigentlich meine Freund. Würde er mir anbieten, mit einem großen Heer über das Meer zu fahren, um mehr Yurak zu töten, als ich je zu träumen gewagt hätte, würde ich freudig zustimmen. Geduldig würde ich sein, bis sie mich losketten. Dann würde ich mir eine Waffe erobern und vollenden, was ich geplant habe.” Der haßerfüllte Blick folgte dem Sklaven, während er weiter sinierend auf und ab ging. “Dies würde ich tun, wenn ich der Schlächter wäre. Ich persönlich würde Dich gerne freilassen, aber dann würdest Du weiter morden, obwohl Du tot sein müßtes. Also muß ich Dich töten, aber das wiederstrebt mir, denn eigentlich bist Du mein Produkt und ich denke, ich kann Dich noch nutzbringend einsetzen.” Eine verborgene Tür öffnete sich und eine dunkle, hagere Gestallt trat ein. Sie näherte sich dem Gefesselten und begann unverständliche Silben und Worte zu murmeln. Katchmek spürte, wie sich ein Nebel um seine Gedanken legte, dann verlor er das Bewußtsein.&lt;br /&gt;
[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&lt;br /&gt;
Tarakan, Söldner und Admiral einer Flotte aus steinernen Schiffen war zufrie den. Die letzten Teilnehmer der Expedition waren vor der Flut an Bord gekommen: Sternengesicht hatte ihnen als Anführer der Expedition seinen besten, vertrauenswürdigsten Mann geschickt. Es war der, den sie überall den “Schlächter” nannten. Tarakan fragte sich, warum Sternengesicht nicht selbst die Leitung übernommen hatte, aber er wurde schließlich nicht für das Fragen bezahlt. Er hatte&lt;br /&gt;
auch nicht gefragt, als ein alter Fischer an Bord kam, den der “Schlächter” wie einen Admiral behandelte. Sie hatten die Yddia sudlich umrundet, als der Fischer ein Zeichen gab. Die Flotte wendete auf den Endlosen Ozean hinaus, fuhr nicht die normale Route über den Pol. Tarakan und seine Männer waren beunruhigt, doch Sternengesicht lächelte: “Alte Welt! Gib acht, wir kommen!” &lt;br /&gt;
Epilog&lt;br /&gt;
Die Welt sah von hier oben winzig aus. Kalchun Qualpaq genoß den Ausblick vom höchsten Balkon des Turmes. Er war gerne hier, denn dieser Ort repräsentierte Entschlossenheit, absoluten Gehorsam und Macht und vor allem die Macht zog ihn an.&lt;br /&gt;
Eine Tür öffnete sich. Qualpak drehte sich langsam um und erwies dann dem Eingetretenen die Ehrerbietung. “Berichte, mein Sohn.”Die Stimme war leise, doch kraftvoll. Qualpaq räusperte sich: “Der Plan den Protector direkt anzugehen schlug fehl,wie vorhergesehen, der Attentäter starb dabei. Da er nichts wußte, konnte er auch nichts preisgeben.” Er ließ eine kleine Weile verstreichen, bevor er fortfuhr: “Unser Langzeitexperiment ist vielversprechend angelaufen. Der Protector ist zwar unserem Werkzeug nicht verfallen, aber er mißtraut ihr auch nicht wirklich. Die Kleine glaubt damit wirklich ihrem Dorf zu helfen, wenn sie Scaevola die Tropfen im Essen verab reicht. Wie gewünscht ist es ein langsam wirkendes Gift, dessen Ergebnis erst in einiger Zeit zu sehen sein wird, aber wir haben Zeit. Unser Kontakt im Reich des Feuers hat schon seine Beziehungen spielen gelassen. Es wird alles geschehen, wie von uns geplant.” “Gut gemacht, mein Sohn”, damit&lt;br /&gt;
entließ der Erste der Torréon seinen Untergebenen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Mayu%27ancha%27yawar&amp;diff=267</id>
		<title>Mayu&#039;ancha&#039;yawar</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Mayu%27ancha%27yawar&amp;diff=267"/>
		<updated>2022-12-10T19:39:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Lucius Scaevola argens, 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NOCH NICHT FORMATIERT&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Todesschrei wurde zuerst zu einem Röcheln, dann erstarb er ganz. Katchmeks Arme waren bis zu den Ellenbogen gefärbt mit dem Blut seiner Opfer. Wieder und immer wieder hatte er auf sie eingehackt, ihr Flehen um ihr jämmerliches Leben ignorierend. Keiner hatte auf das Weinen seiner Kinder oder auf das Flehen seiner Frau Rücksicht genommen, als die Flotte der tönernen Krieger sein Land beschossen und die Erde verbrannt hatte. Keiner der fremden Eroberer war dort gewesen, um ihr Versprechen zu halten, daß sie gegeben hatten: dem Volk Schutz zu gewähren. Sie waren Schuld am Tod seiner Familie und nur das Blut vieler der Ihren konnte den Haß kühlen, der in Katchmek brodelte. Das Rot der Blutlust floß langsam aus Katchmeks Augen. Der ehemalige Pejon schaute sich zufrieden die Ernte einer Nacht an. In dem kleinen Bach, an dessen Ufer die fremden Reisenden ihr Lager in trügerischer Sicherheit errichtet hatten, wusch sich ihr Blut von den Armen. Dann nahm er sich alles, was ihm nützlich schien und überließ die Kadaver den Geiern und Bussarden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Jemand applaudierte. Katchmek fuhr herum, bereit einem weiteren Feind das Leben zu nehmen. Ein Toquateke, gekleidet wie ein Suquay, lehnte an einem Baum. Sein Gesicht hatte die scharfgeschnittenen, klaren Gesichtszüge seines Volkes, aber seine Augen leuchteten gnadenlos und kalt: “Du bist der, den sie den ‚Schlächter’ nennen, oder?” “So nennt mich nur der Feind, Yurak2” Der Fremde zuckte nicht einmal mit einer Wimper, er ignorierte die Beleidigung: “Ich fühle mich geehrt dem Sammler so vieler FremdenSeelen zu begegnen. Mein Name ist Kalchun Qualpaq. Glaube mir: Dein Feind ist auch der meine.” “Ich habe von Deinen Taten gehört, kein BlutRuhm nur Egoismus spricht aus ihnen. Was willst Du?” Katchmek war kurz angebunden, ein Toquateke hatte sich nicht zu kleiden wie ein tizianischer Pfau. “Ich biete Dir einen Weg, Dein Blut mit dem mächtigsten Opfer zu kühlen, daß man in Xiduria finden kann. Ich könnte dies selbst vollbringen, aber Deine Taten&lt;br /&gt;
machen Dich würdiger, als ich es je sein werde. Dir gebührt der Weg, den Protector zu töten und ich bin das Werkzeug, um an Dein Ziel zu gelangen.” &lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Mahl war klein und frugal. Nicht mehr als 100 Beamte und Würdenträger aus dem Imperium waren anwesend und es wurden kaum mehr als 20 verschiedene Gerichte serviert. Scaevola lag an der Kopfseite des Raumes zu Tisch und repräsentierte. Dabei schweiften seine Blicke durch die Runde und beobachteten jeden einzelnen der Gäste. Die meisten, feiste Wolsen oder dekadent gewordene Einheimische, stopften die erlesenen Köstlichkeiten in ihren gierigen Schlund. Nur wenigen war die Sache eher unangenehm. Ihnen war bewußt, daß solche Festmähler durch die hemmungslos angehobenen Steuern finanziert wurden, die der Protector erhoben hatte und die das Volk einem Mühlstein auf der Brust gleich belasteten. Einzelne der Gäste hatten zudem Probleme den Haß, den sie nährten, nicht an die Oberfläche zu lassen. Die beiden letzten der Gruppen waren potentiell interessant für den Protector. Sie konnten für den Widerstand rekrutiert werden, sofern dies nicht sogar&lt;br /&gt;
schon geschehen war. Aber nicht heute, nicht während eines offiziellen Essens.&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Es war schon spät, als sich der Protector sich zurückzog. Repräsentieren hieß mit wenig Schlaf auskommen, daran war er gewöhnt, besonders, da er sich auch noch die Zeit stehlen mußte, den Widerstand in rechte Bahnen zu lenken. Scaevola ging den düsteren Gang zu seinen Gemächern entlang. Alles schien wie immer, aber jahrelange Erfahrung im Zwielicht ließ ihn spüren, daß dem nicht so war. Noch konnte er nicht genau sagen, was ihn störte, aber die Bedrohung war fühlbar. Etwas ballte sich wie düstere Wolken an einem Sommertag zusammen, bereit jeden Moment als Sturm loszubrechen. Der Protector öffnete wie immer die Zimmertür, tat eine Schritt in den Raum. Dann ließ er sich fallen und rollte sich ab. Das Hackmesser, bestimmt Zuckerrohr zu schneiden, verfehlte ihn nur knapp. Schweigend, aber mit einer Geschicklichkeit, die viel Übung erforderte, bedrängte der Angreifer den Protector. Viel war in dem Dunkel von ihm nicht zu erkennen, doch der in den Augen lodernde Wahnsinn war unübersehbar. Scaevola konnte nicht mehr tun, als den Schlägen ausweichen. Um Hilfe rufen war Zeitverschwendung. Bis die Wachen den Raum erreicht hätten, hätte der Meuchler sein Ziel erreicht. Nicht, daß Scaevola seinen Gegner nicht hätte ausschalten können. Einen vergifteten Bolzen aus seiner silbernen Hand hatten die Wenigsten überlebt, aber der Protector wollte seinen Angreifer noch befragen und Nekromantie war noch nie sein Steckenpferd gewesen. Nun, er hatte noch andere Tricks auf Lager. Aus der Handwurzel der Prothese schoß ein kleiner Wurfanker an einem Draht und krallte sich in den Wandteppich direkt hinter dem Angreifer. Ein kräftiger Zug und das teure Stück fiel über den Fremden. Zu mehr war der Haken auch nicht fähig. Scaevola bezeichnete ihn gerne als Fehlkonstruktion. Der Verankerung der Hand war nicht in der Lage, Scaevolas Gewicht zu halten, sollte er versuchen, sich mittels des Hakens vor einem Absturz zu bewahren. Solche Erfahrungen waren mehr als schmerzhaft, denn meisten hatte Scaevola am Boden gelegen, die Hand aber hing mehrere Lanzen über ihm. Die plötzliche Nacht überraschte den Meuchler und ein Kinnhaken mit der silbernen Hand besorgte den Rest. Die Tür wurde aufgestoßen und Bewaffnete stürzten herein. Die Wachen hatten tatsächlich bemerkt, daß etwas nicht stimmte. Bevor sie noch etwas sagen konnten befahl der Protector: “Bringt ihn in den Keller, bindet ihn und laßt uns dann alleine. Ich will das Vernügen der Befragung selbst genießen!” &lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gespenstische Schatten flackernder Fackeln an der Wand unterstrichen die Atmosphäre der Folterkammer. Hier gab es alles, was zur schmerzhaften Wahrheitsfindung dazugehörte: glühende Eisen, eine Streckbank, Maschinen zum Quetschen eines jedwegen Körperteils und ebensolche zum Dehnen. Scaevola hatte den Meuchler auf die Bank binden lassen, seine Gehilfen bereiteten alles weitere vor, dann schickte sie der Protector aus dem Raum und verschloß die Tür. Der haßerfüllte Blick Katchmeks folgte ihm während er in der Kammer hin und herschritt und mal dieses, mal jenes Instrument begutachtetete. “Ich denke, ich habe von Dir gehört”, wandte Scaevola sich wie beiläufig an den ehemaligen Bauern: “Die tönernen Krie-&lt;br /&gt;
ger haben Deine Familie getötet und Du gibst dem Reich die Schuld. Ich sehe Wut und Schmerz und grenzenlosen Haß in Deinem Gesicht.” Katchmek erwiederte kein Wort. “Wäre ich Du, würde ich mich an denen rächen wollen, die mir dieses Leid&lt;br /&gt;
angetan haben, aber deswegen bist Du ja berühmt geworden, Schlächter.” Erneut keine Antwort. “Ich würde mich an meinen Feind schleichen und versuchen, ihn zu töten. Und gelänge dies mir nicht, dann würde ich sterben und kein Laut des Schmerzes oder der Wut käme über meine Lippen, wenn meine Feinde mich marterten.” Der Protector sah seinen Gefangenen erneut an: “Ich würde meinem Feind mißtrauen, besonders , wenn er behauptete, er hätte nur auf Befehl gehandelt und daß wäre eigentlich meine Freund. Würde er mir anbieten, mit einem großen Heer über das Meer zu fahren, um mehr Yurak zu töten, als ich je zu träumen gewagt hätte, würde ich freudig zustimmen. Geduldig würde ich sein, bis sie mich losketten. Dann würde ich mir eine Waffe erobern und vollenden, was ich geplant habe.” Der haßerfüllte Blick folgte dem Sklaven, während er weiter sinierend auf und ab ging. “Dies würde ich tun, wenn ich der Schlächter wäre. Ich persönlich würde Dich gerne freilassen, aber dann würdest Du weiter morden, obwohl Du tot sein müßtes. Also muß ich Dich töten, aber das wiederstrebt mir, denn eigentlich bist Du mein Produkt und ich denke, ich kann Dich noch nutzbringend einsetzen.” Eine verborgene Tür öffnete sich und eine dunkle, hagere Gestallt trat ein. Sie näherte sich dem Gefesselten und begann unverständliche Silben und Worte zu murmeln. Katchmek spürte, wie sich ein Nebel um seine Gedanken legte, dann verlor er das Bewußtsein.&lt;br /&gt;
&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Paragrafentrenner.PNG|zentriert]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tarakan, Söldner und Admiral einer Flotte aus steinernen Schiffen war zufrie den. Die letzten Teilnehmer der Expedition waren vor der Flut an Bord gekommen: Sternengesicht hatte ihnen als Anführer der Expedition seinen besten, vertrauenswürdigsten Mann geschickt. Es war der, den sie überall den “Schlächter” nannten. Tarakan fragte sich, warum Sternengesicht nicht selbst die Leitung übernommen hatte, aber er wurde schließlich nicht für das Fragen bezahlt. Er hatte&lt;br /&gt;
auch nicht gefragt, als ein alter Fischer an Bord kam, den der “Schlächter” wie einen Admiral behandelte. Sie hatten die Yddia sudlich umrundet, als der Fischer ein Zeichen gab. Die Flotte wendete auf den Endlosen Ozean hinaus, fuhr nicht die normale Route über den Pol. Tarakan und seine Männer waren beunruhigt, doch Sternengesicht lächelte: “Alte Welt! Gib acht, wir kommen!” &lt;br /&gt;
Epilog&lt;br /&gt;
Die Welt sah von hier oben winzig aus. Kalchun Qualpaq genoß den Ausblick vom höchsten Balkon des Turmes. Er war gerne hier, denn dieser Ort repräsentierte Entschlossenheit, absoluten Gehorsam und Macht und vor allem die Macht zog ihn an.&lt;br /&gt;
Eine Tür öffnete sich. Qualpak drehte sich langsam um und erwies dann dem Eingetretenen die Ehrerbietung. “Berichte, mein Sohn.”Die Stimme war leise, doch kraftvoll. Qualpaq räusperte sich: “Der Plan den Protector direkt anzugehen schlug fehl,wie vorhergesehen, der Attentäter starb dabei. Da er nichts wußte, konnte er auch nichts preisgeben.” Er ließ eine kleine Weile verstreichen, bevor er fortfuhr: “Unser Langzeitexperiment ist vielversprechend angelaufen. Der Protector ist zwar unserem Werkzeug nicht verfallen, aber er mißtraut ihr auch nicht wirklich. Die Kleine glaubt damit wirklich ihrem Dorf zu helfen, wenn sie Scaevola die Tropfen im Essen verab reicht. Wie gewünscht ist es ein langsam wirkendes Gift, dessen Ergebnis erst in einiger Zeit zu sehen sein wird, aber wir haben Zeit. Unser Kontakt im Reich des Feuers hat schon seine Beziehungen spielen gelassen. Es wird alles geschehen, wie von uns geplant.” “Gut gemacht, mein Sohn”, damit&lt;br /&gt;
entließ der Erste der Torréon seinen Untergebenen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=266</id>
		<title>Kureel IV</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Kureel_IV&amp;diff=266"/>
		<updated>2022-12-05T17:38:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „Phillip Hönig, 2009 &amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt; Einhundertvierundzwanzig Fenster, da- von zehn ständig beleuchtet. Vierund- vierzig Türen. Aus zweien davon schwim- men täglich je sechs Jäger zu den Fisch- gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die Sonne anfängt, mal mehr, mal weniger hell durch die Wasseroberfläche zu bre- chen. Einige Zeit danach sehe ich auch schon meine speziellen Freunde, einen kleinen Schwarm von drei Clownfisc…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Phillip Hönig, 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einhundertvierundzwanzig Fenster, da-&lt;br /&gt;
von zehn ständig beleuchtet. Vierund-&lt;br /&gt;
vierzig Türen. Aus zweien davon schwim-&lt;br /&gt;
men täglich je sechs Jäger zu den Fisch-&lt;br /&gt;
gründen, jeden Tag zur der Zeit, wenn die&lt;br /&gt;
Sonne anfängt, mal mehr, mal weniger&lt;br /&gt;
hell durch die Wasseroberfläche zu bre-&lt;br /&gt;
chen. Einige Zeit danach sehe ich auch&lt;br /&gt;
schon meine speziellen Freunde, einen&lt;br /&gt;
kleinen Schwarm von drei Clownfischen&lt;br /&gt;
an mir vorbeischwimmen, auf dem Weg&lt;br /&gt;
zu ihrer Lieblingsanemone. Wie jeden&lt;br /&gt;
Tag grüße ich sie mit einem herzlichen&lt;br /&gt;
Blubb und bitte sie, auf sich aufzupassen.&lt;br /&gt;
Ich stehe hier mit meiner Lanze und hal-&lt;br /&gt;
te Wacht. Die Prunkrüstung aus Perl-&lt;br /&gt;
mutt, die ich als Heerführer und Reprä-&lt;br /&gt;
sentant des Wasservolkes noch tragen&lt;br /&gt;
durfte, ist dem normalen Haifisch-Leder-&lt;br /&gt;
panzer gewichen, dazu ein Lederring um&lt;br /&gt;
den Kopf der meine länger werdenden&lt;br /&gt;
Haare im Zaum hält. Hinter mir ein auf-&lt;br /&gt;
gehäufter Kuppelbau, wenig schmuck,&lt;br /&gt;
mehr praktisch errichtet, wahrscheinlich&lt;br /&gt;
eine Lagerhalle, man hatte mir nie mitge-&lt;br /&gt;
teilt, was ich hier eigentlich bewache. Da&lt;br /&gt;
die Halle etwas abseits der Stadt steht&lt;br /&gt;
und größtenteils schon von Korallen und&lt;br /&gt;
Algen bewachsen ist, scheint es sich um&lt;br /&gt;
keinen wirklich bedeutenden Bau zu han-&lt;br /&gt;
deln. Trotzdem schwimmt mehrmals pro&lt;br /&gt;
Tag jemand vorbei und sei es nur, um&lt;br /&gt;
mich zu kontrollieren.&lt;br /&gt;
Mein rechter Arm ist schon kräftiger ge-&lt;br /&gt;
worden, seit ich den Speer immer auf&lt;br /&gt;
Hab-Acht-Stellung präsentieren darf, je-&lt;br /&gt;
desmal wenn einer der hohen Bewahrer&lt;br /&gt;
beschließt, meine Wache mit eitlem Ge-&lt;br /&gt;
habe demonstrativ nicht zur Kenntnis zu&lt;br /&gt;
nehmen, wenn er in die Halle hinter mir&lt;br /&gt;
schwimmt.&lt;br /&gt;
Mir ist langweilig.&lt;br /&gt;
Sehr, sehr langweilig.&lt;br /&gt;
Gelegentlich, wenn sich mal wieder eine&lt;br /&gt;
Alge von der Strömung in mein Haar trei-&lt;br /&gt;
ben lässt und ich mich daran mache, sie&lt;br /&gt;
mit eingeübtem Griff zu entheddern,&lt;br /&gt;
dann sage ich mir zum zweihundert-&lt;br /&gt;
sieben-plus-x-ten Mal, dass es eine sehr&lt;br /&gt;
dumme Idee ist, eine Frage zu beantwor-&lt;br /&gt;
ten, wenn man weiß, dass die Antwort,&lt;br /&gt;
die man gleich bereit ist, zu geben, eine&lt;br /&gt;
andere ist, als die, die der Fragesteller&lt;br /&gt;
hören möchte. Warum nicht einfach mal&lt;br /&gt;
mit den Schultern zucken, warum nicht&lt;br /&gt;
die „richtige“ Antwort geben, warum, wa-&lt;br /&gt;
rum, warum nur ... Mist.&lt;br /&gt;
Jetzt stehe ich hier. Morgen ist es end-&lt;br /&gt;
lich eine schöne Zahl: einhundertund-&lt;br /&gt;
zwölf Tage. Genauso viel wie runde blaue&lt;br /&gt;
Steine in Sichtweite. Mir ist dermaßen&lt;br /&gt;
langweilig ... ich könnte laut schreien!&lt;br /&gt;
Natürlich stand in dem einen Moment,&lt;br /&gt;
wo ich das einfach mal ausprobiert hatte,&lt;br /&gt;
mein Gruppenführer heimlich hinter mir&lt;br /&gt;
und strich meine Ration. Den Kopf gegen&lt;br /&gt;
die Lanze klopfen brachte auf Dauer&lt;br /&gt;
Kopfschmerzen und lockte einen neu-&lt;br /&gt;
gierigen Delfin an, der das natürlich&lt;br /&gt;
gleich einem Jäger petzen musste und ich&lt;br /&gt;
hatte wieder nichts zu essen an diesem&lt;br /&gt;
Abend.&lt;br /&gt;
Wenn ich wirklich schlechte Laune ha-&lt;br /&gt;
be, schelte ich mich einen Narren und sa-&lt;br /&gt;
ge mir, dass ich selber schuld sei. Seit&lt;br /&gt;
Harrle Davidssons mysteriösem Ver-&lt;br /&gt;
schwinden und meiner diesbezüglichen&lt;br /&gt;
Befragung, in der ich nicht bestätigen&lt;br /&gt;
wollte, dass er als Spion zum Feind über-&lt;br /&gt;
gelaufen ist, sondern wahrheitsgemäß er-&lt;br /&gt;
zählte, dass er eben keine Lust auf den&lt;br /&gt;
täglichen Streit mit dem Rat mehr hatte&lt;br /&gt;
und, sein Bündel geschnürt, dem nächst-&lt;br /&gt;
besten Weibe hinterher geschwommen&lt;br /&gt;
ist ... seitdem darf ich aufpassen, dass der&lt;br /&gt;
Feind sich auch ja nicht in die Halle hin-&lt;br /&gt;
ter mir einschleicht.&lt;br /&gt;
Ist ja auch eine richtige und wichtige&lt;br /&gt;
Aufgabe! Immerhin könnte es tatsächlich&lt;br /&gt;
so sein, dass das einzige Volk Magiras,&lt;br /&gt;
das im Wasser atmen kann, von einer&lt;br /&gt;
Übermacht an Feinden, in einer Stadt im&lt;br /&gt;
Wasser, die niemand kennt, angegriffen&lt;br /&gt;
wird. Und dann bin glücklicherweise ich&lt;br /&gt;
mit meinem Speer zur Stelle und halte sie&lt;br /&gt;
davon ab, durch diese Tür zu schwim-&lt;br /&gt;
men, in der dermaßen strategisch wichti-&lt;br /&gt;
ges Gut gelagert wird, dass sie mir nicht&lt;br /&gt;
mal eine Möglichkeit zum Alarm schla-&lt;br /&gt;
gen gegeben haben. Es ist schmerzhaft,&lt;br /&gt;
sich einzugestehen, dass man wohl über-&lt;br /&gt;
flüssig geworden ist.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies ist der Ozean. Eine nahezu endlose,&lt;br /&gt;
meist dunkle Weite. Schwärme von&lt;br /&gt;
aneinander desinteressierten Meeres-&lt;br /&gt;
bewohnern schwimmen kreuz und quer,&lt;br /&gt;
mal mit, mal gegen die Strömung. Man&lt;br /&gt;
frisst einander auf und schwimmt weiter.&lt;br /&gt;
Seit fast einem Jahr treibt eine alte Was-&lt;br /&gt;
serschildkröte hier auf ihrem Weg einmal&lt;br /&gt;
rund um die Yddia, immer mit dem&lt;br /&gt;
Strom, auf ihrem Weg zu den Brutplätzen&lt;br /&gt;
ihrer Jugend. Forscher haben herausge-&lt;br /&gt;
funden, dass das Gehirn eines Lebewe-&lt;br /&gt;
sens umso langsamer arbeitet, desto län-&lt;br /&gt;
ger es lebt.&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; Darum dauerte es ungefähr&lt;br /&gt;
ein halbes Jahr und eine halbe Umrun-&lt;br /&gt;
dung der Yddia, bis unsere Schildkröte&lt;br /&gt;
sich daran erinnerte, jemandem mit Na-&lt;br /&gt;
men Qurääl zu suchen und diesem eine&lt;br /&gt;
Botschaft zu überbringen.&lt;br /&gt;
Sie wusste, es handelt sich wohl um ei-&lt;br /&gt;
nen Menschen, also schildlose Doppel-&lt;br /&gt;
flosser mit beweglichem Stachel, wie sie&lt;br /&gt;
im Tierreich bekannt waren. Manche&lt;br /&gt;
nannten sie auch „die Pest“ oder „die&lt;br /&gt;
Räuber“ oder auch nur „die anderen“, je&lt;br /&gt;
nach Weltanschauung. Jedenfalls waren&lt;br /&gt;
sie zum einen nicht sehr beliebt, zum an-&lt;br /&gt;
deren aber jedem Meeresbewohner be-&lt;br /&gt;
kannt. Das machte die Suche einfach.&lt;br /&gt;
Als sie nach ein paar weiteren Mond-&lt;br /&gt;
läufen nun an eine Brutstätte dieser Men-&lt;br /&gt;
schen kam, dachte sie sich: „Ich bin alt,&lt;br /&gt;
mir kann nicht mehr viel passieren, Men-&lt;br /&gt;
schen waren mir gegenüber immer unge-&lt;br /&gt;
fährlich“&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Als dann auch noch ein&lt;br /&gt;
Doppelflosser neben ihr auftauchte und&lt;br /&gt;
sie nicht anzugreifen schien, folgte sie&lt;br /&gt;
ihm in das Nest. Es bestand aus vielen&lt;br /&gt;
Löchern und Höhlen mit blinkenden&lt;br /&gt;
Lichtern, überall wuselte der Menschen-&lt;br /&gt;
schwarm, besonders die frisch ge-&lt;br /&gt;
schlüpften kleinen, um sie herum. Sie&lt;br /&gt;
glitt auf den Boden in die Mitte des Plat-&lt;br /&gt;
zes und wartete. Ein paar Schlüpflinge&lt;br /&gt;
gaben ihr Grünzeug zum Knabbern und&lt;br /&gt;
trampelten auf ihrem Panzer herum. Sie&lt;br /&gt;
trug das mit stoischer Fassung.&lt;br /&gt;
Nach einer langen Weile des Wartens&lt;br /&gt;
hatte sie sich gerade zum Schlafen vor-&lt;br /&gt;
bereitet, da formte sich in ihren Gedan-&lt;br /&gt;
ken ein hochfrequentes Echo, wie von ei-&lt;br /&gt;
nem schnellsingenden Walrudel. Zuerst&lt;br /&gt;
sehr irritiert steckte sie ihren Kopf aus&lt;br /&gt;
der Panzerhöhle und sah vor sich keine&lt;br /&gt;
tobende Meute mehr sondern nur einen&lt;br /&gt;
einzelnen Menschen, sehr groß, in äus-&lt;br /&gt;
serst unpraktischem grünen Gewand, mit&lt;br /&gt;
Funkelzeugs und einem Stachel in der&lt;br /&gt;
Flosse. Die anderen hielten einen großen&lt;br /&gt;
Abstand zu ihnen und hatten sich ange-&lt;br /&gt;
nehm beruhigt. Ihr Gegenüber schien die&lt;br /&gt;
Quelle des Geräuschs in ihrem Kopf zu&lt;br /&gt;
sein, deshalb versuchte sie an ihre Bot-&lt;br /&gt;
schaft zu denken. Tatsächlich schien er&lt;br /&gt;
sie zu verstehen. Etwas zu schrill formte&lt;br /&gt;
sich ein „Ja“ als Antwort in ihren Gedan-&lt;br /&gt;
ken und sie beschloss, wieder die Weite&lt;br /&gt;
und Ruhe des freien Meeres aufzusuchen.&lt;br /&gt;
Und ein leicht verwirrter Jäger überleg-&lt;br /&gt;
te, was er nun zuerst tun sollte: Irgend-&lt;br /&gt;
einen „Kuuraaal“, oder so ähnlich, su-&lt;br /&gt;
chen oder seinen Freunden erzählen, wie&lt;br /&gt;
es sich anfühlt mit einer über hundert-&lt;br /&gt;
jährigen Riesenwasserschildkröte ge-&lt;br /&gt;
danklich verbunden zu sein.&lt;br /&gt;
Unsere Geschichte würde hier enden,&lt;br /&gt;
wenn nicht ganz zufällig einer der Kum-&lt;br /&gt;
panen im nachfolgenden Saufgelage ein&lt;br /&gt;
Kamerad von Qurääl gewesen wäre, der&lt;br /&gt;
dem Helden dieser Erzählung noch einen&lt;br /&gt;
Gefallen schuldete ...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ich bin gerade damit beschäftigt, he-&lt;br /&gt;
rauszufinden, ob es denn geht, durch&lt;br /&gt;
bloßes wildes Schnauben Nasenbluten zu&lt;br /&gt;
bekommen ... aber kein Hai erscheint,&lt;br /&gt;
um mich aus der Lethargie zu erlösen,&lt;br /&gt;
nur ein paar alberne Bläschen. Da nähert&lt;br /&gt;
sich mir langsam, auffällig vorsichtig, ein&lt;br /&gt;
Jäger. An der unpraktischen weiten Klei-&lt;br /&gt;
dung und dem vielen Schmuck kann man&lt;br /&gt;
erkennen, dass es sich um einen hohen&lt;br /&gt;
Beamten handeln muss, der schon länger&lt;br /&gt;
keinen Speer mehr geworfen hatte.&lt;br /&gt;
Kurz bedauere ich noch, schon wieder&lt;br /&gt;
nicht in heldenhaftem Gemetzel sterben&lt;br /&gt;
zu können, als ich ihn vage beginne, zu&lt;br /&gt;
erkennen. Diese Art zu grinsen, bevor er&lt;br /&gt;
sprach ... diese langen Haare, zu vier&lt;br /&gt;
Zöpfen gebunden, die wie Stielaugen an&lt;br /&gt;
Tiefseefischen aussahen, das kenne ich&lt;br /&gt;
irgendwo her.&lt;br /&gt;
„Qurääl?“&lt;br /&gt;
„Ja?!“ Ich antworte etwas zu zackig. Die&lt;br /&gt;
Dressurversuche mittels Nahrungsentzug&lt;br /&gt;
haben eindeutig Früchte getragen. Der&lt;br /&gt;
Fremde nähert sich bis auf einen Meter&lt;br /&gt;
und lacht mich an – oder aus – das weiß&lt;br /&gt;
ich noch nicht.&lt;br /&gt;
„Da sieh mal einer an! Sie sagten mir&lt;br /&gt;
schon, dass ich dich hier finden würde.&lt;br /&gt;
Ich sagte noch: ‚Nein, das kann nicht&lt;br /&gt;
sein, der tapfere Held der Polschlacht,&lt;br /&gt;
abgeschoben, das geheime Alkohollager&lt;br /&gt;
der Patriarchen zu bewachen!‘ Und sie&lt;br /&gt;
sagten: ‚Doch, das hat er sich selbst zu-&lt;br /&gt;
zuschreiben! Versauern soll er da!‘ Pff.“&lt;br /&gt;
Ich blicke mich um. Endlich weiß ich,&lt;br /&gt;
wovor ich da stehe. Anscheinend be-&lt;br /&gt;
wachte ich einen Berg voller Fässer voller&lt;br /&gt;
Strömung. Meine Aufgabe erscheint&lt;br /&gt;
plötzlich in ganz anderem Licht, genauso&lt;br /&gt;
wie die Mitglieder meines Volkes die da&lt;br /&gt;
ein und aus gingen. Ich muss leise&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
„He! Alles in Ordnung?“&lt;br /&gt;
Ich fahre wieder herum. Ach ja, der An-&lt;br /&gt;
kömmling ist ja immer noch da, anschei-&lt;br /&gt;
nend war ich eine Weile mit den Neuig-&lt;br /&gt;
keiten beschäftigt gewesen. Wachdienst&lt;br /&gt;
lässt das Denken einfrieren, so viel steht&lt;br /&gt;
fest.&lt;br /&gt;
„Ja, alles in Ordnung. Meine Arme wer-&lt;br /&gt;
den immer länger. Meine Beine immer&lt;br /&gt;
kürzer. Mein Verstand verliert gegen sich&lt;br /&gt;
selber in von mir erdachten Rätsel-&lt;br /&gt;
aufgaben. Ich bin nur unter Mühen in der&lt;br /&gt;
Lage, ganze Sätze zu formulieren. Und&lt;br /&gt;
habe nicht die leiseste Ahnung, woher ich&lt;br /&gt;
Dich kenne. Aber sonst ...“&lt;br /&gt;
„Ich bin Tessu, wir waren zusammen im&lt;br /&gt;
Schiff, das Dich zum Pol gefahren hat.&lt;br /&gt;
Wir drehten um, als Du Dich mit einem&lt;br /&gt;
Beiboot und ein paar Gehilfen durch den&lt;br /&gt;
Nebel aufgemacht hast. Weißt Du noch?“&lt;br /&gt;
Stimmt. Ja, ich war ein Held, damals.&lt;br /&gt;
Nach der Schlacht bin ich freiwillig zum&lt;br /&gt;
Wasservolk zurückgekehrt, nachdem die&lt;br /&gt;
Götter mich für meinen Einsatz belobigt&lt;br /&gt;
hatten. Ich dachte mir, dem Wasservolk&lt;br /&gt;
zu dienen sei eine größere Aufgabe, als&lt;br /&gt;
einen fremden Kontinent mit einer&lt;br /&gt;
Götterarmee zu erobern. Ruhm und Ehre,&lt;br /&gt;
schön und gut. Ich aber bewachte ein Ge-&lt;br /&gt;
wölbe mit herrlich schmeckender, das&lt;br /&gt;
Dasein wunderbar einnebelnder Strö-&lt;br /&gt;
mung, von der ich nichts abbekam, son-&lt;br /&gt;
dern nur diejenigen tranken, deren Welt&lt;br /&gt;
ich gerettet hatte und die mich danach&lt;br /&gt;
strafversetzten! Ha!&lt;br /&gt;
Ich schüttele meinen Kopf irritiert, um&lt;br /&gt;
klarer zu werden. Das Wasser streicht&lt;br /&gt;
mir über die Wangen und tröstet mich&lt;br /&gt;
wieder einmal. Lachen und Weinen lie-&lt;br /&gt;
gen nahe beieinander in diesen Zeiten.&lt;br /&gt;
Nachdem mir mein alter Weggefährte&lt;br /&gt;
die Botschaft überbracht hat, dass ich an&lt;br /&gt;
Land gesucht werde, mache ich mich&lt;br /&gt;
auch gleich auf den Weg.&lt;br /&gt;
Drei Jahre ist es her, dass ich Zanjo zum&lt;br /&gt;
letzten Mal gesehen habe und bald würde&lt;br /&gt;
ich sie wiedersehen. Und, wenn stimmt,&lt;br /&gt;
was die Schildkröte sagte, dann auch ein&lt;br /&gt;
paar Kinder. Die Möglichkeit, selber&lt;br /&gt;
schon Kinder zu haben, hat mich gar&lt;br /&gt;
nicht so umgehauen, wie es hätte sein&lt;br /&gt;
können. Seltsam ... vielleicht hatte ich&lt;br /&gt;
schon zu viel gesehen in meinem kurzen&lt;br /&gt;
Leben, Menschen und dergleichen kamen&lt;br /&gt;
und gingen, ich hatte vielen das Leben&lt;br /&gt;
genommen. Und jetzt selber Leben er-&lt;br /&gt;
schaffen zu haben, gehört wohl dazu.&lt;br /&gt;
Aber bis ich dort sein würde, muss ich&lt;br /&gt;
ohnehin noch die halbe Welt überqueren.&lt;br /&gt;
Vielleicht werde ich ja nie ankommen.&lt;br /&gt;
Statt über mein neues Leben nachzu-&lt;br /&gt;
denken, mache ich mir viel mehr Ge-&lt;br /&gt;
danken, mein altes zu beenden. In meine&lt;br /&gt;
vom stumpfen Wachdienst gelähmten&lt;br /&gt;
Gedanken kommt langsam wieder&lt;br /&gt;
Schwung und in vielen Farben plane ich&lt;br /&gt;
meinen Abgang. Und wieder steigen klei-&lt;br /&gt;
ne Bläschen der Freude an die Wasse-&lt;br /&gt;
roberfläche, als ich leise beginne, zu&lt;br /&gt;
kichern.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Aus dem Bericht von Tessu, Kaste der&lt;br /&gt;
Jäger:&lt;br /&gt;
„ ... und so kann ich nicht eindeutig&lt;br /&gt;
bestätigen, dass Qurääl in direktem Zu-&lt;br /&gt;
sammenhang mit dem Vorfall zu beschul-&lt;br /&gt;
digen sei. Er hat zwar bekanntermaßen&lt;br /&gt;
seinen Posten verlassen und ist ver-&lt;br /&gt;
schwunden, aber vielleicht ist ihm auch&lt;br /&gt;
etwas zugestoßen bei dem mutmaßlichen&lt;br /&gt;
Überfall auf das Lager. Es ist auf der ei-&lt;br /&gt;
nen Seite bis heute ungeklärt, wie sich die&lt;br /&gt;
Fässer alle gleichzeitig in die Frischwas-&lt;br /&gt;
serzufuhr der Ratshallen ergießen konn-&lt;br /&gt;
ten, aber da das einer einzelnen Person&lt;br /&gt;
nur schwer zuzumuten ist, dies unbe-&lt;br /&gt;
merkt zu tun, bezweifle ich bis dato eine&lt;br /&gt;
Alleinschuld oben genannten Krieger „&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Endlich wieder frei! Es hatte nur zwei&lt;br /&gt;
Tage gedauert, die Überreste meiner al-&lt;br /&gt;
ten Truppe zu versammeln. Meine Garda&lt;br /&gt;
hatte damals bei der Schlacht gegen die&lt;br /&gt;
Wiemabki zwar hohe Verluste hinneh-&lt;br /&gt;
men müssen, aber auch wenn sie nur we-&lt;br /&gt;
nige sind, so sind sie noch genauso effi-&lt;br /&gt;
zient, wie damals als ich sie auf Geheiß&lt;br /&gt;
des obersten Kriegers ausgebildet hatte.&lt;br /&gt;
Während ich nun mit notdürftiger Aus-&lt;br /&gt;
rüstung, also ein wenig Proviant, Flossen,&lt;br /&gt;
Kleidung und Viikate, meinem Dolch, in&lt;br /&gt;
Begleitung meiner Leute, in die Richtung&lt;br /&gt;
des Festlandes schwamm, erzählten wir&lt;br /&gt;
uns abwechselnd immer wieder die Ge-&lt;br /&gt;
schichte, die bald Legende werden wür-&lt;br /&gt;
de: Wie eines Tages eine ganze Stadt des&lt;br /&gt;
Wasservolkes im Vollrausch darnieder&lt;br /&gt;
lag und erwachte mit einem roten Punkt&lt;br /&gt;
auf der Stirn. Letzteres war nicht meine&lt;br /&gt;
Idee, aber Hünnäa, unser jüngstes und&lt;br /&gt;
fleißigstes Mitglied meinte, wir müssten&lt;br /&gt;
ein Zeichen setzen, also ließ ich sie. So&lt;br /&gt;
leise und unauffällig wie wir kamen, so&lt;br /&gt;
laut und unauffällig waren wir dann auch&lt;br /&gt;
verschwunden. Sie würden nie wissen,&lt;br /&gt;
wer das war, nach einer Zeit auch ver-&lt;br /&gt;
gessen und ihre alten Wege gehen. Wie&lt;br /&gt;
die Gezeiten, die kommen und gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;Deswegen denkt ein Baum sich nichts, wenn er einen&lt;br /&gt;
Menschen mit Axt ankommen sieht, er kommt allen-&lt;br /&gt;
falls bis „Oh ...“. Und der dümmliche Gesichtsaus-&lt;br /&gt;
druck eines Hundes beim Befehl „Sitz!“, heißt eigentl-&lt;br /&gt;
ich: „Komm zum Punkt, ich habe keine Zeit für Ge-&lt;br /&gt;
schwätz“&lt;br /&gt;
&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;Im Original reiht sich hier ein Schnalz an einen&lt;br /&gt;
Knacklaut an einen Quietscher, aber sinngemäß kann&lt;br /&gt;
man das so übersetzen. Allzu wenige Leser sprechen&lt;br /&gt;
Schildkröt, deswegen ...&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=265</id>
		<title>Erzählungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=265"/>
		<updated>2022-12-05T17:30:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Die hier gesammelten Werke sind Geschichten wie sie an Herden und  Lagerfeuern von Barden an Kneipengäste oder von Eltern an ihre Kinder erzählt werden, bzw. aus Schriften vorgetragen werden. Soweit bekannt wird der erstmalige Erzähler oder Schreiber genannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Es war einma, in Xiduria]]&lt;br /&gt;
*[[Das Spiel beginnt]]&lt;br /&gt;
*[[Marcellus, mein alter Freund]]&lt;br /&gt;
*[[Tausend Schiffe]]&lt;br /&gt;
*[[Der Auftrag]]&lt;br /&gt;
*[[Mayu&#039;ancha&#039;yawar]]&lt;br /&gt;
*[[Auf Messers Schneide]]&lt;br /&gt;
*[[Eine Geschichte – Wie so viele Andere auch....]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte]]&lt;br /&gt;
*[[Die violette Lilie]]&lt;br /&gt;
*[[Das Feldzeichen der XIII. Hastatt]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte (Errata Gesprengte Ketten 4)]]&lt;br /&gt;
*[[Nauyaques 1 Tochter]]&lt;br /&gt;
*[[Geister der Vergangenheit]]&lt;br /&gt;
*[[Scylla]]&lt;br /&gt;
*[[‘Ja, das war es.‘]]&lt;br /&gt;
*[[Nubyry, Malinali und der Protektor]]&lt;br /&gt;
*[[Totgeglaubte leben länger]]&lt;br /&gt;
*[[Apocalypse Now]]&lt;br /&gt;
*[[Die Würfel sind gefallen]]&lt;br /&gt;
*[[Aus dem Leben einer Strohpuppe]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Prima Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Secunda Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Kureel IV]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[:Kategorie:Geschichten|Kategorie:Geschichten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Secunda_Acies&amp;diff=264</id>
		<title>Endspiel - Secunda Acies</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Secunda_Acies&amp;diff=264"/>
		<updated>2022-12-05T17:29:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „Debora Jarosch, Michael Brum, November 2009 &amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt; In den letzten Tagen hatte Lucius Scae- vola zu oft dieses Bild vor Augen gehabt. Ein Feld voller Leichen, jede einzelne zer- hackt und niedergemetzelt. Es kam ihm wie ein Dejá Vu vor, doch gab es diesmal einen Unterschied. Vor ihm lag der von N&amp;#039;ga Nova ausgezogene Mob im eigenem Blut. Die Truppen des Imperiums hatten den Wettlauf gewonnen, hatten vor ihm die Menge au…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Debora Jarosch, Michael Brum, November 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
In den letzten Tagen hatte Lucius Scae-&lt;br /&gt;
vola zu oft dieses Bild vor Augen gehabt.&lt;br /&gt;
Ein Feld voller Leichen, jede einzelne zer-&lt;br /&gt;
hackt und niedergemetzelt. Es kam ihm&lt;br /&gt;
wie ein Dejá Vu vor, doch gab es diesmal&lt;br /&gt;
einen Unterschied. Vor ihm lag der von&lt;br /&gt;
N&#039;ga Nova ausgezogene Mob im eigenem&lt;br /&gt;
Blut. Die Truppen des Imperiums hatten&lt;br /&gt;
den Wettlauf gewonnen, hatten vor ihm&lt;br /&gt;
die Menge aus Bauern und Dockarbeitern&lt;br /&gt;
erreicht, die aufgebrochen war, um in ge-&lt;br /&gt;
rechtem Zorn die Besatzer aus dem Land&lt;br /&gt;
zu treiben. Eine Hammelherde, bereit,&lt;br /&gt;
sich den gut ausgerüsteten, perfekt dis-&lt;br /&gt;
ziplinierten Raubtieren der Legion zu&lt;br /&gt;
stellen, gewiss, das ihre gerechte Sache&lt;br /&gt;
den Sieg bringen würde. Ein Irrglaube.&lt;br /&gt;
Scaevolas Truppen hatten tagelang ver-&lt;br /&gt;
sucht, den Mob einzuholen, ihn vor der&lt;br /&gt;
völligen Vernichtung zu bewahren, aber&lt;br /&gt;
vergebens. Die Götter schienen dem Auf-&lt;br /&gt;
stand nicht gewogen. Erst zwangen sie&lt;br /&gt;
den ehemaligen Protector zu handeln, be-&lt;br /&gt;
vor er bereit war, und dann konnte er das&lt;br /&gt;
Massaker nicht verhindern. Aber auch,&lt;br /&gt;
wenn er nicht glücklich über die Situation&lt;br /&gt;
war, die Götter hatten bestimmt, daß das&lt;br /&gt;
Spiel begonnen hatte und er war gewillt,&lt;br /&gt;
es zu gewinnen.&lt;br /&gt;
„Herr, die Spurenleser sind zurück“,&lt;br /&gt;
meldete die Wache. „Herein mit ihnen“,&lt;br /&gt;
entgegnete Scaevola. Eine kleine Gruppe&lt;br /&gt;
von Chinche Jägern trat ein. „Herr, die&lt;br /&gt;
Legionäre ziehen weiter nach Sud. Die&lt;br /&gt;
Spuren sind eindeutig. Sie wollen nach&lt;br /&gt;
N&#039;ga Nova“ Diese Nachricht war nicht&lt;br /&gt;
das, was er hören wollte. Hatte Scylla,&lt;br /&gt;
dieser Wahnsinnige, nun auch noch vor,&lt;br /&gt;
den einzigen Seehafen der Provinz Di-&lt;br /&gt;
thorno zu brandschatzen? Scaevola be-&lt;br /&gt;
fand sich in einem Dilemma: Er konnte&lt;br /&gt;
seine Truppen nicht ein weiteres Mal tei-&lt;br /&gt;
len. Caligula Lupus sollte in wenigen Ta-&lt;br /&gt;
gen in Dithorno die verbleibenden Trup-&lt;br /&gt;
pen ausschalten, und dann mußte Scae-&lt;br /&gt;
vola dort sein, sonst war der ganze Plan&lt;br /&gt;
umsonst. N&#039;ga Nova schien ein Opfer, das&lt;br /&gt;
zwar teuer und nicht erwartet, aber not-&lt;br /&gt;
wendig war. „In einer Stunde brechen wir&lt;br /&gt;
auf! Gen Dithorno“, ließ er seine Offiziere&lt;br /&gt;
wissen.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Einige der Ihren waren gefallen, doch&lt;br /&gt;
die meisten Toquateken hatten sich viel&lt;br /&gt;
Respekt verdient. Zufrieden blickte&lt;br /&gt;
Ch&#039;aska&#039;manka von der kleinen Anhöhe,&lt;br /&gt;
die sie sich als Aussichtspunkt auser-&lt;br /&gt;
koren hatte, über ihre Armee, ihre Kin-&lt;br /&gt;
der. Die Ernte verlief überaus befriedi-&lt;br /&gt;
gend, ihr Vater, Baba Croqua, würde sich&lt;br /&gt;
nach dem bevorstehenden Ritual zufrie-&lt;br /&gt;
den vollgestopft seinen vollen Bauch&lt;br /&gt;
streichen.&lt;br /&gt;
Während sie vom Hügel herabstieg und&lt;br /&gt;
sich ihren Weg durch die weitermar-&lt;br /&gt;
schierenden Toquateken und ihre vor&lt;br /&gt;
sich her getriebene Ernte bahnte, - nun,&lt;br /&gt;
bahnen mußte sie sich ihren Weg eigen-&lt;br /&gt;
tlich nicht, wich doch jeder einzelne ent-&lt;br /&gt;
weder aus Ehrfurcht oder einfach nur aus&lt;br /&gt;
Furcht vor ihr zurück – warf sie einen&lt;br /&gt;
Blick gen Himmel, wo Ramatatl, die Son-&lt;br /&gt;
ne, auf seinem Weg über das Firmament&lt;br /&gt;
hell und strahlend stand. Bald, ja bald&lt;br /&gt;
würde sich Ramatatl mitten am Tag ver-&lt;br /&gt;
finstern, bald würde Baba Croqua selbst&lt;br /&gt;
die Sonne für einige Minuten verdunkeln,&lt;br /&gt;
so groß war seine Macht. Und seine Kin-&lt;br /&gt;
der würden ihm huldigen, in einem gi-&lt;br /&gt;
gantischen Ritual, und all die geernteten&lt;br /&gt;
Legionäre sowie Chinche-Männer -Frau-&lt;br /&gt;
en und -Kinder opfern, auf daß er sich an&lt;br /&gt;
ihren blutigen, noch pochenden Herzen&lt;br /&gt;
sattessen möge.&lt;br /&gt;
Zuerst hatten sie nur ein paar Sied-&lt;br /&gt;
lungen überfallen. Schon beinahe lang-&lt;br /&gt;
weilig war dies gewesen, keine nennens-&lt;br /&gt;
werte Gegenwehr, und bis auf die klap-&lt;br /&gt;
prigen Alten und fußlahmen Gebrech-&lt;br /&gt;
lichen oder die zu Jungen hatten sie alle&lt;br /&gt;
mitgenommen, die den Marsch bis in die&lt;br /&gt;
Heimstatt der Toquateken durchhalten&lt;br /&gt;
würden. Schließlich mußte die Ernte&lt;br /&gt;
frisch genug sein, um ihren Vater zu be-&lt;br /&gt;
friedigen, man wollte ja auch nichts ver-&lt;br /&gt;
schwenden. Der zurückgelassenen Rest&lt;br /&gt;
wurde aber bei Leibe nicht lebendig&lt;br /&gt;
zurückgelassen, sondern wurde genüss-&lt;br /&gt;
lich, langsam und qualvoll getötet.&lt;br /&gt;
Im Weitergehen kam Ch&#039;aska&#039;manka an&lt;br /&gt;
einer Gruppe aneinandergebundener&lt;br /&gt;
Frauen mit ihren größeren Kindern vor-&lt;br /&gt;
bei. Sie jammerten erbärmlich, ver-&lt;br /&gt;
stummten aber und schreckten vor ihr&lt;br /&gt;
zurück, als sie sie wahrnamen, war sie in&lt;br /&gt;
dem von dem Sumi genommenen Feder-&lt;br /&gt;
mantel doch mehr als auffällig. Ch&#039;as-&lt;br /&gt;
ka&#039;manka zog verächtlich einen Mund-&lt;br /&gt;
winkel herunter. Dieses simple Bauern-&lt;br /&gt;
volk hatte einfach kein Rückgrad.&lt;br /&gt;
Dann waren sie jedoch auf eine Legion&lt;br /&gt;
der Besatzer gestoßen. Baba Croqua hatte&lt;br /&gt;
sie gewiß zu ihnen geführt! Um so viele&lt;br /&gt;
erstklassige Opfer zu ernten, hätten sie&lt;br /&gt;
auf herkömmlichem Wege deutlich län-&lt;br /&gt;
ger gebraucht. Auch das Ernten war in&lt;br /&gt;
diesem Fall alles andere als langweilig ge-&lt;br /&gt;
wesen. Diese Opfer wehrten sich tapfer,&lt;br /&gt;
doch es nützte ihnen nicht viel. Entkom-&lt;br /&gt;
men waren nur wenige Legionäre, doch&lt;br /&gt;
nun hatten sie genug von ihnen geerntet&lt;br /&gt;
und konnten sich auf den Heimweg ma-&lt;br /&gt;
chen. Zu Ch&#039;aska&#039;manka Rechten kam&lt;br /&gt;
jetzt eine Reihe ehemaliger Legionäre in&lt;br /&gt;
ihr Blickfeld. Viele von ihnen bluteten an&lt;br /&gt;
unterschiedlichen Stellen und der Groß-&lt;br /&gt;
teil hatten einen zertrümmerten Waffen-&lt;br /&gt;
arm, irgendwie mußte man sie ja gefügig&lt;br /&gt;
machen. Die Reihe war lang, und der To-&lt;br /&gt;
quateke, der das vordere Ende des Seiles,&lt;br /&gt;
mit dem sie zusammengebunden waren,&lt;br /&gt;
hielt, sah verdienter Maßen stolz drein.&lt;br /&gt;
Mit so vielen geernteten Opfern hatte er&lt;br /&gt;
sich Respekt verdient und einen Namen&lt;br /&gt;
gemacht. Ch&#039;aska&#039;manka beäugte den&lt;br /&gt;
Krieger mit dem langen schwarzen Haar,&lt;br /&gt;
in das kleine Reptilienknochen einge-&lt;br /&gt;
flochten waren, einen Moment lang sin-&lt;br /&gt;
nierend. Vielleicht wäre er ein Kandidat&lt;br /&gt;
für den Teil des Rituals, in dem sie, knie-&lt;br /&gt;
tief im Blut der Geopferten stehend, ih-&lt;br /&gt;
rem Vater auf andere Art des Fleisches&lt;br /&gt;
huldigen würde... doch sie hatte noch ge-&lt;br /&gt;
nug Zeit, sich über diesen Teil klar zu&lt;br /&gt;
werden, sie würde noch genug erfolg-&lt;br /&gt;
reiche Krieger begutachten können.&lt;br /&gt;
Die kleine Frau mit den leuchtend blau-&lt;br /&gt;
en Augen war überaus glücklich. Ihr Va-&lt;br /&gt;
ter mußte zufrieden mit ihr sein, denn so&lt;br /&gt;
lange hatte sie noch nie wach sein dürfen.&lt;br /&gt;
Sie hoffte, dass er sie nach diesem Ritual&lt;br /&gt;
nie wieder schlafen schicken würde.&lt;br /&gt;
Als sie den Anfang des Zuges erreicht&lt;br /&gt;
hatte, gab sie den Befehl zum Aufbruch.&lt;br /&gt;
Sie hatten nicht mehr viel Zeit bis zum&lt;br /&gt;
Ritual, und der Weg war noch weit, wenn&lt;br /&gt;
man so viel langsam laufendes Erntegut&lt;br /&gt;
vorantreiben mußte.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Centas Valerius war kurz davor, den Mut&lt;br /&gt;
zu verlieren. Seit Tagen irrte er durch das&lt;br /&gt;
verwüstete Land in der Hoffnung, den&lt;br /&gt;
Mann zu finden, von dem er glaubte, er&lt;br /&gt;
und nur er können die Bestie aufhalten.&lt;br /&gt;
Aber trotz all seiner Bemühungen war es&lt;br /&gt;
ihm nicht gelungen, Lucius Scaevola ar-&lt;br /&gt;
gens zu finden. Die Gerüchte über seinen&lt;br /&gt;
Tod schienen wahr zu sein. Andererseits&lt;br /&gt;
hatte der ehemalige Protector den Ruf,&lt;br /&gt;
mit allen Wassern gewaschen zu sein. Mit&lt;br /&gt;
einem Aufruf der Verärgerung schlug sich&lt;br /&gt;
Valerius selbst mit der flachen Hand vor&lt;br /&gt;
die Stirn. Natürlich. Wo würde mann den&lt;br /&gt;
am meisten gesuchten Mann der Kolonie&lt;br /&gt;
am wenigsten vermuten? In Dithorno&lt;br /&gt;
selbst. Vor allem, nachdem die Stadt&lt;br /&gt;
mehrfach nach ihm durchsucht worden&lt;br /&gt;
war. Er wendete sein Pferd und gab ihm&lt;br /&gt;
die Sporen. Seine Eile hatte ihn unacht-&lt;br /&gt;
sam werden lassen. Hinter dem nächsten&lt;br /&gt;
Hügel ritt er geradewegs in die Vorhut&lt;br /&gt;
der Entsatztruppen.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Wenn es etwas gab, was Caligula Lupus&lt;br /&gt;
an seiner Arbeit hasste, dann waren es&lt;br /&gt;
Abwasserkanäle. Das Heranpirschen, das&lt;br /&gt;
Lauern und Warten auf die Beute war&lt;br /&gt;
Teil seiner Natur, aber in eine Stadt ein-&lt;br /&gt;
dringen durch stinkende Kloake waten&lt;br /&gt;
war ihm immer schon zuwieder gewesen.&lt;br /&gt;
Aber es war der einzige sichere Weg nach&lt;br /&gt;
Dithorno, zumindest der einzige, den&lt;br /&gt;
Scaevola ihm verraten hatte. Er war sich&lt;br /&gt;
sicher, daß es mehr als ein weiteres Dut-&lt;br /&gt;
zend Arten gab, in die Stadt einzudrin-&lt;br /&gt;
gen, ohne gesehen zu werden. Zugege-&lt;br /&gt;
ben, dies mit viertausend Söldnern in&lt;br /&gt;
voller Montur zu versuchen, war eine&lt;br /&gt;
Herausforderung, also blieb nur der Un-&lt;br /&gt;
rat. Scaevola hatte seine Stadt vorraus-&lt;br /&gt;
schauend geplant. Niemals zuvor hatte&lt;br /&gt;
Lupus eine Stadt gekannt, in deren&lt;br /&gt;
Zisternen genug Platz für eine Armee ein-&lt;br /&gt;
geplant war. Und das, ohne die Funktion&lt;br /&gt;
der Zisterne zu beeinflußen. Was Lupus&lt;br /&gt;
jedoch noch mehr beeindruckte war die&lt;br /&gt;
Tatsache, daß die Machthaber der Im-&lt;br /&gt;
periums von diesen kleinen Extras in ih-&lt;br /&gt;
rer Stadt nichts wußten. Seit gestern la-&lt;br /&gt;
gerten sie jetzt hier und warteten auf das&lt;br /&gt;
Zeichen zum Losschlagen. Und dann&lt;br /&gt;
Gnade der Legion.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„Wer geht da!“ erschallte der Ruf der&lt;br /&gt;
Wache. „Centas Valerius! Sonderauftrag!“&lt;br /&gt;
Valerius hatte gehofft, mit dieser gebell-&lt;br /&gt;
ten Antwort unbehelligt passieren zu&lt;br /&gt;
können. Er verfluchte sich selbst, so un-&lt;br /&gt;
aufmerksam gewesen zu sein. Doch er&lt;br /&gt;
hatte kein Glück. Die Vorhut bestand da-&lt;br /&gt;
rauf, ihn zum D&#039;ascas der Legion zu brin-&lt;br /&gt;
gen. Allerdings sah eine Legion norma-&lt;br /&gt;
lerweise imposanter aus. Diese Truppen&lt;br /&gt;
waren vor nicht allzu ferner Zeit in ein&lt;br /&gt;
Gefecht verwickelt gewesen. Überall stüt-&lt;br /&gt;
zen sich Verwundete auf ihre Pilen. Das&lt;br /&gt;
Geschrei von Sterbenden schallte aus den&lt;br /&gt;
Trosswagen an sein Ohr. Diese Legion&lt;br /&gt;
war auf dem Rückzug, war auf der Flucht.&lt;br /&gt;
Doch vor was oder vor wem?&lt;br /&gt;
Valerius näherte sich einer provisorisch&lt;br /&gt;
gezimmerten Sänfte, die zwischen zwei&lt;br /&gt;
Pferde gespannt war. Er sah hinein und&lt;br /&gt;
erblickte einen tödlich verwundeten D&#039;as-&lt;br /&gt;
cas, der sich im Fieber schüttelte. Der&lt;br /&gt;
D&#039;ascas schien einen klaren Moment zu&lt;br /&gt;
haben: „Seid ihr die Verstärkung?“&lt;br /&gt;
„Nein, Herr. Ich bin Centas Velarius, un-&lt;br /&gt;
terwegs mit einem Sonderauftrag. Sagt,&lt;br /&gt;
Herr, was ist hier geschehen?“ Der D&#039;as-&lt;br /&gt;
cas hustete, und nachdem ihm Valerius&lt;br /&gt;
etwas Wasser eingeflößt hatte, begann er:&lt;br /&gt;
„Erst trafen wir auf die Aufständigen&lt;br /&gt;
Bauern. Es war ein Spaß zu sehen, wie&lt;br /&gt;
wir sie niedermähten...“ Er hustete: „Ihr&lt;br /&gt;
versteht? Bauern....Niedermähen? Das&lt;br /&gt;
mit anzusehen, hätte dem Protector ge-&lt;br /&gt;
fallen. Dann zogen wir weiter. Unsere&lt;br /&gt;
Strafexpedition sollte auf dem Weg nach&lt;br /&gt;
N&#039;ga Nova alles niedermachen, was wir&lt;br /&gt;
an einheimischen Unrat finden würden.&lt;br /&gt;
Aber wir gerieten in einen Hinterhalt. Auf&lt;br /&gt;
einmal waren überall Toquateken. Wir&lt;br /&gt;
konnten sie zurückschlagen, zahlten aber&lt;br /&gt;
einen hohen Blutzoll. Ich bin der letzte&lt;br /&gt;
lebende ranghohe Offizier. Und ich werde&lt;br /&gt;
den Tag nicht überleben. Egal, was euer&lt;br /&gt;
Auftrag ist, ich bitte euch, bringt meine&lt;br /&gt;
Jungs heil nach Hause. Versprecht mir&lt;br /&gt;
das.“&lt;br /&gt;
„Ich...“, versuchte Valerius anzusetzen,&lt;br /&gt;
doch der Sterbende fiel ihm ins Wort:&lt;br /&gt;
„Versprich es!“&lt;br /&gt;
„Ich gebe Euch mein Wort, ich werde al-&lt;br /&gt;
les tun, um die Truppen sicher nach Hau-&lt;br /&gt;
se zu bringen“.&lt;br /&gt;
„Dann ist es gut...“ Mit diesen Worten&lt;br /&gt;
und einem Lächeln hauchte der D&#039;ascas&lt;br /&gt;
seinen letzten Atemzug.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Sie hatten es fast geschafft. Sie hatten ei-&lt;br /&gt;
ne Armee durch Feindesland geführt, oh-&lt;br /&gt;
ne bemerkt worden zu sein. Nur noch ei-&lt;br /&gt;
nen Tagesmarsch, dann würden sie di-&lt;br /&gt;
rekt vor den Toren Dithornos stehen.&lt;br /&gt;
Scaevola war zufrieden. Jetzt war es an&lt;br /&gt;
der Zeit, Bescheid zu sagen, denn unent-&lt;br /&gt;
deckt würde die 20.000 Mann auf diesem&lt;br /&gt;
Teil der Strecke nicht bleiben.&lt;br /&gt;
„Holt mir die Zwillinge!“ befahl der Ex-&lt;br /&gt;
sklave. Nach wenigen Augenblicken tra-&lt;br /&gt;
ten ein Mann und eine Frau in das Zelt.&lt;br /&gt;
Scaevola wandte sich an den Mann:&lt;br /&gt;
„Erorn, bitte teile Lupus mit, daß wir&lt;br /&gt;
morgen am Ziel sind.“&lt;br /&gt;
„Mein Bruder ist schon auf dem Weg zu&lt;br /&gt;
ihm.“&lt;br /&gt;
„Und Du, Maitli, Deine Schwester muß&lt;br /&gt;
ki&#039;Ansi informieren. Der Aufstand be-&lt;br /&gt;
ginnt morgen.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„Caligula Lupus, ich habe Nachrichten.“&lt;br /&gt;
„Ich höre, Alkis“ entgegnete der Assa-&lt;br /&gt;
sine.&lt;br /&gt;
Alkis räusperte sich: „Es geht los.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„Herr! Herr! Eine Armee, nur noch we-&lt;br /&gt;
nige Stunden entfernt“. Scylla war im er-&lt;br /&gt;
sten Moment verblüfft, dann übernahm&lt;br /&gt;
sein Temperament die Oberhand. „Wie&lt;br /&gt;
konnte das geschehen? Ich werde die&lt;br /&gt;
Verantwortlichen kreuzigen lassen!“ Der&lt;br /&gt;
Überbringer der Nachricht ging durch ei-&lt;br /&gt;
nen Schlag zu Boden. „Wer ist es? Sind&lt;br /&gt;
die Truppen in Alarm versetzt worden,&lt;br /&gt;
und stehen sie bereits auf den Mauern?&lt;br /&gt;
Warum nicht?“ Er trat den am Boden lie-&lt;br /&gt;
genden mit voller Kraft. „Meine Rüstung!&lt;br /&gt;
Mein Schwert! Ich werde diese Aufstän-&lt;br /&gt;
digen zertreten wie Ungeziefer. Ich werde&lt;br /&gt;
es euch zeigen, was es heißt, Scylla her-&lt;br /&gt;
auszufordern!“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dithornos Mauern waren neu. Die ganze&lt;br /&gt;
Stadt war neu. Niemals zuvor war sie an-&lt;br /&gt;
gegriffen worden, noch erobert worden.&lt;br /&gt;
Zumindest das neue Dithorno nicht. Das&lt;br /&gt;
alte hatte der Reiter der Finsternis in ei-&lt;br /&gt;
nen See verwandelt. Nun schien es, als ob&lt;br /&gt;
die Mauern Dithornos ihre Feuertaufe er-&lt;br /&gt;
halten würden. Die verbliebene Stadt-&lt;br /&gt;
garnison von Dithorno hatte die Wehr-&lt;br /&gt;
gänge besetzt. Das Öl wurde angeheitzt,&lt;br /&gt;
die Katapulte überprüft und einsatzbereit&lt;br /&gt;
gemacht. Wieder einmal zeigte sich, daß&lt;br /&gt;
die Soldaten des Imperiums zu den bes-&lt;br /&gt;
ten Magiras gehörten. Und doch... Keiner&lt;br /&gt;
bemerkte die Männer, die unter den&lt;br /&gt;
Straßen auf den Befehl zum Zuschlagen&lt;br /&gt;
warteten.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Neutral betrachtet ist eine Armee von&lt;br /&gt;
20.000 Mann, die ihr Lager vor einer&lt;br /&gt;
Stadt aufgeschlagen hat, ein imposanter&lt;br /&gt;
Anblick. Die Bewohner der Stadt selbst&lt;br /&gt;
sehen die Sache anders. Für sie ist der&lt;br /&gt;
Anblick eher erschreckend. Die Einwoh-&lt;br /&gt;
ner Dithornos waren verängstigt. Scylla&lt;br /&gt;
hatte eine Ausgangssperre verhängt. Da-&lt;br /&gt;
her waren die Straßen wie leergefegt. Nur&lt;br /&gt;
noch Legionäre bestimten das Bild. Scylla&lt;br /&gt;
stand auf den Mauern beim Haupttor&lt;br /&gt;
und sah auf seinen Gegner hinab. Gewiss,&lt;br /&gt;
die Feinde waren zahlreich, doch er ver-&lt;br /&gt;
traute den Mauern, seinen Truppen und&lt;br /&gt;
seinem eigenen Genius. Dazu kam, daß&lt;br /&gt;
der Imperator auf seiner Seite stand. Die-&lt;br /&gt;
se imposante Gestalt in schwarzer Rüs-&lt;br /&gt;
tung mit den flammenden Augen, die&lt;br /&gt;
ihm, Scylla, befohlen hatte, das Ge-&lt;br /&gt;
schmeiß dieser Erde zu vertilgen. Sollten&lt;br /&gt;
sie doch kommen, er war bereit ein&lt;br /&gt;
weiteres Mal zu siegen.&lt;br /&gt;
Von der Belagerungsarmee löste sich ein&lt;br /&gt;
kleiner Trupp, das unter dem Zeichen der&lt;br /&gt;
Parlamentäre näher kam. Sie zügelten die&lt;br /&gt;
Pferde in Rufreichweite. Dann begann ei-&lt;br /&gt;
ner der Reiter, zu sprechen: „Ich bin Lu-&lt;br /&gt;
cius Scaevola argens, rechtmäßiger Pro-&lt;br /&gt;
tector der Provinzen des Imperiums. Ich&lt;br /&gt;
fordere Dich auf, Marcus Tiberius Scylla,&lt;br /&gt;
die Waffen zu strecken und mit Deinen&lt;br /&gt;
Truppen abzuziehen. Ich gebe Dir mein&lt;br /&gt;
Wort, Dir und Deinen Truppen wird kein&lt;br /&gt;
Leid geschehen.“&lt;br /&gt;
Scylla grinste. „Schießt sie ab!“&lt;br /&gt;
Ein Hagel von Pfeilen verdunkelte das&lt;br /&gt;
Mondlicht, ging auf die nieder, die sich&lt;br /&gt;
als Parlametäre sicher fühlten. Die ersten&lt;br /&gt;
Pfeile erreichten ihr Ziel, doch sie prall-&lt;br /&gt;
ten ab. Eine Wand aus Licht schützte die&lt;br /&gt;
Gruppe, die nun ihre Pferde herumriß&lt;br /&gt;
und davon galoppierte. Kaum hatte&lt;br /&gt;
Scaevola die schützenden Reihen&lt;br /&gt;
erreicht, brüllte er nur: „Lupus! Ki&#039;Ansi!“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dann brach in der Stadt die Pforte zur&lt;br /&gt;
Unterwelt auf. Lupus und seine Söldner&lt;br /&gt;
fluteten aus der Kanalisation. Der Kampf&lt;br /&gt;
begann. Caligula bewegte sich mit dem&lt;br /&gt;
Geschick und der Eleganz einer großen&lt;br /&gt;
Raubkatze und mähte jeden nieder, der&lt;br /&gt;
seinen Weg kreuzte. Scylla trat an die&lt;br /&gt;
Brüstung des Wehrgangs: „Meine Kinder!&lt;br /&gt;
Meine Kinder! Hört doch auf, zu kämp-&lt;br /&gt;
fen. Wir sind doch alle eine Familie!“ Er&lt;br /&gt;
blickte sich um, und sein Blick war der ei-&lt;br /&gt;
nes gütigen Vaters. „Legt die Waffen nie-&lt;br /&gt;
der. Ich will nicht, daß euch etwas Böses&lt;br /&gt;
geschieht.“ Er machte eine Pause: „Ich&lt;br /&gt;
lie-be euch.“&lt;br /&gt;
Die Söldner hielten inne, sahen Scylla&lt;br /&gt;
an. Ihr Blick glich dem liebender Kinder&lt;br /&gt;
für ihren fürsorgenden Vater. Dann be-&lt;br /&gt;
fahl Scylla seinen Männern: „Schlachtet&lt;br /&gt;
sie ab!“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Vor den Mauern Dithornors wartete&lt;br /&gt;
Scaevola voller Ungeduld darauf, daß sich&lt;br /&gt;
die Tore der Stadt öffnen würden. Nichts&lt;br /&gt;
geschah. Etwas ging schief. Es blieb nur&lt;br /&gt;
eine Möglichkeit. Scaevola gab den Befehl&lt;br /&gt;
zum Angriff.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Etwas war falsch. Waren es die Schreie&lt;br /&gt;
oder der Geruch des Blutes, Lupus wußte&lt;br /&gt;
es nicht. Aber etwas war falsch daran, als&lt;br /&gt;
dieser Mann, der sein Bruder war, auf ihn&lt;br /&gt;
zu kam, mit erhobenem Schwert in der&lt;br /&gt;
Hand. Sein Bruder schlug zu, Lupus rea-&lt;br /&gt;
gierte mit dem Instinkt eines Raubtiers.&lt;br /&gt;
Der Legionär sank zu Boden. Lupus&lt;br /&gt;
schüttelte sich, seine Gedanken wurden&lt;br /&gt;
klar. Um ihn herum sah er seine Männer&lt;br /&gt;
in ihrem Blut am Boden liegen. Mit ei-&lt;br /&gt;
nem Fauchen sprang er los, hechtete die&lt;br /&gt;
Treppen zur Mauerkrone hinauf. Drei Le-&lt;br /&gt;
gionäre, die ihm dabei im Weg standen,&lt;br /&gt;
sanken tödlich getroffen zu Boden. Dann&lt;br /&gt;
standen die Bestie und die Raubkatze&lt;br /&gt;
sich gegenüber. Scylla befahl seinen Män-&lt;br /&gt;
nern, zurückzubleiben. Er zog sein&lt;br /&gt;
Schwert und griff an. Funken sprühten,&lt;br /&gt;
und Schläge wurden in einer solchen Ge-&lt;br /&gt;
schwindigkeit ausgetauscht, daß des&lt;br /&gt;
Menschen Auge ihnen nicht folgen konn-&lt;br /&gt;
te. Beide Gegner schenkten sich nichts,&lt;br /&gt;
und nach nicht allzu langer Zeit bluteten&lt;br /&gt;
beide aus mehreren Wunden. Erschöpft&lt;br /&gt;
keuchend umkreisten die Beiden ein-&lt;br /&gt;
ander, immer auf der Suche nach einer&lt;br /&gt;
Lücke in der Deckung des Anderen. Er-&lt;br /&gt;
neut traf Stahl auf Stahl. Keiner gab nach.&lt;br /&gt;
Beide hatten den eisernen Willen zum&lt;br /&gt;
Sieg, und keiner hielt sich an die Regeln&lt;br /&gt;
eines zivilisierten Duells. In diesem&lt;br /&gt;
Kampf war alles erlaubt, in diesem&lt;br /&gt;
Kampf galt das Gesetz des Dschungels.&lt;br /&gt;
Nur der Stärkere konnte, durfte überle-&lt;br /&gt;
ben. Doch welcher von Beiden Sieger sein&lt;br /&gt;
würde, war nicht auszumachen.&lt;br /&gt;
Immer und immer wieder trafen sich die&lt;br /&gt;
Beiden, trennten sich wieder im Ballett&lt;br /&gt;
der Klingen. Nur das Klingen wolsischen&lt;br /&gt;
Stahls, der auf xidurische Schmiedekunst&lt;br /&gt;
traf, erschallte als Musik des Infernos&lt;br /&gt;
durch die Stadt und gab den Takt der&lt;br /&gt;
Vernichtung vor. Keiner der Umstehen-&lt;br /&gt;
den vermochte zu sagen, ob die beiden&lt;br /&gt;
Kontrahenten nur Augenblicke oder gar&lt;br /&gt;
Tage den Reigen des Todes miteinander&lt;br /&gt;
tanzten.&lt;br /&gt;
Caligula Lupus war siegessicher. Scylla,&lt;br /&gt;
Jahre älter als der Meuchler, schienen die&lt;br /&gt;
Kräfte langsam zu verlassen. Es wurde&lt;br /&gt;
Zeit für das Finale. Ein Hieb nach Links,&lt;br /&gt;
eine Finte nach rechts, dann sollte der&lt;br /&gt;
Todesstoß erfolgen. Doch es kam anders.&lt;br /&gt;
Anstelle des Wolsen war es Lupus, den&lt;br /&gt;
Schmerz durchflutete. Scylla hatte ihn ge-&lt;br /&gt;
täuscht und ihm sein Kurzschwert in die&lt;br /&gt;
Eingeweide gerammt. Blut strömte aus&lt;br /&gt;
der Wunde, lief die Treppen hinunter, ei-&lt;br /&gt;
ner Cascade gleich. Lupus sackte zusam-&lt;br /&gt;
men. Jeder Atemzug brannte, und er&lt;br /&gt;
spürte wie ihn die Kraft verließ. Scylla&lt;br /&gt;
hatte die Arme in Siegerpose erhoben,&lt;br /&gt;
ließ sich von seinen Männern bejubeln.&lt;br /&gt;
Der Assasine spürte, daß er sich an-&lt;br /&gt;
schickte, den Wind der Klingen zu reiten,&lt;br /&gt;
aber dazu war er noch nicht bereit. Er&lt;br /&gt;
hatte einen Auftrag angenommen, und&lt;br /&gt;
seine Ehre verbot ihm, ihn unbeendet zu&lt;br /&gt;
lassen. Scylla fuhr herum. Ein Brüllen,&lt;br /&gt;
wie aus der tiefsten Hölle entstanden,&lt;br /&gt;
ließ ihn zusammenzucken. Dort, wo er&lt;br /&gt;
den sterbenden Gegner vermutete, be-&lt;br /&gt;
fand sich nun ein gigantischer, schwarzer&lt;br /&gt;
Ocelotl. Schwarzes Blut floß aus eine töd-&lt;br /&gt;
lichen Wunde, doch hinderte diese die&lt;br /&gt;
Katze nicht, sich auf ihren Gegner zu&lt;br /&gt;
stürzen. Der Aufprall war heftig, und die&lt;br /&gt;
Wucht des Sprunges trieb sie über die&lt;br /&gt;
Krone der Mauer. Endlos schien der&lt;br /&gt;
Sturz, dann prallten Wolse und Toqua-&lt;br /&gt;
teke auf die Felsen außerhalb der Stadt.&lt;br /&gt;
Jeder Knochen in Scyllas Leib war ge-&lt;br /&gt;
brochen. Sein Leben würde nur noch&lt;br /&gt;
wenige Herzschläge dauern. Röchelnd, in&lt;br /&gt;
unmenschlicher Anstrengung, zog er ei-&lt;br /&gt;
nen Arm unter der toten Katze hervor&lt;br /&gt;
und reckte ihn gen Himmel. „Imperator!“&lt;br /&gt;
Nur ein Röcheln verließ seine Kehle: „Va-&lt;br /&gt;
ter! Hilf mir!“ Doch das einzige, was er&lt;br /&gt;
sah, war der schwarze Reiter, der, laut&lt;br /&gt;
über die Torheit der Menschen lachend,&lt;br /&gt;
durch die Luft zu neuen Schlachtfeldern&lt;br /&gt;
aufbrach.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Der Rest war ein Kinderspiel. Die Legi-&lt;br /&gt;
onen, entmutigt durch den Tod ihres An-&lt;br /&gt;
führers, hatten die Tore geöffnet. Sie alle&lt;br /&gt;
wirkten, wie aus einem langen Schlaf er-&lt;br /&gt;
wacht. Widerstandslos ließen sie sich ent-&lt;br /&gt;
waffnen und in ihren Kasernen einsper-&lt;br /&gt;
ren. Die Bevölkerung war noch nicht in&lt;br /&gt;
der Lage, zu begreifen, daß das Joch der&lt;br /&gt;
Legion gebrochen war. In den nächsten&lt;br /&gt;
Tagen würde es viel Arbeit bedeuten, Ru-&lt;br /&gt;
he und Frieden wieder herzustellen und&lt;br /&gt;
private Rachefeldzüge zu vermeiden.&lt;br /&gt;
Caligula Lupus, der sein Leben gegeben&lt;br /&gt;
hatte für die Freiheit, wurde in allen&lt;br /&gt;
Ehren in der Ratshalle des Protectoren-&lt;br /&gt;
palastes aufgebahrt. Scaevola würde sich&lt;br /&gt;
erst viel später darüber klar sein, wie sehr&lt;br /&gt;
er dieses wortkarge Rauhbein vermissen&lt;br /&gt;
würde, einen Freund, den er viel zu spät&lt;br /&gt;
kennen und doch schätzen gelernt hatte.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
An Schlaf war nicht zu Denken. Zu viel&lt;br /&gt;
war geschehen. Das Ende des Aufstands,&lt;br /&gt;
zumindest in Dithorno - die Neuigkeiten&lt;br /&gt;
aus Tizio standen noch aus, - der Tod&lt;br /&gt;
Scyllas und das Opfer Caligulas und auch&lt;br /&gt;
der Fremde, der die Hydra gerettet hatte,&lt;br /&gt;
alles hatte seine Eindrücke hinterlassen.&lt;br /&gt;
Diese Nacht beendete jahrelange Arbeit&lt;br /&gt;
und Gefahren, und sie hatten gewonnen,&lt;br /&gt;
etwas, an das Scaevola nicht mehr zu&lt;br /&gt;
glauben gewagt hatte. Sie hatten gewon-&lt;br /&gt;
nen, sagte er sich immer wieder, sie hat-&lt;br /&gt;
ten gewonnen. Letztendlich übermannte&lt;br /&gt;
ihn doch noch die Erschöpfung.&lt;br /&gt;
Er erwachte an einem vertrauten und&lt;br /&gt;
doch fremden Ort. Hier war schon lange&lt;br /&gt;
nicht mehr gewesen. Ein Thron aus Feu-&lt;br /&gt;
er, die Wände geformt aus flüssiger Lava.&lt;br /&gt;
Auf dem Thron saß eine Gestalt in&lt;br /&gt;
schwarzer Rüstung. Feuer schien aus den&lt;br /&gt;
Öffnungen des Helms zu lodern. Scaevola&lt;br /&gt;
erschrak. Er war im Sanctum, er stand&lt;br /&gt;
vor dem MAGHAN.&lt;br /&gt;
„Herr,“ setzte er an, doch ein Geste&lt;br /&gt;
brachte ihn zum Schweigen. Ein Stimme,&lt;br /&gt;
allmächtig und doch voller Bewunde-&lt;br /&gt;
rung, erschallte in seinem Kopf:&lt;br /&gt;
„GUT GEMACHT!“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Prima_Acies&amp;diff=263</id>
		<title>Endspiel - Prima Acies</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Prima_Acies&amp;diff=263"/>
		<updated>2022-12-05T17:29:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Michael Brum&lt;br /&gt;
April 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwarzer, schwerer Rauch lag über den&lt;br /&gt;
Feldern. Der Gestank verbrannter Erde,&lt;br /&gt;
von zerstörten Häusern und dahinge-&lt;br /&gt;
schlachteten Menschen, war unbeschreib-&lt;br /&gt;
lich. Es war nicht die erste Plantage, die&lt;br /&gt;
sie so zerstört vorfanden, ein Beweis, daß&lt;br /&gt;
der wütende Mob, der aus N&#039;ga Nova los-&lt;br /&gt;
gezogen war, die Legionen des Imperiums&lt;br /&gt;
zu zerschmettern, immer noch Zeit fand,&lt;br /&gt;
die Art von Gerechtigkeit zu üben, die&lt;br /&gt;
man eher mit aufgestautem Haß und&lt;br /&gt;
Rachsucht verband, als mit wahrer Ge-&lt;br /&gt;
rechtigkeit.&lt;br /&gt;
Sie hatten versucht, den Mob zu überho-&lt;br /&gt;
len, ihn zu stoppen, aber trotz aller Vor-&lt;br /&gt;
bereitung bewegte sich eine unkontrol-&lt;br /&gt;
lierbare Menschenmenge schneller, als&lt;br /&gt;
eine Armee.&lt;br /&gt;
Scaevola blickte über das Zeugnis der&lt;br /&gt;
Verwüstung. Jahrelange Planung waren&lt;br /&gt;
einfach durch eine einzige Tat des Tyran-&lt;br /&gt;
nen zunichte gemacht worden. Einer Hin-&lt;br /&gt;
richtung hatte es bedurft, um das Faß&lt;br /&gt;
zum Überlaufen zu bringen. Dabei hätte&lt;br /&gt;
es nur noch weniger Wochen gedauert,&lt;br /&gt;
dann hätte der Staatsstreich ohne größe-&lt;br /&gt;
res Blutvergießen durchgeführt werden&lt;br /&gt;
können. Jetzt blieb nur noch, das&lt;br /&gt;
Schlimmste zu verhindern und das Best-&lt;br /&gt;
mögliche aus der Situation herauszuho-&lt;br /&gt;
len.&lt;br /&gt;
Scaevola wandte sich um, blickte den To-&lt;br /&gt;
quateken an. Ehecacohuatltzin erwiderte&lt;br /&gt;
den Blick mit der ihm eigenen Düstern-&lt;br /&gt;
heit. „Wie weit sind sie vor uns?“ Der To-&lt;br /&gt;
quateke ließ seinen Blick über das Land&lt;br /&gt;
gleiten, bevor er antwortete: „Maximal&lt;br /&gt;
einen Tag. Die Späher sagen, daß sich im-&lt;br /&gt;
mer wieder Gruppen absplittern, um &#039;Ra-&lt;br /&gt;
che&#039; zu üben, also zu morden, zu plün-&lt;br /&gt;
dern und zu vergewaltigen.“&lt;br /&gt;
„Das heißt, wenn der Mob mit dieser Ge-&lt;br /&gt;
schwindigkeit weiterzieht, ist er spätes-&lt;br /&gt;
tens übermorgen vor den Toren von Di-&lt;br /&gt;
thorno. Damit hat Scylla über eine Wo-&lt;br /&gt;
che Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Eine&lt;br /&gt;
Ewigkeit, wenn man bedenkt, wie diszi-&lt;br /&gt;
pliniert und organisiert die Legionen&lt;br /&gt;
sind.“&lt;br /&gt;
„Wäre ich Scylla, ich hätte schon längst&lt;br /&gt;
eine Armee geschickt, den Mob auf frei-&lt;br /&gt;
em Feld aufzuhalten“, erwiederte Eheca-&lt;br /&gt;
cohuatltzin: „nur, in diesem Chaos ist es&lt;br /&gt;
schwer, genügend Informationen zu er-&lt;br /&gt;
halten, wo die Legion sich befindet und&lt;br /&gt;
aus wieviel Mann die Armee besteht.“&lt;br /&gt;
„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als&lt;br /&gt;
zu tun, was wir entschieden haben. Es&lt;br /&gt;
wird für Dich keine einfache Sache wer-&lt;br /&gt;
den, aber die Zeit drängt. Es ist besser,&lt;br /&gt;
du brichst mit Deinen Männern umge-&lt;br /&gt;
hend auf.“&lt;br /&gt;
„Wir sollten es durch einen Gewalt-&lt;br /&gt;
marsch schaffen, Dithorno in einem Tag&lt;br /&gt;
zu erreichen. Schwierig wird es erst,&lt;br /&gt;
wenn wir versuchen, in die Stadt einzu-&lt;br /&gt;
dringen, ohne bemerkt zu werden. Ein&lt;br /&gt;
Einzelner oder eine kleine Gruppe ist&lt;br /&gt;
möglich, aber eine halbe Armee... das&lt;br /&gt;
grenzt an Wahnsinn.“&lt;br /&gt;
„Es braucht mehr als ein Wunder, um&lt;br /&gt;
die Garnison und den Protector auszu-&lt;br /&gt;
schalten. Es sollte meine Aufgabe sein,&lt;br /&gt;
nicht die Deine. Es ist schließlich meine&lt;br /&gt;
Stadt und mein Palast.“&lt;br /&gt;
„Die Truppe braucht Dich hier. Wenn&lt;br /&gt;
wir auf die Legion treffen, brauchen un-&lt;br /&gt;
sere Männer den Anführer des Aufstands&lt;br /&gt;
bei sich. Es würde die Moral nicht he-&lt;br /&gt;
ben, wüßten sie, daß Lucius Scaevola ar-&lt;br /&gt;
gens sich wie ein Dieb in den Kloaken Di-&lt;br /&gt;
thornos vergnügt, währen sie dem Tod ins&lt;br /&gt;
Auge schauen.“&lt;br /&gt;
Beim Wort &#039;Dieb&#039; hatte Scaevola für einen&lt;br /&gt;
Moment geschmunzelt. „Wo Du recht&lt;br /&gt;
hast, mein Freund...Ich haben meine&lt;br /&gt;
Pflicht zu erfüllen und Du die Deine. Wir&lt;br /&gt;
sollten also zu allen Göttern beten, uns zu&lt;br /&gt;
unterstützen. Gib auf Dich acht.“&lt;br /&gt;
Wortlos drehte sich der Toquateke um&lt;br /&gt;
und ging.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Es war nicht die beste Zeit für eine junge&lt;br /&gt;
Frau, alleine im Gebiet zwischen N&#039;ga&lt;br /&gt;
Nova und Dithorno unterwegs zu sein.&lt;br /&gt;
Man hatte ihr klar und deutlich zu erken-&lt;br /&gt;
nen gegeben, daß ihr Platz in den nächs-&lt;br /&gt;
ten Tagen im Hauptquatier der Aufstän-&lt;br /&gt;
dischen war. Dort seien sie in Sicherheit,&lt;br /&gt;
hatte der ehemalige Protector gesagt, sie,&lt;br /&gt;
Malinali, und Jianna. Das Schlachtfeld sei&lt;br /&gt;
kein Ort für ein kleines Bauernmädchen,&lt;br /&gt;
hatte der große dunkle Krieger hinzuge-&lt;br /&gt;
fügt, der sich in einen Ocelotl verwandeln&lt;br /&gt;
konnte. Alles Bitteln und Betteln, alles&lt;br /&gt;
Flehen war umsonst gewesen. Selbst das&lt;br /&gt;
Argument, die Götter hätten sie gesandt,&lt;br /&gt;
um den Kampf zu unterstützen, war igno-&lt;br /&gt;
riert worden. Man nahm sie nicht ernst,&lt;br /&gt;
sie, das kleine Mädchen vom Lande.&lt;br /&gt;
Schmollend hatte sie sich zurück gezo-&lt;br /&gt;
gen.&lt;br /&gt;
Sie war wütend gewesen. Jianna, dieses&lt;br /&gt;
Püppchen von Häuptlingstochter, hatte&lt;br /&gt;
noch nicht einmal versucht, diese Fehl-&lt;br /&gt;
entscheidung zu beeinflussen. Sie hatte&lt;br /&gt;
sich einfach gefügt, dieses willenlose&lt;br /&gt;
Weibchen. Aber so konnten sie nicht mit&lt;br /&gt;
Malinali, der Priesterin der Götttin Mali-&lt;br /&gt;
nalhuatl, umspringen. Sie hatte schließ-&lt;br /&gt;
lich ihre Heimat verlassen, hatte Scaevola&lt;br /&gt;
das Leben gerettet. Und was bekam man&lt;br /&gt;
als Dank? Stubenarrest, während die&lt;br /&gt;
selbsternannten Herren der Schöpfung&lt;br /&gt;
das Land retteten. &#039;Nicht mit mir&#039;, hatte&lt;br /&gt;
sie gedacht und dann ihren Plan in die&lt;br /&gt;
Tat umgesetzt.&lt;br /&gt;
Kaum war Scaevola aufgebrochen, hatte&lt;br /&gt;
sie sich aus dem Haus gestohlen. Sie&lt;br /&gt;
würde ihm folgen. Abseits der Wege&lt;br /&gt;
würde sie ihm folgen, damit er sie erst&lt;br /&gt;
entdecken konnte, wenn es zu spät wäre.&lt;br /&gt;
Sobald er erst einmal mit seiner Armee&lt;br /&gt;
unterwegs war, hätte er keine Zeit mehr,&lt;br /&gt;
sie zurück zu schicken. Sie würde ihm&lt;br /&gt;
schon zeigen, wie unentbehrlich sie war.&lt;br /&gt;
Er würde schon sehen.&lt;br /&gt;
Leider hatte sie eine Sache nicht be-&lt;br /&gt;
dacht, das wurde ihr, nachdem sie einen&lt;br /&gt;
Tag unterwegs gewesen war, schmerzlich&lt;br /&gt;
bewußt: Sie hatte keine Ahnung, wo die&lt;br /&gt;
Armee des Widerstandes ihr Lager hatte.&lt;br /&gt;
Sie war einfach durch die Felder in Rich-&lt;br /&gt;
tung Dithorno gezogen, doch nirgens&lt;br /&gt;
war nur die Spur einer Armee zu finden.&lt;br /&gt;
Also war sie einfach weiter gelaufen.&lt;br /&gt;
Erst nach drei Tagen wurde ihr bewußt,&lt;br /&gt;
daß sie sich verirrt hatte. Sie hatte ihr&lt;br /&gt;
ganzes Leben lang noch nie ihr Dorf ver-&lt;br /&gt;
lassen, und nun hatte sie versucht, Di-&lt;br /&gt;
thorno zu Fuß und querfeldein zu errei-&lt;br /&gt;
chen. Sie schalt sich selbst dafür, wie&lt;br /&gt;
naiv sie gewesen war, zu glauben, daß es&lt;br /&gt;
so einfach werden würde. Immer wieder&lt;br /&gt;
siegte ihr Hitzkopf über simple Logik.&lt;br /&gt;
Sie war allein, hatte Hunger und fühlte&lt;br /&gt;
sich überhaupt elend. Aber aufgeben und&lt;br /&gt;
zurück gehen kam nicht in Frage. Sie&lt;br /&gt;
würde sich nicht dem Spott Jiannas aus-&lt;br /&gt;
setzten.&lt;br /&gt;
Und außerdem wußte Malinali nicht, in&lt;br /&gt;
welcher Richtung es zurück ging.&lt;br /&gt;
Also aß sie, was sie an wilden Kräutern&lt;br /&gt;
und Wurzeln fand und marschierte wei-&lt;br /&gt;
ter. Gegen Mittag des dritten Tages sah&lt;br /&gt;
sie Rauch am Horizont. Froh, endlich&lt;br /&gt;
eine Ansiedlung gefunden zu haben,&lt;br /&gt;
beschleunigte sie ihren Schritt. Heute&lt;br /&gt;
Nacht würde sie in einem Bett schlafen,&lt;br /&gt;
würde ihren Hunger stillen und dann, am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen, würde sie sich erklären&lt;br /&gt;
lassen, wie sie die Armee des ehemaligen&lt;br /&gt;
Protectors erreichen konnte.&lt;br /&gt;
Frohgemut stieg sie einen kleinen Hügel&lt;br /&gt;
hinauf. Dahinter mußte das Dorf liegen.&lt;br /&gt;
Oben angekommen, stockte ihr der Atem.&lt;br /&gt;
Was sie für Kochfeuer gehalten hatte, wa-&lt;br /&gt;
ren die schwelenden Überreste der Hüt-&lt;br /&gt;
ten. Das Dorf, das unter ihr lag, war voll-&lt;br /&gt;
ständig vernichtet worden. Langsam, wie&lt;br /&gt;
in Trance, stieg sie den Hügel hinab.&lt;br /&gt;
Überall lagen verstümmelte Leichen, ab-&lt;br /&gt;
getrennte Arme und Beine, herausge-&lt;br /&gt;
trennte Zungen, Junge Männer und Frau-&lt;br /&gt;
en, genauso wie wehrlose Greise und&lt;br /&gt;
Kinder, Menschen und Tiere. Die Ein-&lt;br /&gt;
wohner waren keine Krieger gewesen, nur&lt;br /&gt;
einfache Bauern, wie sie selbst. Sie waren&lt;br /&gt;
nicht in der Lage gewesen, sich zu vertei-&lt;br /&gt;
digen, womit auch? Ihre Macheten und&lt;br /&gt;
Dreschflegel waren sicherlich dazu nicht&lt;br /&gt;
geeignet gewesen, eine Einheit der Legion&lt;br /&gt;
aufzuhalten. Und daß es die Legion gewe-&lt;br /&gt;
sen war, die das Massaker hier veranstal-&lt;br /&gt;
tet hatte, davon zeugten die abgebroche-&lt;br /&gt;
nen Pilen, die hier und da zu sehen wa-&lt;br /&gt;
ren.&lt;br /&gt;
Die Krieger hatten keine Gnade gekannt,&lt;br /&gt;
hatten abgeschlachtet und gefoltert. Mehr&lt;br /&gt;
als eine Leiche von Frauen und Kindern&lt;br /&gt;
zeigte Spuren von Schändung, ob vor oder&lt;br /&gt;
nach ihrem Tod, Malinali wußte es nicht&lt;br /&gt;
zu sagen. Der süßliche Geruch von Verwe-&lt;br /&gt;
sung war allgegenwärtig, und Malinalis&lt;br /&gt;
Magen hielt es einfach nicht mehr aus.&lt;br /&gt;
Das Wenige, was sie heute morgen geges-&lt;br /&gt;
sen hatte, fand ihren Weg nach draußen,&lt;br /&gt;
untermalt von hustendem Würgen in ei-&lt;br /&gt;
nem Schwall von bitterem Brei. Das&lt;br /&gt;
Grauen umgab sie, und Malinali konnte&lt;br /&gt;
nicht anders, sie begann zu laufen. Nur&lt;br /&gt;
weg von diesem Ort. Tränen liefen über&lt;br /&gt;
ihre Wangen und ein beständiges&lt;br /&gt;
Schluchzen fand ohne ihren Willen den&lt;br /&gt;
Weg in die weite Welt. Nur weg von hier.&lt;br /&gt;
Nur weg.&lt;br /&gt;
Malinali lief. Wohin war ihr egal. Einen&lt;br /&gt;
Teil ihres Weges stolperte sie mehr, als&lt;br /&gt;
daß sie lief. Einen weiteren Hügel hinauf&lt;br /&gt;
und dann weiter durch das kleine Wäld-&lt;br /&gt;
chen, das hinter dem Dorf lag. Ihre Stim-&lt;br /&gt;
me war inzwischen verstummt, ihre Trä-&lt;br /&gt;
nen getrocknet, aber nicht, weil sie nicht&lt;br /&gt;
weiter entsetzt war, sondern weil ihre&lt;br /&gt;
Stimme einfach versagte und ihr Körper&lt;br /&gt;
nicht so schnell Tränen nachproduzieren&lt;br /&gt;
konnte, als die Trauer forderte. So lief sie&lt;br /&gt;
immer weiter von dem Dorf weg. Hier&lt;br /&gt;
konnte sie sich wenigstens verstecken,&lt;br /&gt;
zur Ruhe kommen. Doch sie stolperte,&lt;br /&gt;
fiel der Länge nach hin. Sie versuchte&lt;br /&gt;
aufzustehen, doch dann wurde sie hoch-&lt;br /&gt;
gezogen. Das Herz blieb ihr stehen. Sie&lt;br /&gt;
sah sich erschrocken um. Malinali war&lt;br /&gt;
umgeben von den grausamen Gesichtern&lt;br /&gt;
von Toquateken, die alle agressiv-bunten&lt;br /&gt;
Kriegsschmuck trugen. Ein Adlerkrieger&lt;br /&gt;
hielt sie an den Schultern fest und grins-&lt;br /&gt;
te. Seine Fratze mit den schwarzen Zäh-&lt;br /&gt;
nen und den wilden entschlossenen Au-&lt;br /&gt;
gen erschien ihr wie ein Sendbote der&lt;br /&gt;
Unterwelt.&lt;br /&gt;
Sie schrie...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ki&#039;Ansi genoß den Seewind. Er hatte vor&lt;br /&gt;
wenigen Tagen auf der Thaxes einge-&lt;br /&gt;
schifft, eines der Schiffe, die Post und&lt;br /&gt;
Passagiere zwischen N&#039;ga Nova und Tizio&lt;br /&gt;
transportierten. Sein Auftrag war klar&lt;br /&gt;
und einfach: Berichte dem Widerstand&lt;br /&gt;
dort, daß der Aufstand beginnt. Dann&lt;br /&gt;
Gesprengte Ketten 11 Seite 5&lt;br /&gt;
schließe Dich ihnen an und hilf, wo Du&lt;br /&gt;
nur kannst.&lt;br /&gt;
Der Zauberer fand diesen Auftrag prak-&lt;br /&gt;
tisch. Er konnte Scaevola nützlich sein&lt;br /&gt;
und dabei den einen oder anderen Riva-&lt;br /&gt;
len aus der Zunft der Lumen Vita Händler&lt;br /&gt;
ausschalten, ohne daß es auffiel. Ein Op-&lt;br /&gt;
fer mehr oder weniger, wen scherte das&lt;br /&gt;
während eines Aufstandes. Und danach&lt;br /&gt;
war es ein Leichtes, sich weitere Marktan-&lt;br /&gt;
teile zu sichern.&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund hatte er auch dafür ge-&lt;br /&gt;
sorgt, daß der Wind dem Schiff günstig&lt;br /&gt;
war. Dieser kleine Zauber hatte ihn kaum&lt;br /&gt;
angestrengt, und das Ergebnis sprach für&lt;br /&gt;
sich. Mit sich zufrieden, zog er sich für die&lt;br /&gt;
Nacht in seine Kabine zurück.&lt;br /&gt;
Ki&#039;Ansi vermochte nicht zu sagen, wie&lt;br /&gt;
lange er schon geschlafen hatte oder was&lt;br /&gt;
ihn geweckt hatte. Er lauschte in die Dun-&lt;br /&gt;
kelheit, dann ließ er ein Licht entstehen.&lt;br /&gt;
Der Schein, nicht heller als der einer Ker-&lt;br /&gt;
ze, beleuchtete gerade genug der Kabine,&lt;br /&gt;
damit er die Frau sah, die am Fuße seine&lt;br /&gt;
Bettes stand.&lt;br /&gt;
„Wer bist Du? Und was willst Du von&lt;br /&gt;
mir?“ fragte er, während er im Unterbe-&lt;br /&gt;
wußtsein einen Angriffszauber vorbereite-&lt;br /&gt;
te.&lt;br /&gt;
„Noctura die Göttin, die bin ich. Du bist&lt;br /&gt;
ki&#039;Ansi Xa Waya, der Zauberer, Speichel-&lt;br /&gt;
lecker des ehemaligen Protectors, Träger&lt;br /&gt;
eines Amulettes und gleichzeitig den Trä-&lt;br /&gt;
nen Baba Croquas verfallen. Ki&#039;Ansi, ich&lt;br /&gt;
beobachte Dich schon lange, und was ich&lt;br /&gt;
sehe, gefällt mir. Ich bin gekommen, Dir&lt;br /&gt;
ein Angebot zu unterbreiten, daß zu unser&lt;br /&gt;
beider Vorteil sein wird.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Man zerrte sie an Hand- und Fußgelen-&lt;br /&gt;
ken durch das Wäldchen. Malinali wußte&lt;br /&gt;
nicht, was mit ihr geschehen würde, war&lt;br /&gt;
aber dankbar, daß die Toquateken noch&lt;br /&gt;
nicht die Gelegenheit genutzt hatten, sie&lt;br /&gt;
zu schänden. In einer Senke hielt die&lt;br /&gt;
wilde Gruppe an. Malinali glaubte, ihren&lt;br /&gt;
Augen nicht zu trauen, hier lagerte eine&lt;br /&gt;
ganze Armee Toquateken. Der&lt;br /&gt;
Adlerkrieger, der sie gefangen&lt;br /&gt;
genommen hatte, stieß sie vorwärts. Im&lt;br /&gt;
Zentrum der Armee standen zwei&lt;br /&gt;
furchterregende Gestalten, der eine, ein&lt;br /&gt;
verschrumpelter Sumi, sicher älter als&lt;br /&gt;
die meisten Bäume dieses Waldes, dem&lt;br /&gt;
der Wahn in den Augen stand und ein&lt;br /&gt;
stämmiger Kriegshäuptling, gekleided in&lt;br /&gt;
das Fell eine Ocelotls. Der Adler deutete&lt;br /&gt;
auf Malinali, dann sprach er in der&lt;br /&gt;
kehligen Sprache der Toquateken, die sie&lt;br /&gt;
nicht verstand, und der Häuptling&lt;br /&gt;
begann, lautstark zu lachen. Dann gab er&lt;br /&gt;
dem Sumi einen stummen Wink. Der&lt;br /&gt;
Alte trat näher, seine wie mit Pergament&lt;br /&gt;
bespannten krallenartigen Finger&lt;br /&gt;
streichelten ihr Gesicht. „Chinche-Weib,&lt;br /&gt;
bevor Du den Hunger des Baba stillst,&lt;br /&gt;
wirst Du uns sagen, wohin die eisernen&lt;br /&gt;
Krieger gegangen sind.“&lt;br /&gt;
Malinalis Herz setzte fast aus, ihre Lip-&lt;br /&gt;
pen bebten und ihre Augen zuckten zwi-&lt;br /&gt;
schen dem Adlerkrieger, dem Sumi und&lt;br /&gt;
dem Häuptling hin und her. Ihre Angst&lt;br /&gt;
nahm immer mehr zu. „Ich weiß es&lt;br /&gt;
nicht. Als ich kam, war Alles schon zer-&lt;br /&gt;
stört, Alle schon tot“, stieß sie hervor.&lt;br /&gt;
„Dann hat sie nur noch einen Nutzen:&lt;br /&gt;
Beugt ihren Rücken über den Stein!“&lt;br /&gt;
Zwei kräftige Krieger traten vor und&lt;br /&gt;
zerrten Malinali in die Richtung eines&lt;br /&gt;
Findlings, der auf der Lichtung lag. Sie&lt;br /&gt;
wehrte sich nach Kräften, trat und&lt;br /&gt;
schlug um sich und versuchte, um sich&lt;br /&gt;
zu beißen, aber gegen die zwei Krieger&lt;br /&gt;
kam sie nicht an. Malinali konnte nicht&lt;br /&gt;
verhindern, daß man sie auf den Stein&lt;br /&gt;
legte und mit einem Ratschen ihrer&lt;br /&gt;
Oberbekleidung ihre Brüste freilegte. Ihr&lt;br /&gt;
Atem ging immer schneller, ihr war be-&lt;br /&gt;
wußt, daß sie gleich sterben würde. Der&lt;br /&gt;
Alte würde ihr das lebende Herz aus&lt;br /&gt;
ihrem Leib schneiden und sie würde es&lt;br /&gt;
noch schlagen sehen, ehe sie begann, den&lt;br /&gt;
Wind der Klingen zu reiten.&lt;br /&gt;
Der Sumi kam mit weit aufgerissenen Au-&lt;br /&gt;
gen und einem breiten Grinsen näher und&lt;br /&gt;
stimmte mit krächzender Stimme die ri-&lt;br /&gt;
tuellen Gesänge an. Er nahm sein Opfer-&lt;br /&gt;
messer aus Obsidian, weihte es, indem er&lt;br /&gt;
es den Winden präsentierte, dann trat er&lt;br /&gt;
langsam auf sein Opfer zu. Er hob das&lt;br /&gt;
Messer in den Himmel, bereit, jeden Mo-&lt;br /&gt;
ment zuzustoßen. Doch bevor er die Klin-&lt;br /&gt;
ge herabsausen lassen konnte, ging ein&lt;br /&gt;
Zittern durch den Körper seines Opfers.&lt;br /&gt;
Ein schreckenerregender Schrei, wie er&lt;br /&gt;
aus keiner menschlichen Kehle stammen&lt;br /&gt;
konnte, durchdrang den Wald, dann flo-&lt;br /&gt;
gen die beiden Krieger, die das vermeint-&lt;br /&gt;
lich wehrlose Opfer hielten, durch die&lt;br /&gt;
Luft. Dem einen hatte Malinali durch&lt;br /&gt;
einen schier unmöglichen Tritt das Ge-&lt;br /&gt;
nick gebrochen, dem anderen hatten ihre&lt;br /&gt;
Finger mit einem Ruck die Kehle durch-&lt;br /&gt;
trennt.&lt;br /&gt;
Geschmeidiger als eine Wildkatze schnell-&lt;br /&gt;
te die Chinche vom Stein auf den verwun-&lt;br /&gt;
dert dreinschauenden Sumi zu. Ihre ge-&lt;br /&gt;
samte Erscheinung schien sich verändert&lt;br /&gt;
zu haben. Eine Aura der Gewalt und Bos-&lt;br /&gt;
heit umgab sie, zwei wilde, strahlend hell-&lt;br /&gt;
blaue Feuer waren an die Stelle der einst-&lt;br /&gt;
mals ruhigen braunen Augen getreten.&lt;br /&gt;
Ohne Kraftaufwand entwand sie dem&lt;br /&gt;
Sumi das Messer und warf es zu Boden,&lt;br /&gt;
dann fuhr ihre Hand blitzschnell an sei-&lt;br /&gt;
nen Hals. Seine Füße verloren den Kon-&lt;br /&gt;
takt zum Boden. Dann drang ihre zweite&lt;br /&gt;
Hand, als ob ihre Finger aus Obsidian-&lt;br /&gt;
klingen bestünden, mühelos in den Brust-&lt;br /&gt;
korb des Alten. Sein gurgelnder Schrei&lt;br /&gt;
vermischte sich mit dem Geräusch von&lt;br /&gt;
berstenden Knochen. Eine Schnelle Dreh-&lt;br /&gt;
bewegung, und Malinali hatte sein zu-&lt;br /&gt;
ckendes Herz in der blutverschmierten&lt;br /&gt;
Hand. Wie eine Puppe ließ sie den&lt;br /&gt;
zuckenden Körper des Sumi fallen, dann&lt;br /&gt;
zerquetschte sie das Herz in ihrer Hand,&lt;br /&gt;
als ob es nur eine Feige sei und&lt;br /&gt;
zermatschte die Reste auf dem Stein.&lt;br /&gt;
Wieder hallte ihr unmenschlicher&lt;br /&gt;
Triumpfschrei durch das Tal.&lt;br /&gt;
Dann drehte sie sich zu den fassungslo-&lt;br /&gt;
sen Toquateken: „Seht her, meine Kin-&lt;br /&gt;
der! Ich bin Ch’aska’manka, die Tochter&lt;br /&gt;
des Einen. Mein Vater, Baba Croqua, hat&lt;br /&gt;
mich gesandt, um euch in die Schlacht&lt;br /&gt;
gegen die Eisenkrieger zu führen!“ Sie&lt;br /&gt;
ließ den Blick über die Menge wandern:&lt;br /&gt;
„Wem es an Respekt mangelt, wird so&lt;br /&gt;
enden, wie dieser Wurm hier. Wer mir&lt;br /&gt;
aber folgt, wird Ruhm ernten. Und der&lt;br /&gt;
Vater wird gnädig auf die herabsehen,&lt;br /&gt;
die in seinem Namen Blut vergießen. Ich&lt;br /&gt;
bin Ch’aska’manka! Werdet ihr mir fol-&lt;br /&gt;
gen?“&lt;br /&gt;
Nach einem kurzen Augenblick der To-&lt;br /&gt;
tenstille waren die Kriegsschreie und der&lt;br /&gt;
Jubel der Toquateken weithin zu hören.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„D&#039;ascas Murmillo, die Aufständischen&lt;br /&gt;
werden in einer Stunde hier sein.“ Der&lt;br /&gt;
Melder salutierte. Der D&#039;ascas blickte in&lt;br /&gt;
die Runde seiner Offiziere. „Schön,&lt;br /&gt;
schön. Dann wollen wir mal. Meine Her-&lt;br /&gt;
ren, auf Ihre Posten. Heute erringt das&lt;br /&gt;
Imperium keine Sieg über einen großen&lt;br /&gt;
Gegner, aber über einen bedeutenden.&lt;br /&gt;
Nach dem heutigen Tag wird in den Pro-&lt;br /&gt;
vinzen klar sein, daß man nie wieder&lt;br /&gt;
einen Aufstand gegen das Imperium an-&lt;br /&gt;
zetteln wird, denn sonst wird der Zorn&lt;br /&gt;
des Reiches in Gestalt von Markus Tibe-&lt;br /&gt;
rius Scylla auf sie herabkommen. Ich&lt;br /&gt;
wünsche viel Spaß.“&lt;br /&gt;
Wird fortgesetzt......&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=262</id>
		<title>Erzählungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=262"/>
		<updated>2022-12-05T17:05:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Die hier gesammelten Werke sind Geschichten wie sie an Herden und  Lagerfeuern von Barden an Kneipengäste oder von Eltern an ihre Kinder erzählt werden, bzw. aus Schriften vorgetragen werden. Soweit bekannt wird der erstmalige Erzähler oder Schreiber genannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Es war einma, in Xiduria]]&lt;br /&gt;
*[[Das Spiel beginnt]]&lt;br /&gt;
*[[Marcellus, mein alter Freund]]&lt;br /&gt;
*[[Tausend Schiffe]]&lt;br /&gt;
*[[Der Auftrag]]&lt;br /&gt;
*[[Mayu&#039;ancha&#039;yawar]]&lt;br /&gt;
*[[Auf Messers Schneide]]&lt;br /&gt;
*[[Eine Geschichte – Wie so viele Andere auch....]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte]]&lt;br /&gt;
*[[Die violette Lilie]]&lt;br /&gt;
*[[Das Feldzeichen der XIII. Hastatt]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte (Errata Gesprengte Ketten 4)]]&lt;br /&gt;
*[[Nauyaques 1 Tochter]]&lt;br /&gt;
*[[Geister der Vergangenheit]]&lt;br /&gt;
*[[Scylla]]&lt;br /&gt;
*[[‘Ja, das war es.‘]]&lt;br /&gt;
*[[Nubyry, Malinali und der Protektor]]&lt;br /&gt;
*[[Totgeglaubte leben länger]]&lt;br /&gt;
*[[Apocalypse Now]]&lt;br /&gt;
*[[Die Würfel sind gefallen]]&lt;br /&gt;
*[[Aus dem Leben einer Strohpuppe]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Prima Acies]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Secunda Acies]]&lt;br /&gt;
[[:Kategorie:Geschichten|Kategorie:Geschichten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Prima_Acies&amp;diff=261</id>
		<title>Endspiel - Prima Acies</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Endspiel_-_Prima_Acies&amp;diff=261"/>
		<updated>2022-12-03T15:58:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: Die Seite wurde neu angelegt: „Michael Brum April 2009  Schwarzer, schwerer Rauch lag über den Feldern. Der Gestank verbrannter Erde, von zerstörten Häusern und dahinge- schlachteten Menschen, war unbeschreib- lich. Es war nicht die erste Plantage, die sie so zerstört vorfanden, ein Beweis, daß der wütende Mob, der aus N&amp;#039;ga Nova los- gezogen war, die Legionen des Imperiums zu zerschmettern, immer noch Zeit fand, die Art von Gerechtigkeit zu üben, die man eher mit aufgestautem Ha…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Michael Brum&lt;br /&gt;
April 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwarzer, schwerer Rauch lag über den&lt;br /&gt;
Feldern. Der Gestank verbrannter Erde,&lt;br /&gt;
von zerstörten Häusern und dahinge-&lt;br /&gt;
schlachteten Menschen, war unbeschreib-&lt;br /&gt;
lich. Es war nicht die erste Plantage, die&lt;br /&gt;
sie so zerstört vorfanden, ein Beweis, daß&lt;br /&gt;
der wütende Mob, der aus N&#039;ga Nova los-&lt;br /&gt;
gezogen war, die Legionen des Imperiums&lt;br /&gt;
zu zerschmettern, immer noch Zeit fand,&lt;br /&gt;
die Art von Gerechtigkeit zu üben, die&lt;br /&gt;
man eher mit aufgestautem Haß und&lt;br /&gt;
Rachsucht verband, als mit wahrer Ge-&lt;br /&gt;
rechtigkeit.&lt;br /&gt;
Sie hatten versucht, den Mob zu überho-&lt;br /&gt;
len, ihn zu stoppen, aber trotz aller Vor-&lt;br /&gt;
bereitung bewegte sich eine unkontrol-&lt;br /&gt;
lierbare Menschenmenge schneller, als&lt;br /&gt;
eine Armee.&lt;br /&gt;
Scaevola blickte über das Zeugnis der&lt;br /&gt;
Verwüstung. Jahrelange Planung waren&lt;br /&gt;
einfach durch eine einzige Tat des Tyran-&lt;br /&gt;
nen zunichte gemacht worden. Einer Hin-&lt;br /&gt;
richtung hatte es bedurft, um das Faß&lt;br /&gt;
zum Überlaufen zu bringen. Dabei hätte&lt;br /&gt;
es nur noch weniger Wochen gedauert,&lt;br /&gt;
dann hätte der Staatsstreich ohne größe-&lt;br /&gt;
res Blutvergießen durchgeführt werden&lt;br /&gt;
können. Jetzt blieb nur noch, das&lt;br /&gt;
Schlimmste zu verhindern und das Best-&lt;br /&gt;
mögliche aus der Situation herauszuho-&lt;br /&gt;
len.&lt;br /&gt;
Scaevola wandte sich um, blickte den To-&lt;br /&gt;
quateken an. Ehecacohuatltzin erwiderte&lt;br /&gt;
den Blick mit der ihm eigenen Düstern-&lt;br /&gt;
heit. „Wie weit sind sie vor uns?“ Der To-&lt;br /&gt;
quateke ließ seinen Blick über das Land&lt;br /&gt;
gleiten, bevor er antwortete: „Maximal&lt;br /&gt;
einen Tag. Die Späher sagen, daß sich im-&lt;br /&gt;
mer wieder Gruppen absplittern, um &#039;Ra-&lt;br /&gt;
che&#039; zu üben, also zu morden, zu plün-&lt;br /&gt;
dern und zu vergewaltigen.“&lt;br /&gt;
„Das heißt, wenn der Mob mit dieser Ge-&lt;br /&gt;
schwindigkeit weiterzieht, ist er spätes-&lt;br /&gt;
tens übermorgen vor den Toren von Di-&lt;br /&gt;
thorno. Damit hat Scylla über eine Wo-&lt;br /&gt;
che Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Eine&lt;br /&gt;
Ewigkeit, wenn man bedenkt, wie diszi-&lt;br /&gt;
pliniert und organisiert die Legionen&lt;br /&gt;
sind.“&lt;br /&gt;
„Wäre ich Scylla, ich hätte schon längst&lt;br /&gt;
eine Armee geschickt, den Mob auf frei-&lt;br /&gt;
em Feld aufzuhalten“, erwiederte Eheca-&lt;br /&gt;
cohuatltzin: „nur, in diesem Chaos ist es&lt;br /&gt;
schwer, genügend Informationen zu er-&lt;br /&gt;
halten, wo die Legion sich befindet und&lt;br /&gt;
aus wieviel Mann die Armee besteht.“&lt;br /&gt;
„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als&lt;br /&gt;
zu tun, was wir entschieden haben. Es&lt;br /&gt;
wird für Dich keine einfache Sache wer-&lt;br /&gt;
den, aber die Zeit drängt. Es ist besser,&lt;br /&gt;
du brichst mit Deinen Männern umge-&lt;br /&gt;
hend auf.“&lt;br /&gt;
„Wir sollten es durch einen Gewalt-&lt;br /&gt;
marsch schaffen, Dithorno in einem Tag&lt;br /&gt;
zu erreichen. Schwierig wird es erst,&lt;br /&gt;
wenn wir versuchen, in die Stadt einzu-&lt;br /&gt;
dringen, ohne bemerkt zu werden. Ein&lt;br /&gt;
Einzelner oder eine kleine Gruppe ist&lt;br /&gt;
möglich, aber eine halbe Armee... das&lt;br /&gt;
grenzt an Wahnsinn.“&lt;br /&gt;
„Es braucht mehr als ein Wunder, um&lt;br /&gt;
die Garnison und den Protector auszu-&lt;br /&gt;
schalten. Es sollte meine Aufgabe sein,&lt;br /&gt;
nicht die Deine. Es ist schließlich meine&lt;br /&gt;
Stadt und mein Palast.“&lt;br /&gt;
„Die Truppe braucht Dich hier. Wenn&lt;br /&gt;
wir auf die Legion treffen, brauchen un-&lt;br /&gt;
sere Männer den Anführer des Aufstands&lt;br /&gt;
bei sich. Es würde die Moral nicht he-&lt;br /&gt;
ben, wüßten sie, daß Lucius Scaevola ar-&lt;br /&gt;
gens sich wie ein Dieb in den Kloaken Di-&lt;br /&gt;
thornos vergnügt, währen sie dem Tod ins&lt;br /&gt;
Auge schauen.“&lt;br /&gt;
Beim Wort &#039;Dieb&#039; hatte Scaevola für einen&lt;br /&gt;
Moment geschmunzelt. „Wo Du recht&lt;br /&gt;
hast, mein Freund...Ich haben meine&lt;br /&gt;
Pflicht zu erfüllen und Du die Deine. Wir&lt;br /&gt;
sollten also zu allen Göttern beten, uns zu&lt;br /&gt;
unterstützen. Gib auf Dich acht.“&lt;br /&gt;
Wortlos drehte sich der Toquateke um&lt;br /&gt;
und ging.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Es war nicht die beste Zeit für eine junge&lt;br /&gt;
Frau, alleine im Gebiet zwischen N&#039;ga&lt;br /&gt;
Nova und Dithorno unterwegs zu sein.&lt;br /&gt;
Man hatte ihr klar und deutlich zu erken-&lt;br /&gt;
nen gegeben, daß ihr Platz in den nächs-&lt;br /&gt;
ten Tagen im Hauptquatier der Aufstän-&lt;br /&gt;
dischen war. Dort seien sie in Sicherheit,&lt;br /&gt;
hatte der ehemalige Protector gesagt, sie,&lt;br /&gt;
Malinali, und Jianna. Das Schlachtfeld sei&lt;br /&gt;
kein Ort für ein kleines Bauernmädchen,&lt;br /&gt;
hatte der große dunkle Krieger hinzuge-&lt;br /&gt;
fügt, der sich in einen Ocelotl verwandeln&lt;br /&gt;
konnte. Alles Bitteln und Betteln, alles&lt;br /&gt;
Flehen war umsonst gewesen. Selbst das&lt;br /&gt;
Argument, die Götter hätten sie gesandt,&lt;br /&gt;
um den Kampf zu unterstützen, war igno-&lt;br /&gt;
riert worden. Man nahm sie nicht ernst,&lt;br /&gt;
sie, das kleine Mädchen vom Lande.&lt;br /&gt;
Schmollend hatte sie sich zurück gezo-&lt;br /&gt;
gen.&lt;br /&gt;
Sie war wütend gewesen. Jianna, dieses&lt;br /&gt;
Püppchen von Häuptlingstochter, hatte&lt;br /&gt;
noch nicht einmal versucht, diese Fehl-&lt;br /&gt;
entscheidung zu beeinflussen. Sie hatte&lt;br /&gt;
sich einfach gefügt, dieses willenlose&lt;br /&gt;
Weibchen. Aber so konnten sie nicht mit&lt;br /&gt;
Malinali, der Priesterin der Götttin Mali-&lt;br /&gt;
nalhuatl, umspringen. Sie hatte schließ-&lt;br /&gt;
lich ihre Heimat verlassen, hatte Scaevola&lt;br /&gt;
das Leben gerettet. Und was bekam man&lt;br /&gt;
als Dank? Stubenarrest, während die&lt;br /&gt;
selbsternannten Herren der Schöpfung&lt;br /&gt;
das Land retteten. &#039;Nicht mit mir&#039;, hatte&lt;br /&gt;
sie gedacht und dann ihren Plan in die&lt;br /&gt;
Tat umgesetzt.&lt;br /&gt;
Kaum war Scaevola aufgebrochen, hatte&lt;br /&gt;
sie sich aus dem Haus gestohlen. Sie&lt;br /&gt;
würde ihm folgen. Abseits der Wege&lt;br /&gt;
würde sie ihm folgen, damit er sie erst&lt;br /&gt;
entdecken konnte, wenn es zu spät wäre.&lt;br /&gt;
Sobald er erst einmal mit seiner Armee&lt;br /&gt;
unterwegs war, hätte er keine Zeit mehr,&lt;br /&gt;
sie zurück zu schicken. Sie würde ihm&lt;br /&gt;
schon zeigen, wie unentbehrlich sie war.&lt;br /&gt;
Er würde schon sehen.&lt;br /&gt;
Leider hatte sie eine Sache nicht be-&lt;br /&gt;
dacht, das wurde ihr, nachdem sie einen&lt;br /&gt;
Tag unterwegs gewesen war, schmerzlich&lt;br /&gt;
bewußt: Sie hatte keine Ahnung, wo die&lt;br /&gt;
Armee des Widerstandes ihr Lager hatte.&lt;br /&gt;
Sie war einfach durch die Felder in Rich-&lt;br /&gt;
tung Dithorno gezogen, doch nirgens&lt;br /&gt;
war nur die Spur einer Armee zu finden.&lt;br /&gt;
Also war sie einfach weiter gelaufen.&lt;br /&gt;
Erst nach drei Tagen wurde ihr bewußt,&lt;br /&gt;
daß sie sich verirrt hatte. Sie hatte ihr&lt;br /&gt;
ganzes Leben lang noch nie ihr Dorf ver-&lt;br /&gt;
lassen, und nun hatte sie versucht, Di-&lt;br /&gt;
thorno zu Fuß und querfeldein zu errei-&lt;br /&gt;
chen. Sie schalt sich selbst dafür, wie&lt;br /&gt;
naiv sie gewesen war, zu glauben, daß es&lt;br /&gt;
so einfach werden würde. Immer wieder&lt;br /&gt;
siegte ihr Hitzkopf über simple Logik.&lt;br /&gt;
Sie war allein, hatte Hunger und fühlte&lt;br /&gt;
sich überhaupt elend. Aber aufgeben und&lt;br /&gt;
zurück gehen kam nicht in Frage. Sie&lt;br /&gt;
würde sich nicht dem Spott Jiannas aus-&lt;br /&gt;
setzten.&lt;br /&gt;
Und außerdem wußte Malinali nicht, in&lt;br /&gt;
welcher Richtung es zurück ging.&lt;br /&gt;
Also aß sie, was sie an wilden Kräutern&lt;br /&gt;
und Wurzeln fand und marschierte wei-&lt;br /&gt;
ter. Gegen Mittag des dritten Tages sah&lt;br /&gt;
sie Rauch am Horizont. Froh, endlich&lt;br /&gt;
eine Ansiedlung gefunden zu haben,&lt;br /&gt;
beschleunigte sie ihren Schritt. Heute&lt;br /&gt;
Nacht würde sie in einem Bett schlafen,&lt;br /&gt;
würde ihren Hunger stillen und dann, am&lt;br /&gt;
nächsten Morgen, würde sie sich erklären&lt;br /&gt;
lassen, wie sie die Armee des ehemaligen&lt;br /&gt;
Protectors erreichen konnte.&lt;br /&gt;
Frohgemut stieg sie einen kleinen Hügel&lt;br /&gt;
hinauf. Dahinter mußte das Dorf liegen.&lt;br /&gt;
Oben angekommen, stockte ihr der Atem.&lt;br /&gt;
Was sie für Kochfeuer gehalten hatte, wa-&lt;br /&gt;
ren die schwelenden Überreste der Hüt-&lt;br /&gt;
ten. Das Dorf, das unter ihr lag, war voll-&lt;br /&gt;
ständig vernichtet worden. Langsam, wie&lt;br /&gt;
in Trance, stieg sie den Hügel hinab.&lt;br /&gt;
Überall lagen verstümmelte Leichen, ab-&lt;br /&gt;
getrennte Arme und Beine, herausge-&lt;br /&gt;
trennte Zungen, Junge Männer und Frau-&lt;br /&gt;
en, genauso wie wehrlose Greise und&lt;br /&gt;
Kinder, Menschen und Tiere. Die Ein-&lt;br /&gt;
wohner waren keine Krieger gewesen, nur&lt;br /&gt;
einfache Bauern, wie sie selbst. Sie waren&lt;br /&gt;
nicht in der Lage gewesen, sich zu vertei-&lt;br /&gt;
digen, womit auch? Ihre Macheten und&lt;br /&gt;
Dreschflegel waren sicherlich dazu nicht&lt;br /&gt;
geeignet gewesen, eine Einheit der Legion&lt;br /&gt;
aufzuhalten. Und daß es die Legion gewe-&lt;br /&gt;
sen war, die das Massaker hier veranstal-&lt;br /&gt;
tet hatte, davon zeugten die abgebroche-&lt;br /&gt;
nen Pilen, die hier und da zu sehen wa-&lt;br /&gt;
ren.&lt;br /&gt;
Die Krieger hatten keine Gnade gekannt,&lt;br /&gt;
hatten abgeschlachtet und gefoltert. Mehr&lt;br /&gt;
als eine Leiche von Frauen und Kindern&lt;br /&gt;
zeigte Spuren von Schändung, ob vor oder&lt;br /&gt;
nach ihrem Tod, Malinali wußte es nicht&lt;br /&gt;
zu sagen. Der süßliche Geruch von Verwe-&lt;br /&gt;
sung war allgegenwärtig, und Malinalis&lt;br /&gt;
Magen hielt es einfach nicht mehr aus.&lt;br /&gt;
Das Wenige, was sie heute morgen geges-&lt;br /&gt;
sen hatte, fand ihren Weg nach draußen,&lt;br /&gt;
untermalt von hustendem Würgen in ei-&lt;br /&gt;
nem Schwall von bitterem Brei. Das&lt;br /&gt;
Grauen umgab sie, und Malinali konnte&lt;br /&gt;
nicht anders, sie begann zu laufen. Nur&lt;br /&gt;
weg von diesem Ort. Tränen liefen über&lt;br /&gt;
ihre Wangen und ein beständiges&lt;br /&gt;
Schluchzen fand ohne ihren Willen den&lt;br /&gt;
Weg in die weite Welt. Nur weg von hier.&lt;br /&gt;
Nur weg.&lt;br /&gt;
Malinali lief. Wohin war ihr egal. Einen&lt;br /&gt;
Teil ihres Weges stolperte sie mehr, als&lt;br /&gt;
daß sie lief. Einen weiteren Hügel hinauf&lt;br /&gt;
und dann weiter durch das kleine Wäld-&lt;br /&gt;
chen, das hinter dem Dorf lag. Ihre Stim-&lt;br /&gt;
me war inzwischen verstummt, ihre Trä-&lt;br /&gt;
nen getrocknet, aber nicht, weil sie nicht&lt;br /&gt;
weiter entsetzt war, sondern weil ihre&lt;br /&gt;
Stimme einfach versagte und ihr Körper&lt;br /&gt;
nicht so schnell Tränen nachproduzieren&lt;br /&gt;
konnte, als die Trauer forderte. So lief sie&lt;br /&gt;
immer weiter von dem Dorf weg. Hier&lt;br /&gt;
konnte sie sich wenigstens verstecken,&lt;br /&gt;
zur Ruhe kommen. Doch sie stolperte,&lt;br /&gt;
fiel der Länge nach hin. Sie versuchte&lt;br /&gt;
aufzustehen, doch dann wurde sie hoch-&lt;br /&gt;
gezogen. Das Herz blieb ihr stehen. Sie&lt;br /&gt;
sah sich erschrocken um. Malinali war&lt;br /&gt;
umgeben von den grausamen Gesichtern&lt;br /&gt;
von Toquateken, die alle agressiv-bunten&lt;br /&gt;
Kriegsschmuck trugen. Ein Adlerkrieger&lt;br /&gt;
hielt sie an den Schultern fest und grins-&lt;br /&gt;
te. Seine Fratze mit den schwarzen Zäh-&lt;br /&gt;
nen und den wilden entschlossenen Au-&lt;br /&gt;
gen erschien ihr wie ein Sendbote der&lt;br /&gt;
Unterwelt.&lt;br /&gt;
Sie schrie...&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Ki&#039;Ansi genoß den Seewind. Er hatte vor&lt;br /&gt;
wenigen Tagen auf der Thaxes einge-&lt;br /&gt;
schifft, eines der Schiffe, die Post und&lt;br /&gt;
Passagiere zwischen N&#039;ga Nova und Tizio&lt;br /&gt;
transportierten. Sein Auftrag war klar&lt;br /&gt;
und einfach: Berichte dem Widerstand&lt;br /&gt;
dort, daß der Aufstand beginnt. Dann&lt;br /&gt;
Gesprengte Ketten 11 Seite 5&lt;br /&gt;
schließe Dich ihnen an und hilf, wo Du&lt;br /&gt;
nur kannst.&lt;br /&gt;
Der Zauberer fand diesen Auftrag prak-&lt;br /&gt;
tisch. Er konnte Scaevola nützlich sein&lt;br /&gt;
und dabei den einen oder anderen Riva-&lt;br /&gt;
len aus der Zunft der Lumen Vita Händler&lt;br /&gt;
ausschalten, ohne daß es auffiel. Ein Op-&lt;br /&gt;
fer mehr oder weniger, wen scherte das&lt;br /&gt;
während eines Aufstandes. Und danach&lt;br /&gt;
war es ein Leichtes, sich weitere Marktan-&lt;br /&gt;
teile zu sichern.&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund hatte er auch dafür ge-&lt;br /&gt;
sorgt, daß der Wind dem Schiff günstig&lt;br /&gt;
war. Dieser kleine Zauber hatte ihn kaum&lt;br /&gt;
angestrengt, und das Ergebnis sprach für&lt;br /&gt;
sich. Mit sich zufrieden, zog er sich für die&lt;br /&gt;
Nacht in seine Kabine zurück.&lt;br /&gt;
Ki&#039;Ansi vermochte nicht zu sagen, wie&lt;br /&gt;
lange er schon geschlafen hatte oder was&lt;br /&gt;
ihn geweckt hatte. Er lauschte in die Dun-&lt;br /&gt;
kelheit, dann ließ er ein Licht entstehen.&lt;br /&gt;
Der Schein, nicht heller als der einer Ker-&lt;br /&gt;
ze, beleuchtete gerade genug der Kabine,&lt;br /&gt;
damit er die Frau sah, die am Fuße seine&lt;br /&gt;
Bettes stand.&lt;br /&gt;
„Wer bist Du? Und was willst Du von&lt;br /&gt;
mir?“ fragte er, während er im Unterbe-&lt;br /&gt;
wußtsein einen Angriffszauber vorbereite-&lt;br /&gt;
te.&lt;br /&gt;
„Noctura die Göttin, die bin ich. Du bist&lt;br /&gt;
ki&#039;Ansi Xa Waya, der Zauberer, Speichel-&lt;br /&gt;
lecker des ehemaligen Protectors, Träger&lt;br /&gt;
eines Amulettes und gleichzeitig den Trä-&lt;br /&gt;
nen Baba Croquas verfallen. Ki&#039;Ansi, ich&lt;br /&gt;
beobachte Dich schon lange, und was ich&lt;br /&gt;
sehe, gefällt mir. Ich bin gekommen, Dir&lt;br /&gt;
ein Angebot zu unterbreiten, daß zu unser&lt;br /&gt;
beider Vorteil sein wird.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Man zerrte sie an Hand- und Fußgelen-&lt;br /&gt;
ken durch das Wäldchen. Malinali wußte&lt;br /&gt;
nicht, was mit ihr geschehen würde, war&lt;br /&gt;
aber dankbar, daß die Toquateken noch&lt;br /&gt;
nicht die Gelegenheit genutzt hatten, sie&lt;br /&gt;
zu schänden. In einer Senke hielt die&lt;br /&gt;
wilde Gruppe an. Malinali glaubte, ihren&lt;br /&gt;
Augen nicht zu trauen, hier lagerte eine&lt;br /&gt;
ganze Armee Toquateken. Der&lt;br /&gt;
Adlerkrieger, der sie gefangen&lt;br /&gt;
genommen hatte, stieß sie vorwärts. Im&lt;br /&gt;
Zentrum der Armee standen zwei&lt;br /&gt;
furchterregende Gestalten, der eine, ein&lt;br /&gt;
verschrumpelter Sumi, sicher älter als&lt;br /&gt;
die meisten Bäume dieses Waldes, dem&lt;br /&gt;
der Wahn in den Augen stand und ein&lt;br /&gt;
stämmiger Kriegshäuptling, gekleided in&lt;br /&gt;
das Fell eine Ocelotls. Der Adler deutete&lt;br /&gt;
auf Malinali, dann sprach er in der&lt;br /&gt;
kehligen Sprache der Toquateken, die sie&lt;br /&gt;
nicht verstand, und der Häuptling&lt;br /&gt;
begann, lautstark zu lachen. Dann gab er&lt;br /&gt;
dem Sumi einen stummen Wink. Der&lt;br /&gt;
Alte trat näher, seine wie mit Pergament&lt;br /&gt;
bespannten krallenartigen Finger&lt;br /&gt;
streichelten ihr Gesicht. „Chinche-Weib,&lt;br /&gt;
bevor Du den Hunger des Baba stillst,&lt;br /&gt;
wirst Du uns sagen, wohin die eisernen&lt;br /&gt;
Krieger gegangen sind.“&lt;br /&gt;
Malinalis Herz setzte fast aus, ihre Lip-&lt;br /&gt;
pen bebten und ihre Augen zuckten zwi-&lt;br /&gt;
schen dem Adlerkrieger, dem Sumi und&lt;br /&gt;
dem Häuptling hin und her. Ihre Angst&lt;br /&gt;
nahm immer mehr zu. „Ich weiß es&lt;br /&gt;
nicht. Als ich kam, war Alles schon zer-&lt;br /&gt;
stört, Alle schon tot“, stieß sie hervor.&lt;br /&gt;
„Dann hat sie nur noch einen Nutzen:&lt;br /&gt;
Beugt ihren Rücken über den Stein!“&lt;br /&gt;
Zwei kräftige Krieger traten vor und&lt;br /&gt;
zerrten Malinali in die Richtung eines&lt;br /&gt;
Findlings, der auf der Lichtung lag. Sie&lt;br /&gt;
wehrte sich nach Kräften, trat und&lt;br /&gt;
schlug um sich und versuchte, um sich&lt;br /&gt;
zu beißen, aber gegen die zwei Krieger&lt;br /&gt;
kam sie nicht an. Malinali konnte nicht&lt;br /&gt;
verhindern, daß man sie auf den Stein&lt;br /&gt;
legte und mit einem Ratschen ihrer&lt;br /&gt;
Oberbekleidung ihre Brüste freilegte. Ihr&lt;br /&gt;
Atem ging immer schneller, ihr war be-&lt;br /&gt;
wußt, daß sie gleich sterben würde. Der&lt;br /&gt;
Alte würde ihr das lebende Herz aus&lt;br /&gt;
ihrem Leib schneiden und sie würde es&lt;br /&gt;
noch schlagen sehen, ehe sie begann, den&lt;br /&gt;
Wind der Klingen zu reiten.&lt;br /&gt;
Der Sumi kam mit weit aufgerissenen Au-&lt;br /&gt;
gen und einem breiten Grinsen näher und&lt;br /&gt;
stimmte mit krächzender Stimme die ri-&lt;br /&gt;
tuellen Gesänge an. Er nahm sein Opfer-&lt;br /&gt;
messer aus Obsidian, weihte es, indem er&lt;br /&gt;
es den Winden präsentierte, dann trat er&lt;br /&gt;
langsam auf sein Opfer zu. Er hob das&lt;br /&gt;
Messer in den Himmel, bereit, jeden Mo-&lt;br /&gt;
ment zuzustoßen. Doch bevor er die Klin-&lt;br /&gt;
ge herabsausen lassen konnte, ging ein&lt;br /&gt;
Zittern durch den Körper seines Opfers.&lt;br /&gt;
Ein schreckenerregender Schrei, wie er&lt;br /&gt;
aus keiner menschlichen Kehle stammen&lt;br /&gt;
konnte, durchdrang den Wald, dann flo-&lt;br /&gt;
gen die beiden Krieger, die das vermeint-&lt;br /&gt;
lich wehrlose Opfer hielten, durch die&lt;br /&gt;
Luft. Dem einen hatte Malinali durch&lt;br /&gt;
einen schier unmöglichen Tritt das Ge-&lt;br /&gt;
nick gebrochen, dem anderen hatten ihre&lt;br /&gt;
Finger mit einem Ruck die Kehle durch-&lt;br /&gt;
trennt.&lt;br /&gt;
Geschmeidiger als eine Wildkatze schnell-&lt;br /&gt;
te die Chinche vom Stein auf den verwun-&lt;br /&gt;
dert dreinschauenden Sumi zu. Ihre ge-&lt;br /&gt;
samte Erscheinung schien sich verändert&lt;br /&gt;
zu haben. Eine Aura der Gewalt und Bos-&lt;br /&gt;
heit umgab sie, zwei wilde, strahlend hell-&lt;br /&gt;
blaue Feuer waren an die Stelle der einst-&lt;br /&gt;
mals ruhigen braunen Augen getreten.&lt;br /&gt;
Ohne Kraftaufwand entwand sie dem&lt;br /&gt;
Sumi das Messer und warf es zu Boden,&lt;br /&gt;
dann fuhr ihre Hand blitzschnell an sei-&lt;br /&gt;
nen Hals. Seine Füße verloren den Kon-&lt;br /&gt;
takt zum Boden. Dann drang ihre zweite&lt;br /&gt;
Hand, als ob ihre Finger aus Obsidian-&lt;br /&gt;
klingen bestünden, mühelos in den Brust-&lt;br /&gt;
korb des Alten. Sein gurgelnder Schrei&lt;br /&gt;
vermischte sich mit dem Geräusch von&lt;br /&gt;
berstenden Knochen. Eine Schnelle Dreh-&lt;br /&gt;
bewegung, und Malinali hatte sein zu-&lt;br /&gt;
ckendes Herz in der blutverschmierten&lt;br /&gt;
Hand. Wie eine Puppe ließ sie den&lt;br /&gt;
zuckenden Körper des Sumi fallen, dann&lt;br /&gt;
zerquetschte sie das Herz in ihrer Hand,&lt;br /&gt;
als ob es nur eine Feige sei und&lt;br /&gt;
zermatschte die Reste auf dem Stein.&lt;br /&gt;
Wieder hallte ihr unmenschlicher&lt;br /&gt;
Triumpfschrei durch das Tal.&lt;br /&gt;
Dann drehte sie sich zu den fassungslo-&lt;br /&gt;
sen Toquateken: „Seht her, meine Kin-&lt;br /&gt;
der! Ich bin Ch’aska’manka, die Tochter&lt;br /&gt;
des Einen. Mein Vater, Baba Croqua, hat&lt;br /&gt;
mich gesandt, um euch in die Schlacht&lt;br /&gt;
gegen die Eisenkrieger zu führen!“ Sie&lt;br /&gt;
ließ den Blick über die Menge wandern:&lt;br /&gt;
„Wem es an Respekt mangelt, wird so&lt;br /&gt;
enden, wie dieser Wurm hier. Wer mir&lt;br /&gt;
aber folgt, wird Ruhm ernten. Und der&lt;br /&gt;
Vater wird gnädig auf die herabsehen,&lt;br /&gt;
die in seinem Namen Blut vergießen. Ich&lt;br /&gt;
bin Ch’aska’manka! Werdet ihr mir fol-&lt;br /&gt;
gen?“&lt;br /&gt;
Nach einem kurzen Augenblick der To-&lt;br /&gt;
tenstille waren die Kriegsschreie und der&lt;br /&gt;
Jubel der Toquateken weithin zu hören.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„D&#039;ascas Murmillo, die Aufständischen&lt;br /&gt;
werden in einer Stunde hier sein.“ Der&lt;br /&gt;
Melder salutierte. Der D&#039;ascas blickte in&lt;br /&gt;
die Runde seiner Offiziere. „Schön,&lt;br /&gt;
schön. Dann wollen wir mal. Meine Her-&lt;br /&gt;
ren, auf Ihre Posten. Heute erringt das&lt;br /&gt;
Imperium keine Sieg über einen großen&lt;br /&gt;
Gegner, aber über einen bedeutenden.&lt;br /&gt;
Nach dem heutigen Tag wird in den Pro-&lt;br /&gt;
vinzen klar sein, daß man nie wieder&lt;br /&gt;
einen Aufstand gegen das Imperium an-&lt;br /&gt;
zetteln wird, denn sonst wird der Zorn&lt;br /&gt;
des Reiches in Gestalt von Markus Tibe-&lt;br /&gt;
rius Scylla auf sie herabkommen. Ich&lt;br /&gt;
wünsche viel Spaß.“&lt;br /&gt;
Wird fortgesetzt......&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=260</id>
		<title>Erzählungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Erz%C3%A4hlungen&amp;diff=260"/>
		<updated>2022-12-03T15:52:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Die hier gesammelten Werke sind Geschichten wie sie an Herden und  Lagerfeuern von Barden an Kneipengäste oder von Eltern an ihre Kinder erzählt werden, bzw. aus Schriften vorgetragen werden. Soweit bekannt wird der erstmalige Erzähler oder Schreiber genannt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Es war einma, in Xiduria]]&lt;br /&gt;
*[[Das Spiel beginnt]]&lt;br /&gt;
*[[Marcellus, mein alter Freund]]&lt;br /&gt;
*[[Tausend Schiffe]]&lt;br /&gt;
*[[Der Auftrag]]&lt;br /&gt;
*[[Mayu&#039;ancha&#039;yawar]]&lt;br /&gt;
*[[Auf Messers Schneide]]&lt;br /&gt;
*[[Eine Geschichte – Wie so viele Andere auch....]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte]]&lt;br /&gt;
*[[Die violette Lilie]]&lt;br /&gt;
*[[Das Feldzeichen der XIII. Hastatt]]&lt;br /&gt;
*[[Letzte Worte (Errata Gesprengte Ketten 4)]]&lt;br /&gt;
*[[Nauyaques 1 Tochter]]&lt;br /&gt;
*[[Geister der Vergangenheit]]&lt;br /&gt;
*[[Scylla]]&lt;br /&gt;
*[[‘Ja, das war es.‘]]&lt;br /&gt;
*[[Nubyry, Malinali und der Protektor]]&lt;br /&gt;
*[[Totgeglaubte leben länger]]&lt;br /&gt;
*[[Apocalypse Now]]&lt;br /&gt;
*[[Die Würfel sind gefallen]]&lt;br /&gt;
*[[Aus dem Leben einer Strohpuppe]]&lt;br /&gt;
*[[Endspiel - Prima Acies]]&lt;br /&gt;
[[:Kategorie:Geschichten|Kategorie:Geschichten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Die_W%C3%BCrfel_sind_gefallen&amp;diff=259</id>
		<title>Die Würfel sind gefallen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Die_W%C3%BCrfel_sind_gefallen&amp;diff=259"/>
		<updated>2022-12-03T15:37:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Bist Du des Wahnsinns fette Beute?“&lt;br /&gt;
Der sonst eher besonnene Magier war&lt;br /&gt;
dabei, die Fassung zu verlieren: „Wir haben Dir gerade erst den Weg durch den&lt;br /&gt;
Wind der Klingen erspart. Du bist noch&lt;br /&gt;
viel zu schwach, um den Widerstand zu&lt;br /&gt;
leiten! Wenn der Widerstand Dich nicht&lt;br /&gt;
sofort in Stücke reißt, sobald man Dich&lt;br /&gt;
erkennt!“&lt;br /&gt;
„Es muß sein, mein Freund“, Lucius&lt;br /&gt;
Scaevola argens, ehemaliger Protector&lt;br /&gt;
Xanathoria Inferiors, geflohener Sklave&lt;br /&gt;
und gerade geheilte Fast-Leiche, sprach&lt;br /&gt;
mit ernster Miene. „Scylla läßt das Land&lt;br /&gt;
ausbluten – und das meine ich wörtlich –&lt;br /&gt;
Der Torreon glaubt, mich beseitigt zu haben und ist kurz davor, das Volk zu einem&lt;br /&gt;
Aufstand anzustacheln. Und den wird&lt;br /&gt;
Scylla benutzen, das Land noch roter zu&lt;br /&gt;
färben, als er es bereits jetzt tut, und Alles, wofür gearbeitet haben, wäre umsonst gewesen.&lt;br /&gt;
Dazu sind die ersten unserer Karantellen an der Küste in der Nähe von Tupuran gelandet. Wenn erst die gesamten&lt;br /&gt;
Schiffe da sind, ist es zu spät. Noch einmal werden wir eine Flotte dieser Größe&lt;br /&gt;
nicht verheimlichen können. Dann wird&lt;br /&gt;
das Imperium gewarnt sein, und unsere&lt;br /&gt;
geplannte Aktion wird fehlschlagen.“&lt;br /&gt;
„Die Karantellen sind wieder da?“ fragte ki’Ansi verwundert. „So schnell hätte&lt;br /&gt;
ich sie nicht zurückerwartet.“&lt;br /&gt;
„Der Bote sprach davon, daß sie die&lt;br /&gt;
Transportschiffe im Endlosen Ozean&lt;br /&gt;
gestellt hätten. Auch ein Segelschiff, geführt von Kap’tess Aschmahal, war dabei.“&lt;br /&gt;
„Die Faust?“ ki’Ansi erbleichte: „Was&lt;br /&gt;
wollte die denn im Endlosen Ozean?&lt;br /&gt;
Dann brauchen wir uns nicht zu fragen,&lt;br /&gt;
warum der Schlächter so unerwartet auftauchte. Aschmahal muß N’ga informiert&lt;br /&gt;
haben, und die haben einfach gehandelt.“&lt;br /&gt;
Scaevola nickte: „Wir dürfen froh sein,&lt;br /&gt;
daß der Krieg in der Alten Welt sich gerade in einer heißen Phase befindet.&lt;br /&gt;
Sonst hätte der Schlächter mehr Truppen&lt;br /&gt;
mitgebracht, als wir hätten verdauen&lt;br /&gt;
können.“&lt;br /&gt;
„Was ist mit den Kindern?“&lt;br /&gt;
„Die sind an Bord der ersten Schiffe,&lt;br /&gt;
aber es wäre töricht, sie schon jetzt wieder zu ihren Eltern zu lassen. Nicht,&lt;br /&gt;
wenn gerade ein ungeplanter Aufstand&lt;br /&gt;
droht.“&lt;br /&gt;
„Verdammt!“, fuhr er fort. „So ein Bauernaufstand ohne Unterstützung durch&lt;br /&gt;
geschulte Truppen wird in einem Gemetzel enden. Wir müssen das unbedingt&lt;br /&gt;
verhindern.“&lt;br /&gt;
„Leichter gesagt als getan. Die Volksseele kocht, und der kleinste Anlaß wird&lt;br /&gt;
den Vulkan ausbrechen lassen.“&lt;br /&gt;
„Du hast doch sicher einen Plan, oder?&lt;br /&gt;
Ich meine... Du hast doch immer einen&lt;br /&gt;
Plan.“&lt;br /&gt;
Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij&lt;br /&gt;
„Nein! Diesmal habe ich keinen“, erwiederte Scaevola. Dann grinste er, als er&lt;br /&gt;
das entsetzte Gesicht des Magiers sah.&lt;br /&gt;
„Wir werden also machen, was wir in solchen Situationen immer machen.“ Er&lt;br /&gt;
zwinkerte ki’Ansi zu. „Wir werden improvisieren!“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Sie trafen sich inmitten in der Nacht.&lt;br /&gt;
Eigentlich war es immer Nacht, wenn die&lt;br /&gt;
Verschwörer zusammen kamen. Zu Beginn hatte sie Keller und Lagerhäuser in&lt;br /&gt;
Nova benutzt, doch diese Treffpunkte waren zu unsicher geworden. So hatten sie&lt;br /&gt;
sich angewöhnt, sich vor der Stadt in den&lt;br /&gt;
Plantagen zu treffen. Dort war es leichter,&lt;br /&gt;
Wachen zu postieren und bei Gefahr unerkannt zu entkommen.&lt;br /&gt;
Nur ein kleines Feuer erhellte den Versammlungsort. Viele Gestallten in langen&lt;br /&gt;
Roben, die Kapuzen tief in das Gesicht&lt;br /&gt;
gezogen, widmeten ihre Aufmerksamkeit&lt;br /&gt;
der flammenden Rede eines ihrer Mitbrüder: “... Wie lange ist unser geschätzter Anführer nicht mehr in unserem Kreise gesehen worden, frage ich euch? Ihr&lt;br /&gt;
alle kennt die Antwort: Monate. Wißt ihr&lt;br /&gt;
den Grund seiner Abwesendheit? Nein?&lt;br /&gt;
Ich kenne ihn auch nicht, aber wir alle&lt;br /&gt;
wi-sen, daß der Anführer uns nie im Stich&lt;br /&gt;
lassen würde, es sei denn er wäre tot oder&lt;br /&gt;
die Fremden hätten ihn gefangen genommen.“ Zustimmendes Gemurmel erklang&lt;br /&gt;
aus dem Kreis.&lt;br /&gt;
„Die Schakale vom Imperium“, fuhr er&lt;br /&gt;
fort, “haben kein Triumphgeheul angestimmt, also ist ihnen entweder nicht bewußt, wen sie in ihrer Gewalt haben, oder&lt;br /&gt;
sie wollen uns in Sicherheit wiegen, bis er&lt;br /&gt;
unter der Folter den Widerstand verraten&lt;br /&gt;
hat.“ Nun unterbrachen ihn zornige Rufe,&lt;br /&gt;
was ihn aber nicht aus dem Konzept&lt;br /&gt;
brachte. Er hob beschwichtigend die&lt;br /&gt;
Hände: „Auch ich bin mir sicher, daß der&lt;br /&gt;
Anführer tapfer unter der Folter geschwiegen hat. Aber für wie lange? Er&lt;br /&gt;
war auch nur ein Mensch und kein&lt;br /&gt;
Teufel, wie die Knechte des MAGHAN.&lt;br /&gt;
Wir müssen ihn rächen!&lt;br /&gt;
Daher sage ich:&lt;br /&gt;
RUFT ZU DEN WAFFEN UND&lt;br /&gt;
KOMMT DEM IMPERIUM ZUVOR!&lt;br /&gt;
AUF NACH DITHORNO!“&lt;br /&gt;
Er wußte, wie man eine Menge manipulierte. Seine Mitverschwörer fielen in&lt;br /&gt;
seinen Schlachtruf ein und wären sofort&lt;br /&gt;
losgestürmt, wenn nicht eine einsame&lt;br /&gt;
Gestalt am Rande der Menge begonnen&lt;br /&gt;
hätte laut zu applaudieren: „Ich darf Dir&lt;br /&gt;
gratulieren, mein Freund. Deine Rede hat&lt;br /&gt;
mein Herz bewegt. Nur für mein Andenken willst Du das ganze Volk opfern. Soviel bin ich doch gar nicht wert.“&lt;br /&gt;
In der Menge begann es zu rumoren.&lt;br /&gt;
Dort stand ihr Anführer. Der Mann, den&lt;br /&gt;
alle für tot gehalten hatten, stand einfach&lt;br /&gt;
so da und sprach zu ihnen: „Freunde!&lt;br /&gt;
Wollen wir siegen?“ Er wartete erst einmal die Rufe der Zustimmung ab, die erfolgten. “Werden wir siegen?“&lt;br /&gt;
Die bejahenden Rufe wurden mehr und&lt;br /&gt;
lauter.&lt;br /&gt;
„Nein! Das werden wir aber nicht!&lt;br /&gt;
Nicht, wenn wir wie eine Herde Yopoks&lt;br /&gt;
auf die Soldaten des Imperiums stürmen&lt;br /&gt;
und uns abschlachten lassen!“ Die Rufe&lt;br /&gt;
wurden zorniger.&lt;br /&gt;
„Der Ocelotl, der zu früh losstürmt,&lt;br /&gt;
wird sein Opfer verfehlen. Nur der Ocelotl, der Geduld hat und seine Beute belauert, wird fett werden.“&lt;br /&gt;
„Aber der zögerliche, der ängstliche&lt;br /&gt;
Ocelotl, wird hungern!“ ließ sich sein Opponent vernehmen. „Du siehst nicht so&lt;br /&gt;
aus, als ob Du unter der Folter besonders&lt;br /&gt;
gelitten hättest. Sag mir, oh wohlgeHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij&lt;br /&gt;
schätzter Anführer“, sein Stimme troff&lt;br /&gt;
vor Hohn, “sag mir, wo warst Du, während das Volk gepeinigt wurde? Dein Anspruch ist Geschichte. Wir brauchen keinen Feigling, wir brauchen einen Mann&lt;br /&gt;
der Tat, der uns in die Freiheit führt.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Dies war eindeutig eine Herausforderung. Kein Laut war nun zu hören, alle&lt;br /&gt;
waren gespannt auf die Erwiderung.&lt;br /&gt;
„Erst lobst Du mich in den Himmel,&lt;br /&gt;
dann redest Du von Feigheit, sprichst von&lt;br /&gt;
Taten“, die Stimme des Anführers war ruhig, doch energisch. „Ich aber spreche&lt;br /&gt;
von Untreue und Verrat. Ich will Dir und&lt;br /&gt;
auch euch allen sagen, wo ich war und&lt;br /&gt;
was mir widerfahren ist.“&lt;br /&gt;
Er holte tief Luft und begann: „Ich lag&lt;br /&gt;
die letzten Monate vergiftet auf meinem&lt;br /&gt;
Lager und wäre fast den Wind der Klingen geritten. Die Götter verschonten&lt;br /&gt;
mich, gaben mir Zeit, mein Aufgabe zu&lt;br /&gt;
beenden. Dieses Gift wurde mir von einer&lt;br /&gt;
Gruppe von Verschwörern geschickt, von&lt;br /&gt;
denen einer hier in unserer Mitte zu&lt;br /&gt;
finden ist!“&lt;br /&gt;
„Hast Du Beweise für so eine ungeheuerliche Beschuldigung? Wenn nicht, geh&lt;br /&gt;
uns aus den Augen. Aber beschmutzte&lt;br /&gt;
nicht unsere Ehre, denn keiner hier ist&lt;br /&gt;
ein Verräter.“&lt;br /&gt;
Der Anführer blickte nachdenklich auf&lt;br /&gt;
sein Gegenüber. Wie in Gedanken nickte&lt;br /&gt;
er und griff in seine Kutte. „Du hast das&lt;br /&gt;
Recht und sogar die Pflicht, Beweise zu&lt;br /&gt;
fordern. Ihr alle habt es. Und ihr sollt sie&lt;br /&gt;
erhalten.“ Nach eine kleinen Kunstpause&lt;br /&gt;
fuhr er fort: „Ich weiß, daß es ihn gibt,&lt;br /&gt;
den Verräter. Ich weiß jedoch nicht, wer&lt;br /&gt;
er ist.“&lt;br /&gt;
Spöttische Gelächter erschallte, doch er&lt;br /&gt;
fuhr fort: „Ich muß es nicht wissen, den&lt;br /&gt;
die Götter wissen es. Seht her!“ Er zog&lt;br /&gt;
aus seiner Kutte einen Dolch aus Obsidian hervor: „Von diesem Dolch hab ihr&lt;br /&gt;
alle gehört. &#039;Mákes1&lt;br /&gt;
 Zunge&#039; oder &#039;Mákes&lt;br /&gt;
Stimme der Wahrheit&#039; wird er genannt.&lt;br /&gt;
Er ist ein Teil der Geschichten, die ihr&lt;br /&gt;
euren Kindern erzählt und die schon die&lt;br /&gt;
Väter euer Väter erzählt bekommen haben. Diese Zunge wird den Verräter aufspüren, denn sie ist ein göttliches Werkzeug, und die Götter haben sie mir gesandt!“&lt;br /&gt;
Dann erhob er abrupt seine Stimme:&lt;br /&gt;
„Stimme der Wahrheit, in unseren Reihen ist einer, der bereit ist, das Land zu&lt;br /&gt;
verraten. Finde ihn, und führe ihn seiner&lt;br /&gt;
gerechten Strafe zu.“&lt;br /&gt;
Dann warf er den Dolch in die Höhe.&lt;br /&gt;
Dieser begann, wieder zu Boden zu fallen, drehte sich dabei mehrere Male, um&lt;br /&gt;
auf Kopfhöhe anzuhalten und dann horizontal, wie ein Boot oder ein Pfeil, zu&lt;br /&gt;
schweben. Die Menge hielt die Luft an,&lt;br /&gt;
manch einer griff unter der Kutte zu dem&lt;br /&gt;
einen oder anderen Amulett, das ihn&lt;br /&gt;
schützen sollte.&lt;br /&gt;
Der Dolch flog hierhin und dorthin,&lt;br /&gt;
verweilte kurz vor dem einen, dann vor&lt;br /&gt;
dem anderen Verschwörer. Dann verweilte er schwebend vor dem Anführer. Ein&lt;br /&gt;
zorniges Brummen ertönte, der Dolch&lt;br /&gt;
begann zu vibrieren, zog sich etwas zurück, um dann unsagbar schnell auf den&lt;br /&gt;
Anführer zuzufliegen. Kurz bevor Mákes&lt;br /&gt;
Zunge ihn berührte, flog der Dolch eine&lt;br /&gt;
leichte Kurve, und nur einen Herzschlag&lt;br /&gt;
später traf er sein Ziel. Das Herz jenes&lt;br /&gt;
Mannes wurde von der Klinge durchbohrt, der die ganze Zeit den Anführer&lt;br /&gt;
geschmäht hatte.&lt;br /&gt;
Dieser trat an die Leiche, zog den&lt;br /&gt;
Dolch aus der Brust und hielt ihn mit der&lt;br /&gt;
Rechten gen Himmel. „Die Götter haben&lt;br /&gt;
gesprochen, der Verräter hat seine gerechte Strafe erhalten. Nun laßt uns un1&lt;br /&gt;
 Máke: Chinche Held, Sinnbild für Redlichkeit und&lt;br /&gt;
Ehrenkodex&lt;br /&gt;
Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij&lt;br /&gt;
sere Heimat befreien!...“&lt;br /&gt;
Der Vertreter des Torréon, der die ganze Zeit still in den hinteren Reihen gestanden hatte, fiel in die lauten Jubelschreie mit ein. Einerseits war er froh,&lt;br /&gt;
noch am Leben zu sein, andererseits war&lt;br /&gt;
er voller Bewunderung. Sich auf so eindrucksvolle Art und Weise eines Konkurrenten zu entledigen und dabei noch seinen Führungsanspruch zu stärken, war&lt;br /&gt;
eine Tat, die höchste Anerkennung&lt;br /&gt;
verdiente.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
„Bist Du des Wahnsinns fette Beute?“&lt;br /&gt;
Der Magier schien gefallen an dem&lt;br /&gt;
Spruch gefunden zu haben. Kaum waren&lt;br /&gt;
sie in ihrem Unterschlupf angekommen,&lt;br /&gt;
begann ki’Ansi erneut, den ehemaligen&lt;br /&gt;
Protector auszuschimpfen. „Weißt Du wie&lt;br /&gt;
schwer es ist, versteckt in einem Maisfeld&lt;br /&gt;
einen Dolch in der Luft tanzen zu lassen,&lt;br /&gt;
ohne daß man gesehen wird? Weißt Du,&lt;br /&gt;
wie schwer es ist, dann ein von Dir willkürlich gewähltes Ziel zu treffen, vor allem, wenn Du Trottel das Zeichen so&lt;br /&gt;
gibst, daß ich es nicht sehen kann?“&lt;br /&gt;
„Ich war mir ganz sicher, es gibt nichts,&lt;br /&gt;
was Du nicht fertigbringst.“ Scaevola&lt;br /&gt;
lächelte seinen Freund an. „Und: Du hast&lt;br /&gt;
den Richtigen erwischt. Nichts anderes&lt;br /&gt;
zählt. Sobald der Hund, der am lautesten&lt;br /&gt;
bellt, schweigt, schweigt die Meute.“&lt;br /&gt;
„Zählt Gefasel nun zu Deinen neuen&lt;br /&gt;
Marotten, oder hast Du vor, eine Religion&lt;br /&gt;
zu gründen?“ erschallte eine dunkle&lt;br /&gt;
Stimme von oben aus dem Schatten der&lt;br /&gt;
Dachbalken. „Das Gegengift war wohl etwas abgestanden. Dein Verstand hat wohl&lt;br /&gt;
etwas darunter gelitten.“ Katzengleich&lt;br /&gt;
sprang die Gestalt, trotz der Kutte, die er&lt;br /&gt;
trug, nach unten.&lt;br /&gt;
„Schön, daß Du wieder da bist, Lupus“,&lt;br /&gt;
grüßte Scaevola, und der Magier nickte&lt;br /&gt;
dem vermeindlichen Mönch zu. „Gibt es&lt;br /&gt;
gute Neuigkeiten?“&lt;br /&gt;
„Die Kinder sind im Umland von Tupuran untergebracht. Es ist schon etwas&lt;br /&gt;
erschreckend, daß solch harte Kriegerinnen wie die Amazonen wie aufgeschreckte Hühner um die Kinder herumglucken.&lt;br /&gt;
Fehlen nur noch das ‚Dutzi-dutzi-du’ und&lt;br /&gt;
handgehäkelte Socken. Irgendwie erschreckend, das Ganze.“ Er holte tief Luft&lt;br /&gt;
und fuhr fort: „Deine Söldner sind mittlerweile gelandet und versuchen, in kleinen Gruppen nach Dithorno zu gelangen.&lt;br /&gt;
Es müßten schon mehr als ein Gott auf&lt;br /&gt;
unserer Seite sein, damit sie nicht vorzeitig entdeckt werden.“&lt;br /&gt;
„Wie lange werden sie brauchen, bis sie&lt;br /&gt;
hier sind?“&lt;br /&gt;
„Etwa 2 Wochen, vielleicht etwas&lt;br /&gt;
schneller. Aber genug davon“, er wandte&lt;br /&gt;
sich dem Magier zu. „ki’Ansi, hast Du sie&lt;br /&gt;
gefunden?“ grollte der Mönch und bezog&lt;br /&gt;
sich damit auf einen Teil des Abkommens, das sie geschlossen hatten. Er half&lt;br /&gt;
dem ehemaligen Protector und als Gegenleistung versuchte dessen Magier,&lt;br /&gt;
eine bestimmte Person aufzuspüren.&lt;br /&gt;
ki’Ansi schüttelte den Kopf: „Ich hatte&lt;br /&gt;
noch keinen Erfolg. Jedesmal, wenn ich&lt;br /&gt;
denke, ich hätte sie lokalisiert, legt sich&lt;br /&gt;
eine Art Nebel über meine magische&lt;br /&gt;
Sicht. Entweder ist sie sehr mächtig, oder&lt;br /&gt;
jemand will nicht, daß sie gefunden&lt;br /&gt;
wird.“&lt;br /&gt;
„Mach einfach weiter, mehr verlange&lt;br /&gt;
ich nicht!“ Er griff zu einem der drei&lt;br /&gt;
Becher, die inzwischen Scaevola gefüllt&lt;br /&gt;
hatte.&lt;br /&gt;
„Auf das Gelingen!“ prostete Scaevola&lt;br /&gt;
beiden zu. Ihm entging nicht, daß Lupus&lt;br /&gt;
erst Wein und Becher genau begutachtete, bevor er trank. ‚Berufskrankheit’,dachte Scaevola, und tat unbewußt&lt;br /&gt;
das Gleiche .&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij&lt;br /&gt;
„Verdammt nochmal! Dieser Hurensohn!“ Caligula war außer sich. Scaevola&lt;br /&gt;
und ki’Ansi sahen ihn nur fragend an.&lt;br /&gt;
„Der Schlächter hat einfach Chaniyuq&lt;br /&gt;
Khilran abschlachten lassen. Öffentliches&lt;br /&gt;
Vierteilen!“&lt;br /&gt;
Scaevola wurde bleich: „Den Senator?&lt;br /&gt;
Warum?“&lt;br /&gt;
„Khilran hat das Schwein öffentlich&lt;br /&gt;
kritisiert, hat dem Schlächter vorgeworfen, er würde zu brutal gegen die Bevölkerung vorgehen und willkürlich Strafexpeditionen anordnen, auch gegen Dörfer,&lt;br /&gt;
die niemals auch nur einen Strohhalm&lt;br /&gt;
gegen das Imperium erhoben hatten. Der&lt;br /&gt;
Mistkerl hat zugehört, den Senator angelächelt, ihn dann mit leiser Stimme einen&lt;br /&gt;
Verräter genannt und sofort standrechtlich hinrichten lassen.“&lt;br /&gt;
„Und der Senat?“, ließ sich ki’Ansi vernehmen.&lt;br /&gt;
„Hat feige geschwiegen. Jedenfalls hat&lt;br /&gt;
sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet. Gestern Abend ist die Nachricht&lt;br /&gt;
in N’ga Nova eingetroffen. Eine Patrouille&lt;br /&gt;
wollte eine kleine Gruppe auflösen, die&lt;br /&gt;
heftig über dieses Thema diskutierten.&lt;br /&gt;
Ein Wort gab das andere, dann hat dieser&lt;br /&gt;
Trottel von Codar den Befehl zum Angriff gegeben.“&lt;br /&gt;
Scaevola wurde bleich: „Weiter...“&lt;br /&gt;
„Die Patrouille hat es nicht überlebt.&lt;br /&gt;
Von überall kamen Leute der Gruppe zu&lt;br /&gt;
Hilfe und haben die Legionäre durch ihre&lt;br /&gt;
schiere Übermacht überwältigt. Danach&lt;br /&gt;
ist der blutdürstige Mob durch die Strassen N’ga Novas gezogen und hat die Zitadelle angegriffen.“&lt;br /&gt;
Scaevola sackte auf seinem Hocker&lt;br /&gt;
zusammen und vergrub den Kopf in seinen Händen. Doch nicht genug, der&lt;br /&gt;
Mönch war noch nicht zum Ende seiner&lt;br /&gt;
Erzählung gelangt: „Die fünf Centas dort&lt;br /&gt;
hatten sich verschanzt, und da sie keine&lt;br /&gt;
Chance sahen, sich solange zu halten, bis&lt;br /&gt;
der Entsatz aus Dithorno einträfe, haben&lt;br /&gt;
sie einen unerwarteten Ausfall gewagt&lt;br /&gt;
und versuchten, die Truppen aus N’ga&lt;br /&gt;
Nova zurückzuziehen. Sie kamen nicht&lt;br /&gt;
weit, haben sich aber tapfer zur Wehr&lt;br /&gt;
gesetzt. Das Phragotan-Feld ist Rot vom&lt;br /&gt;
Blut der Gefallenen. Es müssen mehr als&lt;br /&gt;
Dreitausend sein. Die meisten Bauern&lt;br /&gt;
und Tagelöhner. Wieder hat nur ihre&lt;br /&gt;
schiere Übermacht die Legionen bezwungen. Nach seinem Sieg ist der Mob&lt;br /&gt;
im Blutrausch weitergezogen, um auch in&lt;br /&gt;
Dithorno das Imperium zu vertreiben.&lt;br /&gt;
Und es werden immer mehr, je weiter sie&lt;br /&gt;
kommen.“&lt;br /&gt;
„Scylla wird seinem Namen alle Ehre&lt;br /&gt;
machen. Er wird die Leute abschlachten&lt;br /&gt;
lassen.“ Lucius sprang auf und begann,&lt;br /&gt;
wie ein eingesperrtes Tier auf und ab zu&lt;br /&gt;
laufen. “Verdammt! Es ist noch viel zu&lt;br /&gt;
früh!“&lt;br /&gt;
ki’Ansi hatte den ehemaligen Protector&lt;br /&gt;
noch nie so aufgebracht erlebt. Es gab&lt;br /&gt;
Zeiten, da hatte der Magier sich gefragt,&lt;br /&gt;
ob Scaevola überhaupt zu einem solchen&lt;br /&gt;
Ausbruch von Gefühlen fähig war, denn&lt;br /&gt;
stets blieb er ruhig und gelassen und behielt einen kühlen Kopf, war die Situation auch noch so verfahren. Doch nun...&lt;br /&gt;
Caligula Lupus blickte gespannte in die&lt;br /&gt;
Runde. Er war interessiert, wie der&lt;br /&gt;
Mann, den er eigentlich töten sollte und&lt;br /&gt;
den er unwissentlich gerettet hatte, mit&lt;br /&gt;
einer solchen Situation umgehen würde.&lt;br /&gt;
Scaevola blieb stehen. Er wirkte wieder&lt;br /&gt;
gefaßt. „Jammern hilf uns nicht weiter,&lt;br /&gt;
wir müssen handeln. ki’Ansi!“ Er blickte&lt;br /&gt;
den Magier an. „Schick den Söldnern eine&lt;br /&gt;
Nachricht. Ein Teil soll möglichst schnell&lt;br /&gt;
und unauffällig in der Nähe von Dithorno&lt;br /&gt;
Stellung beziehen, der andere Teil wie geplant in die Stadt einsickern. Danach&lt;br /&gt;
charterst Du den schnellsten Segler, den&lt;br /&gt;
Du finden kannst, schiffst Dich gen Tizio&lt;br /&gt;
Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij&lt;br /&gt;
ein und informierst die Agia.“ Dann&lt;br /&gt;
wandte er sich dem Mönch zu. „Deine&lt;br /&gt;
Leute sollen versuchen, herauszufinden,&lt;br /&gt;
wo der Schlächter plant, den Mob aufzuhalten. Wir müssen einen Hinterhalt hinter den Hinterhalt legen.“&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Eine der Regeln aus dem taktischen&lt;br /&gt;
Lehrbuch ‚Vom Kriege’, das allen Offizieren im Reich des Feuers steter Begleiter&lt;br /&gt;
ihrer Ausbildung war, lautet: „Weiß der&lt;br /&gt;
Gegner von Deinem Kommen, verweile&lt;br /&gt;
nicht untätig, und gib ihm so wenig Zeit&lt;br /&gt;
zur Vorbereitung, wie möglich.“&lt;br /&gt;
Das Problem mit einem Mob ist aber,&lt;br /&gt;
daß er solche Lehrsätze nicht kennt oder&lt;br /&gt;
sie ignoriert. Die ‚Söhne des freien Xidurias’ nahmen sich die Zeit, jeden reichstreuen Großgrundbesitzer auf ihrem Wege nach Dithorno persönlich zu besuchen. Beweise seiner Reichstreue waren&lt;br /&gt;
dabei nicht notwendig, es genügte Hörensagen, um einen Quam’de dem gerechten Zorn der Menge auszuliefern.&lt;br /&gt;
Nur wenige entkamen mit ihren&lt;br /&gt;
Familien der blutberauschten Menge.&lt;br /&gt;
Höfe und Plantagen brannten, Frauen&lt;br /&gt;
und Kinder schrien, und nicht wenige&lt;br /&gt;
Sklaven nutzten die Gelegenheit, sich an&lt;br /&gt;
ihren Mietern zu rächen und danach zu&lt;br /&gt;
fliehen.&lt;br /&gt;
So zog die grölende Menge durch das&lt;br /&gt;
Land. „Nach Dithorno“, riefen sie und&lt;br /&gt;
„Tod den Teufeln“. Und brauchten für die&lt;br /&gt;
Strecke doppelt so lange wie nötig gewesen wäre.&lt;br /&gt;
\&lt;br /&gt;
Die ‚Teufel’ handelten mit der Präzion,&lt;br /&gt;
für die ihre Legionen berühmt waren. Der&lt;br /&gt;
Bote, einer der Wenigen, die dem Gemetzel in N’ga Nova entkommen waren, traf&lt;br /&gt;
drei Tage nach dem Beginn des Aufstands in Dithorno ein. Marcus Tiberius&lt;br /&gt;
Scylla, D’ascas des Imperiums, Protector&lt;br /&gt;
der Provinzen, auch bekannt als der&lt;br /&gt;
Schlächter von Huanaca, reagierte in der&lt;br /&gt;
gewohnten Präzision und Härte. Alle Familien mit Einfluß und Macht, die potentiell dem Imperium schaden könnten,&lt;br /&gt;
wurden zusammengetrieben und beim&lt;br /&gt;
geringsten Anzeichen von Widerstand&lt;br /&gt;
niedergemetzelt. Die Generalmobilmachung war nach einem Tag abgeschlossen, dann verließen die Truppen Dithorno, um sich dem Feind zu stellen. Ihr Befehl war klar, eindeutig und eines&lt;br /&gt;
Schlächters würdig: keine Überlebenden.&lt;br /&gt;
Und so rückten die Legionen des&lt;br /&gt;
Reichs des Feuers in perfekter&lt;br /&gt;
Marschformation aus.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Apocalypse_Now&amp;diff=258</id>
		<title>Apocalypse Now</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Apocalypse_Now&amp;diff=258"/>
		<updated>2022-12-03T15:37:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, April 2007 „Nur die Toten haben das wahre Antlitz des Krieges gesehen“ (Plato) Der Lärm war ohrenbetäubend. „Mit ihren Trommeln, Muschelhörnern und Pfeifen aus Menschenknochen machen die Aufständischen mehr Krach, als eine ganze Legion, die in die Schlacht zieht!“, dachte der Centas Markus Gracchus und schaute in die Runde seiner Hastatt, die zum Gefecht in vier Reihen zu 25 Mann bereit stand. Die leichten Pilen wurden noch in der Hab-Acht-Stellung gehalten, da sich die vermeintlichen Gegner bisher in einem Waldstück verbargen, das auf einer Anhöhe lag. Dem Centas war unwohl, da er die Höhe hinauf angreifen musste und die Sonne seinen Legionären direkt in die Augen schien. „Es sind nur Chinche!“, ging es dem Centas durch den Kopf, „mit Macheten und Sensen, vielleicht ein paar rostigen Speeren und ein paar Jagdbögen.“ Trotzdem bedauerte es der Centas jetzt, das er keine Bogenschützen dabei hatte. Obwohl ihm aus dem Stab nach dem Vorfall mit dem Steuereintreiber eine Einheit angeboten worden war, hatte er dies als nicht notwendig abgelehnt. Ein Hastatt kampfgehärteter Veteranen aus der Alten Welt würde mit ein paar Rebellen kurzen Prozess machen, da hatte der Centas keinen Zweifel. Seit Wochen war er nun auf der Suche nach dem vermeintlichen Aufstand durch die Umgebung von Dithorno gezogen, doch ausser rostigen Macheten und ein paar Bögen, die die Einheimischen zur Jagd benutzten, hatten sie nicht das Geringste gefunden. Natürlich waren die Dörfer nicht erfreut darüber gewesen, das die Einheit sich aus den Schätzen des Landes bedienen musste, um ihre Versorgung sicherzustellen, doch die Versorgungslager für die Legion in Dithorno waren leer gewesen, bis auf ein paar Spinnweben. Dabei hatte die Einheit auch ein wenig Porzellan zerbrochen, wenn die Chinche ihren Wünschen nicht mit der notwendigen Eile und Sorgfalt nachgekommen waren. Doch die Befehle des D’Ascas Marcus Tiberius Scylla waren eindeutig, und wer war der Centas Markus Gracchus, diese in Frage zu stellen? Dann wurde ein Steuereintreiber der Legion überfallen und dieser mitsamt seiner ganzen Entourage niedergemetzelt. Markus Gracchus hatte die verstümmelten Leichen mit eigenen Augen gesehen. Man hatte ihnen die Geschlechtsteile abgeschnitten und ihnen ihn die vom Grauen offenen Münder gesteckt, die Augen ausgestochen und sie bis auf die nackte Haut ausgeplündert. Eine Horde abtrünniger Chinche, so wurde ihm von einem Meldereiter aus Dithorno gemeldet, und so machte sich das Hastatt mit einem einheimischen Führer auf den Weg, diejenigen zu verfolgen und zu bestrafen, die es gewagt hatten, die Hand an einen Vertreter des Imperators zu legen. \ „Bauernpack!“, sagte einer seiner Codar neben ihm leise, und Markus Gracchus zuckte nur mit den Schultern. Langsam schaute der Centas in die Gesichter seiner Veteranen, keiner verzog die Miene, ihre Blicke wurden gerade und sie reckten die Brust stolz nach vorne, wenn sie der Blick ihres Centas traf. Dann trat plötzlich Ruhe ein. Nur die erschreckten Tiere des Waldes brüllten noch laut und vernehmlich, während ein kühlender Luftzug über die angetretene Hastatt strich. Zwei Männer traten in Pilumreichweite aus dem Wäldchen und betrachteten die angetretenen Legionäre. Der eine schien uralt zu sein, so gebeugt und verrunzelt waren seine Haut und sein Antlitz. Er trug einen völlig verschmutzten Lendenschurz, und sein Körper und Gesicht war vollständig von schwarzen Tätowierungen bedeckt. Die wenigen verbliebenen Haare des Mannes schienen, vor Schmutz starrend, nach allen Seiten abzustehen. Er trug eine Maske aus einem grünen Material, wahrscheinlich Jade, an einem Band um den Hals gebunden. Die Maske war einem Krokodilsgesicht nachempfunden, und hier und dort blitze es auf, als wären Teile der Maske vergoldet. An einem weiteren Lederband trug er ein Messer in einer vergoldeten Scheide. Das runzlige Gesicht des alten Mannes war durch einen riesigen Jadepflock verunziert, den der Mann sich durch die Unterlippe getrieben hatte. Goldene Pflöcke steckten jeweils in den Ohrläppchen, die hierdurch unnatürlich verlängert waren. Der andere Mann war von größerer und athletischerer Gestalt. Er trug einen Anzug aus Adlerfedern. Auf dem Rücken waren die Schwingen eines Adlers angebracht. Die Füße steckten in kunstvollen Schuhen, die die Krallen eines Adlers nachbildeten. Am meisten beeindruckte den Centas jedoch die kunstvolle Maske des Kriegers, aus Holz und edlen Metallen gefertigt, in der Form eines riesigen Adlerkopfes. In den Händen trug der Mann eine riesige Keule aus Holz, die die Form eines Schwertes hatte und mit Obsidiansplittern besetzt war. Durch die Lippe und die Nase hatte sich der Mann ebenfalls riesige Pflöcke aus Gold getrieben. Durch die herunterhängende Unterlippe bekamen seine Züge einen verächtlichen und herablassenden Ausdruck. Dann trat noch ein Mann in einer schwarzen Kutte, deren Kapuze er tief in das Gesicht gezogen hatte, dazu. Der alte schmutzige Mann schien etwas zu sagen, was den Krieger zum Lachen reizte, und noch bevor der Centas einen Befehl geben konnte, verschwanden die drei Männer so rasch wieder im Unterholz, als wären sie Geister gewesen. \ „Was geht hier vor?“, fragte der Codar in der Schlachtreihe, sichtlich beunruhigt. „Ruhe im Glied!“, befahl Markus, doch auch ihm war nicht wohl bei der Sache. Dies waren keine Chinche gewesen, doch mit wem oder was hatte es die Legion hier zu tun? Plötzlich ertönte aus dem Wäldchen lautes Schreien und Wehklagen. Verwirrt drehte sich der Centas nach dem einheimischen Kundschafter um, denn er verstand kein Wort dieser verdammten Sprache, die von den Einheimischen gesprochen wurde. Doch der Kundschafter war verschwunden. „Wo ist dieser verdammte Chinche?“, rief der Centas, als plötzlich aus dem Wäldchen unzählige Männer heraussprangen und auf die in Kampfbereitschaft stehenden Legionäre wild gestikulierend und schreiend zuliefen. Es waren mit Sicherheit Einheimische, denn sie trugen die einfache Kleidung der Bauern, manche trugen nur einen Lendenschurz, als würden sie gerade von der Feldarbeit kommen. Doch hier blieb keine Zeit für lange Überlegungen, und so befahl der Centas instinktiv den Einsatz des Pilum im Wurf. Für einen Moment schienen die Reihen der Legionäre wie unter einer schweren Last zu ächzen und zu knarren, als die Segmentpanzer aus Metall in die Wurfstellung gebracht wurden und die Legionäre weit ausholten. Einhundert Pilen erhoben sich fast gleichzeitig in die Luft und krachten in die heranstürmenden Männer. Fast unmittelbar stellte sich der Erfolg ein, wie der Centas aus den Augenwinkeln beobachten konnte. Wer von den Männern nicht selbst von einem oder mehreren Pilen getroffen worden war, wurde durch Getroffene umgerissen. Die Masse der Angreifer hatte sich vor den Legionären in eine chaotische Ansammlung von verwundeten und sterbenden Männern verwandelt, während die Legionäre in ihrer eisernen, in vielen Jahren antrainierten Disziplin in einer Bewegung den schweren Pilum, den sie bisher in der Schildhand gehalten hatten, nunmehr in die rechte Hand nahmen. Einer der Männer fing an, mit seinem Pilum auf sein Schild zu hämmern, und die anderen Veteranen nahmen das Signal begeistert auf. Die Chinche, die noch standen, versuchten, zu dem Wäldchen zurückzulaufen, während der Centas bereits den Befehl zum Vormarsch gab. Laut auf ihre Schilde hämmernd, bewegte sich die Hastatt im Gleichschritt auf die überall am Boden liegenden Menschen zu, und als die Legionäre die ersten Toten und Verwundeten erreichten, wurden diese sofort mit den schweren Pilen niedergemacht. Todesschreie, Röcheln und der Geruch nach Blut, Erbrochenem und sich entleerenden Gedärmen erfüllte die Luft. Als die flüchtenden Überlebenden das Wäldchen erreichten, brach das Inferno über die heranmarschierende Hastatt herein. Wurfsteine, Pfeile und Lanzen, deren Spitzen aus Obsidiansplittern bestanden, regneten auf die überlebenden Chinche und die Legionäre herab. Da viele Legionäre noch damit beschäftig waren, die noch Lebenden niederzumachen, hatten viele ihre Schilde gesenkt, und so wurde die erste Schlachtreihe und ein Teil der zweiten durch den Umfang und der Gewalt des nun einsetzenden Beschusses überrascht und dezimiert. Legionäre wälzten sich am Boden und hielten sich den Kopf, wo sie faustgroße Geschosse getroffen hatten, manche Veteranen lagen am Boden und rührte sich nicht mehr, während ein langer gefiederter Pfeil oder ein Pfeil, fast so lang wie ein Pilum, nur mit Federn am Ende, in nicht geschützten Köpfen, Armen und Beinen steckten. Dumpf prallten die Steine, Pfeile und Speere auf die Schilde der verbliebenen Legionäre, die diese nun instinktiv vor ihre Körper hielten, um sich zu schützen. So plötzlich, wie der Beschuß begonnen hatte, wurde er beendet, und der riesige Adlerkrieger trat aus dem Unterholz. Dem Centas schien es, als breitete er seine riesigen Schwingen aus, als er etwas in unverständlichen Worten rief und mit seinem riesigen Holzschwert auf die Hastatt deutete. Dann brachen unzählige Krieger aus dem Wäldchen und rannten, schrille Kampfrufe schreiend, auf die dezimierte Hastatt zu. Manche der Krieger trugen lediglich einen Lendenschurz aus einem weißen Stoff, waren jedoch von oben bis unten mit grellen Farben bemalt. Andere trugen Tierkostüme und Masken, hier und dort war auch ein Krieger zu sehen, der eine Gewandung trug, die dem des Anführers glich. Die Krieger stürzten sich auf die Legionäre, und es dauerte nur wenige Augenblicke, und die noch stehenden Schlachtreihen der Legionäre wurden von der Gewalt des Angriffes durchbrochen oder von den fremden Kriegern einfach umgangen. Unzählige Einzelgefechte entstanden, in denen sich seine Legionäre mehrere Feinde auf einmal erwehren mussten, und Markus, der nun selbst mit dem Schwert in den Kampf eingriff und gerade einem wild schreienden, fast nackten bunt bemalten Krieger die Hand mitsamt seiner Keule abgeschlagen hatte, schrie noch: „In Kampfformation langsam zurückziehen!“ Doch der Ansturm der wilden Krieger war zu machtvoll und die Krieger zu zahlreich, - sie mussten der Hastatt um das fünffache überlegen sein - als dass die Legionäre, die bisher noch nicht gefallen waren, seinem Befehl noch hätten gehorchen können. Tränen schossen dem harten Mann in die Augen, als er seine Männer, seine Vertrauten und Freunde, seine Gefährten so vieler Schlachten, die er ehrenhaft für die Legion ausgetragen hatte, durch einen solchen feigen Hinterhalt hingemordet sah. Dann kämpfte der Centas um sein Leben, führte Stich und Hieb, durch Baumwollpanzer, zerschmetterte Lederschilde, schnitt in Fleisch und Knochen. Schließlich war kein Gegner mehr da. Von oben bis unten war der Centas mit seinem Blut aus vielen kleinen Schnitten und Wunden, die er im Kampf empfangen hatte, und dem Blut seiner Gegner besudelt und mit vor Anstrengung zitternder Hand und nach Luft ringend strich er sich das Blut aus den Augen. Die Krieger hatten einen Kreis um ihn gebildet, wo seine Männer waren konnte er nicht erkennen. Dann trat der riesige Adlerkrieger nach vorne und deutete mit seiner nun blutbesudelten Keule auf ihn. Er redete und fuchtelte dabei mit seiner Keule abwechselnd auf den Centas und den alten nackten schmutzigen Mann deutend, der verächtlich grinsend nun ebenfalls in den Kreis getreten war. Markus verstand von dem Kauderwelsch nur ein Wort: „Baba Croqua“. Er hatte von einem Veteran in Dithorno von den Toquateken gehört, die in den Mangrovensümpfen um Nga-Nova leben sollten, und die ihre Gefangenen ihrem grausamen Gott „Baba Croqua“ opferten, um sie danach mit Chili gewürzt aufzufressen. Er hatte die Worte des Veteranen für Aufschneiderei gehalten.Er hatte sich geirrt, und in den kalten Augen des alten Mannes, der offensichtlich ein Priester war, konnte er die Wahrheit lesen. Als der riesige Adlerkrieger mit erhobener Keule langsam auf ihn zutrat um ihn gefangen zu nehmen, fiel ihm die Entscheidung nicht schwer, schnell hob er sein Schwert und stürzte sich hinein. Er spürte, wie die Klinge für einen Moment an seinem Brustpanzer einen Moment zu warten schien, um dann in seine Brust einzudringen. Das letzte was er sah, war das überraschte Gesicht des Adlerkriegers und die vor Wut blitzenden kalten Augen des alten Mannes. Dann erschien ein helles Licht, bevor alles dunkel wurde. \ „Well, I was ordered to go in there and destroy the enemy. That was my job on that day. That was the mission I was given. I did not sit down and think in terms of men, women and children. They were all classifed the same, and that was the classification that we dealt with,just as enemy soldiers, Sir“ (Lt. William L. Calley, 1970 bei seiner Vernehmung zum Massaker in My Lai am 16.03.1968 in Vietnam, zitiert aus Harald Welzer, Täter „Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“, Büchergilde Gutenbeg) Angewidert stieg der neue Protector der Provinz des Reich des Feuers Xanathoria Inferior in das Badebecken in der hauseigenen Badetherme des Palastes. Das Wasser war angenehm temperiert, und eine wohlmeinende Seele hatte Blütenblätter in allen Farben auf die Wasseroberfläche gestreut. „Ich hasse Blumen!“ dachte der Protector. „Glaubt man hier ich sei verweichlicht, dekadent oder schwach?“ Aufseufzend ließ sich der Protector nach des Tages Mühen in das Wasser gleiten, doch seine Laune wandelte sich schlagartig, als eine riesige Xibixusblüte direkt an seiner Nase vorbeischwamm. Da kam sie wieder, die rote Flut und drohte ihn hinwegzuspülen. Er spürte, wie ein Teil seines Geistes seinen Körper verließ und plötzlich neben ihn im Wasser zu schwimmen schien. „Wer hat das angeordnet?“, fragte die Stimme neben ihm mit einem verächtlichen, drohenden und hasserfüllten Unterton. Eine Sklavin trat zitternd vor, denn inzwischen waren die Wutausbrüche des neuen Protectors legendär und hatten die Dienerschaft des Palastes bereits um mehrere Köpfe dezimiert. Die Todesarten, die der Protector für in seinen Augen ungehorsames Verhalten bereithielt, waren zahlreich, und nur mit dem Schwert hingerichtet zu werden, galt bereits als Gnadenerweis. Meistens ließ der Protector wenig Gnade walten, und so überlegten die Tischler, Zimmerleute und Sargmacher bereits fieberhaft, wo sie das viele Holz für die zahlreichen Kreuzigungen vor Dithorno noch herbeischaffen sollten. „Die edle Dame Ludmilla hat diese unwürdige Dienerin angewiesen, edler Herr“, keuchte die Sklavin mit zitternder Stimme. „So die edle Ludmilla also, ich werde…!“, hob der Protector an, als die genannte Dame, nur in einem durchsichtigen Ge-wand, das ihre aufreizenden Rundungen nur wenig verbarg, in den Baderaum rauschte. Wahrscheinlich rettete das Auf-tauchen der Dame der Sklavin das Leben, doch die Wolke des Zornes, die über dem Haupt des Markus Tiberius Scylla schwebte, war noch nicht verraucht, nur etwas gedämmt. „Oh, mein lieber Markus, hast du es dir schon bequem gemacht!“ rief die Dame, schlüpfte aus ihrem Gewand und stieg graziös in das Becken, um sich zu ihrem angebeteten Protector zu gesellen. Die ehrenwerte Ludmilla war die Ehefrau eines der ortsansässigen Händler und nunmehr Witwe, da ihr Ehemann versucht hatte, seine gut gehenden Geschäfte in Dithorno und Umgebung durch die Übergabe eines überaus großzügigen Gastgeschenkes an den neuen Protector zu erweitern. Leider hatte er nicht gewusst, das der neue Protector für Gastgeschenke oder Bestechungen unempfänglich war, und so hatte man den armen Mann gezwungen, die geschmolzenen Goldmünzen in noch kochendem Zustand zu sich zu nehmen, was ihm, nach den Schreien zu urteilen, die ihm ganzen Palast zu hören waren, nicht gut bekommen war. Ob die Dame Ludmilla erfreut über das Ableben ihres schon etwas ältlichen Gatten war, war letztlich nicht zu ermitteln, sie hatte es sich jedenfalls zur Aufgabe gemacht, dem Protector in jeglicher Hinsicht zu Diensten zu sein, und bisher waren dem neuen Protector die Annehmlichkeiten, die sich aus der kleinen Romanze ergaben, auch nicht unangenehm gewesen. Immerhin hatte er ja einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Zeit in den letzten Jahren in einer schmucklosen Zelle verbracht. Doch in den letzten Tagen fing die gute Dame an, ihren Ehrgeiz nicht nur auf gute Leistungen im Bett des Protectors zu beschränken, sondern sie machte sich zunehmend Gedanken um die räumliche Ausgestaltung des Palastes. So tauchten plötzlich in allen Räumen Kunstgegenstände und Blumen auf, und auch auf den Speisenablauf nahm die Dame einen nicht unwesentlichen Einfluss. „Du isst zu fett, mein lieber Markus!“ trällerte die Dame Ludmilla eines Abends und ließ ab da den Koch aus den fernen Landen, den der Protector von den Minen mitgebracht hatte, Salate und Fisch servieren. Doch der neue Protector hasste Fisch, Blumen und vor allem Salat. Diskrete Hinweise, sich doch die Einmischung in die Haushaltsführung des Palastes zu verkneifen, ließen die Dame völlig unbeeindruckt, und auch das große Sterben im Palast und in Dithorno, das seit der Ankunft des neuen Protectors eingesetzt hatte, vermochte nicht, den Elan der Dame Ludmilla in seine Schranken zu weisen. Die Dame Ludmilla besaß für ihr Alter (sie machte daraus ein Geheimnis und kicherte immer nur verlegen, wenn man sie darauf ansprach, sie gehörte bereits zu den mittleren Jahrgängen) noch einen beeindruckenden Körperbau und ließ sich täglich nach allen Regeln der Kunst, die einer Dame aus dem Reich des Feuers zur Verfügung standen, den Körper massieren und salben, und so kam es, dass ihre beeindruckenden Brüste, ihre prallen Schenkel und ihr ausladendes Po noch immer straff waren. Zwar war sie immer ausnehmend bunt geschminkt und sie achtete darauf, daß ihr Haar mit Henna immer rot gefärbt war, doch hatten die Jahre ihre verräterischen Spuren in den Problemzonen der Dame hinterlassen. Bisher hatte der Protector die Wonnen und Genüsse, die ihm diese reife Frucht im Bett geschenkt hatte, ausnehmend genossen. Doch nun kam die Dame eine beeindruckende Bugwelle vor sich herschiebend, auf den immer noch vor Wut kochenden Markus Tiberius Scylla zugeschwommen, selbstverständlich darauf achtend, ihre kunstvolle Gesichtsbemalung und das hochgesteckte Haar nicht mit Wasser zu benetzen. \ „Gefällt dir mein Arrangement, mein starker Hengst?“, säuselte die Dame und patschte mit ihren dicken Händchen in die Hände, worauf sich die Tür zur Badekammer öffnete, mehrere nackte Tänzerinnen in den Raum traten und sich lasziv zu den leisen Tönen einer Querflöte zu bewegen begannen, wobei sie besonderen Wert darauf zu legen schienen, dem Protector ihre jungen Brüste, knakkigen Hintern und ihre rasierten Venushügel zu zeigen. Trotz seines immer noch anhaltenden Zorns spürte der D’Ascas Markus Tiberius Scylla das Blut in seine Lenden schießen. Kichernd griff die Dame beherzt zum Geschlechtsteil des Protectors, ohne zu ahnen, dass dieser nicht Herr seiner Sinne war, und sofort biss der Hai, der sich im Badebecken befand, zu. „Oh, ich werde dir heute Nacht ungeahnte Wonnen....“, plapperte derweil die Dame ungerührt weiter, wobei sie den mächtigen Phallus des D‘Ascas streichelte. Dem Protector traten unterdessen vor Zorn und Wut die Augen aus dem Kopf, sein Gesicht wurde puterrot, die Adern an seinem Hals traten hervor. Als dann noch die Dame etwas unsanft an seinem Gemächte zupfte, kochte die Wut des Protector über. „Brutus“, kam die harsche Soldatenstimme aus dem Wasserbecken, „du würdest deinem D’Ascas einen großen Gefallen tun, wenn du ihn von dieser alten schleimigen Hexe befreien würdest.“ „Aber, aber mein Bärchen, wie redest du denn von deiner Zuckerschnecke, von deinem immer dir gehörenden Honigtopf“, raspelte die Dame weiter auf ihrem unerschöpflichen Vorrat an Süßholz, als aus dem Schatten die große breitschultrige Gestalt eines Legionärs trat, der als Leibwache des D’Ascas eingeteilt war. Obwohl es im Baderaum sehr heiß war und der Dampf in Schwaden nach oben stieg, trug der Legionär seine volle Rüstung, und der Schweiß lief ihm in Strömen über das finster dreinblickende Gesicht. Mit einer brutalen Bewegung seiner Schwerthand griff er nach unten in das Becken und zerrte die triefende Dame Ludmilla an ihrem Haarschopf aus dem Wasser. Dieser schien nun der Ernst der Lage aufzugehen, denn sie begann, hemmungslos zu schluchzen, und dicke Tränen verschmierten nun ihre Bemalung. Im Raum war es totenstill geworden. Die Tänzerinnen und anderen anwesenden Sklaven des Protectors schienen in ihren Bewegungen erstarrt zu sein. „Ich denke, meine Männer haben für ein williges Weib immer eine gute Verwendung, und wenn sie nicht mehr zu gebrauchen ist, hängt ihr sie an ein Kreuz, wie es im Reich des Feuers gute Sitte und Brauch ist“, erwiderte der Protector die Frage seines Legionärs, „sie wird den hiesigen Aasvögeln ein gutes Festmahl abgeben.“ Für einen kurzen Moment schien die Dame Ludmilla ihren Stolz zurückzugewin-nen, der einer Dame aus dem Reich des Feuers angemessen war. Mit einer heftigen Bewegung riss sie sich von dem riesigen Legionär los und trat nach dem Protector, wobei sie dessen Kopf um Haaresbreite verfehlte. „Du alter Ziegenbock“, schrie die Dame, als sei sie von Sinnen, „das ist also der Dank für meine Bemühungen, dein kleines widerliches Ding, das du zwischen deinen Schenkeln trägst, wieder zum Leben zu erwecken und.....“. Der harte Schlag des Legionärs in das Gesicht der armen Ludmilla riss ihren Kopf herum und sie stürzte hart auf den Boden, wo sie stöhnend liegen blieb. „Verzeiht einem alten Legionär, mein D’Ascas!“, knurrte Brutus, „es wird nicht wieder vorkommen“. „Sollte das noch einmal passieren, wirst du dir wünschen, neben der Dame Ludmilla gekreuzigt zu werden!“ sagte der Protector mit vor Wut unterdrückter Stimme. „Aber jetzt hinaus mit dir und mit dem Rest dieser verdammten Bande. Ich will allein sein.“ Das ließen sich die Anwesenden nicht zweimal sagen, Brutus schnappte sich die Dame Ludmilla, klemmte sich diese unter den Arm und die Tänzerinnen, Sklaven und der Musiker stürmten auf den Eingang zu. „Wartet“, befahl der D’Ascas und alle blieben wieder wie versteinert stehen, was dem Protector ein leises dämonisches Kichern entlockte. Eine der Tänzerinnen verlor die Kontrolle über ihre Blase und ein leises Plätschern war in der nun einsetzenden Stille das einzige Geräusch, bis auf das Gluckern des Wassers im Becken, in dem sich der Protector nun in der Fülle seiner Macht über Leben und Tod behaglich streckte. „Diese Kleine da, die mit der hübschen Tätowierung auf dem Bauch, wünsche ich heute nacht in meinem Gemach zu sehen“, sagte der D’Ascas, um sodann alle mit einer herrischen Handbewegung zu entlassen. Aufseufzend legte sich der Protector zurück, als ihm die Hibiscusblüte, die inzwischen am Beckenrand angekommen war, unangenehm in den Hals piekte. Sofort loderte die unbändige Wut des D’Ascas wieder auf, und er nahm die nasse Blüte und warf sie angewidert aus dem Becken. Die Blüte klatschte auf eine riesige Statue, an der sie aufgrund ihrer Nässe hängen blieb. Der D’Ascas zuckte zusammen, als er die Statue betrachtete. Sie war etwa zwei Meter groß und hatte dir Form eines aufrecht stehenden Drachen, aber mit mehreren Köpfen. Eine Hydra. Der Künstler, der diese Statue gefertigt hatte, musste über eine große Kunstfertigkeit verfügt haben, denn die Statue wirkte durchaus lebensecht. Jeder der fünf Köpfe hatte eine andere Physiognomie. Ein Kopf schien zu lächeln, ein anderer blickte grausam und grimmig drein, wieder ein anderer schien zu schlafen, der nächste blickte in die Welt als habe er große Schmerzen und der letzte schien zu weinen. Dem Protector war es in den letzten Wochen mehrmals so vorgekommen, als hätte sich jedes Mal, wenn er das Bad betrat, die Haltung und Stellung der Statue verändert. Etwas an der Statue löste bei Markus Tiberius Scylla ein Unbehagen aus, und zwar immer, wenn er ihrer gewahr wurde. Hatte er nicht gestern erst befohlen, dass die Statue aus dem Bad heraus und in einen anderen Winkel des Palastes gebracht werden sollte? Doch kaum hatte der Protector sich diese Gedanken gemacht, als ihn eine wohltuende Schläfrigkeit übermannte und er seufzend seinen immer schwerer werden Kopf am Beckenrand anlehnte, um seinen Gedanken nachzuhängen. Immer tiefer wurde die Müdigkeit…… \ „Scylla, Scylla wach auf, wenn die Wache kommt und dich so hier findet, ist es um dich geschehen“, sagte eine Stimme, die dem Protector bekannt vorkam. Aber, das war vor so langer Zeit gewesen. Der Mann, dem diese Stimme einst gehört hatte, war seit vielen Jahren tot. Scylla hörte sich antworten, verstand jedoch die Worte nicht, während sich sein Blick klärte. Er sah sich selbst in einer dunklen Ecke eines der weniger guten Viertel von Magramor im Schmutz der Straße liegen. Sein Gewand war beschmutzt und befleckt von Wein, Essensresten, Erbrochenem und übleren, unbekannten Substanzen. Ein strenger Geruch nach Alkohol, Schweiß und ungewaschenen Füssen ging von dem jungen Mann aus, der nun torkelnd versuchte, mit Hilfe des Freundes auf die Beine zu kommen. Eine riesige Ratte huschte vorbei, schnüffelte kurz und rannte quickend davon, als Marius, sein Freund, nach ihr trat. Der Protector erschrak. Was ging hier vor, wie kam er hierher? Er eilte auf Marius zu, doch seine Hand fuhr durch den treuen Freund hindurch, als er ihn an der Schulter berührte. Er erinnerte sich noch genau an diese Zeit, die er zu seinen schlimmsten Erlebnissen zählte. Markus Tiberius Scylla war aus wohlhabendem Hause, und sein Vater wollte, dass er eine große Karriere im Dienst des Imperators begann, um den Ruhm und die Ehre des Hauses Scylla zu mehren und letztendlich auch die Ansprüche seines dekadenten und habgierigen Vaters zu befriedigen. Doch das Verhältnis des jungen Scylla zu seinem Vater glich einer Hassliebe, was nicht nur etwas damit zutun hatte, dass der alte Scylla seine fleischlichen Genüsse gerne auch seinen eigenen leiblichen Kindern angedeihen ließ. Er hatte sich mit aller Gewalt, zu der er als Kind und Jugendlicher fähig war, gegen den Vater aufgelehnt, doch hatten alle Bemühungen, diesen von seinen ehrgeizigen Plänen abzubringen, nicht gefruchtet. Daher gab sich der Sohn allen denkbaren Genüssen und Ausschweifungen hin, die in der Hauptstadt des Reichs des Feuers zu erhalten waren, und derer gab es viele. So kam es bald, dass der junge Scylla in den Huren- und Spielhäusern einen ausgezeichneten Ruf besaß, seine Karriere in der Legion aber mehr als nur auf Messers Schneide stand. Letztlich war es nur der Protektion des alten Scylla zu verdanken, dass er nicht schon längst mit Schimpf und Schande aus der Legion gejagt worden war. \ „Lass mich in Ruhe, du bringst mich nicht zurück zu diesen Schindern“, gurgelte der junge Scylla und tastete nach seinem Dolch, während der Protector des Landes Xanathoria Inferior den Ereignissen zusah, die er vor so vielen Jahren im Wein- und Drogenrausch erlebt hatte und an die er sich nicht mehr erinnern wollte. „Du bist wie immer betrunken und nicht Herr deiner Sinne, du hast wieder die Ausgangssperre ignoriert und bist seit drei Tagen als fahnenflüchtig gemeldet“, sagte Marius und nahm Scylla grob am Arm, „diesmal werden sie dich nicht davonkommen lassen und auch dein Vater wird dich….!“, erwiderte Marius und sah plötzlich verwundert auf den Dolch, der in seinem Bauch steckte. Die Augen des Freundes weiteten sich, als er verwundert den Dolch betastete und ihn mit einem Ruck aus seinem Bauch zog. Sofort schoss ein Schwall Blut aus der tiefen Wunde, während Marius langsam zu Boden sank. Laut klapperte der Dolch auf das Pflaster der dunklen Gasse. Schwankend stand Scylla da und trat unschlüssig von einem Bein auf das andere. „Was habe ich getan?“, schrie Scylla plötzlich auf und wollte auf den Freund zueilen, als eine große, breitschultrige Gestalt aus dem Schatten der dunklen Gasse trat. Obwohl seine Sinne getrübt waren, konnte Scylla erkennen, dass der Fremde von Kopf bis Fuß von geschwärzten Metallplatten bedeckt war. Aus den Schulterstücken ragten lange schwarze Dornen, und selbst der Kopf und das Gesicht des Fremden waren von einem tiefschwarzen Helm bedeckt. Nur die Augen des Fremden glühten rot. In der Hand trug der Fremde eine riesige beidhändige Axt, deren Schneide zwar gut gepflegt war, aber von häufigem Gebrauch viele Scharten hatte. „Was glotzt du meine Axt an, ich weiß selbst, dass ich mir bald wieder eine neue schmieden muss“, grollte die Stimme des Fremden unter dem Helm hervor, und damit donnerte er die Axt mit der Klinge auf das Pflaster, so dass die Funken flogen. „Verdammt, wo ist nur dieses verfluchte Pferd!“, vernahm Scylla die Stimme des Fremden, die aus der Nähe eine Wirkung wie fernes Donnergrollen hatte, obwohl der Mann offensichtlich nur mit sich selbst sprach. „Wer bis du?“, keuchte Scylla. „Wer ich bin, will er wissen“, kicherte es unter dem Helm hervor, „wer könnte ich wohl sein?“ „Bist du der Imperator, der mich einer Prüfung unterziehen will?“ fragte Scylla mit zitternden Knien weiter. „Wenn du willst, bin auch der Imperator, wer immer das auch sein soll, wo ist nur dieses verdammte Pferd?“, überlegte der Fremde weiter, wobei das Glühen seiner Augen ein wenig zunahm. „In welchen Stall habt ihr es denn für die Nacht untergestellt?“, fragte Scylla ungerührt weiter, denn wenn dieser riesige Mann der Imperator war, der ihn prüfen wollte, musste er ihm jede Hilfe zuteil werden lassen, die er ihm geben konnte. Der tote Freund zu seinen Füssen war dabei völlig vergessen. „Ich habe es nicht untergestellt, das verdammte Vieh hat mich abgeworfen, als ich mit anderen Dingen beschäftigt war“, knurrte der Fremde und donnerte dabei wieder seine riesige Axt auf das Pflaster. Scylla hatte für einen Moment das Gefühl, dass der Boden unter seinen Füßen hin- und herwankte, und Putz und Mörtelstücke von den umliegenden Häusern prasselten auf ihn nieder. Der Mann vor ihm musste wirklich der Imperator sein, denn nur dieser verfügte, nach allem, was man von ihm wusste, über riesige Kräfte. „Es war auf einem großen Platz hier in der Nähe, ich glaube, dort stand ein Gebäude, das einem Theater glich, doch ich glaube, nun steht es nicht mehr“, sinnierte der Fremde weiter. „Ich weiß wo dieses Theater ist, ich bringe euch dorthin, man kann sich leicht in diesen engen und dunklen Gassen verlaufen, und man kann hier leicht in schlechte Gesellschaft kommen,“ sagte Scylla in jugendlichem Übermut. Für einen Moment glühten die Augen des Fremden nur ein wenig auf, als er erst sehr leise und dann brüllend zu lachen anfing. Wieder kam es Scylla vor, als würde sich die ganze Stadt Magramor unter ihm vor Pein schütteln. „Na, wenn ich mir euren Begleiter ansehe, Bursche, seid ihr hier die schlechte Gesellschaft“, sagte der Fremde, „doch wenn ihr es schafft, mich zu meinem Pferd zu bringen, werde ich euren Dienst reich belohnen!“ „So kommt!“ rief der Mann nach hinten, der einst Protector der Provinz Xanathoria Inferior werden sollte. Schweigend gingen sie durch die engen Gassen und erreichten schließlich den Ort, den Scylla als den vermutete, an dem der Fremde von seinem Pferd getrennt worden war. Ihm stockte der Atem, als er das Chaos und die Zerstörungen sah, die dort angerichtet worden waren. Scylla hatte den Eindruck, als habe die Stadt seit etlichen Tagen unter dem Beschuß mehrer Onagerbatterien gelegen. Eine Straße der Verwüstung ging durch die Häuser, und das Theater war völlig dem Erdboden gleich gemacht. Überall schrien Menschen in ihrer Pein, da sie mit gebrochenen Gliedern auf der Gasse lagen, hier und dort stürzten sich wie Fackeln brennende Opfer aus ihren Häusern. Verzweifelte Bürger versuchten, mit Eimern voller Wasser der vielen Brände Herr zu werden. In der Mitte des Infernos stand ein riesiges schwarzes Schlachtroß, wie sein Herr in schwarzes Eisen gehüllt und mit glühenden roten Augen, das jedem, der es wagte, ihm zu nahe zu kommen, mit Bissen und Tritten nachstellte. Immer wieder bäumte es sich auf, und seine Hufe schlugen riesige Funken. Sanft aber bestimmt drückte der riesige Krieger den vor Erstaunen mit offenem Mund dastehenden Scylla beiseite und trat an das riesige Tier heran. Als das Tier seinen Reiter erkannte, kam es sofort stolz angetrabt und legte seine riesige Schnauze auf den Arm des Mannes. „Was hast du dir nur dabei gedacht?“, sagte der Krieger zu seinem Schlachtroß und gab dem Roß einen derben Hieb mit seinem Panzerhandschuh in die Flanke. Das beeindruckende Tier nickte derweil heftig mit dem Kopf, als habe es jedes Wort verstanden, wobei ihm weißer Schaum aus dem riesigen Maul flockte. „Nun gut, ich habe dir eine Belohnung versprochen“, sagte der riesige Krieger nun zu Scylla gewandt. „Es war mir eine Ehre euch zu Diensten zu sein, Imperator, ab sofort werde ich mein Leben und mein ganze Kraft nur dafür verwenden, euch zu dienen. So gewaltig ist eure Macht, laßt mich euer niedrigster Diener sein“, sagte der Angesprochene und kniete vor dem riesigen Mann nieder. „Du glaubst also immer noch, ich wäre dein komischer Imperator“, sprach der Mann zu sich selbst, „und mein Diener willst du sein!“ \ Für einen Moment schien der Krieger zu überlegen, was er mit seinem Begleiter machen sollte, dann trat er vor und berührte ihn an der Schulter mit seinem Panzerhandschuh. Scylla war es, als lege sich ein schwarzer Schleier über seinen Geist, als die Hand des Mannes ihn berührte. Feuerräder und Bilder unglaublicher Zerstörungen entstanden vor seinem geistigen Auge. Flotten versanken im Meer, wenn der riesige schwarze Krieger auf schwarzen Wolken herankam, Burgen und Städte versanken in Trümmern, wurden von Blitzen und Hagelstürmen verwüstet, Heere von Winden hinweg gerissen, als wären sie Spielzeug. „Ja“, schrie Scylla, wie von Sinnen, „ich verstehe deinen Willen Imperator, laß mich dein williges Werkzeug sein, ich werde deinen Geist und deine Macht in die Welt hinaus tragen, niemand kann deinen Legionen widerstehen, ich bin dein Sklave!“ Dann keuchte Markus Tiberius Scylla, von einem Strom Energie getroffen, der aus der Hand des Kriegers an seiner Schulter strömte, noch einmal getroffen auf und stürzte in gnädige Bewußtlosigkeit. „Auch wenn ich nicht dein Imperator bin, armer Narr, wirst du einen Teil meiner Wut und meines Zorns ein Leben lang in dir tragen und Chaos und Verwüstung in die Welt bringen, denn jetzt bist du mein Werkzeug.“ Dann stieg der Reiter der Finsternis auf sein Pferd und setzte seinen Weg der Zerstörung unbeirrt fort. Seinen Diener hatte er bald vergessen. \ Scylla erwachte in den Armen einer alten Frau, die ihm einen feuchten schmutzigen Lappen um die Stirn gewunden hatte, und bahnte sich dann schwankend einen Weg in die Unterkunft seine Legion. Niemand dachte mehr daran, ihn zu bestrafen und alle schienen froh, daß er die Zerstörungen überlebt hatte. Wenn seine Kameraden erzählten, der Reiter der Finsternis sei über Magramor gekommen, lachte er nur. Er wußte es besser. Der Imperator MAGHAN hatte seinem Volk eine Prüfung auferlegt, und vor allem seinem unwürdigsten Diener. Ab diesem Tag schien es, als flogen Scylla alle Herzen zu, und niemand fragte nach seinem Kameraden Marius, den er umgebracht hatte. Alle dachten, er wäre auch dem Reiter zum Opfer gefallen, und nur Scylla habe wie durch ein Wunder überlebt. So arbeitete sich Scylla in der Legion wie ein Komet am Nachthimmel nach oben, und nur er wußte, warum ihm seine Männer in besonderer Treue bis zum Tod ergeben waren. Dass man seinen Vater eines Tages durch furchtbare Wunden entstellt in seinem Schlafgemach fand, schien eine furchtbare Tragödie zu sein. Niemand konnte sich vorstellen, dass der tapfere und von allen geliebte Markus Tiberius Scylla seinen Vater auf so grausame Weise gerichtet hatte. Niemandem wollte auffallen, dass die Einheiten, die von Markus Tiberius Scylla angeführt wurden, nie Gefangene machten und auch mit den Eingeborenen wenig Mitleid zeigten. Erst, als der von allen bewunderte Scylla Heerführer wurde, konnte die Gemetzel, die unter seiner Verantwortung in Huanaca begangen wurden, niemand mehr ignorieren, und so endete die Karriere des Feldherren in den Minen. \ Ruckartig erwachte Scylla in seinem Bad, und ein grauenhafter Schrei entwich seiner gepeinigten Seele, als er erkannte, wem er seinerzeit in Magramor die Treue geschworen hatte. Wieder löste sich sein Schatten von ihm, lag neben ihm im Badewasser und lachte ihn schallend aus. Für einen Moment schien es ihm, als stünde der riesige schwarze Krieger am Beckenrand und würde ihn stumm und mit glühenden Augen ansehen. Scylla blickte weg, auf die Statue der Hydra, und es kam ihm vor, als würden aus allen Augen der vielen Köpfe Tränen des Mitleids fliessen. \ „What the hell else is war than killing peoble?“ (Lt. William L. Calley, 1970 bei seiner Vernehmung zum Massaker in My Lai am 16.03.1968 in Vietnam, zitiert aus Harald Welzer, Täter „Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“, Büchergilde Gutenbeg) Valerius hatte alle Mühe, den Hengst zu zügeln. Panisch tänzelte das Pferd hin und her, beunruhigt von den Blitzen und dem Donner, der durch das schwere Unwetter verursacht wurde, das gerade über Dithorno hinweg zog. Immer wieder klopfte Valerius dem Tier beruhigend auf den Hals, doch der Hengst spürte den heimatlichen Stall, und wahrscheinlich nagte auch der Hunger an ihm, denn die Pflanzen und das Gras in diesem verfluchten Land hatten für Pferde keinerlei Nährwert und konnte von ihnen nicht verdaut werden. Heu und Hafer für die Pferde der Legion mussten für viele Goldstücke aus fernen Landen herbeigeschafft werden. Der Centas und sein Pferd waren bis auf die Knochen durchnässt, und noch immer ging ein leichter Regen nieder. Das ehemals strahlende Dithorno wirkte nun in den Abendstunden grau und schmutzig unter den schwarzen dikken Wolken. Krachend entlud sich ein Blitz und schlug in einen der wenigen verbliebenen Bäume ein, die noch nicht von den Legionären zur Herstellung der unzähligen Kreuze gefällt worden waren. \ „Ruhig, mein Dicker, ruhig!“, redete Valerius weiter auf sein Pferd ein, das sich erschrocken aufbäumen wollte. Knatternd und prasselnd fing der Baum Feuer, und die Luft war erfüllt von fremdartiger Energie und Gerüchen. Schließlich beruhigte sich der Hengst und kam schwer atmend zum stehen. Weißer Schaum flockte aus seinem Maul, und immer wieder zerrte das Tier mit der Zunge an der Trense. Seit einer Woche war der Centas im Auftrag des Feldherren Scylla unterwegs, um die Geschehnisse um die gesamte Vernichtung einer Hastatt wenige Tagesreisen entfernt von Dithorno zu untersuchen. Was der Centas auf der Todesstatt der Hastatt vorgefunden hatte, gab großen Anlaß zur Besorgnis. Man hatte die Legionäre bis auf den letzten Mann niedergemacht, ihnen die Köpfe abgeschnitten, diese gekocht und die blanken Schädel auf einen großen Haufen zusammengelegt. Die Körper der Männer, ihre Ausrüstung, ihre Waffen, waren verschwunden. Auf dem Schlachtfeld hatte Valerius mehrere verwesende Körper der Einheimischen gefunden. Viele waren offensichtlich den Pilen der Legionäre zum Opfer gefallen, manche waren jedoch von grausamen Wunden entstellt, die nicht von Schwertern oder Pilen der Legion stammen konnten. Valerius hatte seine Zweifel, ob diese grausige Tat von den Chinche, die den Großteil der einheimischen Bevölkerung stellten, begangen worden war. Zwar war es nur eine Hastatt gewesen, die dort ihren Tod gefunden hatte, doch der Centas Markus, der die Einheit angeführt hatte, galt als erfahrener und umsichtiger Mann, den man nicht so einfach in eine Falle führen konnte. Zudem hatte die Hastatt fast vollständig aus erfahrenen Veteranen bestanden. Valerius bedauerte, dass der D’Ascas Markus Tiberius Scylla mit solcher Härte gegen die Einheimischen vorging, doch sah er die vom Feldherren inzwischen veranlassten Maßnahmen als notwendig an. Als der D’Ascas seinerzeit in Dithorno angekommen war, hatte er eine dekadente und leichtfertig geführte Provinz des Reichs des Feuers vorgefunden. Der Protector Lucius Scaevola argens, den zu verhaften sie den Auftrag hatten, war nicht auffindbar und geflohen. Wo er sich vor seiner gerechten Bestrafung durch den neuen Protector verbarg, war bisher nicht zu ermitteln gewesen, obwohl man auf seinen Kopf eine beachtliche Belohnung ausgesetzt hatte. Sodann mussten der neue Protector und Valerius feststellen, daß die Lagerhäuser der Legion in der ganzen Provinz Xanathoria Inferior geleert waren, und so waren es die Verwalter der Lagerhäuser, die als erstes ihr unwertes Leben am Kreuz aushauchten. Vorher hatte man sie allerdings tüchtig gefoltert, um den Aufenthaltsort des Nachschubes für die Legion zu ermitteln. Ihren Beteuerungen, dass der ganze Nachschub von Lebensmitteln, Waffen, Tschubac und allen anderen Erzeugnissen des Landes fristgerecht auf Wunsch des ehrenwerten Esrat Ko für den Krieg in der alten Welt verschifft worden waren, wurde vom neuen Protector keinerlei Glauben geschenkt. Doch für die Legion bedurfte es voller Lagerhäuser, wenn diese, wie es der Auftrag des Imperators vorsah, Ruhe und Ordnung in der Provinz wiederherstellen sollten. Doch der neue Protector wollte nicht warten, bis die Lagerhäuser der Legion durch ehrlichen Handel mit den Einheimischen wieder gefüllt waren. \ Er war hier, um den Willen des MAGHAN zu erfüllen, und der Wille des Imperators war nach der Meinung des D’Ascas Markus Tiberius Scylla, jede subversive Tätigkeit gegen den Souverän sofort unbedingt und blutig niederzuwerfen. So bekamen die ausgesandten Hundertschaften den Auftrag, sich auf der Suche nach den vermeintlichen Rebellen, die den Herrschaftsanspruch des Reich des Feuers in der Provinz Xanathoria Inferior in Frage stellten, von den Früchten des Landes zu ernähren. Natürlich nahmen die Legionäre dies zum Anlaß, sich mehr zu nehmen, als nur die erforderliche Nahrung für den nächsten Tag. Sie plünderten die Dörfer auf ihrem Weg aus, vergewaltigen und mordeten die Einheimischen, wenn sie ihren Wünschen nicht sofort und unabdingbar Folge leisteten und hinterließen eine Spur der Verwüstung in der Provinz. Valerius hatte Dörfer gesehen, die von Einheiten aus dem Reich des Feuers heimgesucht worden waren, und diese ähnelten erschreckend denen, die er seinerzeit als Beauftragter des MAGHAN in Huanaca gesehen hatte. Damals hatte er den Auftrag, dem Gemetzel, das der D’Ascas Markus Tiberius Scylla angeordnet hatte, Einhalt zu gebieten. Er hatte ihn schließlich in seinem Befehlszelt gestellt und unter Mithilfe des Centas Maximus verhaftet, um ihn in die Minen von Follocia zu verbringen. Unruhig griff er nach er seiner Augenklappe. Damals hatte er im Kampf mit dem wie von Sinnen sich wehrenden Scylla sein linkes Auge verloren. Doch diesmal hatte ihn der Imperator in seiner Gnade und Güte dem D’Ascas als Aufpasser zur Seite gestellt. Valerius spürte ein leichtes Unbehagen, wenn er an die geplünderten Dörfer dachte, die geschändeten und an ihre Haustüren genagelten Frauen, die Männer, die man als Abschreckung an Kreuze hängte und die Kinder und Säuglinge, die die enthemmten Legionäre in die Brunnen der Dörfer warfen oder lebendig begruben. Valerius konnte kein Unrecht bei allen diesen Taten spüren. Wie kamen diese elenden Bauern dazu, an der Macht des Imperiums zu zweifeln? Wie konnten sie es wagen, dem Vertreter des Imperators in dieser Provinz die Herausgabe von Nahrung zu verweigern, und wie konnten sie auch nur daran denken, dass sich der MAGHAN diese reife Frucht aus den Händen nehmen lassen würde? Nur unter der starken Hand und Führung des Reiches des Feuers waren diese ungehobelten Bauern in der Lage, zu überleben. Nur die Segnungen des Imperiums garantierten, dass diese armseligen Wichte ihr jämmerliches Dasein in diesem Land weiterfristen konnten. Schließlich erwachte der Centas Valerius mit einem Ruck aus seinen schwermütigen Gedanken. \ Aufstöhnend griff er in seine Tasche und zog die Plakette heraus, die ihm der Imperator zur Erfüllung seiner Aufgaben einst überreicht hatte. Die Platte glühte in unerträglicher Hitze und brannte sich durch die schweren Handschuhe, die Valerius trug. Überrascht schrie Valerius auf und ließ die Plakette fallen. Zischend fiel sie auf noch feuchten Boden und verging in einer dünnen Rauchwolke, die nach oben stieg. Beißender Qualm drang dem Centas in die Nase, und ihm wurde übel. Plötzlich war es ihm, als würde sein Geist von einer quälenden Last befreit. Aufstöhnend griff er sich an die Schläfen, so sehr schmerzte sein Schädel. Wieder vermeinte er für kurze Zeit, einen leichten Geruch nach verbranntem Sandelholz zu vernehmen, wie er ihn bereits beim überraschenden Tod des fetten Kommandanten der Minen zu riechen geglaubt hatte. Nachdem er sich erholt und sein wieder unruhig tänzelndes Pferd beruhigt hatte, stellte er überrascht fest, das in seiner Tasche eine neue Plakette des Imperators ihren Platz gefunden hatte. Nur die verbrannten Handschuhe und Finger überzeugten den Centas, dass das, was gerade geschehen war, kein Traum gewesen war. \ Als Valerius auf die schaurige Szenerie blickte, die sich vor den Toren der Stadt Dithorno darbot, konnte er nicht glauben, dass er bisher daran mitgewirkt hatte. Welche Schuld hatte er auf sich geladen, im Glauben, das Beste für das Imperium zu wollen? Auf allen Straßen, die von Dithorno in alle Richtungen abgingen, standen unzählbare Kreuze. \ „Die Straße der Kreuze, wie damals in Huanaca“, keuchte Valerius voller Entsetzen auf. Valerius sah noch lebende Gekreuzigte, die mühsam versuchten, die wenigen Regentropfen zu erhaschen denen sie habhaft werden konnten. Es war nicht möglich, die Kreuze zu zählen. Die ganze Stadt schien von einem Wald von Kreuzen umgeben zu sein. Vorsichtig gab der Centas seinem Pferd die Sporen und ritt langsam weiter. Kreuz um Kreuz, mit gepeinigten und geschundenen Leibern. Viele schon tot, von der Last ihrer Körper erdrückt. Manche waren offensichtlich erstickt worden, ihre Zungen und Augen, sofern sie noch nicht von den Vögeln ausgepickt waren, hingen und quollen weit heraus. Valerius erinnerte sich, das einer der Codar in Dithorno vor ein paar Tagen lachend erzählt hatte, das viele Reiche aus Dithorno viel Gold dafür bezahlten, das man ihren Angehörigen die Leiden des langsamen Todes am Kreuz ersparte, indem die Schergen sie vorher erdrosselten. Manchen hatte man auch Nägel in Füße und Hände getrieben, andere hatte man gekreuzigt und dann verbrannt, so dass nur noch schwarze Bündel an den Kreuzen hingen. Wieder zuckte ein Blitz über den schwarzen Himmel und ein Donner ertönte, als ob die Götter den grausigen Anblick missbilligten. Die Luft um Dithorno war trotz des schweren Regens kaum zu atmen, so intensiv war der süßliche Geruch der Verwesung. Nur mühsam unterdrückte der Centas seinen Brechreiz, er, der schon so viele Schlachtfelder gesehen hatte. \ Als der Centas die Stadt erreichte, traute er seinen Augen nicht, so hatte sich das schöne Dithorno verändert. Am Waschhaus, wo noch vor wenigen Wochen das Lachen der Waschweiber erklungen war, hatten Legionäre Pfähle in den Boden getrieben, an denen sie Unglückliche angekettet hatten. Manche ihrer Opfer wurden mit glühenden Zangen und Eisenstangen traktiert, andere wurden unter Gelächter der Legionäre mit Stöcken oder Peitschen verprügelt. Aus einem Gasthaus hatten Legionäre ein Bordell gemacht, aus dem nun wilde und ungewaschene Gesellen eine nackte Frau vor sich hertrieben, wobei sie ihre Tuniken hoben und dabei obszöne Bewegungen machten. Die Frau stürzte kurz vor dem Pferd des Centas zu Boden und bevor Valerius reagieren konnte, zog einer der Legionäre seinen Dolch und schnitt der Frau kurzerhand die Kehle durch. Die betrunkenen Legionäre schienen den Centas überhaupt nicht wahrzunehmen, und laut brüllend vor Vergnügen schlugen sie dem Mörder auf die Schultern und kehrten zu ihrem grausigen Tagwerk in das Bordell zurück. \ An viele Hauswände hatte man Parolen geschmiert: „Hier wohnte ein Verräter am Imperator, er schmückt nun ein Kreuz“, oder „Die Dame des Hauses hat sich geweigert, dem Codar Marius ihre Schenkel zu öffnen. Jetzt öffnet sie ihre Schenkel für eine ganze Hastatt im Bordell Blume des Feuers“, oder „Der Händler Vincenco hat den Protector betrogen, jetzt schmachtet er sein Dasein ohne seine behände Zunge und seine Augen“. Valerius spürte das erste Mal seit Wochen wieder das Verlangen nach einem kräftigen Schnaps und ihm zitterten die Knie, als ihm bewusst wurde, das er an dem Grauen, das in Dithorno und in der ganzen Provinz Xanathoria Inferior eingezogen war, tätigen Anteil genommen hatte. Nie hatte er die menschenverachtenden Befehle des D’Ascas angezweifelt, mit stolzgeschwellter Brust hatte er die Befehle des D’Ascas zur Plünderung der Provinz mitgetragen und die hierzu nötigen Befehle erteilt. \ Schließlich erreichte der Centas den Palast des Statthalters und stieg müde von seinem Pferd, das er einem herbeieilenden Knecht zur Pflege überließ. Langsam betrat er den Palast, der ihm nun wie der Vorhof der Finsternis erschien. An den Mauern hingen Eisenkörbe, in denen lebende oder schon tote Menschen langsam vor sich hin siechten. Manche streckten ihre Hände flehentlich nach dem Centas aus. „Erbarmen, Gnade, einen winzigen Schluck Wasser, Herr!“, wurde ihm von allen Seiten entgegengemurmelt. Vorsichtig tastete Valerius nach seinem Schwert, als er den Palast des Protectors betrat. Die wenigen Legionäre grüßten ihn ehrerbietig, denn immerhin galt er, obwohl nur ein Centas, als zweiter Mann hinter dem Protector. Valerius durchschritt einen weiteren Empfangsraum und gelangte in den Audienzraum des Palastes. \ Was er dort erblickte, erschütterte ihn zutiefst. Der ehemals stolze Protector und D’Ascas des Reichs des Feuers, Markus Tiberius Scylla, saß auf einem steinernen Sitz aus schwarzem Gestein, den man in der Zeit, in dem der Centas abwesend gewesen war, hier aufgebaut hatte. Verschwunden war die einstige bescheidene Ausstattung des Vorgängers. Die ehemals weißen Wände aus Marmor hatte man mit schwarzen oder blutroten Wandbehängen verhängt, die das Wappen des Reich des Feuers zeigten. Überall waren die Wände mit Blut verkrustet. Die kostbaren Mosaike am Boden starrten vor geronnenem Blut und anderen widerwärtigen Substanzen und waren kaum noch erkennbar. Unübersehbar jedoch war die Veränderung, die mit dem Protector vorgegangen war. Der Körper des Mannes wurde durch eine unförmige schwarze Rüstung verdeckt, die nicht den Vorschriften der Legion entsprach. Auf den Schulterstücken des schweren Panzers hatte sich der D’Ascas lange Metalldornen anschmieden lassen, auf denen, wie Valerius erschreckt feststellte, der Kopf eines Mannes baumelte. Valerius erkannte das Haupt als den Kopf des Wirtes, den sie einst aus der Herberge bei den Minen mit hierher gebracht hatten. Um den Thron herum standen sechs Männer der Leibgarde des Protectors, die den Centas grimmig anblickten. Der Blick des D’Ascas war abwesend, und manchmal schien er bestätigend oder verneinend zu nicken, als sei er im Zwiegespräch mit einer anderen Person in seiner Nähe. Die Augen wirkten verschleiert. Langsam klärte sich aber sein Blick, und er legte den Kopf schief und blicke Valerius lauernd an. Noch immer konnte Valerius nicht den Blick von dem schaurigen Kopf auf der Schulter des Protectors nehmen. Langsam folgte der Kopf von Scylla der Blickrichtung des Centas und als ihm bewusst wurde, was Valerius anblickte, fing er schließlich an zu kichern. \ „Ihr fragt euch wie der Kopf des guten Wirtes auf diesen schaurigen Dorn kommt, lieber Valerius?“ fragte der Protector, „nun, er hat es gewagt, mir eine versalzene Suppe vorzusetzen, vielleicht war er in die gute Ludmilla verliebt, die, wie man mir berichtet hat, nun meine Männer mit ihrer feurigen Vulva erfreut! Ist das nicht ein guter Witz, ihre feurige Vulva!“ Dann fing der D’Ascas wieder an, hemmungslos zu kichern. „Lacht gefälligst mit!“, schrie Scylla plötzlich, und seine Augen bekamen einen drohenden Glanz. Irgendwie schien es dem Centas ratsam, ein gezwungenes Lachen von sich zu geben, und da auch die anwesende Leibwache nun dröhnend in das Gelächter des wahnsinnig gewordenen Protectors einfielen, schien diesem das gezwungene Lachen von Valerius nicht weiter aufzufallen. So plötzlich, wie Scylla das Lachen eingefordert hatte, gebot er mit einer herrischen Handbewegung Ruhe. Sofort schwiegen die Soldaten der Leibwache und Valerius. \ „Berichtet!“, befahl der D’Ascas, und Valerius trug seinen Bericht über die Vernichtung der Hastatt und seinen Verdacht hinsichtlich der Beteiligung einer anderen, noch nicht bekannten Macht, dem Heerführer vor. Als Valerius geendet hatte, schwieg der D’Ascas für ein paar Minuten, und wieder hatte Valerius das Gefühl, als würde dieser stumme Zwiesprache mit einer anderen Person halten, die Valerius aber nicht sehen konnte. \ „Ihr wagt es!“, schrie der Protector plötzlich auf, und seine Züge verzerrten sich zur Unkenntlichkeit. Seine Augen schienen aus dem Kopf zu treten, und weißlicher Schaum sprühte von seinen Lippen, sein Kopf lief vor Zorn rot an, „man hat eine Hastatt des Imperators niedergemetzelt und das einzige was ihr mir berichtet könnt, sind Vermutungen und Verdächtigungen! Was habt ihr veranlasst, wie viele dieser unwerten Einheimischen habt ihr durch meine glorreichen Legionäre hinrichten lassen, wie viele Dörfer habt ihr zur Strafe niederbrennen lassen? Ich fordere, dass für jeden meiner Männer sofort einhundert dieser verdammten Bastarde hinzurichten sind, und wenn ihr keine Bäume mehr findet, um daraus Kreuze zu machen, dann nagelt diese Aufständischen an ihre Hauswände, tötet ihre Frauen, vernichtet sie, zermahlt ihre Knochen und streut sie auf ihre verdammten Felder!“ \ Durch seine maßlose Wut angetrieben, hatte sich der Protector halb von seinem steinernen Thron erhoben, auf den er sich nun mit vor Anstrengung hochrotem Kopf niedersinken ließ, wobei der Kopf des unglücklichen Kochs grausig hinund herwackelte. Valerius war sprachlos. Die Wut, der unbändige Zorn und der Wahnsinn, der in den Augen des Feldherren flackerte, machte ihn sprachlos. Für einen kurzen Moment wog er seine Chancen ab, das Schwert zu ziehen und dem Wahnsinnigen im Namen des Imperators den Kopf abzuschlagen. Doch nie würde er lebend an der dicht um den Thron stehenden Leibwache vorbeikommen. Was es auch immer gewesen war, durch welche Magie oder Zauberkunst es dem Feldherren Markus Tiberius Scylla möglich gewesen war, Valerius zu seinem treuesten Untertan zu machen, war verflogen. Valerius erblickte auf diesem Thron nur einen wahnsinnigen Despoten, der alles andere als die Interessen des Imperators in dieser Provinz vertrat. Valerius konnte sich denken, das jeder Einspruch gegen den gerade ergangenen Befehl des verrückten Protectors dazu führen würde, das sein Kopf umgehend neben dem Koch auf einem noch freien Dorn plaziert werden würde. \ „Jawohl, ich werde eure Befehle sofort umsetzen und mit einer Hastatt unserer glorreichen Legion zum Ort des Verbrechens zurückkehren, um zehntausend Einheimische hinrichten lassen. Für jeden getöteten Legionär hundert Chinche, wie ihr es befehlt!“ sagte Valerius im brutalsten Befehlston, der ihm in dieser Situation angemessen schien. Wenn nur ein weniges fehlging, und der Protector spüren würde, das er diesen unsinnigen Befehl nicht beabsichtige umzusetzen, wäre sein Leben sofort verwirkt. \ Wieder schien der D’Ascas einer inneren Stimme zu lauschen, wobei er den Kopf leicht geneigt hielt. Dann wedelte er angewidert mit der linken Hand und entließ den Centas. Valerius drehte sich um und ging eiligen Schrittes, ohne sich noch einmal umzusehen, aus dem Palast. Er stieg auf ein Pferd und verließ die finstere Stätte, zu der Dithorno unter der Herrschaft des D’Ascas Scylla geworden war. Irgendwo musste sich Lucius Scaevola Argens aufhalten, und vielleicht wusste der ehemalige Protector einen Weg, wie man das Blutbad aufhalten konnte. Während er sich mit seinem frischen Pferd auf die Straße nach Nga-Nova begab, fühlte sich Valerius seit langer Zeit wieder frei, und erneut spürte einen leichten Geruch nach Sandelholz, der ihm in die Nase stieg. \ „Ich weiß nicht, Imperator, was dich bewogen hat, dem D’Ascas Markus Tiberius Scylla eine zweite Chance zu geben, und ich will auch nicht deine Weisheit anzweifeln, doch was immer deine Pläne waren, dies kann nicht dein Wille sein!“, murmelte Valerius bei seinem scharfen Ritt, während er an unendlich vielen Gekreuzigten vorbei ritt. Was hatte ihm der Stallknecht mit ängstlicher Stimme zugeflüstert, als er ihm das gesattelte Pferd übergeben hatte? „Centas Valerius, man munkelt der Heerführer und Protector hält sich für den Reiter der Finsternis, sind wir alle verdammt?“ Er hatte nur mit den Schultern gezuckt und den armen Stallknecht ratlos zurück gelassen.Valerius gab seinem Pferd die Sporen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Totgeglaubte_leben_l%C3%A4nger&amp;diff=257</id>
		<title>Totgeglaubte leben länger</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Totgeglaubte_leben_l%C3%A4nger&amp;diff=257"/>
		<updated>2022-12-03T15:36:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mareikje Groß ‘Komm‘ rief die Stimme. ‘Hab keine Angst‘ Fedora blickte sich um, doch außer den herrlichsten Farben, welche sie umgaben und den leuchtenden Nebelbänken, über die sie hinweg schritt, konnte sie nichts er-kennen. Sie ging immer weiter, bis sie weit über sich eine lichtumhüllte Gestalt entdeckte, welche langsam auf sie zuflog. \ Der D’ascas hatte Fedoras Leichnam und die der getöteten Priesterinnen in das Gebäude bringen lassen. “Schafft jemanden her, der sich ihrer annehmen kann”, hatte er befohlen. Wenig später bekam er die Nachricht, daß das Konvent verlassen sei. “So holt mir Quint Pintus”, meinte er nur ärgerlich. \ ‘Lichtpriesterin, endlich ist die Zeit gekommen.‘ Fedora erkannte diese Stimmen sofort, und schon bemerkte sie mehrere Arme, welche sich aus dem Nebel zu ihren Beinen empor arbeiteten. Sie griffen nach ihrem hellen Kleid, nach ihren Knöcheln, wollten sie zum stürzen bringen. “Nein, geht. Laßt mich!” rief sie. Sie beugte sich nach unten, um die Hände abzuschütteln. ‘Hört auf!‘ befahl die Stimme des Wesens, welches sich nun beeilte, näher heran zu kommen. Schallendes Gelächter war die einzige Antwort darauf. Da schoß eine schwarze Gestalt aus dem Nebel herauf, packte die Frau und zog sie in die Tiefe hinab. ‘Schneller, Alaculba,‘ drängte die Stimme, ‘wir können sie nicht Titlancuth überlassen.‘ Alaculba, das geflügelte reptiliengleiche Flugtier, schoß durch die Nebelbänke und flog auf Titlancuth zu. ‘Laß sie frei.‘ ‘Aber natürlich, Xjalma.‘ Nach diesen Worten ließ Titlancuth die Frau los und stürzte sich auf den Herannahenden. Ein fürchterlicher Kampf entbrannte zwischen den beiden. \ “Oh Kajus. Ich sagte dir, du sollst deine Rache zügeln”, tadelte ihn Noctuna. Sie war in dem Kerker erschienen und schüttelte ihr Haupt. “Was soll ich nun mit dir anstellen?” Mamercus wich vor ihren Krallenhänden zurück. “Und Ihr sagtet,” Seine Augen weiteten sich vor Verzweiflung und Zorn, “Ihr könntet mir meinen Schmerz nehmen. Aber er ist noch da.” Dabei schlug er sich mit der flachen Hand auf die Brust. “Nein. Du hast ihn nicht vollständig gehen lassen. Nun gut. Ich bin weiterhin geneigt, dir beizustehen. Es besteht noch Hoffnung. Warte auf meine weiteren Anweisungen.” \ Fedora stürzte schreiend in die Tiefen der Unterwelten, bis ihr Fall plötzlich und unerwartet aufhörte. Die Frau spürte einen heftigen Ruck an ihren Beinen, wurde dann ein wenig in die Höhe geschleudert und baumelte sogleich Kopfüber im endlosen Nichts. Klackerndes Gelächter ließ sie nach Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij oben blicken, und ihr Atem stockte. Fedora sah über sich eine abscheuliche Mischung aus Tier und Mensch. Eine riesige Spinne, oder eher ein spinnengleicher Körper, hing an den dunklen Felsen, welche das Reich des In’Ret ankündigten. Der Oberkörper des Wesens glich eher dem einer Menschenfrau, jedoch hatte sie vier Arme, und aus ihrem Gesicht wuchsen zwei Greifzangen. Dieses Ding hatte ihre klebrigen Fäden auf Fedora geschossen. Langsam zog sie den wehrlosen Körper der Priesterin immer näher zu sich heran. ‘Sei Willkommen im In’Ret. Ich hoffe, du wirst deinen endlosen Aufenthalt bei mir genießen.‘ Erneut erscholl ein lautes, klackerndes Lachen. Fedora gelang es, sich soweit hoch zu beugen, um die dünnen Fäden zu packen, und innerhalb eines Wimpernschlages konnte sie diese zerreißen. Als sie diese losließ, stieß sie noch ein ‘Oh, Maldito‘ aus, und abermals fiel sie in die Tiefe. Ein ärgerliches Klackern folgte ihr. Der Sturz schien ihr endlos zu sein, doch dann landete sie, abrupt und völlig unerwartet, auf etwas Weichem. Fedora richtete ihren Oberkörper auf und blickte sich um, als neben ihr etwas auf den leicht dampfenden Boden klatschte. Als sie sicher war, daß nichts auf sie zu krabbeln oder sie plötzlich anspringen würde, sah sie nach oben und bemerkte, daß sich in einiger Entfernung ein großer Wirbel, aus dem schabende Geräusche zu vernehmen waren, befand. ‘Der Wind der Klingen‘, schoß es Fedora durch den Kopf. Erneut fiel etwas auf sie zu und landete genau auf ihrem Schoß. Sofort verfärbte sich Fedoras Kleid an dieser Stelle rot. Mit entsetzen erkannte die Frau, das es sich dabei um ein recht großes Stück Fleisch handelte. Angewidert sprang sie auf, wobei ihre Füße sofort ein Stück in dem weichen Untergrund versanken, welcher sich nun zu bewegen schien. Überall erkannte Fedora nun Fleischstücke und Knochenteile, aus dem sich unförmige Gestalten bildeten und auf Fedora zukamen. Hastig blickte sie sich nach einem Ausweg um und lief los, dicht gefolgt von den häßlichen Fleischgestalten. So schnell es ihr möglich war, hechtete Fedora über die Leichenteile auf ein felsiges Stück Untergrund zu, welches nur noch wenige Schritte von ihr entfernt war. Gerade, als sie sich bereit machte, darauf zu springen, schoß eine Gestalt vor ihr aus dem Boden. Fedora prallte gegen dieses Wesen, und gemeinsam fielen sie auf die schwarzen Steine. Ihr gelang es, dieses Ding abzuschütteln, und gleich darauf rollte sie einen Abhang hinunter. Bevor sie aufstehen konnte, bemerkte Fedora, daß ihre Verfolger zögerten und gebannt auf etwas hinter ihrem Rücken blickten. Langsam drehte sich die Frau um, und schon schossen einige Fäden auf sie zu, welche sich nun fest um ihre Arme und ihren Körper wickelten. Die Göttin lachte laut und triumphierend auf. \ “Wo ist sie?!” rief Conius, als er sich in der Halle umsah. “Wo ist ihre Leiche?” Die Wachen zuckten bei diesem Tonfall zusammen. Der D‘ascas hatte wirklich nicht die allerbeste Laune, seitdem er in die Kaserne zurückgekehrt war. “Hier ist keiner hindurch gelangt, D’ascas Corvin”, meinte eine der Wachen. “Und wie, verdammt noch mal, ist dann ihr verschwinden zu erklären? Die Frau, ... die Leiche war nicht im mindeHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij sten in der Lage, zu Fuß hier heraus zu marschieren!” Corvin tobte. So langsam glitten ihm die Dinge aus den Händen. \ Mit erhobenen Armen stand die Gestalt da, und ein Wirbel aus gelblich-rotem Licht umschloß sie und Fedoras Leichnam. Monotones Gemurmel, verfaßt in einer uralten Sprache, drangen über ihre Lippen. “Was machst du!” Celia hatte leise den Raum betreten und blieb wie angewurzelt stehen. “Das darfst du nicht ...!” Beherzt trat sie auf die Gestalt zu, umfaßte ihre Taille und wirbelte sie herum. In ihrer Konzentration unterbrochen, erstarb der Zauber. “Nein, ich muß ... es beenden ...!” schrie die Gestalt wie von Sinnen. “Marzella! Was ist in dich gefahren? Wir dürfen unsere Kräfte nicht dazu nutzen, um andere ins Leben zurück zu holen. Nur eine darf das ...” “Was für einen Zweck soll es haben, eine Sarinkay zu sein, um dann die Gaben, welche uns anvertraut wurden, nicht zu nutzen?” “Marzella ...” sacht streichelte Celia ihr über das Haar und erkannte die Entschlossenheit, welche von dieser jungen Frau ausging. “ ... du weißt, was dann mit dir geschieht?” “Natürlich. Ich bin dazu bereit, denn sie ist es wert. Ihr Leben ist wichtiger als meines. Laß mich meinen Fehler bereinigen.” Beide betrachteten den scheinbar leblosen Körper, welcher auf dem Bett lag. Noch war Leben in ihr, das spürte Celia. Vielleicht war noch nicht alles verloren? Celia schüttelte ihren Kopf., doch sie schien auch zu überlegen. ”Nun gut, es bleibt nicht mehr viel Zeit. Mach dich auf den Weg, ich bleibe hier und achte auf Euch.” “Danke Celia.” Marzella machte sich erneut bereit. Monoton betete die junge Frau ihre Sprüche herunter, und wieder entstand ein gelb-rotes Licht. Etwas zog die junge Frau aus ihrem Körper hinaus. Sie schien zu schweben und konnte für eine Weile die Geschehnisse in dem Raum und sich selber beobachten. Dann machte sie sich auf den Weg, um Fedora zu finden. \ ‘Sie gehört mir!‘ aufgebracht wanderte Titlancuth auf und ab. ‘Du hast sie mir gestohlen!‘ ‘Hör auf herumzuzetern wie ein Mensch. Was läßt dich Glauben, daß sie dir gehört? Bloß, weil ein Schamane sie für dich Opfern wollte? Ich bitte dich, mein Bruder, du enttäuschst mich.‘ ‘Titlancath, ich warne dich, treib es nicht zu weit!‘ ‘Oder was? Gesteh dir deine Niederlage ein, mein Lieber. Ich habe sie mir geholt, und bei mir wird sie auch bleiben.‘ ‘Das wird sich noch zeigen!‘ erbost verschwand Titlancuth, und das klackernde Gelächter seiner Schwester begleitete ihn. \ Niemand störte ihre Reise, und so gelangte Marzella schließlich in die unendlichen Tiefen des In’Ret. Sie hielt kurz an und horchte. Ja, nun wußte sie, in welche Richtung sie weiter suchen mußte. Immer tiefer ging es die schwarzen Schluchten hinab. Die dunklen Felswände waren übersät von eingesponnenen Körpern. Unter sich konnte sie das Glühen des zäh fließenden Ret erkennen. Marzella hielt an und blickte sich suchend um, hier irgendwo mußte es sein. Sie flog auf einen Kokon zu, holte einen scharfen, faustgroßen grünen Steinsplitter aus ihrer Kleidung hervor und zerHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij schnitt vorsichtig die Fäden, woraufhin ihr eine Woge aus stinkender Flüssigkeit entgegen schwappte. Ohne darauf zu achten, durchtrennte sie die klebrigen Fäden, bis Fedora ihr entgegen stürzte. “Halte meine Hand und folge mir”, befahl Marzella bestimmend. Nachdem Fedora begriff, was hier vor sich ging, meinte sie nur erstaunt: “Was machst du denn hier?” “Ich bringe dich zurück zu den Lebenden.” Fedora zog an Marzellas Arm und ihr Flug stoppte. “Nein!” “Was soll das heißen nein? Wir haben keine Zeit zu verlieren, man wird bald entdecken, was hier vor sich geht, also komm schon.” drängte die junge Frau. “Ich ... will nicht. Bitte versteh ...!” “Nein. Du mußt zurück. Dein Kampf ist noch nicht zu Ende. Du kannst dich nicht einfach so davon stehlen.” “Ich habe mich nicht davon gestohlen. Ich habe mein Leben im Kampf für dieses Land gegeben. Und mir steht nicht der Sinn danach, nun zurückzukehren und alles noch einmal durchzumachen. Laß mich doch einfach in Ruhe ...Ich bin so müde...” “Verdammt, hör mir jetzt gut zu. Mich interessiert es nicht im Geringsten, welche persönlichen Probleme und Bedenken du hast. Deine Pflicht ist noch lange nicht erfüllt, und nun höre auf, dich wie ein trotziges, kleines Kind zu benehmen und tue, wofür du geboren wurdest. Die anderen können ohne dich nicht weitermachen, sie brauchen dich, sieh das doch ein. Was soll denn aus ihnen werden? Hast du daran auch nur einen einzigen Gedanken verschwendet?” “Wer bist du?” “Du kennst mich doch.” Fedora schüttelte ihren Kopf. “Das tue ich anscheinend nicht. Sag es mir, oder ich bewege mich kein Stück weiter.” forderte sie stur. “Also gut. Ich bin eine Sarinkay. Und nun ... komm.” Marzella wollte schon weiter, doch etwas ließ sie innehalten. “Hör mir gut zu, und vergiß es niemals. Du bist eine Auserwählte.” Verständnislos blickte Fedora die junge Frau an. “Was meinst du ...?” “Versprich es mir! Du darfst es nicht vergessen.” mahnte Marzella eindringlich. “Aber ...” “Kein aber. Keine weiteren Erklärungen. Du wirst alles Weitere begreifen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Bitte, vergiß es nicht!” “Also gut, ich verspreche es dir, wenn dir soviel daran liegt.” Die beiden flogen nun immer höher und hatten die Schlucht schon hinter sich gelassen, als einige Spinnenfäden an ihnen vorbeischossen. Marzella sah nach unten und erkannte ihre Verfolger. “Flieg weiter, du kannst die Öffnung zur anderen Seite gar nicht verfehlen. Ich komme gleich nach.” Marzella ließ Fedora los und versetzte ihr einen Stoß, welcher sie weiter nach oben trieb. “Marzella ...” rief Fedora bestürzt. “Was machst du?” Die junge Sarinkay holte den Steinsplitter hervor, und durch ein Fingerzeig erschienen mehrere Spindeln und Fäden in ihrer Hand. Ohne zu zögern, durchtrennte sie diese. Ihre Verfolger schrien auf und verschwanden. Die Sarinkay folgte Fedora, doch ihr wurde der Weg von Titlancath versperrt. “Wer bist du, daß du es wagst, in mein Reich einzudringen, und auch noch die Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Frechheit besitzt, meine Kinder zu töten?!” Titlancath war außer sich vor Wut. Marzella hielt der Herrin der Unterwelt einen Faden entgegen und hob den Steinsplitter. “Laß mich vorbei.” “Das wirst du nicht wagen.” “Ach wirklich?” Marzella lachte. Sie sah nach oben und erkannte erleichtert, das Fedora ihrem Rat gefolgt war und nun fast die Öffnung erreicht hatte. “Du antwortest mir nicht?” Die Sarinkay berührte den Faden ganz leicht mit dem Splitter. Verunsichert schaute Titlancuth von der jungen Frau auf den Faden. “Nun, Titlancath, schaue und erkenne, daß dir Fedora entkommen ist. Belassen wir es dabei. Das nächste Mal gewinnst du.” “Aber sicher werde ich das, Sarinkay. Aber warum bis zum nächsten mal warten?” meinte Titlancath. Bevor sie angreifen konnte, tauchten geisterhafte Wesen auf und umschwärmten die Herrin der Unterwelt. Eines der Wesen schwebte auf Marzella zu. ‘Worauf wartest du? Eile der Lichtpriesterin hinterher. Auch deine Arbeit ist noch nicht vollbracht‘, säuselte das Geistwesen mit melodischer Stimme. Das ließ sich Marzella nicht zweimal sagen, flog Fedora hinterher und hatte wenig später das In’Ret verlassen. ‘Titlancuth, wie kannst du es wagen, dich einzumischen!‘ schrie Titlancath wütend. \ “Laßt mich mit ihm allein&amp;quot;, befahl der D’ascas dem Kerkermeister. Er drehte sich zu Mamercus um und betrachtete ihn eine Weile stumm. “Was habt Ihr Euch bloß dabei gedacht, Mamercus?” Conius schüttelte seinen Kopf. “Getrieben durch Eure Machtgier, habt Ihr alles zerstört.” “Was wißt Ihr denn schon?” antwortete der Hoendis spöttisch. “Machtgier? ... Rache war es, die mich trieb. Die Aussicht auf ein Vergessen.” Mamercus lachte gereizt auf. Mit wildem Blick starrte er auf seinen Vorgesetzten. “Rache trieb Euch dazu, gefälschte Befehle in Umlauf zu bringen? Rache trieb Euch dazu, mich umbringen zu wollen? Alles was von nun an in dieser Stadt geschieht, habt Ihr zu verantworten. Und ich werde dafür sorgen, das Ihr vor höchster Stelle dafür büßen müßt.” “Ihr wagt es, so mit mir zu reden? Ihr habt ja überhaupt keine Ahnung, mit wem Ihr es zu tun habt!” schrie Mamercus aufgebracht. Seine Augen funkelten wild. “Dieses Weib hat es nicht besser verdient. Ich war noch zu milde mit Ihr.” ‘Dieses Land macht alle Wahnsinnig.‘ dachte Corvin und drehte sich zum gehen, da er einsah, daß mit Mamercus nicht vernünftig zu reden war. Mamercus sprang flink auf und stürzte sich auf Conius. Er versetzte ihm einen Hieb in den Nacken, woraufhin Corvin taumelte, und Mamercus verpaßte ihm gleich darauf einen harten Schlag an die Schläfe, der ihn benommen zu Boden gehen ließ. Trotzdem beugte sich Mamercus über Corvin und verpaßte ihm noch einen Faustschlag ins Gesicht. Der Kerkermeister, angelockt durch die Geräusche, welche von dem Verließ ausgingen, erschien, doch ehe er davon eilen konnte, um die Wachen zu holen, griff er sich an die Kehle und sank tot zu Boden. Mamercus erkannte Noctuna, welche hinter dem Toten stand und langsam ihre Hand senkte. Der Mann grinste und wendete sich Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij wieder dem D’ascas zu. Nachdem er Corvins Schwert entwendet hatte, setzte er es an dessen Kehle. Wut und Haß zeichneten sich auf seinem Gesicht ab. “Mein Guter, ich denke, du hast keine Zeit zu verlieren. Also höre auf zu spielen, befreie deine Männer und folge mir.” “Aber ... ich will sein Blut sehen.” “Kajus, Kajus. Nun komm schon. Man läßt eine Göttin nicht warten, wenn sie bereit ist, einem zu helfen.” Mamercus kämpfte innerlich, dann fluchte leise vor sich hin. Grob packte er den D’ascas, zog ihn zu der Holzpritsche, legte seinen Oberkörper darauf und hob das Schwert. “Kajus!!!” Mamercus schnaufte erbost und trieb die Waffe durch Corvins rechte Hand, wobei das Schwert in dem Holz stecken blieb. “Ich habe gesagt,” meinte er ruhig, “ich möchte sein Blut sehen.” \ “Das wurde aber auch Zeit,” rief Celia, als sie erkannte, das Marzella in ihren Körper zurückgekehrt war. “Ja, das wurde es. Nun muß ich nur noch meine Arbeit beenden.” Sie hob ihre Hände, und die Kraft der Sarinkay füllte den Raum. Er durchdrang Fedora, welche heftig die Luft einzog. Wie von Zauberhand schlossen sich fast alle ihre Wunden, und die Schwellungen verschwanden. Plötzlich brach der Zauber und Marzella wankte. “Ich habe keine Kraft mehr, Celia. Ich kann es nicht beenden.” stammelte sie leise. “Ich weiß, mein Liebe, ich weiß.” Sie war an Marzella herangetreten und umarmte sie fest. “Möge sich dein Opfer lohnen.” Celia gab der jungen Frau einen Kuß auf die Stirn. “Das wird es, da bin ich mir ganz sicher. Lebe wohl, Sarinkay.” Nach diesen Worten löste sich Marzella in Luft auf. Celia trat an das Bett heran und betrachtete lange Fedora, welche noch nicht das Bewußtsein wiedererlangt hatte, aber sie atmete mittlerweile ruhig und gleichmäßig. \ “Ich habe dich gar nicht herein kommen hören, mein Liebling. Was kann ich für dich ...?” Medaz hob seinen Kopf und sprang sofort auf, um seiner Frau entgegen zu eilen, welche stark wankend auf ihn zu stolperte. Benommen sank sie in seine Arme. “Parz.” “Marzella, was ist geschehen?” Er wußte, er hielt seine Frau in seinen Armen. Aber sie schien um ein halbes Jahrhundert gealtert zu sein. Weiße Haare umrahmten das Gesicht einer uralten Frau. Ihre Haut schimmerte so durchscheinend wie Pergament. “Ich ... liebe dich ... so sehr.” Die Stimme seiner Frau klang leise zu ihm herüber. “Achte gut auf ... Cinzia. Hüte dich ... vor ... Sebastian.” Sie hob eine Hand und legte sie zärtlich auf seine Wange. Ihr Atem ging rasselnd. “Hilf Fedora ... hörst du, ... Verzeih ...” Es wäre noch soviel mehr zu sagen, zu erklären gewesen, doch dafür blieb keine Zeit mehr. Ihre Hand fiel kraftlos herunter. “Marzella, nein. Marzella!” rief Medaz verzweifelt. “Geh nicht!” Doch kein Ton kam mehr über ihre toten Lippen. Medaz vergrub sein tränennasses Gesicht an ihrem Hals. Sacht wiegte er ihren Körper hin und her. “Nein,” schrie er immer wieder. “NEIN!!!” Ihm war, als wären Stunden vergangen, bis er sich von ihr loslöste. Er hob Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Mar-zella hoch und trug sie in das Schlafgemach, wo er sie sacht auf sein Bett legte. Dann beugte er sich über seine Frau und hauchte ihr einen Kuß auf ihre blutleeren Lippen. Was war hier geschehen? Warum traf es Marzella? Eine Ähnlichkeit zwischen seinem toten Schwiegervater und seiner Frau war nicht von der Hand zu weisen. Medaz kam zu einer Lösung, doch es war die falsche. Als er sich umdrehte, wirkte sein Gesicht wie versteinert. Parz ergriff seine Waffe und ging ruhigen Schrittes nach unten. Er fand Sebastian und einige andere Familienangehörige in der großen Halle. Drohend stand Medaz in der geöffneten Tür, Tränen hatten seine Augen rot gefärbt. “Laß es uns endlich beenden, Sebastian. Viel zu lange habe ich nichts gegen dich unternommen. Gebt ihm eine Waffe.” Medaz Stimme hallte verbittert durch den Raum. Jeder Anwesende bemerkte sofort, daß es besser war, sich aus der Nähe des Hausherren zu entfernen. Sebastian erhob sich aus seinem Sessel und fing die Waffe auf, welche ihm zu geschmissen wurde. Er durchschnitt mit Schwung die Luft, einmal nach links und dann nach rechts. “Ich weiß zwar nicht, um was es diesmal geht, aber ja, beenden wir es endlich.” Die Waffe ruhte kurz vor seinem Gesicht, dann ging Sebastian langsam auf Medaz zu. Ihre Klingen kreuzten sich. “Nun, alter Mann, werde ich dich töten!” höhnte Sebastian. “Dann mußt du dich aber schon verdammt anstrengen.” Innerhalb einiger Hiebe hatte Medaz seinen Gegner in die Enge getrieben. “Du vergißt, wer ich einmal war! Dachtest du allen Ernstes, ich hätte zu Kämpfen verlernt?” Sebastian schlug die auf ihn gerichtete Klinge beiseite, wirbelte aus der Ecke heraus und sprang auf den vor ihm stehenden Tisch. Medaz eilte ihm hinterher und trieb den jungen Mann bis zur äußersten Kante. Sebastian sprang rücklings herunter, landete sicher auf seinen Beinen, ergriff einen Stuhl und schleuderte diesen Medaz entgegen. Der duckte sich gerade noch rechtzeitig. Sebastian nutze diese Gelegenheit, schritt an den Tisch zurück und hieb auf Medaz ein. Er traf ihn am linken Arm, und ein roter Strich zeichnete sich unter dem weißen Hemd ab. Medaz trat nach dem Gesicht Sebastians, und der wirbelte benommen nach hinten, was Medaz die Zeit verschaffte, ebenfalls vom Tisch herunter zu springen. Langsam, mit erhobener Klinge, ging er auf Sebastian zu. Dieser hatte sich wieder gefangen, wischte sich das Blut von seinem Kinn und stürzte sich auf Medaz. “Du stocherst herum, wie ein ungeschickter Tölpel. Das kommt davon, wenn man sich wie ein Feigling aufs vergiften verlegt, anstatt den offenen Konflikt zu suchen.” Diese Worte reizten den jungen Mann, was auch durchaus von Medaz so geplant gewesen war. “Dachtest du, ich wüßte nicht, das du Marcellus umgebracht hast?” Die Stimmen der anderen schwollen, im Entsetzen über das eben Gehörte, an. “Der alte Narr.” Sebastians Augen verdunkelten sich. “Warum hat er dich bloß in unser Haus geholt? Hätte er mir Marzella gegeben, wäre ihm der Tod erspart geblieben.” Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Medaz Klinge sauste herunter, und deutlich zeichnete sich ein roter Striemen auf Sebastians Wange ab. “Und deshalb schobst du ihm falsches Lumen Vita unter! Du bist erbärmlich!” Metall schlug gegen Metall. Kleine Schweißtropfen hatten sich auf Sebastians Stirn gebildet. Er spürte, wie seine Kraft langsam nachließ. Er gestand sich ein, daß er Medaz unterschätzt hatte. Unablässig bedrängte ihn dieser weiter, ohne auch nur die Spur von Ermüdung zu zeigen. “Alleine dafür hast du ein qualvolles Ende verdient ... aber ... daß du Hand an meine Frau legtest ...!” Medaz hieb immer stärker auf Sebastian ein, welchem es nur noch unter Aufbringung seiner letzten Kräfte gelang, sich zur Wehr zu setzen. “Was meinst du damit ...?&amp;quot; keuchte Sebastian. “Was ich damit meine, du Wurm? Marzella ist tot. Warum hast du ihr auch von dem Zeug gegeben?” Verwirrt über das eben Gehörte, achtete der junge Mann einen Moment lang nicht auf seine Deckung. “Marzella ... ?” hauchte er entsetzt, als er von Medaz Klinge ins Herz getroffen wurde und zusammen brach. Eine Blutlache bildete sich langsam unter ihm und verteilte sich auf dem Boden. Medaz stellte einen Fuß auf Sebastians Körper und zog seine Waffe heraus. Er drehte sich zu den Anderen um, die Muskeln in seinem angespanntem Gesicht zuckten leicht. “Schafft diesen Abschaum aus meinem Heim.” meinte er bitter. “Was ihr mit ihm anstellt, ist mir egal.” Dann ging Medaz an ihnen vorbei. Bevor er den Raum jedoch ganz verlassen hatte, hielt er noch einmal kurz inne. &amp;quot;Dieses Haus trägt von nun an Trauer. Eure Herrin ist für immer von uns gegangen.” \ Im ganzen Land hoben die Sarinkay gleichzeitig ihre Augen in den Himmel. Stille Tränen und Trauer begleiteten eine der Ihren auf ihrem letzten Weg. Sie hatte diese Beachtung verdient, auch wenn sie gegen ein Gesetz verstoßen hatte. Aber – sie hatte selbstlos ihr eigenes Dasein für das eines anderen gegeben. Dies war das größte Opfer von allen. \ “Wie fühlt Ihr Euch heute?” Celia hatte den Raum betreten, in der einen Hand balancierte sie ein Tablett mit Essen, über dem anderem Arm trug sie dunkelrote Kleider für Fedora. “Hallo Celia. Danke, es geht ... besser. Nur meine Augen, Ihr versteht?” Fedora richtete sich langsam in dem Bett auf. “Gut, das ist sehr gut.” meinte Celia. Bei näherer Betrachtung ihres Gastes mußte sich Celia eingestehen, daß ihr der Gesundheitszustand der Agia überhaupt nicht gefiel. Immer noch schien sie unter Fieber zu leiden, aber es half nichts, sie mußte die Stadt verlassen, und zwar so schnell wie möglich. Vorsichtig legte sie die Kleidung auf dem Bett ab, setzte das Essen auf Fedoras Schoß und führte ihre Hände daran. “Hier.” “Danke. Ihr seid sehr freundlich, Madame. Ihr versteckt mich in Eurem Haus, dennoch verratet Ihr mir nicht, wie ich aus den Klauen der Legion entkommen konnte. Warum?” Fedora wußte von der Hilfe Marzellas nichts, und Celia war die letzte, die ihr davon erzählen wollte. Es war besser, wenn sie dachte, man hätte es geschafft sie irgendwie aus den Händen der Legionäre zu befreien. “Spielt das eine Rolle? Unwichtige Nebensächlichkeiten. Ihr seid frei, das ist Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij das Einzige, was zählt. Aber – heute schaffe ich Euch aus der Stadt hinaus. Habt keine Angst, mir ist ein gutes Versteck für Euch eingefallen.” Celia plauderte unbeschwert dahin. “Nun eßt, der Tag dürfte ziemlich anstrengend werden.” Die ganze Zeit über schwätzte Celia über belangloses Zeug, und nach einer Weile schob Fedora das Essen von sich. “Na was ist das denn? Habt Ihr keinen Hunger mehr?” “Nein, wirklich nicht. Nun sagt schon ... was soll ich machen?” “Erst einmal, diese Kleider anziehen.” Fedora erhob sich und Celia half ihr mit geübten, flinken Fingern beim Ankleiden. Sie richtete das Haar und steckte einen Schleier fest. “Wozu ist der?” fragte Fedora erstaunt. “Ihr werdet durch Tizio marschieren, und niemand wird Euch erkennen. Jeden Augenblick dürfte Euch die Qaom’de Banderini abholen. Zusammen werdet Ihr einen Trauerzug begleiten. Bleibt nur an ihrer Seite, und nichts wird Euch geschehen.” “Einen Trauerzug? Wer ist gestorben?” Ein Moment der Stille trat ein. “Das ist egal. Kommt.” Sie drückte Fedora noch ein kleines Tuch in die Hand, ließ den Schleier vor das Gesicht gleiten und führte sie dann aus dem geheimen Raum heraus. Draußen angekommen, atmete Fedora erst einmal die frische Luft ein, da hörte sie auch schon das herannahen einer Kutsche. Vor ihnen hielt das Gefährt an, und eine Frau, ebenfalls ganz in dunkelrot gekleidet, lehnte sich aus dem geöffneten Fenster. “Ist alles bereit?” flüsterte sie Celia zu. “Aber natürlich.” Sie öffnete den Verschlag und half Fedora ins Innere, wo sie sich dankbar auf die weichen Polster nieder ließ. “Hier.” Celia hielt der Qaom’de einen Brief entgegen. “Bitte gebt ihm diesen.” Blanca Banderini nickte. “Wir können los.” rief sie dem Kutscher zu. Mit einem Ruck setzte sich das Gefährt in Bewegung. “Ich muß Euch für Eure Freundlichkeit Danken, welche Ihr mir entgegenbringt”, fing Fedora an. Sie atmete schwer und lehnte ihren Kopf gegen die Rückenlehne. Dabei hatte sie gedacht, ihre Kräfte wären zurückgekehrt, dem schien jedoch nicht so. Sie spürte, wie sich eine Hand auf ihr Knie legte. “Ist schon gut, Kindchen. Jetzt schaffen wir Euch erst einmal hier raus, dann werden wir weiter sehen.” Knarrend bahnte sich der Wagen seinen Weg durch das dichte Menschengewirr der Stadt. Niemand hielt sie auf, und vor der Stadt reihten sie sich in den Zug der Trauergemeinde ein. Unendlich lang erschien Fedora die Fahrt, es war schwül, und ihre Kleidung fingen an, an ihrem Körper zu kleben. Immer wieder tupfte sie sich mit dem Tuch den Schweiß von Stirn und Mund. Endlich hielt der Wagen an. Fedora hörte, wie jemand vom Kutschbock herunter sprang, wenig später wurde die Tür geöffnet. Blanca Banderini ergriff die ihr dargebotene Hand und stieg als Erste aus, danach war Fedora an der Reihe. Blanca umfaßte den Arm der Frau und legte diesen um ihren eigenen. Endlos zog sich die Beisetzung hin. Die Worte und Gesänge schwirrten in Fedoras Kopf, zerrten an ihren Nerven und wirkten überaus einschläfernd. Doch plötzlich riß sie ein Name aus ihrer MüHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij digkeit. Ihre Finger verkrampften sich am Arm ihrer Begleiterin. “Qaom’de. Wer wird beerdigt? Wer ist gestorben?” flüsterte Fedora heißer. “Die junge Medaz. Marzella Medaz – Marinus. Ich dachte, das wüßtet Ihr ...?” Ein leiser Schrei löste sich aus Fedoras Kehle. Schnell preßte sie sich das Tuch vor den Mund. “Wie, wann .... ?” bestürzt über das eben gehörte überschlug sich ihre Stimme. “Schttt, Kindchen. Ganz Ruhig. Man schaut schon her.” Blanca zog Fedora ein Stück näher zu sich heran und hielt sie noch fester, da sie bemerkt hatte, wie ihre Begleitung zu schwanken begann. “Vor zwei Tagen. Man weiß kaum etwas darüber. Aber jeder spricht von einem schrecklichen Unfall, der ihr widerfahren sein muß. Und nun, reißt Euch zusammen. Hochrangige Legionäre sind auch anwesend.” flüsterte Blanca bestimmend. Medaz stand da, wie ein Fels in der Brandung. Mit keiner Miene deutete er an, wie es in ihm aussah. Er wußte, das die halbe Stadt gekommen war, aber er es kümmerte ihn nicht im geringsten. Seine Frau war von ihm gegangen, und diese Tatsache erschütterte Medaz mehr, als er sich eingestehen wollte. \ Corvin blickte sich unter der Trauergemeinde um., welche sich wie ein großer, dunkelroter Teppich um ihn herum ausgebreitet hatte. Die reichsten und bedeutendsten Familien waren heute hier anwesend. Wer wollte sich in diesen Zeiten auch schon so ein Schauspiel entgehen lassen? Ein leiser Schrei ließ seinen Kopf herumfahren, und so konnte er beobachten, wie eine Frau eine andere stützte und ihr offenbar irgend etwas zuflüsterte. Zu erkennen waren sie nicht, da alle Frauen heute schwarze Schleier trugen. Sie waren aber nicht die einzigen, welche ihrem Schmerz freien Lauf ließen. Der D’ascas verlagerte sein Gewicht, um angenehmer stehen zu können. Als er seine rechte Hand, welche in einer Schlinge steckte, bewegte, verzog er sein Gesicht, da sie zu schmerzen begann. Aber ihn plagten andere Sorgen, als seine beschädigte Hand. Die Leiche der Agia war nach wie vor nicht aufzufinden, und zu allem Überfluß war ihm auch noch Mamercus mit seinen Anhängern aus dem Kerker entkommen. Um nicht das Gesicht zu verlieren und nicht noch weitere Unruhen heraufzubeschwören, hatte Corvin bisher weiter nach den gefälschten Anweisungen gehandelt. Nun lag es an ihm, milder über jene Angelegenheiten zu urteilen, welche an ihn herangetragen wurden. Der D’ascas hatte zwar einen Boten nach Dithorno geschickt, aber mit seiner Rückkehr und demzufolge mit neuen Befehlen, war in den nächsten vier Wochen nicht zu rechnen. Es gab für Corvin mehr als einen Moment, an dem er sich wieder nach Hause wünschte. \ Bis zum Ende der Zeremonie blieb die Banderini mit ihrer Begleitung immer etwas Abseits stehen. Zum Glück wurde der Leichnam endlich in die Familiengruft gebracht, und die Trauergemeinde löste sich langsam auf. Als alle den Friedhof verlassen hatten, ging sie mit Fedora auf das Familiengrab zu. Noch einmal blickte sich die ältere Frau um, und dann verschwanden sie darin. Drei Gänge führten von der kleinen Halle weiter nach unten. Aus dem zu ihrer linken Seite war ein schwacher Lichtschein zu sehen, welcher Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij andeutete, daß hier jemand anwesend sein mußte. Blanca folgte dem Gang und blieb stehen, als vor ihr erneut ein Raum auftauchte. “Ihr wartet hier, Kindchen”, meinte sie so leise, das Fedora es gerade noch verstehen konnte, und schon war sie von ihrer Seite verschwunden. “Ich möchte Euch mein Aufrichtiges Bedauern über den Verlust Eurer Frau aussprechen, mein lieber Medaz.” Der Angesprochene sah sich nicht um. Starr blieb sein Blick auf den Steinsarg seiner Frau gerichtet. Blanca schritt um ihn herum und erschrak. Sein Gesicht wirkte hier unten noch bleicher, woraus seine dunklen Augen, welche inzwischen rotgeweint waren, hervorstachen. Seine ganze Körperhaltung vermittelte ihr auf einmal den Eindruck eines gebrochenen Mannes. “Ich Danke Euch für Euer Mitgefühl”, erwiderte Medaz unfreundlich. Doch Blanca Banderini überhörte dies einfach. “Ich soll Euch dies hier von einer gemeinsamen Freundin überreichen”, fuhr sie milde fort und hielt ihm den Brief von Celia vor die Nase. Medaz ergriff das Schriftstück und drehte es unschlüssig in seiner Hand, dann steckte er ihn ungeöffnet in seine samtene Jackentasche. Blanca legte kurz eine Hand auf seine Schulter und ging. Bei Fedora angekommen, flüsterte sie ihr ins Ohr: “Macht es gut. Paßt auf Euch auf.” Danach verschwand sie von diesem düsteren Ort, so schnell sie konnte. Wie angewurzelt blieb Fedora auf ihrem Platz stehen. Hier lag nun Marzella. Sie war jung und gesund gewesen, und dennoch war sie nun tot. Sie unterdrückte ein Schluchzen. “Was wollt Ihr noch?” blaffte Medaz herüber. Er hatte sich nicht umgesehen, spürte aber, das noch jemand anwesend war. “Könnt Ihr mich in meinem Schmerz nicht alleine lassen? Ich wünsche keine weiteren Beileidsbekundungen. Schert Euch hier raus!” Fedora sagte keinen Ton. Immer noch unbeweglich stand sie da. “Ich sagte ...,” er wirbelte herum. “ ...laßt mich allein! Entweder seid Ihr schwerhörig, oder einfach nur impertinent.” Noch mehr lag ihm auf der Zunge, doch er stockte. Verwundert hob er eine Augenbraue, als er sah, daß eine Frau vorsichtig auf ihn zuschritt. Ein seltsames Gefühl der Vertrautheit stieg in ihm hoch. “Wer zum ...!” Mit wenigen Schritten war er bei Fedora angekommen. Er ergriff mit seinen Fingern ihren Schleier und hob diesen langsam und zögernd über ihren Kopf. Er taumelte einige Schritte nach hinten. “Ihr ...?” rief er heiser. Wie konnte das sein? Sie hatten sich an ihren Wunsch gehalten, nichts zu ihrer Befreiung zu unternehmen. Dann wurde verkündet, das sie verstorben sei. Nun stand sie anscheinend völlig unbeschadet vor ihm. Keine geschwollenen Augen, keine blauen Flecken, nur eine winzige Spur eines Kratzers waren in ihrem Gesicht zu erkennen. Keine der Wunden, welche ihr zugefügt worden waren, konnten so schnell verheilen. Wie, um es selber erfühlen zu können, legte er seine Rechte auf ihre Wange und streichelte sanft über ihr Gesicht. Dann ließ er sich auf seine Knie nieder und vergrub sein Gesicht in ihrem Kleid, mit seinen Händen umschlang er ihre Taille und zog sie fest an sich. Trost, ja, irgendwie strahlte sie Trost und Zuversicht aus. Behutsam legte Fedora ihre Hände auf seinen Kopf und streichelte über sein Haar. Sie fühlte, wie Medaz Körper leicht zitterHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij te und hörte sein leises Weinen. Eine ganze Weile verharrten beide so, bis Fedora mit ihren Worten die bedrückende Stille unterbrach. “Es ... es tut mir so leid. Was ist geschehen?” Medaz sah zu ihr auf. “Ihr ... lebt! Seid entkommen? ... Wie?” meinte er nur, als hätte er ihre Frage nicht wahrgenommen. “... Oh, Medaz. Warum ...?” schluchzte sie nun hemmungslos. “ ... Marzella ...” “Das Wie ist bedeutungslos. Nur der Ausgang der Ereignisse zählt. ...” Bitternis schwang in seiner Stimme mit. Mittlerweile hatte sich der Mann erhoben, und tastend ergriff Fedora seinen Arm, um sich an ihm festzukrallen. “Bei allem Schmerz, den Ihr empfindet, bitte ich Euch, Eure Tochter nicht zu vergessen. Sie braucht ihren Vater nun mehr, denn je.” Ihre Worte sollten ein wenig Trost spenden, ihn von Marzellas Tod für einen Moment ablenken, um seinen Blick auf das Wesentliche zu richten. Doch er verstand sie falsch. Der kurze Augenblick des Einklangs, welcher zwischen den beiden entstanden war, schien verschwunden. “Das sagt Ihr mir?” Medaz Verlust betäubte seine Sinne, sein Verstand schien nun endgültig ausgeschaltet. Was für Kämpfe hatte er mit seiner Frau ausgefochten, doch er hatte sie immer geliebt. Medaz schüttelte seinen Kopf. Genau wie diese Frau, welche ihm nun gegenüber stand. Sie tauchte immer dann auf, wenn er es am wenigsten erwartete. Ihr Schicksal schien unlösbar miteinander verknüpft zu sein. Wie sollte es jetzt weitergehen? Ein Leben, in dem seine Frau keine Rolle mehr spielte. Er drehte sich abrupt um, torkelte wie ein Betrunkener auf das kalte Grab seiner Frau zu und umklammerte hilflos den schweren Marmordeckel. “Wendet diese Floskeln bei Euren Anhängern an! Ihr habt wohl vergessen, daß ich ebenfalls einmal Priester war und mich mit diesem hohlen Gerede mehr als gut auskenne!” “Ja, das sage ich Euch! Euer Verlust ist wahrlich grenzenlos, aber Ihr dürft Euch nicht aufgeben ... denkt an Cinzia, die den selben Schmerz erleidet wie Ihr ,und die Eure Zuneigung verdient, die Eure Liebe nun nötiger hat, als jemals zuvor. Wie soll sie begreifen, was hier geschehen ist ... Medaz ... Bitte!” Er stieß einen lauten, gequälten Schrei aus, und Fedora zuckte erschrocken zusammen. “Maßt Euch nicht an, in diesem Ton mit mir zu reden. Wäret Ihr nicht hier aufgetaucht, hättet Ihr Euch nicht überall eingemischt, dann ... dann könnte Marzella noch leben! Sie wäre vielleicht nie meine Frau geworden, aber sie würde ... verdammt noch mal ...leben!” Die letzten Worte spie er förmlich aus. “Selbst Ihr solltet nicht so dumm sein und meine Worte verstehen! Und nun, geht! Laßt mich allein!” “Oh ja, gebt mir ruhig die Schuld an allem. Macht nur so, als hätte ich sie eigenhändig umgebracht. Das wird Euch befreien!” Wütend hatte sie ihre Hände zu Fäusten geballt. Er hatte Recht. Sollte sie nicht eigentlich an der Stelle von Marzella sein? Sie war von Mamercus gefoltert worden, hatte sich selber aufgegeben. Medaz war aufgesprungen und stand nun bebend vor ihr. Sein Atem schlug ihr ins Gesicht. “Na los, kommt schon.” höhnte sie. “Nehmt keine Rücksicht auf mich. Laßt Euren Schmerz heraus. Bestraft mich dafür, daß ich lebe, aber Marzella nicht!” schrie sie ihn provozierend an. Ihre StimHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij me halte von den Wänden wieder. “Lügt Euch selber etwas vor, das betäubt alles. Für eine Weile. Aber ... das bringt Eure Frau dennoch nicht zurück!” setzte sie leise hinterher. “Egal, was Ihr nun zu tun gedenkt, beantwortet mir nur eine Frage. Warum habt Ihr mich nach Tizio kommen lassen?” “Ich habe Euch nicht ...!” “Doch,” schnitt sie ihm das Wort ab. “Kommt zum Brunnen am Marktplatz. Was für ein Spiel ist das? Warten draussen erneut Legionäre, um mich mitzunehmen?” Fedora legte sich ihre Hände an den Kopf, in dem sich alles zu drehte schien. Sie wußte ja auch schon nicht mehr, was sie von sich gab. “Wollt Ihr damit andeuten, daß ich Euch verraten hätte?” meinte Medaz fast tonlos. Entsetzt starrte er sie an. Das konnte sie doch nicht wirklich denken. “Ich ... ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich annehmen soll!” schrie sie. “Sagt Ihr es mir!” Fedora war verwirrt, und bruchstückhafte Erinnerungen kamen zurück. Ehe der Mann etwas sagen konnte, schlug sie nach ihm. “Was ist, hat es Euch die Sprache verschlagen?” Immer heftiger trommelte sie mit ihren Fäusten auf seinen Oberkörper ein. “Hört auf!” rief er und versuchte Fedora von sich wegzuschieben. Fedora schrie. “Hört auf!” Er hob seine Hand und versetzte ihr eine kräftige Ohrfeige. Durch die Wucht des Schlages stürzte Fedora zu Boden und bedeckte ihr Gesicht mit ihren Händen. Abermals schrie Medaz gequält auf, sah auf seine Hände und konnte nicht begreifen, was eben geschehen war. Die Ereignisse der letzten Tage waren einfach zu viel für ihn gewesen, und er fühlte sich plötzlich alt und müde. Von Fedora hörte er ein leises Schluchzen, aber er konnte ihr nicht sagen, das es ihm Leid tat. Abrupt drehte Medaz sich um und rannte hinaus. Alleine blieb Fedora in ihrer Dunkelheit zurück, unfähig sich zu bewegen, und hörte, wie sich seine Schritte immer weiter entfernten. \ Die Leichenbestatter sahen den Qaom ’de wütend und heftig fluchend das Familiengrab verlassen. Mit großen Schritten eilte er über den Friedhof und ritt so hastig davon, als hätten sich alle Höllentore geöffnet, und sämtliche Kreaturen aus den tiefen Abgründen wären nun hinter ihm her. Schnell begaben sie sich an den letzten Teil ihrer Arbeit. Sie schlossen die dicke Tür zum Grab und legten den Riegel davor. “Medaz? ... Medaz!!!” Panik erfaßte Fedora. Er konnte sie hier unten doch nicht wirklich alleine lassen. Vorsichtig ertastete sie sich ihren Rückweg. Bald stieß sie mit ihren Füßen gegen eine Treppenstufe und stieg hinauf. Oben angekommen bemerkte sie mit Schrecken, das die Tür verschlossen war. Fedora hämmerte dagegen, rüttelte daran. “Medaz! Es tut mir Leid!” rief sie verzweifelt und trat gegen die Tür. “Medaz, Bitte!!! Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist!” Ihre Hände fingen inzwischen an zu bluten, so kräftig schlug sie gegen die schwere Türe. “Bitte, laß mich nicht hier drin”, flüsterte sie. Immer wieder rief sie um Hilfe, bis ihre Stimme heiser war und sie keinen Ton mehr heraus brachte, doch niemand kam. Fedora ließ sich rücklings gegen die Tür fallen und glitt zu Boden. Mit zittrigen Fingern wischte sie sich ihren fiebrigen Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Schweiß aus dem Gesicht. Verschwinde! Fedora spürte, wie ihr Atem erkaltete. Du hast hier nichts zu suchen! Sie hätte lachen können. Mußte sie den überall diese Stimmen hören? Aber diesmal war es anders. Fedora fing an zu zittern. Laßt sie in Ruhe. – Fedora, komm zu mir. “Marzella?” rief die Frau ungläubig. Langsam stand sie auf und schaffte es irgendwie, in den Raum zurück zu gelangen, in dem Marzellas Leichnam lag. Fedora erschauerte, als sie bemerkte, wie etwas Körperloses durch sie hindurch glitt. Ich sagte, laßt sie in Ruhe. Fürchte dich nicht vor meinen Ahnen. Ich bin ja hier. \ Arnoldo schlenderte mit seiner Frau durch Tizio, als er plötzlich stehen blieb. “Was hast du denn, mein Gemahl?” fragte Estrelle. “Warte bitte einen Augenblick, ich bin gleich zurück.” Er eilte davon. “Hallo Medaz.” Der Angesprochene fuhr herum. Dies war das erste mal, seit Tagen, das Medaz sein Heim verlassen hatte, aber dies auch nur, weil er die Enge nicht mehr ertragen konnte. “Ach, Ihr seid es. Was kann ich für Euch tun?” “Nicht hier. Kommt bitte mit. Meine Frau wartet dort drüben.” Er winkte ihr zu. Medaz begrüßte Estrelle mit einem Handkuß. “Verehrte Estrelle.” Dann wandte er sich Arnoldo zu. “Nun sagt schon, was Ihr von mir wünscht. Meine Zeit ist knapp bemessen.” “Wie geht es Ihr?” fragte Arnoldo neugierig. “Wem?” “Na Fedora natürlich,” flüsterte Arnoldo. “So wißt Ihr also, das sie lebt?” “Ja. Und, ... was macht sie?” “Woher soll ich wissen, wie es dieser Frau geht?” “Ihr könnt das Theater lassen. Uns beobachtet niemand.” Arnoldo stockte, als er in Medaz Gesicht blickte. “Ich weiß wirklich nicht, von was Ihr redet, mein Guter. Nun ja. Ich sah sie, und sie machte auf mich einen sehr kämpferischen Eindruck. Aber wir trennten uns. Ich habe keine Ahnung, wo sie sich nun aufhält. Wie Ihr selber wißt, sind die Wege dieser Frau unergründlich.” Medaz erkannte, das Arnoldo einen mehr als besorgten Gesichtsausdruck bekommen hatte. “Oh nein.” Arnoldo wußte nicht wo er hinsehen sollte. “Unsere Freundin hat in Begleitung der Banderini die Stadt verlassen. Unerkannt, zum Glück. Nur mit dem einen Ziel, Euch zu treffen. Nun frage ich mich allerdings, was geschehen ist ...” Wie ein Blitz durchzog Medaz die Erkenntnis. Er griff sich in die Tasche seiner Jacke und zog einen Brief heraus. ‘Den soll ich Euch von einer gemeinsamen Freundin überreichen‘ Maldito! Er riß den Brief auf und las: Mein lieber Freund, Ich schicke Euch eine gemeinsame, uns sehr ans Herz gewachsenen Freundin, der die Stadtluft im Moment nicht sehr gut bekommt. Ich vertraue auf Eure Güte und Verständnis, wenn ich die Bitte an Euch richte, sich Ihrer anzunehmen. Wir alle denken, das ein Aufenthalt auf dem Land wahre Wunder wirken kann und unumgänglich für das Genesen unserer Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Freundin sein wird. M.C. Was war er doch für ein großer Dummkopf. Die Banderini hatte einiges riskiert und Fedora unbeschadet aus Tizio gebracht, und er sollte sich um sie kümmern. Statt dessen hatte er sie einfach zurückgelassen. Er könnte sich selber ohrfeigen. Arnoldo wurde langsam ungeduldig. “Medaz, was ist mit Euch?” Sein Unbehagen stieg noch, als er sah, mit welchem Blick ihn Medaz betrachtete. “Oh, Maldito! Ich habe wirklich nicht die leiseste Ahnung, wo unsere Freundin steckt. Ist sie denn bei niemand anderem aufgetaucht? In irgend einem der Verstecke?” Arnoldo schüttelte seinen Kopf. “Nein, das ist sie nicht.” “Dann befürchte ich, haben wir ein Problem. ... Aber wartet, wir können noch jemanden befragen.” Estrelle legte rasch ihre Hand auf den Arm von Medaz. “Ich denke, ich weiß, was Ihr vorhabt. Bitte bedenkt, dabei diplomatisch vorzugehen.” “Aber nach mir muß noch jemand das Grab verlassen haben.” Medaz ging wütend in dem kleinen Laden auf und ab. Die Warnung von Arnoldos Frau hatte er schon lange vergessen. “Hoher Herr. Ihr wart der Letzte, den wir herauskommen sahen. Dort war niemand mehr. Folglich können wir auch nicht sagen, in welche Richtung er verschwunden ist.” Ängstlich schaute der Leichenbestatter von einem zum anderen. “Hör mir gut zu. Es befand sich noch eine Person am Grab meiner Frau, als ich dieses verließ. Wo ist diese Person hingegangen?” Medaz hatte den Bestatter am Kragen gepackt und schüttelte ihn nun durch. Estrelle zog Medaz von dem Mann los. “Wenn er sagt, das Euch niemand gefolgt ist, läßt das unweigerlich nur einen Schluß zu.” bemerkte sie heiser. Medaz schüttelte seinen Kopf. “Das würde bedeuten, daß seit vier Tagen ...” er stockte. Wenn ihr nun durch seine wütende und unbedachte Handlung etwas geschehen war ... “Bei allen Heiligen! Arnoldo, folgt mir!” Sie rannten förmlich aus dem Laden heraus, um ihre Reittiere zu holen. Bevor sie sich auf den Weg zum Friedhof begaben, hielt Arnoldo Medaz einen Moment am Arm fest. “Verzeiht mir, Medaz. Ich wollte es vor meiner Frau nicht ansprechen, aber ... Ich frage mich wirklich, wie Ihr unsere Freundin in ihrem Zustand alleine lassen konntet?” “Ihr sprecht in Rätseln?” “Nun, daß es ihr nicht sonderlich gut ging, soll nicht zu übersehen gewesen sein. Laut der Aussage der Banderini ... aber ich verstehe schon, bei all Eurem Schmerz ...” “Und?” “Aber daß sie nichts sehen kann, sollte selbst Euch nicht entgangen sein. Wieso also laßt Ihr eine blinde Frau ...” “Eine was?” fragte Medaz entgeistert. “Oh, ... das erklärt einiges.&amp;quot; \ Keine halbe Stunde später hatten sie den Friedhof erreicht. Sie hasteten zum Familiengrab und öffneten die Tür. Medaz und Arnoldo ergriffen je eine Fackel, welche in den Wandhalterungen neben der Türe hingen, und zündeten sie an. “Wenn sie nichts sieht ... Geht Ihr dort lang,” Medaz deutete nach rechts, “ich suche hier.” Und verschwand nach links. Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij “Fedora!” riefen beide. Doch sie hörten nur das Echo ihrer eigenen Stimmen. Medaz erreichte den Raum, in dem seine Frau beigesetzt wurde. Und dort entdeckte er Fedora, welche zusammengekauert auf Marzellas Grab lag. Sie zitterte unentwegt und flehte verzweifelt nach Gaetano, ihr zu helfen. Medaz steckte die Fackel in eine eiserne Halterung, trat dichter heran und berührte mit seinem Handrücken Fedoras Stirn. “Maldito! Sie scheint innerlich zu verbrennen.” Er hob sie vorsichtig herunter und drückte sie fest an sich. Fedora stöhnte auf. “Es ist gut”, sagte Medaz beruhigend. “He, Mattia!” rief er, “ich habe sie gefunden!” Wenig später war der junge Mann bei ihm. “Wo hält sich Gaetano auf?” fragte Medaz ihn. “Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, aber ich werde ihn finden, wenn Ihr dies wünscht.” “Nun, ich denke, sie wünscht es, nicht wahr. Kommt auf mein Gut, sobald Ihr ihn gefunden habt.” Arnoldo nickte Medaz noch einmal zu und eilte davon. \ “Läßt du dir dieses Weib, ach nein, ich meine diese Sarinkay auch wieder stehlen, oder paßt du besser auf sie auf?” Titlancath sah ihren Vater giftig an. “Hier entkommt mir niemand mehr.” “Oh sicher. Das glaube ich dir sofort.” höhnte Golrooxquos. “Darf ich einen Wunsch äußern?” “Seit wann fragst du?” Golrooxquos lächelte. “Hänge sie neben Medaz erste Frau, so behältst du beide immer gut im Auge. Und wer weiß, vielleicht brauche ich sie eines Tages noch.” “Sieh deinen Wunsch hiermit als erfüllt an.” \ Schnell rief Medaz seinen Dienern einige Befehle zu, als er das weißgetünchte Landhaus betrat, und schon verschwand er in die oberen Gemächer. Hektische Betriebsamkeit verbreitete sich nun im ganzen Haus. Mit geübten Handgriffen hatte Medaz schnell die Bänder des Kleides gelockert und es Fedora ausgezogen, dann legte er sie in sein Bett und deckte sie fürsorglich zu. Da klopfte es an der Tür, und nach seinem knappen ‘Herein‘ erschienen zwei Diener. Einer begab sich sofort daran, ein Feuer im Kamin zu entfachen. Der andere trug ein Tablett mit Schüsseln und Tüchern, welches er auf einem kleinen Tisch neben dem Bett abstellte. Medaz entfernte sich in sein kleines Laboratorium, um ein Mittel zusammen zu brauen. Nachdem er ins Schlafgemach zurückgekehrt war, bemerkte Medaz sofort, das seine Dienerschaft ganze Arbeit geleistet hatte. Das Feuer verbreitete seine Wärme, in einer Schüssel dampfte heißes Wasser vor sich hin, in die andere war kaltes gefüllt worden. Für ihn stand ein großes Glas Wein bereit, von dem er sofort einen Schluck zu sich nahm. Dann setzte sich der Mann auf das Bett und hob behutsam Fedoras Kopf ein wenig an. “Hier, trinkt davon.” befahl er und flößte ihr behutsam einige Tropfen von dem Mittel ein. Immer wieder tupfte er ein kühlendes Tuch über ihre Stirn und ließ warme Steine bringen, welche in Tücher gewickelt Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij unter die Decke geschoben wurden. Fedora zitterte nicht mehr so stark und erwachte sogar für einen Moment. “Ihr seid in Sicherheit ...” “Es ... Ich wollte Euch nicht beleidigen. Verzeit mir.” stammelte sie. “Nein, ich muß Euch um Verzeihung bitten. Ich glaube, die ganze Sache ist furchtbar aus dem Ruder gelaufen. Aber nun wird alles gut, das verspreche ich Euch. Und nun schlaft.” “Parz, ... bitte,” flüsterte Fedora heiser, nachdem sie bemerkte, daß sich Medaz entfernen wollte. Zum ersten mal sprach sie ihn mit seinem Vornamen an. “Ja?” “Laß mich bitte nicht noch einmal allein in dieser Dunkelheit zurück.” Fedora atmete tief durch. Tränen rollten an ihrem Gesicht herunter. “Ich wollte dich wirklich nur trösten, nicht belehren.&amp;quot; Medaz Körper versteifte sich. Konnte es sein, daß sie allen Ernstes annahm, er hätte sie mit Absicht in dem Grab eingeschlossen? “Natürlich lasse ich dich nicht alleine.” Er nahm erneut auf dem Bett Platz, zog sie zu sich heran und wiegte sie behutsam in den Schlaf. “Ich bleibe bei dir.” ‘Für immer, wenn du es verlangst.‘ \ “ ... Nein ... Laßt meine Mädchen gehen. Sie haben Euch nichts getan ... wissen nichts ... NEIN ... nehmt Eure drekkigen Finger von ihnen .... Aaaaaaah!” Fedora träumte. Noch einmal durchlebte sie, wie ihre Schwestern, ihre Schützlinge, umgebracht wurden. Sah die verzerrten Fratzen der Legionäre, und mit welcher brutalen Lust sie ihre Befehle ausführten. Im Schlaf wälzte sie sich unruhig von einer Seite auf die andere. Die schrecklichen Bilder wollten sich einfach nicht abschütteln lassen. Sie hatte eine schwere Schuld auf sich geladen, welche sich nicht einfach verdrängen ließ. “Verzeiht ...,” flüsterte sie immer wieder verzweifelt. “ ... verzeiht ... mir.” Medaz rüttelte an Fedoras Schulter. “Wach auf. Es ist nur ein Traum.” rief er. “NEEIN!!!” Fedora fuhr hoch, ihr Atem ging schnell und stoßweise. “Es ist vorbei.” Er zog sie an seine Brust, streichelte beruhigend über ihr schweißnasses Haar. Vor Stunden war das Fieber gestiegen, und unermüdlich kämpfte Medaz dagegen an. “Es ist vorbei”, meinte er immer wieder beruhigend. Fedora klammerte sich an den Mann. Ihr erhitztes Gesicht hatte sie in den Falten seines Hemdes verborgen, Tränen durchnäßten es langsam. “Nein, du verstehst nicht. Nichts ist vorbei”, jammerte sie. “Was ist mit den Frauen meines Ordens passiert? Hat man alle gefangen genommen?” “Nein, bitte beruhige dich. Sie sind bei Freunden.” So ging es die ganze Nacht. Kaum hatte sich die Frau beruhigt und war erneut eingeschlafen, da wurde sie wieder von Alpträumen gequält. Bei jedem Schlag, bei jedem Peitschenhieb, den sie noch einmal fühlte, schrie sie auf. Fedora rief Mamercus&#039; Namen und verfluchte ihn unablässig. Als sie erneut durchlebte, wie sie von der Fackel getroffen wurde und es ihr so das Augenlicht nahm, brüllte sie hysterisch auf. Immer wieder rief sie nach einem bestimmten Mann. “Gaetano, wo bist du?” Ihre Hände hatten sich im Bettzeug verkrampft und selbst Medaz gelang es nicht, sie aus diesem fürchterlichen Alptraum zu befreien. \ “Herr.” sacht rüttelte eine Männerhand Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij an Medaz Schulter. “Besuch ist eingetroffen.” Sofort schlug Medaz die Augen auf. Ihm war, als hätte er sie eben erst geschlossen, und die Müdigkeit ließ sich nicht sofort vertreiben. Medaz stieß einen langen Seufzer aus. “Danke. Wie spät ist es?” Er sah seinen Diener fragend an. “Kurz vor Mittag, Herr.” So spät war es schon? Er betrachtete Fedora, welche zur Abwechslung mal ruhig in seinen Armen lag und schlief. Bevor sich Medaz erheben konnte, eilten zwei Männer in das Zimmer. “Ich bitte Sie.” Der Diener hatte seine Hände erhoben und wollte die beiden aus dem Gemach schieben, als er die Stimme seines Herren vernahm. “Es ist schon gut. Du kannst dich zurück ziehen.” Der Diener verneigte sich kurz, blickte dann zornig auf die Eindringlinge und zog sich leise zurück. “Arnoldo, Gaetano”, begrüßte Medaz seinen Besuch knapp. Die Männer blieben wie angewurzelt stehen und blickten unverwandt auf das Bett. Behutsam löste sich Medaz aus Fedoras Umklammerung und stand auf. “Wie schön. Ihr habt Ihn gefunden.” Und nickte dabei mit seinem Kopf zu Gaetano herüber. “Ich kann wirklich jede Hilfe gebrauchen.” \ Unruhig wälzte sich Fedora hin und her. Ihr war, als würde sie die Stimme Gaetanos hören. ‘Wäre er doch hier,‘ dachte sie, ‘warum kommt er nicht zurück?‘ Erneut kamen die schrecklichen Bilder wieder hoch. Sie rief nach ihm, rief nach Fiona, verfluchte in ihren Fieberträumen sämtliche Legionäre. Aber sie bemerkte nicht, wie sehr sich Gaetano Stunde um Stunde darum bemühte, ihr Erleichterung zu verschaffen. Wie oft das nasse Bettzeug und ihre Kleidung gewechselt wurden. Wie man ihr immer wieder einen Trank einflößte, wieviele Sorgen sich die Männer um sie machten. “Es wird alles gut.” flüsterten die Stimmen. ‘Vergiß nicht, verspreche es mir! Hörst du? Gib nicht auf, sonst war alles umsonst! Verspreche es mir!‘ \ Arnoldo hatte die Wache am Bett übernommen und Medaz sowie Gaetano gönnten sich eine kleine Pause. Schweigsam saßen sie im Erdgeschoß und starrten in die Flammen des Kamins. Von draußen war das Aufkommen eines Sturmes zu vernehmen. Die Läden der Fenster klapperten, und das Licht veränderte sich bedrohlich. Arnoldo sprang auf, als die Türen des Zimmers vom Sturm aufgestoßen wurden. Gespenstisch flatterten die leichten Stoffe, welche die großen Türen umrahmten, im Wind. Der junge Mann sah zu Fedora hinüber, doch diese lag friedlich im Bett. Er schritt auf den Balkon hinaus und starrte auf die Umgebung. Der Wind heulte fürchterlich und zog an Arnoldos Kleidung. Er ging in das Zimmer zurück und wollte gerade die Türen schließen, als sie erneut mit solch einer Heftigkeit aufgestoßen wurden, daß es ihn nach hinten schleuderte. Bevor er begriff, was vor sich ging, schwebte eine schwarze, in einen wehenden Umhang gehüllte Gestalt in das Zimmer herein. Das Wesen erblickte Fedora, flog auf sie zu und Arnoldo, der eine Bedrohung fühlte, rannte zwischen es und das Bett. “Geh weg.” rief er. Die Gestalt hob einen Arm und streckte diesen Arnoldo entgegen. Ohne den Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Mann zu berühren, schleuderte er ihn wie eine Puppe zur Seite. Arnoldo schrie laut auf, prallte gegen eine Wand und blieb benommen liegen. Bevor das Wesen das Bett erreicht hatte, preschten Medaz und Gaetano herein. Medaz stürzte sich auf die Gestalt und wurde ebenfalls zur Seite geschleudert. Gaetano postierte sich zwischen Fedora und den Gegner. ‘Ihr erbärmlichen kleinen Wichte. Ihr könnt mich nicht aufhalten. Kein Sterblicher vermag es, mir etwas anzutun.‘ dröhnte laut und dunkel seine Stimme. Medaz war aufgestanden und wollte sich erneut auf ihn stürzen, als es sich zu ihm wandte und langsam seine Kapuze herunternahm. ‘Auch dich werde ich noch holen, denn du bist mir versprochen.‘ Medaz verspürte einen unsagbar grossen Schmerz auf seiner Brust. Es schien, als würden seine Narben der Zeichen aufplatzen, welche einst von Tlopixquis in seine Haut geschnitten worden waren. Sein Oberkörper schien förmlich zu verbrennen. Er riß sich sein Hemd auf und sah, das seine Narben angefangen hatten zu glühen. “Ihr seid Titlancuth!” rief er heiser und hielt sich seine Brust. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher und er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. ‘Gut erkannt, mein Lieber.‘ Das totenkopfähnliche Gesicht verzog sich zu einer grinsenden Maske. Titlancuth hob seine Hand und schleuderte Medaz aus dem Weg. Dann wandte er sich an Gaetano, welcher vor ihm stand und auf Toqua beschwörende Formeln murmelte. ‘Wen haben wir denn da?‘ höhnte Titlancuth. ‘Den Sohn des großen Sumi. Glaubst du ernsthaft, du bist in der Lage, mich aufzuhalten?‘ Titlancuth fuhr seine skelettartige Hand aus, an deren Fingern scharfe Klingen herausragten, und begann, Gaetano die Brust über dem Herzen zu öffnen, ohne daß dieser auch nur die Möglichkeit dazu bekam sich zu wehren. Ungläubig blickte er an sich hinunter und konnte sein schnell schlagendes Herz durch die klaffende Wunde sehen. Seine Beine gaben nach und er sank zu Boden, eine Insel in einem See aus seinem eigenen Blut bildend. ‘Endlich,‘ frohlockte Titlancuth. ‘sie ist es schon fast Wert, meine Gefährtin zu werden, findet ihr nicht auch?‘ “Rührt sie ja nicht an.” stammelte Medaz wütend. Augenblicklich traf ihn ein noch größerer Schmerz, er krümmte sich benommen zusammen und schrie laut los. ‘Vielleicht nehme ich dich auch gleich mit. Du verpaßt sonst noch deinen Ritt auf dem Wind der Klingen.‘ Titlancuth war für einen Moment abgelenkt, so bemerkte er nicht, wie sich Fedora aus dem Bett erhob und auf ihn zukam. “Laß sie in Ruhe!” befahl die Frau eindringlich. Ein heilender Schmerz hatte sich in ihrem Körper ausgebreitet, und die letzten Verwundungen verschwanden. Titlancuth fuhr herum. ‘Wie schön, du bist wach.‘ Sie sah sich um und betrachtete Medaz, der schweißgebadet auf dem Boden lag, ebenso Gaetano, der sich erfolglos seine Hände auf die Brust preßte, um so das Blut zurückzuhalten, welches aus seinen Wunden herausquoll. Er war kreideweiß und sah hoffnungslos zu Fedora hinüber. Er wollte etwas sagen, doch er brachte nur ein Stöhnen zustande. ArnolHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij do lag halb bewußtlos auf der anderen Seite des Zimmers. “Du hast meinen Freunden weh getan.” Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht der Frau. “Dafür hast du eine Bestrafung verdient.” ‘Aber natürlich.‘ lachte Titlancuth. ‘Du amüsierst mich.‘ “Dann wollen wir doch mal sehen ob wir dir das Lachen nicht austreiben können!” rief Fedora mit fünf unterschiedlichen Stimmen. Titlancuth stutze. Was ging hier vor sich? “Sieh genau her und erkenne.” Ein leuchtendes Amulett erschien um ihren Hals. ‘Der Wächter! Also bist du endlich erwacht?‘ “Nein, ich bin nur seine Mittlerin.” antwortete die Frau. “Du wirst sie nie mehr belästigen.” Ein Lichtwirbel tauchte auf und umhüllte Fedora sowie Titlancuth. Die Frau stürzte sich auf den Gott und versetzte ihm einen Schlag, welcher ihn wegschleuderte. Titlancuth fuhr noch im Fallen herum und flog auf Fedora zu. Der Aufprall war so heftig, daß beide gegen eine der geöffneten Türen prallten. Holz splitterte, und Glas zerbrach. Fedora war durch die Scheiben gestürzt, rappelte sich jedoch gleich wieder hoch und erhob ihre Arme. Das Leuchten des Amuletts nahm an Intensität zu. In ihren Händen erschienen zwei Schwerter. Titlancuth knurrte wütend und griff erneut an. Die Frau duckte sich und schlug mit ihren Waffen nach seinem Rücken. Sie zerschnitt bloß seinen Umhang. Titlancuth richtete sich auf. Er schien zu wachsen, der Umhang platzte von seinen Schultern, und vier Arme kamen zum Vorschein. An jedem seiner knochigen Finger wuchsen die Klingen auf Schwertgröße. Unablässig hieben sie aufeinander ein, ohne das einer von beiden müde wurde. Titlancuth gelang es, ihre Deckung zu durchbrechen, und mit einem Handrükken traf er ihre Brust. Von der Wucht des Schlages wurde sie nach draußen geschleudert, und nur das Geländer des Balkons hinderte sie am Absturz. Ihre Wirbelsäule knackte bedrohlich. Titlancuth folgte der Frau nach draußen. Sie erwartete ihn, auf dem Geländer stehend, und schlug von oben auf den Gott herab. Er versuchte, ihre Beine zu treffen, doch sie sprang in die Höhe, vollführte einen Salto über seinen Kopf hinweg und kam hinter ihm zu stehen. Gerade rechtzeitig fuhr er herum, um ihrer Attacke zu entgehen. Ihre Waffen verhakten sich und ihm gelang es, Fedora eines ihrer Schwerter zu berauben. Ein schneller Streich der Priesterin, und dem Gott fehlte ein Arm. Fedora nutzte die Gunst der Stunde, rollte sich ab, bekam den abgetrennten Arm zu fassen und wollte mit ihrer neu erworbenen Waffe angreifen. Der Gott schrie auf, bekam ihren Hals zu packen und drückte zu. Ihr wurde für einen Augenblick schwarz vor Augen Immer fester drückte er zu. ‘Ist dies alles, was du mir zu bieten hast, Wächter?‘ “Natürlich nicht!” Fedora krallte sich mit einer Hand an Titlancuths Hinterkopf fest und stieß die Klingen de abgetrennten Armes in sein Gesicht. Die Klingen drangen durch den Schädel. Titlancuth bäumte sich schreiend auf und stürzte zur Seite. Keuchend beobachtete Fedora das weitere Schauspiel. Titlancuths Körper schien zu verschwimmen, dann blähte er Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij sich kurz auf, fiel in sich zusammen, um gleich darauf zu explodieren. Schützend hob Fedora ihre Arme. Nichts blieb von ihm übrig. ‘Erinnere dich. Du darfst es nicht vergessen!‘ vernahm sie die Stimme Marcellas. Ja, das tat sie. Alles was sie nach ihrem Tod erlebt hatte, kehrte zurück. Diese Erinnerungen machten es nicht einfacher, ganz im Gegenteil. Sie wischte sich den aufkommenden Schweiß von der Stirn. ‘Ich erinnere mich, Marzella, hörst du!‘ brüllte sie innerlich. ‘Es wäre so viel besser gewesen, mich auf der anderen Seite zu lassen, wo ich hingehöre.‘ ‘Das wäre es nicht! Viele Aufgaben liegen noch vor dir!‘ “Warum ich?” schrie sie. “Gibt es keinen Fähigeren? Keinen, der diese Aufgaben besser erfüllt, als ich? Ich kann das alles nicht mehr ertragen. Ich fühle mich so leer. Auf mir lastet so viel Schuld. Bitte!” Keine der Stimmen erwiderte etwas. “Wie viele Menschen sollen noch wegen mir sterben? Weißt du darauf eine Antwort? Denkst du, es ist einfach, damit zu leben?” Tränen flossen an ihrem Gesicht herunter. “Wächter”, rief sie hilflos. “Gib mir eine Antwort!” “Wenn die Zeit dafür gekommen ist!” Die Frau stieß einen lauten, verzweifelten Schrei aus. ”Warum ich!?” Nach einem kurzen Moment der Stille vernahm sie erneut fünf Stimmen, die wie eine Klangen:” Sei Mutig Hab keine Angst Komm Viel Arbeit wartet auf dich Verzweifle nicht !” Fedora sah sich um, stolperte auf Medaz zu und zog seinen Körper näher an Gaetanos heran. Dann kniete sie sich hin und legte ihre Hände auf die Oberkörper. “Hilf mir wenigstens, diese Beiden zu retten.” flehte Fedora. “Bitte!!!” Sie konzentrierte sich, spürte, wie eine Kraft über ihren Kopf in sie eindrang und sich wärmend in ihrem Körper verteilte. Ein helles grünes Licht drang über ihre Finger in die Körper der Männer. Gaetanos Wunden schlossen sich, sein Atem wurde gleichmäßiger. Medaz Narben, welche inzwischen angefangen hatten zu bluten, verschwanden für immer. Nachdem die Männer versorgt waren und sich nicht mehr in Gefahr befanden, erlosch das Licht, und Fedora sackte entkräftet über Medaz zusammen. \ Arnoldo stand mit zitternden Beinen auf und sah sich in dem verwüstetem Zimmer um. In der geöffneten Tür standen Medaz Diener und blickten ängstlich auf den jungen Mann. “Du überraschst mich immer wieder aufs Neue”, flüsterte Medaz heiser, als er für einen kurzen Moment seine Augen aufschlug. Mit ihrem Kopf ruhte sie auf seiner Brust uns sah zu dem schlafenden Gaetano hinüber. In der Zwischenzeit hatte sein Gesicht wieder eine gesunde Farbe angenommen. Fedora blickte Medaz an und lächelte schwach, ihre Antwort klang gequält. “Ich wundere mich auch jedesmal wieder.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=256</id>
		<title>Nubyry, Malinali und der Protektor</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=Nubyry,_Malinali_und_der_Protektor&amp;diff=256"/>
		<updated>2022-12-03T15:36:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stefan Fehres, Debora Jarosch, Februar 2007 Prolog Lucrezia war auf dem Weg nach Hause. Es war früher Abend, und ein Sturm tobte über N&#039;ga Nova, wie er in diesen Breiten häufig vorkam. Der Regen stach wie Nadeln auf ihrer Haut, während der Wind an ihrer Kleidung riß. Angst schnürte ihr die Kehle zu, denn in N&#039;ga Nova ging in den letzten Wochen Merkwürdiges vor. Ein Mörder ging um in der Hafenstadt. Ein reißendes Raubtier, der seine Opfer verstümmelte, bevor er ihnen das Leben nahm. Seine Opfer waren ausschließlich Frauen, und dabei machte er zwischen Arm und Reich keinen Unterschied. Ein heller Blitz zuckte auf, und die enge Gasse wurde für einen kurzen Moment in gleißendes Licht getaucht. Lucrezia keuchte vor Angst auf, als vor ihr im hellen Schein eine Ratte über die Gasse huschte. Sie war eine arme Frau, die von einem winzigen Suppenstand am Hafen ihre drei kleinen Kinder versorgen mußte, seit ihr Mann vor drei Jahren auf dem Meer geblieben war. Heute war ihr Geschäft wegen des schlechten Wetters ausgesprochen armselig gelaufen, und sie hatte länger als sonst am Hafen ausharren müssen, bis sie ihre Suppe an die hungrigen Hafenarbeiter hatte verkaufen können. Dann hatte sie eilig von dem Erlös Lebensmittel für ihre hungrigen Kinder eingekauft, doch die Dunkelheit hatte sie eingeholt. \ Es waren nur noch wenige Meter bis zu ihrer kärglichen Hütte, als erneut ein Blitz die Gasse hell erleuchtete und sie verängstigt stehen blieb. Eine Gestalt stand nur wenige Meter vor ihr. Der Mann trug eine schwarze Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Lucrezia war erleichtert. Offensichtlich war der vor ihr stehende Mann ein Priester oder Mönch, wie es viele in der Hafenstadt gab. Von diesem Bruder ging sicherlich keine Gefahr aus. Sie wollte den Mönch gerade freundlich grüßen, als die Gestalt die Hände hob und die Kapuze nach hinten schob. Noch nie hatte Lucrezia ein schöneres Gesicht gesehen. Alles in diesem Gesicht schien perfekt, wären da nicht diese merkwürdigen Augen gewesen. Sie waren gelb und erinnerten an die Augen einer Schlange oder eines Krokodils. Ein dumpfer Druck legte sich auf ihren Geist, während der Mönch auf sie zu ging. Unfähig, sich zu rühren, schien sie von den fremdartigen Augen aufgesogen zu werden. Als der Mann vor ihr stand, blitzte etwas Silbernes auf. Sie spürte keinen Schmerz. Plötzlich hatte sie einen merkwürdigen, metallischen Geschmack im Mund. „Ist das Blut? “ dachte Lucrezia noch, als ihr die Sinne schwanden und sie zu Boden stürzte. \ Der Centas Marcus Gnaeus Pulcher hatte auf vielen Schlachtfeldern der Legion gekämpft. Er hatte Leid und Elend in allen erdenklichen Facetten gesehen und hatte sich für einen abgebrühten und harten Mann gehalten. Doch was er in den letzten Wochen hier in N&#039;ga Nova erlebte, zerrte an seinen Nerven. Wieder stand er vor einer grausam zugerichteten weiblichen Toten. Die Frau lag auf dem Rücken. Etwas hatte ihr den Brustkorb geöffnet und das Herz entfernt. Die gebrochenen Augen der Frau starrten in den wolkenverhangenen Himmel über N&#039;ga Nova. An der Kleidung der Frau erkannte der Centas, das sie arm war. Ein Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij paar kleine Fische und etwas Gemüse lagen um den Körper der toten Frau, offensichtlich hatte sie gerade eingekauft und wollte nach Hause, als sie ihr Schicksal ereilte. Ein paar wenige Münzen trug die Frau fest in ihrer linken Faust. Dem Mörder kam es nur darauf an, ihnen das Herz aus dem Leib zu reißen. „Was macht er nur mit den Herzen?“, dachte Marcus betrübt, während er das abgehärmte Gesicht der Toten betrachte. „Oh Ihr Götter, warum lasst Ihr das zu!“ sagte die Stimme seines Codar Quintus neben ihm, der gerade einen Rekruten beruhigt hatte. Dieser hatte den Anblick der Laiche nicht ertragen können und stand zitternd neben seinem Unteroffizier. „Quintus, schicke mir diesen Waschlappen weg, bevor ich ihm eine Lektion erteilen muss!“, knurrte der alte Centas. „Immerhin sind wir Legionäre aus dem Reich des Feuers und keine Memmen.“ Innerlich schmerzten ihn diese harten Worte, doch durften durch diese Ereignisse die Disziplin und Moral der Truppe nicht untergraben werden. „Wie viele waren es jetzt, 15 oder 16 tote Frauen in den letzten Wochen, Quintus?“, fragte der Centas seinen Unteroffizier. „Ich muß gestehen, daß ich den Überblick verloren habe, doch Eure Schätzung wird richtig sein“, antwortete der Angesprochene. „Wir müssen etwas unternehmen, Quintus, die Bevölkerung wird unruhig, es wird nicht mehr lange dauern, und man wird uns mächtig in den Arsch treten“, sagte Marcus. „Da habt Ihr wohl recht, man wird uns sogar außerordentlich mächtig in den Arsch treten, wenn wir das Schwein nicht bald erwischen“, folgerte der Unteroffizier. „Ist das meine Mama?“ piepste plötzlich eine leise Stimme. Unbemerkt von den zwei Legionären hatte sich ein kleiner Junge durch die Menge der Schaulustigen gedrängt. „Sie ist nicht nach Hause gekommen“, sagte die Stimme weiter „mein kleines Brüderchen und mein Schwesterchen haben großen Hunger“. Beide Männer erstarrten augenblicklich. Marcus faßte sich als erster und drehte sich um. Ein etwa zehnjähriger Junge, in dreckige Lumpen gehüllt, stand vor ihnen und schaute sie mit großen Kinderaugen an. Marcus spürte, wie sein Mund trocken wurde. Ein großer Kloß stieg ihm in die Kehle, als der Junge seine Mutter erkannte und seine Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten. Vorsichtig ging der Junge auf seine tote Mutter zu und kniete neben ihr nieder. Zärtlich strich er ihr über das Haar, und mit einer ruhigen Geste seiner Hand schloss er ihr die gebrochenen Augen, als hätte er in seinem Leben noch nie etwas anderes getan. Das war zuviel für den hartgesottenen Centas. Augenblicklich schossen ihm die Tränen in die Augen. Langsam trat er an die Seite des Jungen und nahm ihn auf den Arm. „Dann werden wir uns wohl um dich und deine kleinen Geschwister kümmern müssen,“ krächzte Marcus, und es wollte ihm das Herz brechen, als der Junge voller Vertrauen seinen Kopf an seine Schultern legte. „Na, wenn wir uns um alle elternlosen kleinen Racker in diesem Rattennest kümmern.....“, hob Quintus an, beendete den Satz aber nicht, als er den kalten und durchdringenden Blick seines Centas gewahr wurde. Er kannte diesen Blick, es war ein gefährlicher Blick, wie ihn der Centas normalerweise nur auf dem Schlachtfeld hatte. Langsam stapfte Marcus mit dem Jungen auf dem Arm davon. Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij „Unser Centas wird weich“, sagte einer der Legionäre neben Quintus. Sofort verpaßte ihm der Codar einen derben Tritt. „Was verstehst du Esel schon davon, siehe zu das diese Tote endlich von hier verschwindet!“, schrie Quintus seine Untergebenen an. „Diese Geschichte macht uns alle weich“, knurrte der Codar, als es niemand hören konnte. Dann sah er seinem Centas nach, der gerade mit dem Kind auf dem Arm in der schäbigen Hütte der Frau verschwand. \ In der letzten Zeit zog es Turonk an die Orte seiner Verbrechen zurück. Amüsiert hatte er aus der Entfernung die Geschehnisse über das letzte Opfer seiner Jagd verfolgt. Es bereitete ihm Vergnügen, das Grauen und die Angst der Menschen zu beobachten. Niemand beachtete den großen Mann in der schwarzen Kutte, der sich die Kapuze tief in das Gesicht gezogen hatte und nun langsam davonging. Natürlich empfand er kein Mitleid mit seinen Opfern, für ihn waren sie nur Beute und Nahrung. Nur durch das frische Blut, das durch ein noch schlagendes Herz strömte, gewährte ihm das Schicksal, in dieser Realität zu verbleiben, in die ihn ein unvorsichtiger Priester der Toquateken geholt hatte. Die Alternative war ein schneller und zügiger Verfall seines Körpers und das Verschwinden seiner Seele im Nimbus, bis wiederum jemand seinen Geist beschwor. Letztlich war es nicht entscheidend, ob das Herz einer Frau oder eines Mannes verzehrte. Frauenherzen schmeckten einfach besser. Turonk spürte die mentale Erschütterung, als sich der Gott regte. Baba Croqua hatte seine eigenen Pläne, und er war sein Instrument, sein Werkzeug, und der Krokodilgott der Toquateken war kein geduldiger Gott. Plötzlich erschütterte ein mentaler Schrei den Nimbus. Turonk keuchte auf, ein ungeahnter Schmerz durchzuckte seinen Körper. Etwas kam in die Welt. Hart schlug Turonk auf dem schmutzigen Boden der Gasse auf, als ihm für einen Moment die Sinne schwanden. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund. Der Schrei wurde immer lauter, und in seinen Gedanken erschien die Gestalt einer Frau. Turonk keuchte und rang nach Atem. „Nubyry!“, sagte Turonk mit matter Stimme. Nubyry war in die Welt gekommen. Das änderte für Turonk alles. \ Bericht Aeitus „Hüte dich vor betrunkenen Assassinen“ Seit unseren gemeinsamen Erlebnissen in den Mangrovensümpfen und der wundersamen Errettung waren Rhonda und Caligula Lupus oder Ehecacohuatltzin, wie sein richtiger Name lautete, ein Paar. Die Amazone und der Assassine waren in eine heftige Affäre verstrickt, und so kam es vor, das beide oft für mehrere Tage nicht auffindbar waren. Maximus und ich hatten uns daran gewöhnt. Ohne großes Murren hatte ich meine Interessen und Geschäfte in die kundigen Hände von Caligula gelegt, und seitdem liefen die Geschäfte gut, und meine Geldbörse entwikkelte sich prächtig. Zwar drehten sich die zu erledigenden Aufgaben nicht mehr um Salzwasserkrokodile oder Schätze der Toquateken, sondern um Angelegenheiten der Legion oder der Familie, doch dieses Verschieben der Schwerpunkte fiel mir nicht schwer. Nun waren jedoch weder Rhonda noch Caligula seit einer Woche auffindbar, und beunruhigt beschlossen Maximus und ich, in die traute Zweisamkeit einzubrechen. Natürlich konnten die Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij beiden machen, was sie wollten, solange der Profit nicht gefährdet war. \ Wir fanden den Assassinen in seiner Unterkunft in einem traurigen Zustand vor. Er mußte sich seit mehreren Tagen ununterbrochen betrunken haben, den seine Liegestatt war umstellt von leeren Kallebassen und Weinschläuchen. Seine Kleidung war beschmutzt, und er stank erbärmlich nach Schnaps und diversen Essenzen seines Körpers. Laut und vernehmlich schnarchte er, während er seinen schweren Rausch ausschlief. Maximus und ich sahen uns ratlos an, noch nie hatten wir den Assassinen auch nur einen winzigen Schluck Alkohol trinken sehen. Hatte die Amazone das Weite gesucht? Nun mag es schon unter normalen Umständen schwierig sein, einen schwer betrunkenen Menschen aus seinem Rausch zu erwecken, aber einen Assassinen? „Ich bin nicht lebensmüde“, sagte Maximus. „Wir müssen ihn fesseln, bevor wir ihn aufwecken. Ich erinnere mich da an ein altes Rezept aus der Legion, das ich zubereiten werde, während du ihn fesselst.“ „Nein, nein, mein Lieber“, erwiderte ich, „ich bin auch nicht lebensmüde, entweder wir fesseln ihn gemeinsam, oder wir werden gemeinsam hier warten, bis er aufwacht.“ Widerwillig nickte Maximus, und so machten wir uns an die Arbeit. Bei jedem Zucken des Assassinen brachen wir in Panik aus, und nachdem wir die Aufgabe glücklich gelöst hatten, war von jedem von uns ein erleichtertes Aufseufzen zu vernehmen. Maximus verschwand, um sein Gebräu zuzubereiten, und ich sah mich um. Es mußte hier zu einem Kampf gekommen sein. Ein Stuhl war zerbrochen, überall lagen Scherben, aber die Sachen der Amazone waren noch da. Die Amazone wäre nie ohne ihre geliebten Schwerter von dannen gezogen. Was war hier vorgefallen, hatte Caligula die Amazone in einem Anfall von Wut getötet? Als Maximus zurückkehrte, trug er einen Tonkrug bei sich, aus dem es stechend roch. Vorsichtig flößte er dem Assassinen die Flüssigkeit ein. Zuerst geschah nicht das Geringste, bis Caligula die Augen aufriß und seinen Körper verkrümmte. Ein unmenschliches Gurgeln erklang, während der Assassine Schaum spuckte. Die Krämpfe wollten nicht aufhören, und was ansonsten mit Caligula geschah, möchte ich hier unter dem Mantel des Schweigens verbergen. „Bei den Göttern, was hast du ihm gegeben?“, fragte ich Maximus. Dieser zukkte nur mit den Schultern, als er erwiderte „Oh, ein wenig Brechwurz, feinste und beste zermahlene Chillischoten, und das alles in Chocolatl verrührt.“ „Dafür wird er uns töten, wenn er zu sich kommt!“, sagte ich, als mich etwas traf und es schlagartig dunkel wurde. \ Bericht Maximus „Der Protektor“ Offensichtlich hatten wir die unbändige Kraft von Caligula unterschätzt, und so konnte ich nicht eingreifen, als der arme Aeitus von der Faust des Assassinen niedergestreckt wurde. Er hatte die Fessel an seiner rechten Hand zerrissen. Aeitus brach zusammen wie ein nasser Sack. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als ich sah, wie Caligula sich nach und nach unter wütendem Brüllen von seinen Fesseln befreite. Obwohl mir Caligula in den Sümpfen das Leben und auch mein Bein gerettet hatte, trat ich ihm nur mit größtem Mißtrauen entgegen. Er schien eine starke Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Bindung zu den Toquateken in den Sümpfen zu haben, und sie nannten ihn „Ehecacohuatltzin“, was soviel wie „Wirbelwind“ in ihrer Sprache bedeutet. Was auch immer die Toquateken aus ihm gemacht hatten, er war gefährlicher als viele der Krieger, die ich in meinem langen Leben als Soldat der Legion kennengelernt hatte. Es war dieser dunkle, animalische Anteil seiner Persönlichkeit und die absolute Kompromisslosigkeit, die ihn zu einem der effizientesten Kämpfer machte, denen ich je die Ehre hatte, zu begegnen. Als er nun auf mich zustürzte, rechnete ich mir keine Chance aus, das Zusammentreffen zu überleben, doch er stürzte nur an mir vorbei zu einer Kanne voller Wasser, die er in gierigen Schlucken austrank, und die nächste Kanne und die nächste und noch eine. Vielleicht hatte ich es mit den Chillischoten übertrieben. \ „Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!“, sagte Caligula zu mir und ließ sich mit einem Becher voll Wasser auf einem Schemel nieder. Er war nicht leicht zu verstehen, da seine Zunge durch die unglaubliche Schärfe des Chillis angeschwollen war. Mühsam stand Aeitus auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war. „Ich glaube, du hast mir die Nase gebrochen!“, stellte er fest, während er sein blutiges Gesicht abtastete. Caligula zukkte nur mit den Schultern. Schließlich erfuhren wir die Lösung unseres Rätsels. Rhonda, die Amazone, war entführt worden. Aeitus verstand die Welt nicht mehr. „Rhonda wird entführt, und du sitzt hier und lässt dich vollaufen!“, rief er empört aus, „wer hat sie entführt…?“ Doch der Assassine winkte ab. Natürlich hätte er alles getan, um die Amazone zu retten, sofern er dazu die Möglichkeit gehabt hätte. „Rhonda und ich kamen vor ein paar Tagen abends nach Hause“, berichtete er mit stockender Stimme. „Als wir diesen Raum betraten, traf mich ein Schlag und warf mich zu Boden. Es war kein körperlicher Schlag, sondern ein geistiger, und er wurde mit solcher Kraft durchgeführt, daß mir keine Möglichkeit zur Gegenwehr blieb. Ich konnte noch die Augen bewegen, das war alles. Rhonda musste es genauso wie mir ergangen sein, denn sie regte sich ebenfalls nicht. Im Raum stand eine schwarz gekleidete Gestalt, die Kapuze tief in das Gesicht gezogen. Als der Fremde die Kapuze hochhob, sah ich, daß er die ebenmäßigen Züge eines wunderschönen Jünglings trug. Doch seine Augen waren die eines Krokodils. Er stellte sich als Turonk vor und mir war klar, das es sich um den Mann handelte, den die verfluchten Priester des Baba Croqua im Tempel der Urmutter zum Leben erweckt hatten und dessen Wiedererweckung ihr in eurem Tagtraum miterlebt hattet. Dann griff er nach Rhonda und begann, unverständliche Worte zu murmeln, und mit Schrecken sah ich, wie sie immer kleiner wurde, bis sie so groß wie mein kleiner Finger war. Turonk hob die gelähmte Amazone in seiner Hand hoch, zog eine Phiole aus seinem Gewand, in der sich eine milchige, leicht grünlich floureszierende Flüssigkeit befand und steckte Rhonda dort hinein, dann verschloß er die Phiole mit einem kleinen Korken und schüttelte sie, wobei er hässlich lachte. Ich konnte nicht einmal schreien, da sogar meine Zunge gelähmt war. Dann klopfte er mit einer hässlichen Geste an die kleine Phiole, in der meine Geliebte schwamm. Sodann erläuterte mir der Fremde meinen Auftrag. Ich soll eine Frau finden, die sich in Xanathoria Inferior aufhält. Der Name Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij der Frau ist Nubyry. Bis ich diese Frau gefunden und Turonk übergeben habe, lässt er meine geliebte Amazone am Leben, und da er sie in Lumen Vita eingelegt hat, bliebe sie auch jung und frisch.“ Damit beendete der Assassine seinen Bericht. „Welche Nubyry, wo befindet sich diese Frau, wie sieht sie aus, wo kann man sie finden?“, fragte Aeitus. Caligula zuckte wiederum mit den Schultern. „Ich glaube Caligula will dir sagen, das dies alle Informationen sind, über die er verfügt“, sagte ich, und dann wurde es still im Raum. „Ich glaube ich brauche was zu trinken!“, sagte Aeitus. \ So habe ich es aufgeschrieben, wie mir der Cheffe es aufgetragen hat und wie sich damals zugetragen hat. „Schreibt eure Erinnerungen auf!“, sagte er, „an die Tage der Befreiung, an die Revolution, damit unsere Taten nie vergessen werden!“ Doch ich bin ein ehemaliger Centas der Legion, meine Hand ist rauh und voller Schwielen, geübt darin, Hälse durchzuschneiden und nicht, um elegant und weibisch die Schreibfeder zu führen. Möge mir also der Leser, der diese Zeilen liest, das eine oder andere ungehobelte Wort oder die ungeschliffenen Sätze eines alten Soldaten verzeihen. Doch will ich weiter von den Ereignissen berichten, die sich seinerzeit in Xanathoria Inferior zugetragen haben. \ Nachdem wir Ehecacohuatltzin aus seiner mißlichen und traurigen Lage befreit hatten, kam der Waldläufer auf die Idee, daß man ein Wesen wie Turonk, über dessen Macht und Möglichkeiten wir immer noch keine klaren Vorstellungen hatten, am besten mit der Hilfe eines Magiers bekämpfen und vielleicht letztlich auch besiegen kann, um somit die schöne Amazone zu befreien (wobei ich sagen muß, daß ich bis heute nicht verstehen kann, was die beiden an dieser Amazone fanden, mir war sie entschieden zu dünn, aber das tut hier nichts zur Sache). Aeitus hatte in der Vergangenheit des öfteren Salzwasserkrokodile für einen Magier in N&#039;ga Nova gejagt und mit diesem gute Geschäfte gemacht. Der Magier hieß ki’Ansi xa’Waja. Im Haus des Magiers sollte es zu einer Begegnung kommen, die unser aller Leben auf das Nachhaltigste verändern sollte. \ Die Wohnstatt des Magiers wirkte von außen unauffällig, wenn sie sich auch in einem der besseren Viertel der Hafenstadt befand. Das Haus bezeugte einen bescheidenen Wohlstand. Aeitus ging zuerst allein hinein und winkte uns nach einer kleinen Weile, daß wir nachkommen sollten. Der Magier öffnete uns selbst, und wie wir trug er eine dunkle Robe und hatte die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, so daß seine Züge nicht zu erkennen waren. Da es inzwischen schon Abend in N&#039;ga Nova geworden war, mußten wir in unseren dunklen Roben und Gewändern eine merkwürdige Versammlung abgegeben haben. Ebenso hätten wir uns Schilder mit der Aufschrift „Verschwörer“ an die Kleidung heften können. Seltsam war, daß keine Diener herbeieilten, das Haus schien bis auf den Magier unbewohnt. Wortlos führte uns der Magier durch sein Haus, wobei mich sein großes Laboratorium beeindruckte. Der Raum war übersät mit Kolben, Tiegeln und Pfannen. Überall kochten, brodelten und zischten geheimnisvolle Flüssigkeiten und tropften Säure oder Lauge zischend auf den Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij riesigen Tisch inmitten des Raumes, um den unzähligen Verätzungen und Brandflecken noch weitere hinzuzufügen. An den Wänden standen Regale voller unzähliger Tiegel und Töpfe mit Gewürzen und Kräutern, beschriftet mit Namen aus den Sprachen aller bekannten Länder. Überall lagen unzählige Folianten und Pergamente verstreut. Von den Decken hingen Zöpfe mit Knoblauch und Zwiebeln, ein riesiges ausgestopftes Salzwasserkrokdil, Vögel und andere Kuriositäten. „Oh, da hängt auch eine schöne Salami!“, entfuhr es mir. „Manchmal hat ein Magier vielleicht auch nur einfach Hunger!“, knurrte Aeitus hinter mir. Doch am meisten beeindruckte mich der Geruch in diesem Labor. Nie mehr habe ich in meinem Leben ein solches Spektrum an Gerüchen wahrnehmen dürfen. Hier roch es nach den feinsten Düften wie Ambra oder Moschus, und nur wenige Handbreit daneben zog ei-- nem der Gestank einer Abfall- oder Abortgrube in die Nase. ki’Ansi jedenfalls nahm von alledem keine Notiz, als ob an diesem Laboratorium nichts ungewöhnlich wäre und führte uns in ein angrenzendes kleines Schlafgemach. Im Raum stand lediglich ein einzelnes karges Feldbett der Legion. Der Mann, der dort lag, mußte einst eine stattliche Figur besessen haben. Er war jetzt jedoch bis auf die Knochen abgemagert, was man gut erkennen konnte, da er nur eine dünne Tunika trug. Man mußte nur in das Gesicht des Mannes sehen und die silberne Hand erblicken um zu wissen, wer da auf dem Feldbett lag. Die Augen des Protektors glänzten von hohem Fieber und waren tief eingesunken, die haarlose Stirn und Glatze war von Schweiß bedeckt. Das Zahnfleisch war entzündet, und ein Rinnsal aus Blut tropfte Lucius Scaevola argens aus der Nase. Als einzigen Schmuck trug der Protektor seine silbernen Hand und ein Amulett. Auch hätte dem Protektor ein Bad sicherlich nichts geschadet. Als ich das Amulett erblickte, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Ich hörte, wie hinter mir der Assassine, der ein ähnliches Amulett besaß, vor Verblüffung einen toquatekischen Fluch ausstieß, den ich nicht verstand. Auch ki’Ansi schien überrascht und zog ebenfalls ein Amulett unter seiner Kutte hervor, wobei er es aber vermied, sein Gesicht zu zeigen. Zwar waren alle drei Amulette in der Art ihrer Beschaffenheit und Fertigung verschieden, jedoch zeigten alle drei das gleiche Bildnis, der Kopf einer Hydra. Was in den nächsten Minuten am Krankenlager des Protektors der Provinz des Reich des Feuers, Xanathoria Inferior, geschah, kann ich nur schwer in Worte fassen, gehörte es doch zu den großartigsten Erlebnissen und Erfahrungen meines Lebens. Der Assassine, der Magier und der Protektor erstarrten augenblicklich und rührten sich nicht. Aeitus und ich sahen uns derweil ratlos an. Plötzlich durchzog mich eine Wärme, wie ich sie vielleicht als Knabe auf dem Schoß meiner Mutter erfahren hatte. Ein Gefühl großen Glückes durchströmte mich, von meinen äußersten Haarspitzen bis hinunter zu meinen zur Zeit ungewaschen Fußzehen. Plötzlich wurde mir klar, wo mein Platz war und für was es sich lohnte, das Schwert zu erheben. Alles Leid der vergangenen Jahre, die Gefühle der Ohnmacht und des Verlustes der Heimat, waren verschwunden. Kein Platz mehr für Melancholie und Haß. Es erschien mir, als würde mich das Land, auf dem ich stand, der Boden selbst, willkommen heißen und herzlich umarmen und küssen. Ich brauchte mich nicht mehr zu schämen, ein Geächteter ehemaliger Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Centas der Legion zu sein, den man in die Westliche Welt verbannt hatte, ich wurde in diesem Augenblick neu geboren und erhielt eine zweite Chance. Ich wurde Maximus aus dem VOLK VON XIDURIA. \ Ich spürte zwar, wie der magische Moment verging, doch war mir in diesem Moment gleichgültig, ob es sich bei der gemachten Erfahrung um eine Zauberei des Magiers oder um etwas anderes handelte, so erfüllt war ich von dem Erlebten. Als ich mich umblickte, nahm ich wahr, daß Aeitus sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet hatte. Sein Blick schien sich in weite Fernen zu verlieren. Als sich unsere Blicke streiften, erkannten wir augenblicklich, daß uns dieses Erlebnis zu Brüdern im Geiste bis zur Ewigkeit gemacht hatte. Doch was war aus unseren Amulettträgern geworden? Was immer auch der Assassine dachte oder fühlte, wurde von der mächtigen Aura des schwarzen Otzelotl verdeckt. Zwar schien das merkwürdige Licht in den Augen mächtiger zu leuchten, doch kann es sein, daß ich mir eine Regung des Assassinen lediglich herbeiwünschte. Der Magier jedoch schien unter starken Schmerzen zu leiden und krümmte sich. Ein leises Wimmern kam unter der Kapuze hervor. Das schloß eigentlich aus, daß es sich um einen Trick des Zauberers handeln konnte. Der Protektor jedoch schien von der gemeinsamen Erfahrung am meisten mitbekommen zu haben. Zwar sah man ihm immer noch an, daß er vom Tode gezeichnet war, jedoch leuchteten seine Augen kraftvoller, und zumindest erschien es so, als habe ihm eine Gottheit oder andere gute Wesenheit einen Aufschub vor dem Tod verschafft. Ehecacohuatltzin bedeutete uns, den Raum zu verlassen, da er den Protektor untersuchen wollte, und so zogen wir uns in das Laboratorium des Magiers zurück. \ Aeitus und ich schwiegen beide und hingen unseren Gedanken nach, und so bemerkten wir nicht, wie die Zeit verging. Als der Assassine das Laboratorium betrat, waren ihm die Sorgen um den neu gewonnen Freund, der in diesem winzigen Raum im Sterben lag, anzusehen. Wie kam ich dazu, den Protektor einen Freund zu nennen? ging es mir durch den Kopf. „Lucius Scaevola argens ist über einen sehr langen Zeitraum mit dem Gift der Purpurnen Lilie vergiftet worden, wie mir ki’Ansi berichtete“, sagte der Assassine. „Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir müssen sofort aufbrechen, wenn wir den Protektor retten wollen!“ Aeitus jedoch sah ihn kopfschüttelnd an. „Du willst allen Ernstes Rhonda diesem Turonk überlassen, um diesen aufgeblasenen Protektor zu retten!“, murrte er. Für einen kurzen Augenblick verlor der Assassine die Kontrolle über seine Aura. Eine Woge des Schmerzes zuckte über sein Gesicht. In diesem Augenblick wurde mir deutlich, wie sehr Ehecacohuatlztin die Amazone liebte, und wie groß und unermeßlich sein Verlust und seine Trauer sein mußten. Der Assassine trat zu seinem Freund hin und legte ihm den Arm um die Schultern. „Rhonda würde es verstehen, Aeitus“, sagte er mit leiser Stimme, als würde ihm jedes Wort große Mühe bereiten, „doch hier geht es um einen größeren Einsatz. Der Mann, der dort in diesem Bett im Sterben liegt, ist nur ein Stein von vielen, doch er trägt eine gewaltige und gewichHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij tige Aufgabe in der Zukunft für dieses Land. Meine Aufgabe ist es, diesen Stein auf das Spielbrett zurückzubringen und dafür zu sorgen, das daß Spiel weiter gespielt werden kann. Wie auch immer der Ausgang dieses Spieles sein mag, und wer auch immer der Gewinner sein wird. Wenn wir diese Aufgabe erledigt haben, das verspreche ich dir, suchen wir diese Frau, diese Nubyry, oder rächen Rhondas Tod. Ich schwöre es dir, Aeitus, bei meinem Blut!“ Mit seiner üblichen, fast einer Katze gleichen Gewandtheit hatte er einen langen Dolch aus seiner Robe gezogen und ihn sich durch die Hand gezogen. Blut quoll heraus. Aeitus tat es ihm gleich, und beide besiegelten den Schwur mit ihrem Blut. „Was ist mit mir?“, rief ich aus, zog meinen Dolch und schwor ebenfalls, Rhonda aus den Klauen von Turonk zu befreien. Aber erst mußten wir das Land retten. \ Bericht Aeitus „Malinali“ Es war zu spät am Abend, um noch aufzubrechen. Also verbrachten wir die Nacht mit den Vorbereitungen. Wir entschlossen uns, als Mitglieder der Bruderschaft von Anghkor zu reisen, die mildtätige Gaben der guten Bürger von N&#039;ga Nova in das Waisenhaus der Bruderschaft in Dithorno bringen sollten. Es war natürlich völlig unmöglich, den Assassinen auf ein Reittier zu bringen. Ich wußte gar nicht, ob er überhaupt reiten konnte. Aber jedes Reittier, egal ob Pferd, Nandu oder Armadillo würde sofort die Aura des schwarzen Otlzelotl spüren und den Assassinen augenblicklich abwerfen, denn nicht umsonst ist der Otzelotl das größte und gefährlichste Raubtier in Xiduria. Wir reisten mit kleinem Gepäck, keine sichtbaren oder auffälligen Waffen, die unsere Tarnung zunichte gemacht hätte. Der Assassine trug einen etwa 1 Meter langen, merkwürdigen schwarzen Stab bei sich, den mal als religiöses Artefakt ansehen konnte, da er jeweils an seinen Enden vergoldete Kappen trug. Außerdem war der Stab mit kostbaren Schnitzereien verziert, die jedoch ausgesprochen fremdartig auf mich wirkten. Ich trug meinen Dolch und Maximus sein Kurzschwert, was sich ebenfalls gut in der Kutte eines schwarzen Bruders verbergen ließ. Die schlechten Nachrichten, die uns ki’Ansi noch in seinem Haus mitgeteilt hatte, taten ein übriges, um unseren Aufbruch zu beschleunigen. Von diesen Nachrichten war vor allem Maximus betroffen, und noch nie hatte ich den alten Haudegen so bestürzt und verwirrt gesehen. Der Magier hatte Lucius Scaevola argens gerade noch aus seinem Palast retten können, bevor dort am Tag darauf mit einem Feuerdämon ein D’Ascas aus dem Reich des Feuers mit frischen Truppen eingetroffen war und die Ablösung von Lucius, sowie seine Verschickung in die Alte Welt angeordnet hatte, um sich vor dem MAGHAN zu verantworten. Dieser D‘Ascas war niemand anderes, als der grausame Marcus Tiberius Scylla, die Geisel von Huanaca, der Schlächter der Tacyrer. Maximus hatte dereinst unter ihm in Huanaca gedient, und obwohl Maximus damals vielen Menschen das Leben rettete, indem er sie versteckte oder ihnen zur Flucht verhalf, wurde er durch den Imperator zu 10 Jahren Dienst in einer Strafeinheit und anschließender Verbannung nach Xanathoria Inferior verurteilt. Jetzt war der Mann, den Maximus für tot gehalten hatte, in Dithorno, und so musste ich nicht nur den ohnehin unbeHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij rechenbaren Assassinen im Auge behalten, sondern auch noch einen vor Rachegelüsten bebenden, ehemaligen Centas der Legion, der am liebsten mit seinem Schwert in das Schlafzimmer des neuen Protektors in Dithorno marschiert wäre, um diesen umgehend einen Kopf kürzer zu machen. \ Ich sorgte am nächsten Morgen für einen zweirädrigen Lastkarren, wie er oft von den Bauern in Xiduria benutzt wurde, und diesen beluden wir mit allerlei Lebensmitteln und Amphoren voller Öl und Wein. Zwei kräftige Armadillos sollten den Wagen ziehen, und als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, bezogen Maximus und ich Platz auf dem Kutschbock, während der Assassine behende auf die hintere Ladefläche kletterte. Doch hatte ich die Rechnung ohne die Armadillos gemacht. Kaum hatten sie die Aura des schwarzen Otzelotl wahrgenommen, gingen sie durch, als sei die Horde der Finsternis hinter ihnen her. Maximus und ich hatten alle Mühe, die Tiere zu lenken und zu beruhigen. So reisten wir von Nga Nova in die Nähe von Dithorno, und ich sah das Land seit unserem Erlebnis im Haus des Magiers nun mit anderen Augen. \ Im Gegensatz zu Maximus, hatte es mich in der Vergangenheit bereits an viele Gestade und Lande verschlagen, und niemals hatte ich eigentlich erfahren, wo meine Wurzeln waren. Meine Eltern waren Gaukler gewesen und zogen von Stadt zu Stadt. Sie konnten sich einfach nicht erinnern, in welcher Stadt und in welchem Land ich geboren worden war. Schließlich entdeckte ich meine Liebe zur Jagd und zur Natur und durchstreifte allerlei Länder und Wälder auf der Suche nach nach seltenen Tieren oder Abenteuern. Nach Xiduria war ich gekommen, weil es hier die außerordentlich seltenen Salzwasserkrokodile gab, deren Jagd sehr lukrativ war. Doch nun sah ich dieses Land mit anderen Augen. Ich sah die großen Plantagen, in denen das köstlich duftende T’chubac oder Xoxlatl angebaut wurde. Überall wuchsen Bananenstauden, Wolfsmilchgewächse, Dattelpalmen, Drachenbäume, Wacholdergewächse, Lorbeerbäume, Gagelbäume, Xiduriakiefern, Opuntien-, Agaven und Kakteenarten und unzählige Blumen und Orchideen. Meine Augen erblickten ständig neue Wunder dieses Landes, und mein Herz wollte immer noch überströmen vor Freude über dieses wunderschöne Xiduria. Selbst die Eingeborenen, die Chinche, die ich früher herablassend als Bauern beschimpft hatte, kamen mir mit meinen verliebten Augen wie Brüder und Schwestern vor, und wenn wir abends in einem ihrer Dörfer für die Nacht verweilten, gemütlich beim abendlichen Feuer saßen, die Chinche ihre lustigen Lieder sangen und dazu tanzten und wir uns dem Genuß ihres T’chubacs und ihrer vielen verschiedenen Schnäpse sowie ihrer Töchter hingaben, hatte ich das Gefühl, daß ich nach Hause gekommen war. \ Ehecacohuatltzin hatte uns eines abends erklärt, daß durch eine äußerst seltene Orchidee, die von den Toquateken „Tränen der Urmutter“ genannt wurde, ein verläßliches Gegengift zur Behandlung einer Vergiftung durch die Purpurne Lilie erzeugt werden konnte. Diese wilde Orchidee wuchs jedoch nur an einer ehemaligen Kultstätte der Toquateken, die in einem verlassenen Tempel der Urmutter in einem verwunscheHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij nen Waldstück in der Nähe von Dithorno lag, so hieß es zumindest. Die Orchidee öffne ihre Blüte nur einmal wöchentlich für genau fünf Minuten. Nur, wenn die geöffnete Blüte geerntet und sofort ausgekocht würde, könne der Sud die notwendige Kraft als Gegenmittel für das Gift der Purpurnen Lilie erreichen und somit das Leben von Lucius Sceavola argens retten. „Eine noch schwierigere Aufgabe hättet ihr nicht für uns ersinnen können, Herr Assassine!“, knurrte Maximus, worauf Ehecacohuatltzin nur mit den Schultern zuckte. Schließlich erreichten wir das Dorf Quahopetl, das in unmittelbarer Nähe der alten Kultstätte lag. Sogleich fiel uns auf, daß es diesem Dorf ausgesprochen gut zu gehen schien. Die Maisfelder, durch die wir fuhren, strotzten nur so vor Kraft und Gesundheit. Statt der üblichen Stroh- und Lehmhütten waren alle Häuser aus stabilen gebrannten Ziegeln gebaut und mit für meine Augen schreiend bunten Szenen bemalt, die Straßen bestanden nicht aus dem üblichen Matsch sondern waren trocken, festgestampft und mit Binsen bestreut, und die Chinche, die wir auf den Straßen sahen, trugen Kleidung aus guten Stoffen in hochwertiger Verarbeitung. Auch einen seßhaften Sumi schien das Dorf zu besitzen, bemerkten wir doch einen Schrein am Rande des Dorfplatzes. Auch, wenn das Dorf nicht besonders groß war, strahlte es doch einen für Chinche ungewöhnlich hohen Lebensstandard aus. Dennoch lag eine unerquickliche Stimmung über dem Dorf, die ich nicht ganz greifen konnte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren Chinche, denen es so gut ging, wie diesen hier, nicht nur selten, sondern auch extrem fröhlich und glücklich. Doch hier in Quahopetl sah ich entschieden zu viele traurige und verschlossene Gesichter, man hörte keine spielenden und lachenden Kinder, und eine bedrückende Stimmung lag wie ein Gifthauch über dem schönen Anblick. Wir hatten es alle bemerkt, jedoch konnte keiner von uns sagen, woran dies liegen mochte. Kaum, daß wir den Dorfplatz erreicht hatten, schritten uns auch schon vier junge kräftige Männer entgegen, die uns bedeuteten, den Karren zu verlassen und uns ihnen anzuschließen. Als uns Ehecacohuatltzin mit einer Geste zu verstehen gab, dem Ansinnen zu folgen, sprangen wie aus dem Nichts einige Jungen herbei, die die Zügel der Armadillos ergriffen und diese wegzuführen begannen. Ich wollte schon protestieren, doch der Assassine beruhigte mich mit einer Geste und sagte leise: „Es gehört zur Gastfreundschaft hier. Sie werden sie bestens versorgen und unsere Sachen nicht anrühren.“ \ Also folgten wir den vier Männern zu einem Haus, auf das die breiteste Straße, die vom Dorfplatz wegführte, zulief und vor dessen Tür sie endete. Dieses eine Haus war größer als die anderen und derart farbenprächtig verziert, daß es beinahe in meinen Augen weh tat. „Dies ist das Haus ihres Häuptlings, Hualpa“, sagte Ehecacohuatltzin, nachdem er sich kurz mit den Männern in deren Sprache beraten hatte. „Er wird uns in seinem Dorf begrüßen.“ Als wir das angenehm schattige und kühle Innere des Hauses betraten und sich unsere Augen, die zuvor noch der grellen Sonne widerstehen mußten, an die angenehmeren Lichtverhältnisse gewöhnt hatten, sahen wir uns neugierig um. Neben der auch hier Wohlstand ausHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij strahlenden Einrichtung und der üblichen Reinlichkeit dieses Volkes fielen uns jedoch sofort die blauen Trauerbanner auf, die, scheinbar im ganzen Haus aufgehängt, aus leichtem, dünnen Xixal gewebt waren und sich in der fast unmerklichen Brise bewegten. Blau war als Farbe so schwierig herzustellen, daß die Chinche es nur zu Trauerzwecken verwendeten. Auch Ehecacohuatltzin und Maximus hatten die Zeichen der Trauer bemerkt und sahen auf einmal recht ernst drein. Doch wir hatten keine Zeit, uns darüber zu unterhalten, da wir fast sofort von einem circa 14-jährigen, ernsten und unter seiner typischen Bräune blaß wirkenden Jungen in schlichter, blauer Kleidung empfangen wurden, der leise, aber fest sagte: „Willkommen, Fremde. Bitte tretet ein und ruht euch von der Reise aus. Ich bin Ninancoro, der älteste Sohn von Häuptling Hualpa. Meine Schwester Quispe-Cusi wird Euch sogleich Erfrischungen bringen.“ Mit diesen Worten hatte er uns in einen recht großen Raum geführt und bedeutete uns, auf bestickten Sitzkissen rund um einen aus Maisstroh geflochtenen und bunt eingefärbten, niedrigen Tisch herum Platz zu nehmen. Sobald wir saßen, ging er wieder und ein hübsches junges, ebenfalls in Blau gekleidetes Mädchen, nicht älter als Elf oder Zwölf, kam mit einem für sie fast zu groß wirkenden Maisstroh-Tablett hereingewankt, welches sie auf dem Tisch abstellte, eine leichte Verbeugung andeutete und sich wieder entfernte. Auf dem Tablett befanden sich zwei tönerne Krüge, der größere mit Wasser, der kleinere, mit einem Korken verschlossene, enthielt einen starken Maisschnaps, wie wir nach einer kleinen Untersuchung feststellten. Für jeden von uns stand eine Trinkschale bereit. In der Mitte des großen runden Tabletts befand sich eine Schale mit kühlem Wasser, auf dem die Blütenblätter des Xibi-xkus schwammen, einer einheimischen Pflanze, die überall als Hecke gepflegt wurde, aber wunderschöne große rote Blüten trieb, die betörend dufteten. Neben jeder der Schalen lag ein XixalTuch. Beides war dafür gedacht, sich den Reisestaub abzuwaschen, wenn es beliebte. \ Alle drei nutzten wir das Angebot, was uns sehr erfrischte, und wir befeuchteten unsere ausgedörrten Kehlen mit dem kühlen, süßen und erstaunlich klaren Wasser aus dem Krug. Keiner von uns versuchte sich am Schnaps, wir hatten schließlich noch viel Arbeit vor uns. Kaum hatten wir uns erfrischt, kehrte Ninancoro zurück, der jedoch hinter der Erscheinung des Häuptlings, wie wir vermuteten, klein und unbedeutend erschien. Er kündigte an: „Hualpa, Häuptling von Quahopetl“, und dieser ließ sich auf einem stark verzierten Hocker am Ende des Raumes nieder, was ihn natürlich gegenüber seinen Gästen erhöhte. Sein Sohn stellte sich schräg hinter seiner linken Schulter auf. Wir rückten unsere Sitzkissen so, daß wir Hualpa ansehen konnten und verneigten uns leicht im Sitzen, während wir ihn betrachteten. Hualpa war ein beeindruckender Mann – nicht groß, wie alle Chinche, aber mit einer beeindruckenden Statur und breiten Schultern, ein Mann in seinen besten Jahren. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende 30. Auch er trug hauptsächlich Blau und ich vermutete, daß sein üblicher Staat, in dem er Gäste empfing, nicht so schlicht war. Dennoch trug er einen verzierten Kopfputz mit Federn und Halbedelsteinen, den ich nur bewundern konnte. Für einen unbedeuHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij tenden Dorfhäuptling war dies schon ein sehr üppiger Kopfputz. Ehecacohuatltzin stellte uns vor, wohlweißlich seinen „offiziellen“ Namen – Caligula Lupus – nennend, um die Dörfler nicht mit seinem toquatekischen Namen zu verschrecken. Nachdem diese Formalität erledigt war, sprach Hualpa mit wohlklingender, aber trauriger Stimme: „Ich, Hualpa, heiße Euch als Gäste in meinem Dorf willkommen. Bitte nehmt die Gastfreundschaft meines Hauses an. Was führt Euch hierher? Womit können wir Euch, ihr Diener des Reiches des Feuers, behilflich sein?“ Wieder ergriff der Assassine das Wort. „Wir danken dir für deinen Willkommensgruß und deine Gastfreundschaft. Wir sind gekommen, weil wir eine seltene Pflanze suchen, die nur in dem Schrein der Urmutter, der sich in der Nähe deines Dorfes befindet, wachsen soll. Es ist eine Orchidee, die „Tränen der Urmutter“ genannt wird. Kannst du uns helfen, sie zu finden?“ Für einige Herzschläge sah Hualpa verständnislos drein, doch dann erwiderte er: „Seltsame Namen verwendet ihr, wie sie die Toquateken benutzen.“ Für einen Moment glaubte ich, tiefes Mißtrauen und Haß in seinem Blick zu lesen, doch der Eindruck verschwand schnell. Der Assassine hatte wohl recht getan, seinen toquatekischen Namen zu verheimlichen. „So laßt Euch gesagt sein, daß dies die heilige Stätte von Malinalhuatl ist, nicht der Schrein der Urmutter. Dies ist schon seit vielen Generationen so. Die Orchidee, die ihr sucht, kenne ich jedoch nicht.“ Für einen Moment hatte ich das Gefühl, Hualpa wollte noch etwas hinzufügen, doch er stockte nur und schloß dann seinen Mund, auf unsere Erwiderung wartend. „Bitte gestattet uns, die heilige Stätte von Malinalhuatl aufzusuchen. Wir werden selbst nach der Blume suchen. Wir schwören Euch, daß wir die heilige Stätte nicht entweihen werden.“ Hualpa überlegte einen Moment, wobei er uns abschätzend betrachtete. Irgend etwas beunruhigte ihn, das konnte ich deutlich erkennen. Doch schließlich sagte er: „Es liegt nicht in meiner Macht, irgend einem Wesen auf der Welt zu verbieten, Malinalhuatl aufzusuchen. Doch wird Euch unser Sumi begleiten, denn niemand sonst wagt es, Eigentum der Herrin der Pflanzenwelt zu entwenden, ohne Unheil über sich selbst und unser Dorf zu bringen. Tut, was er sagt. Schändet Ihr Malinalhuatls Altar, wird nur Euer Blut ihn wieder rein waschen können.“ Nach dieser feierlichen Drohung, die ich nicht ohne ein heftiges Schlucken hinnehmen konnte – er hatte immerhin ganz klar gemacht, was diese Stätte für sein Dorf bedeutete – entspannte sich seine Haltung sichtlich. Er schickte seinen Sohn los, um den Sumi, einen alten Mann namens Atoc-Suqui, der über und über mit rituellen Narben bedeckt war, zu holen. Dieser sollte uns zur heiligen Stätte der Malinalhuatl führen. Da er nicht über Nacht dort sein wollte – warum, sagte er uns nicht - , beschlossen wir, früh am nächsten Morgen aufzubrechen. \ Der Weg führte uns über einige Stunden hinweg zunächst durch üppige Maisfelder, später über trockene Prairie. Wie aus den Nichts erschien am späten Vormittag dann jedoch ein Flecken Dschungel, der so aussah, als gehöre er nicht hierher. Kein Übergang war in der Landschaft erkennbar, die trockene Grasebene hörte auf, der Dschungel begann. Es war nur eine kleine Stelle, die man in einem halben Tag umrunden konnte, doch sie Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij wirkte alt und sehr üppig. Als wir vorsichtig in den Flecken Dschungel eindrangen, wies uns der alte Sumi darauf hin, daß wir kein Blatt knikken und keine Frucht oder Blüte pflücken sollten, ohne ihn vorher zu befragen. Er selbst bewegte sich unglaublich vorsichtig durch den Wald, keine für mich erkennbare Spur dabei hinterlassend. Wir versuchten, es ihm nachzutun, waren dabei jedoch nicht ganz so erfolgreich. Der Dschungel war atemberaubend schön, und wieder sang mein Herz, das erst vor so kurzer Zeit seine Liebe zu diesem Land entdeckt hatte, und ich sah an Maximus&#039; Gesicht, daß es ihm ähnlich gehen mußte. Die sengende Sonne war durch ein dichtes Blätterdach verborgen, durch das sie nur hier und da hindurchblitzte, helle Flecken auf den üppig bewucherten Waldboden malend. Das Licht war grün, der Boden angenehm weich. Die warme, feuchte Luft roch so reichhaltig nach Pflanzen und Leben, daß ich sie tief in meine Lungen einsog, dabei den ungewöhnlichen Geräuschen lauschend, die mir fremde Tiere, die ich nicht sehen konnte, hoch über uns im Blätterwerk erzeugten. Wunderschöne Blüten, pralle Früchte, fremdartige Pflanzen, das Ganze erschien mir so exotisch, daß ich mich tagelang hier hätte aufhalten können. Ein winziger, grünschillernder Vogel mit einem langen Schnabel, dessen Flügel sich so schnell bewegten, daß man nur ein Flirren in der Luft sah, schwebte über einer Blüte und bewegte sich ruckartig weiter zur nächsten. Fasziniert wollte ich stehen bleiben, doch der Sumi drängte uns mit Blicken über die Schulter und Gesten voran. \ Nach kurzer Zeit kamen wir zum Herzen dieses wundervollen Waldstückes: ein von allen Gewächsen befreiter Platz, so groß wie der Empfangsraum des Häuptlings, mit einem Altar in der Mitte und einer verwitterten Götterstatue darüber, die nicht mehr zu erkennen war. Auf dem Altar hatten sich dicke, dunkle Krusten gebildet, die ich für Blut hielt, und ein Schwarm Fliegen summte darüber in der Mittagssonne. Der Sumi hielt inne, erstarrte förmlich. Das war nicht das, was er zu finden erwartet hatte, das spürte ich deutlich. Auch mir erschien es befremdlich, daß eine Göttin der Vegetation den Platz rund um ihren Altar von Pflanzen befreien sollte. Doch bevor einer von uns etwas sagen konnte, raschelte neben uns etwas im Unterholz. Es schien ein großes Tier zu sein, und ein weißes dazu, denn ich sah einen sehr hellen Schemen, der aus einem Gebüsch aufsprang und wegrannte. Ehecacohuatltzin, der nun einmal phantastische Reflexe hatte, setzte dem flüchtenden Wesen nach, und das brachte mich auf den Gedanken, daß es gar kein Tier gewesen sein mußte. Auch der besorgte Blick des Sumi schien etwas ähnliches zu sagen. Nur einige Augenblicke später kehrte Ehecacohuatltzin zurück, ein junges Mädchen am Arm hinter sich her schleifend, das sich heftig wehrte, jedoch keinen Laut von sich gab. Als der Assassine mit dem Mädchen vor uns stand, schob er sie vor sich und packte sie von hinten an beiden Armen, so daß sie sich kaum noch bewegen konnte, ohne sich selbst weh zu tun. Als sie dies merkte, schien sie sich in ihr Schicksal zu ergeben und stand ruhig, mit hoch erhobenem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck, vor uns, so daß wir Zeit hatten, sie uns zu betrachten. Sie war recht klein, so wie alle Chinche, ging mir nur knapp bis zur Schulter, und Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij ich bin kein großer Mann. Sie trug die hüftlangen, blauschwarz in der Sonne glänzenden Haare zu zwei seitlichen Zöpfen geflochten, die jedoch struppig aussahen, so als hätte sie sich lange nicht neu frisiert. Auch ihr naturgebleichtes, am Rand aufwändig besticktes Kleid sah so aus, als hätte sie einige Nächte darin auf dem Waldboden gschlafen. Ihr Geruch war jedoch nicht unangenehm, sondern der des Waldes. Das Mädchen war jung – ich hätte sie auf 16 Jahre geschätzt – und eigentlich sehr hübsch. Sie hatte die typischen schwarzen Augen der Chinche und einen wunderschönen bronzenen Hautton. Hätte sie uns nicht so finster angestarrt, ich hätte gerne mein Bett für eine Nacht mit ihr geteilt. Und ihre Haltung war nahezu königlich. Beinahe hätte ich versäumt, den Blick des Sumi zu bemerken. Offensichtlich kannte er das Mädchen! „Wer bist du, und warum folgst du uns?“ fragte Ehecacohuatltzin nun von hinter ihr mit einer leichten Drohung in der Stimme. Sie jedoch antwortete nicht direkt, sondern wandte sich an den Sumi: „Warum hast du diese Leute hergeführt? Du weißt, was passieren könnte.“ Der letzte Satz klang beinahe verzweifelt und resigniert und schien so überhaupt nicht zu ihrer stolzen Haltung zu passen. „Wer ist die Kleine, Atoc-Suqui?“ fragte der Assassine nun den Sumi, da sie offensichtlich nicht vor hatte, ihm zu antworten. Der Sumi schien ein wenig in sich zusammen zu sacken und antwortete leise: „Das ist Malinali, die ältesten Tochter des Häuptlings Hualpa.“ \ „Was geht hier vor, wieso lebt sie an dieser Kultstätte im Dschungel, warum bestraft Ihr sie?“, knurrte der Assassine den Sumi an, während die Aura des schwarzen Otzelotl wie eine Flamme im Gesicht des Assassinen aufloderte. Plötzlich schien der Sumi zu begreifen, wen er da zu diesem heiligen Ort geführt hatte. Augenblicklich sank der Sumi zu Boden und führte die uralte rituelle Geste des Erdeküssens der Toquateken vor Ehecacohuatlztin aus. „Oh, Oh, Oh!“, jammerte der Sumi, „verzeiht, dass ich euch den gebührenden Respekt verweigert habe, Diener des Tlitlic Otzelotl, ich werde….. „! Für einen Moment konnte ich den animalischen Zorn, der im Geist des Assassinen tobte, auf seinem Gesicht erkennen und mir war klar, dass das Leben des Sumi an einem seidenen Faden hing. Was musste es den Assassinen für eine Kraft kosten, sich ständig zu kontrollieren und den in ihm wohnenden Geist dieses Raubtieres nicht frei zu lassen? „Du Narr, hältst mich für einen Diener!“ zischte der Assassine. „Schau mich an, was siehst du?“ Der Sumi, der immer noch in der unbequemen Stellung des Erdeküssens verharrte, sah nach oben, und seine Augen quollen ihm aus dem Kopf. Augenblicklich entleerten sich seine Blase und sein Darm, als er die Wahrheit erkannte. Bis dahin wusste ich auch nicht so genau, was der schwarze Otzelotl für die Toquateken und Chinche eigentlich war. Ehecacohuatltzin erklärt es mir später so: Der schwarze Otzelotl war der toquatekische Gott der Geheimnisse, der Niedertracht, der Heimtücke und der List. Wenn Chinche oder toquatekische Eltern Probleme mit unerzogenen Kindern hatten, stellten sie ihnen eine kleine Tonfigur, die Nachbildung eines schwarzen Otzelotls, ins Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Fenster und sagten, die Tonfigur wäre eine Warnung des schwarzen Otzelotl, die er ihnen in der Nacht gebracht hätte. Ändern die Kinder dann ihr Verhalten nicht, so sagten die Priester, würden die Kinder vom schwarzen Otzelotl geholt und natürlich von ihm aufgefressen. Dass der Otzelotl das größte Raubtier in Xiduria war, machte die Angst vor dem Gefressen werden glaubwürdiger. Die Androhung wirkte bei Kindern angeblich immer. Wenn ein Toquateke einen anderen anlog sagte er, er wäre vom schwarzen Otzelotl besessen gewesen, was natürlich meistens nicht stimmte. Jeder Herrscher der Toquateken würde sich, bevor er einen Krieg begann oder führte oder eine Fehde oder einen Rivalen in seinem Reich ausschalten wollte, eines Priester des schwarzen Otzelotl bedienen. Was auch immer die Toquateken mit Caligula gemacht hatten, um ihn zu einem Priester des schwarzen Otzelotl zu machen, es musste ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß voller Entbehrungen gewesen sein, denn soweit mir bekannt war, gab es im Reich der Toquateken und in ganz Xiduria nur noch einen weiteren schwarzen Otzelotl, den Ehecacohuatlztin seinen alten Meister nannte. Alle anderen Anwärter für den Orden des schwarzen Otzelotl hatten die Ausbildung nicht überlebt. Doch kehrten wir nach diesem Ausflug in die Götterwelt der Toquateken zu unserer langweiligen Geschichte „Wir retten den Protektor“ zurück. Was auch immer der Sumi gegessen hatte, ich vermutete, es waren Bohnen, es stank erbärmlich. Maximus und ich hielten uns die Nase zu. Auch das Mädchen, daß sich immer noch im Griff des Assassinen befand, wand sich nun und versuchte, sich die Nase zuzuhalten. Für einen kurzen Moment, so kam es mir vor, hatte Malinali tiefblaue Augen, doch das war unmöglich, kein Chinche oder Toquateke, egal ob Mann oder Frau, wurde je mit blauen Augen gesehen. Wir erlaubten dem Sumi schließlich, sich zu säubern, was dieser unter großem Jammern und Wehklagen tat, nachdem Ehecacohuatltzin offensichtlich beschlossen hatte, ihn am Leben zu lassen. Er beklagte lautstark die Entweihung der Kultstätte durch sein Mißgeschick und schien untröstlich zu sein. Dann befahl uns der Assassine, weder den alten Priester noch Malinali aus den Augen zu lassen. Wie er uns mitteilte, gingen uns die Sorgen und Nöte der Einheimischen nicht das Geringste an, und immerhin hätten wir schwergewichtigere Probleme zu lösen. Nachdem er diese kleine Rede gehalten hatte, was für den schweigsamen Assassinen recht erstaunlich war, verschwand er im Unterholz, um nach der „Träne der Urmutter“ zu suchen. Es dauerte eine geraume Zeit, bis er zurückkehrte. Ich versuchte, während wir warteten und unser Lager bereiteten, mit der schönen Malinali zu tändeln, doch schien diese in ihrer eigenen Welt versunken zu sein, und kein gutes Wort von mir oder Maximus wollte ihr ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nur ab und zu blitzten die Blicke zwischen ihr und dem Sumi hin und her. Schließlich kehrte der Assassine zurück, in jeder Hand eine kleine rote Orchidee mit geschlossener Blüte, und schon jetzt kam es mir so vor, als würde die Orchidee nie mehr blühen wollen. Als Malinali die beiden bedauernswerten Blüten sah, schrie sie entsetzt auf und hielt sich die Hände vor den Mund. „Was habt Ihr mit diesen armen xocoyol xochitl gemacht? S&#039;uquay!“, sagte das Mädchen mit fester und empörter Stimme. Für einen Moment schien der Assassine sprachlos zu sein, dann drückte er die beiden zarten Pflanzen Malinali in Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij die Hände, die ohne zu zögern auf den großen Assassinen zugelaufen war und mit einer entschiedenen Geste die Herausgabe der Pflanzen eingefordert hatte. Sofort begann die Chinche, nach Behältnissen zu suchen, in die sie bedauernswerten Pflanzen setzen konnte und versuchte, diesen alle Pflege und Liebe angedeihen zu lassen, die eine kostbare Orchidee verdient hatte. „Was habt Ihr mit diesen beiden Orchideen vor? Es ist sehr traurig, dass Ihr sie so grob behandelt habt, das ist die einzige Pflanze, aus der ein Gegengift gegen das die purpurnen Lilie gewonnen werden kann, und hier gibt es nur noch diese zwei Pflanzen, und jetzt habt Ihr sie einfach herausgerissen! Wisst Ihr, dass man das Gegengift nur dann gewinnen kann, wenn diese Orchidee blüht, und wisst Ihr auch, dass sie dies nur einmal am Tag eine Stunde……!“, sprudelte Malinali hervor, immer noch empört und sehr autoritär. Dann verstummte sie schlagartig, als sie in das vor Entsetzen verzerrte Gesicht von Ehecacohuatlztin blickte. \ „Nur diese zwei Pflanzen?“, keuchten Maximus und ich überrascht auf. „Sorgt euch nicht!“, sagte Malinali ungerührt. „Ich kann die eine Pflanze wieder verwurzeln, damit sie nicht ausstirbt, und die andere vielleicht noch drei Tage in einem Behälter, getrennt von Malinalhuatl, am Leben erhalten und zum erblühen bringen, also wer von euch ist vom Gift der purpurnen Lilie vergiftet, wem soll durch den Sud der Blüten geholfen werden?“ Für einen Moment sagte keiner der Getreuen ein Wort. Während Maximus verlegen einen Haufen Blätter mit dem Fuß von einer Stelle zur anderen schob, zählte ich angestrengt die umhersirrenden Insekten „Wir haben über eine Woche gebraucht, um von N&#039;ga Nova hierherzukommen“, stellte der Assassine fest, ohne dabei jemanden bestimmtes unserer Gruppe anzusprechen. „Es gibt nur eine Möglichkeit: ich muss selbst gehen, doch dafür brauchen wir jemanden, der bereit ist, freiwillig den Weg des Blumentodes zu gehen.“ „Was meinst du mit Blumentod?“, fragte Maximus. „Ich meine, dass jemand aus unserer Mitte bereit sein muss, sich dem schwarzen Otzelotl als Menschenopfer darzubringen, damit ich das Leben des Lucius Scaevola argens retten kann!“, antwortete Ehecacohuatltzin. Für einen Moment schwiegen wir alle. Dann starrten alle den einen Mann an, den wir in unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft entbehren konnten: den Sumi des Dorfes, AtocSuqui. Dieser schaute uns unterdessen einem nach dem anderen in die Augen, verdrehte sodann die seinigen nach oben und stürzte bewusstlos auf den Boden. \ Bericht Maximus „Die Errettung“ Nein, wir mussten den bedauernswerten Sumi nicht opfern. Was in den folgenden zwei Tagen geschah, erscheint mir nun, da ich es berichten soll, wie ein finsterer Traum. Ehecacohuatltzin begann umgehend ein langwieriges, mehrere Stunden dauerndes Ritual. Noch immer war uns unklar, was er vorhatte, und wie es seine Art war, hatte er es nicht für nötig gehalten, uns vorher darüber aufzuklären, wie er das Leben des ehemaligen Protektors doch noch retten wollte. Schließlich waren alle Vorbereitungen getroffen. Statt dem Sumi hatten wir mehrere Opoks gefangen, die der Assassine nun seinem finsteren Gott als Opfer darbrachte. Der Sumi hielt sich, so weit Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij wie es noch, ohne unhöflich zu sein, möglich war, von dem Assassinen fern. Schließlich entledigte sich Ehecacohuatltzin seiner Kleidung, und im dämmrigen Licht des Feuers stockte uns der Atem, als wir seinen nackten Körper erblickten. Es schien keine Stelle am Körper des Mannes zu geben, die nicht von einer Narbe oder Narbengewebe bedeckt war. Welche Schmerzen und welche Qualen musste dieser Krieger in seinem Leben bereits erlitten haben. Doch am meisten faszinierten mich die Tätowierungen auf der Brust und auf dem Rücken des Assassinen. Es waren hervorragende Arbeiten. Die Farben hatten eine Intensität und Leuchtkraft wie ich es noch nie bei einer Körperbemalung erblickt hatte. Es waren vier Tierfiguren dargestellt. Auf der Brust waren eine gestreifte Katze im Sprung dargestellt, die Ehecacohuatltzin später einmal einen Tiger nannte und ein bedrohlich wirkender Drache im Flug. Auf dem Rücken ein Insekt, das man Gottesanbeterin nennt und eine gefährlich und giftig aussehende Schlange. „Bei den Göttern!“, wunderte sich Aeitus, „woher hast du diese wunderbaren Tätowierungen?“ „Ich kann mich nicht erinnern!“ antwortete der Assassine mit angestrengter Stimme, während er gerade einem Opok das Herz herausschnitt und das Blut auf seinem Körper verstrich. „Du kannst dich nicht erinnern woher du diese wunderbaren Tätowierungen…? “, sagte ich, als mich dieser mörderische Blick des Assassinen traf, der keine Widerworte und keine Gegenrede zulässt. Also schwiegen Aeitus und ich, doch ich nahm mir vor, dass ich schon irgendwann hinter das Geheimnis des Assassinen kommen würde. Das Ritual schien Stunden zu dauern. Während Aeitus und ich dem merkwürdigen Treiben des Assassinen nur mit halbem Ohr zuhörten, schienen Malinali und der Sumi von dem, was hier geschah, im höchstem Maße fasziniert und entzückt. Schließlich endete das seit Sunden andauernde eintönige Gemurmel und Geseufze in der Sprache der Toquateken, und es wurde totenstill auf dem Lagerplatz. Ehecacohuatltzin stand, leicht schwankend, in allerlei blutigen Tierkadavern, von oben bis unten mit Blut beschmiert, und hielt sich eine kleine Phiole mit einer schwarzen Flüssigkeit an die Lippen. Er trank genau drei Tropfen aus der Phiole, die er sodann mit einem kleinen Korken wieder verschloß. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis ein scharfer Wind über unseren Lagerplatz fuhr und die Pflanzen und Bäume zum schwanken brachte. Ehecacohuatltzin brach mit einem Wimmern in die Knie und stieß dann einen grausigen Schrei aus. Dann hörten wir entsetzt, wie Knochen brachen, aneinanderschabten und sich wieder zusammenfügten. Die Kiefer des Assassinen verlängerten sich um mehrere Handbreit, während sein Gesicht sich zu einem Tiergesicht verformte. Die Hände und Füße wurden zu Klauen und dann zu riesigen Tatzen einer Raubkatze. Einer sehr grossen Raubkatze, einem schwarzen Otzelotl, um genau zu sein. Normalerweise bestand ein Otzelotl aus fünf Zentnern reinen Muskeln, wobei die Beine bis zum Bauch mit Fell in der Struktur und Art eines gefleckten Leoparden oder Jaguars bedeckt war. Der Rest des Tieres bestand aus Schuppen. Dieser Otzelotl jedoch war von einer erschreckenden Schwärze, während seine Schuppen zusätzlich mit langen Knochendornen besetzt waren und leicht rötlich schimmerten. Die Reißzähne waren mindestens eine Handbreit länger ausgeHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij bildet, als es bei einem Otzelotl üblich ist, und er war größer, viel größer. Er wog mindestens zehn Zentner. Ehecacohuatltzin hatte uns befohlen, Malinali und mich nach seiner Verwandlung auf seinem Rücken festzubinden, damit er die Rückreise nach N&#039;ga Nova umgehend beginnen konnte, denn wir hatten nur noch drei Tage, bis die letzte der Tränen der Urmutter blühen würde und die letzte Chance vertan war, Lucius Scaevola Argens zu retten. Mich hatte er ausgewählt, da ich kleiner und leichter als Aeitus war, und um Malinali zu beschützen. Vorsichtig näherten wir uns dem riesigen Tier, und Malinali streichelte vorsichtig über das Fell, was sich der Otzelotl ohne weitere Gegenwehr gefallen ließ. Er schnaubte lediglich und ließ ein tiefes ur-weltliches Grollen aus seiner Kehle er-klingen, was uns offensichtlich Ansporn sein sollte, uns ein wenig zu beeilen. Aei-tus sollte dann mit dem Gepäck und un-serem Wagen die Rückreise nach N&#039;ga Nova alleine antreten. Ich hatte nur mein Kurzschwert im Gürtel und die merkwür-dige Waffe des Assassinen, die wie ein Zeremonienstab wirkte, auf den Rücken gebunden. Malinali trug nur vorsichtig die Pflanze, die sie mit ihren Händen vor Unbill und Leid zu beschützen versuchte. Sie fragte sich insgeheim, ob es diesem scheinbar sehr zaubermächtigen Mann, der nun in Gestalt eines schwarzen, wunderschönen Ozelotl vor ihr stand, tatsächlich gelingen sollte, sie von hier weg zu bringen. Alle ihre bisherigen Versuche, aus dem Umfeld ihres Dorfes zu entfliehen, hatten wieder an der Altarstatt des Baba Croqua geendet. Er wollte sie offensichtlich nicht von hier weg lassen. Deshalb hatte sie auch im Wald gehaust – das war so weit wie möglich weg von ihrem Dorf gewesen. Würde dieser Mann es schaffen, sie tatsächlich mitzunehmen? Sie hoffte es sehr. Und dies würde die Gegenleistung dafür sein, daß sie ihre schöneren Kräfte einsetzte, um die xocoyol xochitl lebend und blühend ans Ziel zu bringen. Endlich würde zumindest ihr Dorf frei sein, wenn sie selbst dies wohl auch niemals sein konnte. \ Als wir auf dem Rücken des riesigen Tieres sassen, stieß dieser wiederum ein tiefes Grollen aus seinem riesigen Maul hervor, rollte die roten Augen und lief los. Es war mehr ein Springen, und schon nach wenigen Minuten begannen mir alle Knochen und Weichteile zu schmerzen und mir wurde deutlich, warum Ehecacohuatltzin darauf bestanden hatte, daß wir uns auf seinem Rücken festbanden. Der wilde Ritt ging über Felder und Wiesen, durch Wälder und Flussläufe. Zwar versuchte Ehecacohuatlztin, alle bewohnten Bereiche zu meiden, doch bin ich sicher, dass wir gesehen wurden, und wenn wir schon nicht gesehen wurden, so waren wir bestimmt zu hören. Denn von Zeit zu Zeit stieß der Assassine in seiner Tierform ein fürchterliches Gebrüll aus. Von Stunde zu Stunde wurde für Malinali und für mich das Reiten auf dem Rücken des schwarzen Otzelotl unerträglicher, und an manche Abschnitte der Reise kann ich mich nur noch wie an einen durchlebten Alptraum erinnern. Trotzdem schien der Assassine instinktiv zu spüren, wenn wir dringend einer Pause bedurften, um zu speisen oder anderen dringenden Geschäften nachzugehen, die für Menschen auch auf einer Reise selbstverständlich sind. In den Pausen verschwand der Otzelotl und kehrte mehr als einmal mit einer blutverschmierten Tatze Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij und Schnauze zurück, was ich mit einem Schaudern zur Kenntnis nahm – Malinali hingegen schien das nicht im Geringsten zu stören. Schließlich erreichten wir am Abend des dritten Tages die Randgebiete von N&#039;ga Nova. Ehecacohuatltzin hatte es geschafft. Schwankend und aus allen Poren dampfend und schwitzend, kam das riesige Tier zum Stehen, und ich stellte ohne jeden Zweifel fest, dass der Schweiß eines schwarzen Otzelotl nicht zu den Gerüchen gehört, die man unbedingt auflegen sollte, wenn man einer Dame imponieren will. \ Wir versteckten uns und warteten darauf, dass die Dunkelheit hereinbrach. Malinali wurde immer nervöser, denn der Zeitpunkt, an dem die Pflanze erblühen sollte, rückte immer näher. Ohne, dass wir es bemerkt hatten, war das riesige Tier im Unterholz verschwunden, und kurz darauf stand der nackte, von oben bis unten mit Schlamm und verkrustetem Blut bedeckte Assassine in seiner menschlichen Gestalt vor uns. Die An-strengung der Verwandlung und der Rei-se waren ihm in tiefen Falten in sein Ge-sicht gegraben, und seine Augen waren blutunterlaufen. Begeistert nahm der As-sassine zur Kenntnis, dass Malinali und ich in der Hektik des Aufbruches seine Kleidung vergessen hatten. Er warf uns einen wahrhaft mörderischen Blick zu, nahm jedoch immer noch schwer keu-chend und nach Atem ringend seinen Stab entgegen. Schließlich bedeutete uns Malinali, dass es nun Zeit sei, aufzubrechen, und so liefen wir los zum Haus des ki’Ansi. Den Assassinen nahmen wir in die Mitte, hoffend, dass seine Nacktheit in der Dunkelheit nicht so auffallen würde. Und diesmal half uns N&#039;ga Novas schlechter Ruf, dass sich niemand um den anderen kümmerte, und so erreichten wir das Haus des Magiers ,ohne angesprochen zu werden, wenn auch so mancher Passant uns verwunderte oder erstaunte Blicke zuwarf. Wir klopften, doch niemand öffnete uns. Schließlich gelang es Ehecacohuatltzin, die Tür zu öffnen, und wir drangen in das Haus ein. Sofort sprang eine dunkle Gestalt auf den Assassinen zu. Ich sah, wie etwas silbern aufblitzte, dann brach der Mann gurgelnd zusammen. Der Assassine hatte mit einem Schlag seines Handballens den Kehlkopf des Angreifers zertrümmert. Ehecacohuatltzin warf mir einen Blick zu, und ich warf ihm seinen Stab hinüber, während ich mein Kurzschwert zog und die neugierige Malinali hinter mich drükkte. Plötzlich tauchte vor mir ein schwarzer Schatten auf, und ich stieß diesem mein Kurzschwert in den Bauch. Inzwischen hatte der Assassine seinen Stab mit beiden Händen gepackt und zog diesen auseinander. „Ein Zweiklingenschwert!“, entfuhr es mir vor Überraschung. Dann trat der Assassine in Aktion. Die Klingen wirbelten wie silberne Blitze um den Assassinen herum, während er sich langsam in das Haus des Magiers hineintastete. Jetzt verstand ich auch, warum die Toquateken den Assassinen „Ehecacohuatltzin“, Wirbelsturm, nannten. Finger, Hände und andere Körperteile flogen durch die Luft, während schwarz gekleidete Angreifer auf uns losstürmten und meistens von dem Assassinen abrupt zum Stillstand gebracht wurden. Blut spritzte an Decken und Wände, und mir blieb keine andere Aufgabe, als die Wenigen, die den Angriff auf den Assassinen mit erheblichen Beschädigungen überstanden hatHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij ten, von ihrem Elend zu befreien. Schließlich erreichten wir das verwüstete Labor und fanden den leblosen Magier auf dem Boden liegend, während Ehecacohuatlztin wie von Sinnen in das Schlafgemach des kranken Exprotektors stürmte. „Malinali, kümmere dich nicht um ki’Ansi, folge Ehecacohuatltzin!“, rief ich der Chinche zu, die beherzt und ohne mit der Wimper zu zucken, die Orchidee mit ihrem Körper schützend, hinter dem Assassinen herlief. Wieder kam es mir so vor, als hätte ich für einen kurzen Moment eine tiefblaue Verfärbung ihrer Augen bemerkt. Der Brustkorb des Magiers hob und senkte sich, er war also noch am Leben. Dann stürmte ich mit meinem blutbefleckten Schwert in die Schlafkammer von Lucius Scaevola argens. Während die beiden Schwerter von Ehecacohuatltzin in einem der gedungenen Mörder steckten, war es offensichtlich einem anderen gelungen, den immer noch geschwächten Assassinen mit einer Keule zu treffen. Betäubt sank dieser auf den Boden und ließ langsam die Schwerter los. Malinali sah unterdessen entsetzt auf die Orchidee, deren Blütenkelch sich gerade zu öffnen begann, und eilte an mir wieder vorbei, in das verwüstete Labor. Eilig suchte sie ein Behältnis, in dem die Orchidee ausgekocht werden konnte, um das Gegengift zu erlangen, was den ehemaligen Protektor retten sollte. Noch ein Gegner lauerte hinter der Tür und begann, mit wilden Hieben seines Krummsäbels auf mich einzuhacken. Natürlich hatte ich damit ein Problem, und so kam es zu einem erhitzten Gefecht, während ich befürchten musste, das Ehecacohuatltzin seinem Gegner unterliegen würde. Gerade holte dieser mit seiner Keule zum letzten und entscheidenden Schlag aus, und falls er traf, würde er dem Assassinen den Schädel einschlagen. Es gelang mir, meinen Gegner durch einen raschen Hieb von seinem Krummsäbel und seiner rechten Hand zu befreien und mit einem weiteren Stoß mein Kurzschwert in die Eingeweide zu rammen, als der Kämpfer mit der Keule zu schwanken begann und mit einem überraschten Gesichtsausdruck erst seine Keule fallen ließ, um dann zusammenzubrechen. Im Bett saß Lucius Scaevola argens aufrecht und hatte seinen silbernen Arm ausgestreckt. Aus einem der Finger stammte der Bolzen, der nun im Hinterkopf des Angreifers steckte. Der kranke Protektor grinste mich an, murmelte „Das war der Torreon!“, verdrehte die Augen und fiel bewusstlos auf sein Lager zurück. \ Schließlich standen wir alle um das Lager des ehemaligen Protektors und bewunderten Malinali, die diesem vorsichtig einen streng riechenden Sud verabreichte. Ehecacohuatltzin stand schwankend neben mir und hatte sich eine Kutte des Magiers umgebunden, um seine Blösse zu bedecken. Nachdenklich rieb er eine große Beule am Hinterkopf. Malinali kicherte leise vor sich hin, als sie dies bemerkte, doch plötzlich sah sie um den Hals des Assassinen das geheimnisvolle Amulett, mit dem Kopf der Hydra. Ihre Augen wurden groß, die fröhliche Miene – ihr erstes Lächeln übrigens, seit wir ihr begegnet waren – verschwand, und voller Panik zerrte sie an ihrem Kleid, so dass sie fast den kostbaren Trank verschüttet hätte, dessen Ursprung – die Orchidee - wir unter soviel Gefahren hierher gebracht hatten, um den Protektor zu retten. Bis auf Lucius Scaevola argens, der mit sich und dem bitteren und übelriechenden Sud der Orchidee beschäftigt Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij war, zuckten wir alle vor Überraschung zusammen, als Malinali ein ähnliches Amulett hervorholte, das jedoch trotz seiner Unterschiede – es war mit getrockneten Maiskörnern besetzt, wie passend für eine Bäurin mit einem Händchen für Pflanzen - unverkennbar war. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr verwunderte, dass Malinali auch zu dem erlauchten Kreis derer gehörte, die offensichtlich über ein solches Amulett der Hydra verfügten, oder wie das Amulett von Ehecacohuatlztin, das er vor drei Tagen vor seiner Verwandlung Aeitus zur Aufbewahrung übergeben hatte, nun wie gewohnt an seinem Hals baumelte. Die junge Chinche schien sich jedenfalls als erste von ihrem Schrecken zu erholen, denn rasch verstaute sie das Amulett wieder unter ihrem Gewand, lächelte den Assassinen noch einmal an, diesmal eher etwas verlegen, und wandte sich wieder ihrem Patienten zu. Das tat sie auch noch in den nächsten paar Tagen – nachdem sie die Beule und die Platzwunde am Kopf von ki&#039;Ansi behandelt und ihn wieder aufgeweckt hatte, pflegte sie den kranken Protektor noch weiter, bis dieser wieder auf den Beinen war. Dies dauerte natürlich einige Tage. Der Sud der Orchidee, die Malinali xocoyol xochitl genannt hatte, reinigte Fleisch und Blut des Protektors von dem Gift, das man ihm so lange verabreicht hatte, doch geschah dies nicht ohne Nebenwirkungen. Bevor es ihm besser ging, ging es ihm zunächst schlechter, er übergab sich mehrmals, litt unter Krämpfen seiner Eingeweide und schwitzte wie ein Schwein übelriechende Körpersäfte aus. Malinali erklärte uns, dass sein Körper sich jetzt mit Hilfe ihres Trankes des Giftes entledigte, und das sei nunmal kein schöner Vorgang. Es klang einleuchtend genug, und sie kümmerte sich um den Kranken, als hätte sie nie zuvor etwas anderes getan. Sie wusch ihn, wechselte seine Kleidung und seine Laken, hielt ihm die Schüssel, wenn er sich übergab, stützte ihn, wenn er sich erleichtern ging und fütterte ihn. Es wirkte, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, doch schien uns anhand ihrer meist ernste Miene, dass sie es als Buße ansah – für was auch immer. \ Schließlich war das Schlimmste vorbei, und Lucuis Scaevola argens war auf dem Wege der Besserung. Er wurde von Tag zu Tag kräftiger, und auch bei seinen kleinen Spaziergängen durch das Haus des Magiers begleitete und stützte ihn die kleine Chinche. Unwillkürlich dachte ich mir, dass sie bei all der intimen Pflege, die sie ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, hatte angedeihen lassen, auch sein Amulett entdeckt haben mußte, doch sie äußerte sich in keiner Form dazu. \ Malinali war erleichtert, dass es dieser zauberkräftige schwarze Ozelotl gschafft hatte, sie mitzunehmen. Dennoch fürchtete sie, dass ihr Entkommen zu genau diesem Zeitpunkt und mit genau diesen Leuten zum Plan des schrecklichen Gottes gehörte, der sie besaß, sonst hätte er sie nie gehen lassen, davon war sie überzeugt. Daher fragte sie sich in diesen Tagen nur eines, in ihrem Inneren davor bangend und zitternd: Wann würde Baba Crocqua wieder zuschlagen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.xiduria.de/index.php?title=%E2%80%98Ja,_das_war_es.%E2%80%98&amp;diff=255</id>
		<title>‘Ja, das war es.‘</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.xiduria.de/index.php?title=%E2%80%98Ja,_das_war_es.%E2%80%98&amp;diff=255"/>
		<updated>2022-12-03T15:35:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guinevra: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;width:1024px; column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mareikje Groß, März 2005 – November 2006 ”Wo wollt Ihr hin, Sebastian?” Bei dieser Frage zuckte der Mann zusammen. Er war so in seine Gedanken vertieft, das er gar nicht mitbekommen hatte, wie Marzella hinter ihm aufgetaucht war. Sebastian hielt inne und drehte sich zu seiner Herrin um. Diese kam die wenigen Stufen der Treppe zu ihm hinauf, welche von der Eingangshalle in die oberhalb gelegenen Arbeits- und Privatgemächer führte. ”Ich habe eine Botschaft für den Qaom’de entgegengenommen und bringe sie nun zu ihm, verehrte Marzella.” meinte er freundlich und verneigte sich dabei leicht. ”Von wem ist sie?” Der Ton in Marzellas Stimme war eiskalt und schneidend. Sebastian zuckte mit den Schultern. ”Das weiß ich nicht, ein Bote brachte sie, ohne etwas dazu zu sagen, Herrin.” Kleine Schweißperlen erschienen auf seiner Stirn. Marzella streckte ihre Hand aus. ”Nun gut, gib sie mir.” ”Aber ...” Mit seinem Blick, der auf einmal sehr unsicher wirkte, schien der junge Mann die Frau zu verzehren. ”Du weißt, das Parz es nicht wünscht, von euch um diese Zeit belästigt zu werden.” Sie zuckte unruhig mit den Fingern. Eine Geste, welche Sebastian eindeutig zeigte, daß er ihr die Nachricht überreichen sollte. Er blickte abwechselnd auf das Pergament und auf Marzella. ‘Mist!‘ Warum war sie aufgetaucht? Bis hierher hatte sein Plan wunderbar funktioniert. Was war es doch für ein glücklicher Tag gewesen, an dem er entdeckte, daß Parz mit der Lilie in Kontakt stand. Nun befand er sich nur noch einen Schritt von der Erfüllung all seiner Wünsche entfernt. Unerkannt hatte er diesem Mamercus von der Legion einen Tipp gegeben, daß ihnen heute Nacht die Lilie ins Netz gehen könnte, und als Zugabe würde es einen Mitverschwörer geben, eine Person von hohem Rang, die in Tizio sehr geachtet war. Die Leute des Imperiums schienen ihm bei der Unterstützung seiner Träume weitaus behilflicher zu sein, als der Torreòn. Wenn Parz erst einmal aus dem Weg geräumt war, würde er sich liebevoll um Marzella kümmern. Er würde schon dafür sorgen, das sie ihren Mann sehr schnell vergaß. ”Was ist mit dir? Ich bringe sie Parz”, unterbrach Marzella herrisch seine Gedanken. ”Aber natürlich.” Sebastian gab der Frau, was sie verlangte, verbeugte sich nochmals leicht und verschwand. Marzella setzte ihren Weg fort, welcher sie nicht in die Gemächer ihres Mannes, sondern in ihre eigenen führte. Leise schloß sie die Tür, ging ans Fenster und betrachtete im Schein einer Kerze immer wieder die Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 3 Zeilen, welche auf dem Pergament zu lesen waren. Wir müssen uns dringend sehen. Kommt heute Nacht zum Brunnen am Marktplatz. Zur Stunde der ‘Nicht schlafenden.‘ L. Sie wußte, von wem die Botschaft vorgab zu sein, aber dies war eindeutig nicht Fedoras Handschrift. Marzella konnte die Gefahr körperlich spüren. Nun fing es also an. Sie betrachtete eine Weile ihr verzerrtes Spiegelbild, welches sich in der Scheibe gebildet hatte, dann sah sie aus dem Fenster hinaus. ‘Oh, Sebastian, wie konntest du nur?‘ Marzella versuchte, ihre zitternden Finger unter Kontrolle zu bekommen. Es gab für sie keinen Zweifel, daß er dahinter steckte. Sebastian hatte den Plan, sie für sich zu gewinnen, noch nicht aufgegeben. Langsam wurde es Zeit, sich intensiv um ihn zu kümmern. Aber im Augenblick gab es erst einmal Wichtigeres zu erledigen. Parz durfte nicht zu diesem Treffen gehen. Sie würde nicht zulassen, das ihr Mann sich dieser Bedrohung aussetzte. Außerdem mußte sie versuchen, Fedora noch rechtzeitig zu warnen, bis Mitternacht war nicht mehr viel Zeit. Die junge Sarinkay schritt auf den Kamin zu und warf das zusammengeknüllte Stück Pergament in die Flammen. Als sie sich umwandte, fuhr sie erschrokken zusammen. Vor ihr stand die alte Schamanin Naim, welche völlig lautlos in ihrem Zim-mer erschienen war. ”Junge Sarinkay”, tadelte Naim ihr Gegenüber, ”du bist noch nicht soweit, um derart in die Geschehnisse eingreifen zu dürfen. Reicht es nicht, daß du dich der Widerstandsbewegung angeschlossen hast, ohne mich vorher um Rat zu Fraugen?&amp;quot; Die Alte schüttelte ihr Haupt. ”Aber Naim, ich kann doch nicht zulassen ...” rief Marzella verzweifelt. ”Doch, das kannst, das mußt du! – Nun, der Brief ist vernichtet. Dein Mann damit gerettet, aber weiter werde ich dich nicht gehen lassen.” Marzella blickte betroffen auf den Boden, so wie ein kleines Kind, welches bei einer Dummheit ertappt wurde. Naim war näher an die junge Sarinkay herangetreten und streichelte ihr sanft über die Wange. ”Mein liebes, törichtes Kind. Du ahnst ja gar nicht, was für Folgen aus deinem Handeln entstehen werden.” Die alte Schamanin schloß ihre Augen, ihre Hand ruhte immer noch auf Marzellas Wange. ”Ich hoffe, du bist dafür bereit.” flüsterte Naim geheimnisvoll. \ Fedora lehnte ungeduldig an einem Torbogen, welcher ihr genügend Schutz bot, um nicht sofort entdeckt zu werden. ‘Nun mach schon, Medaz. Du verspätest dich doch sonst nie.‘ Was konnte nur so wichtig sein, daß er sie so plötzlich hierher bestellte? Fedora spähte vorsichtig in die Dunkelheit. Der Marktplatz lag menschenleer vor ihr, kein großes Wunder zu dieser Zeit, dennoch für Tizios Verhältnisse etwas zu außergewöhnlich. Noch nicht einmal eine Spur der Yop’yoqus, welche sich sonst hier herumtrieben, war zu erkennen. Wieder stieg dieses unangenehme Gefühl in ihr hoch. Als sie zum wiederholten Male in die Dunkelheit späte, sah sie etwas kurz aufblitzen. Es dauerte ein wenig, bis der Frau dämmerte, was hier vor sich ging. ‘Eine Falle! Maldito! Das hätte ich ahnen können.‘ Sie tastete hinter ihrem Rücken nach Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 4 dem Riegel des Tores, aber es war verschlossen. Da blieb ihr nur eine Möglichkeit. Sie löste sich aus dem Schatten und rannte so schnell sie konnte ein Stück über den Markplatz. Voller Schwung sprang sie zuerst auf den Rand des Brunnens, stieß sich ab und zog sich an der dahinter liegenden Mauer hoch. Dort ging der Fluchtweg für sie nicht weiter. Hinter sich vernahm sie einen lauten Pfiff, gleich darauf traten Gestalten aus dem Schutz der Häuser und eilten geschäftig auf sie zu. Befehle ertönten über den Platz. Bogenschützen tauchten auf den Dächern auf, es wimmelte plötzlich nur so von Legionären. ”Bleibt stehen! Ihr habt keine Chance, zu entkommen!” rief ihr der D’ascas zu. Fedora grinste, und ohne zu zögern, lief sie leicht geduckt über die Mauer. Pfeile flogen an ihr vorbei. ”Hinterher! Vorauf wartet Ihr noch!” So schnell sie konnte, hastete Fedora auf den Steinen entlang, bis vor ihr eine Häuserfront auftauchte. Ohne Mühe gelang es ihr, sich auf eines der Dächer hochzuziehen. Sie sah sich um, konnte hier aber keine Olan entdecken. Nun lief sie flink über die Dachziegel, wobei sie den Erbauern dieser Stadt dankte, das sie sich für so flache Dächer entschieden hatten. Dies vereinfachte einiges. Unter sich konnte Fedora wild umherlaufende Legionäre entdecken, hinter ihr ertönte ein Keuchen. Sie blickte sich kurz um und erkannte mehrere Verfolger. Immer weiter ging die Jagd, wobei sie einige Dächer überquerte, bis sie plötzlich stehen blieb, weil diese Häuserfront zu Ende war. Die Verfolger kamen näher. Fedora drehte sich langsam um, gleichzeitig zog sie ihre Waffe. Der erste Olan ging nach ihrer Attacke sofort in die Knie. Fedora versetzte ihm noch einen Tritt, woraufhin er vom Dach rollte. Der zweite war etwas hartnäckiger, jedoch kein grosses Problem. Er war schon tot, bevor er auf der Straße aufschlug. Mit dem nächsten kämpfte sie gefährlich nahe am Rand des Daches, was Fedora zu ihrem Vorteil nutzen konnte. Wenig später befand sich auch dieser Mann auf dem Weg nach unten. ”Verdammt, schert Euch aufs Dach. Und ich will ihn lebend!” tönte es ärgerlich von unten. Fedora sah sich schnell um. Über den Abgrund würde sie es nicht schaffen. Also zur anderen Seite. Erneut hatte sie Glück. Unter ihr leuchteten, vom Strahl der Monde erhellt, die Ziegel rot und verführerisch hinauf. Darauf angekommen, verharrte sie einen Moment in ihrer gebückten Haltung und erkundete hastig mit ihren Augen den weiteren Weg. Es blieb nur die Flucht über eine weitere Häuserschlucht. Die Rufe ihrer Verfolger wurden lauter und kündeten so deren Herannahen an. Fedora nahm Anlauf und segelte durch die Luft. Erneut flogen Pfeile an ihr vorbei. Sie landete ohne Schwierigkeiten, krallte sich jedoch an den Dachziegeln fest, um nicht nach hinten zu fallen und lief, nachdem sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte, weiter. Bald hatte sie es geschafft, denn in der Nähe befand sich ein Geheimgang. Diesen mußte sie nur noch unbeschadet erreichen. Fedora sprang erneut auf ein unter ihr liegendes Dach. In dem Moment, als sie sich aufrichtete, quoll Nebel herauf, und gleich darauf war sie von einem Schwarm Raben umringt, welche wild durch die Luft flatterten. Fedora hob schützend ihre Arme und erkannte für einen Augenblick nicht, wohin sie stolperte. Das Gekrächze der Vögel begleitete die Frau und klang in ihren Ohren wie ein schadenHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 5 frohes Lachen. Mit einem Schrei verschwand sie in der Tiefe. Ein Stoffbaldachin fing ihren Sturz ab. Sie rollte bis zu dessen Rand und fiel erneut. Krachend zersplitterte ein Holzkarren unter ihrem Gewicht. Ein ziehen in ihrer Brust ließ sie die Augen öffnen und sie bemerkte, das etwas feuchtes von ihrer Stirn herunter tropfte. Fedora richtete sich trotz der Schmerzen auf und wankte weiter. Die Schritte der Legionäre kamen näher. Das immer noch anhaltende Gemekker der Vögel zog deren Aufmerksamkeit in die Gasse. Sie bogen um die Ecke und entdeckten den Flüchtigen. Der D’ascas erkannte, das dies eine Sackgasse war und gab seinen Männern ein Zeichen, woraufhin sich die Legionäre fächerartig verteilten und langsam näher rückten. Fedora zog ihr Schwert, ganz kampflos würden sie diese Mistkerle nicht bekommen. Sofort blieben die Bogenschützen stehen und zielten. ”Gebt auf. Ihr könnt nicht entkommen!” rief Corvin. Damit schien er leider recht zu haben, aber vielleicht schaffte sie es, einige von diesen Mistkerlen mitzunehmen. ”Was soll‘s!” Sie zuckte mit den Schultern. Fedora schätzte die Distanz auf etwa zwanzig Meter. Als sie nach vorne stürmte, bohrte sich ein Pfeil in ihre Schulter. Die Frau drehte sich einmal um sich selber und zögerte kurz, dann lief sie weiter. Ein zweiter Pfeil traf sie in den rechten Oberschenkel. Sie stolperte und überschlug sich. Dabei brach der Schaft des Pfeiles, welcher in ihrer Schulter steckte, ab und bohrte sich noch tiefer in die Wunde. Fedora schrie daraufhin kurz auf. ”HALT!” brüllte Corvin. ”Nehmt die Bögen runter, ich will ihn lebend!” Die Frau erhob sich mühevoll auf ihr nicht verwundetes Knie und blickte zu dem D’ascas hinüber. Ihr Atem ging schwer, Schweiß rann an ihrem Körper herunter, in ihrem Kopf hämmerte es unentwegt. Corvin kam langsam näher. ”Gebt endlich auf.” meinte er ruhig. ”Es ist vorbei.” Die Frau hob ihren Blick noch ein Stück und starrte Corvin lange an. Sie ächzte schwer, als sie sich zwar langsam, aber vollständig aufrichtete. Der D’ascas gab seinen Männer ein Zeichen, nichts zu unternehmen, da traf ihn die Erkenntnis wie ein Blitz. Diese Augen hatte er schon einmal gesehen. Der Haß und die Wut welche aus ihnen sprach, war wirklich einzigartig. Plötzlich mußte er an die Person denken, welche ihm beim letzten Frühlingsfest in die Arme gerannt war 1 und - an eine ganz bestimmte Priesterin. Er ging immer näher an die ‘Lilie‘ heran und war nun nur noch eine Armeslänge von ihr entfernt. Um Fedora verschwamm alles, der Boden schien unter ihren Füßen zu tanzen, die Häuser kreisten in einer wilden Hatz um sie herum. ”Verfluchte Noctuna und ihre krähende Brut”, schimpfte die Frau, bevor ihr Schwert polternd auf den Steinen der Straße aufschlug. ‘Wenn ich den Verräter in die Finger bekomme ...‘ dachte sie noch, dann wankte sie stark und brach in den Armen des D’ascas zusammen. Noch bevor er das Tuch herunter zog, welches ihr Gesicht verhüllte, wußte er, wen er festhielt. Mamercus sah nach oben und erkannte gerade noch, wie sich ein ihm bekannter Nebel mitsamt den Raben zurück zog. ‘Nun tue das deine, Kajus.‘ vernahm er leise und starrte Wortlos auf die Agia, welche bewußtlos in den Armen des D’as1 Follow 390, Gesprengte Ketten 3, Geschichte ‘Auf Messers Schneide‘ Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 6 cas hing. \ Corvin betrachtete lange seine Gefangene, welche man ins Krankenlager der Kaserne geschafft hatte. In seinen Händen hielt er eine violette Lilie, welche in ihren Sachen versteckt gewesen war. Endlich! Endlich hatte er einen großen Erfolg zu verzeichnen. Corvin blickte besorgt zu Porcius Nerva, dem Medicus, hinüber, der sich geschäftig um seine Patientin kümmerte. Der Raum war angefüllt von den Düften der Kräuter und Tinkturen, welche der alte Mann benutzt hatte. Sein junger Gehilfe Claudius räumte geschäftig die Blutverschmierten Tücher beiseite. Der Mann zog sein linkes Bein hinterher, welches er sich bei einem Unfall so stark gequetscht hatte, das er froh sein konnte, es nicht verloren zu haben. ”Bitte leere auch die Schüsseln aus, Claudius”, erinnerte ihn Porcius Nerva. ”Aber natürlich, ich erledige es sofort.” Er bedachte den Medicus mit einem verständnisvollen Blick. ‘Er wird alt‘, dachte er bei sich. Claudius hatte dem Medicus einiges zu verdanken. Keiner gab nach dem schrekklichen Unfall noch etwas auf sein Leben, nur Porcius kümmerte sich väterlich um ihn. Da er wegen seiner Behinderung für niemanden von nutzen war, ging er bei dem alten Mann in die Lehre. Er wurde seine rechte Hand, kannte sich ausgezeichnet mit den verschiedensten Kräutern und Krankheiten aus. So lahm auch sein Bein sein mochte, das glich er mit der Geschicklichkeit seiner Hände und seinem wachen Verstand um Längen aus. Auch bei der Gefangenen, welche heute versorgt wurde, durfte er die Wunden behandeln. Er wußte, das nicht mehr als ein paar kleine, fast nicht auffallende Narben zurückbleiben würden, wenn sie lang genug am leben blieb. ”Ich kann Euch sagen, daß ein paar Rippen gebrochen sind. Mit dem Kopf ist sie hart aufgeschlagen, was aber nicht weiter bedrohlich ist, wenn sie ruhen kann. Und sollten sich die Wunden, welche die Pfeile verursacht haben, nicht entzünden, wird es ihr in ein paar Wochen wohl besser gehen.” unterbrach die Stimme des Medicus die Stille des Raumes. ”Hoffe ich.” ”In ein paar Wochen?” rief Corvin überrascht. ”Ja, in einigen Wochen wird sie für eine Vernehmung bereit sein. Nicht früher.” ‘Ein paar Wochen. Die ganze Welt kann sich in dieser Zeit ändern, und ich komme kein Stück vorwärts.‘ ”Und ein Transport nach Dithorno?” Porcius Nerva schüttelte energisch seinen Kopf. ”Ich werde dies auf gar keinem Fall gestatten. Im Moment ist sie meine Patientin, und ich werde alles in meiner Macht stehende unternehmen, damit sie am leben bleibt. Was nach ihrer Genesung geschieht, ist dann nicht mehr mein Problem.” Corvin wollte etwas erwidern, der Medicus jedoch ahnte wohl, was sein Vorgesetzter von ihm verlangen würde und schüttelte seinen Kopf. Corvin schnaufte und nickte zum Zeichen, das er verstanden hatte. Noch einmal betrachtete er seine Gefangene, welche sich unruhig auf dem Lager bewegte. Ihr leises Stöhnen ließ erahnen, welche Schmerzen sie hatte. Wie sehr hatte sie sich seit ihrer letzten Begegnung verändert. Ihr Gesicht war gebräunt und schien dem Wetter fast immer schutzlos ausgeliefert worden zu sein. Selbst die unnatürliche Blässe, welche sich über sie gelegt hatte, konnte diese Tatsache nicht verdrängen. Ihre Hände waren rauh und schwielig, wie die eines Bauern und nicht wie die einer PrieHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 7 sterin. Fast hätte er Mitleid mit ihr haben können. Aber - sie war der Mensch, welcher unter anderem für die Vernichtung einer ganzen Hastatt verantwortlich war. Sie hatte seine Waffenlieferungen und Goldtransporte überfallen. Sie war die Person, die öffentlich dazu aufforderte, gegen das Reich zu kämpfen und dessen Anhänger in die alte Heimat zu treiben. Nach ihr suchten seine Leute seit Monaten, ohne auch nur eine Spur zu entdecken. Er betrachtete sie noch einmal eingehend ... sie war wirklich die letzte, bei der er vermutet hatte, das sie hinter der Tarnung der ‘violetten Lilie‘ stecken würde. Jetzt mußte seine Gefangene nur noch schnell genesen, damit er sie unbeschadet nach Dithorno bringen konnte. Es war nicht an ihm, über sie Recht zu sprechen, dies übernahmen andere. Bevor er den Raum verließ, erteilte er den Anwesenden Olan den Befehl, besonders wachsam zu sein. \ Als Corvin seine Gemächern erreichte, wartete bereits Mamercus auf ihn. Trotz des Erfolges sah dieser recht mürrisch aus. Der D‘ascas konnte nicht ahnen, daß der Hoendis sich ärgerte, den Komplizen der ‘Lilie‘ nicht gefaßt zu haben. Diese kleine, unbedeutende Mitteilung hatte er an Corvin nicht weiter geleitet. ”Ich gratuliere, Damiano. Ihr habt mich nicht enttäuscht?” Er schmiß die Lilie auf seinen Tisch. ”Ich danke Euch. Habt Ihr noch mehr bei ihr gefunden? Irgend etwas, was uns weiterhelfen könnte?” fragte Mamercus neugierig. Der D’ascas schüttelte seinen Kopf. ”Leider nicht.” ”Hier ...”, der Hoendis hielt dem D‘ascas eine Pergamentrolle entgegen. ”Soeben wurde eine Nachricht für Euch abgegeben.” ”Um diese Zeit?” Aber diese Tatsache wunderte den Mann nicht wirklich. Er war vom Militärdienst einiges gewohnt. Corvin rollte das Pergament auseinander, und seine Augen flogen flink über die Zeilen. ”Verdammt”, entfuhr es ihm. ”Verdammt!” Mamercus hob verwundert eine Augenbraue und sah neugierig zu Corvin hinüber. ”Schlechte Neuigkeiten?” ”Das kann man wohl sagen. Ich soll mich sofort in Dithorno melden. Auf Anweisung unseres neuen Vorgesetzten.” Seine Stimme ließ erahnen, das er für diesen Menschen nicht viel übrig hatte, welcher vor einigen Wochen in das Land gekommen war. Warum ausgerechnet jetzt? Ihm behagte es nicht, die Stadt zu verlassen, wo er doch gerade erst die ‘Lilie‘ gefaßt hatte. Und welche er nicht gleich mitnehmen konnte. Corvin hob ein weiteres Pergament in die Höhe. ”Hier ist eine Liste mit den Namen derer, die mich begleiten sollen. Welch ein Glück Ihr habt, Damiano. Ihr dürft hierbleiben.” \ Nachdem Corvin am nächsten Morgen, begleitet von seiner Leibgarde und den Olan, welche ebenfalls nach Dithorno beordert worden waren, Tizio verlassen hatte, begab sich Mamercus in Begleitung einiger seiner ihm treu ergebenen Olan auf direktem Weg zum Krankenlager. ‘Gut gemacht‘, lobte sich der Mann selbst. Mittlerweile konnte er im Schlaf gefälschte Nachrichten und Befehle schreiben. Wenn alles gut ging, würde man ihm den D’ascas auch bald vom Hals schaffen, dafür hatte er schon gesorgt. Inzwischen verfolgte Mamercus ganz eigene, ehrgeizige Ziele. Der Hoendis hatte keine Zeit zu verlieHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 8 ren. So schnell wie möglich wollte er seinen Auftrag ausgeführt wissen. Dann erst war die Stunde der Rache gekommen. Er stieß eine Tür auf und blickte sich suchend um. Nachdem er die Frau entdeckt hatte, trat er zu ihr heran. Aus seiner ersten Wut heraus hob er seine Hand und wollte zuschlagen, wurde jedoch daran gehindert. ”Ich muß Euch bitten, diesen Raum zu verlassen.” meinte Porcius Nerva ruhig. ”Sagt wer?” Drohend drehte sich der Hoendis zu dem Mann um. Mamercus Arm schnellte nach vorne und packte den alten Medicus an der Kehle. Deutlich sichtbar spannten sich die Muskeln an seinem Arm und er drückte zu. ”Ihr werdet dafür sorgen, das dieses Weib so schnell wie möglich aufwacht. Euch stehen genug Möglichkeiten zur Verfügung. Also begebt Euch an die Arbeit.” Die Worte wurden leise gesprochen, aber mit ihrem Klang hätte man Wände zum Einsturz bringen können. Damiano schleuderte den Medicus gegen ein Regal. Einige kleine Amphoren fielen zu Boden und zerbrachen. ”Das könnt Ihr von mir nicht verlangen. Ich werde den D’ascas über Euer Ansinnen unterrichten. Nur er alleine befiehlt, was mit der Frau geschehen soll.” ”Der D’ascas ist nicht hier und wird so bald auch nicht wiederkommen. Also macht besser, was ich Euch sage, oder ...!” Die Olan hatten sich zur rechten und zur linken neben Mamercus postiert und spielten nun mit ihren Klingen. ”Ihr könnt mir so viel drohen, wie Ihr wollt. Dennoch werde ich Eurem Wunsch nicht entsprechen.” In diesem Augenblick erschien Claudius im Raum und erkannte sofort, was hier vor sich ging. Er humpelte näher und wollte seinem Mentor beistehen, doch einer der Olan drängte ihn gegen die Wand und hielt ihm seine Waffe an die Kehle. ”Nun. So wie es aussieht, werde ich für eine ziemlich lange Zeit die Befehle hier erteilen. Es ist nur zu Eurem Wohl, sich mir zu fügen. Und nun macht, um was ich Euch gebeten habe, oder ich lasse Claudius töten.” Porcius schien kurz nachzudenken, nickte dann dem Hoendis zu, drehte sich um und ergriff einige Tiegel und Amphoren aus dem Regal. ”Gut.” erwiderte Mamercus. Aus seinen dunklen, schmalen Augen sah er den Medicus verächtlich an. ”Und braut mir etwas schön Starkes zusammen.” \ Wenig später war das Serum fertig und wurde Fedora eingeflößt. ”Wie lange wird es dauern ...!” ”Vielleicht eine halbe Stunde, dann müßte die Wirkung einsetzen und sie erwacht.” ”Sehr schön. Ihr bringt sie in eine Zelle.” Er wandte sich an zwei der Olan. ”Ihr wißt, was ihr zu tun habt! Und vergeßt ihre Sachen nicht.” Er deutete auf einen Hocker, auf dem sich einige Kleidungsstücke stapelten. ”Natürlich.” meinten beide sofort. Sie packten Fedora, zerrten sie aus dem Bett und schafften sie weg. ”Das könnt ihr nicht machen”, rief Porcius, ”das wird sie umbringen ...” ”Na und ...?” Mamercus Stimme war eisig. ”Ihr haltet Euch immer bereit, um mir zur Verfügung zu stehen.” Der alte Mann wußte, das Mamercus nur höflich ausgedrückt hatte, daß sie von nun an unter Arrest standen. \ Fedoras Körper fühlte sich an, als wäre eine Herde Armadillos über sie hinweg getrampelt. Stöhnend öffnete sie ihre Augen und nahm verschwommen war, daß Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 9 sie sich in einem Kerkerraum befand. Ihre Hände steckten in schweren Eisenringen, welche an Ketten befestigt von der Decke hingen. Fedora atmete tief durch, um so die Übelkeit zu vertreiben, welche sie überkommen hatte, aber sie wurde noch schlimmer. Die dicke Kerkertür wurde aufgestoßen und drei Gestalten traten ein. Dicht vor ihr blieb eine davon stehen. ”Ich möchte nicht viel von Euch. Die Namen Eurer Mitverschwörer und ...” Der Mann trat dicht an sie heran und riß ihr Hemd auf. Beim Blick auf die blanke Haut ihres Halses färbte sich sein Gesicht rot und eine Ader an seiner Schläfe begann gefährlich zu pulsieren. ” ... den Aufenthaltsort Eures bezaubernden Amulettes!” ”Welches Amulett?” Ihre Stimme war leise und klang geschwächt. Als Antwort schlug Mamercus der Frau ins Gesicht. Ein feiner Blutstrahl schoß aus ihrer Nase. ”Denkt nicht, Ihr habt einen zweiten Corvin vor Euch. Also gebt mir, was ich verlange”, sagte Mamercus bedrohlich. ”Wo ist dieses verfluchte Ding?” ”Da kommt Ihr aber um einiges zu spät.” Mamercus drehte sich, scheinbar gelangweilt, um und betrachtete für eine Weile die feuchten Wände. ”Durchsucht ihre Sachen”, befahl er den Olan. ”Wir können nichts entdecken, Hoendis”, meinten sie nach einer Weile. Mamercus zog seine Peitsche hervor, drehte sich wieder zu Fedora um und rammte ihr mit voller Wucht den Griff in die Seite. Sie konnte sich gerade noch beherrschen und schrie nicht los. ”Fangen wir mit etwas einfachem an ... Namen ... Ich höre.” ”Ich kenne viele Namen ...” ”Falsche Antwort!” Erneut stieß er ihr den Griff in die Seite. ”Also ...?” ”Fahrt zum In’Ret!” Als Reaktion darauf spürte Fedora einen dumpfen Hieb gegen ihre gebrochenen Rippen und rang nach Atem. Der Hoendis wandte sich an seine beiden Begleiter. ”Laßt mich mit ihr allein. Ich möchte in den nächsten Stunden nicht gestört werden.” Die Olan nickten und verschwanden. Mamercus schnallte sich seine Rüstung ab und ließ diese achtlos zu Boden fallen. Sein Blick hatte sich um einiges verfinstert, als er erneut an die Gefangene herantrat. ”So sieht man sich wieder.” 2 Seine Wut auf das, was mit seiner Familie geschehen war, und welche er in all den langen Jahren tief in seinem Inneren vergraben hatte, brach hervor. Mamercus wußte, er sollte sich zuerst um das Amulett kümmern, aber er konnte nicht. Der Hoendis hatte deutlich vor Augen, wie dieses Weib seinen Vater tötete und wie sein Heim abbrannte. Er sah noch einmal seine Verlobte, welche sich von ihm abwandte, als er um Beistand flehte und wie Savlinas Vater ihn von seinem Besitz jagte. Wie er über ihn lachte und sich über sein unmögliches Anliegen lustig gemacht hatte. Wie er im ganzen Land umher gewanderte war, bis Arinius und er schließlich auf einem Schiff anheuerten und die Insel verließen, welche seine Heimat gewesen war. Welch furchtbare Jahre hatte er durchlebt, er, der nichts vernünftiges gelernt hatte und so wohlbehütet aufgewachsen war. In den Jahren, welche er auf dem Schiff verbrachte, hatte er einiges an Schikanen ertragen müssen. Und als er schließlich 2 Follow 392, Gesprengte Ketten 4, Geschichte ‘Geister der Vergangenheit‘. Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 10 wieder an Land ging um kurz danach beim Militär einzutreten, war es nicht viel besser. Aus ihm war das geworden, was er am meisten verabscheute. Hatte er sich nicht geschworen, nie eine Waffe zu führen und sich lieber den schönen Künsten hinzugeben? Aber die Wirklichkeit hatte ihn schnell eingeholt. Von irgend etwas mußte man ja leben. Und er hatte schnell gelernt, wie man kämpfte. Mamercus durchlebte noch einmal, welche Gefühle in ihm aufgekommen waren, als er nach Jahren in seine Heimat zurückkehrt war und nirgends eine Spur von seiner Mutter oder von seinen Schwestern entdecken konnte. Kein Lebenszeichen, niemand wußte, wo sie sich befanden ... Niemand schien sich überhaupt an sie zu erinnern ... Ohne ein weitere Wort zu verlieren, schlug er zu. Immer wieder. \ Sie war allein. Dunkelheit umschmeichelte ihren Körper, welche sich wie eine wärmende und schützende Hülle um sie gelegt hatte. Inzwischen war das Blut ihrer Wunden getrocknet. Aber sie wußte, sie würden wieder aufplatzen, wenn der Hoendis mit seinem Werk fortfahren würde. Warum er ihr aber mit solch einem Haß begegnete, konnte sie sich nicht erklären. Halb wach und halb im Dämmerzustand versunken, flogen die Ereignisse der vergangenen Wochen an ihr vorbei. Sie erinnerte sich, und sie würde alles darum geben, wenn sie auch dies vergessen könnte. So wie ihre Vergangenheit, woher sie kam, wer sie war ... Fedora lachte auf. Sie kämpfte nicht nur für sich ... sie kämpfte für dieses verdammte Land und deren Bewohner ...für die Kinder ... für eine Freiheit, die es wohl nie geben würde ... Das hysterische Lachen von Fedora schallte von den Mauern ihres Gefängnisses zurück und klang in ihren Ohren wie Hohngelächter und Spott. Närrin! hörte sie. Närrin! Närrin! ... Du hast einen persönlichen Kampf daraus gemacht ... Närrin!!! Die anderen Stimmen schalteten sich mit ein und Fedora schrie gequält auf. ”Geht doch endlich weg!” rief sie unter Tränen. ”Laßt mich allein.” \ ”Kajus. Ich will das Amulett! Also zügle deine Rache und bringe mir erst, was ich verlange.” Im Schlaf vernahm Mamercus die verärgerte Stimme von Noctuna. \ Nach einem ausgedehnten Frühmahl begab sich der Hoendis erneut in den Kerker. Seine Gefangene hing wie leblos in der Mitte des Raumes. Brutal flößte er ihr abermals ein noch stärkeres Serum ein. Kurz danach öffnete Fedora ihre geschwollenen Augen. ”Ihr gebt immer noch nicht auf, sucjos pu‘erco? Hijo al‘gùno còbarde perra.” begrüßte sie Mamercus spöttisch. Sie war schwer angeschlagen, doch ihre Beleidigungen sprudelten wie eine nie versie-- gende Quelle aus ihr heraus. ‘Maldito. Was für ein Zeug gebt ihr mir?‘ ”Wo haben wir gestern aufgehört?” Er tat, als hätte er dieses Schimpfwort überhört. ”Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein.” Er schlug einen Stock gegen Fedoras gebrochene Rippen. Heftig sog sie die Luft ein. Glaubte dieser Kerl wirklich, sie würde ihm etwas über den Widerstand preisgeben? Lieber würde sie sterben, als ihre Kampfgefährten zu verraten. ”Ihr gebt Euch der Selbstüberschätzung hin. So, wie es die Legionäre immer Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 11 mache.,” rief sie heiser. ”Dies wird eines Tages Euer Verderben sein. Ihr könnt mich umbringen, aber nach mir werden andere kommen, und nach denen wieder andere. Die Liste der Wartenden ist lang.” Sie lachte auf. ”Ihr könnt nicht gewinnen!” ”Ich glaube, da irrt Ihr Euch, meine Liebe. Ich habe schon gewonnen. Wenn ich erst einmal das Amulett von Euch erhalten habe, hält mich nichts mehr davon ab, Euch qualvoll sterben zu lassen.” ”Dann rate ich Euch, bringen wir es hinter uns. Ich besitze diese Ding nicht mehr. Was immer ihr damit vor hattet, es ist verloren, und ich kann es auch nicht wieder beschaffen.” ”Ihr lügt!” ”So, tue ich das?” Fedora lachte abermals, erst leise, dann immer lauter. Das konnte nicht sein. Mamercus sah die Frau ungläubig an, dann krallte sich seine Hand in ihre Haare und er bog ihren Kopf nach hinten. ”Ich glaube Euch kein Wort!” ”Es tut mir leid, aber es ist die Wahrheit”, erwiderte die Frau erschöpft. Mamercus schrie und ließ sie abrupt los. Er schritt nachdenklich um sie herum. ”Nun gut. Dann soll es so sein”, meinte er, nachdem er sich wieder unter Kontrolle hatte. ”Ihr beide schafft sie nach oben. Wir wollen Tizio zeigen, welch erlauchte Persönlichkeit sich in unserer Gesellschaft befindet. Ich komme gleich nach.” \ Langsam bewegten sich die Legionäre durch die Gassen der Stadt. Fedora stolperte mehr hinter dem Hoendis her, als das sie ging. Ihr Bein und ihre Schulter schmerzten unablässig. Ihre Hände hatte man mit Eisenringen hinter ihrem Rükken zusammengebunden, ihre Füße stekkten auch in Eisenringen, welche ihr durch die kurze Kette nur wenig Bewegungsspielraum ließen. Eine Eisenkette war um ihren Bauch geschlungen, dessen anderes Ende Mamercus in seiner Hand hielt, welcher stolz und aufrecht auf seinem Pferd saß und auf den Markplatz zuritt. \ ”Qaom’de!” Aufgeregt stürmte ein Diener in die Gemächer seines Herren. ”Die Stadt ist in Aufruhr. Es wird berichtet, das ein Gefangener aus dem Widerstand auf den Marktplatz geführt wird.” Parz reichte das Kind, mit welchem er bis eben noch gespielt hatte, an die Amme zurück. Er ergriff den Arm seiner Frau und verschwand, ohne ein Wort gesagt zu haben, aus dem Zimmer. Laut dröhnte die Stimme von Mamercus über den inzwischen voll gefüllten Marktplatz. ”Bürger Tizios! Dem Imperium ist ein schwerer Schlag gegen den Widerstand gelungen. Uns ist nicht nur die per Steckbrief gesuchte Agia in die Hände gefallen ...!” Bei diesen Worten zog er an der Kette und Fedora stolperte ein Stück in seine Richtung. ” ... Gleichzeitig ist es uns gelungen, diesen Verbrecher, der sich die ‘violette Lilie‘ schimpft, ebenfalls zu ergreifen! Jene ‘Lilie‘, welche auf besonders bestialische Art und Weise reichstreue Bürger und Angehörige des Militärs hingeschlachtet hat!” Mamercus machte eine kurze Pause und sah in die erstaunten Gesichter der Leute. ”Die Rebellin, welche uns unter dem Namen der Agia bekannt ist und die ‘Lilie‘ sind ein und dieselbe Person. In Kürze schon wird ihre Hinrichtung stattfinHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 12 den, auf daß endlich wieder Frieden einkehrt. In diesem Zusammenhang gebe ich eine Proklamation bekannt!” Mamercus zog ein Pergament unter seiner Kleidung hervor. Stimmengewirr schwoll nach dieser Nachricht an. Rufe wurden laut, die unter Zustimmung eine baldige Hinrichtung forderten. Vereinzelt hörte man Kinderweinen. Mamercus hob gebieterisch seine Rechte Hand und jedes Geräusch erstarb. ”In Anbetracht der Situation, in der sich die Priesterschaften durch das üble Beispiel der Agia befinden und da es nicht ausgeschlossen ist, das einige sich berufen sehen, diesem schändlichem Irrbild zu folgen, ist mit sofortiger Wirkung die Anbetung jeglicher Gottheit in Tizio und in der Provinz Tizio verboten und strengstens untersagt! Es dürfen ab sofort keine religiösen Tätigkeiten, egal welcher Natur, mehr ausgeübt werden. Die Tempel werden erneut, bis auf weiteres, geschlossen. Zuwiderhandlungen werden mit dem sofortigen Tod bestraft. Diese Anordnung gilt so lange, bis der Protector über den Fortbestand der hiesigen Priesterschaften geurteilt hat! Desweiteren wird bis zur Hinrichtung der ‘Lilie‘ eine erneute nächtliche Ausgangssperre verhängt, welche von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang gilt! Personen, welche sich während dieser Zeit auf den Straßen Tizios aufhalten, werden sofort in Gewahrsam genommen und müssen mit einem Prozeß rechnen! Ebenso sind die Feierlichkeiten der nun kommenden Festtage außer Kraft gesetzt. Die Curie wird weiter geschlossen bleiben! Jegliche Belange der Stadt liegen weiterhin in den Händen des Militärs! Diese Anordnung gilt solange, bis sich die Lage in Tizio beruhigt hat und alle Mitverschwörer und Rebellen gefaßt und verurteilt wurden!” ‘Mach es nicht‘, hörte sie. ”Dies ist eine Lüge!” schrie Fedora. ”Ihr schweigt!” Mamercus Peitsche knallte auf Fedoras Körper. Heiß brannte sich der Hieb in ihr Fleisch. Haßerfüllt sah sie ihn an. ”Hier.” Er überreichte das Schriftstück einem Olan. ”Hängt es an die nächste Wand.” Die Bewohner der Stadt waren wie gelähmt, kein Ton kam über ihre Lippen. ”Damit schürt Ihr noch größeren Unfrieden”, knurrte Fedora durch ihre zusammengebissenen Zähne. ‘Halt den Mund‘, warnte die Stimme leise. ”Wer sollte sich schon dafür interessieren, was ein Feind des Staates zu sagen hat? Und nun schweigt endlich!!!” Er ritt näher an die Frau heran und versetzte ihr einen kräftigen Tritt in den Rücken. Dieser brachte Fedora aus dem Gleichgewicht und sie fiel auf den staubigen Boden. Ihr Atem ging schwer, in ihrem Kopf hämmerte es unentwegt, immer wieder tanzen weiße Funken vor ihren Augen. ”Ihr seid ein kleiner Bastard!” schrie sie. ‘Nein! Nein!‘ ”Denkt Ihr wirklich, Ihr könnt die Freiheit dieses Landes mit Füssen treten? Glaubt Ihr, daß sich aus dem Staub niemand erheben wird, um Euch aufzuhalten?” Fedoras Stimme war weithin zu hören. ‘Zu spät‘, meinte die Stimme resigniert. Mamercus gab einem der Olan ein Zeichen. Mit einem breiten Grinsen ging dieser langsam auf die am Boden hockende Person zu und versetzte ihr einen Fußtritt in den Magen. Fedora krümmte sich stöhnend zusammen. ”Ist dies alles was Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 13 Ihr könnt?” zischte sie, wobei Speichel und Blut aus ihrem Mund tropfte. ”Eure Macht liegt allein in Eurer Brutalität! Aber die kann Euch auch nicht retten!” Die Menge schwieg. Kein zustimmendes Gegröle auf die Reaktion des Olan oder auf die bissigen Worte der Frau waren zu vernehmen. Abermals nickte Mamercus dem Olan zu und ein erneuter Tritt beförderte Fedora ein Stück über den Marktplatz. ”Hurensohn”, zischte die Frau. Langsam ging der Olan auf sie zu, hob sie hoch und schlug ihr ins Gesicht. Ihre Lippe sprang erneut auf und Blut floß an ihrem Kinn herunter. Außerdem war ihre Schulterwunde aufgeplatzt und durchnäßte das Hemd an dieser Stelle wieder dunkelrot. Taumelnd stolperte Fedora nach hinten, wurde jedoch von dem Olan am umfallen gehindert. Wie eine Puppe hing sie an seinem Arm. \ Marzella stöhnte leise auf. Ihre Augen tasteten sich durch die Menge und blieben an der Schamanin Naim haften. Diese schüttelte kaum merklich, dennoch eindringlich ihren Kopf. ”Ihr werdet Eure Herrin sofort nach Hause bringen”, flüsterte Medaz seinen Begleitern zu. Seine Stimme war ruhig, in seinem Inneren sah es allerdings anders aus. Sein Magen verkrampfte sich bei jedem Schlag, der Fedora zugefügt wurde. Sie sah furchtbar aus, und ihn wunderte es, das der D’ascas seine Zustimmung zu diesem grauenhaften Schauspiel gegeben hatte. ”Parz.” Marzella rückte dichter an ihren Mann heran. ”Ich muß dir etwas sagen ...” ”Später, meine Liebe. Bitte geh nach Hause.” ”Aber ...” sagte sie. ”Bitte tue was ich dir sage.” Er küßte sie flüchtig auf den Mund und lächelte ihr dann zu. ”Geh. Ich komme bald nach. Mach dir keine Sorgen.” Seine Augen waren voller Liebe, als er zu ihr hinunter blickte. \ Arnoldos Hand verkrampfte sich. Seine schlimmsten Befürchtungen hatten sich bewahrheitet. Zum Glück hatte er mit Hilfe Gaetanos die Priesterinnen aus der Stadt schleusen können. Estrelle spürte, was in ihm vorging, und betrachtete in flehend. Aus ihrem Blick sprachen Bände. Ohne, daß ein Ton ihre Lippen verließ, erkannte Arnoldo, was sie ihm sagen wollte. ‘Tue nichts unüberlegtes. Dies ist genau das, wovor Fedora immer Angst hatte.‘ Liebevoll umschlang seine Hand die ihre. \ ”Quint, was macht Ihr?” Der Angesprochene wurde am Arm zurückgehalten. ”Seid Ihr wahnsinnig? Wenn Ihr nun dort runter geht, ist alles verloren.” Quint blieb stehen. Er hätte der Agia vertrauen sollen, dann wäre es mit Sicherheit nie soweit gekommen. Die Nachricht, daß sie sowohl im Widerstand war, als auch die ‘Lilie‘ erschütterte den alten Mann mehr, als andere sehen konnten. Warum hatte er der Frau nicht einfach vertraut? Vielleicht wäre unter ihrer Führung der Widerstand der Priester viel einfacher gewesen? Statt dessen hatten sie aneinander vorbei gearbeitet. Er hätte sie lenken können, ihr so Beistand gegeben. Aber er hatte sich von ihr abgewandt. Hilflos stand er da. Wenn sie starb, war es seine Schuld. \ Carlos Vottorio Salvatore il Rabbacca di Tulgari, der Flinke, Vetter von Hector Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 14 Vincenzo Manuel il Rabbacca di Tulgari, dem Jüngeren 3 , zog sich unerkannt aus der dichtgedrängten Menschenmasse zurück. Er mußte sofort zu seinem Kommandante um ihm von den neusten und sehr beunruhigenden Ereignissen, welche sich in Tizio zugetragen hatten, zu berichten. \ Der Torreòn schäumte vor Wut. Nun war es den Truppen des Imperiums doch vor ihm gelungen, die Agia zu ergreifen. Und er war auch noch ein Bündnis mit diesem Kerl eingegangen. Nun gut, darin sah er weiterhin einen großen Vorteil für sich. Er blickte sich in der Menschenmenge um. Wo ,verflucht noch mal, stekkte Iovanna? Von ihr hatte er seit Tagen weder etwas gehört, geschweige denn, sie gesehen. Der Verlauf der Ereignisse besorgte ihn ein wenig. Aber er wäre nicht schon seit so vielen Jahren der Torreòn, wenn ihm nicht doch noch eine Lösung zu seinem Problem einfallen würde. \ ”Laßt das Messer stecken und folgt mir.” flüsterte Medaz dem Mann ins Ohr. ”Ist es nicht ganz schön gewagt hier aufzutauchen?” Medaz zog den Mann unerkannt aus der Menge heraus, und gemeinsam versteckten sie sich in einem Torbogen. ”Ihr habt mir gar nichts zu sagen.” zischte Gaetano. ”Nun gut, wenn Ihr so denkt.” Er hob seine Hände. ”Bitte, stürzt Euch auf die Legionäre, wenn Ihr glaubt Fedora so helfen zu können.” Sarkasmus war nach wie vor eine von Medaz Stärken. ”Vielleicht wäre es aber auch besser gewesen, Ihr wäret nie von ihrer Seite gewichen, oder?” ”Was wollt Ihr damit andeuten?” 3 Follow 392, Gesprengte Ketten 4, Geschichte ‘Geister der Vergangenheit‘ Gaetano sah Medaz giftig an. ”Nun, Euer Fortgang hat Fedora den Boden unter den Füßen weggezogen. Meint Ihr nicht, ein Gespräch in Ruhe hätte einiges klären können? Ohne Euren Halt ist sie ja förmlich durchgedreht. Seht an, wo es sie hingebracht hat.” ”Sie hat sich Euch anvertraut?” fragte Gaetano erstaunt. ”Natürlich.” meinte Medaz knapp. ”Versucht nicht, mir die Schuld für das, was geschehen ist, zuzuschieben. Was habt Ihr denn bis jetzt für sie getan? Wart Ihr es nicht, welcher ihr andauernd Steine in den Weg gelegt hat?” Trotz dieser Worte sah Gaetano beschämt auf den Boden. Ein Schrei ließ die Köpfe der Männer hochfahren. Sie sahen gerade noch, wie Fedora auf den Boden stürzte, über ihr stand Wutschnaubend dieser Mamercus. Gaetano griff sich instinktiv an sein Messer. ”Ich werde ihn ...” ”Ihr werdet gar nichts. Auf jeden Fall nicht im Moment. Wir müssen genau überlegen, wie wir nun handeln wollen, uns einen Plan zurechtlegen und dann zuschlagen.” \ Kleine Blitze tanzten vor Fedora auf und ab. Schweiß rann ihr in die Augen und behinderte so ihre Sicht. Hätte sie doch den Mund gehalten, aber es war geradezu befreiend, diesen Legionär öffentlich in Rage zu versetzen. Der Hoendis hatte Fedora den Rücken zugedreht und sah in die betroffenen Gesichter der gaffenden Menge. ”So wird es jedem ergehen, der sich den Wünschen des MAGHANS und den Anordnungen des Militärs widersetzt! Schaut genau hin und überlegt, auf welcher Seite ihr stehen wollt! Schafft diesen Abschaum zurück zur Kaserne!” befahl Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 15 Mamercus seinen Männern. Zwei von ihnen hoben die inzwischen bewußtlose Frau auf und schleiften sie über die Straße. Der Rest bestieg seine Reittiere und setzte sich in Bewegung. Langsam löste sich die versammelte Menge auf. An allen Ecken wurde über die neuste Entwicklung in dieser Stadt gesprochen. ”Ich möchte, das die Gefangene im Innenhof angebunden wird!” brüllte Mamercus, als sie durch das Kasernentor ritten. ”Und jemand soll Porcius holen. Er wird benötigt!” \ Als sich Marzella auf dem Heimweg befand, lief ihr Sebastian über den Weg, welcher sich nur mühsam sein siegessicheres Grinsen verkneifen konnte. Zwar war Medaz immer noch auf freiem Fuß, aber dies würde sich sehr schnell ändern. ”Sebastian!” rief Marzella. ”Ich habe mit dir zu reden. Laßt uns allein”, meinte sie gebieterisch zu ihren Begleitern. Ohne den Mann zu Wort kommen zu lassen, sprach sie mit ruhigem, aber energischen Ton zu ihm. ”Ich warne dich Sebastian. Hüte dich davor, mein Glück zu zerstören.” ”Aber ...” ” ... was? Denkst du, ich wüßte nichts von deinen Absichten? Glaubst du wirklich, ich wäre so blind? Höre mir gut zu. Ich liebe dich nicht. Und werde dies auch nie. Meine Liebe gehört einzig und allein meinem Mann und meiner Tochter. Sollte ihnen etwas zustoßen, werde ich dich mit meinen eigenen Händen umbringen! Du kannst froh sein, das ich dir nicht den Schutz unseres Hauses und unsere Farben entziehe!” wütend sah sie Sebastian an. Wie konnte sie nur ahnen, daß er für die Ergreifung dieser Frau verantwortlich war? Was hatte ihn verraten? Als die Worte Marzellas sich vorarbeiteten und er endlich begriff, was sie meinte, brach für ihn eine Welt zusammen. Er hatte gedacht, Marzella wäre froh darüber, wenn ihre Widersacherin aus dem Weg geräumt würde. Sebastian wollte etwas sagen, aber Marzella ließ ihn gar nicht erst zu Wort kommen. ”Achte von nun an darauf, an nichts anderes zu denken, als wie du deine Familie ehren kannst. Und nun geh mir aus den Augen, damit ich deine schändliche Tat vergesse.” \ ”Bei den Göttern! Laßt die Frau sofort in den Krankenraum bringen.” Porcius Nerva war entsetzt über das Bild, welches sich ihm bot. ”Das habt Ihr nicht zu Befehlen. Sorgt dafür, daß das Weib wach und vorerst noch bei Kräften bleibt, alles andere soll nicht Eure Sorge sein.” ”Ihr werdet sie umbringen ...” ”Ihr wiederholt Euch. Führt Eure Befehle aus, ansonsten .... Ich kann gut auf Euch verzichten. Wie Euch bekannt sein dürfte, gibt es noch mehr Heiler in dieser Stadt.” Mamercus reagierte wie immer eiskalt und berechnend. Der Medicus öffnete nach einigem zögern seinen Lederbeutel und mischte verschiedene Flüssigkeiten zusammen. Das Ergebnis hielt er dem Hoendis entgegen. ”Ihr seht, es geht doch.” Mamercus ließ es sich nicht nehmen, auch diesmal Fedora das Mittel eigenhändig einzuflößen. Gewaltsam bog er ihren Kopf nach hinten und zwängte ihr die Öffnung der Ampulle zwischen die Lippen. Achtlos ließ er das leere Gefäß fallen und wendete sich zum gehen. ”Laßt mich rufen, wenn sie erwacht!” Danach verschwand er im Gebäude. \ Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 16 Die Luft in dem Raum war schneidend. Niemand wagte es, als erster das Wort zu ergreifen. Geschäftig plazierte Gioconda einige Tassen und Gläser auf den Tisch. Gaetano und Medaz blickten bedrückt zu Boden. ”Aber ...” meinte Marzella, ”wir müssen doch etwas unternehmen ...” Medaz legte beruhigend seine Hand auf ihren Arm. ”Das werden wir auch ...”, beschwichtigte er sie. ”Ich .... ich habe hier einen Brief von Fedora.” Alle blickten auf Arnoldo. Langsam zog er das Pergament aus seiner Jackentasche. ”Sie gab ihn mir einige Tage, bevor sie gefaßt wurde.” Er geriet ins Stocken. ”‘Für alle Fälle‘ hatte sie gemeint ... Als hätte sie geahnt, was mit ihr passieren wird.” Die Anwesenden sahen sich betroffen an. ”Nun, was steht darin?” wollte Gioconda wissen. Umständlich öffnete Arnoldo den Brief, wobei die Anderen den Eindruck gewannen, daß er gar nicht wissen wollte, was darin geschrieben stand. Arnoldo atmete noch einmal tief durch und las dann laut vor. Meine lieben Freunde, für den Fall, daß mich das Imperium ergreifen sollte, gebe ich Euch folgenden Befehl: Unternehmt nichts, um mich zu befreien. Die Interessen des Landes und seiner Bewohner stehen an erster Stelle. Auf einzelne Personen kann und muß im Zweifelsfalle verzichtet werden. Ich bitte Euch inständig, so weiter zu machen, wie bisher. Und verliert Euch nicht in unnötigen Befreiungsversuchen. Ich hoffe, Ihr werdet nur dieses eine Mal auf mich hören, und Euch nicht über meine Wünsche hinwegsetzen. Arnoldo, dir bürde ich die Last auf, von nun an als Lilie aufzutreten. Wir werden uns unter keinen Umständen unterkriegen lassen. Kämpft unter der Flagge der ‘Lilie‘ und dem der ‘Hydra‘ für ein befreites und geeinigtes Xiduria. Zeigt den Legionären, aus welchem Holz Ihr geschnitzt seid. Euch stehen starke Verbündete zur Seite, die sich Euch zu erkennen geben, wenn die Zeit dazu bereit ist. Ich werde immer an Euch und an die Sache denken. Alle meine guten Wünsche und Hoffnungen werden Euch stets begleiten. Handelt klug und weise, so wie Ihr es bisher immer getan habt, und laßt Euch nicht dazu verleiten, blind und überstürzt zu reagieren. Möge Euch das Licht auf all Euren Wegen und bei all Euren Taten hilfreich zur Seite stehen. Fedora ”Ich werde sehen, was ich in Erfahrung bringen kann”, unterbrach Medaz die wiederkehrende, bedrückende Stille. ”Aber ... wie?” ”Ganz einfach. Ich werde Morgen in die Kaserne gehen.” \ ”Hoendis, der Qaom’de Medaz wünscht Euch zu sprechen.” ”Führe ihn herein.” antwortete MamerHijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 17 cus geistesabwesend. Der Olan trat einen Schritt zur Seite und ließ den Besucher eintreten. ”Seid gegrüßt, Mamercus.” Medaz ging auf den Hoendis zu und reichte ihm seine Hand. ”Was führt Euch zu mir, mein lieber Medaz?” ”Sollten nicht alle reichstreuen Bürger hier Schlange stehen, um sich bei den tapferen Olan des Imperiums zu bedanken, das es ihnen gelungen ist, den Rebell zu ergreifen, welcher seit Monaten das Land in Atem hielt und seine Bewohner in Angst und Schrecken versetzte?” Medaz zeigte sein schönstes Lächeln und verbeugte sich leicht vor dem Hoendis. ”Ich denke doch, daß in kürze mit dem Ende des Widerstandes zu rechnen ist und alles wieder seinen gewohnten Gang nimmt. In diesen unruhigen Zeiten ist man ja seines Lebens nicht mehr sicher.” ”Dies hofft das Reich auch, mein lieber Medaz.” Gemeinsam gingen sie an ein Fenster. ”Seht,” Mamercus zeigte nach draußen. ”Wir unternehmen alles, um an Informationen zu gelangen, damit wir den Widerstand ergreifen und zertreten können.” Mamercus Augen hatten sich auf einen Schlag verdunkelt, seine Stimme klang eisig. Medaz Innerstes verkrampfte sich bei dem Anblick, welcher sich ihm bot. Diese Schweine hatten Fedora in die pralle Sonne gebunden. Sie sah noch fürchterlicher aus, als auf dem Marktplatz. Ihr Hemd hing in Fetzen von ihrem Körper, welcher über und über von Wunden gezeichnet war. Ihre Beine hatten wohl schon vor längerem ihren Dienst versagt, und wie leblos hing sie an den Ketten. Neben ihr konnte er eine Feuerschale erkennen, in der Eisenstangen vor sich hin glühten. ”Ist sie ...?” ”Nein. Ich sorge schon dafür, das sie mir erst noch ein paar Dinge verrät, bevor der Tod ihre Erlösung sein darf.” sagte Mamercus. Medaz hob seine Augen und erkundete den Rest der Kaserne. Überall konnte er lauernde Olan erkennen. Zwar machte es nach außen nicht den Anschein, aber hier wartete man augenscheinlich nur darauf, das jemand versuchen würde, die ‘Lilie‘ zu befreien. Damit hatte er gerechnet, aber nicht mit solch einer Übermacht. ‘Fedora, das hast du gewußt‘, dachte Medaz. Es klopfte an der Tür, und beide Männer wandten sich um. ”Herein!” rief Mamercus. Ein Olan erschien und überreichte dem Hoendis eine kleine Amphore. ”Hier ist das Serum, Hoendis.” Er salutierte kurz und verließ den Raum. ”Leider erwarten mich nun dringende Pflichten. Kommt und begleitet mich nach draußen”, meinte Mamercus. Auf dem Innenhof angekommen, sah sich Medaz noch einmal unauffällig um. Auch was er von hier unten bemerkte, gefiel ihm keineswegs. ”Ich denke, wir sehen uns bei der Hinrichtung dieses Weibes wieder.” Mamercus reichte Medaz zum Abschied seine Hand. ”Ja, das werden wir.” Noch immer hielt der Hoendis die Hand fest. ”Sagt, wie geht es Eurer Schulter?” fragte er völlig unvermittelt. ”Danke, gut. Wir haben hervorragende Heiler in Tizio.” ”Ja,” grinste Mamercus. ”die haben wir hier, in der Tat.” ”Ihr seid von Euren Wunden ja auch wieder vollkommen genesen, wie ich zu behaupten wage.” ”Allem Anschein nach hatten die Rebellen nicht vor, uns zu töten, nicht wahr? Welch glücklicher Umstand für Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 18 uns beide.” Mamercus ließ Medaz los und spielte geistesabwesend mit der Amphore. ”Nun müßt ihr mich aber entschuldigen, ich habe noch einiges zu erledigen. Ich danke Euch für Eure Glückwünsche zur Ergreifung dieses Weibes. In diesen schweren Zeiten ist es schön, zu wissen, wer zu einem steht.” Langsam ging Medaz auf das Tor zu, blieb noch einmal zögernd stehen und blickte sich kurz um. Mamercus stand mittlerweile bei Fedora und verabreichte ihr den Inhalt der Amphore. Kurz darauf schlug ihr der Hoendis ins Gesicht. Medaz ballte seine Hände zu Fäusten. ‘Du wirst für alles bezahlen, was du ihr angetan hast‘, schwor er sich. \ Leise schlichen zwei Maskierte Männer auf das Zelt des D’ascas zu. Im Lager der Legionäre war alles friedlich, die Wachen hatten sie nicht entdeckt. Conius wachte auf, als man ihm die Spitze eines Schwertes gegen die Kehle drückte. ”Keinen Laut, verstanden.” zischte ihm eine maskierte Gestalt zu. ”Hört einfach nur gut zu. Wir wollen doch unnötiges Blutvergießen vermeiden.” Der D’ascas nickte, zum Zeichen, das er verstanden hatte. ”Gut. Ich wußte, Ihr würdet vernünftig sein.” Der Mann hielt kurz inne, dann fuhr er leise fort. ”Gestatten,” er deutet eine Verbeugung an. ” wir sind eine Abordnung der ‘Lilie‘.” Dabei zeigte er auf einen zweiten Mann, welcher am Eingang des Zeltes Posten bezogen hatte. ”Aber ...?” ”... Ihr dachtet, mit der Gefangennahme der ‘Lilie‘ würde es uns nicht mehr geben? Ihr enttäuscht mich. Aber wir haben keine Zeit zum Philosophieren. Ihr rennt direkt in eine Falle des Torreòn und Eures geliebten Hoendis Mamercus. Die Nachricht, sofort in Dithorno zu erscheinen ist eine Fälschung.” ”Ihr lügt ...” ”Ich habe Dir gesagt, das er zu stur ist, um die Wahrheit zu begreifen.” meinte der Mann, an seinen Gefährten gerichtet. Dieser zuckte nur mit der Schulter. ”Hier habe ich eine Nachricht, welche Mamercus an diese Torreòn schicken wollte. Erkennt Ihr die Schrift?” Er hielt sie näher an eine Kerze heran. ”Eine gelungene Fälschung ...” ”Ja Sicher. Verdammt, wenn Ihr nicht auf uns hört, wird es Euer verderben sein. Gegen einen Hinterhalt habt Ihr doch überhaupt keine Chance ...” ”Warum sollte Mamercus sich mit dem Torreòn verbünden?” ”Weil er Euren Posten haben möchte, das ist doch wirklich nicht so ...” Er hob resigniert seine freie Hand. ”Sind eigentlich alle Legionäre so schwer von Begriff?” ”Warum warnt Ihr mich? Sollte es nicht in Eurem eigenen Interesse liegen, daß ich beseitigt werde?” ”Nun, dies ist in der Tat eine reizvolle Vorstellung, und Euer Einwand ist nicht von der Hand zu weisen ...” Ein ungeduldiges Schnaufen unterbrach seinen Redeschwall. Sein Gefährte sah mehr als ärgerlich zu ihm hinüber. ”Ja, ist schon gut. Also. Unsere Gründe haben Euch nicht zu interessieren. Hört auf die Warnung, oder laßt es bleiben. Ganz wie es Euch beliebt. Aber ... unter allen Umständen solltet Ihr zuerst so schnell wie möglich nach Tizio zurückkehren. Ach ja.” Er deutete auf den Boden. ”Hier haben wir ein kleines Paket für Euch. Den Boten. Vielleicht Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 19 schenkt Ihr dem ja mehr Glauben. Und nun, meine Empfehlung.” Der Mann machte Anstalten, den D’ascas ins Land der Träume zu befördern. ”Wartet. Warum warnt Ihr mich nur, wo Ihr mich doch anscheinend ohne große Schwierigkeiten als Geisel nehmen könnt? Schließlich befindet sich die ‘Lilie‘ in meiner Gewalt.” ”Falsch. Sie ist in den Händen von Mamercus. Und glaubt Ihr wirklich, er würde sie gegen Euch austauschen? Wo er doch gerade dabei ist, sich Euch vom Hals zu schaffen und die ‘Lilie‘ zu Tode foltert.” \ ”Zum letzten Mal. Gebt mir was ich verlange, oder ...!” ”Oder was?” seufzte Fedora. ”Es gibt nichts, was ihr mir noch antun könntet ...” Erschöpft von den langen Folterungen des Hoendis hing Fedora zwischen den beiden Pfählen. ”Wirklich nicht?” Der Mund des Mannes verzog sich zu einem häßlichen Grinsen. ”Das Beste hebe ich mir immer für den Schluß auf.” Er ging auf einen Olan zu und erteilte diesem einige Befehle, dann kam er zurück und wartete. Ängstlich erschienen die Priesterinnen auf dem Hof und sahen sich irritiert um, bis sie schließlich die Agia erkannten und auf die Frau zustürzen wollten, jedoch wurden sie von den Olan daran gehindert. ”Nein,” flehte Fedora. ”Laßt sie in Ruhe, sie haben nie jemandem etwas angetan ...” ”Das hängt von Euch ab. Wo ist das Amulett?” Mamercus griff sich eine der Frauen, und zusammen gingen sie näher an die Gefangene heran. ”Bitte, Agia. Was immer man von Euch verlangt ... gebt es ihnen”, bettelte Iovanna. Der griff an ihrem Arm verstärkte sich, als sie Anstalten machte, sich loszureißen. ”Ihr solltet auf diese junge Dame hören.” ”Nehmt Eure dreckigen Hände von ihr!” schrie Fedora. Sie riß an den Fesseln, als könne sie sich damit daraus befreien. Mamercus war mehr als belustigt. ”Wußtet Ihr eigentlich, das einige Eurer Priesterinnen keine Jungfrauen waren?” Er lachte laut los, als er in das betroffenen Gesicht Fedoras blickte. ”Also, ich warte!” ”Ich habe es nicht,” meinte die Frau leise und schüttelte ihren Kopf. ”Ich habe es .....” Sie hatte den Satz noch nicht beendet, als sie sah, wie sich eine Schwertspitze durch Iovannas Brust schob und das weiße Kleid dunkelrot verfärbte. ”Nein!!!” schrie Fedora. ”Das waren acht Wörter. Also bringt noch sieben von ihnen um,” befahl Mamercus seinen Männern. ”Hört auf!” brüllte Fedora. ”Ich bitte Euch ...” ”Noch weitere fünf.” ertönte die Stimme des Hoendis. Fedoras Magen verkrampfte sich, als sie die toten Frauen vor sich sah und sie begann zu weinen. ‘Komm,‘ meinte eine Stimme. ‘Nur ein kleiner Feuerball, was ist schon dabei?‘ ‘Laß mich.‘ Fedora kämpfte mit sich. ‘Aber dann ist Ruhe. Sie haben es nicht besser verdient ...‘ ‘Ich habe es geschworen. Nie wieder.‘ ‘Nie?‘ ‘Nie!‘ Mamercus stand mittlerweile dicht vor seiner Gefangenen. ”Eure Kore war aber noch eine Jungfrau.” flüsterte er, ”Bei ihr Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 20 hat es besonders viel Spaß gemacht.” dann lachte er lauthals los. ”Nein!” schrie Fedora und zerrte erneut an ihren Fesseln. ‘Nicht Kore‘ Sie schien innerlich zusammenzubrechen. Fedora sah auf die grinsende Fratze des Hoendis, sah die Leichen der Priesterinnen und die noch lebenden, welche sich ängstlich in die Arme genommen hatten, und beobachtete das selbstgefällige Gehabe der übrigen Olan. Ihr Atem ging schwer und sie schloß für einen Augenblick ihre Augen. ‘Das habe ich nie gewollt.‘ ”Ich werde Euch zu ihm bringen.” meinte Fedora unvermittelt. ”Bitte?” fragte Mamercus. Die Frau öffnete ihre müden Augen. ”Ich werde Euch zu der Stelle bringen, an dem sich das Amulett befindet.” Der Hoendis grinste siegessicher. Endlich hatte er einen Weg gefunden, in das Innere dieses Weibes vorzudringen. Ja, sie litt. Ihr Herz mußte wirklich sehr an den Frauen hängen. Aber dies war nur ein Teil dessen, was er ihr zurückgeben wollte. Er war noch lange nicht mit ihr fertig. ”Wir müssen aus der Stadt heraus. Hier befindet es sich nicht.” meinte Fedora leise. ”Es ist ... in der Nähe von Colpeque.” In weniger als einer Stunde könnten sie dort sein. ”Bindet sie los und macht die Pferde bereit!” befahl Mamercus. ”Jetzt?” fragte ihn einer der Olan. ”Es wird bald dunkel ...” ”Habt ihr etwas an meinem Befehl nicht verstanden?” brüllte ihn Mamercus an. Niemand achtete für einen Augenblick auf die Gefangene. Fedora brach sofort zusammen, nachdem sie nichts mehr in die Höhe zog. Sie holte ein paar mal tief Luft, bevor sie sich langsam an die Leichen der Frauen heranzog. Behutsam nahm sie das Gesicht von Iovanna in ihre Hände und streichelte sanft darüber, bevor sie sich den Kopf der Frau an die Brust drückte und langsam mit ihrem Oberkörper hin und her schaukelte. Tränen liefen ihr dabei über das Gesicht. ”Holt sie da weg!” rief Mamercus. Ein Olan kam näher und wollte Fedora fortziehen. Sie schlug nach seinen Händen. Er beugte sich zu ihr hinunter und sie griff instinktiv nach seinem Messer. Der Olan sank sofort zusammen als sie ihm die Klinge durch den Hals bohrte. Ein anderer eilte ihm zu Hilfe und schlug mit einer Fackel nach dem Gesicht der Frau. ”Hört auf!” Der Hoendis eilte verärgert näher. ”Halt!” tönte es donnernd über den Hof. Ohne, daß Mamercus oder seine Männer im Hof etwas davon mitbekommen hatten, war der D’ascas in die Stadt zurückgekehrt. Sein Gesicht war vor Zorn gerötet, die Wut war deutlich von ihm abzulesen. Conius verschaffte sich einen schnellen Überblick der Lage. In der Mitte des Hofes lagen die getöteten Priesterinnen. Davor hockte eine jammernde Gestalt, einige Olan standen um sie herum. Der D‘ascas ritt näher an Mamercus heran und stieg vom Pferd. Der Hoendis versuchte seine Überraschung zu verbergen. Was war hier schief gelaufen? Sollte dieser Kerl nicht tot sein? ”Ihr seid schon zurück? Welch freudige Überraschung.” Ohne zu Antworten, schlug ihm Conius ins Gesicht. Mamercus drehte sich durch die Wucht des Schlages um seine eigene Achse und fiel in den Staub. Conius pakkte ihn unsanft am Kragen, zerrte ihn hoch und verpaßte ihm einen erneuten Hijklmnopqrsb PQRS\abcdefij Gesprengte Ketten Seite 21 Schlag. Ehe Mamercus wieder stürzte, setzte der D’ascas einen Faustschlag hinterher. Keuchend kippte Mamercus um und mit geballten Fäusten stand der D‘ascas über ihm. ”Führt diesen Verräter ab. Und seine Handlanger ebenfalls.” brüllte er seinen Leuten zu. ”Ich möchte, daß dieser Abschaum aus meinen Augen verschwindet. SOFORT!!!” Er drehte sich um. ”Conius, wartet ...” stammelte Mamercus, dabei hob er seinen Oberkörper und streckte flehend seine Hand aus. ”Für Euch immer noch D’ascas Corvin!” Conius wirbelte herum und verpaßte dem Hoendis einen letzten Schlag. ”Schafft ihn endlich fort!” Mit schnellen Schritten hatte der D’ascas Fedora erreicht und blieb wie angewurzelt stehen. ”Bei den Göttern!” rief er entsetzt. Fedoras Körper, welcher von Blutergüssen und Hieben übersät war, zuckte immer wieder zusammen. Er kniete sich neben die auf dem Boden liegende Frau und führte seinen Arm unter ihren Kopf hindurch, um diesen leicht anzuheben, wobei sie wieder anfing zu schreien. ”Holt den Medicus. Beeilung!” ‘Was hat sich Mamercus bloß dabei gedacht?‘ Corvin schüttelte seinen Kopf. \ Fedora fühlte sich so leicht. Alle Ängste und jeden Schmerz hatte sie hinter sich gelassen. ‘Meine kleine süße Fiona. Zu gerne hätte ich dich noch einmal in meinen Armen gehalten, aber ich denke, dieser Wunsch wird mir nicht mehr erfüllt. Verzeih mir bitte mein Versagen. Ich liebe dich.‘ Bald hatte sie es geschafft. Für einen kurzen Augenblick eröffnete sich für Fedora die ganze verworrene Welt dessen, welches man Leben nennt. Alle Fragen schienen sich von selbst zu beantworten. Endlich drangen die wissenden Stimmen zu ihr durch, doch leider zu spät. Fedora hatte sie seit Monaten erfolgreich ignoriert und betäubt. War es wirklich so einfach gewesen? ‘Ja, das war es!‘ Das Licht, welches Fedora sah, war sehr verlockend. Freudig ging sie darauf zu und zärtlich umschloß es sie bei jedem weiteren Schritt mehr und mehr. Wie ein schützender Mantel hatte es sich um sie gelegt und führte sie weg von diesem schrecklichen Ort. Leichtfüßig folgte sie ihm. Es war, als wurde sie von dem Licht getragen, alle Last war von ihr gefallen. Sie spürte nur noch die einladende Wärme und eine herzzersprengende Geborgenheit. ‘Komm‘ rief eine Stimme einladend. ‘Komm‘ Ja, sie ging. Weiter und weiter, leichtfüßig, ohne zu zögern. Sie würde alles hinter sich lassen. Keine Zweifel mehr, kein Kämpfen, nie wieder um Freunde bangen. Keine Stimmen, die einen um den Verstand brachten. Die Verlockung auf einen Aufenthalt in der Umgebung dieses Lichtes war einfach zu stark. ‘Hab keine Angst‘ Nein, die hatte sie nicht. In ihrem Leben war sie noch sie so froh gewesen, wie in diesem Augenblick. Dies hier war nicht mehr ihr Kampf. Mochten ihn andere zu Ende führen, sie würde es jedenfalls nicht. \ Noch einmal atmete Fedora aus, ihre Hand erschlaffte, dann fiel ihr Kopf zur Seite. ”Neeein!!!” rief Conius. Porcius Nerva hatte ihm gerade zu verstehen gegeben, daß die Frau, daß die Agia .... daß Fedora gestorben war.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guinevra</name></author>
	</entry>
</feed>